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In der Hektik des Alltags und unseren gewohnten Verhaltensmustern vergessen wir oft, was uns eigentlich wirklich gut tut. Damit ist jetzt Schluss. Wir werden freier, hören auf unser ureigenes Selbst, lassen los, was uns einfach nicht mehr guttut. Wir befreien uns von Altem und schaffen Platz für Neues. Mit dem 3-Wochen-Programm von Kim Fleckenstein lernen wir loszulassen und freier zu leben. Die Autorin macht in ihrem Buch Mut, zum eigenen Ich zu stehen. Die Begleit-CD mit 70 Minuten Übungen und Meditation hilft zusätzlich, alte Muster loszulassen und neu durchzustarten.
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Seitenzahl: 155
Veröffentlichungsjahr: 2018
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Vorwort
Bevor es losgeht ...
INTRO
Was hindert uns eigentlich am Loslassen?
Test: Warum können Sie nicht loslassen?
Auswertung
Meine Gedanken
WOCHE 1
Lassen Sie los, was Sie festhält
TAG 1: Finden Sie heraus, wovon Sie sich trennen wollen
TAG 2: Stellen Sie sich den drei Fragezeichen
TAG 3: Testen Sie, ob Sie eine Copycat sind
TAG 4: Lösen Sie negative Gedankenmuster auf
TAG 5: Finden Sie raus, wo Sie sich noch selbst belügen
TAG 6: Fällen Sie eine Entscheidung
TAG 7: Haben Sie Mut zur Wut
Meine Gedanken
FAZIT: Ihre erste Woche im Überblick
WOCHE 2
Befreien Sie Ihren Kopf von Zwängen
TAG 1: Sagen Sie Bye-bye zum Ballast von gestern
TAG 2: Öffnen Sie sich und Ihre Seele
TAG 3: Verbannen Sie das Muss aus Ihrem Wortschatz
TAG 4: Entrümpeln Sie – innen und außen
TAG 5: Lockern Sie die Daumenschrauben
TAG 6: Bringen Sie mehr Gelassenheit in Ihr Leben
TAG 7: Bremsen Sie Ihre Gedanken aus
Meine Gedanken
FAZIT: Ihre zweite Woche im Überblick
WOCHE 3
Bauen Sie sich eine Zukunft ohne Ballast
TAG 1: Lernen Sie sich richtig kennen
TAG 2: Hören Sie auf, Everybody’s Darling zu sein
TAG 3: Werden Sie stark, indem Sie Schwäche zulassen
TAG 4: Befreien Sie sich von seelischem Schmerz
TAG 5: Lösen Sie sich von äußeren Störfaktoren
TAG 6: Nutzen Sie von jetzt an die Drei-Stufen-Strategie
TAG 7: Finden Sie Ihren Sinn im Leben
Meine Gedanken
FAZIT: Ihre dritte Woche im Überblick
Autorin & Apps
Impressum
Die Affirmationskarten
… dass Sie mehr haben, wenn Sie weniger besitzen? Klingt erst einmal komisch, oder? Schließlich leben wir in einer Gesellschaft, in der mehr Eigentum nur allzu oft mit mehr Glück verwechselt wird. Wir sammeln in immer kürzerer Zeit immer mehr an. Weil wir denken, dass wir immer noch zu wenig haben. Dabei haben wir mehr als genug, zum Beispiel Ansprüche, Ablenkungen und Stress. Das Zauberwort heißt deshalb: loslassen.
Es geht Ihnen ähnlich? Sie wollen endlich etwas ändern? Weil Sie merken, dass Ihr Leben einerseits immer voller wird – und andererseits immer leerer? Was möchten Sie gerne loslassen? Überflüssige Dinge, Reaktionen, Verhaltensweisen und Gewohnheiten? Vielleicht sogar die Beziehung zu einem anderen Menschen, die Ihnen längst nicht mehr guttut? Dann halten Sie das richtige Buch in den Händen.
Die Übungen, Tricks und Infos, die ich Ihnen für die nächsten drei Wochen zusammengestellt habe, helfen dabei, sich von allem Überflüssigen zu befreien – um den Dingen und Menschen, die übrig bleiben, mehr Aufmerksamkeit entgegenbringen zu können.
