Kloster, Mord und Dolce Vita - Mörderische Jagd auf den Weißen Trüffel - Valentina Morelli - E-Book

Kloster, Mord und Dolce Vita - Mörderische Jagd auf den Weißen Trüffel E-Book

Valentina Morelli

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Beschreibung

Folge 27: Isabella und Matteo veranstalten ein Zeltwochenende mit der Gruppe schwer erziehbarer Jugendlicher, die im Kloster wohnt. Doch die Naturidylle wird getrübt, als sie einen renommierten Trüffeljäger erschlagen auffinden. Isabella und Matteo finden heraus, dass dieser kürzlich eine neue, revolutionäre Methode entwickelt hatte, um die seltenen weißen Trüffel aufzuspüren. Hat er seine Entdeckung mit ins Grab genommen? Schnell wird klar, dass der tote Trüffeljäger eine Gefahr für die wirtschaftlichen Interessen der Trüffelbranche war. Isabella und Matteo begegnen skrupellosen Gourmets und eifersüchtigen Konkurrenten, die alle bereit sind, für die begehrten weißen Trüffel weit zu gehen ...

Benvenuto a Santa Caterina! In dem malerischen Toskana-Dorf lebt, arbeitet und betet Schwester Isabella. Die neugierige Nonne hat es sich zum Lebensziel gemacht, den Menschen zu helfen. Und wie ginge das besser als mit dem Aufklären von Verbrechen?

Der junge Carabiniere Matteo ist froh über ihre Hilfe - meistens. Denn eines weiß der einzige Polizist von Santa Caterina: Schwester Isabella hat ihren eigenen Kopf!

Mit Witz, Charme und dem Blick fürs Menschliche ermitteln Isabella und Matteo in der Toskana. Klar, dass dabei auch die italienische Lebenskunst nicht zu kurz kommen darf!

Kloster, Mord und Dolce Vita - eine Krimi-Serie wie ein Urlaub in der Toskana!

beTHRILLED - mörderisch gute Unterhaltung!


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Seitenzahl: 126

Veröffentlichungsjahr: 2025

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Inhalt

CoverGrußwort des VerlagsÜber diese FolgeKloster, Mord und Dolce Vita – Die SerieDie ProtagonistenTitelKapitel 1Kapitel 2Kapitel 3Kapitel 4Kapitel 5Kapitel 6Kapitel 7Kapitel 8Kapitel 9Kapitel 10Kapitel 11Kapitel 12Kapitel 13Kapitel 14Kapitel 15Kapitel 16Kapitel 17In der nächsten FolgeÜber die AutorinImpressum

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Über diese Folge

Isabella und Matteo veranstalten ein Zeltwochenende mit der Gruppe schwer erziehbarer Jugendlicher, die im Kloster wohnt. Doch die Naturidylle wird getrübt, als sie einen renommierten Trüffeljäger erschlagen auffinden. Isabella und Matteo finden heraus, dass dieser kürzlich eine neue, revolutionäre Methode entwickelt hatte, um die seltenen weißen Trüffel aufzuspüren. Hat er seine Entdeckung mit ins Grab genommen? Schnell wird klar, dass der tote Trüffeljäger eine Gefahr für die wirtschaftlichen Interessen der Trüffelbranche war. Isabella und Matteo begegnen skrupellosen Gourmets und eifersüchtigen Konkurrenten, die alle bereit sind, für die begehrten weißen Trüffel weit zu gehen …

Kloster, Mord und Dolce Vita – Die Serie

Benvenuto a Santa Caterina! In dem malerischen Dorf im Herzen der Toskana lebt, arbeitet und betet Kloster-Schwester Isabella. Doch wie aus heiterem Himmel muss sie plötzlich in einem Mordfall ermitteln! Von da an macht es sich die neugierige Nonne zur Lebensaufgabe, die großen und kleinen Verbrechen der Dorfbewohner aufzuklären. Carabiniere Matteo ist froh über diese himmlische Hilfe, denn schließlich hat er als einziger Polizist von Santa Caterina alle Hände voll zu tun …

Die Protagonisten

Schwester Isabella

Die Ordensschwester ist 35 Jahre alt und heißt mit bürgerlichem Namen Isabella Martini. Schon früh wusste sie, dass sie Nonne werden möchte, und trat in ein kleines Nonnenkonvent in Kalabrien, im Süden Italiens, ein. Nachdem dieses geschlossen wurde, verschlägt es sie nach Santa Caterina, wo sie durch das Lösen von Kriminalfällen ihre wahre Berufung findet. Hier findet sie ihre neue Heimat im Convento di Nostra Regina della Pace, dessen Äbtissin sie mittlerweile ist. Und ganz nebenbei fängt sie immer noch Verbrecher.

