Ein Vater zum Verlieben - Nele Böhm - E-Book
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Ein Vater zum Verlieben E-Book

Nele Böhm

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Beschreibung

Mögen Frauen angriffslustige Terrier oder echte Kuschelbären? Die romantische Komödie „Ein Vater zum Verlieben“ von Nele Böhm als eBook bei dotbooks. Versuch’s mal mit Gemütlichkeit – so lautet das Motto von Familienvater Nick, der gefühlvolle Beziehungsratgeber schreibt, gerne für seine Lieben kocht und einfach nicht an Schokolade vorbeigehen kann, ohne ein Stück zu naschen … oder gleich die ganze Tafel. Das geht so lange gut, bis seine Frau ihn sitzen lässt. Nun ist er Single. Mit 40! Und ohne jede Spur von Waschbrettbauch oder Latin-Lover-Qualitäten! Das kann nicht gut gehen… Nicks Kinder versuchen, trotzdem eine neue Frau für ihren Papa zu finden. Putzfrau Josefina legt derweil fleißig Tarotkarten, um die Zukunft zu ergründen. Und Nick? Der beschließt, sich neu zu erfinden – und unter dem Pseudonym Ricky Martino hammerharte Macho-Kolumnen zu schreiben. Das bleibt nicht ohne Folgen… Warmherzig, humorvoll und ein bisschen verrückt: Eine romantische Komödie zum Schmunzeln und Lachen! Jetzt als eBook kaufen und genießen: „Ein Vater zum Verlieben“ von Nele Böhm. Wer liest, hat mehr vom Leben: dotbooks – der eBook-Verlag.

Das E-Book können Sie in Legimi-Apps oder einer beliebigen App lesen, die das folgende Format unterstützen:

EPUB
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Seitenzahl: 313

Veröffentlichungsjahr: 2016

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Über dieses Buch:

Versuch’s mal mit Gemütlichkeit – so lautet das Motto von Familienvater Nick, der gefühlvolle Beziehungsratgeber schreibt, gerne für seine Lieben kocht und einfach nicht an Schokolade vorbeigehen kann, ohne ein Stück zu naschen … oder gleich die ganze Tafel. Das geht so lange gut, bis seine Frau ihn sitzen lässt. Nun ist er Single. Mit 40! Und ohne jede Spur von Waschbrettbauch oder Latin-Lover-Qualitäten! Das kann nicht gut gehen … Nicks Kinder versuchen, trotzdem eine neue Frau für ihren Papa zu finden. Putzfrau Josefina legt derweil fleißig Tarotkarten, um die Zukunft zu ergründen. Und Nick? Der beschließt, sich neu zu erfinden – und unter dem Pseudonym Ricky Martino hammerharte Macho-Kolumnen zu schreiben. Das bleibt nicht ohne Folgen …

Warmherzig, humorvoll und ein bisschen verrückt: Eine romantische Komödie zum Schmunzeln und Lachen!

Über die Autorin:

Nele Böhm, Jahrgang 1963, war in ihrem ersten Leben überzeugter Yuppie und Großstadtsingle. Heute lebt sie ruhig und beschaulich auf dem Land, wo die Welt noch in Ordnung ist, und widmet sich dem Schreiben von humorvollen Romanen wie Ein Vater zum Verlieben und Landluft lädt zum Küssen ein.

Die Autorin im Internet: neleboehm.beepworld.de

***

Neuausgabe Februar 2016

Copyright © der Originalausgabe 2006 by Knaur Taschenbuch. Ein Unternehmen der Droemerschen Verlagsanstalt Th. Knaur Nachf. GmbH & Co. KG, München

Copyright © der Neuausgabe 2016 dotbooks GmbH, München

Alle Rechte vorbehalten. Das Werk darf – auch teilweise – nur mit Genehmigung des Verlages wiedergegeben werden.

