Erich Mühsam: Verse eines Kämpfers (151 Gedichte in einem Band) - Erich Mühsam - E-Book

Erich Mühsam: Verse eines Kämpfers (151 Gedichte in einem Band) E-Book

Erich Mühsam

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Beschreibung

In "Erich Mühsam: Verse eines Kämpfers" präsentiert der bedeutende Dichter und Sozialrevolutionär Erich Mühsam eine Sammlung von 151 Gedichten, die nicht nur lyrische Ausdrucksformen seiner Zeit sind, sondern auch als kraftvolle Prosa der politischen und sozialen Kritik fungieren. Die Gedichte spiegeln Mühsams einzigartigen literarischen Stil wider, der tief mit Expressionismus und sozialdemokratischem Gedankengut verwoben ist. Vor dem Hintergrund des turbulentesten Zeiten in der Weimarer Republik, fängt er das Ringen um Freiheit und Gerechtigkeit ein und gewährt Einblicke in die seelischen Kämpfe eines Mannes, der sich gegen autoritäre Strukturen auflehnt und für eine bessere Gesellschaft kämpft. Mühsam, geboren 1878 in Berlin, war nicht nur ein produktiver Dichter, sondern auch ein aktiver politischer Widersacher. Seine Erfahrungen als jüdischer Intellektueller, seine Verhaftung und Inhaftierung während der NS-Zeit sowie seine lebenslange Auseinandersetzung mit dem sozialen Ungerechtigkeiten prägten sein Schreiben. Diese Sammlung vereint unveröffentlichte und bekannte Werke und zeigt, wie eng Mühsams Leben und seine Poetik miteinander verbunden sind. Dieses Buch ist nicht nur für Liebhaber der Lyrik von besonderer Bedeutung, sondern spricht auch Leser an, die ein Interesse an der historischen und politischen Dimension der Dichtung haben. Die Gedichte laden dazu ein, sich mit den Fragen von Freiheit, Identität und Widerstand auseinanderzusetzen, und stellen eine wertvolle Zeitzeugin des künstlerischen und politischen Geists ihrer Epoche dar. In dieser bereicherten Ausgabe haben wir mit großer Sorgfalt zusätzlichen Mehrwert für Ihr Leseerlebnis geschaffen: - Eine umfassende Einführung skizziert die verbindenden Merkmale, Themen oder stilistischen Entwicklungen dieser ausgewählten Werke. - Ein Abschnitt zum historischen Kontext verortet die Werke in ihrer Epoche – soziale Strömungen, kulturelle Trends und Schlüsselerlebnisse, die ihrer Entstehung zugrunde liegen. - Eine knappe Synopsis (Auswahl) gibt einen zugänglichen Überblick über die enthaltenen Texte und hilft dabei, Handlungsverläufe und Hauptideen zu erfassen, ohne wichtige Wendepunkte zu verraten. - Eine vereinheitlichende Analyse untersucht wiederkehrende Motive und charakteristische Stilmittel in der Sammlung, verbindet die Erzählungen miteinander und beleuchtet zugleich die individuellen Stärken der einzelnen Werke. - Reflexionsfragen regen zu einer tieferen Auseinandersetzung mit der übergreifenden Botschaft des Autors an und laden dazu ein, Bezüge zwischen den verschiedenen Texten herzustellen sowie sie in einen modernen Kontext zu setzen. - Abschließend fassen unsere handverlesenen unvergesslichen Zitate zentrale Aussagen und Wendepunkte zusammen und verdeutlichen so die Kernthemen der gesamten Sammlung.

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Veröffentlichungsjahr: 2023

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Erich Mühsam

Erich Mühsam: Verse eines Kämpfers (151 Gedichte in einem Band)

Bereicherte Ausgabe.
Einführung, Studien und Kommentare von Oliver Maier
EAN 8596547756736
Bearbeitet und veröffentlicht von DigiCat, 2023

Inhaltsverzeichnis

Einführung
Historischer Kontext
Synopsis (Auswahl)
Erich Mühsam: Verse eines Kämpfers (151 Gedichte in einem Band)
Analyse
Reflexion
Unvergessliche Zitate

Einführung

Inhaltsverzeichnis

Diese Werksammlung versammelt unter dem programmatischen Titel „Erich Mühsam: Verse eines Kämpfers“ 151 Gedichte in einem Band und eröffnet einen konzentrierten Zugang zu einem der markantesten lyrischen Stimmen des frühen 20. Jahrhunderts im deutschsprachigen Raum. Sie bietet keinen Prosaauszug oder dramatische Texte, sondern bündelt ausschließlich Lyrik, die Mühsams künstlerische und politische Haltung in vielgestaltigen Formen trägt. Ziel ist es, das Spektrum seiner Dichtung – vom bohemienhaften Auftakt über Kriegsjahr-Erfahrungen bis zu revolutionären, memorialen und Gefängnisgedichten – in einem geschlossenen Leseraum erfahrbar zu machen und die innere Spannweite dieses engagierten, zugleich empfindsamen Sprechens sichtbar zu halten.