Matteo Silvestri

Der 29-jährige Carabiniere des von Santa Caterina erhält von Schwester Isabella Hilfe bei seinen Ermittlungen. Oder ist es eher andersrum? Als Polizist steht Matteo zu seinem Leidwesen allzu oft unter Bürgermeister Lenzis Fuchtel – nicht erst, seitdem er ein Verhältnis mit dessen Tochter hatte.

Duccio Lenzi

Duccio Lenzi ist Bürgermeister des Dorfes und versteht sich als Patron von Santa Caterina – großzügig, fördernd, aber auch unnachgiebig, wenn ihm etwas nicht passt. Seiner Meinung nach muss nicht immer alles an die Öffentlichkeit gelangen, doch Schwester Isabella sieht das leider allzu oft anders …

V A L E N T I N A M O R E L L I

Mörderische Jagd auf den Weißen Trüffel

1

»Oh Bella ciao, Bella ciao, Bella ciao, ciao, ciao!«

Matteo saß mit schief gelegtem Kopf und geschlossenen Augen vor dem Lagerfeuer und ließ seine Finger ein wenig ungeschickt über die Saiten gleiten, um eine schrecklich-schräge Version des Volksliedes auf seiner Akustikgitarre zum Besten zu geben. Er war wirklich bemüht, doch jeder schiefe Ton war wie ein Nadelstich in Isabellas Ohren. Sie konnte nicht anders, als über den Eifer ihres Freundes zu schmunzeln. Matteo meinte es gut, auch wenn die musikalische Darbietung alles andere als wohlklingend war.

Zu ihren Füßen lag ihr treuer Bernhardiner Caesar und gab immer wieder ein klagendes Jaulen von sich, als wollte er in Matteos Gesang einstimmen. Sie beruhige ihn damit, dass sie ihm die Ohren kraulte. Dem Hund. Nicht ihrem Freund, dem Carabiniere. Unauffällig schaute sie sich um und beobachtete die entgeistert blickenden Gesichter der Jugendlichen, die auf Baumstämmen um das Lagerfeuer saßen und sich wohl fragten, wo sie da nur hineingeraten waren.

Einige versuchten, nicht allzu offensichtlich zu lachen. Andere wiederum schienen so verschreckt von den schiefen Tönen, dass sie ungläubig die Münder aufrissen. Besonders Luca, ein groß gewachsener Junge mit einer wilden Mähne schwarzer Haare, zog seine Augenbrauen so weit hoch, dass sie fast in seinem Haaransatz verschwanden. Isabella musste sich beherrschen, um nicht selbst laut loszulachen.

Der guten Stimmung tat diese schiefe Gesangseinlage sichtbar keinen Abbruch. Es war ein schöner, fast schon harmonischer Abend. Der Ausklang eines anstrengenden Tages, in dem jeder Einzelne über sich hinausgewachsen war.

Das Zusammensein in der Wildnis hatte etwas Verbindendes, und Isabella spürte – zu ihrer großen Erleichterung –, wie die Gruppe allmählich zusammenfand. Das war auch bitter nötig, denn die vorangegangenen Tage im Kloster waren unglaublich anstrengend gewesen, weil die acht Jugendlichen, die aus allen Winkeln Italiens angereist waren, große Schwierigkeiten hatten, ein Team zu werden.

Wie schon im letzten Jahr hatte sich das Kloster bereit erklärt, einige schwer erziehbare Jugendliche bei sich aufzunehmen, um ihnen das einfache, ruhige Leben im Kloster näherzubringen, zu zeigen, was Teamarbeit bedeuten kann und wie schön es sein kann, Teil einer Gemeinschaft zu sein und seinen Platz darin zu finden.

