Fährtenarbeit mit Hund - Das Praxisbuch: Wie Sie spielend leicht das Fährtenlesen lehren und die Beziehung zu Ihrem Hund verbessern - inkl. 10 Schritte Fährtentraining zur Prüfungsvorbereitung - Sebastian Cordes - E-Book

Fährtenarbeit mit Hund - Das Praxisbuch: Wie Sie spielend leicht das Fährtenlesen lehren und die Beziehung zu Ihrem Hund verbessern - inkl. 10 Schritte Fährtentraining zur Prüfungsvorbereitung E-Book

Sebastian Cordes

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Beschreibung

Fährtenarbeit mit Hund – unkompliziertes und artgerechtes Hobby mit Spaßgarantie für Hund und Halter Ihr bester Freund ist im Alter nicht mehr ganz so sportlich, freut sich aber trotzdem über Herausforderungen? Oder haben Sie einen Junghund mit reichlich Energie, die er in ein Hobby stecken soll, das seinen Instinkten optimal entspricht? Haben Sie Lust, gemeinsam mit Ihrem Vierbeiner einer spannenden Beschäftigung nachzugehen, die ganz nebenbei noch Ihre Bindung stärkt? Dann ist Fährtenarbeit genau das Richtige für Sie und mit diesem Buch wird die Ausbildung zum vergnüglichen Kinderspiel! Ob Duftmarke von Artgenossen, Kaninchen im Feld oder gar ein flüchtiger Räuber – Hunde sind dank ihres Hochleistungs-Geruchssinns ausgezeichnete Spürnasen. Was sich die Polizei bei der täglichen Arbeit zunutze macht, können Sie jedoch genauso gut als tolles Hobby mit Ihrem Vierbeiner betreiben. Die Vorteile liegen klar auf der Hand: Ihr Liebling wird artgerecht gefordert, erlernt Konzentration und Disziplin, ist ausgelastet und obendrein stärkt die Teamarbeit auch Ihrer beider Beziehung. Zudem ist die Fährtenarbeit für jede Spürnase geeignet, von Laien problemlos erlernbar und alles, was Sie benötigen, sind freie Natur und ein paar Leckerli. Wie Sie Ihren Hund Schritt für Schritt an die neue Aufgabe heranführen, erfahren Sie nun detailliert, verständlich und kinderleicht umsetzbar in diesem Buch. Von den Grundlagen in Bindung und Training über das ideale Trainingssetting und die Erstellung erster Fährtenaufgaben bis hin zu weiterführender Spezialfährtenarbeit und konkreten Problemlösungsstrategien erfahren Sie hier alles, was Sie für erfolgreiche Schnüffelarbeit wissen müssen. Also schnappen Sie sich das Geschirr und ziehen Sie los ins Abenteuer! Grundkurs Fährtenarbeit: Was genau ist Fährtenarbeit, welche Voraussetzungen sollten Sie und Ihr Hund mitbringen und wie legen Sie die optimale Beziehungsgrundlage? Perfektes Fährtensetting: Erfahren Sie, was in puncto Untergrund, Liegezeit, Fährtenfutter, Motivationsobjekt und vielem mehr entscheidend für einen gelungen Start ins gemeinsame Hobby ist. Schritt für Schritt zum Erfolg: Leicht umsetzbare und konkrete Übungsanweisungen sorgen für einen kinderleichten Praxiseinstieg und zahlreiche Expertentipps rund um Futterabbau, Fährte verlassen & Co. ermöglichen in kürzester Zeit beeindruckende Fortschritte. Spezial- & Problemfälle: Vermeiden Sie zuverlässig typische Stolperfallen wie verpasste Signale oder schwierigen Untergrund, entdecken Sie effektive Lösungen für die häufigsten Probleme und lernen Sie spannende Trainingsideen für fortgeschrittene Schnüffelnasen kennen. Mit diesem Trainingsbuch wird Ihr Vierbeiner schon bald zu einem wahren Detektiv und hat dabei auch noch jede Menge Spaß. Ob Sie die Konzentration fördern wollen, Ihre Bindung stärken, in den Hundesport einsteigen oder einfach nur einem schönen gemeinsamen Hobby in der Natur nachgehen – hier werden Hund & Halter in jedem Falle fündig. Also worauf warten Sie noch? Klicken Sie nun auf "In den Einkaufswagen" und freuen Sie sich auf unvergessliche Erfolgsmomente im perfekt eingespielten Team!

