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Cozy Crime für Leseanfänger Der erste Fall der unterhaltsamen Detektivserie um die Zwillingsschwestern Christie und Agatha Als Agatha versehentlich eine wichtige wissenschaftliche Entdeckung isst (versteckt in einem Sandwich!), beginnt für die Zwillinge Agatha und Christie ein Wettlauf mit der Zeit, um herauszufinden, wer den Ruf des berühmten Arztes Sir Alexander Fleming zu ruinieren versucht, und um seine wichtigste Erfindung zu retten. Zum Glück steht ihnen auch der weltbekannte Autor Sir Conan Doyle zur Seite. - Erster Band der neuen Krimi-Reihe für Leseanfänger - Cozy Crime mit Witz und 1920er-Jahre-Flair - Mit kleinem Infoteil zu den historischen Figuren - Super sympathische Charaktere und spannende Fälle in einfacher SpracheFortsetzung im Sommer 2025
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Seitenzahl: 46
Veröffentlichungsjahr: 2025
Cozy Crime für Leseanfänger
Als Agatha versehentlich eine wichtige wissenschaftliche Entdeckung isst (versteckt in einem Sandwich!), beginnt für die Zwillinge Agatha und Christie ein Wettlauf mit der Zeit. Sie versuchen herauszufinden, wer versucht, den Ruf des Arztes Sir Alexander Fleming zu ruinieren. Zum Glück steht ihnen auch der berühmte Autor Sir Conan Doyle zur Seite.
Der erste Fall der unterhaltsamen Detektivserie um die Zwillingsschwestern Christie und Agatha
Pip Murphy
Ein Beweisstück verschwindet
Band 1
Aus dem Englischen von Karolin Viseneber
Mit Illustrationen von Roberta Tedeschi
Ohne ihr Notizbuch ging Agatha nirgendwohin. Man konnte schließlich nie wissen, wann jemand etwas Interessantes sagte. Ihre Zwillingsschwester Christie ging ohne irgendein Technik-Spielzeug nirgendwohin, man konnte schließlich nie wissen, wann jemand etwas Langweiliges sagte.
Gerade wünschten sich beide Schwestern jedoch, sie könnten etwas aus ihren Taschen hervorzaubern. Sie saßen mit ihrer Mutter Clara und der älteren Nachbarin Mrs Trellis in ihrem gemütlichen Wohnzimmer, in dem der Duft von hausgemachtem Zitronenkuchen ihnen das Wasser im Mund zusammenlaufen ließ.
Christies Meinung nach war das ein wirklich großartiger Kuchen. Und auch die Gesellschaft ihrer Familie schätzte sie sehr. Mrs Trellis hingegen war der langweiligste Mensch auf Erden. Zu gern hätte Christie ihren Gyroskop-Kreisel hervorgeholt. Unauffällig sah sie auf die Wanduhr, die über dem Kamin hing, und konnte kaum fassen, dass gerade einmal zwanzig Minuten seit Mrs Trellis’ Ankunft vergangen waren. Das konnte nicht stimmen. Christie musste die Uhr später unbedingt auseinandernehmen und prüfen, ob sie richtig funktionierte. Sie war überzeugt davon, das gute Stück dieses Mal wieder richtig zusammensetzen zu können.
Agatha hingegen saß neben ihrer Schwester auf dem alten Sofa und hörte aufmerksam zu, was die Erwachsenen redeten. Sie hoffte, sich einiges davon merken und später aufschreiben zu können. Ihr Traum war es schließlich, Autorin zu werden, und Dialoge waren nicht gerade ihre Stärke. Genauso wenig, wie mit anderen Leuten zu sprechen. Was beides durchaus miteinander zu tun haben konnte, wie ihre Zwillingsschwester meinte.
»Agatha, Liebes!«, rief da Mrs Trellis mit dröhnender Stimme von ihrem Sessel neben dem Kamin aus.
Agatha fuhr zusammen. Mrs Trellis war schwerhörig, was dazu führte, dass sie oft sehr laut sprach. »Äh, ja, Mrs Trellis?«, antwortete sie.
»Du bist wirklich ein gutes Mädchen! Du erinnerst mich an meine eigene Kindheit. Damals hieß es oft: Kinder darf man sehen, aber nicht hören.«
»Uns würde man weder sehen noch hören, wenn wir rausgehen und im Garten spielen dürften«, murmelte Christie leise.