Isabella hatte große Hoffnung in diesen Ausflug gesetzt, der sie in die Wälder, tiefer hinein in die Toskana geführt hatte. Es war eine beinahe magische Atmosphäre, die sich über das improvisierte Camp gelegt hatte. Das Lagerfeuer knisterte in die anbrechende Dunkelheit hinein und hielt die Mücken fern. Die langen Flammen warfen tanzende Schatten auf die umliegenden Bäume und Zeltspitzen.

Mit einem inbrünstigen »Bella ciao!« schmetterte Matteo die letzte Note dahin. Unmittelbar darauf erhob sich ein kollektives Aufatmen. Isabella sah die Erleichterung in den Gesichtern der Jugendlichen und klopfte Matteo ermutigend auf die Schulter.

»Das war … einzigartig«, sagte sie mit einem Augenzwinkern, woraufhin ein paar der Jungs in kicherndes Gegacker ausbrachen. Matteo lachte mit und verbeugte sich theatralisch, als wäre er Ed Sheeran persönlich und hätte gerade ein Konzert vor Tausenden von Fans beendet.

Luca stimmte mit einem begeisterten Nicken zu. »Und wie toll es erst geklungen hätte, wenn Sie zuvor die Gitarre gestimmt hätten, Signore Silvestri.«

»Oder zuvor wenigstens eine Stunde Gesangsunterricht genommen hätten«, fügte der neben ihm sitzende Nevio leise hinzu.

»Ihr Kunstbanausen!« Mit einem undeutlichen Schnauben legte Matteo die Gitarre beiseite. »Ihr hättet ja mitsingen können«, gab er mit gespieltem Schmollen von sich.

»Mir hat es gefallen«, sagte Isabella entschieden.

Matteo schaute sie dankbar an, dann wandte er sich den Jugendlichen zu. »Und? Seid ihr denn schon aufgeregt?« Er blickte von einem zum anderen. »Eure erste Nacht in freier Natur? Die erste Nacht unseres Survival-Trips?«

»Oh ja, ich kann mich kaum halten vor Aufregung.« Das ihm gegenübersitzende Mädchen Alessandra schaute ihn gähnend an. Dem Gähnen schlossen sich noch zwei weitere Jugendliche an.

»Hey, schon so müde? Die Nacht ist noch jung.« Hinter seinem Rücken zog Matteo eine Taschenlampe hervor, hielt sie unter sein Kinn und knipste sie an, woraufhin sein Gesicht einen langen, nicht wirklich gespenstischen Schatten warf. »Ich dachte, wir erzählen uns noch ein paar Gruselgeschichten, bevor wir uns in den Zelten vor den Bären und Wölfen in Sicherheit bringen.«

»Wölfe?«, fragte Maria erschrocken zurück, die direkt neben Isabella saß. »Bären?« Mit einem leichten Anflug von Panik sah sich das fünfzehnjährige Mädchen um und umklammerte Isabellas Arm.

»Unsinn!«, gab die Schwester entschieden zurück. »Weder Bären noch Wölfe gibt es in der Toskana.« Sie tätschelte Caesars Kopf. »Nur einen großen Hund, der uns alle heute Nacht bewachen wird.«

Maria betrachtete den Bernhardiner wenig hoffnungsvoll, dafür aber mit gerümpfter Nase. Wirklich überzeugt schien sie von seiner Kompetenz als Wachhund nicht zu sein.

»Ich bin müde«, sagte Alessandra mit einem weiteren Gähnen und streckte nun auch die Arme weit von sich. »Kann ich ins Bett?«

»Was denn, jetzt schon?« Matteo sah sie enttäuscht an. »Aber es ist doch gerade mal kurz vor elf.« Nun zückte er ein Dutzend langer Stöcke. »Wenn ihr keine Lust auf Gruselgeschichten habt, dann lasst uns wenigstens noch Marshmallows über dem Feuer kokeln – nanu?« Seine Hand tastete suchend hinter ihm den Boden ab. »Wo sind sie denn?«

»Die Marshmallows?«, fragte Maria, woraufhin Matteo eifrig nickte. »Eben habe ich Antonio und Franco mit einer Packung gesehen.« Die beiden Jungs starrten das Mädchen mit großen Augen an und stießen leise Flüche in ihre Richtung aus, die jedoch im Knistern des Lagerfeuers untergingen.

»Die ganze Packung habt ihr verputzt?« Matteo blinzelte die beiden über die züngelnden Flammen hinweg an.

