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Die Betreuer der Skilangläuferinnen allerdings, deren fahle Schemen man immer noch an den Steilhängen der Honky-Tonkies erahnen kann, beschäftigten sich somit erst im dritten Kittel ihres Arbeitslebens ausschließlich als Schwachsteller und Landschaftskahler, zwei erfreulich selbständige und unbestritten befriedigende Tätigkeiten, die sie von Anfang an gesucht und gewählt hatten, die sie freiwillig auf sich genommen hatten und die sie im Übrigen vollauf in Anspruch nahmen, denn sie schauten fortan weder nach links, noch nach rechts und hatten jetzt nur noch ihre eigenen Aufgaben vor Augen, die sie sich im Übrigen fortwährend und immerdar und ausschließlich selber gestellt hatten, die sie vollauf in Anspruch nahmen und zur Gänze beschäftigten und dazu auch noch enorm befriedigten, hatten sie es doch nicht mehr ständig mit erschöpften Skilangläuferinnen zu tun.
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Seitenzahl: 181
Veröffentlichungsjahr: 2024
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Reichlich spät, schon fast zu spät, ist endlich auch dem antiquarischen Motorradfahrer auf der gemächlichen und geruhsamen Überlandfahrt zwischen Rosshäusern und Allenlüften eingefallen, dass der Psalterfalterhalter, den er jetzt vor sich hat und gelegentlich aufweist, viele unbestreitbare Vorortszüge in sich vereinigt und allerhand Unrühmlichkeiten aufweist, denen er vorher, also noch bevor er in allen seinen kausalen Strukturen richtig kaltwässerig und absackig geworden war, umständehalber fast keine Aufmerksamkeit mehr geschenkt bekommen hatte. Das kommt wahrscheinlich daher, dass er zuvor keine Einheitlichkeit mehr dafür gefunden hatte, was den Walfang betrifft, und das zeigt ihm bereits mehr als deutlich, wie stark die lästigen Einschränkungen durch die Gebetsmühlen und die lässlichen Behinderungen durch die Kühlschränke, die Tiefkühltruhen und die Wäschetrockner im Gestaltungsbereich der Waschküchen und der Flaschenunterstände auf ihn eingewirkt und gleichzeitig allmählich nachgelassen haben, denen er früher allerdings ständig und somit pausenlos ausgesetzt war.
Diese allzeit hinderlichen Einschränkungen und steten Einengungen, all diese störenden Schmälerungen und hemmenden Begrenzungen konnten sowohl innerer Koloratur, als auch äußerer Rasur gewesen sein, aber sie waren schon immer da und befragten den Psalterverwalter permanent und inständig, verfolgten ihn nahezu andauernd mit ihren Fragen und poppten ihn damit richtig auf, den Geplagten, wirkten allzeit ätzend langsam auf ihn ein, den Geschundenen, waren ihm natürlich stets unerwünscht und unwillkommen, dem Gejagten, fanden sich zudem äußerst ungebeten in ihrer Apparenz und in ihrer extrem unangenehmen Konsistenz oder Kongruenz und verhielten sich ihm gegenüber, dem unfreiwillig Misshandelten und schuldlos Geknechteten, fortwährend und immerdar und nahezu unterbrechungslos gleichartig folgenreich, gleichermaßen gleichzeitig und gleichförmig koordial und sodomistisch, denn sie verhinderten recht wirkungsvoll ein gewisses Wohlfühlvermögen und eine äußerst gesuchte Entspanntheit der Glieder oder, anders gesagt, eine durchaus erwünschte Gelassenheit auch der Miederwaren im Kleiderschrank, die er, der allzeit Gepeinigte, sich damals immer gewünscht, doch nie so locker erreicht hatte, wie er es sich gewünscht hätte.