Titelbildgestaltung: Maria Seidel, atelier-seidel.de, unter Verwendung von Bildmotiven von Thinkstockphoto/Elena Dovina und Creatarka

E-Book-Herstellung: Open Publishing GmbH

ISBN 978-3-95824-481-8

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Nele Böhm

Ein Vater zum Verlieben

Roman

dotbooks.

Kapitel 1

Nick Grote, langjähriger Autor höchst erfolgreicher Ehe- und Familienratgeber mit einer Lösung für jedes noch so schwierige Problem seiner Leser, hörte seinen Anrufbeantworter ab und verstand die Welt nicht mehr. Er starrte verwirrt auf van Goghs Nachtcafé, das über dem Telefon hing.

»... meinen Seelenpartner gefunden!«, hallten Corinnas Worte in seinen Ohren nach. Die Leitung von La Gomera nach Frankfurt war schlecht, aber das meinte er verstanden zu haben. Auch, dass sie nur zurückkommen wollte, um zu packen und ihren Job zu kündigen. Ihren Job! Himmel, war seine Frau denn völlig verrückt geworden? Mann und Kinder zu verlassen war eine Sache. Aber die Arbeit aufgeben? Corinna? Völlig undenkbar! Ihre Arbeit war ihr Leben. Sie hatte mehr als zehn Jahre investiert, um dorthin zu kommen, wo sie jetzt war: im Vorstand von Kayser Chemie als Leiterin des Geschäftsbereiches Kommunikation und Unternehmensverbindungen. Das würde sie nicht aufgeben. Er hatte sich also doch verhört. Vermutlich ein typischer Fall von Überarbeitung. Das musste es sein. Sein neuestes Ratgebermanuskript – Warum Männer und Frauen doch zusammenpassen – stand kurz vor der Vollendung. Und zu solchen Zeiten passierten gestressten Autoren oft die sonderbarsten Dinge. Nicks bester Freund und Autorenkollege Lutz zum Beispiel schwor bei jeder Fertigstellung eines seiner Agenten-Drehbücher, er würde nie wieder so etwas schreiben, sondern stattdessen in die Sparte Liebesromane wechseln. Nick gluckste unwillkürlich bei dem Gedanken. Ausgerechnet Lutz, der letzte Macho von Frankfurt!

Sein Puls fand zu den üblichen zweiundsiebzig Schlägen pro Minute zurück. Er lächelte den wenigen Besuchern des Nachtcafés zu und fragte sich wie schon so oft, warum dieses Café eigentlich nicht besser besucht war. Er für seinen Teil liebte Cafés: gut essen und trinken, draußen sitzen und das Leben genießen ...

Ein Blick aus dem Fenster auf das regnerische Frankfurter März-Grau holte ihn unsanft aus seinen mediterranen Träumen. Für einen Augenblick überlegte er, seine CD-Sammlung an Opern durchzusehen und es sich im Wintergarten bei erhabenen Klängen und einer guten Tasse Cappuccino gemütlich zu machen. Dann dachte er an seinen Verleger, seufzte tief und machte sich auf den Weg zu seinem Arbeitszimmer auf dem Dachboden, um das Manuskript endlich zu beenden. Einmal hatte Herr Weile es schon angemahnt. Nick war zwar einer der besten und gewinnbringendsten Autoren des Verlages, aber auch ein freundlicher und wohlgesinnter Verleger wartet nicht ewig auf einen Text. Auch dann nicht, wenn besagter Autor sich mit immer neuen humorigen Assoziationen zum Namen Weile selbst übertrifft. Erst vor zwei Tagen hatte Nick als Antwort auf seinen Witz »Ohne Weile keine Eile« eine E-Card bekommen mit einem keulenschwingenden Sumo-Ringer und dem Bilduntertitel: »Eile für Weile, sonst bist du Grote, der Tote!« Nicks chronische Unpünktlichkeit bildete leider einen schmerzhaften Gegensatz zu all seinen eifrigen Bemühungen, ein guter Mensch zu sein.

