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Freund oder Feind? Wahrheit oder Lüge? Kampf oder Flucht? Seit ihrer Verbannung sucht Fiara verzweifelt nach einer Möglichkeit, ihre Mutter aus den Fängen der Dorfältesten zu befreien. Dabei weiß sie nicht, welches Geheimnis Frea noch immer in sich trägt. Dass Fiaras Fähigkeiten als Wächterin der Seele gerade jetzt mehr denn je gebraucht werden, macht es ihr nicht gerade leichter. Um ihrer Mutter zu helfen und mehr über die sonderbaren Wächterfähigkeiten zu erfahren, will sich die junge Caet auf den Weg zur geheimnisvollen Seherin machen. Doch während Roy versucht, Fiara von dieser Reise abzuhalten, verhält sich auch Samsa ihr gegenüber äußerst merkwürdig. Dabei sollten die Freunde gerade jetzt an einem Strang ziehen. Kann sich Fiara ihren größten Ängsten stellen und einen bevorstehenden Krieg verhindern? Der finale Band der magischen Katzen-Saga
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Seitenzahl: 243
Veröffentlichungsjahr: 2023
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Über die Autorin
Ryvie Fux wurde 1993 in Bayern geboren und ist eine Träumerin, die ihre Freizeit am liebsten in Büchern und Wäldern verbringt. Bereits als zwölfjähriges Mädchen schrieb sie stundenlang Geschichten und musste regelrecht von Stift und Papier weggerissen werden. Ryvie liegt vor allem das Thema Mental Health am Herzen, weswegen jede ihrer fantastischen Geschichten auch immer einen nicht im Vordergrund stehenden Aspekt enthält, der dafür sensibilisieren soll.
„Träume sind die Seele des Lebens.“ – Ryvie Fux
WREADERS EBOOK
Dieser Titel ist auch als Taschenbuch erschienen
Copyright © 2023 by Wreaders Verlag, Sassenberg
Verlagsleitung: Lena Weinert
Umschlaggestaltung: Jaqueline Kropmanns
Landkarte: Jasmin Kreillmann
Illustrationen: Jenny Grams
Lektorat: Nina Romanowski, Annina Anderhalden
Satz: Ryvie Fux
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Für Daniel.
Danke, dass du immer an mich glaubst.
Prolog
Fiara
Von Anfang an war klar gewesen, was wirklich in mir steckte. Zumindest, wenn man wusste, dass die zahlreichen Anzeichen auf eine gewisse Sache hindeuteten.
Dass ich meine Zeit lieber mit Katzen als mit Menschen verbrachte.
Dass ich bereits früher immer das Gefühl hatte, dass Samsa mich versteht.
Dass ich, als ich Samsa ihren Namen gab, nichts weiter tat, als ihre Gedanken zu lesen.
Dass eben auch genau das passiert ist,als ich den ersten Vollmond in Klevefelz erlebt habe.
Es war, als würde sich das Puzzle direkt vor meinen Augen vervollständigen.
Und doch hatte ich das Gefühl, dass irgendetwas noch immer nicht passte.
Prolog
Frea
Da stand sie. Ich traute meinen Augen kaum.
Fiara. Meine liebe, kleine Fiara.
Eine Träne bahnte sich ihren Weg an meiner knochigen Wange hinab und ich schluckte schwer, als ich den dunkelbraunen, kräftigen Kater an ihrer Seite erkannte.
Irden. Das war Irden. Nein, das konnte nicht sein.
Doch bevor ich noch weiter darüber nachdenken oder nach meiner geliebten Tochter rufen konnte, zerrte mein neuer Mann bereits unsanft an meiner Hand.
Richtig, die Ringübergabe.
Nur schwer konnte ich meinen Blick von Fiara und der dunklen Katze lösen. Alles in mir sträubte sich dagegen, Bron zu heiraten. Jetzt noch mehr als zuvor.
Aus den Augenwinkeln sah ich, wie sich Fiara von Gerla und Serena losriss und zurück in Richtung Wald rannte.
»Fiara!« Es war nur ein klägliches Krächzen, was meiner Kehle entwich. Ein verzweifelter Versuch einer Mutter, die so sehr in den alten Traditionen gefangen war, dass ihr jegliche Kraft und Selbstbestimmtheit abhandengekommen waren.
»Frea, die anderen schauen schon alle«, zischte Bron mir ungeduldig zu. Er wartete darauf, dass ich ihm ebenfalls den Ring ansteckte.
Meine Gedanken rasten. Ob ich Fiara noch erreiche, wenn ich ihr jetzt hinterherrenne?
Nein. Die Erkenntnis umfing mich wie ein dunkler Schatten und ich begann zu zittern. Es ist zu spät. Ich würde sie niemals einholen können.
Ich hatte sie verloren. Ein weiteres Mal.
