Das große Gicht-Kochbuch - Sven-David Müller - E-Book

Das große Gicht-Kochbuch E-Book

Sven David Müller

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Beschreibung

Genuss statt Gicht! Die Ernährungsexperten Sven-David Müller und Christiane Weißenberger rücken der Harnsäure-Überproduktion kochend zuleibe, indem sie den Betroffenen und ihren Familien eine purinarme Kost im wahrsten Sinne des Wortes schmackhaft machen. Über 120 verlockende Rezepte für die ganze Familie haben sie zusammengetragen – jeweils versehen mit Nährwert- und Harnsäureangaben. Patienten und ihre Familien kommen so gar nicht auf die Idee, sie würden „Diät halten“ – sie verbinden einfach Leckeres mit Gesundem.

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EPUB

Seitenzahl: 130

Veröffentlichungsjahr: 2018

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Sven-David MüllerChristiane Weißenberger

Das große Gicht-Kochbuch

Sven-David Müller • Christiane Weißenberger

Das großeGicht-Kochbuch

■ Über 120 Rezepte für die ganze Familie mit Nährwert-und Harnsäureangaben

■ Die wichtigsten Ernährungsgrundsätze bei Gicht

Bibliografische Information der Deutschen Nationalbibliothek

Die Deutsche Nationalbibliothek verzeichnet diese Publikation in der Deutschen Nationalbibliografie; detaillierte bibliografische Daten sind im Internet über http://dnb.ddb.de abrufbar.

ISBN 978-3-86910-336-5 (Print)

ISBN 978-3-86910-337-2 (PDF)

ISBN 978-3-86910-777-6 (E-Pub)

Fotos:

Titelbild: mauritius images

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MEV: 79, 86, 122, 162, 179, 190

Ingo Wandmacher: 26, 28, 33, 36, 39, 40, 41, 42, 43, 55, 56, 59, 65, 73, 77, 88, 89, 93, 96, 101, 107, 121, 124, 127, 129, 133, 135, 143, 145, 147, 149, 153, 155, 171, 172, 175, 178, 183, 185, 189, 191, 193, 195

Abkürzungen:

3., aktualisierte Auflage

© 2015, 2018 humboldt

Eine Marke der Schlüterschen Verlagsgesellschaft mbH & Co. KG, Hans-Böckler-Allee 7, 30173 Hannover

www.schluetersche.de

www.humboldt.de

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Alle Rechte vorbehalten. Das Werk ist urheberrechtlich geschützt. Jede Verwertung außerhalb der gesetzlich geregelten Fälle muss vom Verlag schriftlich genehmigt werden.

Gestaltung: Schlütersche Verlagsgesellschaft mbH & Co. KG

Inhalt

Vorwort

Hyperurikämie und Gicht – was Sie wissen müssen

Richtig essen und trinken bei Hyperurikämie und Gicht

30 Tipps für das tägliche Leben

Rezepte

Frühstücksleckereien

Vorspeisen

Salate und Snacks

Suppen

Saucen, Dips und Dressings

Hauptgerichte

Hauptgerichte mit Fleisch oder Geflügel

Hauptgerichte mit Fisch

Hauptgerichte mit Ei

Vegetarische Hauptgerichte

Abendessen

Gebäck und Desserts

Rezept-Index

Rat und Tat

Autoreninfo

Vorwort

Liebe Leserin, lieber Leser,

was hatten Alexander der Große, Michelangelo, der Sonnenkönig Ludwig XIV., Kaiser Karl der Große, Maler Rubens, Dichter Goethe, Staatsführer Winston Churchill und der ehemalige bayrische Ministerpräsident Franz Josef Strauß gemeinsam? Alle litten an Gicht. Bereits Hippokrates war die Gicht bekannt. Auch Paracelsus hat in seinen Schriften über die Gicht berichtet.

Die Gicht galt früher als eine Erkrankung der Reichen. Das ist heute nicht mehr der Fall, allerdings tritt sie häufiger in Ländern mit einem höheren Lebensstandard auf. In Deutschland, Österreich und der Schweiz leiden Millionen Menschen an der Gicht, und die Zahl der Menschen, die einen erhöhten Harnsäurespiegel haben, ist noch deutlich höher.

