Wandel der Interpretationen - Christian Austermann - E-Book

Wandel der Interpretationen E-Book

Christian Austermann

0,0
15,99 €

oder
-100%
Sammeln Sie Punkte in unserem Gutscheinprogramm und kaufen Sie E-Books und Hörbücher mit bis zu 100% Rabatt.
Mehr erfahren.
Beschreibung

Studienarbeit aus dem Jahr 2008 im Fachbereich Germanistik - Neuere Deutsche Literatur, Note: 1,0, Philipps-Universität Marburg, Sprache: Deutsch, Abstract: Eine der Hauptaufgaben der Literaturwissenschaft besteht darin, mit vorhandenen Texten zu arbeiten, sie zu interpretieren. Allerdings haben sich die Auffassungen von einer „angemessenen“ Interpretation im Laufe der Zeit verändert. Dabei lässt sich den verschiedenen literaturtheoretischen Strömungen eine unterschiedliche Akzentuierung der Bedeutung der Größen Autor, Rezipient, Text zuordnen. Während es für die Hermeneutik vor allem um die Rekonstruktion einer Autorintention und die Konstitution eines möglichst eindeutigen Textsinns geht, verschiebt sich der Fokus zunächst - angeregt durch den New Criticism und den Strukturalismus - auf den Text, während in der Rezeptionsästhetik und der empirischen Literaturwissenschaft vor allem der Rezipient ins Zentrum des Interesses rückt. Beeinflusst durch die Naturwissenschaften wurde auch innerhalb der Geisteswissenschaften die Forderung nach einer verbindlichen Methodik laut, was darauf abzielte die „Wissenschaftlichkeit“ zu erhöhen. Gerade an einem Autor wie Franz Kafka sind klassische, hermeneutische Verfahren an ihre Grenzen gestoßen. In dieser Arbeit sollen anhand eines Beispieltextes von Kafka, seiner Türhüterlegende „Vor dem Gesetz“, die Veränderungen und der Wandel im interpretativen Denken nachgezeichnet werden. In einem zweiten Schritt sollen die Auswirkungen der Erneuerungen in der Literaturwissenschaft aus einer kognitionspsychologisch orientierten Sichtweise betrachtet werden, um Hinweise darauf zu finden, wie sich literaturtheoretische Positionen von Literaturwissenschaftlern auf ihre Interpretationen auswirken. Außerdem soll der Frage nachgegangen werden, welche Möglichkeiten dem noch relativ jungen Ansatz der kognitionspsychologisch orientierten Literaturwissenschaft zukommen können.

Das E-Book können Sie in Legimi-Apps oder einer beliebigen App lesen, die das folgende Format unterstützen:

EPUB

Veröffentlichungsjahr: 2008

Bewertungen
0,0
0
0
0
0
0
Mehr Informationen
Mehr Informationen
Legimi prüft nicht, ob Rezensionen von Nutzern stammen, die den betreffenden Titel tatsächlich gekauft oder gelesen/gehört haben. Wir entfernen aber gefälschte Rezensionen.


Ähnliche


Inhaltsverzeichnis
1 DIE STUDIE VON ELS ANDRINGA
1.1 Zusammenfassung der Ergebnisse für die Analyse der
Interpretationen von 1950-1967
1.2 Deutung der Befunde aus kognitionspsychologischer Perspektive.
1.3 Entwicklungen ab 1967
1.4 Zwischenergebnisse
2 BEISPIELINTERPRETATIONEN AUS DEM SAMMELBAND VON
2.1 Die Interpretation von Bernd Witte
2.1.1 Aspekte der Interpretation
2.1.2 Zwischenergebnis aus kognitionspsychologischer Sicht
3 MÖGLICHKEITEN UND PERSPEKTIVEN EINER KOGNITIONS-
3.1 Möglichkeiten eines kognitiven Ansatzes in der
4 REFLEXION

Page 1

Möglichkeiten der kognitionsorientierten

Literaturwissenschaft am Beispiel von

Kafkas Türhüterlegende

Page 3

~Wandel der Interpretationen: Möglichkeiten der kognitionsorientierten Literaturwissenschaft am Beispiel von Kafkas Türhüterlegende~

Einleitung

Eine der Hauptaufgaben der Literaturwissenschaft besteht darin, mit vorhandenen Texten zu arbeiten, sie zu interpretieren. Allerdings haben sich die Auffassungen von einer „angemessenen“ Interpretation im Laufe der Zeit verändert. Dabei lässt sich den verschiedenen literaturtheoretischen Strömungen eine unterschiedliche Akzentuierung der Bedeutung der GrößenAutor, Rezipient, Textzuordnen. Während es für dieHermeneutikvor allem um die Rekonstruktion einer Autorintention und die Konstitution eines möglichst eindeutigen Textsinns geht, verschiebt sich der Fokus zunächst - angeregt durch denNew Criticismund denStrukturalismus- auf den Text, während in derRezeptionsästhetikund derempirischen Literaturwissenschaftvor allem der Rezipient ins Zentrum des Interesses rückt. Beeinflusst durch die Naturwissenschaften wurde auch innerhalb der Geisteswissenschaften die Forderung nach einer verbindlichen Methodik laut, was darauf abzielte die

„Wissenschaftlichkeit“ zu erhöhen. (vgl. Andringa, 1994, S. 9ff; Anz, 2007, S. 285ff.) Gerade an einem Autor wie Franz Kafka sind klassische, hermeneutische Verfahren an ihre Grenzen gestoßen:

„Kafka hat nicht nur die wissenschaftliche Methodik ihrer Eindeutigkeit beraubt, er hat auch die Deutbarkeit von Dichtung überhaupt ins Zwielicht der Fragwürdigkeit gerückt.“ (Politzer, 1980; zit. nach Bogdal, 1993, S. 8)

In dieser Arbeit sollen anhand eines Beispieltextes von Kafka, seiner Türhüterlegende„Vor dem Gesetz“,die Veränderungen und der Wandel im interpretativen Denken nachgezeichnet werden. Dabei wird eine Studie von Els Andringa (1994) zugrunde gelegt. In einem zweiten Schritt sollen die Auswirkungen der Erneuerungen in der Literaturwissenschaft aus einer kognitionspsychologisch orientierten Sichtweise betrachtet werden, um Hinweise darauf zu finden, wie sich literaturtheoretische Positionen von Literaturwissenschaftlern auf ihre Interpretationen auswirken. Außerdem soll der Frage nachgegangen werden, welche Möglichkeiten dem noch relativ jungen Ansatz der kognitionspsychologisch orientierten Literaturwissenschaft zukommen können.