Finden Sie heraus, in welchen Lebensbereichen Sie loslassen dürfen und wo Sie es gar nicht müssen. Denn manchmal meinen nur die Leute um einen herum, man müsste sich von etwas trennen. Erkennen Sie, welche Verhaltensweisen Sie trotz fremder Kritik weiterbringen. Was Sie wirklich lieben. Wer Sie glücklich macht. Den Rest können Sie dann guten Gewissens loslassen.
Herzlichst, Ihre
Sie können es nicht abwarten und wollen sofort loslegen mit meinen Übungen und Tricks? Dann überspringen Sie den Theorieteil und starten Sie gleich mit Woche 1. Vorher sollten Sie allerdings den Test machen. Dadurch erhalten Sie schon wichtige Hinweise darauf, warum es Ihnen persönlich so schwerfällt, sich von bestimmten Dingen zu trennen.
Wie mein 3-Wochen-Programm funktioniert? Ich habe jedem der 21 Tage ein Kapitel gewidmet. Es wäre toll, wenn Sie wirklich pro Tag nur eines davon lesen würden. Ich möchte nämlich vermeiden, dass Sie sich fühlen wie eine Autoscheibe bei voller Fahrt im Hochsommer: Ständig prallt etwas auf Sie ein. In diesem Fall sind es zwar statt lästiger Kleintiere viele hilfreiche Tipps. Aber auch die können in zu hoher Dosis anstrengend sein. Und hier geht es ja um mehr Entspannung.
Am Ende dieses Buchs finden Sie Karten mit Affirmationen – bestärkende Sätze, die Sie dabei unterstützen können, Ihr Verhalten und Ihre Gefühle auf Dauer zu verändern. Dafür sollten Sie sie so oft wie möglich wiederholen – laut oder nur in Gedanken. Die Karten können Sie heraustrennen und an Orte legen, kleben oder schieben, an denen Sie immer wieder darüber stolpern. Drei Affirmationen gebe ich Ihnen pro Woche mit, eine vierte können Sie nach Ihren eigenen Vorstellungen formulieren.
Damit ich Sie auf Ihrem Weg zum Loslassen noch besser begleiten kann, gehört zum Buch auch eine Hör-CD mit von mir eingesprochenen Übungen. Passt eine davon zum Buchinhalt, finden Sie an der entsprechenden Stelle das CD-Symbol. Auf meiner Website www.kimfleckenstein.com können Sie mit dem Passwort „Loslassen“ die Dateien auch downloaden. Wichtig: Hören Sie die CD oder die Audiodateien nicht bei Tätigkeiten, die Ihre uneingeschränkte Aufmerksamkeit verlangen.
Viel Spaß beim Lesen, Hören und Downloaden!
Wir halten an so vielem fest: an unseren Meinungen, an negativen Gedanken, unangenehmen Gefühlen, Süchten, ungesundem Verhalten, an den Lebenden und den Toten … Warum fällt es uns nur so schwer, all das loszulassen, was uns nicht mehr guttut? Unbewusste Glaubenssätze halten uns zurück. Welche sind es bei Ihnen? Machen Sie den Test und finden Sie es heraus.
Kein anderer hat so schöne Worte zum Thema Loslassen gefunden wie der deutsche Schriftsteller Hermann Hesse (1877–1962). In seinem Gedicht „Stufen“ taucht die Zeile auf, die wohl fast jeder von uns schon einmal gehört hat: „Und jedem Anfang wohnt ein Zauber inne …“
Auch Sie können diesen Zauber wahrnehmen. Allerdings erst dann, wenn Sie ein Ende loslassen, um einen neuen Anfang zuzulassen. Jeden Tag warten neue Chancen für ein glückliches Leben auf Sie. Doch Sie können nicht danach schnappen, solange Sie die Hände noch voll haben – mit alten Gewohnheiten, Ansichten, Urteilen, Verhaltensweisen, Verletzungen oder Erinnerungen …
Wie wäre es, wenn Sie sich von Vorsätzen trennen, die Sie sowieso nicht einhalten? Vorurteile ablegen, die Sie nicht durch eigene Erfahrungen untermauern können? Gewohnheiten verabschieden, die Sie nicht mehr glücklich machen? Würde sich das nicht fantastisch anfühlen?