Erst nickte Antonio, dann auch Franco. »Wir hatten Hunger«, sagten beide unisono.

»Aber es gab doch eben Abendessen«, erwiderte Matteo.

»Bohnen mit Speck.« Antonio gab würgende Geräusche von sich. »Danke, nein.« Franco schloss sich den Würgegeräuschen an, woraufhin Matteo die Stöcke ins Feuer warf.

»Dann eben keine Marshmallows«, grummelte er missmutig vor sich hin.

»Echt jetzt?«, beschwerte Nevio sich. »Ihr habt alle aufgefuttert, ohne mit uns zu teilen? Unfair!«

»Kann ich jetzt endlich ins Zelt?«, wollte Alessandra genervt wissen. »Der Tag war anstrengend.« Sie warf einen vorwurfsvollen Blick auf das Lagerfeuer. »Immerhin mussten wir stundenlang durch die Gegend wandern, um hier hinzukommen, die Zelte aufzubauen und das ganze Holz anzuschleppen.«

»Naturalmente, damit wir ein gemütliches Feuer haben, das die Bären und Wölfe von unserem Nachtlager fernhält.« Wieder blickte er in die Runde. »Apropos, wer übernimmt denn heute Nacht die erste Wache?«

»Wache?«, fragte Luca entgeistert zurück. »Welche Wache?«

Isabella unterdrückte ein Augenrollen. Zwar war sie sehr froh, dass sie Matteo dazu überreden konnte, sie auf den Campingausflug zu begleiten, jedoch schien er es mit dieser Aufgabe ein wenig zu übertreiben. Zunächst hatte sie es für eine gute Idee gehalten, aus dem Zeltwochenende eine Art Survival-Trip zu machen, in dem die Jugendlichen sich selbst, vor allem aber das Miteinander finden sollten. Es klang auch viel spannender. Also hatten sie sich Aufgaben ausgedacht, wie das Aufspüren einer Wasserquelle (die sie nicht gefunden hatten) oder das Sammeln von Feuerholz. Danach stand das gemeinsame Zubereiten des Abendessens an – eben Bohnen mit Speck und Stockbrot. Doch damit war die Stimmung ein wenig gekippt, weil kaum einer die Bohnen anrühren wollte und schon bald allen klar wurde, dass dies die einzige Mahlzeit war, die Matteo der Gruppe als Überbleibsel der Zivilisation zugestand. Denn schon morgen galt es, sich selbst um die Nahrung zu kümmern, eben mit dem, was der Wald hergab. Das war ein ambitioniertes Ziel, denn wie Isabella während der letzten Woche herausgefunden hatte, waren die Jugendlichen schlimmer als eine Horde Heuschrecken. Sie waren kaum satt zu bekommen.

Um sie herum begann die Gruppe sich in vereinzelte Gespräche zu vertiefen. Zumindest das gefiel Isabella sehr. Denn dass sie miteinander redeten, war ein gutes Zeichen und zeigte, dass ihr Plan allmählich erste Früchte trug. Gestern noch waren sie sich im Kloster so weit wie möglich aus dem Weg gegangen, hatten sich größtenteils ignoriert oder gestritten. Isabella schmunzelte. Dann war es eben die gemeinsame leidvolle Erfahrung der körperlichen Arbeit, das in ihren Augen unzumutbare Abendessen und letztlich Matteos schreckliches Anstimmen einer Partisanenhymne, die sich gerade in den Charts tummelte, was sie zueinanderfinden ließ. Wenn all das dafür sorgte, dass sie zu einer Gruppe zusammenwuchsen, nahm Isabella all diese Strapazen gerne in Kauf. Sie genoss den idyllischen Moment der Lagerfeuerromantik, der jedoch nur wenige Minuten anhielt. Ein wie ein aus dem Nichts kommendes Aufbrausen in einem Gespräch von Nevio und Luca, die auf der anderen Seite des Feuers saßen, ließ sie aufhorchen.

»Das ist doch völliger Unsinn!«, schrie Nevio mit schneidender Stimme. Luca antwortete ebenso laut, doch die Worte gingen im allgemeinen Gemurmel unter. Mit einem Mal sprangen die beiden Jungen vom Baumstamm auf und standen einander gegenüber. Ihre Gesichter wirkten in den Flammen des Feuers bedrohlich angespannt und wütend. Isabella wusste nicht, wie ihr geschah. Warum war die Stimmung auf einmal gekippt? Sie tauschte einen alarmierten Blick mit Matteo, der ebenso fragend dreinschaute.

