Paul und der Weihnachtsstern - Katharina Pflugbeil - E-Book

Paul und der Weihnachtsstern E-Book

Katharina Pflugbeil

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Beschreibung

Weihnachten ist in Gefahr! Unter den Engeln im Himmel werden die Aufgaben für die Weihnachtszeit verteilt. Auch der kleine Engel Paul bekommt seine erste eigene Aufgabe, und dann direkt die wichtigste von allen: Er darf aus 24 Sternen den großen Weihnachtsstern bauen, der Heiligabend für alle Menschen auf der Welt hell am Himmel erstrahlen soll. Die älteren Engel bieten Paul freundlich ihre Hilfe an, aber Paul lehnt empört ab. Er will es allein schaffen. Doch dann geschieht es: Vor Aufregung kippt Paul den Korb mit den Sternen um, und alle bis auf einen sausen auf die Erde hinunter. Wird es Paul gelingen, die Sterne wiederzufinden, damit es Weihnachten werden kann? Ein Adventskalender für Kinder über die Kraft guter Taten und den Zauber der Weihnachtszeit Das sagt die Presse: ‚(...) eignet sich perfekt als Vorlesekalender für die Enkelkinder. Denn selbst wenn man nicht immer selbst zur Stelle ist um Vorzulesen, ist es doch ein schönes Ritual in der Adventszeit für die Kleinen.‘ Tess Buckele, Meine Enkel & ich, September 2023 ‚(...) Ich habe das Buch kaum aus der Hand legen können, die Geschichte des kleinen Engel Paul ist so unglaublich rührend. Sie gibt wirklich Kraft für gute Taten und seien sie noch so klein und macht deutlich wie bedeutsam sie sein können. Außerdem steckt in diesem Buch wirklich der Zauber der Weihnachtszeit. (...)‘ Stephie Hermann, stephienchen.de, November 2023

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Seitenzahl: 81

Veröffentlichungsjahr: 2024

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Für alle Kinder, die sich auf Weihnachten freuen

Inhaltsverzeichnis

Kapitel 1: Paul bekommt eine Weihnachtsaufgabe

Kapitel 2: Besuch im Wald

Kapitel 3: Weißt du, wie viel Sternlein stehen?

Kapitel 4: Zu Gast beim Maulwurf

Kapitel 5: Lasst uns froh und munter sein

Kapitel 6: Heute ist Nikolaustag!

Kapitel 7: Schneeflöckchen, Weißröckchen

Kapitel 8: Bekommen Engel eigentlich Hunger?

Kapitel 9: Der Wetterhahn

Kapitel 10: Auf dem Weihnachtsmarkt

Kapitel 11: Das Karussell

Kapitel 12: Krankenbesuch

Kapitel 13: Luciatag

Kapitel 14: Tatü, tata, die Feuerwehr ist da!

Kapitel 15: In der Kirche

Kapitel 16: Der Überfall

Kapitel 17: Die Entschuldigung

Kapitel 18: Im Kindergarten

Kapitel 19: In fünf Tagen ist Weihnachten!

Kapitel 20: Im Zoo

Kapitel 21: Eine Seefahrt, die ist lustig

Kapitel 22: Wer will ’ne fleißige Schreinerin sehen?

Kapitel 23: Morgen Kinder wird’s was geben, morgen werden wir uns freu’n!

Kapitel 24: Heute ist Weihnachten!

Paul bekommt eine Weihnachtsaufgabe

Alle Engel sitzen dicht gedrängt auf der Versammlungswolke und warten gespannt auf den alten Simon. Simon verteilt jedes Jahr die Aufgaben für die Weihnachtszeit.

Paul rutscht unruhig hin und her. Ob Paul dieses Jahr endlich auch eine eigene wichtige Aufgabe erhalten wird?

Da kommt Simon schon mit seinem großen goldenen Weihnachtsbuch hereingeschwebt und beginnt mit brüchiger Stimme daraus vorzulesen:

»Das Plätzchenbacken geht an die Bäckerengel, das Wunschzettellesen an die Postengel, das Geschenkebasteln an die Werkstattengel, das weihnachtliche Schmücken an die Dekorationsengel, das Sternepolieren an die Putzengel und das Geschenkeeinpacken an die geschickten Engel …« Mit einem lauten Knall klappt er das goldene Buch wieder zu.

Paul zuckt zusammen und lässt enttäuscht die Schultern sinken. Wieder nichts für ihn dabei.

Da schaut Simon auf und kratzt sich nachdenklich den langen weißen Bart. »Moment, ich glaube, ich habe da etwas vergessen …« Er blättert erneut im goldenen Buch.

Paul hält die Luft an.