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Fährtenarbeit mit Hund

- Das Praxisbuch –

Wie Sie spielend leicht das Fährtenlesen lehren und die Beziehung zu Ihrem Hund verbessern

Sebastian Cordes

Alle Ratschläge in diesem Buch wurden vom Autor und vom Verlag sorgfältig erwogen und geprüft. Eine Garantie kann dennoch nicht übernommen werden. Eine Haftung des Autors beziehungsweise des Verlags für jegliche Personen-, Sach- und Vermögensschäden ist daher ausgeschlossen.

Fährtenarbeit mit Hund Copyright © 2022 Sebastian Cordeswww.inselliebe-verlag.de

Alle Rechte, insbesondere das Recht der Vervielfältigung und Verbreitung der Übersetzung, vorbehalten. Kein Teil des Werkes darf in irgendeiner Form (durch Fotokopie, Mikrofilm oder ein anderes Verfahren) ohne schriftliche Genehmigung des Verlages reproduziert oder unter Verwendung elektronischer Systeme gespeichert, verarbeitet, vervielfältigt oder verbreitet werden.

Für Fragen und Anregungen:[email protected] 2022

Inhalt

Vorwort

Auf der Fährte von…

Die Fährtenarbeit – Eine altbewährte Disziplin

Faszination Fährtenarbeit

Ausrüstung

Voraussetzungen von Hund & Mensch

Typische Eigenschaften von Jagdhunden

Trainingsgrundlagen

Wie Hunde lernen & warum Bindung essenziell ist

Mensch & Hund: Eine tiefe Bindung

Lerntheorie im Überblick

Der Hund als Spiegel seines Menschen

Das Setting der Fährtenarbeit

Fährtenfähiger Untergrund

Geruchsquellen & Fährtenmischgeruch

Liegezeit

Fährten unter erschwerten Bedingungen

Motivationsobjekt

Das ideale Fährtenfutter

Fährtenarbeit Schritt für Schritt

Der erste Schritt: Das Abgangsquadrat

Dreieckssuche

Die erste Fährte

Gegenstände auf der Fährte

Futterabbau

Fährte verlassen

Extra: Junghunde auf der Fährte

Fährtenarbeit Spezial: Weiterführendes Training

Spezialfährten

Alternative Trainingsansätze

Gedanken zum fortgeschrittenen Training

Probleme & Lösungen in der Fährtenarbeit

Kommunikation zwischen Mensch & Hund

Das Fährtensetting

Äußere Einflüsse

Bonus: Der systematische Fährtentrainingsplan

Schlusswort

Vorwort

Sie suchen nach einer neuen Herausforderung für Sie und Ihren Hund, die Ihre bereits bestehende Bindung noch verstärkt und außerdem die natürlichen Veranlagungen Ihres Hundes sinnvoll nutzt und gezielt weiter trainiert? Dann ist womöglich Fährtenarbeit genau das Richtige für Sie. Bei der Fährtenarbeit ist die Nase Ihres Freundes und Helfers gefordert, aber auch Sie als Koordinator und Arbeitspartner sind natürlich für die jeweilige Vorbereitung der Aufgaben verantwortlich. Aber auch in der Fährtenarbeit ist natürlich ein Sprung mitten in das Geschehen nicht sinnvoll, auch dabei handelt es sich um einen längeren Prozess, dessen Erfolg Sie sich gemeinsam erarbeiten müssen.

Mithilfe dieses Ratgebers soll Ihnen ein möglicher Ausbildungsweg von den allerersten Schritten bis hin zu Übungen für Fortgeschrittene nähergebracht werden – alles natürlich unter der Voraussetzung, dass Sie bereit sind, kontinuierlich Zeit und Energie aufzubringen, diese motiviert in das Training Ihres kleinen Teams zu stecken und mit jeder Einheit selbst dazuzulernen. Erfolg stellt sich selten von einem Tag auf den nächsten ein, also bringen Sie Geduld und Ruhe mit in die Lektüre und Ausführung der Übungen und Ihre Chance auf Fortschritte vergrößert sich sofort um einiges. In diesem Sinne: Viel Spaß und viel Erfolg mit diesem Buch!

