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Seitenzahl: 200
Veröffentlichungsjahr: 2025
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© eBook: 2025 GRÄFE UND UNZER VERLAG GmbH, Postfach 860366, 81630 München
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Autor: Robin Daniel Frommer
Redaktion: Susanne Kronester-Ritter, Belinda Potucek
Lektorat: Beate Martin
Bildredaktion: Petra Ender
Covergestaltung: Eva Stadler, München; Independent Medien Design, Horst Moser, München
Kartografie: Kunth Verlag GmbH & Co. KG, München, Huber Kartographie GmbH, www.kartographie.de
eBook-Herstellung: Teresa Klocker
ISBN 978-3-98645-169-1
1. Auflage 2025
GuU 8-169 04_2025_02
Bildnachweis
Coverabbildung: AdobeStock: Boris Stroujko
Fotos: AdobeStock: Didier San Martin; T. Lubar; Savvapanf Photo; P. Marlow; tobago77; Aurlien; familie-eisenlohr.de; J.J. Cordier; guitou60; P. Violet – Alamy Stock Photo: J. Feuerer – Bildagentur Huber: R. Schmid; M. Mehlig; S. Lubenow – Cigoland Centre Alsace – Gettyimages: Ch. Dumoulin – Glow Images: Prisma RM – INTERFOTO: D. Delimont/B. Jannsen – laif: F. MAIGROT/REA; B. Rieger/hemis.fr; Goisque/Le Figaro Magazine; M. Kirchgessner – mauritius images: ASK Images/Alamy, W. Dieterich/Alamy; imageBROKER/NielsDK; edpics/Alamy; STOCKFOLIO®/Alamy; domonabikeFrance/Alamy, Loop Images/A. Wilson; R. Stennull/Alamy; Alamy; Westend61/ S. Schurr; H. Alexandre/Alamy; W. Weinhäupl; R. Mattes; STOCK4B-RF; H. Schön; age fotostock/Facto Foto – Musees de la Ville de Strasbourg – Seasons Agency: Jalag/A. Mutter; Jalag/N. Kriwy; Jalag/A. Mutter; L. Andronov – Shutterstock.com: Pierre Jean Durieu; Sumruay Rattanataipob; U. Eisenlohr; midgardson; Pack-Shot; PHB.cz; B. Stroujko; Y. Davats; Izabela23; S. Kelin; roundstripe; LianeM; Imladris; N. Zimneva; tichr; V. Rokhin; canadastock; J. Rashidi; milosk50; E. Solodovnikova; Oscity – www.hotelduparc-mulhouse.com
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ADAC Top Tipps
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Übersichtskarte Elsass Nord|Übersichtskarte Elsass Süd
Cathédrale Notre-Dame (Münster), Strasbourg
| Dom |
Die eindrucksvolle, im romanisch-gotischen Stil errichtete Kathedrale ist das weithin sichtbare Wahrzeichen der von der UNESCO geschützten Altstadt Straßburgs. Seite 19
La Petite France, Strasbourg
| Altstadtviertel |
Das ehemalige, von mehreren Armen der Ill malerisch durchflossene Gerberviertel ist der zweitwichtigste Publikumsmagnet Straßburgs. Seite 26
Mont Ste-Odile
| Wallfahrtskloster |
Der »Heilige Berg« des Elsass ist zugleich wichtiger Identifikationsort, Konvent der tief verehrten Schutzpatronin der Region sowie Pilgerstätte von Gläubigen und Touristen aus aller Welt. Seite 58
Haut-Kœnigsbourg
| Burg |
Die weithin sichtbare Hohkönigsburg mutet wie eine Ritterburg aus dem Mittelalter an – und ist, in ihrer heutigen Form, doch eine sehr viel jüngere Rekonstruktion samt Windmühle, ganz nach dem Geschmack des deutschen Kaisers Wilhelm II. Seite 61
Bibliothèque Humaniste, Sélestat
| Bibliothek |
Die älteste elsässische Bibliothek – »Schaufenster des oberrheinischen Humanismus« – beherbergt eine Sammlung von Weltgeltung: mehr als 500 Jahre alte Handschriften, Drucke und alte Bücher ab dem 8. Jh. Seite 63
Musée d’Unterlinden, Colmar
| Museum |
Die bedeutendste Kunstsammlung des Elsass, untergebracht in einem neu gestalteten Museumsareal, zeigt herausragende Exponate aus mehr als 500 Jahren – ihr Zugpferd ist der berühmte Isenheimer Altar. Seite 79
