Thüring von Ringoltingens „Melusine“. Dämon oder Christin? - Inga Zajons - E-Book

Thüring von Ringoltingens „Melusine“. Dämon oder Christin? E-Book

Inga Zajons

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Beschreibung

Studienarbeit aus dem Jahr 2014 im Fachbereich Germanistik - Ältere Deutsche Literatur, Mediävistik, Note: 2,0, Universität zu Köln, Sprache: Deutsch, Abstract: Thüring von Ringoltingens „Melusine“ ist eine der berühmtesten mythischen Sagengestalten des Mittelalters. In ihr scheinen sich dämonenhafte und menschliche Wesensmerkmale zu vereinen. Betrachtet man von Ringoltingens „Melusine“, dann scheint es, als würde sich die Sagengestalt in einem Zwiespalt befinden. So zeigt sie zwar den Drang in der sterblichen Welt leben zu wollen, besitzt jedoch dämonische Wesensmerkmale. Diese Arbeit wird sich besonders mit dieser Opposition beschäftigen und vor allem der Frage nachgehen, ob man von der Melusine als einen Dämon sprechen muss, oder ob es sich womöglich bei ihr um eine Entdämonisierung aufgrund der Hochzeit mit Reymund handelt. Um dieser Frage nachgehen zu können, wird zunächst eine allgemeine Einführung der Wasserfrauen und dämonischen Gestalten vorangestellt. Vor diesem Hintergrund werden später Melusines dämonische Wesensmerkmale diskutiert und hinsichtlich ihrer Beziehung zu Reymund als Ehemann und ihren Kindern analysiert werden. Diese Art der mythischen Erzählung ist keine Seltenheit. Schon bis in die Antike lassen sich vielseitige Erscheinungsformen zurückverfolgen. Seit Jahrtausenden zählt besonders die mythische Wasserfrau zu den rätselhaftesten und geheimnisvollsten Wesen sowohl in der Literatur als auch in der bildenden Kunst. Daran wird deutlich, welche Bedeutungen Mythen schon immer für die Menschen hatten und, dass sie als Grundelement aus dem menschlichen Denken nicht wegzudenken sind. Nach Gabriele Bessler gehört gerade „die mythische Wasserfrau zu den schillerndsten Gestalten. Sie begegnet uns wie eh und je, weicht nicht aus unserem Gedächtnis.“

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Veröffentlichungsjahr: 2016

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Inhaltsverzeichnis

 

1. Einleitung

2. Die Natur der Wasserfrau

2.1 Melusine als Konstrukt dämonischer und christlicher Attribute

3. Ehe als Versuch zur Erlösung

4. Melusine und ihre Mutterrolle

5. Ausblick

6. Literaturverzeichnis

 

1. Einleitung

 

Thüring von Ringoltingens „Melusine“ gehört zu einer der berühmtesten mythischen Sagengestalten des Mittelalters. In ihr scheinen sich dämonenhafte und menschliche Wesensmerkmale zu vereinen. So verführt Melusine einen Ritter und ehelicht diesen unter der Bedingung eines speziellen Tabus. Ihm ist es untersagt seine Gemahlin an Samstagen zu sehen, da sie an diesem Tag ihre wahre Gestalt preisgibt. Diese Art der mythischen Erzählung ist keine Seltenheit.

 

Schon bis in die Antike lassen sich vielseitige Erscheinungsformen zurückverfolgen. Seit Jahrtausenden zählt besonders die mythische Wasserfrau zu den rätselhaftesten und geheimnisvollsten Wesen sowohl in der Literatur als auch in der bildenden Kunst. Daran wird deutlich, welche Bedeutungen Mythen schon immer für die Menschen hatten und, dass sie als Grundelement aus dem menschlichen Denken nicht wegzudenken sind.[1] Nach Gabriele Bessler gehört gerade „die mythische Wasserfrau zu den schillerndsten Gestalten. Sie begegnet uns wie eh und je, weicht nicht aus unserem Gedächtnis.“[2]

 

Obwohl sich die Symbolik der Gestalten im Laufe der Zeit immer wieder gewandelt hat, wird jedoch deutlich, dass die Imagination der Frauenbilder eine Doppelstruktur im Verhältnis von Weiblichkeit und Tod aufweist.[3] So begegnet uns das geheimnisvolle Wesen nicht nur in vielerlei Bezeichnungen, sondern es tritt zudem in mannigfachen Erscheinungsformen hervor. Gabriele Bessler charakterisiert diese Gestalt als „ein zwiegespaltener Geist – mal gut, mal schicksalhaft verstrickt, mal dämonisch-böse – schwimmt oder schwebt sie durch Legenden und Märchen oder lokale Sagen, erscheint sie aber auch in Reiseberichten und gelehrten Naturstudien.“[4]

 

Fest steht jedoch, dass der Mythos in vielen Kulturkreisen über Jahrtausende verankert ist und von ihm eine besondere Faszination ausgeht. Vor allem wurde die Weiblichkeit mit dem Element Wasser und dessen Eigenschaften in Verbindung gebracht. Jedoch darf man nicht fälschlicherweise davon ausgehen, dass diese Wesen ausschließlich an ein Element gebunden waren. Viel häufiger verkörperten sie alle Grundelemente in einem.[5]

 

Diese Ansicht änderte sich erst ab dem Mittelalter. Seitdem wurden den Geschöpfen bestimmte Elemente zugeordnet, sodass man vor allem von Elementargeistern sprach. Trotzdem blieb eines erhalten. Die Doppelstruktur des Weiblichen. So verkörperte die Wasserfrau zum einen Leben, Fruchtbarkeit und Heil, aber zum anderen auch Tod, Zerstörung und Unbeherrschbarkeit. Zudem wird deutlich, dass der Fokus auf der weiblichen Sexualität liegt, die sowohl dominierend als auch aggressiv hervorsticht und der sich niemand entziehen kann. So heißt es in der Ballade „Der Fischer“:

 

Das Wasser rauscht‘, das Wasser schwoll,

 

 Netzt‘ ihm den nackten Fuß;

 

 Sein Herz wuchs ihm so sehnsuchtsvoll,

 

 Wie bei der Liebsten Gruß.