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Lange Abhandlungen über Hundeerziehung will man nicht lesen? Für ein umfangreiches Trainingsprogramm hat man keine Zeit? Hier ist die Lösung: die Grunderziehung mit den wichtigsten Übungen auf den Punkt gebracht. Die erfolgreiche Hundetrainerin Katharina Schlegl-Kofler bietet im GU Ratgeber So einfach geht Hundeerziehung die Basics für ein stressfreies Zusammenleben von Mensch und Hund. Sie zeigt, warum bestimmte Erziehungsmaßnahmen im Alltag so wichtig sind. Alles wird gut nachvollziehbar erklärt, sodass auch der Einsteiger in Sachen Hundeerziehung problemlos zurechtkommt. Kurze Trainingspläne helfen bei der Umsetzung. Schritt-für-Schritt-Illustrationen lassen auf einen Blick das Wesentliche jeder Übung erkennen. Zusätzlich werden typische Erziehungsfehler aufgedeckt. Man lernt die Hundesprache kennen, erfährt, wie der Hund Situationen sieht, erhält Tipps zum Vorbeugen von Problemen und Meistern brenzliger Situationen. So funktioniert die einfache, aber wirkungsvolle Hundeerziehung!
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Seitenzahl: 218
Veröffentlichungsjahr: 2017
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© eBook: GRÄFE UND UNZER VERLAG GmbH, München, 2017
© Printausgabe: GRÄFE UND UNZER VERLAG GmbH, München, 2017
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Projektleitung: Anita Zellner
Lektorat: Gabriele Linke-Grün
Bildredaktion: Petra Ender
Covergestaltung: Anzinger und Rasp, München
eBook-Herstellung: Alisa Hese
ISBN 978-3-8338-6096-6
5. Auflage 2019
Bildnachweis
Coverabbildung: Jana Weichelt
Illustrationen: Katharina Rücker-Weininger, Jana Weichelt
Fotos: Angela Kraft, Sandra Hahn
Syndication: www.seasons.agency
GuU 8-6096 10_2019_01
Aktualisierung 2019/005
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Die Informationen und Empfehlungen in diesem Buch beziehen sich auf gesunde, normal entwickelte und charakterlich einwandfreie Hunde. Es gibt Hunde, die aufgrund von Krankheiten, mangelhafter Sozialisierung oder schlechter Erfahrungen mit Menschen in ihrem Verhalten auffällig sind und eventuell zum Beißen neigen. Diese Tiere sollten nur von erfahrenen Hundehaltern aufgenommen werden. Bei Hunden aus dem Tierheim können Pfleger und Tierheimleitung oft Auskunft über die Vorgeschichte des Vierbeiners geben. Trotz aller Sorgfalt und Genauigkeit können weder Verlag noch Autorin Garantien oder Haftungen für Personen-, Sach- oder Vermögensschäden übernehmen, die durch die Anwendung der vermittelten Sachverhalte und Methoden entstehen könnten. Für jeden Hund ist ein ausreichender Versicherungsschutz zu empfehlen.
HUNDEPERSÖNLICHKEITEN
Zum großen Teil machen die rassespezifischen Eigenschaften die Persönlichkeit eines Vierbeiners aus. Sie stellen bisweilen hohe Ansprüche an Erziehung und Führung, die oft unterschätzt werden. Hier drei Beispiele:
DER HOVAWART
Ein großer, selbstbewusster Hund mit eigenem Willen sowie ausgeprägtem Wach- und Schutzinstinkt. Er stellt bestimmte Vorstellungen und Anweisungen seines Menschen gern erst mal in Frage. Deshalb braucht dieser Vierbeiner einen souveränen »Teamchef«. Neben ausreichend Bewegung ist Arbeit für den Kopf wichtig.
DER BORDER COLLIE
Ein echter Arbeitshund. Er ist sensibel, lernwillig und reaktionsschnell. Da Hüten nichts anderes als Jagdverhalten ist, reagiert der Border Collie auf sich rasch bewegende Objekte oft sehr stark. Dieser Vierbeiner braucht also eine gute Balance zwischen sinnvoller Beschäftigung und Ruhe, um nicht nervös zu werden.