La Petite Venise, Colmar
| Altstadtviertel |
Die romantische Flaniermeile im Krutenau-Viertel »Klein-Venedig« umrahmt den Lauf der Lauch, der auch mit elektrogetriebenen Nachen befahren werden kann. Seite 83
Route des Crêtes
| Panoramastraße |
Das französische Militär veranlasste einst den Bau dieser Gebirgsstraße, heute eine der schönsten Panoramastraßen Europas, die immer wieder die Fernsicht zum Schwarzwald und zu den Schweizer Alpen freigibt. Seite 99
Cité de l’Automobile, Mulhouse
| Museum |
Die spektakulärste und größte Oldtimer-Sammlung der Welt mit prächtig restaurierten Sammlerstücken: Das französische Nationalmuseum Cité de l’Automobile darf bei keinem Mülhausen-Besuch fehlen. Seite 109
Cité du Train, Mulhouse
| Museum |
Eine Zeitreise durch alle Epochen der Bahn: Historische Lokomotiven, historische Waggons sowie der Nachbau eines Bahnhofs machen das Eisenbahnmuseum zum lohnenden Ziel. Seite 110
Unterwegs gut beraten: Hier lohnt sich ein Besuch.
Übersichtskarte Elsass Nord|Übersichtskarte Elsass Süd
Straßburg und das nördliche Elsass
Théâtre de la Choucrouterie, Strasbourg
| Mundart-Bühne |Seite 28
Musée Tomi Ungerer, Strasbourg
| Museum |Seite 29
Cheval Blanc, Lembach
| Restaurant |Seite 37
Musée Lalique, Wingen-sur-Moder
| Glasmuseum |Seite 38
Royal Palace, Kirrwiller
| Music Hall |Seite 43
Château du Haut-Barr
| Festungsruine |Seite 45
Plan Incliné, St-Louis/Arzviller
| Schiffshebewerk |Seite 46
Église abbatiale St-Martin, Marmoutier
| Stiftskirche |Seite 48
Die Weinstraße und Sélestat
Place du Marché, Obernai
| Marktplatz |Seite 57
NaturOparC, Hunawihr
| Natur- und Tierpark |Seite 66
Riquewihr
| Winzerort |Seite 67
Eguisheim
| Winzerort |Seite 70
Collégiale St-Thiébaut, Thann
| Wallfahrtskirche |Seite 74
Château d’Isenbourg, Rouffach
| Hotel |Seite 75
Colmar und Umgebung
Église des Dominicains, Colmar
| Kirche |Seite 80
Église St-Matthieu, Colmar
| Kirche |Seite 81
L’Atelier du Peintre, Colmar
| Restaurant |Seite 85
Neuf-Brisach
| Festungsstadt |Seite 87
Chemin de Fer Touristique du Rhin, Volgelsheim
| Historische Eisenbahn |Seite 87
Munstertal und südliche Vogesen
Église abbatiale St-Léger, Murbach
| Klosterkirche |Seite 98
Vieil Armand, Wattwiller
| Gedenkstätte |Seite 99
La Verte Vallée, Munster
| Hotel |Seite 101
Mulhouse und der Sundgau
Musée du Papier Peint, Rixheim
| Museum |Seite 113
Écomusée d’Alsace, Ungersheim
| Museumsdorf |Seite 114
La Gare Munzenberger, Hirtzbach
| Restaurant |Seite 115
Vormittag
Keine Frage: Auch im Elsass verleihen warme Croissants und Café au lait dem Frühstück französischen Pfiff. In Straßburg sowieso. Wer für seinen Streifzug jedoch nur einen Tag Zeit mitbringt, ist gut beraten, die kulinarischen Momente auf später zu verschieben und den Tag früh, etwa mit einer Bootstour auf der Ill (Seite 25), zu beginnen. Denn so lässt sich der Radius der Besichtigungstour erheblich erweitern. Die Ablegestelle befindet sich hinter dem Palais Rohan . Die Fahrt auf der Ill führt zum Viertel La Petite France (Seite 26), wo vor der Place Benjamin Zix eine erste Schleuse und die betagte Drehbrücke Pont du Faisin passiert wird. Die Ausflugsboote steuern anschließend die Ponts Couverts und das Stauwehr Barrage Vauban an. In weitem Bogen führt der Törn an der Altstadt und dem Wilhelminischen Viertel vorbei zur Église réformée St-Paul . Zuletzt belohnt die Fahrt mit einem hervorragenden Blick auf das Europaviertel (Seite 32), ehe es zurück zur Altstadt geht.
