Gesänge aus den drei Reichen: Ausgewählte Gedichte - Franz Werfel - E-Book
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Gesänge aus den drei Reichen: Ausgewählte Gedichte E-Book

Franz Werfel

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Beschreibung

In "Gesänge aus den drei Reichen: Ausgewählte Gedichte" entfaltet Franz Werfel seine lyrische Meisterschaft in einer Sammlung, die durch ihre thematische Vielfalt und sprachliche Eleganz besticht. Die Gedichte zeichnen ein facettenreiches Bild menschlicher Emotionen und Erfahrungen, während sie in einem kunstvoll geschlossenen, oft symbolischen Stil verfasst sind. Insbesondere Werfels Auseinandersetzung mit der Natur, der menschlichen Existenz und der Suche nach Sinn in einer komplexen Welt verleiht der Sammlung sowohl zeitlose als auch zeitgenössische Relevanz, eingebettet in den Kontext der frühen Moderne, geprägt von tiefgreifenden kulturellen Umbrüchen und den Schatten des Ersten Weltkriegs. Franz Werfel, geboren 1890 in Prag, war nicht nur ein produktiver Schriftsteller, sondern ebenfalls ein engagierter Humanist, dessen Leben von der Suche nach Identität in einer verworrenen politischen Landschaft geprägt war. Seine Erfahrung als Jude in einer zunehmend intoleranten Gesellschaft und seine Flucht vor den Nationalsozialisten unterstreichen die Dringlichkeit seiner Themen: das Streben nach Freiheit, das Leiden um der menschlichen conditio und die Verantwortung des Künstlers in einer krisenhaften Epoche. Diese biografischen Facetten spiegeln sich unverkennbar in den Gedichten wider. Lesern möchte ich diese exquisite Sammlung ans Herz legen, da sie nicht nur einen tiefen Einblick in Werfels lyrisches Schaffen bietet, sondern auch universelle Fragen erörtert, die auch heute noch von Bedeutung sind. "Gesänge aus den drei Reichen" ist sowohl für Liebhaber klassischer Lyrik als auch für Neulinge in der deutschen Literatur ein unverzichtbarer Beitrag, der zum Nachdenken und Fühlen anregt.

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Veröffentlichungsjahr: 2022

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Franz Werfel

Gesänge aus den drei Reichen: Ausgewählte Gedichte

Gedichte
 
EAN 8596547072126
DigiCat, 2022 Contact: [email protected]

Inhaltsverzeichnis

Aus „Der Weltfreund“ Gedichte 1911
An den Leser
Kindersonntagsausflug
Der dicke Mann im Spiegel
Im winterlichen Hospital
Sterben im Walde
Das Malheur
Erzherzogin und Bürgermeister
Der Patriarch
Solo des zarten Lumpen
Der schöne strahlende Mensch
Wanderlied
Der kriegerische Weltfreund
Ich habe eine gute Tat getan
Aus „Wir sind“ Neue Gedichte 1913
Die Unverlassene (Der Besuch aus dem Elysium)
Als mich Dein Wandeln an den Tod verzückte
Vater und Sohn
Die Witwe am Bette ihres Sohnes
Balance der Welt
Der Feind
Eine alte Frau geht
Nacht-Fragment.
Das erkaltende Herz
Der göttliche Portier
Ein Lebens-Lied
Ein Anderes
Amore
Ich bin ja noch ein Kind
Aus „Einander“ Oden Lieder Gestalten 1915
Lächeln Atmen Schreiten
Das Jenseits
Warum mein Gott
Die Tugend
Veni creator spiritus
Abschied Ein Fragment
Der Erkennende
Romanze einer Schlange
Tempel-Traum
Ein Abendgesang
Mondlied eines Mädchens
Eines alten Lehrers Stimme im Traum
Zwiegespräch an der Mauer des Paradieses
Luzifers Abendlied
Held und Heiliger Prophezeiung an Alexander
Alte Dienstboten
Jesus und der Äser-Weg
Neue Gedichte 1916 (In Buchform noch nicht veröffentlicht)
An den Richter
Gebet um Reinheit
Einem Denker
Ballade von Wahn und Tod
Der Tempel
Die heilige Elisabeth
Der Ruf
Vergessen
Müdigkeit
Schrei
Der Dichter

Aus „Der Weltfreund“ Gedichte 1911

Inhaltsverzeichnis

An den Leser

Inhaltsverzeichnis

Mein einziger Wunsch ist, Dir, o Mensch verwandt zu sein!