Entschlossen öffnete er jetzt die Datei mit dem Ratgebermanuskript und starrte auf den Bildschirm. Eine geschlagene Viertelstunde später wartete er immer noch entschlossen (und vergeblich) auf eine Eingebung. Wie konnte ein Autor für Eheratgeber seine Arbeit tun, wenn die Möglichkeit bestand, dass seine Ehefrau ihm gerade mit mutwilligem Verlassen gedroht hatte?

Und überhaupt war elf Uhr vormittags keine gute Zeit, um sich von der Muse küssen zu lassen. Er sollte lieber eine neue Soßenkreation küssen, so wie die Frau in dem Werbespot. Mit dem Unterschied, dass Nick Grote keine Tütensoßen an sein Essen ließ, sondern selber Soßen komponierte. Mit Leidenschaft.

Leichten Herzens überließ Nick das letzte Kapitel erneut seinem Schicksal und rief seine E-Mails ab. Dank des hervorragenden Mailwasher-Systems und des brandneuen Spamschutzes entfiel das lästige Aussortieren unerwünschter E-Mails von Hand, das ihn früher fast zwanzig Minuten Arbeit täglich gekostet hatte. Und etliche Pannen. Einmal war die letzte Mahnung von Herrn Weile im Spamordner gelandet und automatisch gelöscht worden. Seitdem schickte der Verleger ihm E-Mails mit Empfangs- und Lesebestätigung, die Nick aber beharrlich ignorierte.

Nick liebte diese technischen Möglichkeiten! Gerade erst hatte er in einer seiner abonnierten Computerzeitschriften von einem E-Mail-Programm gelesen, das unerwünschte Mails umgehend an den Absender zurückbeförderte – in Hunderte von kleinen Schnipseln zerlegt. Hocherfreut über den Einfallsreichtum von Computerfreaks nahm er sich seine Inbox vor. Lutz' Entwurf für ein neues Drehbuchprojekt mit der Bitte um Kommentar. Nein, dafür war Nick nun wirklich nicht in Stimmung. In der Welt und in den Drehbüchern seines besten Freundes herrschten ganz klare Verhältnisse: Die Männer waren smarte und unter allen Umständen coole Helden und die Frauen dauerkreischende dekorative Dummchen, die in einem fort vor Bösewichten gerettet werden mussten. Nick schüttelte den Kopf. So gern er normalerweise mit Lutz darüber stritt – heute würde ihn das nur noch mehr deprimieren. Vielleicht geschah ja ein Wunder und Lutz schrieb eines Tages tatsächlich Liebesromane? Wenn sie ein Happyend hätten, würde Nick sie natürlich lesen. Wenn nicht, dann nicht.

Was sonst noch? Zwei neue Ausgaben der Mailinglisten für Schriftsteller und für Freiberufler im Bereich Text. Eine Einladung zu einem Autorentreffen in Reinheim. Die Bestätigung des neuen Opernabos. Die aktuellen Angebote der Greenbox, seines Biolieferanten. Und eine Mail von seiner Tochter Pia. Die verbrachte die Pausen gern im Internet-Café ihrer Schule, um ihrem Vater lustige E-Cards mit Sprüchen wie »Es ist 10 Uhr. Hast du heute schon gearbeitet?« zu schicken.

***

Um vor dem Mittagessen doch noch etwas zu schaffen, außer E-Mails zu lesen, griff Nick nach seiner To-Do-Liste. Er stellte fest, dass er hinter keinem der aufgelisteten Punkte »mit Erfolg erledigt« vermerken konnte, ohne zu schummeln und gab endgültig auf. Sollte die Muse heute doch jemand anderen küssen. Vielleicht den Kramer aus seiner Schreibwerkstatt. Der konnte es gebrauchen. Seit fünf Jahren schon schickte er seine Gedichte an Verlage, sammelte Absagen und verstand gar nicht, warum niemand seine Texte wollte. Nick dagegen schon. Das konnte er dem armen Torsten aber nicht sagen. Ein guter Mensch tat so etwas nicht.