DER JACK RUSSELL TERRIER
Er ist zwar ein relativ kleiner Hund, aber wegen der Verwendung für die Baujagd auf den Fuchs eigenwillig und durchsetzungsfreudig – mit einer Portion Draufgängertum und Schärfe sowie jagdlicher Passion. Dieser Vierbeiner braucht viel Beschäftigung und eine konsequente Erziehung.
Wie schön – ein Vierbeiner bereichert Ihre Familie mit seiner Lebensfreude und Fröhlichkeit. Sicherlich möchten Sie, dass er Sie, wo immer möglich, im Alltag begleitet: Etwa bei entspannten Spaziergängen in der Natur die Seele baumeln lassen, erholsame Familienausflüge genießen, im Urlaub Spaß mit dem Hund haben und vieles mehr – die Bandbreite an Highlights im Zusammenleben mit dem Vierbeiner ist groß. Und muss er mal zu Hause bleiben, dann sollte auch das kein Problem sein, weder für ihn noch für seine Menschen.
Doch die Entspannung kann sich schnell in Stress verwandeln, wenn der Hund beim Spaziergang stiften geht, Passanten und Besucher anspringt, seinen Menschen an der Leine ständig hinter sich herzerrt und zu Hause oder im Hotel die Nachbarschaft zusammenbellt, wenn er mal allein bleiben muss. Nicht selten wird dann aus dem vierbeinigen Familienmitglied, das im Übrigen gar nichts dafür kann, eine regelrechte Belastung. Um solche Dinge zu vermeiden und den Hund in unseren Alltag zu integrieren, ist ein Mindestmaß an Erziehung und Ausbildung, am besten von Anfang an, der richtige Weg.
Mindestmaß heißt jedoch nicht, den Vierbeiner »ein bisschen« erziehen und ausbilden in dem Sinn, dass etwas »so lala« klappt. Denn wenn der Hund nur dann mit Ihnen zusammenarbeitet, wenn keine Ablenkung in der Nähe ist oder nur, wenn Sie mit ihm zu Hause sind, bringt das sehr wenig für einen gemeinsamen stressfreien Alltag. Das Mindestmaß der Erziehung ist viel mehr das schnörkellose Pflichtprogramm, das ein alltagstauglicher Begleit- und Familienhund unbedingt beherrschen sollte. Damit ersparen Sie sich wie auch Ihrem Vierbeiner diverse unschöne Erfahrungen und stressige Begegnungen.
»Ja schon«, denken Sie, aber Sie haben nicht die Zeit oder den Antrieb, sich tiefer mit der Materie und womöglich mit wissenschaftlichen Hintergründen zu beschäftigen? Dann sind Sie hier richtig. Dieses Buch bringt das Wesentliche auf den Punkt. Weniger geht allerdings nicht, denn ein bestimmtes Grundwissen ist nötig, um zu verstehen, wie der Hund »tickt«. Dazu gehören beispielsweise diese Aspekte: Wie wirkt Ihre Stimme, wie Ihre Körperspache auf den Hund? Welche Verhaltensweisen und Reaktionen von Ihnen kommen wie bei ihm an? Wo versteht er etwas völlig anders, als wir es sehen? Was teilt er Ihnen mit seiner Körpersprache mit? Wenn Ihnen diese Dinge bewusst sind, dann gelingen Erziehung und Ausbildung, und nur dann versteht der Hund auch, was Sie von ihm wollen. Das ist wichtig, denn wer ohne diese Basis an Wissen dem Vierbeiner etwas beibringen möchte, wird ihm häufig nicht gerecht und überfordert oder verunsichert ihn. Das geht dann zulasten der Beziehung des Hundes zu seinem Zweibeiner. Das möchten Sie sicher nicht. Haben Sie diese Basics jedoch erst mal verinnerlicht, werden Sie sehr schnell merken, wie leicht Sie und Ihr Hund sich tun und wie rasch sich deutliche Erfolge zeigen.