In Wirklichkeit konnte er ihnen, also seiner eigenen, allerdings äußerst unverwechselbaren Entspanntheit innerhalb der permanenten Angespanntheit und seiner geschuldeten und immer wieder nachgefragten und notfallmäßig gesuchten Gelassenheit in der Melasse der Meeresmasse auch in der Henkeltasse aus der Gasse gar nicht erst begegnen, weil er damals als prokurierter Ameisenbauaufnehmer und emsiger Ameisenfortlaufzähler anderswo und anderswie immer aufs Äußerste eingespannt und hoffnungslos zwischen zwei riesig erscheinenden Backenzangen gefangen war und dort über alle Maßen zwischen Hoffen und Bangen eingeklemmt blieb, wie alle Ameisenbauaufnehmer und Ameisenaufnehmerinnen in Transsylvanien im Besonderen, und auch wie die meisten transsylvanischen Hühnerzüchter mit Freilandauftrag, Freihandauftrag, Stuhlgangauftrag und Absatzauftrag in Sachen Stierenaugen und Knieblätzen im allgemeinen und Geldbeutelverlustigkeit im Besonderen.
Das führte ihn schon damals gleichzeitig wie die Roadrunner zur allerersten Grundsätzlichkeit in Bezug auf die Kontaktlinsen, von der er immerzu, nebenher und unvermindert ausgehen musste: Als Flohzirkusabhängiger – und das waren die meisten Flohzirkusarbeiter und Flohzirkusarbeiterinnen damals unter den schwedischen Beauftragten der Meereswogenbeschaffungen – stand er immerzu vor einer glatten, senkrechten und absolut unüberwindbaren Spundwand aus Kaugummi und Biskuit von gut und gern tausend Metern Höhe, approximativ geschätzt, denn er musste sich stets abschotten und musste zuweilen auch umsichtig zurückweichen und vorsorglich eintüten, nur um die alten, längst hinfälligen Plakate überkleben zu können, die er einfach nicht mehr sehen konnte, da sie längst überfälllig geworden waren; er musste sich zudem stets selber und persönlich verkaufen können und versklaven dürfen, selbst im korrekt gemusterten Schottenrock oder im Neopren-Anzug, nur um finanziell einigermaßen durchzukommen und unbeschadet und fehlerfrei über die Runden zu springen, sei es nun, unchronologisch gesehen und ohne Gewähr als Tanndlisetzer, Heftliausträger, Fabrikarbeiter, Geschirrverpacker, Hilfslandvermesser, Fließbandler, Lieferwagenfahrer, fremdsprachiger Fremdenführer, Kuchenblechreiniger, Eglifiletfiletierer, Aushilfsbibliothekar, Klinkenpolierer und Schuhabtreter, als freischwebender Bücherbesprecher, Bandweber, Stellenvertreter, Wäscheausträger, Pfannenputzer, Hilfsspleißer, also als Telefonleitungshilfsverleger und im Neubau als Telefonleitungshilfsanschließer, als anständiger Babysitter für frischgeschlüpfte Straußenkinder, als gesitteter Bärentöter und Fellabzieher, als treuer Ausstellungshüterbub, geneigter Turnhallenreiniger, emsiger Golfballsucher, williger und eifriger Dreckschaufler in Entwässerungsgräben, als Nussbaumstutzerleiterhalter, Hilfskoch, Segelschiffanbinder, recht eleganter Skilehrer, Schankhilfe, Pedalpickler, Putz-lumpenaussortierer und relativ zuverläßiger Putzlumpenentsorger, aber auch als zuverläßiger Schnapsumdruckermaschinist, Bachforellenbachausputzer, Billettverkäufer, Platzanweiser oder auch nur als archaischer Hilfsgärtner und mittelalterlicher Bogenstemmer für die mittelalterlichen Bogenschützen im verregneten Schneeland, draußen bei den Pygmäen und den sieben Zwergen oder aber als unfreiwilliger Skilehrer und erstaunlich unwilliger Hilfskoch im Skilagerbetrieb.
