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Das »BeRUFungsprinzip« – Mit Business Journaling zu mehr Klarheit, Selbstbewusstsein und Erfüllung! »So fühlt sich also Erfolg an«, dachte Maxine, als sie das erste Mal im schicken neuen Blazer in den Glasaufzug stieg, den Knopf für das 44. Stockwerk drückte und, oben angekommen, das Büro betrat. Doch schnell entwickelt sich der Traum vom vermeintlich genialen Sprungbrett ins Arbeitsleben zu einem Albtraum. Strikte Vorgaben, interne Firmenpolitik und lange Dienstwege lagen weit entfernt von der erträumten beruflichen Erfüllung. Maxine Schiffmann entschied sich gegen eine Karriere in einer großen Bank und machte sich auf die Suche nach ihrer wahren Berufung. Heute ist sie als Personal Growth & Business Coach für selbständige Frauen und ambitionierte Gründer*innen tätig. In ihrem Ratgeber erklärt sie Schritt für Schritt, wie sie zu ihrer beruflichen Erfüllung gefunden hat und wie Business Journaling dabei helfen kann, der inneren Stimme zu folgen und das eigene Potenzial voll auszuschöpfen. Neben zahlreichen Übungen und Reflexionen berichtet Maxine Schiffmann auch von ihren ganz persönlichen Erfahrungen, die sie auf dem Weg zu ihrer beruflichen Erfüllung gemacht hat. - Folge deiner Berufung und verbinde dich mit deiner Intuition - Finde Klarheit im Tun und treffe leichter Entscheidungen - Gib dir Raum zum Ausprobieren und definiere deine Vision - Habe Vertrauen in dich und nutze deine Ressourcen »Möge dieses Buch dein Weckruf sein, dir selbst ein erfülltes Berufsleben zu erschaffen! Die Zeiten des Follower-Daseins, des Abwartens und Kleinmachens sind vorbei. Mein Herzenswunsch ist es, dir mit diesem Buch zu helfen, deinen BeRUFungsweg mit Leichtigkeit zu gehen, um Großartiges für dich und die Welt zu erschaffen. Du wirst gebraucht!« – Maxine Schiffmann
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Seitenzahl: 215
Veröffentlichungsjahr: 2022
MAXINE SCHIFFMANN
WIE DU MIT BUSINESS-JOURNALINGDEINE BERUFLICHE ERFÜLLUNG FINDEST
Aus Verantwortung für die Umwelt hat sich der Fischer Kinder- und Jugendbuch Verlag zu einer nachhaltigen Buchproduktion verpflichtet. Der bewusste Umgang mit unseren Ressourcen, der Schutz unseres Klimas und der Natur gehören zu unseren obersten Unternehmenszielen.
Gemeinsam mit unseren Partnern und Lieferanten setzen wir uns für eine klimaneutrale Buchproduktion ein, die den Erwerb von Klimazertifikaten zur Kompensation des CO2-Ausstoßes einschließt.
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Bildnachweis:
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Alle anderen Illustrationen: Christina Hucke
Abhängig vom eingesetzten Lesegerät kann es zu unterschiedlichen Darstellungen des vom Verlag freigegebenen Textes kommen. Dieses E-Book ist urheberrechtlich geschützt.
Erschienen bei FISCHER E-Books
Frankfurt am Main, März 2022
© 2022 Fischer Kinder- und Jugendbuch Verlag GmbH,
Hedderichstraße 114, 60596 Frankfurt am Main
Lektorat: Britta Fietzke
Layout und Satz: Christina Hucke
Covergestaltung: Vanessa Weuffel, Buch & Designunter Verwendung eines Motivs von Shutterstock
eISBN 978-3-7336-0503-2
Weitere Informationen zum Kinder- und Jugendbuchprogramm der S. Fischer Verlage finden Sie unter: www.fischerverlage.de
Einleitung
Vom Suchen und Finden
TEIL 1: EINE HELDIN AUF DER SUCHE – MEINE GESCHICHTE
Wenn Schmerz dich voranbringt
Deine Neugier weist dir den Weg
Das Leben schickt dir ein Zeichen
Schließt sich eine Tür, öffnet sich eine andere
Das Leben will dir zur Seite stehen
Das Leben ruft dich weiter
Vertrau deiner inneren Stimme
TEIL 2: VON DER EIGENEN BERUFUNG & DEM BUSINESS JOURNALING
Die Neudefinition von Berufung
Deine Berufung ist deine Medizin für die Welt
Wie du mit Business Journaling deiner Berufung folgst
TEIL 3: DAS BERUFUNGSMODELL
So folgst du deiner Berufung
Das Zusammenspiel von Intuition und Verstand
Öffne dich für deinen Ruf
Die RUF-Fragetechnik
Begegne dir liebevoll, neugierig und ehrlich
Jeder Wegweiser bringt ein Stück Klarheit
Ruf #1: Folge deiner Freude
Ruf #2: Lass die Angst dir den Weg weisen
Ruf #3: Folge deinen Superkräften
Ruf #4: Nutze deinen Schmerz
Ruf #5: Folge dem Ruf des Lifestyles
Ruf #6: Erlaube dir, zu träumen
Ruf #7: Nutze deine Neugier
Generiere Ideen – sei wild, frei und wunderbar
TEIL 4: LEG LOS – DU BIST SO WEIT
Mach es einfach!
