Der zerbrochene Krug: Eine Erzählung nach der Vorlage von Heinrich von Kleist - André Graf - E-Book

Der zerbrochene Krug: Eine Erzählung nach der Vorlage von Heinrich von Kleist E-Book

André Graf

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Beschreibung

Die Bücher der Serie "Theatertexte in Erzählform" verwandeln bekannte Bühnenwerke in fesselnde literarische Werke. Jedes Buch bietet eine tiefgehende Erzählung, die die Intensität und die emotionalen Konflikte des Originals einfängt und für ein modernes Publikum neu interpretiert. "Der zerbrochene Krug" ist ein Lustspiel von Heinrich von Kleist. Das Stück wurde 1808 erstmals aufgeführt und zählt zu den bedeutendsten Werken Kleists. Es handelt von einem Gerichtsverfahren in einem niederländischen Dorf, das sich um einen zerbrochenen Krug dreht und dabei die Themen Gerechtigkeit und menschliche Schwächen humorvoll beleuchtet. Die Handlung beginnt, als Frau Marthe Rull vor Gericht geht, um den Schadenersatz für ihren zerbrochenen Krug zu fordern. Sie beschuldigt Ruprecht, den Verlobten ihrer Tochter Eve, den Krug in einem nächtlichen Streit zerstört zu haben. Der Richter des Falles ist Adam, ein alternder Dorfrichter, der mehr über den Vorfall zu wissen scheint, als er zugeben möchte. Das Stück ist berühmt für seine verschachtelte Erzählstruktur und die brillante Dialogführung, die Kleists tiefes Verständnis für Sprache und Dramaturgie demonstriert. Die Charaktere sind lebhaft gezeichnet, und ihre Interaktionen offenbaren Kleists scharfe Beobachtung menschlicher Schwächen und gesellschaftlicher Heuchelei. "Der zerbrochene Krug" nutzt das scheinbar einfache Motiv eines zerbrochenen Haushaltsgegenstandes, um tiefere Fragen der Schuld, der moralischen Integrität und der menschlichen Natur zu erforschen. "Der zerbrochene Krug" bleibt ein Klassiker des deutschen Theaters, dessen Witz und Weisheit auch heute noch das Publikum begeistern.

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Veröffentlichungsjahr: 2025

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André Graf

Der zerbrochene Krug: Eine Erzählung nach der Vorlage von Heinrich von Kleist

Die Bücher der Serie "Theatertexte in Erzählform" verwandeln bekannte Bühnenwerke in fesselnde literarische Werke. Jedes Buch bietet eine tiefgehende Erzählung, die die Intensität und die emotionalen Konflikte des Originals einfängt und für ein modernes Publikum neu interpretiert.

Inhaltsverzeichnis

Personen

Erster Auftritt

Zweiter Auftritt

Dritter Auftritt

Vierter Auftritt

Fünfter Auftritt

Sechster Auftritt

Siebenter Auftritt

Achter Auftritt

Neunter Auftritt

Zehnter Auftritt

Elfter Auftritt

Zwölfter Auftritt

Letzter Auftritt

Impressum

Personen

Walter, Gerichtsrat

Adam, Dorfrichter

Licht, Schreiber

Frau Marthe Rull

Eve, ihre Tochter

Veit Tümpel, ein Bauer

Ruprecht, sein Sohn

Frau Brigitte

Ein Bedienter, Büttel, Mägde usw.

Die Handlung spielt in einem niederländischen Dorf bei Utrecht.

Erster Auftritt

Adam sitzt in seinem Wohnzimmer mit einem Verband um sein Bein, als Licht anklopft, den Raum betritt und ihn überrascht ansieht.

Licht beginnt sogleich mit einer Mischung aus Neugierde und Spott: „Zum Henker, Pate Adam! Was ist denn mit dir passiert? Du siehst aus wie nach einem Kampf!“

Adam erwidert lakonisch, dass es zum Stolpern nur Füße brauche. Er erklärt, dass er auf dem glatten Boden gestürzt sei – und fügt mit einem Anflug von Philosophie hinzu, dass jeder den „Stein zum Anstoß“ in sich selbst trage.

Licht, der Adam etwas reizen möchte, hakt nach: „Wirklich, jeder?“

Adam bekräftigt dies.

Doch Licht lässt nicht locker. Da Adams linker Fuß ein Klumpfuß ist, fragt er, ob Adam mit dem linken oder mit dem rechten Fuß gestolpert sei.

Diese Frage ärgert Adam sichtlich.

Adam versucht nun, die Sache herunterzuspielen: „Hier bin ich gefallen, das ist alles.“

Doch Licht, der ihn genau beobachtet, stellt fest, dass Adam auch im Gesicht übel zugerichtet ist.

Adam tut überrascht, dass sein Gesicht derart entstellt ist und fordert Licht auf, genauer zu beschreiben, was er sieht.

Licht hält Adam einen Spiegel hin und erklärt: „Deine Wange ist geschunden, als hättest du dich durch einen Dornenbusch gezwängt – schau selbst!“

Adam sieht betroffen in den Spiegel und murmelt zustimmend, dass er nicht besonders „lieblich“ aussieht.

Licht fordert Adam auf, mehr darüber zu erzählen, was ihm zugestoßen ist.

Adam erzählt schließlich, wie es zu diesen Verletzungen kam: Er sei beim Aufstehen gestolpert und hätte sich reflexartig an einer Hose festgehalten, die zum Trocknen am Ofen hing. Doch der Hosenbund sei gerissen und so sei er mit voller Wucht auf die Ofenecke gefallen – zufälligerweise genau dorthin, wo eine kleine Ziegenfigur aus dem Ofen hervorragt.

Licht kann sich daraufhin ein Lachen nicht verkneifen, worauf Adam nur ärgerlich zischt: „Verdammt!“

Dann lenkt Adam das Gespräch plötzlich um und fragt nach Neuigkeiten. Licht berichtet ihm nun ernsthaft, dass der Herr Gerichtsrat Walter aus Utrecht anreist und noch heute in Huisum zur Revision erwartet wird.

Adam reagiert mit Unglauben, dass ein hoher Beamter unangekündigt in ein kleines Dorf kommen könnte. Doch Licht bleibt dabei und fügt hinzu: Der Gerichtsrat sei bereits in den Nachbarort Holla gereist und habe dort eine Revision durchgeführt, bei der er das Justizamt ordentlich durcheinandergebracht habe. Der dortige Richter sei sogar vorübergehend suspendiert worden und man habe ihn später hinten in seiner Scheune aufgeknüpft gefunden. Glücklicherweise habe der Mann noch gelebt, aber dieser Vorfall habe natürlich für Aufregung gesorgt.

Adam ist überrascht und äußert Respektlosigkeit gegenüber dem suspendierten Richter, den er zwar als „guten Kollegen“ bezeichnet, aber gleichzeitig als „liederlich“ abstempelt.

Licht mahnt Adam schließlich, sich auf den Besuch des Gerichtsrats vorzubereiten.

Beim Gedanken an den Besuch des Gerichtsrats erschleicht Adam plötzlich ein ungutes Gefühl. Er ergreift Licht an seinem Arm und spricht mit Nachdruck auf ihn ein: „Ich weiß, du möchtest gerne selbst Richter werden und du hast es gewiss verdient. Doch heute ist nicht der richtige Zeitpunkt.

---ENDE DER LESEPROBE---