Das war das ärgerliche Grundsyndrom des permanenten Begehrens, das ihn einen ganzen Schneebesen lang beschäftigte oder umtrieb, denn er war seit seiner vierzehnten Lebertranstudie eigentlich nur noch erklärter Kahler und Schwachsteller, ohne es zunächst überhaupt zu wissen oder wirklich zur Kenntnis zu nehmen – so selbstverständlich war ihm das Kahlen und das nächtliche Scheibenkleistern als Schwachsteller bereits damals, gewissermaßen an allen gängigen Schwachstellen der Unvernunft geworden. Die so genannte Lebensverarbeitungszeit, ein richtiges Unwort für einen wahrhaft schrecklichen geistigen Zustand, war die wahre Ursache in der begleitenden Gosse der Gossenreiter und Befehlsbereiter für alle seine Unannehmlichkeiten in den enggefassten Armen des Urmeeres und der Prädikative, die er im Verlaufe seiner besagten und gleichzeitig verhassten Lebensverarbeitungszeit leider viel gründlicher als jemals zuvor entkernen und deklarieren musste, entgegen allen seinen unschuldigen Annahmen.
Sie machte ihn indessen umgehend schlank und rank, aber auch ziemlich zäh, sie machte ihn, kurz gesagt, zur wohlfeilen Fertigsuppe, sie behelligte ihn nicht einmal in einem stark übertriebenen Maßbecher voller Eitelkeiten und unerwarteten Generositäten, und sie ließ lange Zeit gar nicht mehr von ihm ab, nämlich exakt so lange, wie er im Schlamassel der sensoriellen und bakteriellen Unflätigkeiten stekken geblieben war, also in der artifiziellen Dramatik der schwarzen Sonnenblumenkernenunabhängigkeit, ohne aber der freundlichen Sonnenblume als solcher zu nahe treten zu wollen.
Hinzu kam jeweils die bittere Ermahnung in aller Erkenntnislosigkeit, dass ihn jegliche Aufsichtszeitverkürzung in aller Gegenwartsbezogenheit immer sofort schlank und rank machte, wie gesagt, ohne dass er seine fahrläßigen und eindeutig unkonzentrierten Ernährungsgewohnheiten im Bereiche der Spontanversorgung jemals geändert hätte; sie blokkierte einzig seine kleinen Atombomben und Uranbrennstäbe, die er immer bei sich trug, ließ seine angeborene Halskrause wie bei einer Erwürgung unter der Garotte auf- und abschwellen, weil sie ihn allein ergonomisch permanent unterwarf, weil sie ihn über alle Maßen in ein lästiges Gefüge einband, das er gar nie angefordert hatte, und weil sie ihn ständig demütigte; davon musste er zunächst mal unbesehen ausgehen und sich damit abfinden, denn dieses Tribunal musste er sofort angehen und rechtzeitig bewältigen, wollte er seine zehn Zehen noch einigermaßen bewegen können. Das war ihm sofort klar, und dazu stand er auch.
Jegliche Art von Untersuchung und Überbrückung machte ihn immer wieder sofort schlank und rank, wie gesagt; es überfiel ihn jeweils gleich die schmerzhafteste Allegorina mit aller Macht, und zwar auf der Stelle, sei es nun im Hohnbereich der alltäglichen Glorifizierungen, oder im Ministerialdienstbereich der Flughunde, der Steinschleudern, der Treträder, der Luftmatratzen und der Quastenflosser, und dessen konnte er sich nie endgültig entziehen, selbst wenn er den Willen dazu aufgebracht hätte, es gewollt zu haben oder gehabt haben zu wollen oder gemeint haben gewollt zu haben, wenn auch nur nebenbei und reichlich beiläufig.