Die Zeit für das Training mit Ihrem Hund müssen Sie sich natürlich nehmen, denn nur Übung macht bekanntlich den Meister. Doch auch das gemeinsame Üben ist ein wesentlicher »Spaßfaktor« im Zusammenleben mit dem Vierbeiner – für beide Seiten. Denn die meisten Hunde lieben es, gefordert zu werden und etwas lernen zu dürfen.
Kurze Trainings-Einheiten zu Hause oder einen Teil des Spaziergangs für das Üben zu verwenden, reicht völlig aus. Sehr viel mehr zusätzliche Zeit ist gar nicht nötig. Schlechtes Wetter? Auch kein Problem, dann ist heute eben Indoortraining, zum Beispiel im Wohnzimmer oder im Flur, angesagt!
Je besser Sie Ihren Vierbeiner kennen und je besser Zwei- und Vierbeiner zusammenpassen, umso leichter funktionieren Erziehung und Ausbildung. Können Sie das Wesen Ihres Hundes gut einschätzen, lassen sich Probleme leichter vermeiden. Der Hund ist ein besonderes Heimtier, denn als einziges betrachtet er den Menschen als eine Art Artgenossen und lebt eng mit ihm zusammen.
Hunderassen unterscheiden sich in der Optik, aber ganz besonders in ihren angeborenen Eigenschaften. Je nachdem, wofür eine Rasse gezüchtet wurde, gibt es Hunde, die zum Beispiel gern mit dem Menschen zusammenarbeiten, eher ihren eigenen Willen haben, weniger oder mehr Jagdpassion haben, gern beschützen und verteidigen, mit Spazierrunden um den Block zufrieden sind oder eine rassegerechte Beschäftigung brauchen.
Natürlich gibt es diese Eigenschaften teilweise auch in Kombinationen, wie beispielsweise starke Jagdpassion und wenig Sinn für Zusammenarbeit mit dem Menschen (etwa Windhunde oder Meutejagdhunde wie der Beagle), ausgeprägter Wachinstinkt mit ausgeprägter Selbstständigkeit (zum Beispiel Herdenschutzhunde).
Bei Mischlingen lassen sich Eigenschaften nur schwer voraussagen. Aber wenn Sie den Vierbeiner gut beobachten, werden Sie sein »Erbe« mit der Zeit erkennen.
Daneben gibt es aber auch unterschiedliche individuelle Grundveranlagungen, was das Wesen betrifft. Auch unabhängig von der Rasse und innerhalb eines Wurfes. So gibt es etwa Sensibelchen und solche Vierbeiner, die nichts erschüttert. Nervöse und ausgeglichene Gemüter. Temperamentvolle und ruhigere Hunde. »Ernste« Vertreter und solche, die kindlich bleiben. Solche, die gern »kuscheln«, und andere, die es nicht so eng mögen.
Achten Sie also bei der Anschaffung darauf, welcher Hund seiner Art nach zu Ihnen passt. Dazu kommen noch seine Erfahrungen mit Menschen und der Umwelt. All das macht dann sein gesamtes Wesen aus. Lernen kann der Hund sein Leben lang. In den ersten vier bis fünf Lebensmonaten verankern sich jedoch besonders nachhaltig gute wie schlechte Erfahrungen in seinem Gehirn. Das bedeutet, dass eine gute Kinderstube mit Aufzucht in der Familie und abwechslungsreicher Umgebung, die zum Entdecken einlädt, ein besserer Start ins Familienhundeleben ist als eine isolierte Aufzucht im Stall. Kennen Sie Ihren Vierbeiner gut, können Sie genauer einschätzen, wie viel Durchhaltevermögen Sie bei der Erziehung brauchen werden, wann Sie ihn besser anleinen oder welche Beschäftigungen für ihn geeignet sind. Aber auch, wo in der Erziehung und Ausbildung Sie in kleinen Schritten vorgehen müssen und was dem Vierbeiner eher leichtfällt.
Wer seinen Hund vermenschlicht, erwartet unbewusst Gedanken und Fähigkeiten von ihm, die ihn überfordern, verunsichern und die letztlich Missverständnisse zwischen Vier- und Zweibeinern zur Folge haben. Diese Dinge wiederum machen jedoch Erziehung und Ausbildung schwieriger. Tun Sie ihm und sich also etwas Gutes, indem Sie ihn Hund sein lassen.