Auf der Fährte von…

Jeder Hundehalter sucht sicherlich früher oder später nach etwas Interessantem, das ihn und seinen Vierbeiner wieder völlig neu herausfordert – oder vielleicht haben Sie auch schon etwas Erfahrung mit dem Thema oder haben sowohl in andere Disziplinen als auch in diese schon einmal hineingeschnuppert und sind nun neugierig geworden, was man noch tun könnte.

Vielleicht haben Sie aber auch einfach einen alten Hund, der ehemals in allen möglichen Sportarten umhergeflitzt ist, das heute aber einfach nicht mehr so gut leisten kann – weswegen Sie ihm eine neue Aufgabe suchen möchten.

Egal, was davon am Ende der Fall ist, dieser kleine Ratgeber soll Ihnen dabei helfen, eine Möglichkeit der Ausbildung kennenzulernen, in der Hoffnung, Sie hinterher auch erfolgreich dabei unterstützen zu können, es Ihrem Hund zu vermitteln.

Dabei ist es jedoch wichtig, sich auch über die Voraussetzungen für das Training im Klaren zu sein – daher werden Ihnen neben Anmerkungen zur nötigen Ausrüstung auch die Grundvoraussetzungen für Hund und Mensch nähergebracht werden, ehe es um die Trainingsgrundlagen gehen wird, unter anderem darum, wie Hunde allgemein lernen und wie sie sich an dem Menschen orientieren. Danach werden Sie mit dem allgemeinen Setting bekannt gemacht, darunter, welche Untergründe sich für das normale Training am besten eignen, welches Futter am besten geeignet ist und was genau ein gutes Motivationsobjekt sein kann.

Im Anschluss geht es dann schließlich Schritt für Schritt in das gezielte Training – wobei dem Aufbau von Junghunden ein eigenes Unterkapitel gewidmet ist, da Junghunde eben doch noch einmal etwas andere Voraussetzungen mitbringen als ein Hund, mit dem Sie bereits andere Dinge trainiert haben. Ansonsten werden Sie dort mit dem Abgangsquadrat, Schrittfolgen, den ersten Fährten und vielem mehr genauer vertraut gemacht.

Im darauffolgenden Kapitel werden kurz das weiterführende Training sowie alternative Methoden behandelt, ehe sich noch einmal speziell den möglicherweise auftretenden Problemen gewidmet wird – dabei kann es sich beispielsweise um Ablenkungen oder Kommunikationsprobleme zwischen Zwei- und Vierbeiner handeln, aber es sind keine Gründe zur Verzweiflung: Es gibt für fast alles eine Lösung (außer für das Wetter).

Abschließend gibt es noch einen Blick auf einen systematischen Trainingsplan zur Orientierung, der Ihnen vielleicht von Nutzen sein könnte und der individuell angepasst werden kann.

Wenn Sie neugierig geworden sein sollten, dann freuen Sie sich jetzt auf einen Ausflug in die Fährtenarbeit, die es in der einen oder anderen Form schon seit langer Zeit gibt und Ihren Hund vielleicht genau so fordert, wie Sie sich das gewünscht haben.

Die Fährtenarbeit – Eine altbewährte Disziplin

Fährtenarbeit ist eine der ältesten und am weitesten verbreiteten Disziplinen unter Hundebesitzern neben Obedience und Agility. Sie ist recht einfach zu erlernen und nahezu jeder Hund ist dazu in der Lage, sie zu bewältigen – egal, welche Größe oder welches Alter als Ausgangspunkt dient.

Die Fährtenarbeit unterscheidet man dabei in zwei verschiedene Hauptdisziplinen, wobei man im Regelfall eher die sogenannte mechanische Bodenverletzung meint, wenn man von Fährtenarbeit spricht. Die andere Disziplin ist das Mantrailing – dabei handelt es sich um die gezielte Personensuche anhand von Geruchsspuren.

