Nathan der Weise: Eine Erzählung nach der Vorlage von Gotthold Ephraim Lessing. - André Graf - E-Book

Nathan der Weise: Eine Erzählung nach der Vorlage von Gotthold Ephraim Lessing. E-Book

André Graf

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Beschreibung

Die Bücher der Serie "Theatertexte in Erzählform" verwandeln bekannte Bühnenwerke in fesselnde literarische Werke. Jedes Buch bietet eine tiefgehende Erzählung, die die Intensität und die emotionalen Konflikte des Originals einfängt und für ein modernes Publikum neu interpretiert. "Nathan der Weise" ist ein dramatisches Gedicht von Gotthold Ephraim Lessing, veröffentlicht im Jahr 1779. Dieses Werk ist ein Schlüsseltext der Aufklärung und setzt sich mit den Themen Toleranz und religiöser Vielfalt auseinander. Das Stück ist in Jerusalem zur Zeit des Dritten Kreuzzuges angesiedelt und beleuchtet die Beziehungen zwischen den drei abrahamitischen Religionen: Judentum, Christentum und Islam. Die Hauptfigur, Nathan, ist ein reicher jüdischer Kaufmann, der für seine Weisheit und sein gütiges Verhalten bekannt ist. Nach seiner Rückkehr von einer Geschäftsreise erfährt Nathan, dass seine adoptierte Tochter Recha nur knapp einem Brand entkommen ist, gerettet von einem jungen Tempelherrn, der eigentlich ein christlicher Kreuzfahrer ist. Trotz seiner tiefen Abneigung gegen Juden, beginnt der Tempelherr, seine eigenen Vorurteile zu hinterfragen, da er sich in Recha verliebt. Die Handlung vertieft sich, als Sultan Saladin Nathan herausfordert, ihm die Frage zu beantworten, welche Religion die wahre sei. Nathan antwortet mit der berühmten Ringparabel, in der er erzählt von einem Ring, der die Macht besitzt, seinen Träger von Gott und den Menschen geliebt zu machen. Der Ring wird über Generationen weitergegeben, bis ein Vater, der drei Söhne hat, zwei identische Kopien anfertigen lässt, um Streitigkeiten zu vermeiden. Die Parabel endet mit der Frage, welcher der Ringe der echte sei – eine Frage, die ungelöst bleibt und darauf hindeutet, dass das Wesentliche aller Religionen die Liebe ist, nicht die Unterscheidung zwischen ihnen. Das Stück fordert die Zuschauer auf, über die Möglichkeit des friedlichen Zusammenlebens unterschiedlicher Glaubensrichtungen nachzudenken und betont die Ideale der Humanität über dogmatische Grenzen hinweg. "Nathan der Weise" plädiert für einen Dialog und gegenseitigen Respekt unter verschiedenen Glaubensgemeinschaften und bleibt ein mächtiges Plädoyer für Toleranz und Verständnis in einer oft gespaltenen Welt.

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Veröffentlichungsjahr: 2025

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André Graf

Nathan der Weise: Eine Erzählung nach der Vorlage von Gotthold Ephraim Lessing.

Die Bücher der Serie "Theatertexte in Erzählform" verwandeln bekannte Bühnenwerke in fesselnde literarische Werke. Jedes Buch bietet eine tiefgehende Erzählung, die die Intensität und die emotionalen Konflikte des Originals einfängt und für ein modernes Publikum neu interpretiert.

