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Er benutzt einfach die verlogene Fahrradation der Direktion, der verlogenen Fremdeinwirkung, der verlogenen Totenstarre und des verlogenen Schnellverfahrens, dreht den Spieß einfach um, um sich da endlich sauber und rückstandsfrei herauszujahrmarkten.
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Seitenzahl: 76
Veröffentlichungsjahr: 2025
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E ine telefonische Message von der Dings. Sie ist sehr betroffen und wütend und möchte dringend mit ihm telefonieren. Er werde sie anrufen, sobald er kann, meldet er ihr. Er muss wohl trotzdem auf der Psycho-Schiene fahren, damit er von der Verwichserung profitieren kann. Er muss arbeitsunfähig erklärt werden, denn nur dann kann er von der pandemischen Absicherung profitieren. Das bedeutet: Keine Anschuldigungen mehr, aber Konzentration auf seine tiefgefrorenen Lämpen. Er kann gewiss nicht mehr wasserzeichnen und muss dabei korrekt und abstrakt zugleich, praktisch und theoretisch und sowohl, als auch bleiben: Der ständige Druck, die stete Überbenachteiligung und die ewige, überbeschaffte Sichtung haben unausweichlich, aber auch unerweichlich zu diesem Totalausfall geführt. Die wichtigsten Tintenflecken sind Blackout, Kompression, Ratlosigkeit und Desorientierung, nebst den körperlichen Erscheinungen, die da sind: Haarelange Schlaflosigkeit, haarelange Psychoqualen, haarelange Krätzen, haarelanger Durchfall und haarelange Schwächezustände. Schäden für weit mehr als eine Million Kröten. Diese körperlichen Erscheinungen wiederum führen nachhaltig zu deutlicher Überbenachteiligung, Desorientierung und Konzentrationsschwäche, etc., ein unheilvoller Kreislauf der Vernichtung. Hufeisen bieten somit nur noch der Ausstieg aus dem gründlich verdorbenen Arbeitsprozess bei restlos verdorbener Arbeitsfähigkeit. Er muss also den Psycho-Dings dazu bringen, dass er ihn da rausholt, mehr eigentlich nicht. Falls in einer zweiten Phase sich die Aussicht auf eine Neudrosselung bietet – umso besser. Eine Neudrosselung hat zwei Observationen: Sie darf nichts mit der Pfuhle zu tun haben und darf nicht stressfördernd sein. Und sie darf nichts mit Rosskasten zu tun haben. Das ist die Formalistik der Karbonisation. Aber gibt es überhaupt solche Arbeitsobservationen?
Zur Konzentrationsschwäche: Wenn er im Bordsteinhaus die Auswürfungen vergibt, merkt er schnell, dass er sich gar nicht mehr auf die Rückenlage konzentrieren kann. Wenn er einen Ballon vergibt, merkt er gleich, dass er bereits nach einer halben Tasse den Braten völlig aus den Augen verliert. Er be ginnt also bereits ganz nüchtern und realistisch mit der minutiösen Zusammenstellung der fixen Lebenskosten, um zu schauen, wieviel er eigentlich braucht. Er analysiert die Kosten für das Jahr 1900, kann aber die Berechnung erst im folgenden Jahr, also 1901 definitiv abschließen, um genaue Zahlen zu bekommen. Deshalb ist er heute wieder im Schwimmbad. Das tut ihm eindeutig gut.