Um kurz auf das Mantrailing genauer einzugehen: Diese Art der Fährtenarbeit stammt ursprünglich aus den USA und sie findet ihren Nutzen in der Suche von vermissten Personen oder solchen, nach denen gefahndet wird. Es dürfte also wenig überraschend sein, dass dementsprechend ausgebildete Hunde sich besonders in Rettungsstaffeln oder bei der Polizei finden. Dort landen sie aber auch erst nach bis zur drei Jahren gründlicher Ausbildung, denn ein Vierbeiner, auf dem so viel Verantwortung lastet, muss auch zuverlässig bei der Sache sein.

Heute findet sich das Mantrailing aber auch viel öfter bei Privatpersonen, als man erst einmal meinen sollte. Ähnlich wie die Suche auf der Fläche mit vorbereiteten Fährten, denen wir uns im weiteren Verlauf genauer widmen werden, ist es eine hervorragende und natürliche Form der Auslastung.

Generell setzt man dabei auf die Verfolgung eines „Individualgeruchs“, der beispielsweise durch abgestorbene Hautzellen und natürliche Ausdünstungen geschaffen und von Umgebungsfaktoren beeinflusst wird. Dieser Geruch ist so einzigartig wie ein Fingerabdruck – und kann daher von Hunden über Gegenstände (z. B. Kleidungsstücke) aufgenommen und verfolgt werden.

Bei der Suche auf der Fläche, also der mechanischen Fährtenarbeit, wird im Regelfall dagegen nach Gegenständen auf einer vorher angelegten Fährte gesucht und nicht nach Personen.

Heute hat sich diese Disziplin besonders in sportliche Bereiche ausgedehnt, findet aber auch nach wie vor in der Jagdszene teils ihre Verwendung. Dort hat sie nämlich auch ihren Ursprung, denn die Spürnasen waren schon immer beliebte und zuverlässige Helfer auf der Jagd nach Wild. Sie konnten die Beute nicht nur aufspüren und aus dem Gebüsch treiben, sondern sie auch näher zum Jäger scheuchen und gefallene Beutetiere zum Teil apportieren. Früher war das teilweise sogar überlebenswichtig, heute ist es „nur noch“ eine besonders hilfreiche Unterstützung für den jeweiligen Jäger.

In diesem Kapitel werden Sie mehr über die Voraussetzungen und das nötige Equipment erfahren sowie darüber, was es mit der Fährtenarbeit überhaupt auf sich hat und inwiefern sich diese Ausbildung mit den typischen Eigenschaften der Spürnasen aus der Jagdszene beschäftigt.

Faszination Fährtenarbeit

Sicher hat man das eine oder andere Mal bereits Hundebesitzer mit ihren Vierbeinern auf Feldern herumspazieren sehen – nur dass es sich dabei womöglich gar nicht um einen normalen Spaziergang abseits des Weges handelt.

Tatsächlich beobachtet man in diesem Moment womöglich Mensch und Hund bei der Fährtenarbeit, was sogar eine anerkannte Hundesportart ist – für Gebrauchshunde gibt es sogar Pflichtprüfungen, für die die sogenannte IPO gilt: eine einheitliche, internationale Prüfungsordnung. Diese gibt es speziell für internationale Prüfungen für Gebrauchshunde, die wiederum in drei Bereiche unterteilt werden: Fährte bzw. Spur, Unterordnung bzw. Gehorsam und Schutzdienst bzw. Verteidigung. Um die gesamte Prüfung zu bestehen und das Ausbildungskennzeichen IPO (1 bis 3) zu erlangen, muss jeder Teilbereich mit mindestens 70 % der Punkte abgeschlossen werden.

Der Teilbereich zur Fährte umfasst „lediglich“ das erfolgreiche Ausarbeiten einer Fährte. Welche Eckdaten diese drei möglichen Fährten haben, können Sie in einer Auflistung im letzten Kapitel dieses Buches noch einmal genauer unter die Lupe nehmen.

Bei der Unterordnung werden dagegen mehrere Dinge abgefragt, darunter beispielsweise das Bringen eines Gegenstandes auf einer ebenen Fläche, das Voraussenden des Hundes und der Sprung über eine Hürde.