Inhaltsverzeichnis

Personen

Erster Aufzug

Zweiter Aufzug

Dritter Aufzug

Vierter Aufzug

Fünfter Aufzug

Impressum

Personen

Sultan Saladin

Sittah, dessen Schwester

Nathan, ein reicher Jude in Jerusalem

Recha, dessen angenommene Tochter

Daja, eine Christin, aber in dem Hause des Juden,

als Gesellschafterin der Recha

Ein junger Tempelherr

Ein Derwisch

Der Patriarch von Jerusalem

Ein Klosterbruder

Ein Emir

Nebst verschiedenen Mamelucken des Saladin

Das Stück spielt in Jerusalem

Erster Aufzug

Nathan ist nach langer Reise zurück in sein Haus in Jerusalem gekommen. Daja, seine Haushälterin, empfängt ihn mit großer Freude. Sie ist dankbar, dass er endlich wieder da ist. Nathan wundert sich über Dajas Bemerkung, dass er früher hätte zurückkommen sollen. Er erklärt ihr, dass die weite Strecke von Babylon nicht leicht zu bewältigen war und dass das Einsammeln von Schulden kein schnelles Geschäft ist.

Daja erzählt ihm von einem Feuer, das im Haus ausgebrochen ist und wie Nathans Tochter Recha beinahe dabei ums Leben gekommen wäre. Nathan ist entsetzt und kann kaum glauben, was er hört. Daja beschreibt dramatisch, wie Recha nur knapp dem Tod entkommen ist, was Nathan tief erschüttert. Er drängt sie, ihm alles zu erzählen und äußert seine Liebe und Sorge um Recha. Dabei stellt er klar, dass er Recha als seine eigene Tochter betrachtet und diese Beziehung für ihn wichtiger ist als all sein Hab und Gut.

Daja zögert und deutet an, dass es etwas gibt, das ihr Gewissen belastet, doch Nathan möchte zunächst nicht darauf eingehen. Stattdessen erzählt er von Geschenken, die er für Daja und Recha aus Babylon mitgebracht hat. Daja nimmt die Geschenke an, merkt jedoch an, dass sie Nathan etwas Wesentliches vorenthalten hat.

Nathan wird ungeduldig und möchte endlich erfahren, wo Recha ist und was genau passiert ist. Daja erklärt, dass Recha seit dem Feuer traumatisiert ist und oft mit geschlossenen Augen daliegt, wie in einer anderen Welt. Sie erzählt Nathan auch von einem Mann, der Recha aus dem Feuer gerettet hat: einem jungen Tempelritter, den Sultan Saladin zuvor begnadigt hatte. Dieser Tempelritter hatte sich mutig durch die Flammen gekämpft und Recha gerettet, verschwand jedoch sofort nach der Rettung und ließ sich nicht mehr blicken, obwohl Daja versucht hatte, ihm zu danken.

Nathan ist tief beeindruckt und fühlt eine Mischung aus Bewunderung und Sorge. Er erkennt, dass Recha möglicherweise mehr als Dankbarkeit für ihren Retter empfindet. Die Erlebnisse haben sie in eine Art innere Unruhe versetzt. Sie schwankt zwischen Faszination und Schwermut. Daja beschreibt Rechas Schwärmerei für ihren Retter, den sie als eine Art Schutzengel betrachtet, der im entscheidenden Moment aus einer anderen Welt herbeigeeilt ist, um sie zu retten. Nathan lächelt darüber und meint, dass diese Fantasie eine süße, aber auch naive Vorstellung ist.

Er beschließt, Recha aufzusuchen und mit ihr zu sprechen, bevor er sich auf die Suche nach dem Tempelritter macht, um Recha vielleicht eine realistischere Sicht auf ihren Retter zu geben. Daja ist skeptisch. Doch Nathan hofft, dass ein menschlicher Retter seiner Tochter letztendlich lieber ist als ein Engel aus ihrer Fantasie.

In diesem Moment eilt Recha herbei.

***

Recha stürzt voller Freude und Erleichterung auf Nathan zu. Er ist nun doch endlich zurückgekehrt, nachdem sie in seiner Abwesenheit fast verbrannt wäre. Sie schildert, wie oft sie sich Sorgen um ihn gemacht hat und erinnert sich, wie nah ihr das Feuer kam, was sie zutiefst erschüttert. Sie ist überglücklich, dass sie beide nun in Sicherheit sind und dankt Gott, der Nathan beschützt hat.