Innerhalb der Lyrik entfaltet der Band eine bemerkenswerte formale Vielfalt. Neben liedhaften Stücken und Balladen stehen Spott- und Gelegenheitsgedichte, Elegien, Hymnen, Parabeln und appellative Kampflieder. Titel wie „Balladen“, „Die drei Gesellen“, „Poeta Laureatus“ oder „Altonaische Romanzen“ zeigen narrative Zugriffe; „Gesang der Arbeiter“, „Rebellenlied“ oder „Kampfruf“ arbeiten mit kollektivem Ton und Refrainwirkung. Daneben finden sich Miniaturen, Epigramme und Szenen aus dem Alltag („Der Bahnhof“, „Der Schornstein“, „Das Wasserrohr“). Auch das politisch-satirische Kabarettlied ist präsent, etwa in „Der Revoluzzer“ oder „Bürgers Alpdruck“, ohne die lyrische Subjektivität zugunsten bloßer Agitation preiszugeben. Zudem markieren Stücke wie „Gleichnisse“ und „Motto“ die reflexive, poetologische Seite dieses Werks.

Verbindende Themen sind Freiheitsdrang, Solidarität der Unterdrückten, Widerstand gegen Krieg, Autorität und Heuchelei, aber ebenso Liebe, Sehnsucht, Rausch und die fragile Intimität des einzelnen. Frühe, städtisch geerdete Stücke wie „Dichter und Vagabund“, „Gebt mir Schnaps“ oder „Aufforderung zum Tanz“ geben der Randständigkeit eine stolze, spielerische Stimme. Natur- und Zeitstücke („Dämmerung“, „März“, „Frühlingserwachen“) kontrastieren mit Nacht- und Großstadtbildern („Die Kirchenuhr schlägt Mitternacht“, „Hinter den Häusern heult ein Hund“). Immer wieder überschneiden sich privates Empfinden und gesellschaftlicher Anspruch, sodass die Bewegung des Gedichts zugleich inneren und öffentlichen Raum beleuchtet und daraus Spannung, Trost und Handlungsimpulse gewinnt.

Stilistisch kennzeichnen Mühsams Verse ein unmittelbarer Ton, sprechnahe Rhythmen und eine starke Affinität zur Performance. Imperative, Anreden und Schlagworte entfalten bekenntnishaften Druck; Ironie, Groteske und Parodie brechen Pathos, ohne es zu verleugnen. Der Autor bedient sich einer klaren, oft volksliednahen Diktion, die mit Bildsprüngen, Reihungen und plötzlichen Tonwechseln arbeitet. So stehen Zärtlichkeit und Zorn, Spott und Trost dicht beieinander. Viele Texte lassen den Klang von Straße, Kneipe und Versammlungsraum hören, andere konzentrieren sich auf knappe, fast meditative Formulierungen, die Poesie als Haltung und als Handlung zugleich begreifen. Dabei bleibt der Reim flexibel: gebunden, frei, auch als Sprechvers eingesetzt.

Die Sammlung zeigt zugleich die historischen Zäsuren, an denen sich Mühsams Dichtung reibt. Kriegs- und Nachkriegsjahre spiegeln sich in Stücken wie „Krieg“, „An die Soldaten“, „Elegie im Kriege“ oder der „Ode zum Jahreswechsel 1916/17“. Die revolutionäre und sozialpolitische Perspektive artikuliert sich in „Gesang der jungen Anarchisten“, „Gesang der Arbeiter“, „Appell“ und „Dichter und Kämpfer“. Ein eigenes Gewicht besitzt der Komplex der Haft- und Kerkertexte („Haft“, „Der Gefangene“, „Einzelhaft“, „Herbstmorgen im Kerker“), der persönliche Erfahrung in eine universale Sprache der Entbehrung und Zuversicht überführt. Memorialgedichte erinnern an Gefallene und Ermordete, etwa „Karl Liebknecht – Rosa Luxemburg“ oder „Sacco und Vanzetti“.

In ihrer Gesamtheit erweist sich diese Lyrik als Schule der Wachheit. Sie verbindet ästhetische Prägnanz mit sozialer Empathie und stellt der Ohnmacht die Kraft der Sprache entgegen. Zahlreiche Stücke sind für die Bühne, den Chor oder das gemeinsame Sprechen anschlussfähig und entfalten dort ihre Wirkung ebenso wie in stiller Lektüre. Die Texte bleiben aktuell, weil sie Machtkritik und Menschenwürde nicht voneinander trennen, weil sie Zweifel zulassen und dennoch Handlungsfähigkeit behaupten. Dass inmitten von Polemik immer wieder Zärtlichkeit, Humor und Selbstbefragung aufscheinen, macht die anhaltende Lesbarkeit und Wirkung dieser Gedichte aus.