»Wie bitte?«, fragte Mrs Trellis argwöhnisch.
»Tja, seitdem hat sich einiges verändert«, schaltete sich ihre Mutter nun besonders laut ein. »Wir leben schließlich im zwanzigsten Jahrhundert. Wie viele spannende Dinge ich wohl verpasst hätte, wenn ich mich nicht mit meinen Töchtern unterhalten würde? Erst kürzlich hat Christie mir beeindruckende Dinge mit ihrem Experimentierkasten vorgeführt …«
»Ist das so?«, fragte Mrs Trellis und rümpfte dabei die Nase. »Natürlich ist es nicht meine Aufgabe, Ihnen zu erklären, wie Sie Ihre Töchter erziehen sollten, Mrs Parker, aber mit Chemikalien zu spielen, ist nun wirklich keine geeignete Freizeitbeschäftigung für junge Damen.«
»Nein«, stimmte ihre Mutter zu, der es allerdings vollkommen egal war, ob eine Freizeitbeschäftigung für junge Damen angemessen war oder nicht. »Noch ein wenig Kuchen, Mrs Trellis? Christie, sei doch bitte so lieb.«
Christie sprang auf und bot Mrs Trellis den Teller mit dem Kuchen an. Die grauhaarige Dame nahm mit eisiger Höflichkeit ein weiteres Stück entgegen. Ihre Meinung über die beiden Schwestern stand fest und davon ließ sie sich auch nicht abbringen: Sie mochte Christie nicht, da sie immer wieder unerlaubt ihren Garten betrat, um ein verirrtes Holzflugzeug zurückzuholen oder die Äpfel zu probieren, die vom Baum gefallen waren; Agatha hingegen mochte sie, weil sie genau diese Dinge nicht tat.
»Wie dem auch sei«, sagte Mrs Trellis, »so langsam sollte ich Ihnen wohl den Grund verraten, warum ich unangemeldet bei Ihnen aufgetaucht bin.«
Christie machte sich auf die nächste Beschwerde gefasst. Sie hat bestimmt den abgeknickten Ast am Apfelbaum bemerkt, dachte sie bedrückt.
Erstaunlicherweise wandte sich Mrs Trellis jedoch ihrer Zwillingsschwester zu.
»Ich habe heute eine ganz besondere Überraschung für dich, Agatha«, sagte sie freudestrahlend.
Dann sah sie Christie an, als wartete sie geradezu auf die Frage, warum die Überraschung nicht auch für sie galt.
»Vielen Dank, Mrs Trellis«, sagte Agatha, ein wenig nervös bei dem Gedanken, was ihre Nachbarin sich wohl unter einer ganz besonderen Überraschung vorstellte.
»Mir ist eingefallen, dass deine Mutter einmal erwähnt hat, wie gerne du Schriftstellerin werden möchtest. Nun ist es so, dass eine liebe Freundin von mir zu Besuch ist und morgen Nachmittag eine Teeparty veranstaltet, zu der sie auch einen bekannten Autor eingeladen hat. Deshalb habe ich mir gedacht, du wärst sicher gern dabei.«
»Oh!« Das klang wirklich gut. Zumindest, wenn sie den Mut aufbringen würde, mit ihnen zu reden.
»Wunderbar!«, sagte ihre Mutter. »Das wird sicher sehr aufregend, nicht wahr, Aggie?«
»Ich befürchte, er ist eher der selbstgefällige, moderne Typ Schriftsteller«, sagte Mrs Trellis entschuldigend. »Vermutlich hast du noch nie von ihm gehört. Er ist Schotte. Das wird eine richtige schottische Invasion, da Mr Fleming auch kommt. Nun ja, er heißt wohl Sir Conan Doyle.«
Fast hätte Agatha sich an ihrem Kuchen verschluckt. Conan Doyle? Sir Arthur Conan Doyle? Der Verfasser der Sherlock-Holmes-Bücher? War sie tatsächlich gerade dazu eingeladen worden, den Meister des Kriminalromans kennenzulernen? Sie konnte ihr Glück kaum fassen.
»Ich weiß«, sagte Mrs Trellis, die Agathas Erstaunen als Entsetzen wertete. »Nicht gerade ein Klassiker wie Jane Austen oder die Brontës, aber die meisten guten Schriftsteller sind nun einmal tot. Ich verstehe natürlich, wenn du lieber nicht dabei sein möchtest.«