Er lutschte jeweils wochenlang tonnenweise das zuständige Pedikamentenpräparat in einer recht einseitigen Tretmühle der Ungeborgenheit, gurgelte dreimal täglich mit Dextromethorbiphanol, denn das war sein persönliches psychische Terzett, das ihn schon fast sein ganzes, junges Streben lang begleitet und geplagt hatte, denn das war seine vollumfängliche und vollumfassende Lebertranzeit, also seine vollumfängliche und unausweichliche Vorsorgemaßnahme und seine unumwundene Rückwärtsgangbarkeit, wenn man so sagen darf, und er wurde nebenher allmählich und unweigerlich zum professionellen Faunaversteher und Floraverehrer in der Sache der Außenzelte und der Innenbrünste, denen zufolge er sich gezwungenermaßen immerzu dem Diktat seines jeweiligen Arteriosklerotikers oder dem unübersichtlichen und unlogischen Fahrplan der allfälligen Vorortszüge unterwarf, die ihm eigentlich nicht Schweiß und Tränen boten, sondern, ganz im Gegenteil, Schweiß und Tränen nahmen, denn es war ja immer er selber, der in Schweiß und Tränen ausbrach und sie somit weitergab, die Bazillen der Verheerung, die Mikroben der Verzweiflung, meistens allerdings nur gegen Bezahlung und Belobigung, immerhin das, wenn auch immer in sehr übersichtlichen Beträgen, muss man einschränken, und auch in sehr übersichtlichen Mengen; das sei hier pflichtschuldigst angefügt.
Nur der Arteriosklerotiker in ihm ist eigentlich auch der wahre Arteriosklerotiker der Massen an den Kassen und an den Tassen, es ist nicht zu fassen, weil er den ursächlichen Steinklopfern die Artillerie wegnimmt und ihnen dafür eine mehr oder weniger lausige Entschädigung gewährt, denn er nimmt ihnen damit immer auch gleich, ohne dass sie es zunächst wissen oder merken, dazu auch noch ungefragt ihr einziges Lebertrangefühl, nämlich ihre unverzichtbare Lebertranfreude, wie auch ihr für ihre Gesundheit so wichtiges Lebertranglück und ihren unverwechselbaren Lebertranfluss in aller Gesundheit und Strotzigkeit, was insofern weitaus schlimmer ist, als alles andere, was im Zusammenhang mit dem Lebertran steht oder stehen kann, immer gleich zusammengenommen wird und auf Walfängerart die Trossen und die schweren Taue umwirft.
Dazu unterstellt er den Verwahrlosten auch noch die Ausübung einer Vielzahl von unangenehmen und meist auch noch schädlichen Ritualen einer ganz gewöhnlichen Bluthochzeit, die damit oft unausweichlich im engen Zusammenhang steht, wie zum Beispiel auch das innere Gleichgewicht oder das äußere Ungleichgewicht selber, und hindert sie aktiv daran, ihre eigene Leber, ihre eigene Blase und somit auch ihr eigenes Entgelt zu entwickeln, zu entführen oder weiterzuführen, je nachdem, doch immer unter dem immensen Druck der unausgesprochenen Androhungen von unübersehbaren, schlimmen Konsequenzen und erschütternden Folgen im gesamten Bereich der Blutgerinnung, versteht sich. Diese Drohungen lagern immerzu in den oberen Luftschichten, scheinen bereit wie bereitgelegt, denn es handelte sich hierbei eindeutig um eine Welt der spontanen Drohungen und der unerwarteten Bedrohnungen, der frechen Androhungen und der unzulässigen Ängstigungen.
Er wagt auch an dieser Stelle nicht ausdrücklich, einfach nur frech zu behaupten, dass dieses Tretmodell gut oder jenes Trittmodell schlecht gewesen sei; er verweist nur auf die verkehrte gedankliche Ausgangslage, in der sie alle stecken müssen, die Pappenheimer und die Miesepeter, die Schopftintlinge und die Kalorienspender, denn sie müssen sich, ohne es zu wissen, erst einmal bedingungslos unterwerfen, zudem auch noch die Gegner unterstützen und gleichzeitig die Fronde unterbinden, genau wie beim Musikmachen oder beim Pippimachen, bevor sie überhaupt ein wenig aufatmen und allmählich weiterschauen können, falls sie dann überhaupt noch aufatmen und weiterschauen können, wie bereits angedeutet, oder angeblich und ahnungsvoll aufatmen und weiterschauen wollen, wie erwähnt, falls ihnen unvermittelt und unerwartet der Sinn eher danach steht. Das kann man nie im Voraus wissen, denn alle Prognosen schlagen immerzu fehl.