Klevefelz
Zweifel
Das Laub raschelte unter Fiaras Füßen, als sie Hals über Kopf zurück in den Wald rannte. Mit laut pochendem Herzen bahnte sie sich ihren Weg zwischen Bäumen und Sträuchern hindurch zum gut versteckten Fuchsbau, der vor einiger Zeit ihr Leben völlig auf den Kopf gestellt hatte.
Ihr Atem ging stoßweise und sie hatte Mühe, ihre anfängliche Geschwindigkeit aufrechtzuerhalten.
Warum heiratete ihre Mutter einen fremden Mann? Hatte sie so schnell mit ihrer Tochter abgeschlossen? War Fiara wirklich so lange von zu Hause weg gewesen?
Fiara schüttelte den Kopf, während heiße Tränen an ihrer Wange hinabglitten. Sie wollte nur noch nach Klevefelz zurück. Zu Roy. Zu Mila.
Zu ihrer neuen Familie. Ja.
Fiara zwängte sich durch den Eingang des Fuchsbaus hindurch und hörte, wie Samsa und Irden ihr problemlos folgten.
Zumindest bin ich nicht allein, dachte Fiara, während sie noch immer angestrengt nach Luft schnappte.
In ihr tobte ein Sturm aus Sehnsucht, Angst und Ratlosigkeit. Was sollten sie als Nächstes tun?
Fiara schloss ihre Augen, während sie den erdigen Geruch des Labyrinths einsog. Sie musste zu Roy, so viel war klar. Aber dann, was dann? Unsicher kaute sie auf ihrer Unterlippe, während sie Stück für Stück tiefer in das Tunnelsystem vordrang.
Warum hatte ihre Mutter nichts zu ihr gesagt? Wieso hatte sie nur wie versteinert dort gestanden und geduldet, dass Gerla ihre eigene Tochter wegschickte?
Es ergab keinen Sinn. Egal, wie Fiara es auch drehte und wendete, ein Puzzleteil fehlte. Ob Irden ihr die nötigen Antworten geben könnte? Sie versuchte, sich auf das unregelmäßige Pochen ihres Herzens zu konzentrieren, während sie den schier endlosen Tunnel des Baumes der Wechsel beschritt. Leise hörte sie die tapsenden Pfoten ihrer Freunde, die sie beständig daran erinnerten, dass sie bald wieder mit ihnen würde reden können.
Fiara konnte es kaum erwarten, denn das Chaos in ihrem Kopf machte sie wahnsinnig.
Erst als sie das Sonnenlicht am Ausgang der Höhle erspähte, begann sich ihr Körper langsam zu entspannen.
Fiara wusste nicht wann oder wie, aber als sie in das sanfte Sonnenlicht trat, hatte sie bereits ihre Katzengestalt angenommen.
Alles in Ordnung, Fiara?, drang Samsas Stimme vorsichtig in ihren Geist.
Sie drehte sich sehnsüchtig um und blickte direkt in die großen, blauen Augen ihrer sandfarbenen Freundin.
Fiara schluckte. Ganz und gar nichts war in Ordnung, doch auch Samsa würde daran nichts ändern können.
Bevor Fiara etwas entgegnen konnte, schälte sich nun auch Irden aus dem Schatten der Höhle. Er warf den beiden einen langen Blick zu und räusperte sich dann.
»Wir sollten auf direktem Weg zurück zu unserem Lager. Als Erdwächter bin ich schon viel zu lange von den anderen getrennt.«
Fiaras Augen weiteten sich und sie atmete geräuschvoll ein. »Das ist jetzt nicht dein Ernst, oder?«
Irdens linkes Ohr zuckte nervös. »Was schlägst du denn sonst vor?«
Fiara schnaubte entrüstet. »Du kannst doch jetzt nicht ernsthaft nur an die Wächter denken?! Noch vor ein paar Stunden war es dir total wichtig, mit zu meiner Mutter zu kommen, und jetzt willst du so weitermachen, als wäre nichts geschehen?« Fiaras wilder Blick sprühte Funken, doch Irden sah sie nur völlig verdattert an.
»Was soll ich denn deiner Meinung nach tun?«, fragte er mit hochgezogener Augenbraue.
»Mir endlich die Wahrheit zu sagen, wäre ein guter Anfang«, konterte Fiara und stellte sich vor den braunschwarzen Kater.
Irden legte den Kopf schief und sah sie einen Moment lang eindringlich an. »Was meinst du?«, fragte er unschuldig.
Fiaras Schnurrhaare bebten vor Anspannung. »Woher kennst du meine Mutter?«
»Das hab ich dir doch schon gesagt, wir sind nicht verwandt.« Fiara bemerkte, wie Irden nervöser wurde.
»Das ist keine Antwort auf meine Frage!«, bohrte sie weiter.