„Wir sollen heiter Raum um Raum durchstreifen, an keinem wie an einer Heimat hängen“, schreibt Hesse. Und hat auch damit völlig recht. Was nutzt es uns, etwas oder jemandem über Jahre hinweg nachzutrauern? Und dadurch wertvolle Energie zu verschwenden, die sich viel sinnvoller in die Zukunft investieren ließe?
Sie erschaffen sich ein Gefängnis des Festhaltens, wenn Sie hoffen, dass Ihr Ex Ihnen doch noch eine zweite Chance gibt. Hoffen, dass Sie irgendwann doch noch befördert werden. Dass Ihre Eltern eines Tages doch noch anerkennen, was Sie im Leben alles erreicht haben. Die Hoffnung stirbt bekanntlich zuletzt …
»Auch eine schwere Tür hat nur einen kleinen Schlüssel nötig.«
Charles Dickens
Das Schöne ist: Sie besitzen selbst den Schlüssel zu Ihrer Gefängniszelle. Er steckt nicht von außen im Schloss, sondern von innen. Und trotzdem drehen Sie ihn nicht. Warum? Weil Sie zu sehr verstrickt sind in Ihre Gewohnheiten. Angst haben vor allem Neuen, Angst vor der Veränderung.
In unserer Welt leben viele Tiere in Gefangenschaft, darunter auch zahlreiche Elefanten, die bereits als Babys an Holzpflöcke gekettet werden, damit sie nicht weglaufen. Im Laufe der Jahre wachsen sie zu tonnenschweren Geschöpfen heran, für die es eigentlich ein Leichtes wäre, sich mit einem Ruck von diesen Pflöcken loszureißen. Doch die Dickhäuter bleiben brav stehen – weil sie es so gewohnt sind.
Sind Sie auch ein Gewohnheitstier? Fühlen Sie sich manchmal wie einer dieser Elefanten, die trotz ihrer enormen Stärke gar nicht erst den Versuch wagen, sich zu befreien?
Es hat etwas mit Ihrer eigenen Konditionierung zu tun – oder sagen wir besser Programmierung. Die hindert Sie nämlich daran, etwas Neues auszuprobieren und lieber an Altvertrautem festzuhalten. Vielleicht weil Sie es in der Vergangenheit schon mal versucht haben, damals aber gescheitert sind. Und deswegen bleiben Sie lieber in der vertrauten Welt und akzeptieren die Gitterstäbe, statt einen mutigen Schritt nach draußen zu machen – in die Freiheit.
Wenn es ums Loslassen geht – genauer gesagt darum, warum es uns so schwerfällt –, spielt der angeborene Wunsch nach Bindung eine wichtige Rolle. Schon als Neugeborene klammern wir uns reflexartig an jeden Finger, den man uns entgegenstreckt. Wir wollen uns sicher fühlen – das ist biologisch so festgelegt. Darum ist es normal, dass jede Form der Unsicherheit erst mal große Ängste in uns auslöst.
Wer sich auf etwas Neues einlässt, braucht daher umso mehr ein Gefühl der Sicherheit. Aus diesem Grund feiern wir vor der Hochzeit einen Junggesell(inn)enabschied und vor dem Umzug in eine neue Stadt eine Abschiedsparty mit Freunden. Wir wollen uns damit vergewissern, dass das soziale Auffangnetz hält, falls etwas schiefgehen sollte – und wir nicht zu tief fallen.
Finden Sie mit diesem Blitz-Check heraus, in welchem Lebensbereich Ihnen Veränderungen Angst machen. Seien Sie dabei ehrlich zu sich selbst: Nicken Sie bei einem oder mehreren der folgenden Sätze mit dem Kopf?
•Ich lebe in einer Beziehung, die mich nicht mehr glücklich macht. Dennoch kann ich mich nicht von meinem Partner trennen.
•Mein Job macht mir schon lange keinen Spaß mehr. Ich halte aber trotzdem nicht nach einer neuen Arbeitsstelle Ausschau.