Der Band bietet dafür verschiedene Einstiegspunkte. Wer das spielerisch-ironische Selbstverständnis sucht, findet es in „Gebrauchsanweisung für Literarhistoriker“, „Dichter und Vagabund“ oder „Poeta Laureatus“. Die politische Satire bündelt sich etwa in „Der Revoluzzer“ und „Bürgers Alpdruck“, die kollektive Stimme in „Rebellenlied“, „Trutzlied“ und „Gesang der Intellektuellen“. Für die kontemplative Seite stehen „Dämmerung“, „Ewiges Diesseits“ oder „Lebensregel“. Die Gedenkstücke („Requiem“, „Mahnung der Gefallenen“, „Gustav Landauer“, „Sacco und Vanzetti“) knüpfen Erinnerung an Verantwortung. So entsteht ein Panorama, das Vielfalt nicht nivelliert, sondern als Stärke sichtbar macht. Auch die Stücke über Alltagsorte und Dinge („Der Torbogen“, „Das Wasserrohr“, „Der Glockenturm“) öffnen präzise Beobachtungsräume.

Historischer Kontext

Inhaltsverzeichnis

Erich Mühsams Sammlung Verse eines Kämpfers bündelt Gedichte aus Jahrzehnten tiefgreifender Umbrüche zwischen Fin de Siècle und früher NS-Zeit. Geboren 1878 in Lübeck, wirkte Mühsam in Berlin und vor allem in München als anarchistischer Publizist, Satiriker und Bohemien. Die Gedichte verdichten Erfahrungen der Großstadt, der politischen Agitation und der prekären Künstlerexistenz. Zeitschriften wie Die Aktion und seine eigene Kain (1911–1914) boten Resonanzräume, in denen er Kunst als Eingriff verstand. Wiederkehrende Motive wie Vagabundage, Trunksucht, Liebesunruhe und Widerstand stammen aus diesem Milieu. So gewinnt die Sammlung ihren kämpferischen Ton, ohne den privaten Sinnhorizont zu tilgen.

Vor 1914 prägten Münchens Schwabing, Café-Kultur und Kabarett die frühe Lyrik. Inmitten wachsender Großstädte und sozialer Gegensätze schärfte Mühsam sein antiklerikales und antibürgerliches Pathos. Freundschaften und Debatten mit Autoren wie Frank Wedekind und Herausgebern wie Franz Pfemfert festigten sein Selbstverständnis als politischer Poet. Trinklieder, Vagabunden- und Liebesgedichte setzen der bürgerlichen Moral Spott und Körperlichkeit entgegen, zugleich schwankt der Ton zwischen Übermut und Melancholie. Die zeitgenössische Rezeption war gespalten: Arbeitervereine und Bohème applaudierten, konservative Presse reagierte mit Hohn, Anzeigen und Zensur. So entstand ein lyrisches Feldlabor, das spätere, schärfere Interventionen vorbereitete.

Mit dem Kriegsausbruch 1914 verdichteten sich Mühsams pazifistische Überzeugungen. Unter Zensur, Überwachung und nationalistischer Mobilmachung schrieb er Antikriegstexte, die Not, Trauer und Empörung bündeln. Gefängnisdrohung und Postbeschlagnahmen gehörten nun zum Alltag. Gedichte über Hunger, Kälte, Verlust und Frontpropaganda spiegeln die Heimatfront ebenso wie die Massenerfahrung des Sterbens. Der moralische Imperativ gegen Gewalt erhob sich hier zum ästhetischen Programm, das die Sprache schneidend, die Bilder drastisch hielt. Während Behörden Verdächtigung und Beschränkung forcierten, fanden seine Texte in linken und pazifistischen Kreisen heimliche Verbreitung. So bereitete der Krieg poetisch wie politisch die Radikalisierung der Revolutionsjahre vor.

Die Revolution 1918/19, insbesondere die Münchner Räterepublik, bildete den Kulminationspunkt von Mühsams Aktivismus. Gemeinsam mit Persönlichkeiten wie Kurt Eisner, Gustav Landauer, Ernst Toller und später Eugen Leviné kämpfte er für Räte, Kulturreform und Antimilitarismus. Seine Gedichte dieser Phase oszillieren zwischen Aufruf, Spottlied und Vision, adressieren Soldaten, Arbeiter und Jugend, und demaskieren Opportunismus. Nach der gewaltsamen Niederschlagung durch Freikorps im Mai 1919 transformierte die Erfahrung von Hoffnung und Blutbad die Bildsprache nachhaltig. Ironie wurde dunkler, Pathos schmerzhafter, und die Figur des Revoluzzers zeigte die Kluft zwischen Willen und Wirklichkeit. Das Publikum reagierte gleichermaßen begeistert wie verunsichert.