INFO
FÜHRUNG ÜBERNEHMEN
SANFT, ABER BESTIMMT
»Führung« heißt nicht Unterdrückung oder körperlicher Zwang. »Führung« durch den Teamchef Mensch bedeutet eine souveräne Ausstrahlung, die Sicherheit und Zuverlässigkeit vermittelt. Das entspricht der Art des Hundes als Rudeltier, das sich gern auf ein erfahrenes Leittier verlassen möchte.
AUF EINEN BLICK
Scheinbar führt der Hund das gleiche Leben wie wir. Und doch hat er ganz eigene Bedürfnisse. Wenn sie berücksichtigt werden, fällt ihm die Anpassung an das Zusammenleben mit seinen Zweibeinern leicht.
Sie müssen erfüllt sein, damit sich der Hund körperlich wohlfühlt. Das sind:
Versorgung mit Futter und Wasser.Ausreichend Möglichkeiten, sich zu lösen – mindestens viermal täglich, Welpen wesentlich öfter.Pflege und medizinische Versorgung.Körperliche Unversehrtheit, also keine Schmerzen oder sonstige Beeinträchtigungen.Einen Teil des Spaziergangs machen die Erkundung der Umgebung und das »Lesen« der Nachrichten aus.
Das Gleichgewicht zwischen Aktivität und Erholung sorgt für Ausgeglichenheit beim Hund. Dazu gehören:
Seinem Typ gemäß außreichend Bewegung – mindestens einmal täglich ist Auspowern angesagt. »Gehirnjogging« seiner Veranlagung entsprechend, wie Suchaufgaben, Apportiertraining, Geschicklichkeitsübungen, jedoch keine »Daueranimation«.Ausreichend »Freizeit« beim Spaziergang zum Schnüffeln und Erkunden der Umgebung. Genügend Ruhephasen und ein entsprechender Rückzugsort (Hundebett oder Box in einer ruhigen Ecke). Hunde schlafen sehr viel. Manchen Vierbeinern fällt das Abschalten jedoch schwer, und sie müssen zur Ruhe »gezwungen« werden (>).Körperkontakt tut Zwei- und Vierbeiner gut.
Eine Stabilität in seinem »Rudel« vermittelt dem Hund Sicherheit und Geborgenheit. Das bedeutet:
Feste Regeln.Zuwendung – weder zu viel noch zu wenig.Familienanschluss.Körperkontakt, etwa Streicheln oder Kuscheln, jedoch ohne Dauerbeschmusen oder Kuschelzwang.Nicht länger als vier bis fünf Stunden allein lassen.Eine souveräne Bezugsperson gibt dem Vierbeiner Sicherheit und Orientierung. Er braucht Sie als »Teamchef«, der ihn lenkt und leitet. Das heißt für Sie:
Sie sind beständig, berechenbar und nicht launisch.Sie sind »cool« und signalisieren ihm so, dass Sie alles im Griff haben und er sich auf Sie verlassen kann.Sie sind konsequent, ohne »böse« zu werden.Im Umgang mit Ihrem Hund verhalten Sie sich sicher und unaufgeregt.Sie fordern und fördern ihn.Ausreichende und ungestörte Ruhephasen gehören zum Wohlbefinden des Vierbeiners.