Finde Klarheit im Tun
Starte dein BeRUFungsprojekt
Entscheide dich
Hör mit der Planung auf
Wenn du tausend Ideen hast, dann starte mit einer
Sei mutig – alles Gute folgt danach
Starte schlecht – aber starte!
Geh los, bevor du dich bereit fühlst
Arbeite mit statt gegen deine Zweifel: Das Gedankenbootcamp
Die Leg-los-Checkliste
TEIL 5: ERSCHAFFE DEINEN EIGENEN PFAD
Gib dir Raum zum Ausprobieren
Du musst dich nicht auf eine Sache festlegen
Definiere deine Visionssäulen
Bestimme deine Bandbreite – ganz ohne Richtig oder Falsch
Sei nicht nur gut, sondern zeig es auch!
Zeig dich imperfekt, aber zeige dich
Du bist gut genug
Lass dich von Chancen finden
TEIL 6: BLEIB DRAN – ES LOHNT SICH!
Entdecke dich neu
Nutze all deine zahlreichen Ressourcen
Du hast Zeit, also nimm sie dir
Erschaffe neue Wahrheiten
Sei die Schöpferin, die du bist
Erlebe! – Oder: Warum sich deine Berufung wie Arbeit anfühlen darf
Lobe und schätze dich
Feiere deine Erfolge
Schreib deine Zukunft
TEIL 7: SORGE FÜR DICH AUF DEM WEG – ES DARF DIR GUT GEHEN
Verbinde die Gegensätze in dir
Lass die alten Erfolgsmuster hinter dir
Finde deine eigene Geschwindigkeit
Du musst es nicht allein schaffen!
Lass dich vom Leben unterstützen
Fokussiere Fülle!
Lass die Zügel los
TEIL 8: JOURNALING FÜR DEINE WEITERE BERUFUNGSREISE
Dein Journaling-F&A
Herzlichen Glückwunsch!
Mein Geschenk an dich
Danke euch!
Über Maxine Schiffmann
Endnoten
2014. »So fühlt sich also Erfolg an«, dachte ich noch, als ich das erste Mal im schicken neuen Blazer in den Glasaufzug stieg, den Knopf für das 44. Stockwerk auswählte und, oben angekommen, das Büro betrat. Mein Blick glitt über die imposante Frankfurter Skyline und den Main, der in naher Ferne in der Sonne glitzerte.
Ich hatte einen der begehrten Praktikumsplätze in der Social-Media-Abteilung einer bekannten Bank ergattert. Ein vermeintlich geniales Sprungbrett ins Arbeitsleben, schließlich stand ich kurz vor Abschluss meines BWL-Studiums.
Ich hatte mir ausgemalt, wie erfüllend es sein würde, meine Kreativität auf den Social-Media-Plattformen der Bank auszuleben und meine eigenen Ideen in die Welt zu bringen. Aber die strikten Vorgaben, die interne Firmenpolitik und die langen Dienstwege im Konzern hatten mir schnell gezeigt, dass die Realität weit entfernt war von meiner blumigen Vorstellung.
Eines Nachmittags, nur drei Monate später, nach einem langen, erschöpfenden Arbeitstag mit Facebook-Analysen und Erstellen von Präsentationen, dachte ich verbittert: »Braucht die Welt wirklich noch einen dieser Posts?« Ein Gefühl der Sinnlosigkeit pulsierte durch meine Adern.