Nick lehnte sich in seinem Stuhl zurück, legte die Beine auf den Schreibtisch, drückte die Play-Taste des CD-Wechslers und gab sich ein paar Minuten der angenehmen Stimme des Lebenslehrers und Bestsellerautors Erhard E Freitag hin, die ihm versicherte, dass er erfolgreich war. Auch mit unvollendetem Manuskript.

Das rhythmische Piepen des Timers erinnerte Nick wenig später daran, das Mittagessen vorzubereiten. In einer Stunde würden die Kinder aus der Schule beziehungsweise dem Kindergarten kommen. Nick überlegte. Eigentlich könnte er vor dem Essen noch etwas Süßes vertragen. Mit neuem Schwung lief er die Treppe hinunter und machte sich daran, das neue Schokoladen-Geheimversteck seiner Kinder zu finden.

Nach vierzehneinhalb Minuten und kurz vor dem Aufgeben wurde die Spur endlich heiß. Der große Einbauschrank im Keller, in dem die Wintersachen lagerten, musste es sein. Nick witterte förmlich Schokolade. Im untersten Fach stand ein Korb mit Handschuhen. Entschlossen griff er hinein ... und siehe da, ganz unten warteten zwei Tafeln Vollmilchschokolade schon sehnsüchtig auf ihren Verzehr.

Als Nick die Küche im Erdgeschoss der alten Villa betrat, gelang es ihm dank der postschokoladigen Hochstimmung, den Gedanken an Corinna zu verscheuchen und sich ganz der Zubereitung eines exquisiten Nick-Grote-Menüs zu widmen.

Josefina, die kroatische Haushälterin, hatte ihren freien Vormittag. Bei diesen Gelegenheiten war Nick der uneingeschränkte Herrscher über die Küche und genoss es sehr, dass er die korrekte Reihenfolge der Zutaten für die Fettuccine-Soße nicht mit ihr diskutieren musste. Kochen im Kreis herum, wie Josefina ihre merkwürdige Methode nannte, verbesserte angeblich die Bekömmlichkeit einer Mahlzeit. Pah! Dabei war Nick Grote weit über die Grenzen des Frankfurter Westends hinaus für die Bekömmlichkeit seiner kulinarischen Kreationen bekannt!

Fröhlich Azzurro pfeifend, band er sich die Schürze mit dem kleinen, dicken, Spaghetti-Teller balancierenden Patron um, ein Geburtstagsgeschenk seiner Kinder. Er heizte den Backofen für das Bruschetta vor, ließ die Suppe vorsichtig noch einmal aufkochen, wärmte die Teller für die Fettuccine Piccata an und stellte den Insalata Caprese bereit, der erst kurz vor dem Verzehr mit einigen extra Tropfen Olivenöl beträufelt wurde. Sehr zufrieden mit sich betrachtete er den liebevoll gedeckten Esstisch im Wintergarten. Vorsichtshalber hatte er zwei Gedecke mehr aufgelegt. Er freute sich sehr, wenn Schulkameraden der Kinder (immer dieselben) und Freunde von Barbara, dem Au-pair (ständig wechselnde junge Männer), sich spontan zum Essen bei Grotes einluden.

Es schellte Sturm an der Tür. Nick ließ die Schürze um, weil er wusste, dass seine Kinder sich darüber freuen würden, und öffnete. Pia kniete neben ihrer Schultasche und suchte hektisch darin herum, vermutlich nach dem Haustürschlüssel. Tom nahm endlich den Finger von der Klingel. »Kannst aufhören, Schwester, Tür ist offen!«

Der kleine Mark, in voller Regenmontur an der Hand von Frau Niederstadt, die in dieser Woche den Fahrdienst zum Kindergarten hatte, krähte: »Hi, Papi, die Schürze ist voll cool! Und du bist fast so dick wie der Koch, nur größer.«

Frau Niederstadt war so unverschämt, zustimmend zu nicken. Nick zog eilig die Kinder ins Haus, rief ein »Bis morgen dann!« und warf die Tür zu.