Auf die Niederschlagung folgten Verhaftung, Prozesse und lange Haft in Bayern, unter anderem in der Festung Niederschönenfeld (1919–1924). Die Kerkerjahre prägten Zyklen über Einzelhaft, Pflicht, Trost und die Dialektik von innerer Freiheit und äußerer Fessel. Politische Solidaritätskampagnen, getragen von Künstlern, Gewerkschaftern und internationalen Unterstützern, beeinflussten zugleich die öffentliche Wahrnehmung. Der Ton wurde konzentrierter, asketischer, doch blieb der kollektive Horizont präsent. Das lyrische Ich spricht als Teil einer Bewegung, die trotz Niederlage an Aufklärung und Emanzipation festhält. Seine Briefe und Tagebücher verstärkten den Eindruck moralischer Standhaftigkeit. Amnestie und Entlassung 1924 brachten Rückkehr, nicht Rückzug.

In der instabilen Weimarer Republik zwischen Inflation, Putschen und Straßenkämpfen intensivierte Mühsam seine publizistische Arbeit, etwa mit der Zeitschrift Fanal ab 1926. Die Sammlung versammelt Elegien und Widmungen an Gestalten des radikalen Denkens und Widerstands: von Leo Tolstoi (1910) und Francesco Ferrer (1909) über Peter Kropotkin (1921) bis Lenin (1924), Karl Liebknecht und Rosa Luxemburg (1919) sowie Sacco und Vanzetti (1927). Diese poetische Memoria stiftete transnationale Zugehörigkeit und vermittelte Handlungsmodelle. Während Arbeiterkultur und libertäre Milieus ihn feierten, reagierten Behörden mit Verfahren, Hausdurchsuchungen und Auftrittsverboten. So verschränkten sich Trauerarbeit, Agitation und Erinnerungspolitik.

Breite kulturpolitische Debatten schlagen sich in biblischen Anspielungen, antiklerikalen Predigten und Gleichnissen nieder, die Glauben als Herrschaftspraxis prüfen. Technik, Architektur und städtische Randzonen – Bahnhof, Schornstein, Torbogen, Rohrbruch – werden zu Symbolen entfremdeter Moderne und zugleich zu Bühnen der Solidarität. Gedichte über Erziehung, Jugend und Produktion verhandeln Bildung als Befreiung statt Dressur. Zugleich reflektiert Mühsam die Rolle des Intellektuellen: zwischen Agitator, Außenseiter und Liebenden, der die Zerbrechlichkeit des Privaten nicht verschweigt. So verschränken sich ästhetischer Eigensinn und politisches Engagement zu einer Ethik des widerständigen Alltags, die Mut und Maß fordert.

Die späte Rezeption der Texte ist vom Aufstieg des Nationalsozialismus und von Mühsams Märtyrertod überschattet. Nach dem 27./28. Februar 1933 verhaftet, wurde er in Haft misshandelt und am 10. Juli 1934 im KZ Oranienburg ermordet. Diese biografische Zäsur ließ frühere Gedichte als Warnungen, Gelöbnisse oder Vermächtnisse gelesen werden. In der Nachkriegszeit ehrten vor allem antifaschistische und linke Milieus den Dichter-Kämpfer, während breitere Anerkennung erst mit den Protestbewegungen der 1960er Jahre wuchs. Die hier versammelten Verse zeigen so die historische Spannweite einer Lyrik, die Partei ergreift und dennoch auf Ambivalenz besteht.

Synopsis (Auswahl)

Inhaltsverzeichnis

Poetik und Selbstreflexion

Selbstverortung des Sprechers als Schreibender: skeptisch-ironische Poetik, Miniaturen über Formzwang, Maß und Nutzen der Verse; der Ton wechselt zwischen Spott, Lehrstück und Selbstprüfung.

Beinhaltet: Gebrauchsanweisung für Literarhistoriker, Versnot, Lebensregel, Gleichnisse, Beschauliche Weisheit, Motto.

Boheme, Rausch und Vagabundenleben

Porträt des Bohemiens zwischen Rausch, Musik, Kneipe und Straße; ausgelassene Lust und rauer Trotz stehen neben Müdigkeit und Zärtlichkeit.

Beinhaltet: Dichter und Vagabund, Das Trinklied, Lumpenlied, Im Bruch, Aufforderung zum Tanz, Heimweg, Folg mir in mein Domizil, Gebt mir Schnaps, Mädchen mit den krummen Beinen, Rendezvous, Füllet Wein in goldne Schalen, Spiel nur, lustiger Musikante, Die Pfeife.

Liebe, Sehnsucht und Verlassenheit

Nähe, Verlust und innere Fremde werden tastend verhandelt; der Ton ist empfindsam, mit nüchterner Ernüchterung und kurzen Aufbrüchen der Hoffnung.