Er blickte hilfesuchend zu Samsa herüber, doch diese schaute ihn nur prüfend an.
Dann seufzte Irden lautstark. »Gut, ist ja gut! Ich war mit deiner Mutter zusammen. Eine ganze Zeit lang sogar. Zufrieden? Eigentlich wollte ich dir das ein andermal sagen.«
Mit großen, runden Augen blickte Fiara ihn entgeistert an.
Ich wusste es, dachte Samsa.
»Das heißt, du bist mein ... Vater?«, fragte Fiara zögerlich. Das Wort Vater kam ihr dabei nur schwer über die Lippen.
»So ist es«, entgegnete Irden flach.
Tausendmal hatte Fiara sich den Moment vorgestellt, in dem sie ihren Vater wieder treffen würde. Die verschiedensten Situationen hatte sie sich ausgemalt, doch ganz sicher hatte sie nicht damit gerechnet, dass das Wiedersehen so wenig herzlich sein würde.
Sie konnte einfach nicht glauben, dass das ihr Vater sein sollte. Der Vater, nach dem sie sich als kleines Mädchen so häufig gesehnt hatte. Der Vater, den sie sich so völlig anders ausgemalt hatte, als er nun zu sein schien.
»Fiara, es ist nicht so einfach, wie du vielleicht denkst«, versuchte Irden, sich zu erklären.
»Dann erkläre es mir.« Es klang mehr nach einem Flehen als einer Aufforderung, als die Worte Fiaras Kehle verließen.
Irden senkte den Blick und hielt einen Moment lang inne.
Sei nicht so hart zu ihm, drangen Samsas Gedanken erneut durch ihren Kopf. Er verbrachte viele Monde unter der Erde und ich bin sicher, dass er dir noch zur rechten Zeit alles erklären wird, was du wissen willst. Samsas buschiger Schwanz legte sich beruhigend auf Fiara Schulter und sie zwinkerte der großen Katze dankbar zu.
Sie wollte Irden die Zeit geben. Doch in ihrem Herz wohnte ein Schmerz inne, der sich nicht so einfach verscheuchen ließ.
Irden hob den Kopf. »Ich muss mit den anderen Wächtern reden.« Er wandte sich an Fiara. »Glaub mir, wenn ich etwas für deine Mutter tun könnte, wenn ich dir irgendwie helfen könnte, dann würde ich es auf der Stelle tun.«
Fiaras Schnurrhaare zuckten unsicher. Sie wusste auch nicht, was sie von Irden erwartet hatte. Dass er ihr freudestrahlend um den Hals fiel? Ganz sicher nicht, das passte nicht zu ihm. Aber wenn er diese kühle Distanz aufrechterhalten wollte, dann konnte sie das genauso. »In Ordnung«, sagte sie und Samsa sowie Irden blickten sie verdutzt an. »Wir gehen ohne Umwege zum Lager, aber du erzählst mir währenddessen, wieso du damals meine Mutter und mich verlassen hast.«
»Natürlich«, entgegnete Irden und nickte. »Es war auch nie meine Absicht, das vor dir geheim zu halten.«
***
Es war eine ungewohnt kühle Stimmung, die nun zwischen den drei Katzen herrschte, als sie den Weg in Richtung des Silbertau-Flusses einschlugen.
Selbst Samsa, die Fiara eigentlich immer ein Gefühl von Sicherheit vermittelte, lief nun in unbehagliches Schweigen gehüllt neben ihr her.
Gerade wollte Fiara eine Frage stellen, da begann der braunschwarze Kater zu erzählen: »Ich weiß nicht, wie du von Klevefelz erfahren hast, aber deine Mutter ist mir eines Tages durch den Fuchsbau gefolgt, ohne dass ich es wusste.«
Irden lief vor ihnen, sodass Fiara seine Mimik nicht sehen konnte.
»Es dauerte nicht lange, da wurden wir gute Freunde und ich habe sie in Klevefelz überall herumgeführt. Deine Mutter kann sehr überzeugend sein, musst du wissen. Überzeugend und stur.« In seiner Stimme lag nun ein leichtes Lächeln. »Sie wollte nicht zurück nach Graveland, ich habe mehrfach versucht, sie zu überreden. Doch wie sollte ich jemanden überzeugen, in eine Welt zurückzugehen, in der diese Person nichts vermisst?«
Fiara und Samsa blickten sich nachdenklich an.
Sie ist ihm gefolgt, genau wie du mir damals, drangen Samsas Gedanken in ihren Kopf.
Fiara nickte.