•Meine beste Freundin hat mir die Freundschaft gekündigt. Obwohl das nun schon zehn Jahre her ist, kann ich sie nicht vergessen.
•Ich entdecke immer öfter eine Falte in meinem Gesicht und denke darüber nach, mir demnächst Botox spritzen zu lassen.
•Ich esse viele ungesunde Lebensmittel, obwohl ich weiß, dass sie mir/meinem Körper nicht guttun.
Das sind lediglich fünf Beispiele aus den Bereichen Partnerschaft, Beruf, Freundschaft, Körper und Gewohnheiten. Sind bereits Treffer dabei? Und fallen Ihnen darüber hinaus vielleicht gleich noch ein paar andere Situationen ein, in denen Sie sich selbst blockieren? Notieren Sie unter „Meine Gedanken“, wo sich Ihre persönliche Angst vor dem Loslassen äußert.
Kennen Sie die Geschichte von dem Professor, der seinen Schülern die Arbeiten für die Abschlussprüfung aushändigte und dabei gehörig für Verwirrung sorgte, weil die sofort erkannten, dass es sich um dieselben Fragen handelte wie in der letzten Klausur? Darauf angesprochen, sagte der Professor nur: „Das stimmt, aber die Antworten haben sich geändert.“
Dieses Gleichnis lässt sich wunderbar aufs Leben übertragen: Die Fragen, die uns am meisten beschäftigen, bleiben bis ins hohe Alter fast immer dieselben. Aber die Antworten ändern sich. Weil sich das Leben verändert. Weil wir uns verändern.
Wir können den Alterungsprozess unseres Körpers nicht aufhalten. Für jeden von uns heißt es irgendwann Abschied nehmen vom Berufsleben. Jeder von uns wird einmal an einen Ort der Trauer geführt. So ist das nun mal. Wenn wir uns diesen Veränderungsprozessen verweigern, machen wir uns das Leben unnötig schwer.
Angst ist eine Emotion, die wir nur allzu gerne verdrängen und loslassen wollen. Wir merken nicht, dass wir so nur noch stärker an ihr festhalten.
Es ist wichtig, dass Sie Ihrer Angst ins Auge blicken. Denn sie zeigt Ihnen, wo in Ihrem Leben die Punkte liegen, an denen Sie etwas verändern dürfen. Der Trick ist, die Angst anzunehmen, aber sich nicht mit ihr zu identifizieren. Machen Sie sich bewusst: Sie haben zwar vor etwas Angst, aber Sie sind nicht diese Angst. Sobald Sie sich von Ihrer Angst übermannen lassen, sind Sie kaum noch handlungsfähig. Kann es sein, dass Sie sich von der Angst vor einer notwendigen Veränderung so haben lähmen lassen, dass Sie sich nicht weiterentwickeln können?
»Sie lassen hinter sich, was Ihnen nicht gehört, und Sie werden finden, was Sie niemals verloren haben – Ihr eigenes Sein.«
Nisargadatta Maharaj
Je mehr Sie an etwas festhalten, desto kleiner wird Ihre Komfortzone. Sie schrumpft und schrumpft und schrumpft – bis Sie sich kaum noch trauen, sich zu bewegen. Zu viele Ängste, längst überholte Überzeugungen und Gewohnheiten halten Sie zurück. Der Alltag fühlt sich dadurch im Laufe der Zeit immer weniger leicht, locker und bunt an, sondern wird immer anstrengender und enger.
Wenn Sie sich am Gestern festkrallen, lässt Sie das auf Dauer erstarren. Deswegen müssen Sie dringend Ihre Mini-Komfortzone verlassen. Ständiges Lamentieren („Aber gestern war doch noch alles in Ordnung. Warum ist es das denn heute nicht mehr?“) bringt wenig – höchstens schlaflose Nächte und noch mehr Kummerfalten.
Sie haben ein Recht darauf, sich weiterzuentwickeln. Das Leben hat dieses Recht aber auch. Es ist Ihnen nichts schuldig und braucht Ihnen auch keinerlei Rechenschaft abzulegen, wenn sich etwas neu entwickelt oder wie. Es gibt Ihnen nur eine Garantie: dass sich alles immer wieder verändert. Die schlaueste Reaktion darauf? Loslassen.