Nachmittag
An Restaurants mit guter Küche und schönen Terrassen herrscht ebensowenig Mangel wie an verlockenden Shops und Boutiquen. Rings um die Place du Marché-Gayot mischen sich Ausflügler und studentisches Publikum, der Besucherstrom ist nicht so groß wie in Petite France, außerdem sind die Preise etwas günstiger. Nach dem Essen bietet sich ein Museumsbesuch an, etwa im Musée Tomi Ungerer , bevor man zur Altstadt zurückkehrt, um die Cathédrale Notre-Dame , das Straßburger Münster, mit der berühmten Astronomischen Uhr zu besuchen und den Tag mit einer Besichtigung des Innern der Kathedralezu krönen.
Abend
Straßburg bietet viele Möglichkeiten zur Abendgestaltung. Nach einem Abendessen, etwa in der Winstub Zuem Strissel (Seite 25) mit typisch elsässischer Küche, kann man in die benachbarten Bars Les Aviateurs (Seite 31) oder L‘Alchimiste weiterziehen – oder Roger Siffers oft ausgebuchtes Mundarttheater Choucrouterie (Seite 28, Mi–So) besuchen.
1 Kleine Elsässische Camargue
Das Naturschutzgebiet der Petite Camargue Alsacienne (Seite 118) im südlichen Elsass wird von einer ungewöhnlich reichen Tier- und Pflanzenwelt bevölkert. Hier tummeln sich Eisvögel, Rotkehlchen, Spechte, Dachse und Wildschweine. 16 Amphibien-, zwölf Fisch- und fünf Reptilienarten kommen hinzu, dazwischen grasen schottische Hochlandrinder. Berg-Aster, Sumpf-Gladiole und Orchideen sorgen für Farbtupfer. Das Auto am Sportplatz abstellen, und los geht die Entdeckertour!
■www.petitecamarguealsacienne.com/de
2 Grenzenloses Vergnügen
Nach der Leitidee des »Eurodistrikts Pamina« (Seite 132) soll der Rhein nie mehr trennen, sondern verbinden. Im Rahmen dieses deutsch-französischen Projekts sind zu beiden Seiten des Stroms Radwege entstanden, die den Pamina-Rheinauen-Kurs bilden: 260 km asphaltierte oder geschotterte Streckenabschnitte und acht Themenwege erschließen Uferdämme, sonnenzugewandte Baggerseen oder das zeitver gessene Delta der Sauer (siehe Bild) für Radler jeden Alters.
■www.pamina-rheinpark.org/home
3 Natur pur
Die Landstraße D466 windet sich durch das obere Doller-Tal. Auf der Fahrt zum Ballon d’Alsace, dem 1247 m hohen Elsässer Belchen, lohnt ein Stopp am Stausee Lac d‘Alfeld. Vom Parkplatz beim südlichen Ende der Staumauer führt ein 1,8 km langer Weg um den herrlich in die Natur gebetteten Bergsee. Den Aufstieg zum Gipfel des Belchen markieren Wegweiser. Auch bei einer Rundwanderung (ca. 4,5 Std.) macht es Sinn, den Parkplatz am See als Start und Ziel zu wählen – dann kann man die Seele am Berg und am See gleichermaßen baumeln lassen.
