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Studienarbeit aus dem Jahr 2002 im Fachbereich Pädagogik - Pädagogische Soziologie, Note: 1,3, Universität Duisburg-Essen (Erziehungswissenschaft), Veranstaltung: Seminar: Mutproben im Jugendalter, Sprache: Deutsch, Abstract: Mutproben sind im Jugendalter nichts Neues. Zu allen Zeiten hat es sie in den verschiedensten Formen gegeben und die wenigsten Erwachsenen können sich nicht an entsprechende eigene Taten erinnern. Betrachtet man den historischen Aspekt, so fällt auf, dass Mutproben sich nicht unabhängig vom gesellschaftlichen Wandel darstellen lassen. Mit ihm einhergehend verschwinden typische alte und entstehen neue Arten von Mutproben, denen sich die Jugendlichen aus den unterschiedlichsten Motiven unterziehen. In dieser Arbeit soll der Frage nachgegangen werden, ob Hacken als neue Form von Mutproben Jugendlicher verstanden werden kann. Hierbei wird von der zentralen These ausgegangen, dass in modernen Gesellschaften der durch Computer und Internet geschaffene virtuelle Raum für die Individuen und ihr Leben immer mehr Bedeutung erlangt, sich vermehrt wichtige Teile des Alltags und (Er-) Lebens genau hier abspielen und nicht mehr in der so genannten realen Umwelt, die neuen Medien Computer und Internet unser Denken prägen und verändern. Inhaltlich lässt sich die folgende Arbeit in drei Themenbereiche unterteilen. In dem ersten von ihnen wird zunächst ein theoretischer Bezugsrahmen abgesteckt werden. Neben einer kurzen Definition des Begriffes Risikoverhalten und seiner Dimensionen sollen dabei exemplarisch zwei Ansätze zur Erklärung jugendlichen Risikoverhaltens dargestellt werden. Dieses wäre zum einen der sozialisationstheoretische Ansatz, der davon ausgeht, dass in den modernen Gesellschaften das Eingehen von Risiken eine Normalität ist und evtl. sogar honoriert wird. Zum anderen wird eine Theorie vorgestellt werden, die auf der Identitätsebene ansetzt und die Bedeutung von Risikoverhalten als Initiationsritus und Vergewisserung des eigenen Selbst durch Herausforderung des Schicksals hervorhebt. Des Weiteren soll im zweiten thematischen Bereich auf Jugendliche und ihren Umgang mit Medien eingegangen werden. Dabei wird vor allem der Wandel in der Medienwelt der Jugendlichen, der durch das vermehrte Aufkommen von Computern und Internet in Privathaushalten ausgelöst wurde, hervorgehoben sowie auf die Funktionen, die Medien für die Jugendlichen erfüllen können, verwiesen werden. Im letzten Teil sollen jugendliche Hacker und ihre Taten fokussiert werden. [...]
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Veröffentlichungsjahr: 2002
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Erziehungswissenschaften Seminar: Mutproben im Jugendalter SS 2002
Eingereicht durch:
Tanja Adamus
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Mutproben sind im Jugendalter nichts Neues. Zu allen Zeiten hat es sie in den verschiedensten Formen gegeben und die wenigsten Erwachsenen können sich nicht an entsprechende eigene Taten erinnern. Betrachtet man den historischen Aspekt, so fällt auf, dass Mutproben sich nicht unabhängig vom gesellschaftlichen Wandel darstellen lassen. Mit ihm einhergehend verschwinden typische alte und entstehen neue Arten von Mutproben, denen sich die Jugendlichen aus den unterschiedlichsten Motiven unterziehen. In dieser Arbeit soll der Frage nachgegangen werden, ob Hacken als neue Form von Mutproben Jugendlicher verstanden werden kann. Hierbei wird von der zentralen These ausgegangen, dass in modernen Gesellschaften der durch Computer und Internet geschaffene virtuelle Raum für die Individuen und ihr Leben immer mehr Bedeutung erlangt, sich vermehrt wichtige Teile des Alltags und (Er-) Lebens genau hier abspielen und nicht mehr in der so genannten realen Umwelt, die neuen Medien Computer und Internet unser Denken prägen und verändern.
Inhaltlich lässt sich die folgende Arbeit in drei Themenbereiche unterteilen. In dem ersten von ihnen wird zunächst ein theoretischer Bezugsrahmen abgesteckt werden. Neben einer kurzen Definition des Begriffes Risikoverhalten und seiner Dimensionen sollen dabei exemplarisch zwei Ansätze zur Erklärung jugendlichen Risikoverhaltens dargestellt werden. Dieses wäre zum e inen der sozialisationstheoretische Ansatz, der davon ausgeht, dass in den modernen Gesellschaften das Eingehen von Risiken eine Normalität ist und evtl. sogar honoriert wird. Zum anderen wird eine Theorie vorgestellt werden, die auf der Identitätsebene ansetzt und die Bedeutung v on Risikoverhalten als Initiationsritus und Vergewisserung des eigenen Selbst durch Herausforderung des Schicksals hervorhebt. Des Weiteren soll im zweiten thematischen Bereich auf Jugendliche und ihren Umgang mit Medien eingegangen werden. Dabei wird vor allem der Wandel in der Medienwelt der Jugendlichen, der durch das vermehrte Aufkommen von Computern und Internet in Privathaushalten ausgelöst wurde, hervorgehoben sowie auf die Funktionen, die Medien für die Jugendlichen erfüllen können, verwiesen werden. Im letzten Teil sollen jugendliche Hacker und ihre Taten fokussiert werden. Dabei wird zunächst der Begriff des Hackers, seine Differenzierungen und Implikationen thematisiert. Im Folgenden werden die Taten jugendlicher Hacker anhand einer Auswahl versucht zu systematisieren und es wird ferner auf die Reaktionen in den Medien - und daraus resultierend auch in der Öffentlichkeit - auf die Aktionen der Jugendlichen eingegangen. Abschließend soll in einem kurzen Fazit aufgezeigt werden, ob die einleitende These, dass Hacken eine
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neue Form von Mutproben im virtuellen Raum sei, anhand des vorliegenden Materials als haltbar angesehen werden und möglicherweise einen Ansatz für weitergehende empirische Forschungsansätze liefern kann.