»Nach einigen verstrichenen Vollmonden begann sich deine Mutter zu verwandeln, so wie sich alle Menschen verwandeln, die eine ganze Mondphase in Klevefelz verbringen. Aber das weißt du ja mittlerweile selbst. Sie wurde eine wunderschöne, haselnussbraune Caet und es dauerte nicht lange, da war es um uns geschehen.« Irdens Stimme wurde augenblicklich weicher. »Zu dieser Zeit erwählte mich der Mond auch zum Wächter der Erde. Es war in einer Vollmondnacht, als ich spürte, dass sich etwas in meinem tiefsten Inneren veränderte. Ich konnte mir damals noch nicht erklären, was es war, aber plötzlich spürte ich den Herzschlag der Natur, wenn ich mich darauf konzentrierte. Ich hatte keine Angst, denn es fühlte sich einfach richtig an.« Irden hielt einen Moment inne und lauschte. »Ich vergesse manchmal, dass nicht jeder mit der Gabe gesegnet ist, das Leben der Erde zu fühlen.«
Die Worte ihres Vaters kamen Fiara bekannt vor. In ihrer ersten Vollmondnacht, in der sie plötzlich die Gedanken der anderen Caet hatte hören können, war es ihr genauso ergangen. Sie hatte weder Angst noch Verwirrung verspürt. Zumindest nicht in dem Ausmaß, wie es in solch einer Situation vermutlich angemessen wäre. Es hatte einfach gepasst. So, als wäre etwas lange verloren Gegangenes endlich zu ihrem Geist zurückgekehrt.
Irden ging weiter und Samsa und Fiara folgten ihm bedächtig. Die Geschichte, die er ihnen erzählte, wirkte so unfassbar und gleichzeitig doch so vertraut.
»Ich erfuhr erst einige Zeit später, dass der alte Erdwächter verstorben war und der Mond wohl mich auserkorenen hatte, um ihn zu vertreten. Leider war zwischen dem Tod des Erdwächters und meiner Auserwählung eine viel zu lange Zeit vergangen, sodass sich unter den Wächtern eine große Unsicherheit breitgemacht hatte. Joel, der seine Feuerwächtergabe schon viel früher erhalten hatte, begann damit, das Unbehagen auszunutzen und die Wächter gegeneinander aufzuhetzen. Ich hätte dazwischengehen sollen, mit den anderen reden müssen, aber ich hatte viel zu viel Angst, deine Mutter zu verlieren.« Er seufzte. »Also entschieden wir uns dafür, aus Klevefelz zu fliehen. Der Baum der Wechsel sorgte dafür, dass ich nach einem Vollmond tatsächlich eine Menschengestalt annehmen konnte, und glaub mir, das war alles andere als einfach für mich. Doch welche Wahl hatten wir? Also versteckten wir uns in Graveland, in dem kleinen Dorf am Tannsee-Fluss, wo du auch aufgewachsen bist.« Er holte noch einmal Luft, so, als wäre das, was er als Nächstes aussprechen würde, wahnsinnig schwierig für ihn. »Einige Zeit später wurdest du geboren und ich hätte nie gedacht, dass ich euch jemals verlassen würde.«
Fiara sog Irdens Worte förmlich in sich auf. Sie versuchte, sich jeden Satz und jede Silbe einzuprägen. Das Bild ihrer Vergangenheit fügte sich mehr und mehr zusammen und sie überlegte fieberhaft, was passiert sein könnte, dass Irden sie damals nach alldem trotzdem verlassen hatte.
»Es war Maila, die uns eines Tages in unserer Hütte besuchte. Sie war verletzt und in ihren Augen lag die blanke Furcht. Ich werde ihr flehendes Gesicht niemals vergessen. Sie sagte, dass Joel Finn gefangen genommen hatte und von einer weiterentwickelten Caet-Spezies redete. Auch wenn du es jetzt vielleicht nicht verstehst, aber ich konnte nicht anders. Ich musste einfach mit Maila zurück nach Klevefelz gehen. Ich musste zumindest versuchen, mein Volk vor Joels Herrschaft zu retten.« Er blieb abrupt stehen und drehte sich zu Fiara und Samsa um. »Auch wenn ich dabei versagt habe, ich bereue es nicht.«
Fiara verengte ihre Pupillen zu schmalen Schlitzen. Einerseits verstand sie ihren Vater. Die Last einer ganzen Welt hatte auf seinen Schultern gelegen und es wäre töricht gewesen, nicht mit Maila nach Klevefelz zurückzukehren. Eine andere Stimme tief in Fiaras Innerem rebellierte allerdings trotzdem. Wie konnte er so etwas sagen? Wie konnte er das Volk der Caet seiner Familie vorziehen? Sie entspannte ihre Gesichtszüge wieder und schüttelte nur langsam den Kopf.
»Ich erwarte nicht, dass du das verstehst«, ergänzte Irden.