■www.fa-navigator.de/elsass-vogesen
Willkommen in einer gesegneten Landschaft, bei sympathischen Nachbarn mit Hang zu Genuss und Gelassenheit!
Auf einem bewaldeten Bergrücken bei Orschwiller thront die Burg Haut-Kœnigsbourg
»Ich kann nicht vom Elsass reden, ohne es durch den Magen zu sehen. Die Esskunst ist bei uns ein Teil einer eingeprägten Kultur, eine humanistische Erfahrung.«
Tomi Ungerer (1931–2019)
Nirgendwo ist uns Frankreich näher als im Elsass. Rheinaufwärts, zwischen Rastatt und Basel, genügt ein Sprung über den begradigten Strom – und man fühlt sich sofort tief im Süden: Die Oberrheinebene schwelgt bereits im Frühling in mediterranen Temperaturen, denn zwischen Vogesen und Jura hält die Senke der Burgundischen Pforte (»Trouée de Belfort«) die Tür ganz weit auf: für warme Luft aus dem Rhône-Tal. Im Autoradio untermalen französische Songs das südliche Flair – sofern man auf einen der elsässischen Sender, Radio Liberté, France Bleu oder Radio Dreyeckland, wechselt. Beim regionalen Hörfunk rar geworden ist hingegen die alemannische Mundart: Beiträge auf »Elsasserditsch« werden wie die Musik meist nur noch im Webradio ausgestrahlt. Französisch ist links des Rheins allgegenwärtig – und im Navi bei allen Eingaben von Orts- und Straßennamen einzig und allein zielführend. Aber keine Angst, niemand im Elsass erwartet von Gästen aus dem Nachbarland, dass sie »Strasbourg« säuseln, statt »Straßburg« zu sagen. Übrigens: Reif fürs Museum ist das allzu oft totgesagte Elsässerdeutsch keineswegs. Dennoch sollte man sich nie blind darauf verlassen, dass jeder im Elsass anzutreffende Mensch eine alemannische Mundart oder gar Hochdeutsch tatsächlich sprechen kann und – vor allem – will.
Mit dem Fährmann durch Colmars Petite Venise (links) – Grand’Rue in Ribeauvillé mit Blick auf die Burg St. Ulrich (rechts)
Spannende Schnittmenge
Mit zunehmendem Abstand zum Rhein sorgen draußen schon bald bunte Fachwerkhäuser mit Ziegeldächern und Geranien vor den Fenstern für ein Gefühl nostalgischer Vertrautheit. Brütende Störche auf den Firsten, sauber gekämmte Rebflächen und bis an Ritterburgen reichende Weinberge verstärken diesen Eindruck noch. Ein Reiz, dem offensichtlich auch Reisende aus ganz Frankreich scharenweise erliegen: Sie stellen heute die mit Abstand meisten Besucher des Elsass. Den Spitzenplatz bei den Übernachtungen ausländischer Gäste behaupten seit Jahren die Wochenend- und Kurzurlauber aus Deutschland, gefolgt von Belgiern und Schweizern.
Natürlich pflegt man im Elsass auch die »Art culinaire« (Kulinarik): Knapp 34 Spitzenköche bieten hier ihre Kreationen an – nur in Paris sind sie zahlreicher. Dessen ungeachtet sind die französischen Touristen die bedeutendste Gruppe von Sauerkrautkonsumenten im Elsass, obwohl oder gerade weil das »Choucroute« so gar nichts mit der gehobenen Kochkunst auf halbleeren Tellern verbindet. »Französische Qualität, deutsche Portionen«, kommentierte bissig-humorvoll der unvergessene Cartoonist Tomi Ungerer die Gastronomie seiner Heimat. Der Eindruck, dass sich mit dieser kulinarischen Schnittmenge trefflich leben und speisen lässt, verfestigt sich bei jedem Besuch einer elsässischen Weinstube sofort.