Beinhaltet: Ich bin ein Pilger ..., Heimat, Weltschmerz und Liebe, Meine Seele ist so fremd, An dem kleinen Himmel meiner Liebe, Liebesweisheit, Warum faltest du die Hände, Du gingst mit mir ..., Du hast mich fortgeschickt ..., Die uns scheiden, miß nicht die Meilen, Ich zog einmal ein liebes Kind, Ich möchte wieder vom Glücke gesunden, Mein Gemüt brennt heiß wie Kohle, Und wieder tritt das Leben mir.

Nächte, Angst und Existenzfragen

Dunkle Stunden, in denen Leere, Unruhe und das Grübeln über den Menschen die Bilder beherrschen; lakonische Beobachtung und Groteske kippen in existenziellen Ernst.

Beinhaltet: Das Nichts, Das sind die Nächte, die mir Furcht erregen, Dämmerung, Die Ratte, Der tote Kater, Hinter den Häusern heult ein Hund, Was ist der Mensch?, Die Kirchenuhr schlägt Mitternacht, Immer noch die dürftigen Nöte.

Natur, Zeit und Jahreszeiten

Bewegungen der Natur und des Kalenders spiegeln Erwartung, Überdruss und kurze Helle; anschauliche Bilder rahmen eine skeptische Bilanz des Erlebens.

Beinhaltet: Wollte nicht der Frühling kommen?, Frühlingserwachen, Dumpf sengt die Mittagssommersonnenglut, Lerchen schmettern mir den Morgengruß, März, Nacht im Schwarzwald, Weihnachten, Kalender (1913), Überschwemmung, Nach all den Nächten, die voll Sternen hingen.

Stadt- und Dinggedichte

Topografien und Dinge der Moderne werden als Resonanzkörper sozialer Erfahrung gefasst; knapper Realismus trifft auf poetische Personifikation.

Beinhaltet: Der Glockenturm, Der Bahnhof, Der Schornstein, Der Torbogen, Das Wasserrohr.

Biblische Stoffe und Religionskritik

Biblische Stoffe und liturgische Rede werden gegen Dogma und Heilsvertröstung gewendet; der Ton ist anklagend, diesseitig und entlarvend.

Beinhaltet: Kain, Moses, Golgatha, Heilige Nacht, Predigt, Kein Himmel hilft, Wunderglaube, Ich möchte Gott sein ..., Ewiges Diesseits, Wenn Gott mich so verstände.

Frühe Gesellschaftssatiren und kleine Lehrgedichte

Schnurren, Spottreden und Lehrstücke sezieren Bürgerlichkeit, Besserwisserei und Moralpädagogik; lakonischer Witz legt soziale Rituale frei.

Beinhaltet: Es stand ein Mann am Siegestor, Disput, Ach, ihr Seelendreher, Erziehung, Kracht der Topf in Scherben, O Mitmensch, willst du sicher sein, Produktion, Trostspruch.

Visionen, Zeitdiagnosen und Lebensregeln

Zwischen Selbstprüfung, Zukunftsbefragung und politischem Ahnungsvermögen entwerfen diese Texte innere Programme; der Ton ist aufrüttelnd, aphoristisch und zuweilen visionär.

Beinhaltet: Jeden Abend werfe ich, Erwachen, Wenn mich dereinst in fernen Ewigkeiten, Verwirrt von dem Erlebnis dieser Tage, Sei's in Jahren, sei's schon morgen, Ich weiß von allem Leid ..., Ich wollt das Lied des Herzens nicht verschweigen, Noch geb ich nicht den Sieg verloren, Testament, Gesichte, Nun flammt das Feuer auf ..., Der Mahner, Verhüllt der Himmel und die Welt, Weiter, weiter – unermüdlich.

Balladen und Romanzen

Erzählgedichte zwischen Volkston, Ironie und Tragik, in denen Einzelfälle größere soziale und moralische Spannungen spiegeln; pointierte Szenen tragen epischen Zug.

Beinhaltet: Balladen, Die drei Gesellen, Meta und der Finkenschafter, Das kleine Mädchen, Kleiner Roman, Amanda, Adelgunde, Altonaische Romanzen, Poeta Laureatus, Seenot.

Kriegserfahrung und Heimatfront 1914–1918

Krieg wird als moralische Verwüstung, Hunger und Sinnbruch gezeichnet; zwischen Empörung und Trauer entstehen karge Klagelieder und scharfe Anklagen.

Beinhaltet: Krieg, An die Soldaten, Wiegenlied, Barbaren, Soldatenlied, Kriegslied, Elegie im Kriege, Vision, Ode zum Jahreswechsel 1916/17, Klage, Hungersnot, Vampir Erde, Fanale, Weltwende, Ewige Wiederkunft, Hybris.