»Ich verstehe es sehr gut«, entgegnete Fiara ruhig, »aber ich musste all die Jahre lang ohne Vater klarkommen und bin dafür auch von der Dorfgemeinschaft gestraft worden. Du musst also auch verstehen, wenn ich darüber nicht einfach so hinwegsehen kann.«
Irden nickte. »Den Rest der Geschichte kennst du ja.«
»Mhm.« Fiara konnte nicht mehr entgegnen, denn ihre Gedanken rasten. Sie war Samsa dankbar dafür, dass sie ihr gerade den notwendigen Freiraum gab, indem die sandfarbene Katze still blieb. So konnte Fiara in den Tiefen ihrer Vergangenheit versinken.
Kurz darauf erhob Irden erneut die Stimme. »Wir sind gleich am Silbertau-Fluss. Nicht mehr lange, dann erreichen wir das Raureif-Gebirge und unser Lager.«
Seine Stimme wirkte dumpf und weit entfernt, denn Fiaras unruhige Gedanken kreisten noch immer um ihre Mutter.
Dann spürte sie plötzlich Samsas Schnurrhaare auf ihrem Pelz und ihr weicher, warmer Kopf drückte sich sanft an ihre Wange. Eine angenehme Woge der Wärme legte sich um Fiaras Körper.
»Das war ziemlich viel auf einmal«, begann die Katze. »Ruh dich im Lager erst mal etwas aus, dann sehen wir weiter.«
Fiara nickte dankbar und folgte Irden, der mit einem schnellen Sprung auf einen großen Stein inmitten des Flusses sprang und danach auf die andere Seite des Ufers wechselte.
Es würde nicht mehr lange dauern, dann könnte sie endlich wieder Roy in ihre Pfoten schließen und dieser Gedanke gab ihr Kraft. Fiara versuchte, ihre Geschichte und ihre Mutter gedanklich in den Hintergrund zu drängen, als sie gerade die ersten Hügel des Raureif-Gebirges passierten.
Die zarten Sonnenstrahlen, die sie den ganzen Weg vom Baum der Wechsel bis hierher begleitet hatten, wichen nun einigen dichten Wolken, und sie spürte, wie der Wind langsam auffrischte.
Irden führte die kleine Gruppe noch immer an und Samsa lief dicht hinter Fiara. Es waren Momente wie diese, in denen sie sich wünschte, Irdens Gedanken lesen zu können, doch das Innere des braunschwarzen Katers würde ihr wohl für immer verschlossen bleiben.
***
Es fühlte sich an, als wäre sie Wochen fort gewesen, als sie endlich das Lager der Caet erreichten. Es herrschte eine ausgelassene Stimmung und Fiara musste sich zu einem Lächeln zwingen, als die kleine Mila ihr mit hoch erhobenem Schwanz entgegengerannt kam. Sie freute sich sehr, ihre Freundin wiederzusehen, doch gleichzeitig fühlte sich ihr Kopf so voll an, dass sie sich am liebsten einfach nur noch in Roys Pelz verkriechen wollte.
»Fiara, Fiara!«, rief die Kleine ihr freudestrahlend zu. »Du wirst es nicht glauben, aber Mama ist wach!« Sie drückte sich schnurrend gegen ihre große Freundin und Fiara leckte ihr sanft über die Ohren.
»Das ist ja wunderbar!«, sagte Fiara und lächelte diesmal aufrichtig, während sie ihren Blick suchend über das Lager gleiten ließ.
Irden war bereits, ohne sich zu verabschieden, zu den anderen Wächtern auf den Felsen geklettert und Samsa begrüßte Verell, der ihnen gerade entgegenkam.
»Sag mal, Mila, weißt du vielleicht, wo Roy ist?«
Das schwarze Kätzchen nickte aufgeregt und flitzte in Richtung der Höhle, in der bisher auch Fiaras Schlafplatz gewesen war.
Mit wild pochendem Herzen folgte sie ihrer kleinen Freundin. Fiara konnte es kaum noch erwarten, endlich in die beruhigenden, grünen Augen ihres Freundes blicken zu können. Sie sehnte sich nach seinen aufbauenden Worten und obwohl sie gerade einmal einen Tag lang von ihm getrennt war, fühlte es sich wie eine halbe Ewigkeit an.
Sie lief an einigen Caet vorbei, darunter auch Joels ehemaliger Lakai Lyk, der sie freudig grüßte. Sie war froh und noch immer sehr dankbar, dass er sich im Kampf auf ihre Seite gestellt hatte.
Dann betrat sie das Innere der Höhle, aus der sie bereits das aufgeweckte Quietschen von Mila vernahm. Ein Windhauch wehte durch das kleine Lager und der ihr gut bekannte Duft von Zedernholz drang in ihre Nase.
Roy.
Augenblicklich wurde Fiara schneller. Ihre Pupillen weiteten sich, um in der Dunkelheit der Höhle ihren Freund ausmachen zu können.
