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Wenn Gedanken zu Monstern werden, ist leben alles andere als leicht. Denn Gedanken verschwinden nicht einfach so. Um zu zeigen, was Gedankenmonster mit mir anstellen, und was sie mir so alles zuflüstern, begann ich, sie auf Papier zu bringen. Denn ein Leben mit psychischen Erkrankungen ist hart. Und doch steckt so viel mehr dahinter, als sich die Meisten darunter vorstellen können. Kommt also mit, in eine Welt, in der Gedanken zu Monstern werden.
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Seitenzahl: 56
Veröffentlichungsjahr: 2020
Massive Trigger Warning
take care of yourself.
-eating disorder
-sexual abuse
-trauma
-depression
-borderline
-suicide
kommt mit auf eine kleine Reise…durch meine
Gedankenwelt
Worte sind so wunderbar, so vielfältig und spielerisch schön.
Desto mehr ich von ihnen kenne, desto mehr kann ich sie nutzen.
Das Spiel mit Worten ist ein Wortspiel,
mein
kleines
Wortspiel.
Meine Poesie
Nele Scheld
Meine Gedanken sind
Monster
sind lange schon da
Diese Monster lassen nicht ab von mir
fühlen sich unheimlich wohl bei mir.
Ich schreie so laut und doch so leise
auf eine ganz eigene Art und Weise
Mein Schrei ist ganz still, zeitgleich unglaublich laut
geht mir selbst sogar unter die Haut.
Gedankenmonster.
Wie schön meine Decke heute wieder aussieht, fast so schön wie gestern.
Da oben, ca. 1,80m über mir. Und die Bilder schräg daneben, hängen fast genauso schief dort wie gestern auch.
Aber das mit den Löchern schaffe ich immer noch nicht, da passiert einfach nichts, egal wie lange ich nach da oben starre.
Wie doof, noch nicht mal das kann ich, noch nicht mal Löcher in die Decke starren kann ich.
Das mit dem Aufstehen sollte ich dann wohl auch gleich bleiben lassen, kann ja nur schief gehen.
Außerdem wäre das viel zu anstrengend, erst die Füße aus dem Bett. Den Boden berühren - das ist gruselig, ich kenne doch nur noch meine Matratze unter mir, mit ihrem Laken - in welchem inzwischen immerhin schon ein paar Löcher sind - mit der Bettwäsche von Ikea, das Set namens „Rosalie“ natürlich, welches inzwischen jeder zweite besitzt - will ja natürlich dem Trend folgen um dazuzugehören. Da ist der Untergrund „Boden“ ja etwas ganz anderes, der ist mir bestimmt viel zu stabil, das passt nicht zu meinem Kopf, den Gedanken und meinem ganzen Leben.
Außerdem liegt da noch dieser Teppich, der Schwarze - ohje, schwarz ist traurig, das macht mich dann bestimmt ganz depressiv.
Dann müsste ich meinen Körper aufrichten. Ich kenne die Luft da oben doch gar nicht mehr, vielleicht schadet sie mir, ja, das tut sie bestimmt.
Und selbst wenn, wenn wenn wenn, wenn ich dann irgendwann vielleicht, so ganz vielleicht, aufrecht stehen würde - wer weiß, ob mich der Wind dann nicht umwehen, oder ich mir einen Zug holen würde. Dann wäre ich krank. Müsste zum Arzt, das wäre ja schon wieder so weit weg. Und auf dem Weg dorthin könnte mir dann noch ganz ganz viel anderes zustoßen, das ist mir doch zu gefährlich! Wer weiß, was dieser Zug alles für Folgeschäden hätte.
Da bleibe ich doch lieber hier in meinem Bett liegen, keine Anstrengung, keine Gefahr.
Da bleibe ich doch lieber hier in meinem Bett liegen, und warte, bis die ersten Löcher da oben entstehen.
Depressionen.
Meine Gedanken sind so… sind einfach leer.
Meine Gefühle sind so… sind einfach taub.
Da ist irgendwie nichts.
Alles schwarz, das Weiß ist irgendwo im nirgendwo, und grau hat sowieso noch nie existiert.
Es ist schon wieder so eine Nacht,
ich
liege wach, und es ist so
leer.