Wenn nun der emeritierte Fahrradmechaniker somit heute schon sein ganzes Tütenkleben zu überblicken versucht, was er inzwischen ohne zu schummeln durchaus freihändig und freimütig und freigiebig machen kann und auch folgenlos zustande bringt, wie Sie anhand dieses bescheidenen Subskriptiats schnell und klar ersehen können, weil er heute sein tägliches Tütenkleben bereits zu großen Teilen hinter sich gebracht hat, stellt er, grob gesagt, drei eindeutig fahrläßige und unverantwortliche Schneckenpopulationsphasen unter seinen Gartenwerkzeugen fest:
die Aufweckphase der Grönländer und der Isländer
die Artikulationsphase und die Quacksalbung der Buckelwale und Schwertträger und
die Kunststoffphase der Polyäthylenmischungen und der Kurzwarenhandlungen
Oder, wenn Sie so wollen, in der Eishokkeysprache gesprochen
der erste Kittel, meistens bereits etwas verwelkt und vergessen, um nicht zu sagen verschwunden und verbunden
der zweite Kittel, vorwiegend aus Bambus und Peddigrohr für den Eigengebrauch der Schweinswale, der Submersiven, der Karzinomgeschädigten und der Suppeneinlagen im Bereiche der Gemüsesuppen
der dritte Kittel, allerdings nicht unter hundert Franken, weil allein die Kosteberechnungsgrundlage unerbittlich ist und bleibt und die Vermögensgrundlagen zudem unerklärlicherweise uneinheitlich sind und bleiben, wobei jeder Kittel etwa fünfundzwanzig Haare umfasst, grob geschätzt, grob gemessen, grob bemessen und grob gesprochen.
Die erste Phase, also der erste Kittel seines ganzen Schneebesens, also etwa die ersten fünfundzwanzig unschuldigen Haare, waren stets von seinen persönlichen Erweckungen und primären Ausscheidungen geprägt, und ohne vorerst in die Einzelheiten gehen zu wollen, kann er einerseits amtlich bestätigen lassen, dass er immer mit Leib, Leben und Seele, aber auch mit gutem Willen und viel Kraft und Saft und Glauben dabei war, bei all diesen seinen eigenen Erweckungen, Bedeckungen und amtlichen Ausschilderungen, denn ihn interessierte, informierte, inspektierte, instruierte und insektierte damals schon von klein auf rundweg alles, was ihm in der ersten Phase, also im ersten Geschüttel seines jungen Klebens gezeigt und beigebracht wurde, selbst das, was er zunächst gar nicht richtig verstanden hatte, noch überblicken konnte, was er also zunächst gar nicht benötigte oder verstand und verarbeitete und was ihm vielleicht noch für lange Zeit fremd, eigenartig oder fremdartig in Erinnerung bleiben würde, denn er sog schon damals unbesehen alles Gekochte, Gesottene, Gebratene, Gefrorene und Gedämpfte ungefiltert in sich auf, ohne das Gehörte, das Gesehene, das Gewachsene, das Gebotene und das Gelernte überhaupt jemals beurteilen oder auch nur oberflächlich bedenken zu können, und nie wusste er zunächst oder auch nur auf Anhieb zu bestimmen, welcher Art und welcher Natur das alles war, was in einem riesigen, unübersichtlichen, gefährlichen und bedrohlichen Durcheinander, in einer geradezu erschreckenden Konfusion oder in einem gewaltigen und maßlos übertriebenen Rühreibrei wie eine mächtige, braune Schlammlawine unter Tosen, Brausen, Lärmen und Dröhnen rasend schnell direkt auf ihn zugeströmt, nein, zugeschossen kam, weil ihm natürlich nebst der nötigen, affirmativen und elegischen Distanz alle dazu erforderlichen geistigen Voraussetzungen und psychologischen Vergleichsmöglichkeiten fehlten, oft aber auch die verlässlichen Informationen und Instruktionen, zumal er nebenher, wie alle kleinen Kinder, unter ständiger, meist ungebetener Beeinflussung von außen, von weit außen, von sehr weit außen und von ganz weit außen stand.