Im nächsten Moment legte sich ein flauschiger Schwanz auf ihren Rücken und kurz danach spürte sie einen warmen, festen Körper an ihrer Seite. Erneut umfing sie sein holziger Geruch, der ihr das Gefühl von Sicherheit gab, und ein leises Schnurren entglitt ihrer Kehle.
Du bist wieder da, drangen Roys sanfte Worte in ihren Kopf.
Augenblicklich rann Fiara ein angenehmer Schauer über den Rücken. Sie presste sehnsüchtig ihre Nase in das Fell des schwarzen Katers und schloss ihre Augen.
»Ich habe dich so vermisst«, murmelte sie in die Dunkelheit des Baus hinein.
Seine Antwort war ein sanftes Lecken zwischen ihren Ohren.
Zwischen Traum und Realität
Fiara hätte nie gedacht, dass sich Klevefelz einmal so viel mehr wie ihr Zuhause anfühlen würde als das kleine Dorf in Graveland. Selbst die Erinnerungen an ihre Mutter verblassten mit der Zeit.
Wie bei einem Déjà-vu, wenn man sich nicht sicher ist, ob man etwas wirklich erlebt hat.
Mila war schon längst wieder nach draußen gegangen, als Fiara Roy über die Begegnung mit ihrer Mutter aufklärte. Er hörte ihr aufmerksam zu und schien sie keine Sekunde lang aus den Augen zu lassen.
»Ich dachte mir schon, dass Irden dein Vater sein könnte«, murmelte Roy nachdenklich. »Aber dass deine Mutter nicht mal versucht hat, nach dir zu rufen, ist mir ebenfalls ein Rätsel.«
Fiara legte sich auf das Moos am Boden und Roy tat es ihr gleich. Sie genoss die stetige Wärme, die der Kater neben ihr ausstrahlte, und merkte, wie sich ihre Glieder langsam entspannten.
»Ich habe viel darüber nachgedacht«, sagte Fiara leise. »Ich glaube nicht, dass meine Mutter nicht nach mir rufen wollte.« Sie hob ihren Kopf an und schaute zu Roy herüber. »Irgendetwas stimmt da nicht, Roy. Ich habe das Gefühl, dass ich ihr helfen muss. Könnten wir sie nicht mit nach Klevefelz nehmen? Sie war hier doch schon einmal und Joel sitzt in seinem Gefängnis.«
Roy überlegte. »Glaubst du nicht, dass sie selbst hierherkommen würde, jetzt, wo sie weiß, dass Irden und du euch kennt?«
»Nein. Ich glaube, dass sie dort irgendwie festgehalten wird.« Fiara seufzte. »Ach, ich weiß auch nicht. Aber ich muss ihr helfen. Ich muss es zumindest versuchen.«
»Ich weiß. Und das werden wir auch, versprochen.«
Ungläubig legte sie ihren Kopf schief. »Wir?«, fragte sie hoffnungsvoll.
Roy lächelte. »Klar. Du, Samsa, ich –«
»Und Nala?«, warf Fiara flüchtig ein.
Der schwarze Kater schwieg einen Moment lang. »Ich hab dir doch schon gesagt, ich weiß leider nicht, wo sie ist.«
»Dann suchen wir sie eben.« Fiara sprang auf und es wirbelte eine Woge der Unruhe durch den Bau. »Eine Rettungsaktion. Für Nala und meine Mutter.«
»Nala muss nicht gerettet werden«, besänftigte Roy sie schnell.
»Wieso? Du hast doch gesagt, du weißt nicht, wo sie ist?«
Roy knetete das Moos mit seinen Pfoten. »Weiß ich auch nicht, aber Samsa hat mir versichert, dass sie in Sicherheit ist.«
Fiara seufzte unzufrieden. »Ich muss noch mal mit Samsa reden.« Sie warf einen Blick in Richtung des Ausgangs der Höhle.
»Aber nicht mehr heute, du solltest dich ausruhen«, entgegnete Roy und bedeutete ihr mit seinem Schwanz zu bleiben.
Fiara überlegte kurz, doch das ungute Gefühl in ihrer Magengegend wollte nicht verschwinden. »Können wir nicht gleich jetzt gehen? Ich werde das Gefühl nicht los, dass meine Mutter meine Hilfe braucht.« Sie trat ungeduldig von einer Pfote auf die andere.
Roy schüttelte den Kopf. »Du musst dich wirklich ausruhen. Gleich morgen können wir mit Samsa und den anderen Wächtern sprechen, in Ordnung?«
Mit den anderen Wächtern sprechen, echote es in Fiaras Kopf. Warum sollten sich die Wächter für meine Mutter interessieren? Doch sie sprach die Frage nicht laut aus und nickte ihrem Freund bestätigend zu.
»Das wird schon«, beruhigte Roy sie, nicht ahnend, dass Fiara ihren Entschluss, heute noch loszuziehen, nicht verworfen hatte.
