Soziale Konstruktion von Differenz durch exklusive Schriftsprache - Meike Schuster - E-Book

Soziale Konstruktion von Differenz durch exklusive Schriftsprache E-Book

Meike Schuster

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Beschreibung

Studienarbeit aus dem Jahr 2014 im Fachbereich Pädagogik - Wissenschaftstheorie, Anthropologie, Note: 1,3, FernUniversität Hagen (Kultur- und Sozialwissenschaften), Veranstaltung: Modul 3E, Soziale Konstruktion von Diffferenz, Sprache: Deutsch, Abstract: Die vorliegende Ausarbeitung und die mündliche Prüfung zum Thema „Soziale Konstruktion von Differenz durch exklusive Schriftsprache“ beinhalten eine Reflexion der Kontroverse über gendergerechte Sprache anhand eines gezielten Eingriffs in den Sprachgebrauch: Die Grundordnung der Universität Leipzig vom 06. August 2013 verwendet ausschließlich „grammatisch feminine Personenbezeichnungen gleichermaßen für Personen männlichen und weiblichen Geschlechts“ (Universität Leipzig 2013, S.52/1, Fußnote) und sorgte damit für ein breites, zumeist negatives Medienecho. Vor bildungswissenschaftlichem Hintergrund soll analysiert werden, warum dieser Eingriff als notwendig erschien und warum er Ablehnung provozierte. Hierfür wird das Thema Sprache als soziales Handeln betrachtet; bezugnehmend auf Pierre Bourdieus soziokulturelle Klassentheorie und seine Herausarbeitung von Kapitalsorten insbesondere die Aspekte Strukturen sozialer Gruppen sowie Produktion und Reproduktion legitimer Sprache; ferner werden Ursula Webers (2010) Abhandlung zu Sprache als Funktion sozialen Handelns und als Medium der Widerspiegelung soziokultureller Systeme sowie Analysen von Luise Pusch (1984 und 1990) zu Struktur der Sprachen als Männergeschichte und Männerstruktur diskutiert. Es folgen Vorstellungen der Grundordnung der Universität Leipzig und öffentlicher Reaktionen darauf sowie Vorstellungen von Stellungnahmen des Gleichstellungsbeauftragten und der Rektorin der Universität, anschließend wird die Kontroverse unter Bezugnahme auf die dargelegten theoretischen Ansätze analysiert. Bildungswissenschaftliche Überlegungen beschäftigen sich, unter Berücksichtigung von Rudolf de Cillias (2010) Ergebnissen zu Ein- und Mehrsprachigkeit, mit Möglichkeiten zur Verwendung gendergerechter Schriftsprache. Das Fazit widmet sich der Bedeutung, die die Verwendung des generischen Femininums für die Entwicklung des öffentlichen schriftlichen Sprachgebrauchs in Richtung einer gendergerechten Sprache haben kann.

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Veröffentlichungsjahr: 2014

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Inhaltsverzeichnis

 

0 Einleitung

1 Definitionen

1.1 Definition Schriftsprache

1.2 Definition gendergerechte Schriftsprache

2 Sprache als soziales Handeln

2.1 Pierre Bourdieu: Strukturen sozialer Gruppen, Produktion und Reproduktion legitimer Sprache

2.2 Ursula Weber: Sprache als Funktion sozialen Handelns und als Medium der Widerspiegelung soziokultureller Systeme

2.3 Luise Pusch: Struktur der Sprachen als Männergeschichte und Männerstruktur

3 Untersuchungsgegenstand: Kontroverse über die Grundordnung der Universität Leipzig

3.1 Die Grundordnung der Universität Leipzig vom 06.08.2013

3.2 Reaktionen auf das generische Femininum in der Grundordnung der Universität Leipzig

3.3 Stellungnahmen des Gleichstellungsbeauftragten und der Rektorin der Universität Leipzig

4 Analyse der Kontroverse über die Grundordnung der Universität Leipzig

5 Bildungswissenschaftliche Überlegungen

6 Fazit

Literatur

 

0 Einleitung

Die vorliegende Ausarbeitung und die mündliche Prüfung zum Thema „Soziale Konstruktion von Differenz durch exklusive Schriftsprache“ beinhalten eine Reflexion der Kontroverse über gendergerechte Sprache anhand eines gezielten Eingriffs in den Sprachgebrauch: Die Grundordnung der Universität Leipzig vom 06. August 2013 verwendet ausschließlich „grammatisch feminine Personenbezeichnungen gleichermaßen für Personen männlichen und weiblichen Geschlechts“ (Universität Leipzig 2013, S.52/1, Fußnote) und sorgte damit für ein breites, zumeist negatives Medienecho.

1 Definitionen

1.1 Definition Schriftsprache

In Anlehnung an die Brockhaus Enzyklopädie (2006), wird hier geschriebene oder Schriftsprache als schriftlich verwendete Sprachform einer menschlichen Gemeinschaft verstanden. Sie steht in wechselseitiger Beziehung zur mündlich gesprochenen Sprache; beide Sprachformen dienen als Werkzeuge des Denkens (vgl. Brockhaus 2006, S. 7 und S.464).

Weber (2001) benennt Unterschiede zwischen gesprochener und Schriftsprache: „Durch die größere räumliche und zeitliche Distanz, welche zwischen dem Vorgang des Schreibens und des Lesens besteht, verliert Schriftsprache an Aktualität und gewinnt gleichzeitig an Distanz, Verbindlichkeit und Allgemeingültigkeit. Dadurch, dass nichtsprachliche Elemente in geschriebenen Äußerungen expliziert werden müssen, dadurch, dass in die Kommunikation eingehende Bedeutungszusätze näher erläutert und kommentiert werden müssen, ist geschriebene Sprache weniger anfällig für Missverständnisse und Fehlinterpretationen.“ (Weber 2001, S.32).

1.2 Definition gendergerechte Schriftsprache

2 Sprache als soziales Handeln

 

2.1 Pierre Bourdieu: Strukturen sozialer Gruppen, Produktion und Reproduktion legitimer Sprache

 

In seiner soziokulturellen Klassentheorie analysiert der französische Soziologe Pierre Bourdieu ab den 1950er Jahren komplexe Grundstrukturen menschlicher Gesellschaften, sowohl anhand des Beispiels kabylischer Berberstämme als auch des modernen Frankreichs seiner Zeit. Eine Vielzahl seiner Ergebnisse lassen sich auf unterschiedliche Bereiche menschlicher Gemeinschaftsformen anwenden, was in dieser Arbeit insbesondere in Bezug auf die Bildung sozialer Identität durch Schriftsprache erfolgt.

 

Zentrale Begriffe aus Bourdieus Theorie, die in dieser Ausarbeitung verwendet werden, sind Kapital, soziales Feld und Habitus. Bourdieu unterscheidet in der Hauptsache ökonomisches, soziales, kulturelles und symbolisches Kapital als Ressourcen, die Menschen innerhalb einer Gesellschaft zur Durchsetzung ihrer Ziele und zur Wahrung ihrer Interessen zur Verfügung stehen. Diese Kapitalarten können ineinander transformiert werden.