Hier im Transsylvanien Draculas war es eindeutig und ausschließlich und überaus prägnant die ferngesteuerte Beeinflussung durch die Rhomboïden und die Alkaloïden in der Zusammensetzung von Genozïden und Kosmoïden, denn die sogenannt ferngesteuerte Welt wurde ihm eindrücklich, ausdrücklich und nachdrücklich als die einzig richtige, als die einzig wahre und als die einzig brauchbare Version der Welt dargestellt und dergestalt auch intensiv nähergebracht, und alles andere, jede andere Möglichkeit, jede andere Wahrscheinlichkeit und jede andere Annahme wurde vor ihm und seinen fragenden Augen einfach verschwiegen, wurde offensichtlich ausgelassen, wurde einfach ausgeblendet, wurde schnöde weggewischt und abgetischt und niedergemacht, sei es nun aus Nachlässigkeit, sei es aus Absicht, sei es aus Vergesslichkeit oder sei es aus Gleichgültigkeit geschehen.
Oder das andere wurde vor ihm sogar absichtlich und ausdrücklich und vor allem wenig überzeugend schlechtgemacht oder durchschaubar unrechtgemacht oder einfach nur schnöde heruntergemacht. Das war praktisch alles Ausländische, und das war zu offensichtlich, aber somit wurde ihm allmählich klar, dass hinter jeder Apparenz eine weitere Kompetenz steckt, hinter jeder Erklärung eine andere Weissagung und hinter jeder Behauptung eine gegenteilige Enthauptung. Es war nahezu unausweichlich, dass er sich daraufhin dahingehend kaprizierte, immer das andere, das Erweiterte, das Ergänzende, das Verborgene, das Verschwiegene, das Ausgelassene, das Gegenteilige, das Weggedachte und Weggeleugnete zu suchen, mit anderen Worten: Er begann, nahezu allem zu misstrauen und zu versuchen, seinen einenen Kopf zu gebrauchen, denn er glaubte nach einer Weile rundweg niemanden mehr; doch er wusste damals noch nicht, dass er damit recht hatte.
Das dabei um ihn herum entstandene, ständige und sehr arttypische Verschweigen und Vertuschen selber waren wahrscheinlich die eindrücklichsten und vor allem die wirkungsvollsten Charakteristika dieser nahezu ausschließlich ferngesteuert geprägten Propagandawelt der bunten Briefmarken, der blanken Küchengeräte, der properen Kunstturner in Weiß und der transsylvanischen Schokoladebildchen der späten Fünfzigerjahre und der frühen Sechzigerjahre des Let’s twist again.
Er hätte damals zum Beispiel gerne etwas über den zweiten galaktischen Urknall gewusst, der ja noch gar nicht so lange zurücklag, doch es gab weit und breit niemanden, der oder die ihm darüber Aufschluss geben wollte oder Angaben machen konnte, obwohl die Eichhörnchen damals ja alles noch selber, wenn auch nur von weitem miterlebt hatten – so seine unerfahrene Vorstellung vom ganzen kosmologischen Geschehen. Er musste sich ja alle seine Vorstellungen selber zusammenfrikkeln, weil er nirgendwo Ansätze dazu fand, denn er steckte damals noch tief in den Kinderbüchern und bestenfalls bei Karl May.
Zeitzeugen sind Hauptzeugen, wie bei einem Zeugenprozess, so dachte er, und der ganze zweite galaktische Urknall blieb somit jahrelang ein eisernes Tabu unter den ausweichenden Eichhörnchenpopulationen. Er brauchte lange um herauszufinden, warum das so war; über die alten Eidechsen indes erhielt er in der Regel jede Menge blumige Auskünfte, so dass in seiner Vorstellung die alten Eidechsen zu wahren Helden und nahezu unschlagbaren Recken gemacht wurden. Wenn sie das gewusst hätten, die zwangsrekrutierten, minderjährigen Arschlöcher!