Roy würde heute nicht mehr mit ihr zurück nach Graveland gehen, so viel stand fest. Ich kann nicht bis morgen warten, überlegte Fiara. Was, wenn es morgen bereits zu spät für meine Mutter ist? Unruhig zuckten ihre Schnurrhaare.
Doch sie beschloss, sich fürs Erste neben ihren Freund auf das Moos zu legen und zu warten, bis er eingeschlafen war.
Fiara lauschte Roys gleichmäßigen Atemzügen und wartete darauf, dass sie sich vertieften.
Von draußen konnte sie noch immer einige Stimmen vernehmen. Scheinbar hatten sich noch nicht alle Caet zum Schlafen zurückgezogen. Sie linste zu dem schwarzen Kater herüber und sah, wie sich seine Brust rhythmisch hob und senkte.
Fiaras Ohren zuckten angeregt. Verzeih mir, Roy, dachte sie flüchtig und erhob sich langsam. Ihren Freund fest im Blick stahl sich Fiara Stück für Stück aus dem Bau hinaus. Sie schlich an den draußen stehenden Caet vorbei und atmete erleichtert aus, als sie endlich im Gebüsch verschwinden konnte. Ich muss mich beeilen und wieder hier sein, bevor Samsa und Roy überhaupt auffällt, dass ich fehle, überlegte Fiara, während sie die Felsen hinunter ins Tal hechtete.
Es war naiv von ihr zu denken, dass sie mal eben kurz nach Graveland gehen konnte. Allein die Reise hin und zurück würde sie mindestens eine Nacht kosten.
Fiara rannte, so schnell sie konnte. Der kühle Wind strich an ihrem Fell entlang und sie seufzte erleichtert, als sie endlich das weiche Gras unter ihren Ballen spürte. Ich bin stärker geworden, stellte sie zufrieden fest.
Fiara blickte flüchtig in den Himmel.
Nicht mehr lange, dann bricht die Nacht herein, dachte sie. Ich muss mich beeilen, wenn ich vorm Morgengrauen wieder bei Roy und den anderen sein will.
Mit einigen Sprüngen überquerte sie den an dieser Stelle recht flachen Silbertau-Fluss und jagte in Windeseile durch den dichten Wald. Fiaras Puls raste und sie hechelte bereits angestrengt, doch eine Pause zu machen, war keine Option. Hier und da sah sie, wie ein Tier im Unterholz verschwand, doch sie hielt ihre Aufmerksamkeit stets in Richtung des Baumes der Wechsel. Ihre Gedanken rasten so schnell, wie sie ihre Pfoten trugen. Was ist Mutter passiert? Bin ich vielleicht schon zu spät?
Sie hätte beinahe vor Erleichterung aufgeschrien, als sie endlich am heiligen Baum angekommen war. Der Mond stand bereits hell erleuchtet am Himmel und das abrupte Stehenbleiben sorgte dafür, dass sie ihr Blut nun noch lauter in ihren Ohren rauschen hörte. Weiter, ermutigte Fiara sich selbst in Gedanken und schritt voran.
Während sie sich durch den Tunnel zwängte, begannen erste Zweifel an ihr zu nagen. Hätte sie Roy doch Bescheid geben sollen? Oder zumindest Samsa? Fiara schüttelte ihren Kopf, um die Gedanken beiseitezuschieben.
Als sich der altbekannte Wald von Graveland vor ihr erstreckte, glitt ihr ein kalter Schauer über den Rücken und ein ungutes Gefühl breitete sich in ihrem Körper aus. Fiaras Lippen zitterten und das lag nicht daran, dass sie nun wieder ein Mensch war.
Prüfend ballte sie die Hände zu Fäusten und ließ sie wieder locker. Dann schüttelte sie kurz ihre Beine aus und atmete einmal tief durch. Du kannst das! Du schaffst das! Es ist für Mutter!, betete sie mantraartig in ihren Gedanken rauf und runter.
Dann lief sie erneut los.
Der Weg zu ihrem Dorf war kurz und sie sah bereits von Weitem die Fackeln, die die Bewohner scheinbar angezündet hatten. Sie umarmten die Siedlung wie eine Art Schutzwall und waren für Fiara völlig neu. Vor wem haben die Menschen so eine Angst?, überlegte Fiara. Eigentlich hatten sie noch nie Probleme mit gefährlichen Tieren gehabt.
Auch in Graveland war es bereits mitten in der Nacht. Fiara schlich leise zum Zaun, der direkt hinter ihrem Elternhaus stand. Dann sprang sie mit einem leichten Satz drüber und drückte ihren Rücken fest an die hölzerne Wand der Hütte.
Stimmen. Fiara hielt den Atem an. Das ist Gerla!, dachte sie und presste die Lippen aufeinander.