Aber dann flüsterte mir meine innere Stimme zaghaft zu: »Maxine, das hier ist nicht deine Berufung.« Ich konnte es nicht länger leugnen: Ich war im falschen Job und fühlte mich wie viele andere Menschen – nach außen hin erfolgreich, aber innerlich leer.
Wenn Social Media nicht mein Traumjob war, was war es dann? Würde ich meine Berufung finden oder unerfüllt in einem x-beliebigen Bürojob landen und so dann mein Potenzial verschwenden?
Du verbringst etwa ein Drittel deiner Lebenszeit mit der Arbeit – das macht sie somit nach dem Schlafen zu unserer zweithäufigsten Beschäftigung. Wäre es daher nicht wichtig, wenn wir etwas täten, was uns erfüllt, was wertschöpfend ist? Nicht nur für uns selbst, sondern auch für unser Umfeld?
Doch viele von uns sind im falschen Job: Jede zweite Berufstätige ist mit ihren Arbeitsbedingungen unzufrieden, und knapp jede Dritte fühlt sich aufgrund ihres Arbeitsalltags häufig erschöpft und müde.1
Ich weiß nicht, wie es dir beim Lesen dieser Zahlen geht, aber ich wusste, dass ich das nicht für mich wollte – und da du dieses Buch gerade in den Händen hältst, vermute ich: du auch nicht. Du verdienst es, beruflich erfüllt zu sein und mit deinen Gaben in dieser Welt einen positiven Unterschied zu machen!
Also begab ich mich auf die Reise zu meiner Berufung: Ich suchte, fiel hin und stand wieder auf … und fand sie. Im Prozess erschuf ich mir eine spannende, unkonventionelle Karriere, in der ich heute meine Leidenschaft für die persönliche Entwicklung und das Unternehmertum nicht nur auf eine, sondern auf drei großartige Weisen auslebe:
als Business & Personal Growth Coach für selbständige Frauen,
als Managerin eines Start-up-Stipendiums und
als Moderatorin einer digitalen Show.
Ich erschuf mir einen erfüllenden Berufsalltag, bei dem ich meine Coachingklienten durch Transformationen begleite, wöchentlich neue Journalsessions für meinen Business-Journal-Podcast kreiere, coole Start-up-Trainings und Events an tollen Locations moderiere oder Gastexpertinnen in der digitalen Show interviewe. In den letzten Jahren hatte ich die Chance, mit spannenden Marken wie der Google Zukunftswerkstatt, Youth Business International, der Taunus Sparkasse, der Standard Chartered Foundation, Merck und der Entrepreneur University zusammenzuarbeiten. Ich genieße die große Freiheit und den Lebensstil, den mir meine Berufung ermöglicht, unter anderem mehr als zehn Monate an diesem Buch zu schreiben.
Mit meiner Geschichte und diesem Buch möchte ich dir Mut machen. Mut, dass auch du deine Berufung finden kannst – unabhängig davon, an welchem Punkt in deinem Leben du dich gerade befindest. Möge dir dieses Buch ein Wegweiser zu beruflicher Zufriedenheit sein und dich dazu befähigen, deine Erfüllung zu erschaffen. Und dafür wirst du eines der kraftvollsten Tools kennenlernen: das Business Journaling.
Journaling umfasst die schriftliche Reflexion in einem Notizbuch – digital und/oder analog. Sozusagen die moderne und weiterentwickelte Form des Tagebuchschreibens. Business Journaling wird dir helfen, neue Klarheit, Selbstbewusstsein und Erfüllung für dich zu gewinnen. In Journalübungen mit leicht umsetzbaren Anleitungen wirst du deine eigenen Antworten auf die wichtigsten beruflichen Fragen finden und dich selbst dabei noch mehr kennen- und schätzen lernen.
Dieses Buch ist kein klassisches Lesebuch, sondern ein sicherer Rückzugsort, an dem du reflektieren, in den du reinschreiben und in dem du Erkenntnisse gewinnen kannst. Wenn du dieses Buch gerade als E-Book liest, übertrage die Journalfragen aus den Kapiteln einfach in ein blanko Notizbuch deiner Wahl und beantworte sie dort.