Den erhöhten Harnsäurespiegel im Blut bezeichnet der Arzt als Hyperurikämie. Wenn der Harnsäurespiegel deutlich ansteigt, kommt es zur Auskristallisation von Harnsäure beispielsweise in Gelenken oder den Nieren. Die Beschwerden, die ein erhöhter Harnsäurespiegel auslöst, werden als Gicht bezeichnet.

Bei Hyperurikämie und Gicht spielt die Ernährungstherapie eine große Rolle. Kein Patient, der unter erhöhten Harnsäurewerten leidet, kann ohne eine harnsäurereduzierte Ernährung sein Leiden effektiv behandeln. Medikamente sind bei erhöhten Harnsäurewerten nicht immer erforderlich und sie können eine Ernährungstherapie auch nicht ersetzen. Durch die Einhaltung einer harnsäurearmen Ernährungsweise ist es jedoch möglich, die Medikamentendosis zu vermindern oder sogar ganz auf sie zu verzichten.

Vor allem der übermäßige Verzehr von Innereien, Fleisch und Alkohol führt zu einer erhöhten Belastung des Körpers mit Purinen. Im körpereigenen Stoffwechsel entsteht aus ihnen Harnsäure. Ein hoher Harnsäurespiegel wiederum führt zum Gichtanfall. Dagegen hilft nur eine dauerhafte Umstellung Ihrer Ernährung. Einer der wichtigsten Risikofaktoren für eine Erhöhung des Harnsäurespiegels ist Übergewicht. Aber auch eine extreme Ernährungsumstellung wie das Fasten kann einen Gichtanfall auslösen. Gichtpatienten und Menschen, die unter einem mäßig erhöhten Harnsäurespiegel leiden, profitieren sehr von einer modernen Gicht-Diät, wie sie in diesem Buch beschrieben wird.

Hyperurikämie und Gicht kommen oft zusammen mit Erkrankungen wie Diabetes mellitus Typ 2, Bluthochdruck und Fettstoffwechselstörungen vor. Der Arzt spricht dann vom metabolischen Syndrom. Das heißt nichts anderes als „der Stoffwechsel spielt durch Fehl- und Überernährung, Bewegungsmangel und genetische Faktoren verrückt“. In diesem Fall lautet die altbekannte Formel: Gewicht reduzieren und sich mehr bewegen.

In unserem Ratgeber-Kochbuch „Das große Gicht-Kochbuch“ haben wir abwechslungsreiche, kreative Rezepte mit hilfreichen Informationen zum Thema Gicht kombiniert. Unsere Gerichte schmecken lecker und helfen bei der Absenkung der Harnsäurewerte im Blut. Die Harnsäuremenge, die in den Rezepten enthalten ist, haben wir für Sie angegeben. Mehr als 120 Rezepte, die der ganzen Familie schmecken, bieten viele Anregungen und verführen zum Nachkochen.

Wir sind seit zwanzig Jahren in der Beratung und Schulung von Menschen mit Stoffwechselkrankheiten tätig und haben in dieser Zeit viele Erfahrungen mit Hyperurikämie und Gicht gesammelt. Wir freuen uns, wenn unsere Kenntnisse, Rezepte, Tipps und Tricks Ihnen bei der Bewältigung Ihrer Erkrankung helfen.

Lecker essen und gleichzeitig die Gicht bekämpfen und die Harnsäure senken -unter diesem Motto steht unser Kochbuch.

Ihr

Sven-David Müller, M. Sc.

Diätassistent und Diabetesberater DDG Master of Science in Applied Nutritional Medicine

Ihre

Christiane Weißenberger

Diät- und Diabetesassistentin DDG

Hyperurikämie und Gicht – was Sie wissen müssen

Was ist Hyperurikämie und was ist Gicht?

In Deutschland leiden etwa ein bis zwei Prozent der Bevölkerung, oft unerkannt, an Gicht. Von erhöhten Harnsäurewerten (Hyperurikämie) sind 20 Prozent der westlichen Bevölkerung betroffen. Hyperurikämie und Gicht sind sogenannte Wohlstandskrankheiten, die insbesondere durch ungesunde und reichliche Nahrungsaufnahme ausgelöst werden. Die richtige Ernährungsweise ist Grundlage jeder Behandlung von Hyperurikämie und Gicht. Eine Ernährungsumstellung kann nicht durch Medikamente ersetzt werden – die gute Nachricht lautet aber: Eine „Gicht-Diät“ hilft in vielen Fällen, auf Medikamente zu verzichten.