Nicht jeder schlägt sich mit inneren Widerständen gegen Veränderung herum. Rund 20 Prozent aller Menschen haben genetisch bedingt mehr Spaß an Neuem als der Rest der Welt. Im Wissenschaftsjargon bezeichnet man diese Bevölkerungsgruppe als „Sensation Seeker“ (zu Deutsch: Sensationslustige). Diese Menschen sehnen sich sogar regelrecht nach Aufregung, denn sie brauchen den besonderen Kick.
Extreme Sensation Seeker lieben riskante Sportarten oder Glücksspiele. Wer eine gemäßigtere Ausprägung in sich trägt, wird von seinen Mitmenschen als sehr offen und neugierig wahrgenommen.
Veränderungen sind unerlässlich. Stellen Sie sich nur mal vor, Sie würden nicht altern und sähen mit 80 Jahren noch aus wie mit acht und würden auch nicht die Erfahrungen sammeln, die das Leben zum Glück mit sich bringt. Dabei entscheiden Sie doch auch anhand dieser Erfahrungen – den guten und den schlechten –, wie sich Ihr weiteres Leben gestalten soll.
Es gibt so viele Menschen, die meinen, sie könnten das Loslassen komplett vermeiden. Dabei gibt es in jedem Leben mindestens eine Phase der Umorientierung. Nichts bleibt für die Ewigkeit. Sie dürfen erkennen, dass Sie selbst diese Veränderungen zum großen Teil mitsteuern können.
Vor allem Männer haben oft nicht gelernt zu zeigen, dass sie unglücklich sind. Dass eine Krankheit wie die Depression sie fest im Griff hat. Dass sie vor dem Burn-out stehen. Dass sich bestimmte Ziele in Luft aufgelöst haben, das persönliche Lebensmodell nicht mehr aufrechterhalten lässt …
Ihr Verantwortungsgefühl – etwa gegenüber ihrer Familie oder ihren Angestellten – erlaubt es ihnen häufig nicht sich einzugestehen, dass sie ihr Leben so nicht mehr ertragen können. Deshalb fällt es ihnen besonders schwer, Aufgaben loszulassen und ihrem Leben eine neue Ausrichtung zu geben.
Es ist aber wichtig, Trauer zu spüren und zu zeigen, wenn man erkannt hat, dass etwas unwiderruflich vorbei ist. Diese Trauer sollte nicht verdrängt werden. Nur durch das Trauern können wir spüren, dass die Zeit reif ist, etwas Neues zuzulassen.
Gibt es in Ihrem Leben etwas, um das Sie noch trauern dürfen? Dann notieren Sie das auf der „Meine-Gedanken-Seite“.
»Theorien sind wertlose Modelle. Was zählt, ist Handeln.«
Constantin Brancusi
Wir tragen alle möglichen Verhaltensmuster mit uns herum, die unbewusst unsere Entscheidungen steuern – Tag für Tag. Welche Glaubenssätze motivieren Sie zum Festhalten? Gehen Sie die zehn Fragen auf den nächsten Seiten in Ruhe durch und kreuzen Sie an, was auf Sie zutrifft. Entscheiden Sie sich pro Frage bitte immer nur für eine Antwort.
1.Sie hatten vor Wochen einen furchtbaren Streit mit einer guten Freundin oder einem guten Freund. Seitdem herrscht zwischen ihnen absolute Funkstille. Was ist Ihr Plan?
a)Plan? Was für ein Plan? Ich komme auch sehr gut allein zurecht. Soll sie/er doch den ersten Schritt machen.
c)Auch wenn sie/er den Streit provoziert und mich beleidigt hat: Ich springe über meinen Schatten und mache den ersten Schritt. Denn diese Freundschaft ist mir einfach zu wichtig.
d)Wochenlange Funkstille? Das wäre bei mir unmöglich. Da hätte ich längst was getan.
e)Ich schicke ihr/ihm so lange Botschaften, bis sie/er einlenkt. Steter Tropfen höhlt bekanntlich den Stein – und ich habe einen langen Atem.
b)Ich glaube zwar, dass ich selbst dafür verantwortlich bin, dass die Situation derart eskaliert ist. Aber das möchte ich nur ungern zugeben. Lieber warte ich erst mal ab, wie sich meine Freundin/mein Freund verhält. Vielleicht kommt sie/er ja auf mich zu.