Das Buch besteht aus vielen kürzeren, blogartigen Kapiteln, die für sich allein stehen und gleichzeitig Teil des großen Ganzen sind. In den ersten drei Teilen gebe ich dir die Basis für das Finden deiner Berufung an die Hand. Mein eigens erarbeitetes BeRUFungsmodell im dritten Teil wird dir ein Framework geben, um deine nächsten Berufsschritte abzuleiten, um diese dann mit Hilfe des vierten Teils umzusetzen. Daher empfehle ich dir, das Buch zuerst kapitelweise von vorne bis hinten zu lesen. Im weiteren Verlauf deiner Berufungsreise lädt dich das Buch auch als intuitiver Impulsgeber im Alltag ein: Schlage dafür einfach eine beliebige Seite auf und lies ab dieser Stelle. Lass dich vom Zufall inspirieren.
Da der Großteil der Menschen meiner Community Frauen sind, habe ich mich für die weibliche Betitelung entschieden. Bitte ergänze, wenn nötig, die maskuline oder genderneutrale Ausdrucksform für dich.
Möge dieses Buch dein Weckruf sein, dir selbst ein erfülltes Berufsleben zu erschaffen! Die Zeiten des Follower-Daseins, des Abwartens und Kleinmachens sind vorbei. Mein Herzenswunsch ist es, dir mit diesem Buch zu helfen, deinen Berufungsweg mit Leichtigkeit zu gehen, um Großartiges für dich und die Welt zu erschaffen. Du wirst gebraucht!
Und jetzt lass uns gemeinsam starten.
Deine Maxine
BONUSMATERIAL FÜR DEINEN WEG
Um dir bestmöglich beim Folgen deiner Berufung zur Seite zu stehen, habe ich einige weitere Hilfestellungen für dich erstellt, die dich während des Lesens und darüber hinaus stärken.
www.maxineschiffmann.de/bonus
Auf der Website www.maxineschiffmann.de/bonus findest du kostenfreie Vorlagen zum Download, Interviews zum Buch sowie wertvolle Geschenke für deine Berufungsreise.
#beRUFungsprinzip
Teile deine Meilensteine mit der Community mit dem Hashtag #beRUFungsprinzip und lass dich von mir feiern.
Schmerz hat ein arg schlechtes Image. Ist dir das auch schon mal aufgefallen? Wir verabscheuen ihn, wollen ihn loswerden und tun viel dafür, ihn aus unserem Berufsleben zu verbannen. Niemand will Schmerzen spüren: sei es der Schmerz, der entsteht, wenn wir uns im falschen Job befinden, wenn wir beruflich noch nicht angekommen sind oder nicht die Erfüllung im Alltag spüren, nach der wir uns so sehr sehnen.
Auch ich wollte meinen Schmerz loswerden, denn als junge Frau hatte ich viel davon. Nachdem ich von der Mittelschule aufs Gymnasium wechselte, ging es schulisch bergab: Jahr für Jahr verzierte das Wort »versetzungsgefährdet« meine Zeugnisse, bis mir Mathematik im 9. Schuljahr endgültig das Genick brach und ich die Klasse wiederholen musste. Ich fühlte mich inkompetent und dumm, auch wenn ich heute weiß, dass meine Schwierigkeiten weniger mit mir als mit der Schule zu tun hatten. Nicht genug, dass ich dort Probleme hatte – daheim gab es auch Stress: Mein Stiefvater litt an Depressionen, meine Mutter an der daraus resultierenden Gesamtsituation. Inmitten des Chaos spürte ich eine tiefe Traurigkeit. Ich hatte keine Ahnung, wer ich überhaupt war, konnte mich selbst weder lieben noch wertschätzen und wusste nicht, wie ich mit meinen Gefühlen umgehen sollte.
Mit 16 zog ich daher zu meinem Vater, meiner Stiefmutter und zwei jüngeren Schwestern nach England, um dort auf eine öffentliche Schule zu gehen. Eine Flucht in ein anderes Leben, der Versuch, meinen Schmerz zu lindern. So hofften meine Familie und ich es jedenfalls. Aber wir sollten uns da leider getäuscht haben.