Neben den Bedürfnissen des Hundes gibt es aber auch einiges, das Sie im Umgang mit ihm vermeiden sollten:
Kinderfreundlichkeit ist keine Frage der Rasse, sondern eine Sache der individuellen Erfahrungen und Veranlagung und hängt vor allem vom Umgang mit dem Hund ab. Der Vierbeiner ist kein Spielzeug, er will nicht an Ohren oder Schwanz gezogen oder beim Fressen und Schlafen gestört werden. Toleranzgrenzen sind unterschiedlich, aber auch der gutmütigste Vierbeiner hat irgendwann genug. Hunde sind keine Streichel- oder Kuscheltiere. Wird der Vierbeiner übermäßig »betüddelt«, etwa aus Mitleid oder weil es ein Kleinhund ist, werden Sie ihm »lästig« und vermitteln keine Sicherheit.»Springen« Sie nicht sofort, wenn der Hund etwas will, wie zum Beispiel sein Fressen, Laufen in den Garten oder Spielen. Und kapitulieren Sie nicht, wenn er etwas nicht will, etwa aus dem Garten ins Haus kommen, runter vom Sofa gehen, sich in seine gewohnte Box legen oder die Pfoten abwischen lassen. Sonst wirken Sie wenig souverän auf ihn.Da der Hund inmitten der Familie lebt, muss er gewisse Regeln und Gewohnheiten für das Zusammenleben lernen. Das entspricht auch seiner Art. Hundeartige Raubtiere leben in sozialen Verbänden, in denen der Nachwuchs von klein auf lernt, wie das Leben im Rudel läuft. Sie täten Ihrem Hund nichts Gutes, wenn Sie ihn sich sozusagen »frei entfalten« ließen. Es würden ihm Halt und Orientierung fehlen.
Welche Regeln aufgestellt werden, ist individuell und kann von Familie zu Familie verschieden sein. Überlegen Sie sich schon vor dem Einzug des Hundes, was Ihnen wichtig ist. Das kann zum Beispiel beinhalten, ...
… dass das Sofa grundsätzlich tabu oder nur dann erlaubt ist, wenn eine bestimmte Decke daraufliegt. Der Hund wird konsequent von der Couch »entfernt«, wenn er unerlaubterweise dort liegt oder sitzt. … dass das Kinderzimmer tabu ist, etwa weil dort viele kleine Bauklötzchen herumliegen. Hier hilft ein Absperrgitter. Verwendet man es lange genug, wird auch dieses Tabu zur Selbstverständlichkeit.… dass der Vierbeiner nicht vom Tisch gefüttert wird. Bekommt er konsequent nie etwas, wird er es auch nicht oder nicht mehr versuchen.Die Erziehung besteht also, wie Sie sehen, aus Ge- und Verboten, die eingehalten werden müssen.
Ausbildung beinhaltet das Erlernen von Übungen wie Kommen auf Ruf oder das Sitzen. »Braucht man diese Gängelei denn überhaupt?«, fragen Sie sich vielleicht. Eine solide Grundausbildung ist wichtig, um mit dem Vierbeiner konfliktfrei und gefahrlos unterwegs zu sein. Mit Gängeln hat das nichts zu tun. Da unsere Hunde nicht wie ihre wilden Verwandten für ihren Lebensunterhalt sorgen müssen, ist das Üben eine gute Art, sie zu beschäftigen – übrigens auch für kleine Hunderassen. Die werden oft unterschätzt.
Das ist die erste Lektion für jeden Hund. In erster Linie für Welpen, aber auch für ältere Hunde, die bislang nur im Zwinger, auf der Straße oder nur in einer Wohnung gelebt haben. Welpen »müssen« ziemlich oft. Ob oder wie oft und lange Welpen nachts rausmüssen, ist unterschiedlich. Doch fast jeder Hund ist nach wenigen Wochen stubenrein. So geht es am schnellsten:
Ist der Vierbeiner mit Ihnen im selben Raum, haben Sie ihn stets im Blick und können sofort reagieren.Schnüffelt er plötzlich am Boden, dreht sich im Kreis oder bringt sich in Position, bringen Sie ihn rasch hinaus. Welpen und kleine Hunde am besten tragen!Bringen Sie den Hund nach jedem Aufwachen, nach dem Fressen und abends so spät wie möglich noch mal hinaus. Außerdem zwischendurch, wenn er länger nicht mehr draußen oder recht aktiv war oder mehr getrunken hat. Lassen Sie ihn dabei zumindest nachts angeleint, damit er sich draußen nicht anderweitig beschäftigt.Lassen Sie ihn nachts in Ihrer Nähe schlafen und beschränken Sie seinen Radius auf den Schlafplatz (etwa mit einer Hundebox). Da er sein Bett nicht verschmutzen will, wird der Vierbeiner sich melden, falls er »muss«. Andernfalls sucht er sich eine Stelle abseits seines Schlafplatzes. Sagen Sie in den ersten Wochen immer während (!) er sich löst zum Beispiel »Mach mal«. So lässt sich das »Geschäft« später auslösen, wenn Darm oder Blase gefüllt sind. Passiert ein Malheur im Haus, reinigen und desinfizieren Sie die Stelle, sodass kein Geruch den Hund dort wieder »verführt«. Schimpfen Sie ihn nie dafür. Im schlimmsten Fall verknüpft der Hund den Tadel mit dem Lösen und verkriecht sich vor Angst, wenn er »muss«.Lebt der Hund mit mehreren Personen zusammen, steht am besten schon vor seinem Einzug eine Familienkonferenz auf der Tagesordnung. Legen Sie dabei fest, was der Hund darf und was nicht. Damit er Regeln verstehen kann, müssen alle an einem Strang ziehen. Denn darf er zum Beispiel bei einem auf das Sofa, beim anderen nicht oder füttert ihn einer vom Tisch und beim anderen soll er »unauffällig« neben dem Tisch liegen bleiben, kann Erziehung nicht funktionieren.