Vorsichtig schob sie sich ein Stück nach vorne und lauschte erneut. Doch die Stimme war plötzlich weg.
»Wen haben wir denn hier?«, rief Gerla und packte Fiara unsanft am Arm. Nur einen Moment später war auch Serena da. Sie hielt eine Fackel in der Hand und wartete scheinbar darauf, dass Gerla ihr sagte, was sie tun sollte.
»He! Lass mich gefälligst los!«, schrie Fiara und versuchte, sich aus Gerlas Griff zu befreien.
Gerla nickte Serena knapp zu und bevor Fiara es sich versah, hielt ihr die Handlangerin der Dorfältesten bereits drohend die Fackel vor das Gesicht. Die Hitze der Flammen kam Fiaras Nase gefährlich nahe und sie merkte, wie die ersten Schweißperlen an ihren Wangen hinunterglitten.
»War ich denn nicht deutlich genug?«, zischte Gerla wütend. »Verschwinde! Du bist hier nicht erwünscht!« Die Blicke der alten Frau sprühten Funken.
»Ich will zu meiner Mutter!«, protestierte Fiara. Wieso wollen sie mich nicht zu ihr lassen?, ergänzte sie in Gedanken. Die lodernden Flammen machten es ihr schwer, überhaupt etwas zu sagen.
»Wenn du deiner Mutter helfen willst, dann verschwinde! Und komm nie wieder zurück!«, fauchte Gerla und schubste sie unsanft in Richtung des Zauns.
Fiara wollte wieder etwas entgegnen, doch auch Serena und die Fackel zwangen sie dazu, den Befehlen der Dorfältesten Folge zu leisten. Sie funkelte Gerla widerspenstig an, doch diese zeigte mit ihrer freien Hand nur in Richtung des Waldes.
»Geh!«, zischte sie erneut und zwang Fiara dazu, über den Zaun zu klettern.
Als Gerla und Serena sie losgelassen hatten, versuchte Fiara, noch einen letzten Blick auf das Haus zu erhaschen. In der Hoffnung, dass sie ihre Mutter vielleicht sehen würde, suchte sie noch einmal prüfend die nahe Umgebung ab, die vom Licht des Feuers erhellt wurde.
»Wird’s bald!«, rief Gerla nun erneut. Dann hörte Fiara eine männliche Stimme, die aus dem Inneren der Hütte zu kommen schien.
»Gibt es da draußen ein Problem?«, raunte jemand.
Fiara ging einen Schritt rückwärts.
Sie wusste nicht warum, aber ihre Mutter wurde definitiv festgehalten. Und so schwer es ihr auch fiel, aber Gerla hatte gesagt, dass Frea nichts passieren würde, wenn Fiara nur weit genug wegbleiben würde.
Sie stolperte weiter zurück und schüttelte dabei ungläubig den Kopf. Das ungute Gefühl, das sich in ihrem Magen festgesetzt hatte, wog jetzt tonnenschwer.
»Nur die kleine Ratte von Tochter«, rief Gerla dem Mann entgegen.
Und bevor Fiara sehen konnte, um wen es sich handelte, nahm sie ihre Beine in die Hand und rannte zurück zum Baum der Wechsel.
***
Ein unnachgiebiges Stupsen weckte Fiara aus ihrem todesähnlichen Schlaf.
Sie hatte bis zum Morgengrauen gebraucht, um zum Bau der Caet zurückzukehren. Zu ihrem Glück hatte Roy noch immer tief und fest geschlafen und auch sonst hatte niemand Fiaras nächtlichen Ausflug bemerkt.
»Mhm, ja?«, machte sie, während sie langsam blinzelte.
»Aufwachen, Schlafmütze. Die Sonne steht schon hoch am Himmel und du hast bereits die zweite Mahlzeit verpasst.« Roy ließ einen frischen Fisch direkt vor ihrer Schnauze fallen und einige Wassertropfen spritzten dabei auf ihr Gesicht, sodass Fiara niesen musste.
»Bah«, sagte sie reflexartig und Roy gluckste.
»Das ist ja ein netter Dank dafür, dass ich dir Frühstück ans Bett gebracht habe«, neckte er sie.
Fiara sammelte sich und begann sich zu strecken. »Oh, bitte entschuldige. Irgendwie bin ich noch gar nicht richtig wach.« Sie setzte sich hin und begann sich mit den Pfoten das Gesicht zu putzen. »Hab ich wirklich so lange geschlafen?«
»Mach dir nichts draus, das war auch wirklich ein harter Tag gestern«, entgegnete Roy und schob den Fisch mit seiner Nase noch etwas näher an Fiara heran.
Diese hielt inne und beschnupperte ihr Frühstück. Dann blickte sie knapp an ihrem Freund vorbei und schnurrte dankbar.