In der Diele kniete er sich vor Mark hin, um ihm beim Stiefelausziehen zu helfen. »Das war nicht nett von dir, Kumpel!«, sagte er leicht verstimmt. Mark schaute ihn unschuldig an. Tom pflichtete seinem kleinen Bruder bei: »Wenn's aber doch stimmt! Du isst ja auch immer heimlich unsere Schokolade.«

Nick starrte Hilfe suchend zu seiner Tochter, aber die grinste nur hämisch und verzog sich in Richtung Telefon. »Dauert nicht lange, fangt ruhig schon an!«, rief sie ihnen über die Schulter zu.

»Pah!«, machte Tom verächtlich. »Nicht lange ist mindestens eine Stunde! Komm, Marki, essen. Hm, riecht klasse, Papa!«

Barbara, die heute Vormittag ihren Deutschkurs hatte, fand sich ein, als sie gerade mit der Vorspeise fertig waren. Nick stöhnte innerlich über den unbekannten jungen Mann, den sie im Schlepptau hatte. Wenn er richtig gezählt hatte, war das der fünfte in vier Wochen.

Barbara war das aktuelle Aupair der Grotes, vor vier Wochen erst aus Polen gekommen. Sie passte wunderbar in diese verrückte Familie mit dem freundlichen Ratgeberautor, der toughen Karrierefrau, der Tarotkarten legenden Haushälterin und dem Gärtner, der die Bäume im parkähnlichen Garten mit Bachblüten behandelte. Das Mädchen kannte bereits die halbe Stadt. Nick staunte, wie viele polnische Busfahrer, Ladeninhaber und Taxibesitzer es im Westend und den angrenzenden Stadtteilen gab. Das war ihm vorher nie aufgefallen.

Barbaras wahre Talente lagen allerdings im Geldverdienen. Von den dreihundert Euro Taschengeld konnte ein Aupair, das begeistert dem westlichen Konsumrausch frönte, natürlich nicht leben. Vor ihrer Abreise nach Deutschland hatte Barbara sich noch gefragt, was sie mit den Reiki-Einweihungen anfangen sollte, die eine Freundin ihr als Dankeschön für die Hilfe bei der Deutschlehrerprüfung angeboten hatte. Wie immer in ihrem Leben ließ die Antwort nicht lange auf sich warten. Und jetzt machte sie mit ihren Reiki-Behandlungen in Frankfurt ein kleines Vermögen. Nick konnte sie nur mit Mühe davon abhalten, im Vorgarten ein Schild aufzustellen. Erst sein freundlicher Hinweis, das illegale Praktizieren von Reiki durch Ausländer ohne Arbeitsgenehmigung werde strafrechtlich verfolgt, brachte sie dazu, diese Idee aufzugeben und auch weiterhin per Mundpropaganda Kunden zu suchen. Mit dem Staat legt ein guter Pole sich nicht an, pflegte Barbara zu sagen. Das war genauso tabu wie Kritik an der katholischen Kirche. Obwohl Barbara sehr liberale Vorstellungen von Beziehungen hatte und ein abwechslungsreiches Liebesleben führte, hielt sie große Stücke auf die Ausführungen des Papstes zu den Themen Sexualität und Empfängnisverhütung. Nicks Vater Alexander, ein Therapeut mit eigener Praxis im Zentrum von Frankfurt, fand diesen Widerspruch in Barbaras Persönlichkeit höchst faszinierend. Bei Nick dagegen löste diese Einstellung seines Aupairs helles Entsetzen aus. Sogar Josefina schloss sich in diesem Fall ausnahmsweise der Meinung ihres Arbeitgebers an.

Barbara und Matthias, ihr neues Opfer, freuten sich über die erhoffte und auch erfolgte Einladung zum Mittagessen. Nick freute sich über die erhofften und auch erfolgten Komplimente zu seinem Menü. Sehr zufrieden mit sich dachte er an die Mousse au Chocolat, die er zum Nachtisch gemacht hatte.

»Sag mal, kocht dein Papa immer?«, raunte Matthias Tom zu.