»Ich bin nicht das, was mir passiert ist. Ich bin das, was ich entscheide zu werden.«
Carl Jung
2.Obwohl Sie bis zum Hals in Arbeit stecken teilt Ihr Chef Ihnen noch eine Aufgabe zu. Wie fühlen Sie sich?
c)Ein Nein kommt nicht infrage. Mein Chef soll zufrieden sein. Auch wenn ich wegen der nötigen Überstunden die eine oder andere private Verabredung absagen muss.
b)Das ist die perfekte Möglichkeit, um zu beweisen, was in mir steckt. Vielleicht erkennt mein Chef so endlich, wie gut ich bin.
a)Ich setze ein Pokerface auf und ziehe das Ding durch – und zwar allein. Kollegen um Hilfe zu bitten, käme mir komisch vor.
e)Eigentlich kann ich das nicht schaffen. Aber dann muss ich mich halt mehr anstrengen. So zeige ich auch, dass ich die/der Beste im Team bin.
d)Kein Problem! Multitasking ist meine Stärke. Das eine Extraprojekt kann ich gut noch so nebenbei erledigen.
3.Ihr Partner oder Ihre Partnerin trennt sich aus heiterem Himmel von Ihnen. Was geht Ihnen durch den Kopf?
e)Umso mehr man kämpft, desto größer ist die Liebe. Hat man ja bei Liz Taylor und Richard Burton gesehen. So leicht gebe ich nicht auf.
d)Kann ich da noch irgendwas retten? Ich fange gleich mit einer detaillierten Argumentation an, warum wir zusammengehören. Vielleicht kriege ich ja noch eine zweite Chance.
c)Für mich bricht eine Welt zusammen. Denn ich habe alles dafür getan, damit diese Beziehung funktioniert.
b)Oh nein, was habe ich nur falsch gemacht? Bin ich nicht sexy oder fit genug? Hätte ich besser zuhören sollen? Habe ich zu viel gearbeitet?
a)Ich reiße mich zusammen und breche auf keinen Fall vor dem anderen in Tränen aus. Ehrlich gesagt, habe ich schon befürchtet, dass das passiert.
4.Träumen Sie manchmal davon, alles liegen und stehen zu lassen und irgendwo anders noch einmal ganz neu anzufangen?
b)Manchmal schon. Dann könnte ich alte Fehler einfach hinter mir lassen und noch einmal mit einer weißen Weste starten. Ideal!
c)Ja, solche Gedanken kenne ich. Aber was wäre dann mit meinem Partner oder meiner Partnerin? Mit meiner Familie? Meinen Freunden? Meinem Chef? Fänden die das auch so toll? Ich glaube nicht.
a)Nein! Das wäre ja eine Art Flucht. Und das machen nur Schwächlinge. Ich stelle mich lieber hier vor Ort meinen Herausforderungen.
d)Und ob! Ich habe mir das schon oft vorgestellt und weiß deshalb ganz genau, was ich alles anders machen würde. Sicher, das wäre eine riesige Aufgabe, aber ich wäre ihr auf jeden Fall gewachsen.
e)Nein, das wäre nichts für mich. Ich arbeite lieber kontinuierlich daran, dass sich etwas an meiner aktuellen Lage verbessert. Das muss schließlich irgendwie zu schaffen sein.
5.Ein Bekannter oder eine Bekannte fragt Sie auf einer Party: „Wie geht’s?“ Wie lautet Ihre Antwort?
d)„Ach du, ich habe gerade wahnsinnig viel Stress. Es gibt da so ein Riesenprojekt, das ich ganz schnell über die Bühne bringen muss. Heute habe ich aber schon mal den Urlaub für danach gebucht. Sag mal, sollen wir uns nicht kurz etwas zu trinken holen? Ich muss leider gleich wieder weg.“