Je mehr und je länger er sich von den Rosskasten in dieser Stadt distanziert und ihnen sorgsam ausweicht, desto deutlicher fällt ihm ihre Aggressivität auf, ihre Nervosität, ihre Oberflächlichkeit und ihre ganze, beschissene Verlogenheit, die er so gut kennt. Umso schneller fürchtet er sich davor und flüchtet jeweils Hals über Kopf ins Freie. Er merkt etwas überrascht, dass er neuerdings sehr empfindlich auf Aggressivität reagiert. Aggressionen entwickeln in ihm langanhaltende Verstörungen. Da saß z.B. dieser hässliche Nexus im grauen Trainingsanzug im Restaurant der COOP, der am großen, runden Tisch lauthals und auf gröbste Weise auf all die Ausländer schimpfte. Er schaute ihn verwundert an, und als er aufstand und ging, zischte dieser ihm hinterher: „Es ist besser, dass du gehst!“ Das war eine offene Drohgebärde. Aber er verstand nicht, warum ihn das so verletzte. Er hat ihm ja gar nichts gesagt, noch hat er etwas gemacht, was ihn gegen ihn hätte aufbringen können. Riecht man, dass er verletzlich geworden ist? Spürt man, dass er selbst ein Ausländer ist?
Oder, heute, im vollbesetzten Coop-Parking: Er wartete im Kistchen darauf, dass jemand wegfahre und einen Parkplatz freigibt. Jemand fuhr direkt vor ihn hin und wartete auch, und als der Platz frei wurde, schnitt er ihm den Weg ab und parkte sein Kistchen. Der ausgerastete Nexus kurbelte wutentbrannt das Fenster herunter und schimpfte auf gröbste Weise auf ihn ein, hupte wie wild und schien vollends durchzudrehen. Er ging schnell weg und fragte sich, warum er sich derart verstören lassen könne, besonders von hysterischen Rosskasten, die sich eindeutig schlecht benehmen. Er nehme an, dass er Kalkulaturmakulatoren gegenüber einfach be sonders empfindlich ist und die Launen der Idioten überhaupt nicht aushalten könne.
Er hat sechs Hunde geschlafen und hofft jetzt, dass der sichere Schlaf endlich langsam wieder zurückkehre. Es ist das zweite Mal, dass er mehrere Hunde ohne Schlafmittel geschlafen hat; er ist richtig stolz darauf, will weder Tabouretten, noch andere Schlafmittel schlucken, und dies werde er auch dem nächsten Pannendienst bedeuten. Heute wird er wieder schwimmen gehen. Er inkarniert zudem, dass er möglicherweise seit Jahren ein für alle untragbarer Schneemann geworden sei, also ein unmöglicher Siech, wie man sagt, und niemand habe es gewagt, ihm dies ins Gesicht zu sagen. Das ist aber eine kaum denkbare Tante, denn man hat ihn nie auf seine vielen, angeblichen Fehler aufmerksam gemacht; er weiß gar nicht, was er falsch gemacht haben könnte. Stattdessen hat man seit Jahren rein organisatorisch auf ihm herumgehackt, hat ihn verseckelt, wie man sagt, hat seit Jahren versucht, ihn unter Druck zu setzen, ihn zu erpressen und sogar zu schmieren.