Was als Familienparadies auf kleinem englischem Raum begann, endete anderthalb Jahre später mit meinem erneuten Auszug – in eine Wohngemeinschaft in Basingstoke mit einem Zimmer, das nur wenig größer war als Harry Potters unter der Treppe. Es war eine dunkle Zeit. Statt der erhofften Verbesserungen fühlte ich mich noch trauriger, hilfloser, aber genauso verlassen wie zuvor. Ich kämpfte mit der englischen Sprache, der neuen Umgebung und dem neuen Familiengefüge. Zusätzlich war ich getrieben von den schmerzhaften Relikten meiner Vergangenheit: der Scheidung meiner Eltern, dem Aufwachsen mit zwei »Bonuseltern«, die in meinen Augen damals zu viel waren, und den normalen Alltagsdramen des Erwachsenwerdens. Meine Familie konnte nicht viel für mich tun, obwohl sie es versuchte.
Da saß ich nun noch immer mit meinem Schmerz und wusste, dass ich etwas grundlegend verändern musste.
Was, wenn ich dir sage, dass dies einer der wichtigsten Momente meines Lebens war? Schmerz ist ein großer Antreiber und wertvoller Wegweiser, denn er lässt uns unsere Komfortzone verlassen und treibt uns an, neue Lösungen und Wege zu finden – damit wir über uns selbst hinauswachsen können.
Getrieben von meinem Schmerz, machte ich mich auf den Weg, um meine innere Traurigkeit zu heilen und meine schulischen Probleme zu lösen – eine Entscheidung, die den Start meiner Berufung markieren sollte, auch wenn ich dies zu diesem Zeitpunkt noch nicht wusste.
Ich entdeckte die Welt der Persönlichkeitsentwicklung und begann, intensiv an mir selbst zu arbeiten. Ich nutzte mein Journal viel und oft, und mit jeder Reflexionsfrage lernte ich mich selbst besser kennen und mir mehr zu vertrauen. Stück für Stück fand ich meine Heilung in Büchern, Kursen und Seminaren – aber vor allem in mir selbst. Durch das Journaling konnte ich meine innere Stimme wieder wahrnehmen, die so ganz anders klang, als die lauten angstvollen Gedanken, die sonst das Innere meines Kopfes beherrschten.
Heute weiß ich, dass alle diese innere Stimme in sich tragen, aber viele von uns in unserer lauten Welt mit all ihren Ablenkungen verlernt haben, sie zu hören. Vielleicht erkennst du dich hier wieder?
Mein persönliches Wachstum und das Journaling halfen mir dabei, letztlich die Schule in England als eine der Besten des Jahrgangs abzuschließen und mein dort gemachtes Einserabitur als Grundstein für meine Berufung zu sehen: »I was finally back in the game!«
2012. Zurück in Deutschland, begann ich mein BWL-Studium in Frankfurt. Durch die Fortschritte, die dank meines persönlichen Wachstums möglich wurden, war ich auf den Geschmack der Persönlichkeitsentwicklung gekommen, und sie hatte sich mittlerweile zur Leidenschaft entwickelt. Ich hatte gelernt, mit meinen selbstkritischen Gedanken und schmerzhaften Gefühlen auf neue Weise umzugehen, und fühlte mich besser als je zuvor.
Doch noch immer hatte ich keine Ahnung, was ich nach meinem Studium beruflich machen sollte. Irgendwo in mir spürte ich, dass ich aus einem bestimmten Grund hier war – ich musste ihn nur finden. Vielleicht kennst auch du dieses Gefühl, dass du nicht aus Zufall hier bist und etwas beizutragen hast?
Ich begann, nach meiner Berufung zu suchen, und war offen für alle möglichen Karriereoptionen, auch für die Selbständigkeit. Die Frage war nur: Mit welcher Idee konnte ich mich selbständig machen? Was entsprach meiner wahren Berufung?
Immer wieder brainstormte ich Berufungsideen in meinem Notizbuch: vom Rechercheservice über Onlinemarketing bis zum thailändisch inspirierten Sandwichwagen war alles dabei. Meine Journals waren gefüllt mit Einträgen wie:
»Die Zeit läuft mir davon, und ich weiß noch immer nicht, was genau ich beruflich machen will. Die Studienzeit ist perfekt, um mein eigenes Ding zu starten und mir etwas aufzubauen, aber ich weiß einfach nicht, was das Richtige für mich ist.«
Ich wollte endlich loslegen, um etwas aus meinem Leben zu machen. Die Uhr tickte mit jedem weiteren verstrichenen Semester, ohne dass ich meiner Berufung merklich näher kam. Wenn ich nicht bald meine Berufung fand, würde ich nach meinem Studium unglücklich in irgendeinem unbedeutenden Job versauern, dachte ich voller Angst.