»Beruhigt euch!«, rief er über das Gezanke hinweg. Doch seine Stimme ging im Geschrei der beiden Jungen unter. Nevio machte einen Schritt auf Luca zu, die Hände zu Fäusten geballt. Luca ließ sich nicht lange bitten. Binnen Sekunden fielen die beiden übereinander her, wie zwei wilde Tiere.

Isabella sprang nun ebenfalls auf und umrundete das Feuer. Matteo war bereits bei den beiden und versuchte, sie auseinanderzuziehen, doch sie waren in ihrem Zorn blind und taub.

»Ich bringe dich um!« Nevios Faust traf Luca an der Schläfe, und Luca revanchierte sich sofort mit einem Schlag in Nevios Magengrube. Die anderen Jugendlichen schauten entsetzt zu, einige standen auf, unsicher, ob sie helfen oder Abstand halten sollten. Antonio hingegen feuerte die beiden an.

»Hört sofort auf!«, schrie Isabella. Gemeinsam zerrten sie die Jungen auseinander. Matteo schnappte sich Nevio, und Isabella hielt Luca zurück. Sie packte ihn an den Schultern und sah ihm fest in die Augen. »Genug jetzt! Was ist denn in euch gefahren?«

Beide schwiegen, schauten betreten zu Boden.

Die anderen Jugendlichen saßen starr vor Schock da. Die Heiterkeit des Abends war wie weggeblasen. Isabellas Puls raste. Sie war wütend, vor allem auf sich selbst, weil die beiden ihr schon im Kloster das Leben schwer gemacht hatte, weil sie ständig aneinandergeraten waren. Sie hätte sie besser im Auge behalten, sie voneinander trennen sollen.

Matteo ließ Nevio los, wobei er sicherstellte, dass der Junge sich nicht sofort wieder auf Luca stürzte. »Alle in eure Zelte«, sagte er im Befehlston. »Und zwar sofort!«

Ein raunendes Gemurmel ging durch die Gruppe, aber keiner widersprach. Nach und nach standen sie langsam auf, warfen nervöse Blicke auf die beiden Streithähne und machten sich dann auf den Weg zu ihren Zelten. Der vorherige Zusammenhalt schien schlagartig zerbrochen, was Isabella ziemlich ernüchtert zurückließ.

»Komm schon, ab mit dir.« Sie führte Luca zu seinem Zelt. »Wir reden morgen früh darüber, wenn alle einen klaren Kopf haben.«

Matteo tat dasselbe mit Nevio, der immer noch zornig schnaufte, aber anstandslos folgte. Die anderen Jugendlichen zogen sich ebenfalls zurück, krochen in ihre Zelte.

»Das lief ja hervorragend«, grummelte Isabella.

Matteo zuckte nur mit den Schultern und versuchte sie, mit einem zuversichtlichen Lächeln aufzumuntern. »Morgen wird es besser.« Er drückte sie kurz an sich. »Gute Nacht, Isabella!« Nun ebenfalls gähnend, verfrachtete er seine Klampfe in die Nylontasche und machte sich auf den Weg zu seinem Zelt.

»Und wer hält nun Wache?« Marias Lockenkopf tauchte zwischen den beiden auf. In ihrer Stimme schwang ein Hauch von Panik mit. »Was, wenn das Lagerfeuer ausgeht und die Wölfe und Bären kommen?«

»Nicht in dieser Nacht«, erwiderte Matteo müde. Er scheuchte das Mädchen vor sich her, damit es auch im Zelt verschwand.

Isabella blieb noch einen Moment am Lagerfeuer stehen, um sicherzustellen, dass sich wirklich alle in ihre Zelte zurückgezogen hatten. Dann überprüfte sie noch einmal, ob das Feuer sicher genug war, und rief Caesar zu sich. Gemeinsam schlüpften sie in das kleine Zelt, in dem es angenehm kühl war. Sie entledigte sich ihres Habits und kuschelte sich in den Schlafsack. Die Arme hinter dem Kopf verschränkt, lauschte sie in die Nacht hinein.