Der eigentliche Reiz der Region
Tradition und Moderne bestimmen den Takt in den Altstadtvierteln von Colmar oder Straßburg sowie in einigen der malerischen Dörfer an der Elsässischen Weinstraße. Neben Cafés, Restaurants und Eisdielen locken Boutiquen, Antiquitäten-, Mode- und internationale Juweliergeschäfte – hier hat sich das Warenangebot ganz auf den Geschmack und die Ferienkasse der Touristen eingestellt. Oft liegen aber zwischen Trubel und dem eigentlichen Reiz der Region nur kleine Distanzen. Daher kann man den liebenswert unaufgeregten Alltagsrhythmus überall in der Region finden, samt seiner Mischung aus französischem Savoir-vivre und typisch elsässischer Lebensart.
Zwischen Straßburg und Colmar erstreckt sich das Naturschutzgebiet Le Grand Ried
Landschaftliche Highlights
Reich an nahezu unberührter Natur ist vor allem der Nordwesten des Elsass mit dem Parc régional des Vosges du Nord. In den Wäldern des Schutzgebiets hat man die Wander- und Radwege fast für sich alleine. Natürlich fehlen im nördlichen Elsass weder malerisch in die Landschaft gefügte Burgen und Schlösser noch idyllische Fachwerkhausdörfer oder Spitzengastronomie.
Auch die Almen- und Gebirgslandschaft der mittleren und südlichen Vogesen lädt zu Wander- und Radtouren, zu kulinarischen Stopps bei Bauerngasthöfen (»Fermes-auberges«) oder, in der kalten Jahreszeit, zum Wintersport ein. Mitten in diese herbe Region gelangt man ab Colmar auf der Landstraße (D 417) durch das reizvolle Munstertal und zum Pass Col de la Schlucht (1139 m). Die Vogesenkammstraße Route des Crêtes führt weiter nach Süden, vorbei am 1424 m hohen Großen Belchen (Grand Ballon) und durch den Parc naturel régional des Ballons des Vosges bis nach Cernay.
Schweiz, Deutschland und die französische Region Franche-Comté umschließen den südelsässischen Sundgau, ein landwirtschaftlich geprägtes, von tausend Teichen durchsetztes, eher selten von Touristen besuchtes Gebiet, Karpfenangler und Fisch-Gourmets wissen aber längst um den Reiz der Region.
Ob Naturliebhaber, Kunstinteressierte oder Kulturbegeisterte, Leckermäulchen oder Weinkenner – das Elsass hält für alle ein vielfältiges Angebot bereit. Herzlich willkommen!
Hauptstadt Strasbourg (Straßburg)
Sprache Französisch, vor allem ältere Menschen sprechen außerdem Elsässisch und Deutsch.
Währung Euro (€)
Fläche 8280 km² (etwa halb so groß wie Thüringen)
Einwohner 1,92 Mio.
Verwaltung Seit einer Strukturreform 2016 ist das Elsass Teil des Grand Est (Großen Ostens), dem auch die Regionen Champagne-Ardenne und Lothringen angehören.
Religion 70 % Katholiken, 17 % Protestanten (meist Lutheraner), 5 % andere Religionen
Oft gehörtes Sprichwort »‘s Wassr loift nit d‘ Barri nuff« (meint: »Nur mit der Ruhe«)
Elsässischer Exportschlager Flammkuchen (»Tarte flambée«)
Darauf sind viele Elsässer besonders stolz Bugatti. Die von Bugatti gefertigten Fahrzeuge gehörten weltweit zu den erfolgreichsten Rennwagen.
Nationalheilige Hl. Odilia (Ste-Odile) ist der Legende nach auf der Hohenburg in der Gemeinde Obernai geboren; sie ist die Schutzpatronin des Elsass und als Heilige zuständig für das Augenlicht.