Manchmal kommen wir an einen Punkt auf unserer Reise, an dem wir vertrauen und unserer Neugier folgen müssen, weil alles andere noch keinen Sinn ergibt. Genau da stand ich jetzt. Also folgte ich meiner Neugier, die mich irgendwann zu einer Entrepreneurship-Konferenz nach Oestrich-Winkel führte. Ich weiß noch genau, wie ich an dem kleinen Klapptisch im Seminarraum saß, mein dunkelgrünes Journal vor mir lag und ich an den Lippen der wechselnden Unternehmer und Redner hing. Ich schrieb mir sorgfältig Zitate und ihre Ideen in mein Notizbuch, ohne zu merken, dass ich beobachtet wurde.
»Was machst du eigentlich mit deinen Notizen?«, sprach mich in einer Pause plötzlich eine wildfremde Frau an. Ich zuckte mit den Schultern. »Nichts, sie sind nur für mich, zum Lernen.« Sie lächelte und antwortete: »Du solltest sie nicht für dich behalten. Warum startest du nicht deinen eigenen Blog?«
Manchmal ist es eine kleine oder beiläufige Bemerkung, die uns die zündende Idee gibt, wenn wir aufmerksam und neugierig bleiben. Obwohl ich keine Ahnung hatte, wie man einen Blog aufbaute, verspürte ich eine plötzlich aufkeimende Freude und Aufregung bei der Vorstellung, die mich zum Handeln aufrief. Noch am selben Abend schrieb ich in mein Journal:
»Endlich habe ich ein Ziel vor Augen: Mit dem Blog werde ich meine Leidenschaft für persönliche Entwicklung und all das, was ich selbst lerne, mit meinen Leserinnen teilen. Das passt wie die Faust aufs Auge!«
Dank der Blogidee entdeckte ich die Welt des Onlineunternehmertums und lernte hauptberufliche Blogger kennen, die anderen Menschen online etwas beibrachten und vermittelten. Ein wichtiges Puzzleteil für meine Berufung, wie sich später herausstellen sollte.
Während ich tagsüber versuchte, mein Studium und meinen Nebenjob unter einen Hut zu bringen, lernte ich abends, wie man eine Website erstellte und ein eigenes Branding aufbaute. Mein Onkel, der ein eigenes Computergeschäft führte, half mir mit der Technik.
Auch wenn mich Selbstzweifel plagten und ich mich manchmal fragte, was ich denn schon zu bieten hätte, was andere unbedingt lesen wollen würden, ging der Blog mit dem Namen The Leader of Tomorrow nach vielen (vielen, vielen) Arbeitsstunden sechs Monate später live. Endlich konnte ich andere erreichen, ihnen dabei helfen, ihre Zweifel und Ängste zu lindern, und ihnen bei ihrer persönlichen Entwicklung zur Seite stehen.
Aber zuerst schloss ich noch mein besagtes Bankpraktikum ab, beendete mein Bachelorstudium und kündigte meine Frankfurter Einzimmerwohnung. Meine harte Arbeit zahlte sich aus: Ich erhielt ein Stipendium für meinen Master und konnte so zurück nach England gehen. Ich hatte ein weiteres Jahr gewonnen, um meinem Traum von der reichweitenstarken Bloggerin näher zu kommen, bevor ich endgültig im Berufsleben stand.
2016. Mittlerweile hatte ich meinen Master beendet und durch meine Nebenjobs genug Geld angespart, um einige Monate mit meinem Partner Matt nach Neuseeland zu reisen.
Ich hatte gehofft, dass mir diese Zeit helfen würde, mich selbst noch mehr zu finden und meinen Blog voranzutreiben, aber mittlerweile fiel mir das Schreiben schwer, ich fand das regelmäßige Posten anstrengend und mein Wunsch, aus dem Blog ein Business zu machen, erzeugte einen immensen Druck, für den ich nicht gewappnet war.
Meine innere Kritikerin mochte meine eigenen Blogposts nicht, und der große Durchbruch ließ auch nach drei Jahren Arbeit noch auf sich warten. Was machte ich nur falsch?
Mein Verstand wollte mehr: Klarheit, Planungssicherheit. Und eine Erfolgsgarantie. Vor allem aber wollte er eines: sich sicher sein, dass der Blog mich zu meinem Traumbusiness führen würde. Da ich ihm das nicht liefern konnte, fühlte ich mich klein und unbedeutend. Alle um mich herum waren bereits fest in ihrem Berufsleben verankert, während ich in Neuseeland saß und nur einen Blogger-Traum hatte, der nicht aufgegangen war.