»Klar!«, antwortete Tom mit vollem Mund. »Mama hat keine Zeit, die arbeitet den ganzen Tag.« Er warf Matthias einen schnellen Seitenblick zu, um festzustellen, ob der beeindruckt war. Noch nicht. »Sie ist immer in ihrer Firma. Wenn sie nicht grad in der Gegend rumfliegt. Amerika und so.« Matthias sah ihn erstaunt an. Tom setzte noch eins drauf. »Wenn Papa nicht kocht, dann kocht Josefina, unsere Haushälterin. Die wohnt unten im Haus. Mit dem Gärtner.«

»Der heißt Fred. Aber nicht Feuerstein«, krähte Mark mit vollem Mund und versprühte dabei Kräutersoße über den Tisch.

Während Nick einen Lappen aus der Küche holte, fischte Tom zufrieden die letzten Nudeln aus der Schüssel. Er freute sich, dass es ihm gelungen war, Barbaras Freund zu beeindrucken. Wenn seine Mutter auch nie da war, so konnte man doch wenigstens mit ihr angeben.

Nach einer Ehrfurchtsminute wollte Matthias noch mehr wissen. »Und was macht dein Papa so?«

»Der ist immer zu Hause und schreibt Bücher. Morgens, wenn wir alle weg sind. Und abends, wenn er denkt, wir würden schlafen.«

Barbara, die unter anderem dafür zu sorgen hatte, dass die Kinder rechtzeitig im Bett waren, drohte ihm scherzhaft mit der Gabel. »Na warte, heute Abend dreh ich euch den Strom ab!« Mark sah für einen Augenblick erschrocken aus, flüsterte dann aber Tom etwas ins Ohr, das verdächtig nach »Lampentasche« klang.

»Schon gut, schon gut, reg dich nicht auf!«, grinste Tom in Richtung Barbara. »Also, Papa schreibt Bücher für Leute, die sich dauernd zanken. Mit ihrer Frau oder mit ihrem Mann. Oder ...«, er warf Nick, der jetzt wieder auf seinem Platz saß, einen verschmitzten Seitenblick zu,  »... mit ihren Kindern.«

»Genau!«, bestätigte Nick ernsthaft. »So nette Kinder wie meine sind nämlich die Ausnahme.« Er stapelte die Teller und brachte sie in die Küche, wo er gleich die Mousse noch mit Sahne und Schokobohnen verzierte.

»Wetten, das siehst du heute Abend wieder ganz anders?«, feixte Tom. Zu Matthias sagte er: »Papa schreibt auf, was die Leute machen sollen, damit sie sich nicht dauernd zanken müssen.«

»Autor, heißt das«, rief Mark dazwischen. »Aber nicht so wie Auror. Weil, die gibt's nur bei Harry Potter.«

»Hey, Zwerg, hast du wieder heimlich gelauscht, als ich CDs gehört habe?« Tom knuffte ihn und wandte sich schnell wieder Matthias zu, bevor Mark sich aufregen konnte. »Jedenfalls ist Bücherschreiben nicht so doll anstrengend, weißt du? Da kann Papa locker noch nebenbei kochen.«

Matthias kam aus dem Staunen gar nicht mehr heraus. »Aha. Und wenn das hier ein normales Mittagessen ist, was esst ihr dann sonntags?«

»Sonntags gehen wir essen«, antwortete Nick und stellte schwungvoll die große Schüssel mit der ansprechend mit Schokobohnen und Sahnetupfen dekorierten Mousse au Chocolat auf den Tisch.

»Haben Sie die etwa auch selbst gemacht?« Matthias bekam große Augen.

»Wenn man welche kauft im Laden, dann schmeckt die wie braune Schuhcreme mit Süßstoff«, verkündete Mark, und damit war das Thema erledigt.