Im Schutzdienst wird hauptsächlich der Beutetrieb angesprochen. Sie haben sicher schon einmal von den dicken Armschützern gehört, die Hunde scheinbar aggressiv anfallen (das sind sie aber nicht). Und um nichts anderes geht es: Der Hund wird darauf trainiert, nur diesen Arm als Beute zu betrachten, sich also für den Rest nicht zu interessieren. Einen weiteren Anteil dieses Bereiches macht auch eine Form des Mantrailings aus: Eine Person wird gesucht, vom Hund durch Bellen angezeigt und selbstständig von der Flucht abgehalten.

Wie Sie sehen, sind die Gebrauchshundeprüfungen eng miteinander verflochten: Die Fährte findet sich im Schutzdienst wieder und ohne die Unterordnung ist der Schutzdienst praktisch undenkbar. Nur in einem perfekten Zusammenspiel der drei Faktoren lässt sich ein guter Gebrauchshund ausmachen.

Die Schwierigkeiten in der Fährtenarbeit sind vielfältig und variierbar, je nach Trainingsstand des Hundes – angefangen von einer Fährte von rund 300 Schritten bis hin zu 1800 Schritten, inklusive Straßenüberquerungen, steigender Anzahl der Suchgegenstände und einem Terrainwechsel. Dem Programm sind sowohl innerhalb als auch außerhalb der Prüfungen keinerlei Grenzen gesetzt – es gibt sogar Deutsche Meisterschaften und internationale Wettbewerbe, wenn man es mal so richtig kompetitiv angehen möchte.

Und wenn das noch nicht interessant genug ist: Es gibt sogar Leute, die sich damit befassen, die Fährtenarbeit als eine Möglichkeit zum Therapieren von verhaltensauffälligen Hunden heranzuziehen. Das kann von fehlender Konzentration bis Aggression jeden möglichen Bereich abdecken – zum Teil wird die Fährtenarbeit wohl sogar genutzt, um Angstsituationen zu bewältigen, da der Hund natürlich im Feld immer mal wieder mit bestimmten Faktoren konfrontiert wird – darunter beispielsweise Traktoren, die dem einen oder anderen Hund mit Sicherheit nicht geheuer sind. Aber das Ganze kann auch sehr viel tiefer greifen und gezielt genutzt werden, um Hunde mit weniger üblichen Ängsten zu konfrontieren und sie gleichzeitig über die Fährtenarbeit zu belohnen und ihnen zu vermitteln, dass die Situation durchaus erträglich sein kann.

Das Schöne an der Fährtenarbeit ist, dass es sich dabei um eine Arbeit handelt, die dem Hund von Natur aus am nächsten ist – unsere geliebten Vierbeiner haben je nach Rasse mit bis zu 220 Millionen Riechzellen im wahrsten Sinne die Nase gegenüber dem Menschen vorn (der Bloodhound sogar mit etwa 300 Millionen!) – wir können nur mit rund fünf Millionen aufwarten. Die Fähigkeit, zu riechen, ist bei unseren pelzigen Freunden also rund 40-mal besser ausgeprägt als bei uns selbst. Das wird auch noch durch die Art und Weise verstärkt, wie sie riechen: Die kurzen und heftigeren Atemzüge, die ein Hund beim Schnüffeln nutzt, sprechen seine Riechzellen deutlich effektiver an. Somit wird er sensibler für alle möglichen Gerüche, die für einen Menschen überhaupt nicht mehr wahrnehmbar sind. Und als wäre das noch nicht genug, kann ein Hund dank dieser Ausprägungen sogar „stereoriechen“: Seine beiden Nasenlöcher können Gerüche völlig getrennt voneinander aufnehmen und räumlich zuordnen, ähnlich wie wir über unser Gehör. Er kann dadurch also sogar gleichzeitig erkennen, welcher Geruch woher kommt, völlig unabhängig davon, wie lange er schon in der Luft hängt.