Vermutlich ist die Geschichte der Gicht so alt wie die Geschichte der Menschheit selbst. Der Begriff Gicht stammt wahrscheinlich aus der Volksmedizin des 12. Jahrhunderts, im Altangelsächsischen bezeichnete das Wort ghida den Körperschmerz. Über viele Jahrhunderte war die Gicht eine typische Krankheit der Reichen.

In kargen Kriegszeiten waren Gichterkrankungen selten, denn es gab kaum Fleisch und Alkohol. Dass Gichtanfälle überhaupt in Hungerzeiten auftreten, zeigt jedoch, dass die Gicht auch erblich bedingt sein kann. Ein angeborener Enzymdefekt ist dabei sehr selten, die häufigste erbliche Ursache ist eine Stoffwechselstörung. Als ernährungsbedingte Ursachen sind eine purinreiche Ernährung, hoher Alkoholkonsum, Überernährung und Übergewicht zu nennen.

Bei beiden Formen handelt es sich um eine Störung im Purinstoffwechsel. Purine sind Substanzen in der Nahrung. Da sie Bestandteile der Erbinformation jeder Zelle sind, kommen sie in fast allen tierischen und pflanzlichen Lebensmitteln in unterschiedlichen Mengen vor. In der Regel enthalten tierische Nahrungsmittel mehr Purine als pflanzliche, da Pflanzen über weniger Erbsubstanz verfügen.

Beim Abbau der Purine aus der Nahrung entsteht Harnsäure. Jeder Mensch hat Harnsäure im Blut. Die im Körper anfallende Harnsäure stammt aus zwei Quellen: aus den Nahrungspurinen und den Purinen, die beim Abbau körpereigener Zellen anfallen.

Bei manchen Menschen kann Harnsäure nicht in ausreichender Menge ausgeschieden werden. Ein erhöhter Harnsäurespiegel kann dann zur Bildung von Harnsäurekristallen führen, die sich vor allem in Gelenken, Nieren und Harnwegen ablagern. Je höher der Harnsäurespiegel ist, umso wahrscheinlicher ist das Auftreten von Gichtanfällen.

Von einer erhöhten Harnsäurekonzentration im Blut bzw. Hyperurikämie spricht man ab einer bestimmten Konzentration von Harnsäure, bei der eine Ausfällung, d. h. die Kristallbildung, beginnt und sich die Harnsäure nicht mehr auflösen lässt. Dieser Grenzwert liegt etwa bei 0,4 mmol/l bzw. 6,5 mg/dl Blut. Als Gicht bezeichnet man die Folgen der Kristallablagerungen.

Was bedeutet Hyperurikämie?

HyperZuvielurikHarnsäureämieim Blut

Formen der Gicht

Primäre Gicht

Mehrere Ursachen kommen für die Entwicklung der Primären Gicht infrage. Meist wird eine angeborene Neigung zu Gicht von äußeren Faktoren zusätzlich begünstigt. Kommen dann noch Risikofaktoren wie vermehrter Fleischkonsum oder der Verzehr anderer purinreicher Lebensmittel wie Hülsenfrüchte hinzu, erhöht dies die Wahrscheinlichkeit, dass Gicht entsteht.

Sekundäre Gicht

Die sekundäre Gicht entsteht aufgrund anderer Erkrankungen. Dies sind insbesondere:

■ Krebserkrankungen des blutbildenden Systems, z. B. Lymphome

■ Vermehrte Strahlenbelastung oder die Einnahme von Zellgiften wie bei einer Chemotherapie

■ Nierenkrankheiten

■ Erhöhter Milchsäurespiegel im Blut

■ Alkoholmissbrauch

Weit weniger als fünf Prozent der Gichtfälle sind angeboren. In diesen wenigen Fällen ist die Gicht eine Stoffwechselerkrankung, die immer und dauerhaft medikamentös behandelt werden muss.

Der Gichtanfall

Hyperurikämie und Gicht entwickeln sich etwa 20 Jahre lang still. Der Krankheitsausbruch erfolgt beim Mann meist zwischen dem 45. bis 60. Lebensjahr in Form eines schmerzhaften Gichtanfalls. Die „östrogengeschütze“ Frau hingegen muss mit einem Ausbruch der Erkrankung in der Regel frühestens mit 65 Jahren rechnen. Bis zu den Wechseljahren ist sie besonders gut vor erhöhten Harnsäurewerten und erhöhten Blutfettwerten geschützt.