Malerisch am Flüsschen Thur liegt zwischen sanft ansteigenden Vogesenhügeln der Winzerort Thann, nur eines der vielen Bilderbuchstädtchen, in denen der Elsass-Reisende haltmachen sollte.
Fachwerk und Dorffeste, Berge und Burgen, rustikale Weinstuben hinter goldgelb leuchtenden Butzenscheiben: Mit heimeligen Winzerorten, mit hauchdünnen knusprigen Flammkuchen, »Coq au Riesling« oder frittiertem Karpfen (»Carpe frite«) trifft das Elsass in Herz, Bauch und Gedächtnis. Mit dem mächtigen Straßburger Münster und der riesigen Oldtimer-Sammlung in der Cité de l’Automobile von Mülhausen lässt es uns staunen. Oder schwärmen. Oder beides! Mit urigen Almen, dichten Wäldern und versteckten Badeseen hält es auch Orte bereit, an denen man schlicht die Seele baumeln lassen kann.
Elsässische Gastlichkeit
Französischer Pfiff und deutsche Portionen – ein richtiges Mittagessen im Restaurant ist im Elsass heilig. Entsprechend wichtig ist den Einheimischen auch die Mittagspause. Erstaunlich lange, bis ins Jahr 2016, waren daher in Straßburg öffentliche Parkplätze zwischen 12 und 14 Uhr gebührenfrei. Typische Vogesen-Gastlichkeit bieten die »Fermes-Auberges«, rustikale Bergbauernhöfe.
Winstub Zuem Strissel, Strasbourg Seite 25
Flammkuchen, »Baeckeoffe« oder »Coq au Riesling«
Cheval Blanc, Lembach Seite 37
Saisonale Spezialitäten und authentische Aromen
Ferme-Auberge Kahlenwasen Seite 96
In Luttenbach stehen Bergbauern an den Kochtöpfen
Museen und handwerkliche Traditionen
Das Elsass ist wertkonservativ. Traditionelle Berufe wie beispielsweise das Handwerk des Stellmachers, der Räder, Wagen und landwirtschaftliche Geräte aus Holz herstellt, präsentiert das umtriebige Ecomusée bei Ungersheim. Die früh perfektionierte Kunst, Stoffe und Tapeten zu bedrucken, zeigen das Musée de l’Impression sur Étoffes in Mülhausen und das Musée du Papier Peint in Rixheim.
Musée de l’Impression sur Étoffes Seite 106
Sehenswertes Stoffdruckmuseum in Mulhouse
Musée du Papier Peint, Rixheim Seite 113
Kunstvoll bedruckte Tapeten aus allen Epochen
Écomusée d’Alsace, Ungersheim Seite 114
Familiengerechtes Freilichtmuseum
Außergewöhnliche Kirchen
Von der tief verwurzelten Religiosität des Elsass künden seine Kirchen, Kapellen und säkularisierten Klöster – beispielsweise in Ebersmunster, in Thann und in Ottmarsheim. Ihre Spuren hinterließen Mönche, Reformation und Gegenreformation sowie die Französische Revolution.
Église St-Maurice, Ebersmunster Seite 64
Zeugnis des Vorarlberger Barockstils in Frankreich
Collégiale St-Thiébaut, Thann Seite 74
Wallfahrtskirche mit reichem Figurenschmuck
Sts-Pierre-et-Paul, Ottmarsheim Seite 113
Rares Juwel romanischer Baukunst
Burgruinen mit Panoramablick
Möglichst weite Sicht war der ausschlaggebende Faktor für den Standort mittelalterlicher Ritterburgen. Die meisten dieser auf Felsen konstruierten »Adlerhorste« wurden im Lauf der Geschichte geschleift; doch auch von den Ruinen bei Fleckenstein, La Petite-Pierre und Haut-Barr ist der Blick atemberaubend.
