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Sirius ist ein Sternenkind. Gerade geboren, kann er es kaum erwarten, durch die Milchstraße zu sausen und Neues zu entdecken. Mit Schnuppe findet er endlich den lang ersehnten Freund, und sie erleben ein Abenteuer nach dem anderen. Mit ihm traut er sich sogar ins schwarze Nirgendwo.
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Seitenzahl: 48
Veröffentlichungsjahr: 2018
Gabriele Littwin lebt in Dorsten und arbeitet dort seit vielen Jahren in einer Kindertagesstätte. Es macht ihr großen Spaß, Kindern selbst erfundene Geschichten zu erzählen oder vorzulesen. Weil sie auch gerne zeichnet, war es keine Frage für sie, die Illustrationen selbst anzufertigen.
GERADE GEBOREN
DIE MONDSCHAUKEL
BESUCH AUF DER ERDE
SIRIUS TRAUT SICH
DER BUNTE ZAUBERBOGEN
SCHNUPPE
WAS FLIEGT DENN DA?
BRUCHLANDUNG
DAS SCHWARZE LOCH
DER ORIONNEBEL
BESTER FREUND
WER KANN DIE STERNE ZÄHLEN?
DIE HÜTTE IM WALD
DAS VERSTECKSPIEL
SELTSAME RÖHRE
ABSCHIED
Wenn du bei Nacht in den Himmel schaust und keine Wolken versperren die Sicht, dann kannst du sie sehen. Millionen und Abermillionen Sterne. Große und kleine, alte und junge.
Einer davon ist der kleine Stern Sirius. Er ist noch sehr jung. Gerade erst geboren und doch leuchtet er schon prächtig hell.
Seine Eltern, Vater Stern und Mutter Stern sind mächtig stolz auf ihren Sohn. Keinen Augenblick wollen sie ihn aus den Augen lassen. Doch Sirius ist neugierig und will alles erkunden, was er sieht. Da ist erst einmal sein Zuhause.
Das Sternenhaus, in dem er geboren wurde, liegt am Himmelsweg Nummer eins. Dort wohnt er mit seinen Eltern.
Wenn er aus dem Fenster schaut, sieht er das Weltall. Es ist schwarz wie Kohle. Nur die Sterne um ihn herum bringen Helligkeit. Der Ort, wo er mit all den anderen Sternen lebt, heißt Milchstraße. Obwohl es eigentlich keine Straße ist. Es ist so etwas, wie eine große Stadt, in der sich unzählige Sterne tummeln. Gleich am ersten Tag nach seiner Geburt will Sirius losziehen, um mit den anderen jungen Sternen zu spielen. Sterne brauchen nicht erst laufen zu lernen, wie die Menschen. Sie können sofort losfliegen, sobald sie geboren sind.
Sirius fliegt also auf einer der Sternenbahnen mitten in die große Milchstraße hinein.
Da sieht er einige ältere Sternenkinder miteinander Fangen spielen. Sie kreischen vor Freude, hüpfen und sausen umeinander, und Sirius würde am liebsten sofort mitmachen.
Doch keiner von ihnen fragt, ob er mitspielen will. Sirius tritt von einem Fuß auf den anderen. Die älteren Sternenkinder spielen einfach weiter, ohne auf ihn zu achten und Sirius traut sich nicht, zu fragen.
Da verfärben sich plötzlich seine Zacken und das Gelb wird zu einem hässlichen Grau.
Sirius fühlt sich schrecklich. Was mögen die anderen wohl von ihm denken, wenn sie ihn so sehen? Da hört er einen der älteren Sterne rufen: „Seht mal! Habt ihr schon mal so einen hässlichen Stern gesehen.“ Alle drehen sich zu ihm um und fangen an, zu lachen. Sirius würde am liebsten im Boden versinken. Tief traurig dreht er um und macht sich auf den Weg nachhause in den Himmelsweg eins. Ihm ist, als hätte er das Lachen der Sternenkinder immer noch in den Ohren.
Er verkriecht sich in sein Himmelbett und will nie wieder herauskommen. Als seine Mutter nach ihm sieht, erzählt Sirius von seinem Erlebnis. Die Mutter nimmt ihn in den Arm und sagt: „Mach dir nichts daraus, Sirius. Es gibt so viele Sternenkinder auf der Milchstraße. Irgendwann wirst auch du einen Freund finden. Das ist so sicher, wie es ein Weltall gibt.“ Danach schläft Sirius ein und seine Sternenzacken sind bald wieder strahlend gelb.
Eines Morgens erwacht der kleine Stern Sirius und beginnt sofort damit, seine gelb leuchtenden Zacken zu putzen. So macht er es jeden Tag. Denn nur mit sauberen Sternenzacken fühlt er sich wohl. Schließlich machen es Vater, Mutter und all die anderen Sterne genauso.
Jeder will am hellsten glänzen hier oben im All. Jetzt blickt Sirius neugierig umher. Hat sich vielleicht etwas getan, während er geschlafen hat? Doch alles ist so wie immer. Vater und Mutter lächeln ihn an, und die anderen Sterne der Milchstraße blinken von weitem.
Nur der alte Mond hat sich heute in eine leuchtende Wippe verwandelt. Freudig macht Sirius einen Satz und sitzt im nächsten Moment auf der Mondwippe, auf der er übermütig hin und herschaukelt. Rauf und runter geht es, wie auf einer Kirmesschaukel. Sirius kann gar nicht genug davon bekommen.
Doch irgendwann wird es dem Mond zu viel, und er gibt Sirius einen Schubs, sodass er weit fortgeschleudert wird. Sirius beginnt, sich zu drehen und überschlägt sich ein ums andere Mal. Wie ein Kreisel dreht und dreht er sich immer weiter. Allmählich wird ihm schwindelig, aber er kann nicht bremsen.
„Oh weh“, jammerte er. „Halt an, halt an!“ Endlich, als er schon fast nicht mehr damit rechnet, hört das Drehen auf und er bleibt stehen. Der Mond hat ihn an das andere Ende der Milchstraße geschleudert und Sirius erschrickt, als er das bemerkt. Hier kennt er keinen einzigen Stern, und seine Eltern sind weit, weit fort.
Als er eine Weile darüber nachdenkt, kullern ihm einige Tränen aus seinen runden, schwarzen Augen. Das Gelb seiner funkelnden Zacken verwandeln sich in ein trauriges, mattes Grau. Plötzlich hört er eine tiefe Stimme:
„Wer bist du und warum bist du so traurig?“ Vor Sirius steht ein großer Stern. Seine Zacken sind schon etwas ausgefranzt und man sieht ihm an, dass er uralt ist. Sirius antwortet mit zittriger Stimme: „Ich…ich… ich bin Sirius. Der Mond hat mir einen kräftigen Schubs gegeben, da bin ich hier gelandet. Ich will wieder nachhause.“ Sirius macht einen lauten Schluchzer.
„Nun, ich könnte dir vielleicht helfen“, sagt der uralte Stern. Sirius Zacken werden etwas heller, und ein Lächeln stiehlt sich auf sein Gesicht.
„Wenn du mir sagen kannst, von wo du gekommen bist, dann dürfte es kein Problem sein.“ Sirius schaut den uralten Stern hoffnungsvoll an.
„Du kannst mir wirklich helfen?“ Der Alte nickt ihm freundlich zu.
„Ja, wie ich schon sagte. Wenn ich weiß, wo du herkommst, dann gibt es einen Weg.“