AUF EINEN BLICK
Für das Zusammenleben, die Erziehung und Ausbildung ist ein gewisses Equipment nötig. Kaufen Sie es am besten im Zoofachhandel. Das Angebot ist riesig. Alles sollte gut zu reinigen und handhabbar sein.
Eine solche Leine lässt sich gut in der Länge variieren.
Die Belohnungshappen sollten schmackhaft, klein, weich und vor allem einfach und rasch greifbar sein.
Damit Sie mit dem Vierbeiner stressfrei zusammenleben und ihm etwas beibringen können, müssen Sie sich mit ihm verständigen können. Zwei- und Vierbeiner nutzen die gleichen Kommunikationsmittel – die Körpersprache und die Stimme. Wobei beim Hund die Körpersprache im Vordergrund steht, bei uns Menschen dagegen die Stimme. Unser Vierbeiner hat zusätzlich ein weiteres wichtiges »Werkzeug«, um zu kommunizieren: seine Nase. Die »Welt der Geruchsbotschaften« bleibt uns Menschen leider weitgehend verschlossen.
Durch seine Entwicklung zum Haustier ist der Hund sehr gut an das Zusammenleben mit uns angepasst. Deshalb kann er nicht nur seine Artgenossen perfekt »lesen«, sondern auch unsere Körpersprache, unsere Gerüche und unsere Stimme sehr gut deuten. Der Hund beobachtet uns, auch wenn wir uns nicht direkt mit ihm beschäftigen. Dabei entgehen ihm auch feine Nuancen nicht. Wer Stimme und Körpersprache gezielt einsetzt, merkt schnell, wie positiv sich das auf die Verständigung zwischen Zwei- und Vierbeiner auswirkt.
Bei der Verständigung mit dem Vierbeiner spielt seine Persönlichkeit eine wichtige Rolle. So reagieren sensiblere Hunde auf feinere Gesten in der Körpersprache und auf feinere Nuancen in Tonfall und Klang der Stimme. »Robustere« Hunde brauchen eine deutlichere »Ansprache«. Die richtige Dosis macht es also aus. Ein Zuviel oder Zuwenig hat – je nach Hundepersönlichkeit – zur Folge, dass der Verbeiner verunsichert wird oder aber Sie nicht ernst nimmt.
Das bedeutet manchmal auch, das eigene Auftreten entsprechend zu verändern, wenn man für seinen Hund zu forsch oder zu zögerlich ist. Kennen Sie Ihren Hund jedoch gut und passen Sie beide zusammen, werden Sie hier keine Probleme haben.
Die ähnlichen Verständigungsmöglichkeiten und das Dasein des Vierbeiners als Familienmitglied führen häufig zur Vermenschlichung des Hundes, die der Grund für vielerlei Missverständnisse zwischen Mensch und Hund ist (>). Da der Vierbeiner auf uns oft so wirkt, als würde er jedes Wort verstehen, neigen viele Hundehalter dazu, unbewusst davon auszugehen, dass der Hund Sinn und Inhalt unserer Sprache tatsächlich begreift.