Aufruhr, Anarchismus und Klassenkampf

Agitierende und selbstironische Kampflieder rufen zur Solidarität und Revolte, kontern Bürgerängste und intellektuelle Selbstgefälligkeit; Rhythmus und Refrains schärfen den Appell.

Beinhaltet: Appell, Streit und Kampf, Dichter und Kämpfer, Kampfruf, Marschlied der Zwölfjährigen, Lied der Jungen, Gesang der jungen Anarchisten, Gesang der Arbeiter, Rebellenlied, Trutzlied, Rechtfertigung, Gesang der Intellektuellen, Der Revoluzzer, Bürgers Alpdruck, Das Volk der Denker, Ruf aus der Not, Vor der Vergeltung, Der Tote, Mahnung der Gefallenen, Fanal.

Haft und Kerker

Kerkertexte, die Enge, Isolation und ungebrochene innere Freiheit gegeneinander setzen; der Ton ist nüchtern, trotzig und auf Selbstbehauptung gerichtet.

Beinhaltet: Haft, Der Gefangene, Geschonte Kraft, Einzelhaft, Gefängnis, Herz in Not, In der Zelle, Die Pflicht, Zuversicht, Herbstmorgen im Kerker, Freiheit in Ketten, Vermächtnis.

Requiem, Nachruf und Widmungen

Gedenkgedichte für Gefallene, Freundinnen und Weggenossen verbinden Trauerarbeit mit politischer Mahnung; pathetische Würde trifft auf solidarische Verbundenheit.

Beinhaltet: Requiem, Ich lade euch zum Requiem, Curt Siegfried, Francesco Ferrer, Tolstois Tod, Peter Kropotkin, Frank Wedekind, Gustav Landauer, August Hagemeister, Lenin, Karl Liebknecht – Rosa Luxemburg, Sacco und Vanzetti (beide Gedichte), Seppl Wittmann.

Erich Mühsam: Verse eines Kämpfers (151 Gedichte in einem Band)

Hauptinhaltsverzeichnis
Gebrauchsanweisung für Literarhistoriker
Dichter und Vagabund
Ich bin ein Pilger ...
Heimat
Das Trinklied
Lumpenlied
Im Bruch
Aufforderung zum Tanz
Immer noch die dürftigen Nöte
Versnot
Heimweg
Wenn Gott mich so verstände
Weiter, weiter – unermüdlich
Weltschmerz und Liebe
Das Nichts
Das sind die Nächte, die mir Furcht erregen
Meine Seele ist so fremd
Dämmerung
Die Ratte
Wollte nicht der Frühling kommen?
Mein Gemüt brennt heiß wie Kohle
Ich möchte wieder vom Glücke gesunden
Dumpf sengt die Mittagssommersonnenglut
Die Kirchenuhr schlägt Mitternacht
An dem kleinen Himmel meiner Liebe
Folg mir in mein Domizil
Gebt mir Schnaps
Mädchen mit den krummen Beinen
Rendezvous
Weihnachten
Liebesweisheit
Warum faltest du die Hände
Frühlingserwachen
Füllet Wein in goldne Schalen
Du gingst mit mir ...
Du hast mich fortgeschickt ...
Die uns scheiden, miß nicht die Meilen
Spiel nur, lustiger Musikante
Und wieder tritt das Leben mir
Hinter den Häusern heult ein Hund
Was ist der Mensch?
Beschauliche Weisheit
Es stand ein Mann am Siegestor
Disput
Ach, ihr Seelendreher
Der tote Kater
Erziehung
Ich zog einmal ein liebes Kind
Trostspruch
Motto
Produktion
Kracht der Topf in Scherben
O Mitmensch, willst du sicher sein
Ich möchte Gott sein ...
Heilige Nacht
Lebensregel
Ewiges Diesseits
Gleichnisse
Jeden Abend werfe ich
Erwachen
Wenn mich dereinst in fernen Ewigkeiten
Verwirrt von dem Erlebnis dieser Tage
Sei's in Jahren, sei's schon morgen
März
Der Glockenturm
Der Bahnhof
Nacht im Schwarzwald
Überschwemmung
Lerchen schmettern mir den Morgengruß
Der Schornstein
Der Torbogen
Das Wasserrohr
Kalender (1913)
Kain
Moses
Golgatha
Ich weiß von allem Leid ...
Ich wollt das Lied des Herzens nicht verschweigen
Noch geb ich nicht den Sieg verloren
Testament
Gesichte
Nun flammt das Feuer auf ...
Nach all den Nächten, die voll Sternen hingen
Der Mahner
Verhüllt der Himmel und die Welt
Balladen
Die drei Gesellen
Meta und der Finkenschafter
Das kleine Mädchen
Kleiner Roman
Amanda
Adelgunde
Altonaische Romanzen
Poeta Laureatus
Seenot
Krieg
An die Soldaten
Wiegenlied
Barbaren
Soldatenlied
Kriegslied
Elegie im Kriege
Vision
Ode zum Jahreswechsel 1916/17
Die Pfeife
Klage
Hungersnot
Vampir Erde
Fanale
Weltwende
Ewige Wiederkunft
Hybris
Predigt
Kein Himmel hilft
Wunderglaube
Appell
Streit und Kampf
Dichter und Kämpfer
Kampfruf
Marschlied der Zwölfjährigen
Lied der Jungen
Gesang der jungen Anarchisten
Gesang der Arbeiter
Rebellenlied
Trutzlied
Rechtfertigung
Gesang der Intellektuellen
Der Revoluzzer
Bürgers Alpdruck
Das Volk der Denker
Ruf aus der Not
Vor der Vergeltung
Der Tote
Mahnung der Gefallenen
Fanal
Haft
Der Gefangene
Geschonte Kraft
Einzelhaft
Gefängnis
Herz in Not
In der Zelle
Die Pflicht
Zuversicht
Herbstmorgen im Kerker
Freiheit in Ketten
Vermächtnis
Requiem
Ich lade euch zum Requiem
Curt Siegfried
Francesco Ferrer
Tolstois Tod
Peter Kropotkin
Frank Wedekind
Gustav Landauer
August Hagemeister
Lenin
Karl Liebknecht – Rosa Luxemburg
Sacco und Vanzetti
Sacco und Vanzetti
Seppl Wittmann