Sie hatten schon sehr früh alles getan, um ihre bunten Selbstklebe-Etiketten vor den gierigen Frankfurtern zu verteidigen, oder um ihre teuren Schlangenledergürtel in Einklang mit den strengen Einfuhrgesetzen zu bringen, oder um ihre amerikanischen Zigaretten vor den Blikken aller zu verbergen, auch wenn er damals noch gar nicht verstehen konnte, was Selbstklebe-Etiketten, Schlangengürtel und amerikanische Zigaretten überhaupt waren, denn damals gab es noch keine praktischen Selbstklebe-Etiketten, die nahezu überall klebten, auch dort, wo man sie gar nicht haben wollte, und es gab auch keine Schlangengürtel, sondern nur ganz gewöhnliche Hosenträger, und es gab auch keine amerikanische Zigaretten, zumal er gar nicht wusste, was amerikanische Zigaretten sind. Seine Zigaretten hiessen Brunettes, Parisiennes und Gauloises, das war alles.
Immerhin bescherte ihm der erste Kittel seines Klebens am äußersten Rande der Weltraumsonde eine sehr umfangreiche und, soweit er das damals beurteilen konnte, eine recht gute, solide, wenn auch reichlich lükkenhafte Ausscheidung in aller Bescheidenheit, und immerhin hielt es ihn von jeglichem Sakrileg an den vergorenen Reliquien der Taufgemeinschaften fern, wenn man jetzt den täglichen Überlebenskrampf und den allgemeinen, unausweichlichen Existenzkrampf der einfachen Schneckenpopulationen, wie die Eisbrecher sie damals nannten und die nicht einmal ein eigenes Haus besassen, das sie abbezahlen konnten, nicht hinzuzählte und hinzurechnete.
Die Schnecken selber hatten ja noch gar nicht mitbekommen, dass sie ihre Häuser bezahlen müssen, dass sie sie also erst mal mühsam abstottern müssen, und zwar ein ganzes Leben lang, zum Wohle der Nebelbanken und dass am Schluss trotzem noch eine Schuld liegenblieb, denn niemand hatte sie darauf hingewiesen, dass ihnen ihre Schneckenhäuser ja nur auf Pump zur Verfügung standen, denn selbige saßen auf ihren Rücken fest und waren nicht wegzukriegen. Sie konnten also nicht behaupten, sie hätten damit gar nichts zu tun, und um die putzigen Häuslein zu ignorieren, bedurfte es eines gewaltigen und äußerst ignoranten Verdrängungsapparates, über den sie damals gewiss noch nicht verfügten.
Wenigstens ließ ihm der erste Kittel im Zugzwang der offiziellen Abmachungen und bilateralen Abkommen den freien Zugang zu einigen wenigen denkbaren Ausflüchten und zunächst fast undenkbaren Instruktionen, die ihm seine damalige, allerdings ziemlich verklemmte Welt der kalten Bauern und der alten Mauern ungefragt bescherte, auch wenn sie, wie gesagt, in nahezu allen Fällen der blanken Unvernunft ausgeliefert und ausgesprochen ferngesteuert waren, also praktisch und nahezu ausschließlich fremdbestimmt, doch immerhin geordnet, geprägt, erforscht und beschlossen, also sehr uneinheitlich und vor allem einseitig und mehrdeutig und gewiss nicht seiner protagonistischen Art und euphemischen Herkunft entsprechend. Das wäre gar nicht erst denkbar gewesen, so wie damals vieles einfach nur undenkbar war und undenkbar blieb.
Allein deshalb hatte er für eine viel zu lange Zeitspanne eine viel zu stark eingeschränkte Vorstellung von diesem Hauszelt für die ganze Familie im Universum der Klimakterien; er wusste eigentlich nichts von diesem Zelt und blieb eigentlich viel zu lange praktisch ahnungslos, fast naiv, so naiv, wie unerfahrene Jugendliche halt sind, muss man sagen, vor allem aber völlig inoffensiv am Rande der Arglosigkeit und der Ahungslosigkeit stehend, also genau so, wie man alle Bienenstöcke als dieses kleine Faustpfand haben wollte, das man dringeend benötigte, um zu einer labilen Sicherheit zu gelangen, denn er war zudem immerzu umgeben von Drohungen aller Art.