»Das kann nicht meine Berufung sein, wenn es so schwer ist. Mein Traumjob sollte doch Spaß machen!«, fasste ich die Situation unglücklich in meinem Journal zusammen.
Meine innere Stimme flüsterte mir daraufhin – leise, aber nachdrücklich – zu: »Lass den Blog los, Maxine.« Aber konnte ich einfach so alles aufgeben, was ich mir so hart erarbeitet hatte? Ich fühlte mich wieder verloren, Kopf und Herz zogen in verschiedene Richtungen. Sollte ich wirklich alles hinwerfen? Wenn der Blog nicht meine Berufung war, was war es denn dann?
Ich bat um ein Zeichen. Und dieses kam drei Tage später in Form eines Anrufs. Die Stimme meines Onkels schallte wutentbrannt durchs Telefon: »Dein Blog wurde gehackt! Alles ist down! Und mein kompletter Server wurde auf die Sperrliste gesetzt!« Eine Katastrophe.
Doch innerlich spürte ich, wie mir ein Stein vom Herzen fiel. Der Blog war weg. Mir war die Entscheidung genommen worden, und so war ich endlich frei, um meine wahre Berufung zu finden. Das Leben hatte mir ein Zeichen geschickt. In diesem Moment erlebte ich zum ersten Mal bewusst, dass ich auf dem Weg zu meiner Berufung nicht alles aus eigener Kraft stemmen musste, sondern mir das Leben zur Seite stand und half. Wenn ich es ließ.
Auch du wirst immer unterstützt und kannst dich vom Leben auf dem Weg zu deiner Berufung führen lassen. Solange du es zulässt. Für mich war es jetzt also Zeit für etwas Neues – aber was?
Es gibt Menschen, die in deinem Leben eine wichtige Rolle spielen sollen: Das Leben schickt sie dir in Form von Freunden, Mentoren und Weggefährtinnen. Bei mir waren es zwei, und die Erste war Karolin König-Baykan. Wir lernten uns im Bachelorstudium kennen, aber nach einem etwas unglücklichen Freundschaftsstart (sie fand mich »süß«, ich sie arrogant) fanden wir erst im zweiten Semester zueinander.
Ab diesem Zeitpunkt machten wir unsere Projektarbeiten zusammen und vertieften unsere gemeinsame Leidenschaft für die Persönlichkeitsentwicklung. Sie, die ein paar Jahre älter ist als ich, arbeitete neben dem Studium für einen erfolgreichen Coach und hatte bereits einiges an Berufserfahrung gesammelt. Wir sprachen über die verrückte Idee, irgendwann beruflich zusammenzuarbeiten, aber der Bachelorabschluss trennte uns zunächst wieder räumlich. Sie stieg zuerst erfolgreich bei einer Managementberatung und danach bei einem Headhunter ein, während ich meinen Master abgeschlossen hatte und dann auf Reisen gegangen war. Als sie an einem »eigentlich ganz normalen Montagmorgen« aus heiterem Himmel die Kündigung erhielt, saß ich gerade am anderen Ende der Welt in Neuseeland und erfreute mich an dem Gedanken eines Neustarts nach dem Blog.2
Oft verpackt das Leben wertvolle Geschenke in Situationen, die auf den ersten Blick als Katastrophe oder Krise daherkommen. Auch die Kündigung stellte sich als wahres Geschenk heraus, denn sie half uns, aktiv zu werden, und so gründeten wir sechs Monate später gemeinsam ein Coachingunternehmen. Beflügelt von der Mission, anderen bei ihrer Karriereorientierung zu helfen, brachten wir Karolins Personal- und Headhunter-Expertise mit meiner mittlerweile mehr als siebenjährigen Erfahrung der persönlichen Entwicklung zusammen: Wir hatten ein Coachingkonzept.