Château de Fleckenstein Seite 37
Klug konzipierte Festung, einst herrschaftliche Burg
Château La Petite-Pierre Seite 39
Gut erhalten: Burg von »Jerrihans« von Pfalz-Veldenz
Château du Haut-Barr Seite 45
Die Sicht beschreibt der Beiname »Auge des Elsass«
Bollwerke und Festungen
Mit dem achteckigen Bollwerk Neuf-Brisach genießt die von Sébastien Le Prestre de Vauban in der Rheinebene aus dem Boden gestampfte Militärstadt den Schutz der UNESCO. Wehrhaft präsentierten sich einst auch das Fort de Mutzig, von Kaiser Wilhelm II. errichtet, und das Städtchen Turckheim im Munstertal.
Fort de Mutzig Seite 57
Wilhelms größtenteils unterirdisch angelegte Festung
Festungsstadt Neuf-Brisach Seite 87
Vaubans schachbrettartige Bastion am Oberrhein
Turckheim Seite 92
Die Wehrtürme sind heute Wahrzeichen der Stadt
Moderne Kunst und alte Meister
Das Elsass besitzt eine große und vielfältige Museenlandschaft. Herausragende Kunstsammlungen finden sich etwa im Musée d’Art Moderne et Contemporain (MAMCS) in Straßburg, im Musée Lalique in Wingen-sur-Moder und im Musée Unterlinden im Herzen Colmars.
MAMCS, Strasbourg Seite 27
Zeitgenössische und moderne Kunst auf 5000 m²
Musée Lalique, Wingen-sur-Moder Seite 38
Kristallvasen, Lampen und gläserne Parfümflacons
Musée d’Unterlinden, Colmar Seite 79
Star der Sammlung: der berühmte Isenheimer Altar
Freizeitparks und Zoos
Kurzweilige Ziele für Familien mit Kindern und Jugendlichen, doch auch für jene, die das Kindesalter längst hinter sich gelassen haben, sind im Elsass zahlreich. Außergewöhnliche Erlebnisse versprechen sowohl die interaktiven Parks in Wesserling und Ungersheim als auch der Affenberg bei Kintzheim und der Zoo von Mülhausen.
La Montagne des Singes, Kintzheim Seite 62
Affenberg mit marokkanischen Berberaffen
Parc de Wesserling Seite 100
Erlebniswelt in zehn Hektar großem Schlosspark
Zoo de Mulhouse Seite 111
Landschafts- und Tierpark im Süden der Stadt
Le Parc du Petit Prince, Ungersheim Seite 114
Antoine de Saint-Exupérys »Kleiner Prinz« stand Pate
Fachwerk, Riesling, Butzenscheiben
Entlang der Elsässischen Weinstraße reihen sich die schönsten Winzerorte wie kostbare kleine Perlen auf einer Schnur. Besonders romantisch sind die Sträßchen und Gassen von Riquewihr, Kaysersberg und Eguisheim.
Riquewihr Seite 67
Türme, Torbögen, Restaurants und Weinstuben
Kaysersberg Seite 69
Frühere Reichsstadt mit Albert-Schweitzer-Museum
Eguisheim Seite 70
Ortskern mit kreisförmiger Bebauung aus dem 16. Jh.
Spaß für Kinder
Wehe, den lieben Kleinen wird es langweilig! Im Didi’Land bei Morsbronn-Les-Bains, im Hagenauer Nautiland und im Cigoland bei Kintzheim sind Eltern oder Großeltern mit Kindern, auch jüngeren Alters, auf der sicheren Seite: Hier ist in den Augen der Dreikäsehochs alles spannend.
Nautiland, Haguenau Seite 34
Aquapark am Ufer des Flüsschens Moder
Didi’Land, Morsbronn-Les-Bains Seite 38
Autoscooter, bunte Schiffschaukeln und Karussells
Cigoland, Kintzheim Seite 62
Barfuß-Wege, Einschienenbahn und Störche
Wunderwerke der Technik
Autoliebhaber verbinden den Begriff Technik im Elsass vor allem mit den Luxusfahrzeugen von Ettore Bugatti – 122 seiner Oldtimer sind Teil der Ausstellung in der Cité de l’Automobile in Mülhausen. Am gleichen Ort lohnt ein Besuch des Musée EDF Electropolis. Eine Kuriosität ist das Schiffshebewerk bei St-Louis-Arzwiller.