Lange war somit der geneigte Bienenstöckling zum Beispiel der festen Überzeugung, dass Suppen und Puppen nur in Transsylvanien hergestellt würden, genauso wie Runkelrüben und Uhus, und dass es sich bei den drei berühmtesten Schlagersängern, bei Freddy Quinn, Peter Kaus und Elvis Presley exklusiv um rein transsylvanische Produkte der populären Unterhaltungsindustrie handle, die nirgendwo sonst hergestellt würden, oder die Vorstellung, dass es nur in Transsylvanien Berge gebe, weil man ja ständig von den famosen, transsylvanischen Bergen sprach – und nur von den transsylvanischen Bergen, von keinen anderen sonst. Alle anderen Länder waren völlig bergfrei, eine unvorstellbare Vorstellung, denn Länder, die keine Berge haben, sind gar keine richtigen Länder.
Dass aber ausgerechnet der höchste Berg Transsylvaniens, der Gugelhopf, zur Hälfte in Fronleichnamien stand, konnte nur einem peinlichen Missgeschick zugeschrieben werden, vermutete er anfänglich verärgert, denn er selber musste sich mit der Dufourspitze zufriedengeben. Da hatten damals die Alten Eidechsen, die alten Spalten, die alten Falter und die Alten Schweden offenbar nur noch gepfuscht, als es um die Territorien und ihre Abgrenzungen ging, hatten eindeutig zu wenig gründlich gearbeitet, nahm er als billige Erklärung an, denn anderswie kam er nicht an das geografische Rätsel heran.
Da musste also ausgerechnet in Fronleichnamien ein einsamer Berg im flachen Nichts stehen, der Weiße Berg, der höchste Berg überhaupt, der Weisse Berg der Abstürzer und der vertrockneten Leichen, und niemand kümmerte sich darum, denn niemand schien das außer ihn zu bekümmern. So verhielt es sich auch mit den Uhus und mit den Schockfrostern, denn als Ergebnis all dieser nationalen Beeinflussungen blieb sein biederes Weltbild der Vergangenheit und der Gegenwart leider viel zu lange begrenzt und stark eingeschränkt und zudem ausschließlich transsylvanienzentriert, das heißt, er bedachte alles ausschließlich von Transsylvanien und seiner frei erfundenen Geschichte her und sah alles Geschehen einzig aus der Sicht Transsylvaniens und der Transsylvanier, denn er kannte gar nichts anderes.
Heute muss er zudem befürchten, dass diese eingeschränkte Weitsicht auch heute noch bei sehr vielen Transsylvaniern und Transsylvanierinnen der Fall ist, wahrscheinlich sogar bei den meisten, denn anderswie kann er sich diese hinterwäldlerische Rückständigkeit, wie sie sich z.B. heute noch in der Transsylvanischen Volkspartei TVP äußert, gar nicht erklären, denn lange Zeit war er tatsächlich der Meinung, dass die ausgesprochen transsylvanienzentrierte Sicht auf die Wurst und das Weggli die einzige Wurstsicht sei, die es gebe, die einzige, die richtig und nicht etwa verlogen sei, die einzige, auf die es ankomme und die somit zähle, und es dauerte viel zu lange, um herauszufinden zu können, dass es noch ganz andere Wurstsichten gab, noch ganz andere Weggliwelten, noch ganz andere Wurstansichten, Wurstabsichten, Wurstumsichten, Wursteinsichten und Wurstaussichten in den Weggliwelten, auf Grund von ganz anderen Überlegungen und Erfahrungen, von denen man ihm wohlweislich nie etwas erzählt hatte, ganz abgesehen von allen anderen geografischen, pippilotischen und soziologischen Zuständen in diesem explodierenden Universum.