Gebrauchsanweisung für Literarhistoriker

Inhaltsverzeichnis

Glaubt ihr mich wert, für künftige Studenten[1q] im Namensalmanach »Wer war's?« vermerkt zu stehn – ich lächle schon – doch mag's geschehn: die Manen zehren gern von Ruhmesrenten. Laßt die Magister literarischer Seminare der Verse Rhythmen metrisch spalten, Symbol-Metaphern unters Prisma halten und Rühmens machen von der Dichterware, die Zeugnis gibt poetischen Charakters, wie sie teils griechisch-schlicht, teils in getragner Gotik serviert wird – wenn auch leider die Erotik oft recht obszön scheint, daß so leicht nichts Nackters sich findet in der deutschen Lit'ratur; dies ist betrüblich – andrerseits lockt doch auch dieser Muse Formenreiz und führt bisweilen gar auf ernster Liebe Spur. Da sieht man, wie aus Herzverdruß sich des Poeten echte Seufzer ringen, beziehungsweise, wie Humore schwingen (zwar häufig bittre) aus der Liebe Ungenuß. – – So mag, was mein intimes Sein bewegte, bei Hörern und bei Hörerinnen, mein Lieb- und Leiden Sympathie gewinnen, wie auch, daß mir der grelle Mondschein Furcht erregte ... Nun aber räuspern sich die Professoren: De mortuis nihil nisi bene! Doch – tief bedauerlich – es geben jene ein Quantum wieder meines Ruhms verloren: Der Dichter, von des Tages Eitelkeit verblendet, hat manchmal sein beachtliches Talent – kopfschüttelnd rügt es der Privatdozent – auch an der Gosse Mobinstinkt verschwendet und hat in solchen trüben Sphären mit übeln Kampfgesängen Triebe aufgerührt, die, hätte sie die Hetze nicht verführt, dem Bürger nie zur Pein geworden wären ... Statt poesievoll alle Menschen zu versöhnen, schürt er – dies hüllt sein Licht in Schatten – den Haß des Hungerpöbels auf die Satten, die Kunst entweihend mit politischen Tönen. So traf – der Wahrheit sei die Ehre! – ihn, den wir gern als Zierde des Parnasses nennten – und ein umflorter Blick streift die Studenten –, die Strafe der Justiz mit wohlverdienter Schwere. In den Annalen der politischen historia wird drum, als Schädling unsres Staats, der Name aufbewahrt – der eines Herostrats; ein Warnungsmal: sic transit mundi gloria! Hingegen wir, wir unpolitischen Ästheten, wir kennen und verdammen freilich seine Schmach – doch unser Musenalmanach vermerke immerhin den lyrischen Poeten ...

Soll das der Nachruhm sein, der mir beschieden? – Es sei: Mein Name gilb in Listen form- und gemütbegeisterter Seminaristen, mit einem Schandkreuz angemerkt. – Ich bin's zufrieden. Sonst sei er ausgelöscht im Weltgedächtnis. Auch sei, was ich von Mond und Mädchen je gedichtet, für Dissertationen im Archiv geschichtet: das Tote ist dem Leben kein Vermächtnis! ... Doch, blieb aus meinem Freiheitsruf ein Reim, ein einziger, lebendig bei Rebellen – gelang ein Wort mir, Dumpfheit zu erhellen, so kehr mein Name gern zum Lethe heim. Denn: färbt ein weißes Blütenblatt sich rot vom Blute meiner Leidenschaft – ein einziges auf dem Feld, wo junge Kraft den Sieg erkämpfen soll –, so ist mein Werk nicht tot! Es lebt im Hauche, den es stärkend trug zum Kampf der Jugend. – – Name nicht, noch Wort – der Geist, der wirkende lebt fort! Darf meiner Freiheit wirken, ist's mir Ruhm genug.