Plan Incliné, St-Louis/Arzviller Seite 46
Einzigartiges Schiffshebewerk im Tal der Zorn
Cité de l’Automobile, Mulhouse Seite 109
Größte europäische Oldtimer-Sammlung
Musée EDF Electropolis, Mulhouse Seite 110
Dem Abenteuer Elektrizität auf der Spur
Einkaufsfreuden
Kulinarischer Genuss wird überall im Elsass großgeschrieben – entsprechend üppig und vielfältig ist das Warenangebot. Besonders ergiebige Shopping-Streifzüge versprechen die Rue des Orfèvres (Juweliergasse) in Straßburg, der Hypermarché Cora in Colmar und der exotische Marché du Canal Couvert in Mülhausen.
Rue des Orfèvres, Strasbourg Seite 25
Naschgasse mit Feinkostläden in Hülle und Fülle
Cora, Colmar Seite 85
Hypermarché mit unschlagbarer Sortimentstiefe
Marché du Canal Couvert, Mulhouse Seite 109
Waren aus Afrika und Asien, Portugal und dem Elsass
Strasbourg ist Herzstück und Metropole Europas. Der elsässische Norden lockt mit ganz unterschiedlichen Landschaften
Straßburg ist mit 291.000 Einwohnern die größte Stadt des Elsass sowie der gesamten Oberrheinregion. Es ist Hauptstadt und damit Sitz des Regionalrats und des Regionspräfekten der Region Grand Est, Sitz der Präfektur des Département Bas-Rhin sowie zahlreicher europäischer Einrichtungen. Straßburg ist Universitätsstadt mit Studenten aus aller Welt und besitzt sowohl kosmopolitisches Flair als auch kleinstädtischen Charme.
Der Norden des Elsass hat seinen ganz eigenen Reiz. Da die Region weniger auf den Tourismus ausgerichtet ist als beispielsweise die Elsässische Weinstraße, hält sie auch weniger stark frequentierte Attraktionen und naturbelassene Landschaften bereit.
In diesem Kapitel:
Strasbourg Seite 18
Haguenau Seite 33
Wissembourg Seite 35
Niederbronn-les-Bains Seite 37
Musée Lalique, Wingen-sur-Moder Seite 38
La Petite-Pierre Seite 39
Maisons des Rochers, Graufthal Seite 41
Neuwiller-lès-Saverne Seite 41
Bouxwiller Seite 42
Saverne Seite 44
Château du Haut-Barr Seite 45
Plan Incliné, St-Louis/Arzviller Seite 46
Marmoutier Seite 48
Übernachten Seite 50
ADAC Top Tipps:
Cathédrale Notre-Dame (Münster), Strasbourg
| Dom |
Die eindrucksvolle, im romanisch-gotischen Stil errichtete Kathedrale ist das weithin sichtbare Wahrzeichen der von der UNESCO geschützten Altstadt Straßburgs. Seite 19
La Petite France, Strasbourg
| Altstadtviertel |
Das ehemalige, von mehreren Armen der Ill malerisch durchflossene Gerberviertel ist der zweitwichtigste Publikumsmagnet Straßburgs. Seite 26
ADAC Empfehlungen:
Théâtre de la Choucrouterie, Strasbourg
| Mundart-Bühne |
Die Mundart-Spielstätte entstand in einer Sauerkrautfabrik. Seite 28
Musée Tomi Ungerer, Strasbourg
| Museum |
Straßburgs etwas anderes Museum ehrt das Lebenswerk des bekanntesten elsässischen Künstlers. Seite 29
Cheval Blanc, Lembach
| Restaurant |
Das bekannteste Gourmet-Restaurant des nördlichen Elsass wartet mit saisonalen Spezialitäten auf. Seite 37
Musée Lalique, Wingen-sur-Moder
| Glasmuseum |
Alle Facetten der hohen Glaskunst René Laliques zeigt das seinem Werk gewidmete Museum.