Will nicht schlafen, will nicht wach sein, will kein Licht
sehen und auch nicht im Dunklen bleiben.
Diese Leere ist nicht warm, nicht kalt
gibt mir weder Sicherheit, noch Halt
sie ist
leer.
Gefühle, Gedanken, Emotionen sind weg haben sich wie der Meister der Streiche so gut versteckt, im Leeren.
Wohin bin ich verschwunden, wo ist diese Leere, wie komm ich dorthin?
Erkenne mich selbst nicht, als würde ich ertrinken darin.
Ich will doch leben und lachen,
will Sachen machen,
singen, vor Freude springen
und tanzen.
Tanzen in die Nacht hinein.
Will wieder ich selber sein.
Will nicht noch länger und schon wieder verschwinden, will mich wieder selber finden, und das werde ich.
In der Leere.
Ich werde mich wieder selber finden, in meiner Leere.
Meine Mutter hat sich immer gefragt, warum man sich das antut. Warum man sich fast zu Tode hungert. Warum man seinen Körper bewusst so kaputt macht, obwohl einem doch sonst eigentlich nichts fehlt, man gesund ist und ein ordentliches Leben führen könnte.
Und dann fragte sie mich, warum ich das machen würde.
Doch Mama…
du weißt nicht wie das ist mit den Gedanken, die einen täglich lassen schwanken, zwischen gut und böse, gesund und krank, man hat die Kontrolle nicht mehr in der Hand.
War der Wille zum gesund werden nicht gerade noch da?
Sollte es das nicht werden, das tolle Jahr? In dem alles wieder gut wird und vielleicht ein bisschen perfekt?
Doch ich glaube die Krankheit hat mich wieder entdeckt. Trotz all den Stunden mit den Tipps, für ein gutes Versteck.
Man verliert die Kontrolle, man verliert sein Ziel.
Plötzlich wird alles wieder zu viel, in der großen Welt, der ganz kleinen Welt, hab ich den Weg schon wieder verfehlt.
Ich glaube, dass ich mich ihr wieder hingebe, weil ich keinen Plan hab, wonach ich strebe.
Und Mama, jetzt zu deiner Frage zurück, verstehst du, die Krankheit macht einen irgendwie verrückt Verspricht Sicherheit und ein gutes Leben, doch wir wissen, das wird man mit ihr nicht erleben.
Denn das einzige was sie gibt ist Gefahr und Verlust,
Es ist ja nicht so, als hätte ich das nicht gewusst.
Ach, es ist so eine Zwickmühle, so ein Teufelskreis, ja irgendwie der größte Scheiß.
Und trotzdem so verführerisch, so nah und klar, dass die Sicht verschwindet, auf die große Gefahr, die dahinter steckt, so logisch und doch verdeckt.
Denn Mama, die Krankheit nimmt die Kontrolle weg, hält die Vernunft so gut versteckt.
Lässt die Gedanken täglich schwanken,
zwischen gut und böse, gesund und krank, man hat die
Kontrolle nicht mehr in der Hand.
Bin ich nicht eigentlich noch viel zu jung für das Alles?
Für diese Gedankengänge, diese Gedankenzwänge, für diese Medikamente für dieses Umhergelenke.
Ich lenke umher zwischen schwarz und weiß, und das Alles noch nicht einmal für einen Preis.
Ich gewinne nichts, verliere nur,
für Veränderung bin ich scheinbar zu stur.
Meine Bekannten bekommen ihr Leben doch auch irgendwie hin, saßen nicht schon in psychosomatischen Kliniken drin…
warum ich? ja okay, ich hab zwar schon unglaublich viel daraus gelernt,
mich dadurch trotzdem schon viel zu weit und immer weiter von mir selbst entfernt.
Es gibt kein Entkommen, zumindest sehe ich es nicht - doch laut ‚Prinz Pi‘ gibt es ja selbst im schwärzesten All ein Lebenslicht.
Ich bin zu feige für Vernunft und Verstand, dafür hat mich diese Krankheit viel zu fest in der Hand.
Wer bin ich? Wo gehöre ich hin? Macht dieser Text überhaupt Sinn?
Oder sind es nur wieder irgendwelche Reime, die ich ich mal wieder vor mich hin schreibe?
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