Ab einem Harnsäuregehalt von 9 bis 10 mg pro 100 ml Serum ist in den meisten Fällen mit einem akuten Gichtanfall zu rechnen.

Die ersten Gichtanfälle treten in der Regel in Intervallen von einem halben bis zu einem Jahr auf. Es ist ebenfalls möglich, dass mehrere Jahre zwischen den einzelnen Gichtanfällen vergehen.

Was passiert beim Gichtanfall?

Vom akuten Gichtanfall sind häufig die Gelenke der großen Zehen betroffen. Diese Art des Gichtanfalls wird auch „Podagra“ genannt. Das Wort „Podagra“ kommt vom Steigbügel, denn mit einem akuten Gichtanfall im Großzehengrundgelenk kann man nicht in einen Steigbügel steigen, was früher durchaus wichtig war. Außer der großen Zehen sind häufig die Sprunggelenke und andere Gelenke betroffen.

Zu einem akuten Gichtanfall kommt es oft nach schweren Mahlzeiten mit viel Alkohol, denn durch das purinreiche Essen steigt der Harnsäurewert im Blut besonders stark an. Die scharfkantigen Harnsäure-Kristalle, die sich meistens schon länger in einem Gelenk gesammelt haben, reizen es schließlich so stark, bis es sich entzündet.

Zunächst schwillt das betroffene Gelenk an und schmerzt sehr stark. Es rötet sich entzündlich und wird so prall, dass die Haut glänzend gespannt ist. Durch den Druck, der von der Schwellung und der gespannten Haut ausgeht, wird das entzündete Zehengelenk noch mehr zusammengedrückt und der Schmerz steigert sich.

Auch das Allgemeinbefinden ist beim akuten Gichtanfall stark beeinträchtigt, man fühlt sich richtig krank. Fieber und beschleunigter Puls kommen oft hinzu und in vielen Fällen auch Kopfschmerzen. Ein akuter Gichtanfall dauert meistens etwa drei Tage lang an. Wenn man schon viele akute Gichtanfälle hatte und sich allmählich der chronischen Gicht nähert, hören die Schmerzen nach den Anfällen nicht mehr vollständig auf.

Hilfen während und nach einem Gichtanfall

Achten Sie auf ausreichende Flüssigkeitszufuhr von mindestens 2,5 Liter in Form von Mineralwasser, verdünnten Obstoder Gemüsesäften, Kräuter- und Früchtetees, Malzkaffee oder Light-Getränken. Vorsicht ist hingegen bei Fleischbrühe geboten, da diese extrem viele Purinkörper enthält. Gut geeignet sind vegetarische Brühen, die allerdings keine Soja-oder Hefeextrakte enthalten sollten.

Während des akuten Gichtanfalls ist neben der medikamentösen Therapie eine relativ streng purinarme Kost, die maximal 300 mg Harnsäure enthält, einzuhalten.

Wie Sie einem erneuten Gichtanfall vorbeugen können

Die Behandlung stellt eine Dauertherapie dar. Ihr Erfolg ist von der konsequenten Einnahme der verordneten Medikamente und der Einhaltung der in diesem Buch vorgestellten Ernährungsweise abhängig. Bei Unterbrechung der Behandlung kann der Harnsäurespiegel rasch wieder den Grenzwert übersteigen. Eine erneute Auskristallisierung der Harnsäure sowie ein Gichtanfall oder eine Nierenkolik können die Folge sein.

Die Häufigkeit eines Gichtabfalls und die gichtbedingten Folgen hängen sehr davon ab, wie vernünftig Sie sich nach den ersten Anfällen verhalten.

Harnsäureauskristallisation – welche Körperteile sind am häufigsten betroffen?

Gelenke: Die Harnsäurekristalle lagern sich in Gelenknähe ab und schädigen die Knochen und Knorpel. Das Endstadium stellen beispielsweise die typischen Gichtfinger dar, die stark verformt und bewegungseingeschränkt sind. Nach einem Gichtanfall ist das Gelenk wieder voll funktionstüchtig und belastbar. Wiederholt auftretende Gichtanfälle schädigen es jedoch im Laufe der Zeit und führen zur Arthrose.