***

Als die Jungen sich mit Barbara und Matthias in die Kinderzimmer verzogen hatten und Nick dabei war, die Spülmaschine einzuräumen, erschien Pia in der Küche. »Und, Paps? Hast du was für mich gerettet?«

»Musste ich ja wohl«, entgegnete Nick freundlich. »Nudeln für dich sind in der Mikrowelle. Sonst verzeihst du mir die geklaute Schokolade ja nie!«

»Boh, du gemeiner ...« Pia ging mit erhobenen Fäusten auf ihn los. »Schon wieder? Das ist absolut unverzeihlich!«

»Abwarten!«, konterte Nick gelassen. »Solltest du später einen Therapeuten brauchen – wegen der traumatischen Verlusterlebnisse, meine ich –, kriegst du kostenlos Stunden von Opa.«

Pia gab sich geschlagen. Sie aß ein Schälchen Salat, vertilgte selig seufzend die Tomatensuppe, wischte den Teller mit einem Stück Bruschetta sauber, ging dann über zu zwei Riesenportionen Fettuccine und löffelte die restliche Mousse au Chocolat der Einfachheit halber gleich aus der Schüssel.

»Pia!« Nick ließ vor Schreck fast die Salatschleuder fallen, die er gerade abtrocknete. »Wie kannst du nur!«

Pia zog einen Flunsch. »Mann, jetzt sag du auch noch, ich wäre zu dick.«

Nick schaute sie verwirrt an. »Zu dick? So ein Quatsch! Ich rede davon, dass du Mousse au Chocolat nicht aus der Schüssel essen sollst. Das ist wirklich grauenvoll unästhetisch!«

Pia grinste, holte sich ein Dessertschälchen aus dem Schrank und fragte dann: »Was von Corinna gehört?«

»Äh, ja.« Nick war überrascht. Die Kinder hatten sich längst an die häufige Abwesenheit ihrer Mutter gewöhnt. Sie fragten nicht oft nach ihr, besonders Pia nicht. Sie betrachteten Corinna an den wenigen Tagen, an denen sie zu Hause war, als Gast, zu dem man auf Papas Anordnung hin freundlich sein musste. Das war gar nicht so schwer, denn Corinna pflegte immer Arbeit mit nach Hause zu bringen, sich für die Dauer ihres Aufenthaltes im Arbeitszimmer zu verschanzen und meistens auch dort zu essen. Außerdem war sie schnell wieder verschwunden. »Sie kommt übermorgen zurück«, fuhr Nick fort, bemüht, sich nichts anmerken zu lassen.

»O nein, schon?« Pia sah erschrocken auf. »Kann ich trotzdem bei Tina übernachten?«

»Klar kannst du. Aber ruf zwischendurch mal an, um Mama hallo zu sagen, ja?«

Pia sah ihn an. »Du gibst nie auf, was?«

»Nein, tu ich nicht«, sagte Nick, und es klang nicht sehr froh. Aber das merkte Pia nicht. Sie folgte schon wieder dem Klingeln des Telefons. »Ist bestimmt für mich!«, rief sie noch und nahm den Apparat gleich mit in ihr Zimmer.

Kapitel 2

Nick war sauer. Stinksauer. Genau das, was ein erfahrener Ratgeberautor in seinen Augen eigentlich nicht sein sollte. Wut, so erinnerte er sich an seine eigenen Worte, ist lediglich eine Warnung der Psyche, dass die Situation, in der Sie sich befinden, verändert werden muss. Dabei wollte Nick seine Situation gar nicht verändern! Und schon gar nicht wollte er, dass Corinna seine Situation veränderte!

Corinna dagegen interessierte sich keinen Deut dafür, was Nick wollte oder nicht wollte. Sie lächelte nur freundlich und unverbindlich. »Komm, Nick, lass uns wie Erwachsene darüber reden. Solche Dinge passieren. Das ist doch kein Drama. Ich war ja sowieso selten zu Hause. Die Kinder können mich auf La Gomera besuchen. Und du hast deinen Beruf. Ich will gar nichts weiter von dir. Nur eine saubere Trennung.«

Lesen Sie weiter in der vollständigen Ausgabe!

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