Hier sind wir bei einem ganz wesentlichen Punkt: Hunde verstehen die Bedeutung von Worten und Sätzen nicht. Daher versteht der Vierbeiner auch keine Erklärungen. Wer zu viel auf seinen Vierbeiner einredet, riskiert, dass der das für ihn bedeutungslose Kauderwelsch ausblendet. Ihre Stimme wird so für ihn uninteressant, und er stellt die Ohren verständlicherweise auf Durchzug. Der Hund kann gar nicht anders.
Genauso wenig kann er Hörzeichen wie etwa »Hier« oder »Sitz« befolgen, wenn er sie nicht Schritt für Schritt lernen konnte. Das sollten Sie sich gut einprägen. Denn dann lässt sich so mancher Frust für Zwei- und Vierbeiner vermeiden, wenn Letzterer vermeintlich mal wieder nicht hört und dafür »geschimpft« wird. Dabei haben Sie ihm das Hörzeichen noch gar nicht beigebracht oder ihn mit Erklärungen komplett überfordert.
Was unser Vierbeiner dagegen sehr gut von Natur aus einordnen kann, sind Klang und Tonfall unserer Stimme. Idealerweise kombiniert mit der passenden Körpersprache. Die Bedeutung eines Hörzeichens lernt er dagegen nur durch gezielte Verknüpfung von Verhalten und Hörzeichen. Deshalb bräuchten Sie theoretisch beispielsweise für das Sitzen nicht unbedingt ein »Sitz«, sondern könnten auch jedes andere immer gleiche Wort – egal ob »Orange« oder »Sofa« oder welches Wort auch immer – verwenden. Mehr dazu finden Sie auf den folgenden Seiten.
Je bewusster Sie Körpersprache und Stimme einsetzen, umso besser läuft es mit der Kommunikation zwischen Ihnen und Ihrem Hund. Welche Botschaften wirken aber wie auf Ihren Vierbeiner, und wie setzt man die Stimme richtig ein? Manches kommt nämlich beim Hund ganz anders an, als wir denken. Wie Ihr Hund Ihre Botschaften an ihn richtig versteht, das erfahren Sie im Folgenden.
Sie ist ein wichtiges, aber oft ausgesprochen überstrapaziertes Mittel zur Verständigung. Setzen Sie sie gezielt ein. So wie in den folgenden Beispielen:
Loben Sie den Hund – vor allem für ruhiges Verhalten – mit ruhiger, gelassener und freundlicher Stimme. So, als hätten Sie mit seinem Verhalten gerechnet, und nicht, als wären Sie total erleichtert.
Geben Sie ihm ein Kommando, sagen Sie das in einem festen, ruhigen Ton. Nicht säuselnd, nicht flüsternd und nicht im Kasernenhofton. Es sollte sich weder wie eine Bitte noch wie eine Frage anhören, also kein »Würdest du dich bitte setzen?« oder Ähnliches. Sondern nur »Sitz«.
Bleiben Sie mit der Stimme ruhig, wenn Sie ruhiges Verhalten vom Hund möchten, etwa beim »Platz« oder »Sitz«. Lassen Sie sich nicht anstecken, falls er hektisch oder nervös wird.
Möchten Sie »Action« von Ihrem Hund, etwa beim »Hier«, klingt Ihre Stimme überzeugend und motivierend. Jedoch nicht wie eine Spielaufforderung.
Texten Sie den Hund nicht zu. Erklären Sie ihm beispielsweise nicht, warum er nicht über die Straße laufen soll oder warum er jetzt bitte sofort kommen soll. Da blickt er nicht mehr durch und stellt seine Ohren bald auf Durchzug.
Ein knurriges Räuspern oder eine ruhige, aber »drohende« Stimmlage wirkt hemmend und tadelnd. In der richtigen Dosis ist das hilfreich, um ein unerwünschtes Verhalten, etwa wenn der Vierbeiner am Tischbein nagt, zu unterbrechen.