Während wir also bei der Orientierung hauptsächlich auf unsere Augen (und Ohren) vertrauen, wählen die Vierbeiner ihre unfassbar stark ausgeprägte Spürnase, um zu „sehen.“

Selbstverständlich gilt das aber auch nicht für alle Rassen gleichermaßen, denn nicht alle wurden dahingehend gezielt gezüchtet: Wie bereits erwähnt, übertrifft der Bloodhound hier sämtliche Zahlen mit Leichtigkeit, aber auch die Spürnasen im Bereich der 200 Millionen Riechzellen sind noch mit überwältigend feinen Nasen ausgestattet. Darunter fallen beispielsweise der Deutsche Schäferhund, der Beagle oder auch der Labrador Retriever – der Dackel wird mit seinen „nur“ 125 Millionen Riechzellen von ihnen regelrecht abgehängt.

Hunde sind auch aus dieser genetischen Veranlagung heraus eher daran gewöhnt, die Fährte von tatsächlichen Beutetieren zu verfolgen und nicht die eines Menschen, da wir nicht Teil ihres Beuteschemas sind. Der Trick an der Fährtenarbeit ist also, den Hund dementsprechend neu zu trainieren, so dass er auf menschliche Fährten anspringt.

Das Ziel der Fährtenarbeit besteht allerdings nicht darin, dem Hund das simple Verfolgen der Spur beizubringen, denn das beherrscht er schon längst. Ziel ist, dass der Vierbeiner lernt, nicht nur einfach zu verfolgen, sondern auch wirklich auf der Spur des Fährtenlegers zu bleiben – und dann auch deutlich anzuzeigen, was er wo erschnüffelt hat (im Regelfall also einen Gegenstand).

Die Fährtenarbeit bringt jedoch eine ganze Bandbreite an Herausforderungen mit sich. Sie dient nicht nur als hervorragende Auslastung der Jagdinstinkte, ohne tatsächlich auf die Jagd zurückzugreifen, sondern fördert auch weitere Eigenschaften Ihres Hundes. Und jeder Hund muss effektiv ausgelastet werden – sowohl geistig als auch körperlich. Hierfür eignet sich die Fährtenarbeit optimal sowohl als Hundesport als auch als Aufgabe.

Die regelmäßigen Erfolgserlebnisse beispielsweise wird Ihr Vierbeiner nicht nur mit Ihnen verknüpfen, sondern er wird auch mehr Vertrauen in seine eigenen Fähigkeiten erlangen. Durch das häufige Training wird also auch direkt sein Selbstvertrauen gesteigert – aber das ist längst nicht alles, denn ein anderer Aspekt, der permanent gefördert wird, ist die Konzentrationsfähigkeit Ihres Hundes.

Durch das genaue Ausarbeiten einer Fährte – bzw. die Arbeit, die zu diesem Verhalten hinführt – wird die Konzentration ständig gefordert. Dadurch, dass Fährten stetig in der Länge variieren und mal kürzer, mal länger ausfallen, wird Ihr Hund immer wieder vor neue Herausforderungen gestellt und wird dadurch auch konstant dazu angehalten, seine Konzentration dementsprechend anzupassen. Aber was braucht man denn nun für die Fährtenarbeit alles?

Ausrüstung

Insgesamt braucht man weniger, als man erst einmal befürchtet. Am wichtigsten sind ein geeignetes Fährtenfutter – auf das zu einem späteren Zeitpunkt noch einmal eingegangen wird – und eine ausreichend lange Leine sowie ein sogenanntes Suchgeschirr – wobei letzteres nur eine deutliche Empfehlung ist, da Geschirre sich zur Leinenarbeit schlichtweg besser eignen als nur ein simples Halsband und weil sich im Falle der menschlichen Einwirkung auf den Hund der Druck deutlich gesünder verteilt. Es belastet so nicht potenziell die Atemwege – und kreiert somit von vornherein ein eher positives Erlebnis für den Hund.

Ein „Suchgeschirr“ ist prinzipiell aber auch nichts anderes als ein normales Brustgeschirr, das man im Regelfall in jedem guten Tierfachgeschäft findet. Die Leine sollte auf dem Rücken oder an der Brust einhakbar sein, aber sehr viel mehr muss es im Grunde nicht bieten.

Viel wichtiger ist tatsächlich, dass man seinen Hund dazu bringt, das Geschirr mit der Fährtenarbeit zu verbinden – man nutzt also speziell dieses eine Geschirr nur dafür und ansonsten nicht. So weiß Ihr Hund auch von vorneherein, wo die Reise am jeweiligen Tag hingeht.