Weichteile: Die Harnsäurekristalle lagern sich in den Weichteilen wie den Ohrmuscheln und den die Knochen umgebenden Geweben an, beispielsweise in Ellenbogen, Fingern und Zehen. Das Gewebe reagiert auf diese Kristalle wie auf einen Fremdkörper und kapselt diese ein, was als Gichtknoten bezeichnet wird. Die Bildung der im Volksmund auch als Gichtperlen bezeichneten Knoten verläuft in der Regel unbemerkt und schmerzlos.

Nieren: Die Harnsäurekristalle lagern sich zu 20 bis 40 Prozent in den Nieren oder den ableitenden Harnwegen als Harnsäuresteine ab. Diese Ablagerungen schädigen die Niere nachhaltig, fördern den Harnstau und können Infektionen auslösen. Harnsäuresteine können zu Nierenkoliken führen.

Die Medikamente

Colchicin ist bis heute das Mittel der Wahl. Es wird aus dem Samen der Herbstzeitlosen gewonnen und muss vom Arzt verordnet werden. Es wird nur bei starken Schmerzen und im akuten Gichtanfall verabreicht.

Da die Gicht auf einem Missverhältnis zwischen Bildung und Ausscheidung von Harnsäure beruht, ist eine dauerhafte Therapie notwendig. Die schwerwiegenden Folgen der Gicht lassen sich vermeiden, wenn frühzeitig und dauerhaft eine Senkung des Harnsäurespiegels erreicht wird und damit die schädliche Ablagerung der Harnsäurekristalle ausbleibt.

Medikamente können die Harnsäureausscheidung fördern oder die Harnsäurebildung hemmen:

■ Benzbromaron und Sulfinpyrazon erhöhen die Ausscheidung der Harnsäure über die Nieren und werden als Urikosurikum bezeichnet.

■ Allopurinol hemmt die Entstehung von Harnsäure und fördert gleichzeitig die Ausscheidung eines Zwischenprodukts des Harnsäurestoffwechsels. Der Mediziner bezeichnet Allopurinol als Urikostatikum.

Viele Patienten erhalten eine Kombinationstherapie aus Urikostatikum und Urikosurikum, die einander ergänzen. Der Arzt legt die Dosis der Medikamente anhand der Harnsäurewerte und der Nierenfunktion des Patienten fest. Die Medikamente müssen lebenslang eingenommen werden, um die chronische Erkrankung im Zaum zu halten.

Richtig essen und trinken bei Hyperurikämie und Gicht

Eine purinarme Ernährung ist Grundlage der Therapie von Hyperurikämie und Gicht.

Für Hyperurämiker sind viele pflanzliche Lebensmittel, Milch und Milchprodukte sowie Eier unbedenklich. Alle Lebensmittel, die wie Fleisch, Innereien und Wurstwaren zellkernreich sind, sollten auf maximal 100 g täglich eingeschränkt werden, denn die tägliche Harnsäureaufnahme sollte 300 bis 500 mg nicht überschreiten.

Welche Lebensmittel sind bei Hyperurikämie und Gicht geeignet?

Einige Lebensmittel sollten vermieden werden, da sie reichlich Purine enthalten. Viele andere Lebensmittel enthalten zwar Purine, aber nicht in dem Maße, dass Sie ganz darauf verzichten müssten. Viele Lebensmittel enthalten wenig oder gar keine Purine und sind daher für Ihre Ernährung gut geeignet. In der Tabelle können Sie leicht nachsehen, was sich für Sie gut oder in Maßen eignet und welche Lebensmittel Sie meiden sollten.

Gut geeignete Lebensmittel – purinfrei oder extrem purinarm

Anmerkungen

Wasser, Mineralwasser schwarzer Tee, Kräuter- und Früchtetee Kaffee (mit und ohne Koffein), Malzkaffee, Kakao, Obst- und Gemüsesäfte, Limonade und Colagetränke

Weiß- und Rotwein sowie Sekt

Bis zu einem Glas (150 ml) und nicht täglich

Milch (jede Fettstufe), Kondensmilch, Saure Sahne, süße Sahne

Bei Übergewicht: Fettgehalt der Milch nicht mehr als 1,5%Süße Sahne ungeeignet