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Lässt sich die Welt in drei Zeilen einfangen? Ja, dieses Buch beweist es: nur drei kurze Zeilen erzeugen die verschiedensten Stimmungen - Frühlingswärme, herbstlichen Abschied, Nachdenklichkeit, große Freude. Die Haiku von Peter Haas wecken Bilder von Naturszenen und Begegnungen und entführen dabei zugleich in eine meditative Stimmung. Jeder Seite mit Haiku, Gedichten oder längeren Texten stehen eine Zeichnung, ein Aquarell oder eine Skizze aus der Hand des Autors gegenüber. Es sind feingliedrige Naturbeobachtungen in leuchtend warmen Farben oder Grauschattierungen gehalten, die mit den Inhalten der Haiku und Texte vortrefflich korrespondieren. Eine Kastanie - zum Greifen nah; Bilder am Meer, die Weite erzeugen. Wer den schön gestalteten Band aufschlägt, wechselt das Tempo.
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Seitenzahl: 25
Veröffentlichungsjahr: 2024
für meine Familie
Nachdenken
Geh in die Natur
Herbstblatt
Orangenmarmelade – ein Gedicht!
Weisheit und Wissen
Auf der grünen Wiese
Über das Älterwerden
Peter, schreib doch mal eine Geschichte –
Von dem Maler, der seinen Namen nicht nennen wollte
Tausend Jahre
Treue
Kindheitsglaube
Der Tropfen bringt das Fass zum Überlaufen!
Unmenschlich
In New Orleans
Die Zeit
Problem – Lösung
Ich ärgere mich!
Handeln
Was gut tut
Die Wechte
Was denkst Du eigentlich, wer Du bist
Im Gebirge
Künstlerische Gebrauchsanweisung
Ethik, authentisch
Erbe
Jetzt bin ich alt.
Na und?
Immerhin weit über der durchschnittlichen
Lebenserwartung in der Welt.
Was heißt das?
Dass ich bald sterben werde.
Ja, schön.
Nee, nicht schön.
Genieße die noch zur Verfügung stehende Zeit!
Genießen?
Ja.
Was meinst du?
Mach das, was Du gerne machen möchtest.
Ich weiß nicht…
Dann denk nach!
Mach ich ja.
Und?
Mir fällt nichts ein.
Dann kann ich dir auch nicht helfen!
Geh in die Natur.
Einfach raus.
Auf eine Wiese,
in einen Wald,
auf einen Hügel.
Lasse unangenehme Gedanken vorbeiziehen.
Wie Wolken im Wind.
Lese ein schönes Buch.
Leg es weg, wenn es Dir nicht gefällt.
Tu mal gar nichts.
Du musst nicht immer was tun.
Schreib mal einen Brief mit der Hand
– zum Beispiel an einen Freund
oder eine Freundin.
Finde ein paar schöne Herbstblätter.
Na schön, wenn gerade kein Herbst ist,
dann eben andere Blätter.
Mitten im Leben, ich war wohl so um die 35, als ich das Suchen nach dem Woher und Wohin fast aufgegeben hatte, machte ich eine Erfahrung, die schwer in Worte zu fassen ist. Es war vom Äußeren her eine schlichte Situation. Ich stehe im Garten hinter dem Haus in der Onkel-Tom-Straße in Berlin. Herbst. Es ist still. Mein Blick fällt auf ein Blatt, das früh gefallen ist. Braun verfärbt liegt es unten in einer Ecke am Zaun. Ganz unscheinbar wie tausend andere. Und während ich schaue überfällt, erfasst mich plötzlich eine tiefe Einsicht in alles Werden und Vergehen. Kein Gedanke, sondern ein umfassendes, grundsätzliches Begreifen: Das ist es! Alles ist ganz einfach. Nichts Rätselhaftes. Alles wird und vergeht. Und wird wieder und vergeht. Immer. Unaufhörlich. Ich bin ganz ruhig und ganz sicher. Ich habe das Gefühl: Jetzt hat sich das Rätsel gelöst: du brauchst keine Angst mehr zu haben vor Leid und Tod. Du brauchst nicht mehr zu grübeln. Alles ist gut.