Leinen sollte man auf lange Sicht in unterschiedlichen Längen bereithalten. Zu Beginn genügt eine Leine von 2 bis 3 Metern, aber früher oder später bietet es sich an, auf die deutlich längeren Schleppleinen umzusteigen. Allerdings lohnt es sich häufig, die langen Leinen nur kurz vor Prüfungen etc. zu nutzen, da sie dort eher gefordert werden. Im Training sind die kürzeren Modelle für die kontrollierte, sanfte Einwirkung deutlich nützlicher. Für den Zweibeiner im Besonderen sind festes Schuhwerk zum Verletzen des Bodens (und zum Vermeiden eigener Verletzungen) und warme Kleidung sinnvoll – generell eben die Dinge, die Sie auf einem ausgedehnten Spaziergang dabei haben, nicht etwa, weil Sie stundenlang trainieren werden, denn das ist bei den meisten Vierbeinern gerade zu Beginn längst nicht so ergiebig wie kurze, aber wiederholte Trainingseinheiten, die die Übungen festigen (insbesondere auch durch unterbewusstes Training im Alltag), sondern weil Sie unter freiem Himmel jederzeit von der Natur überrascht werden könnten.

Wie Sie die Übungen später erweitern, ist Ihnen überlassen. Am Ende der Fährte können Sie zu einem späteren Trainingszeitpunkt Gegenstände verstecken, die der Hund finden muss, wie es in den IPO gefordert ist, oder Sie können mit klar sichtbaren Markierungen an der Fährte (wie zum Beispiel Schildern) arbeiten, damit Ihr Hund bei Sichtkontakt mit der Markierung bereits weiß, was ihn erwartet – das liegt ganz bei Ihnen. Ansonsten fehlen dann nur noch die essenziellen Dinge: ein Acker bzw. eine ungenutzte Wiese, Wasser für Ihren Hund, Ihr Hund und Sie selbst!

Voraussetzungen von Hund & Mensch

Fährtenarbeit ist im wahrsten Sinne des Wortes ein Spaß für jedermann. Die Fitness von Hund und Halter spielt hier nahezu keine Rolle, solange Sie nicht beabsichtigen, sich auf sportlicher bzw. Wettkampfebene damit zu befassen. Solange Sie beide sich sicher im freien Feld (und damit auf Ihrer gewählten Übungsfläche) bewegen, steht Ihnen nichts im Weg. In puncto Gehorsamkeit geht es mehr oder weniger auch nur um das Nötigste, ergo die Grundkommandos. Fürs Erste genügt es völlig, wenn Ihr Vierbeiner weiß, was „Sitz“, „Platz“ und „Bleib“ bedeuten und diese zentralen Kommandos problemlos ausführen kann.

Sie haben einen älteren Hund, mit dem Sie entspannt noch etwas Neues ausprobieren wollen? Kein Problem! Sie haben einen Junghund, den Sie beschäftigen wollen? Auch immer gern gesehen, solange er über 15 Wochen alt und bereits an Sie gewöhnt ist.

Solange Ihr Hund die Grundkommandos beherrscht und leinenführig ist sowie ein Lieblingsfutter hat oder sich generell über Leckereien freut und sie gerne als Belohnung annimmt, ist Ihr Vierbeiner bereit für das Training. Das Alter spielt längst keine so große Rolle, wie man zunächst denken mag. Grundsätzlich sind Hunde auch bis ins hohe Alter hinein noch sehr lernfähig. Das Wichtigste ist dabei lediglich, dass Ihr Vierbeiner motiviert für seine neue Aufgabe ist.

Und Sie selbst? Mit Geduld, Ruhe und ein wenig Flexibilität und einem selbstbewussten Auftreten als Führungsperson gegenüber Ihrem Hund sind Sie abseits der materiellen Ebene bereits voll ausgestattet für ein erfolgreiches Fährtentraining.