Dichter und Vagabund

Inhaltsverzeichnis

Ich bin ein Pilger ...

Inhaltsverzeichnis

Ich bin ein Pilger, der sein Ziel nicht kennt; der Feuer sieht und weiß nicht, wo es brennt; vor dem die Welt in fremde Sonnen rennt.

Ich bin ein Träumer, den ein Lichtschein narrt; der in dem Sonnenstrahl nach Golde scharrt; der das Erwachen flieht, auf das er harrt.

Ich bin ein Stern, der seinen Gott erhellt; der seinen Glanz in dunkle Seelen stellt; der einst in fahle Ewigkeiten fällt.

Ich bin ein Wasser, das nie mündend fließt; das tauentströmt in Wolken sich ergießt; das küßt und fortschwemmt – weint und froh genießt.

Wo ist, der meines Wesens Namen nennt? Der meine Welt von meiner Sehnsucht trennt? Ich bin ein Pilger, der sein Ziel nicht kennt.

Heimat

Inhaltsverzeichnis

Die hohen Türme haben mich gegrüßt, die über meinen Kinderträumen ragten, und ihre unbewegten Mienen fragten, wie ich des Lebens wachen Ernst verbüßt. Des Waldes Blätter haben mir gerauscht, wo meine Schmerzen erste Reime fanden. Ich habe ihre Frage wohl verstanden: ob ich beglücktes Dichten eingetauscht.

Doch, als ich kam zu meines Meeres Flut, da stürmten alle Wellen, mich zu grüßen, und drängten zärtlich sich zu meinen Füßen und fragten nichts. – Da war mir frei und gut.

Das Trinklied

Inhaltsverzeichnis

Stimmt eure Seelen zu festlichen Klängen, füllt eure Herzen mit jauchzendem Wein! – Denn die Jahre der Jugend drängen, und das Alter bricht polternd herein. – Noch strahlen uns Sonnen, noch blinken uns Gläser – noch lachen uns Lippen und Brüste heiß – noch blühen die Blumen, noch grünen die Gräser – aber eilt euch: was rot ist wird weiß!

Rasch ziehen vorüber die glücklichen Stunden. – Hält uns nicht die Jugend – wir halten sie nicht! Wehrt euch der Würde! – Der ist überwunden, den fromme Sitten plagen und Pflicht! Nieder mit dem, den Sorgen bedrücken – denn der weiß nicht, was Leben heißt: Lebend genießen, lebend beglücken – aufs Leben trinken, bis es zerreißt!

Trinken! Trinken! Auf Leben und Sterben! Leben! Leben! Auf Blut und Kuß! Leert den Pokal, dann keilt ihn in Scherben! Lebt euer Leben – und dann ein Schuß! Trinken ist Leben, und Leben ist Trinken! Nieder der Schwächling, der trunken fällt! Wein her! – Wir wollen im Leben versinken! Das Leben her! – Es lebe die Welt!

Lumpenlied

Inhaltsverzeichnis

Kein Schlips am Hals, kein Geld im Sack. Wir sind ein schäbiges Lumpenpack, auf das der Bürger speit. Der Bürger blank von Stiebellack, mit Ordenszacken auf dem Frack, der Bürger mit dem Chapeau claque, fromm und voll Redlichkeit.

Der Bürger speit und hat auch recht. Er hat Geschmeide gold und echt. – Wir haben Schnaps im Bauch. Wer Schnaps im Bauch hat, ist bezecht, und wer bezecht ist, der erfrecht zu Dingen sich, die jener schlecht und niedrig findet auch.

Der Bürger kann gesittet sein, er lernte Bibel und Latein. – Wir lernen nur den Neid. Wer Porter trinkt und Schampus-Wein, lustwandelt fein im Sonnenschein, der bürstet sich, wenn unserein ihn anrührt mit dem Kleid.

Wo hat der Bürger alles her: den Geldsack und das Schießgewehr? Er stiehlt es grad wie wir. Bloß macht man uns das Stehlen schwer. Doch er kriegt mehr als sein Begehr. Er schröpft dazu die Taschen leer von allem Arbeitstier. Oh, war ich doch ein reicher Mann, der ohne Mühe stehlen kann, gepriesen und geehrt. Traf ich euch auf der Straße dann, ihr Strohkumpane, Fritz, Johann, ihr Lumpenvolk, ich spie euch an. – Das seid ihr Hunde wert!