»Ach ja, richtig, der Weihnachtsstern, das Wichtigste überhaupt!« Simon schlägt sein Gewand zur Seite. »Hier steht der Korb mit 24 besonders hellen Sternen, aus denen jedes Jahr der Weihnachtsstern zusammengesetzt wird. Wer übernimmt das?« Suchend schaut er sich um.

Paul ist erst wie erstarrt. Dann schreit er sehr hoch und so laut er kann: »ICH!«

Ein Raunen weht über die Versammlungswolke.

»Du?«, fragt der alte Simon und schaut ihn verwundert an. »Bist du dir sicher, dass du das schon schaffst?«

Paul weiß nicht, was er sagen soll.

»Wir alle helfen ihm gern«, sagt die freundliche runde Angelika aus der ersten Reihe. »Paul ist doch noch viel zu klein für so eine schwierige Aufgabe«, ergänzt sie gütig.

Auch die anderen Engel lächeln, murmeln zustimmend und nicken nachsichtig, schließlich ist Paul der Jüngste unter ihnen.

Paul schnappt nach Luft und wird ganz rot vor Zorn. »Ich bin nicht zu klein! Ich schaffe das!«

Der alte Simon lächelt und winkt müde ab, er gähnt und beginnt davonzuschweben. »Wenn du meinst, du kannst das, dann vertraue ich dir. Aber denk dran, Heiligabend muss der Weihnachtsstern am Himmel stehen, sonst kann es nicht Weihnachten werden!«

Eifrig und sehr stolz eilt Paul zu dem großen Korb voller Sterne. Alle Engel umringen ihn und bieten erneut ihre Hilfe an. »Komm, Paulchen, wir fliegen dir den Korb an die richtige Stelle!«, rufen sie.

Aber Paul verschränkt trotzig die Arme und stellt sich schützend vor den Korb. »Nein, ich kann das alleine!«

Versehentlich stößt er dabei gegen den Korb. Klirrend purzeln alle Sterne heraus und kugeln direkt von der Wolke herunter. Paul versucht sie noch zu fangen – aber nur den allerletzten erwischt er gerade noch mit den Fingern, die anderen 23 Sterne sausen auf die Erde hinunter. Bestürzt dreht er sich um und blickt in grimmige Gesichter.

»Und jetzt?«, fragt Paul mit dünner Stimme.

Die großen Engel zucken mit den Schultern und fliegen einfach davon. Nur die gute Angelika kehrt noch einmal um und tätschelt ihm tröstend den Kopf. Dann ist auch sie verschwunden.

Paul überlegt einen Moment. Dann schlägt er vorsichtig den einzigen Weihnachtsstern, den er noch retten konnte, in Seidenpapier ein und legt ihn in seine himmelblaue Tasche. Er wird sich auf den Weg zur Erde machen, um die 23 verlorenen Sterne zu suchen.

Besuch im Wald

Als Paul unten auf der Erde ankommt, ist es bereits früher Abend. Es regnet in Strömen. Daher fliegt Paul in den Wald, wo die großen, alten Tannen schützend ihre Zweige über ihm ausbreiten. Kein Tier weit und breit ist zu sehen, alle haben sich zum Schutz vor der Nässe gemütlich in ihrem Bau und ihren Höhlen verkrochen. Nur die alte Eule sitzt einsam auf ihrem Ast. Sie hat sich einen dicken Schal um den Hals gebunden und niest laut und kräftig.

»Gesundheit!«, sagt Paul schüchtern.

»Nanu, ein Weihnachtsengel in unserem Wald?«, krächzt sie heiser.

»Ich suche die Sterne, aus denen ich den Weihnachtsstern bauen soll. Du hast sie nicht zufällig gesehen?«, fragt Paul.

»Oh, du hast sie verloren?« Die Eule wiegt bedächtig ihren weisen Kopf hin und her und reißt dann neugierig ihre großen runden Augen auf. »Alle 24?«

»Nein«, beeilt sich Paul zu antworten, »einen konnte ich retten.« Und er klopft sachte auf seine blaue Tasche.

»Hm, das wird schwierig«, sagt die Eule, »weil es so besondere Sterne sind. Alle, die sie finden, werden sie behalten wollen.«

Paul seufzt.

»Aber nur Mut«, tröstet ihn die Eule. »Weihnachten ist die Zeit, um Gutes zu tun. Vielleicht erinnerst du sie daran, dann bekommst du deine Sterne auch zurück.«

Paul schaut sie zweifelnd an. Er will gerade schon weiterfliegen, da fängt die Eule zu husten an.