Wenn Sie das Ganze jedoch motiviert auf sportlicher Ebene angehen wollen, sollten Sie es natürlich auch nicht unterschätzen – es kann besonders auf langen Fährten unfassbar anstrengend für Ihren Hund werden (und für Sie, je nachdem, wie das Wetter mitspielt). Die Fährtenarbeit bedeutet eine Dauerbelastung für die Nase Ihres Hundes auf einem massiv gesteigerten Niveau im Gegensatz zum normalen Einsatz. Die hohe Konzentration und gesteigerte Atemfrequenz verlangen Ihrem Vierbeiner auf langen Strecken natürlich auch einiges ab – das sollte man wirklich nicht unterschätzen! Eine gute Ausdauer ist bei sportlichen bzw. Wettkampf-Absichten unerlässlich, wenn Sie nicht die Gesundheit Ihres Hundes riskieren wollen – und das möchten Sie sicher nicht. Im Zweifelsfall können Sie in solchen Fragen auch immer Ihren Tierarzt um Rat bitten – besonders, wenn es darum geht, ob Ihr Vierbeiner körperlich und geistig noch in der Lage für diese Sportart ist.

Für die Teilnahme an Prüfungen und Wettkämpfen gelten natürlich auch noch besondere Voraussetzungen. Streben Sie eine richtige Fährtenhund-Ausbildung an, wird auch eine bestandene Begleithund- oder Vielseitigkeitsprüfung vorausgesetzt. (Die Begleithundeprüfung ist dabei eine Vorstufe von der Vielseitigkeitsprüfung, die für Gebrauchshunde ins Leben gerufen wurde: also für Schutz- oder Fährtenhunde sowie auch eine weiterführende Begleithund-Ausbildung. In dieser Prüfung werden neben theoretischem Wissen des Hundeführers auch eine Grundausbildung in Gehorsam – z. B. Leinenführigkeit, Sitz, Platz, Freifolge etc. – und die Verkehrssicherheit des Hundes abgefragt.)

Des Weiteren muss Ihr Hund mindestens 18 Monate alt und geimpft sein. Wichtig ist außerdem auch, dass er gechippt oder tätowiert ist – und natürlich mit einer Hundehaftpflichtversicherung versichert ist.

Und als letzte Voraussetzung für die Teilnahme gilt: Sie müssen Mitglied in einem Verein oder in einem von dem VDH anerkannten Verband sein. Sind auch diese Voraussetzungen erfüllt, steht im Prinzip nichts mehr zwischen Ihnen und Ihrem sportlichen Engagement.

Typische Eigenschaften von Jagdhunden

An dieser Stelle nun ein kleiner „Exkurs“, bevor Sie in die Trainingsgrundlagen eintauchen dürfen – und zwar zu den Jagdhunden. Jeder gute Jagdhund ist auch ein hervorragender Fährtenleser und dementsprechend ausgebildet. Es gibt einige typische Rassen, denen man in diesem Bereich häufiger über den Weg läuft, wie Jagdterrier, Münsterländer, Beagles und Dackel, und die lange Zeit speziell darauf ausgerichtet gezüchtet wurden und es auch heute noch werden.

Fährtenhunde und Jagdhunde sind einander sehr ähnlich, aber gleichzeitig auch überhaupt nicht – und zwar, da Fährtenhunde im Regelfall eben auf menschliche Fährten hin ausgebildet sind, während Jagdhunde eher ihren Instinkten entsprechend trainiert werden. Sie dürfen tierische Fährten verfolgen, wenn sie zum Einsatz kommen. Die generelle Ausbildung verläuft aber insgesamt sehr ähnlich – weswegen man Jagdhunde im Grunde auch als Fährtenhunde bezeichnen könnte, solange man nicht vergisst, dass ihre Zielobjekte sich bedeutend unterscheiden. Daher auch dieser Exkurs: So bekommen Sie einen kurzen Einblick dahingehend, was in einem anderen Bereich der Fährtenarbeit gefordert wird und an welchen Eigenschaften diese aufgehängt werden. (Wenig überraschend kann man aber von vorneherein sagen: Die Eigenschaften, die Ihnen hier begegnen werden, sind zu einem Großteil auch die Eigenschaften, die einen besonders guten Fährtenhund auf Nicht-Wildfährten ausmachen.)

Jagdhunde