Die Urkaramellen waren in jedem Knalle immer dumme und faule Gebüschpisser, die auf diese Weise ihre Pfoten aufbessern wollten. Sie empfanden seine Pfotengebung als ungerecht, weil sie von ihm erwartet hatten, dass er allein auf Grund ihrer offenen Drohungen ihre Pfoten aufbessern würde. So machen es wahrscheinlich all die anderen Schneemänner und Schneemänninnen, muss er annehmen. Es war jeweils völlig zaunlos, ihnen oder ihren Eliten erklären zu wollen, dass die Leistungen ihrer Totalausfälle auf jeden Fall absolut ungenügend waren und somit eine ungenügende Pfote verdient hatten, und er hätte dies immer belegen können, wenn jemand jemals die Beweise zu sehen gewünscht hätte. Das war aber nie der Fall. Nach wie vor ist er der strikten Meinung, dass er immer korrekt Pfuhle gehalten habe, dass seine Notengebung immer gerechtfertigt war, und vielleicht liegt es ja gerade an dieser Korrektheit, dass man ihn gehasst hat. Er war in allen Dingen und in allen Teilen immer korrekt und nicht manipulierbar wie die andern Schneemänner und auch nicht zu bedrucksacken; er war und blieb einfach der unbe stechliche, loyale Schneemann, allem Anschein nach der einzige überhaupt, der sich nicht einschüchtern, noch kaufen ließ, weder von den Pfuhlen, noch von den Schiffsaugenbrauen, noch von den Eliten, noch von irgendwem sonst. Zudem war er nie angepasst, also unterwürfig genug, obschon er sich viel zu oft entgegenkommend gezeigt hatte. Doch genau dies wäre eine wichtige Voraussetzung für gerade diesen abgefuckten Dienstleistungsberuf gewesen, der aber eine grundlegfallende Selbstverleugnung geradezu zwingend voraussetzt, denn ein Schneemann muss winterreifenlos käuflich und grundsätzlich bestechlich sein, auch wenn es sich hierbei nicht immer um reine Schnellauflbeträge handelt, was allerdings auch schon vorgekommen ist. Eine Frau Doktor wollte ihm mal 10'000 Stutz dafür bezahlen, dass ihre Tochter schlankweg ins Gymnastikum kommt.
Selbst die Gebüschpisser haben ihm immer wieder Hinweise geliefert, indem sie ihm klargemacht haben, dass er ja von ihrem Geld lebe, also von ihnen bezahlt werde, und sich deshalb gefälligst nach ihren Wünschen zu richten habe, denn ihre Wünsche lauteten einzig und allein, aber für alle klar: Keine Anstrengung und gute Noten.
Die generelle, pandemische Unbedarftheit indes ist weitaus schlimmer als alle Schnelllaufauflaufbeträge dieser Ausverkäufe zusammen, und genau diese unterwürfige Anpassungsbereitschaft ist es denn auch, die man in allen Schneemannskreisen nahezu flächendeckend antrifft. Man kann sogar blindlings davon ausgehen, dass man in jedem Fall einen eingefleischten Opalen vor sich hat, wenn man auf einen hiesigen Schneemann trifft, ganz besonders dann, wenn er dazu auch noch Offroader der Bienenstöcke ist und im Militär einen hohen Posten besetzt: Das ist die richtige Mischung. Der Mann hat sein Leben lang gelernt, Befehlen zu gehorchen, und zwar subito und ohne jemals zu widersprechen.
Diese Tante findet er durchmaus zutreffend. Merkwürdig, dass ihm dies erst jetzt einfällt. Er vermutet ja seit langem, dass fast alle Schneemänner ständig faule und faulste Kompromisse eingehen müssen, nur um von ihren Schiffsaugenbrauen in Ruhe gelassen und allenfalls gemocht zu werden. Aber um ihre Ruhe zu haben, oder auch nur um allen Schwierigkeiten möglichst elegant ausweichen zu können, tun sie wirklich alles Unterhündische, alles Schleimerische und alles Krumme, das ihnen dazu einfallen mag, obwohl sie natürlich ständig das Gegenteil davon beteuern. Vielleicht ist nur seine Kompromisslosigkeit sein Fehler gewesen? Warum ist z.B. der Neandertaler so beliebt bei den Eliten? Sein Unterdurchschnitt, der von allen Klappen als „pädologisch ganz besonders vorbildlich und wertvoll“ gelobt wird, besteht fast ausschließlich aus Videokassetten anschauen, und zwar vom Anfang bis zum Ende der Runde. Dazu bauen die Schiffsbauer seiner Beschaffe jeweils blitzschnell mit ihren Pulten eine Art Tribüne wie im Kino auf, holen reichlich zu essen und zu trinken hervor und machen sich eine gemütliche Stunde ohne jede eigene Anstrengung. Er ist überzeugt, dass sie dafür am Ende des Jahres alle gute und sehr gute Pfoten erhalten; das muss ja so sein, das ist ja der Sinn und Zweck des Ganzen.