»Eule, wieso sitzt du denn eigentlich draußen bei dem kalten, nassen Wetter? Krabble doch lieber in dein gemütliches Astloch und lege dich hin! Du wirst noch ganz krank!«

»Ach was«, krächzt die Eule, »dazu ist mir viel zu warm!«

»Hast du etwa Fieber?«, fragt Paul besorgt. Er fliegt zurück und legt ihr seine kühle kleine Hand auf die Eulenstirn, sie ist kochend heiß. »Arme alte Eule, ab ins Bett mit dir. Schlafen ist die beste Medizin! Morgen wird es dir schon besser gehen, du wirst sehen.«

Die alte Eule wimmert nur noch leise vor sich hin und rührt sich nicht vom Fleck.

Da greift Paul ihr vorsichtig unter die schwitzenden Flügel und trägt sie in ihr Bett im Baumloch. Suchend schaut er sich um nach etwas, um das Fieber zu senken. Ein kalter Waschlappen wäre jetzt perfekt, aber den hat die Eule nicht.

In seiner Not greift er in seine blaue Tasche und findet den kleinen Stern, den er gestern auf der Wolke noch fangen konnte. Eiskalt ist er. Paul zögert keine Sekunde, wickelt den Stern rasch aus dem Seidenpapier aus und legt ihn vorsichtig auf die Stirn der fiebernden Eule.

Sternschnuppenschnell schmilzt der Stern, nur ein wenig Goldstaub bleibt übrig.

Die Eule aber atmet erleichtert auf. Das Fieber ist weg, jetzt kann sie sich gesund schlafen.

Müde kuschelt sich Paul an die Eule. »Auf den einen Stern mehr oder weniger wird es schon nicht ankommen«, denkt er sich. Gleich morgen früh muss er sich auf die Suche nach den restlichen Sternen machen.

»Ich danke dir, kleiner Engel!«, murmelt die Eule noch. »Und versuch’s morgen mal bei der Elster, die liebt alles, was glitzert.« Gleich darauf ist sie eingeschlafen.

Pauls himmelblaue Tasche liegt achtlos in der Ecke. Sie ist ein kleines Stück größer geworden. Paul hat das nicht bemerkt, er ist auch schon eingeschlafen.

Weißt du, wie viel Sternlein stehen?

Paul findet das Elsternest nicht sofort. Doch dann sieht er plötzlich auf einem Ast in einem Nest etwas schimmern. Erwartungsvoll fliegt er rauf und schaut hinein. Da liegen drei kleine Elsterkinder schlummernd aneinandergekuschelt – und über ihnen an der Kante des Nestes baumeln zwei von Pauls Sternen, ein großer und ein kleiner, Sterne Nummer zwei und drei. Sie tauchen alles in ein weiches, warmes Licht, gerade so wie ein weihnachtliches Mobile. Paul freut sich. Na, das war ja ein guter Tipp von der schlauen Eule! Gerade nimmt er die Sterne vorsichtig ab, da kommt die Elstermama aufgeregt angeflattert.

»Tu’s nicht«, bittet sie den kleinen Engel und versucht, ihn zurückzuhalten, indem sie einen ihrer hübschen schwarz-weißen Flügel auf seine Hand legt. »Ich weiß, sie gehören dir, aber meine Kinder haben sich so über die Sterne gefreut! Jetzt schlafen sie viel besser ein als vorher, weil sie sich nicht mehr vor der Dunkelheit fürchten müssen.«

Paul zögert kurz. Sollte er ihr jetzt sagen, was die Eule ihm geraten hat, dass Weihnachten ein Anlass sein sollte, Gutes zu tun?

»Liebe Elster, ich fürchte, ich brauche die Sterne ganz dringend«, will er gerade sagen – aber als er den Mund aufmachen möchte und die besorgte Elster vor sich sieht, macht er ihn schnell wieder zu.

Gilt das mit dem Vorsatz, Gutes zu tun, nicht auch für ihn? Müsste er nicht erst mal bei sich damit anfangen, bevor er anderen diese Frage stellt?

»Also gut, dann bleibt ein Stern bei euch«, seufzt Paul.

Die Elstermama sieht ihn mit schiefem Kopf bittend an. »Beide gehen nicht?«, fragt sie vorsichtig.

Paul seufzt. Behutsam hängt er beide Sterne wieder an den Ast über den Elsterkindern auf. Die schnarchen leise und friedlich vor sich hin.

Die Elster berührt mit ihrem Flügel gerührt seinen Rücken. Paul nickt nur freundlich und hängt sich seine blaue Tasche um, um aufzubrechen. Wie sollte er das nur dem alten Simon erklären, dass er zwar Sterne Nummer zwei und drei gefunden hat, sie aber nicht mitnehmen konnte?

Paul will schon davonfliegen, da merkt er, wie erschöpft er ist. Er setzt seine Tasche wieder ab und gähnt. Freundlich schiebt die Elster ihre Kinder ein wenig zur Seite.