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Marlene, 9 Jahre alt, geht in die 3. Klasse einer Grundschule nördlich von Frankfurt. Ihre beste Freundin Carola hat angefangen zu reiten, genau wie Olivia, die mit den beiden in die gleiche Klasse geht. Marlene ist eifersüchtig. Außerdem streiten die Eltern in letzter Zeit so häufig, dass Marlene Magenschmerzen bekommt. Dann folgt die Eröffnung bei einem Familienausflug: Ihre Eltern trennen sich. Und Marlene wird nun 2 Kinderzimmer haben, aber das klingt besser als es ist. Zum Glück hat Marlene noch ein Geheimnis: Sie will Urzeitkrebse züchten, aber dann schlüpft ein ganz besonderes Wesen aus einem perlmuttfarben schimmernden Ei. Doch dieses Wesen muss zurückkehren in seine eigene Welt, und nur Marlene kann dabei helfen.
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Seitenzahl: 47
Veröffentlichungsjahr: 2016
Eine komische Lernkontrolle
Die Zirkusartistin
Zwei Kinderzimmer
Im Talblick
Noch mehr Probleme und eine Überraschung
Das Experiment im Keller
Marlene als Detektivin
Was wächst denn da?
Hufglück
Marlene kann im Wasser atmen
Besuch in der Puppentasse
Eine besondere Hängematte
Noch eine Lernkontrolle
Der Rettungsplan
Marlene war 9 Jahre alt und ging in die 3. Klasse der Wiesengrundschule in einer kleinen Stadt nördlich von Frankfurt. Sie ging gern zur Schule und mochte ihren Klassenlehrer, Herrn Armbrust. Er hatte dunkles lockiges Haar, trug meist ein kariertes Hemd und lachte viel.
Der Gong ertönte zum zweiten Mal, und die Kinder setzten sich plaudernd und kichernd an ihre Plätze. „Und, hast du geübt, Lene?“, fragte ihre Tischnachbarin und beste Freundin Carola. Marlene zog die Stirn in Falten. Nein, dazu war gestern nun wirklich keine Gelegenheit gewesen. Als Mama sie vom Schulkinderhaus abgeholt hatte, war wieder dicke Luft zu Hause gewesen. Erst recht, als Papa nach Hause kam. Ihre Mama hatte sich Mühe gegeben, sie immer wieder anzulächeln, aber als die Eltern dachten, Marlene würde schlafen, hatte sie wieder diese Streiterei gehört. Und der Knoten in ihrem Bauch war auch wieder da gewesen und hatte pulsiert, war größer und wieder kleiner geworden, und dann wieder größer.
„Morgen gehen wir in den Freizeitpark“, flüsterte sie Carola zu, als Herr Armbrust sich vor ihnen aufbaute und sich räusperte. „So, nun könnt ihr zeigen, was ihr gelernt habt“, sagte er und teilte die leeren Blätter aus. „Schreibt bitte als erstes euren Namen oben auf das Blatt, und dann geht es los mit dem Diktat.“ Marlene malte ihren Namen in ihrer schönsten Schrift oben auf das Blatt. Dann malte sie noch Kringel darunter mit kleinen Schleifen rechts und links. Und ein paar Schmetterlinge darum herum. Ob es wohl die Blütenbahn noch gab, bei der man tief im Kelch einer Blüte saß und wild im Kreis gedreht wurde? Oder die Kühe, die sie mit Papa um die Wette melken konnte? Und wie sie es liebte, Trampolin zu springen. Sie waren so lange nicht mehr im Freizeitpark gewesen, und als ihre Eltern sie fragten, welches Ausflugsziel sie sich denn am meisten wünschte, musste sie nicht lange überlegen. Und jetzt fuhren sie tatsächlich hin! Sie malte ein Schloss und davor ein Pferd. Mit Zaumzeug. Ein Pony-Geburtstag, wie Carola ihn demnächst feierte, das könnte ihr auch gefallen! Mit Hufe-Auskratzen und allem drum und dran! Sie zeichnete der Prinzessin Reiterstiefel an die Füße. Und eine Schleife ins lange Haar. Dunkellila mit viel buntem Glitzer. Dafür brauchte sie alle Glitzerstifte aus ihrem Schlampermäppchen. Das Pony bekam eine ähnliche Schleife in seine Mähne. Ach, es dauerte ja noch so lange, bis sie endlich wieder Geburtstag hatte!
„So, jetzt gebt bitte eure Blätter hier vorne bei mir ab. Nicht mehr schreiben bitte! Und dann dürft ihr in die Pause gehen!“ Was war denn das? Herr Armbrust hatte ja gar nichts diktiert? Das war ja eine komische Lernkontrolle. Schnell legte Marlene das Blatt mit der so schön bemalten Seite nach unten auf den Stapel und verließ das Klassenzimmer.
Marlene saß noch gemütlich am Frühstückstisch und verspeiste ihr geliebtes Wochenend-Schokocroissant, als ihre Mutter Brezeln mit Butter bestrich und den Rucksack für ihren Ausflug packte. „Mama, ich will auch reiten“, stellte Marlene fest. „Wie Carola! Sie macht einen Pferde-Geburtstag! Mit Striegeln und Hufe-Auskratzen!“ Mama lächelte wieder so komisch. Sie legte ihre Hand auf Marlenes Schulter und murmelte: „Na klar kannst du mal wieder reiten. Hm, in dem Park gibt es doch Pferde, oder?“ Ja, da war sich Marlene ganz sicher. Aber sie wollte doch nicht nur heute einmal reiten, sondern immer. Warum verstand Mama das denn nicht? In ihre Gedanken versunken schaute sie aus dem Fenster. Unten auf der Straße ging Herr Borowski langsam schlurfend mit seinem schwarzen Mischlingshund spazieren. Das tat er fast den ganzen Tag und freute sich immer, wenn er ein Kind traf, mit dem er reden konnte und das seinen Hund streicheln wollte. Sonst war es recht ruhig da draußen. Papa kam aus seinem Arbeitszimmer, und endlich ging es los!
An der Hand von Papa und Mama rannte Marlene vom Parkplatz zum Eingang des Parks, wo eine freundliche ältere Dame mit vielen Lachfältchen die Karten verkaufte. Sie hatte ganz graue Haare mit Locken. Sie musste schon sehr alt sein, dachte Marlene, die kaum jemanden mit grauen Haaren kannte. Dann ging es endlich los. Marlene wollte alles ausprobieren, was der Freizeitpark hergab. Mit Papa traute sie sich in die Raumkapsel, die sich so rundherum drehte, dass Marlene zwischendurch auf dem Kopf stand. Nur, dass sie sich so schnell drehte, dass sie fast nichts davon bemerkte. Und natürlich gab es Ponys zum Reiten! Marlene suchte sich das Größte aus, ein ganz Schwarzes mit einer süßen weißen Stelle über den ganz dunklen Augen. Es hatte lange Wimpern, mit denen es gelegentlich blinzelte, um Fliegen zu verscheuchen. Mama führte ihr Pony einen Trampelpfad entlang, und Marlene träumte einen ihrer Lieblingsträume: Sie war eine Zirkusartistin, gerade sagte der Zirkus