Als Recha fortfährt, spricht sie von einem „Engel“, der sie aus den Flammen gerettet habe. Nathan versucht, Recha sanft darauf hinzuweisen, dass auch ein Mensch ein Retter und ebenso bewundernswert wie ein Engel sein kann.

Doch Recha ist überzeugt, dass ein Engel sie gerettet hat, denn sie hat „ihren Engel“ gesehen und glaubt an seine himmlische Natur.

Nathan versucht, Rechas Vorstellung von Wundern auf eine bodenständigere Ebene zu bringen. Er erklärt ihr, dass echte Wunder oft im Alltäglichen liegen und dass die Dinge, die uns selbstverständlich erscheinen, ebenfalls Wunder sein können.

Doch Recha klammert sich weiter an die Vorstellung eines Engels, den sie bei ihrer Rettung gesehen haben will.

Nathan weist auf das eigentliche Wunder hin: der junge Tempelherr, der aus Gründen, die möglicherweise auf die Gnade Saladins zurückzuführen sind, am Leben geblieben ist und ihr half.

Recha aber bleibt skeptisch und glaubt nicht, dass ein gewöhnlicher Mensch zu einer solchen Tat fähig gewesen wäre.

Daja erzählt daraufhin von einem Gerücht, dass Saladin den Tempelherrn verschont habe, weil dieser einem geliebten Bruder des Sultans ähnlichsehe, der viele Jahre zuvor verstorben war.

Nathan weist darauf hin, dass dies eine nachvollziehbare Erklärung ist und dass man nicht immer das Übernatürliche als Erklärung braucht, wo natürliche Gründe ausreichen. Die Fantasie könne die Realität manchmal unnötig verzerren.

Doch Recha bleibt von der Vorstellung des Engels verzaubert. Sie möchte dem Retter danken und ihm für seine Tat etwas zurückgeben, doch Nathan führt aus, dass ein Engel keinen Dank und keine Geschenke braucht. Stattdessen könne ein Mensch von ihrer Hilfe viel mehr profitieren.

Daja erzählt daraufhin, dass der Tempelherr kurz nach dem Vorfall verschwand und sich seither nicht mehr gezeigt hat.

Nathan stellt eine weitere Überlegung an: Der Tempelherr könnte krank geworden sein und in einem fremden Land ohne Freunde und Unterstützung leiden.

Recha ist schockiert und fragt in großer Sorge, ob er wirklich krank sei.

Nathan spielt mit ihrer Angst, bis er sie schließlich beruhigt und versichert, dass der Tempelherr gewiss wohlauf sei.

Recha ist erleichtert, doch Nathans Worte haben sie nachdenklich gemacht. Sie versteht, dass die Schwärmerei für das Übernatürliche oft den Blick auf das Gute im Menschlichen verstellen kann.

In diesem Moment sehen sie einen neugierigen Mann, der Nathans Kamele mustert. Daja erkennt ihn. Es handelt sich um Al-Hafi, Nathans alten Freund und Schachpartner, der inzwischen als Schatzmeister für Saladin arbeitet.

Nathan schickt Recha und Daja ins Haus, während er neugierig auf Al-Hafi wartet, gespannt darauf, was dieser ihm zu berichten hat.

***

Nathan und Al-Hafi, der ehemalige Derwisch, treffen sich zum ersten Mal nach langer Zeit wieder. Al-Hafi trägt nun prachtvolle Gewänder und Nathan ist überrascht, ihn in dieser Aufmachung zu sehen. Al-Hafi erklärt, dass er inzwischen Schatzmeister für Sultan Saladin geworden ist und sich um dessen Finanzen kümmert. Nathan wundert sich, denn er hat Al-Hafi immer als echten Derwisch gekannt, der nichts für das weltliche Leben und Reichtum übrighatte. Doch Al-Hafi verteidigt seine neue Rolle und deutet an, dass der Sultan ihn überzeugt habe.

Saladin glaubt, dass ein ehemaliger Bettler und Derwisch ein besseres Verständnis dafür hat, wie man mildtätig und mitfühlend sein kann.

---ENDE DER LESEPROBE---