Gottfried Keller (1819–1890) gilt als einer der bedeutendsten Vertreter des bürgerlichen Realismus. Der gebürtige Zürcher suchte seinen Weg zunächst als Landschaftsmaler in München, bevor er sich in Heidelberg und Berlin der Literatur zuwandte. Seinen literarischen Durchbruch feierte er mit dem monumentalen Bildungsroman "Der grüne Heinrich", der stark autobiografische Züge trägt. Berühmt wurde Keller vor allem für seine Novellenzyklen wie "Die Leute von Seldwyla", in denen er mit psychologischem Scharfblick und feiner Ironie das schweizerische Kleinstadtleben und die menschliche Natur porträtierte. Neben seinem Schaffen als Schriftsteller diente er über 15 Jahre lang als Erster Staatsschreiber des Kantons Zürich.