Unser Unternehmen Career Catalyst war geboren. Endlich ergab auch meine schmerzhafte Berufungsreise mit ihren vielen Höhen und Tiefen einen Sinn, denn nun konnten unsere Klienten davon profitieren. Die Puzzleteile hatten sich auf magische Weise zusammengefügt. Wenn da nicht wie so oft diese Stimme gewesen wäre: Trotz Coachingausbildung, Masterstudium und vieler Fortbildungen fühlte ich mich innerlich alles andere als bereit:
»Vielleicht ist jetzt nicht der richtige Zeitpunkt für eine Gründung? Ich bin einfach noch nicht so weit und habe Angst vor der Kundenakquise. Ich will keine Videos machen und mich vor meinen Freunden zum Affen machen. Vielleicht bin ich einfach keine geborene Unternehmerin?«
Ich erkannte, dass ich selbst die größte Hürde auf dem Weg zu meiner Berufung war: meine unterbewussten limitierenden Denkweisen, meine mich selbst sabotierenden Gewohnheiten und die eigenen Zweifel. Ich begann, wieder an mir zu arbeiten und mein Journal dieses Mal für mein berufliches Wachstum zu nutzen. Während sich die Erfolge unserer Klienten mehrten, wuchs mein Selbstvertrauen gleich mit. Wir boten nun Eins-zu-eins-Coaching an, hielten Vorträge auf Jobmessen und wurden von Universitäten für Workshops gebucht. Career Catalyst wuchs und gedieh – wenn auch zuerst langsam. Ein Traum wurde Wirklichkeit.
Auf dem Weg zu deiner Berufung musst du den Weg nicht immer selbst finden, sondern er findet auch dich. Das Leben wird dir mit Zufällen und Wegbereitern zur Seite stehen, die dein Potenzial erkennen und dir helfen, deinen Weg durch die Dunkelheit zu finden.
Neben Karolin war mein zweiter wichtiger Wegbereiter Dirk Luenzer, der Managing Director von Youth Business Germany (YBG), einer sozialen Initiative für junge Gründer und Gründerinnen, von der wir für den Aufbau von Career Catalyst Unterstützung bekamen. Er war derjenige, der eines Tages zu mir sagte: »Maxine, ich sehe dich als das neue Gesicht von YBG.« Also bot er mir eine Stelle als Stipendiumsmanagerin an und schaffte es, mich immer wieder aus meiner Komfortzone herauszuholen: Ich führte Mentoringtrainings mit Vorstandsvorsitzenden durch, plante gemeinsame Messeauftritte und organisierte Start-up-Events.
Die zusätzliche Stelle bei YBG und der zeitgleich laufende Aufbau von Career Catalyst waren oft nicht leicht unter einen Hut zu bringen. Immer wieder wollte ich alles hinwerfen. Aber: Das beste Training ist eben kein Ponyhof.
Ich erinnere mich noch gut an einen Abend im Jahr 2019. Es war der Abend unseres bis dato größten Start-up-Events. Ich stand hinter der Bühne, während der Timer in unserer Präsentation auf der großen Leinwand zum Eventstart herunterzählte.
3 Minuten … 2 Minuten … 1 Minute … Los geht’s!
Gleich musste ich vor 200 Menschen auf die Bühne treten, aber jede Zelle in meinem Körper sträubte sich dagegen. »Warum mache ich das?«, fragte ich meinen Partner Matt voller Panik. Vielleicht konnte ich mich ja noch einfach davonstehlen?
Wachstum ist nicht immer angenehm: dieses Gefühl der Unsicherheit, wenn du deine liebgewonnene Komfortzone verlässt und dich auf neue Abenteuer einlässt. Es ist nicht immer leicht, durch den Sturm der Angst zu gehen. Aber der Weg zu deiner Berufung ist ein Pfad des Wachstums, der dich für all deine Wachstumsschmerzen belohnen wird.
Fünf Stunden später feierten wir den Abschluss einer großartigen Veranstaltung und ich eines meiner wichtigsten Wachstumsmomente des Jahres. Als ich kurz nach Mitternacht wieder zu Hause ankam, liefen mir dicke Tränen die Wangen herunter – keine Tränen der Freude, sondern der Erleichterung, weil eine riesige Last von mir abfiel. Ich wusste, ab jetzt würde alles leichter gehen!
Nun war eigentlich beruflich alles perfekt – wäre da nicht dieser innere Ruf nach Veränderung. Ich liebte die Zusammenarbeit mit Karolin. Career Catalyst verzeichnete steigende Umsätze, und wir hatten es geschafft, Hunderten Menschen zu beruflicher Klarheit zu verhelfen, sie auf ihrem Weg zur Erfüllung zu begleiten und dabei unseren eigenen Traum der Selbständigkeit zu verwirklichen.