Bist Du Neger, Akrobat, oder ruhst Du noch in tiefer Mutterhut,

Klingt Dein Mädchenlied über den Hof, lenkst Du Dein Floß im Abendschein,

Bist Du Soldat, oder Aviatiker voll Ausdauer und Mut.

Trugst Du als Kind auch ein Gewehr in grüner Armschlinge?

Wenn es losging, entflog ein angebundener Stöpsel dem Lauf.

Mein Mensch, wenn ich Erinnerung singe,

Sei nicht hart, und löse Dich mit mir in Tränen auf!

Denn ich habe alle Schicksale durchgemacht. Ich weiß

Das Gefühl von einsamen Harfenistinnen in Kurkapellen,

Das Gefühl von schüchternen Gouvernanten im fremden Familienkreis,

Das Gefühl von Debutanten, die sich zitternd vor den Souffleurkasten stellen.

Ich lebte im Walde, hatte ein Bahnhofsamt,

Saß gebeugt über Kassabücher, und bediente ungeduldige Gäste.

Als Heizer stand ich vor Kesseln, das Antlitz grell überflammt,

Und als Kuli aß ich Abfall und Küchenreste.

So gehöre ich Dir und Allen!

Wolle mir, bitte, nicht widerstehn!

O, könnte es einmal geschehn,

Daß wir uns, Bruder, in die Arme fallen!

Kindersonntagsausflug

Inhaltsverzeichnis

Vom Quai steigt eine Treppe zu Dampfschiff und Booten.

Oh, Kindersonntagsausflug! Wie abenteuerlich kam mir das alles vor.

Strahlender Fluß, Frühlingshimmel, Regattakähne, Eisenbahnbrücke, Gerüste und Piloten,

Blauer Rauch in der Luft. Oh dünnes Gewebe, oh schwacher Flor!

Ein enges Brett — schaukelnder Boden — ich dachte an meine Seegeschichten.

Worte wie Backbord, zwei Glas, Wanten, Lee, Marssegel fielen mir ein.

An einen kleinen Schiffsjungen dachte ich, an Matrosengesang und Ankerlichten,

An gieblige Hafenhäuser und Schenken, in denen betrunkene Holländer und Malayen schrein.

Auf schmalem Platz saß ich in meine ganz exotischen Phantasien eingefangen.

Meine Mama löste beim Kassier eine Kinderkarte für mich.

Ich seh noch, wie einige Nickelstücke wieder in ihr silbernes Täschchen sprangen,

Dann riß ein Mann an der Glocke — Die

Maschinen unter uns stampften und rührten sich.

Was ich alles auf dem rotweißen Dampfer erlebte: Wasserhosen, Zyklone,

Am Äquator riß uns Champagner, Heimweh und Sternnacht zu lautem Wahnsinn fort,

Am südlichen Wendekreis aber warf man ohne

Gebete und Tränen einen steinbeschwerten Leichnam über Bord. —

Oft sahn wir Land, Vulkane, weiß zugetürmte,

Insulaner schossen um unser Schiff und krächzten zu uns empor.

Und wenn das Meer glatt war, keine Wolke, kein Windvogel stürmte,

Warf man Geldstücke in die Tiefe, und Kinder tauchten danach und holten sie hervor.

Und als die Räder langsamer schlugen und wir zum Landungsplatz glitten,

Da erkannte kaum den einfachen Hügel mein Blick.

Ich ging ans Ufer mit kleinen, ganz unsicheren Schritten,

Und hörte wie im Traume vom Restaurationsgarten her die donnernde Militärmusik.

Der dicke Mann im Spiegel

Inhaltsverzeichnis

Ach Gott, ich bin das nicht, der aus dem Spiegel stiert,

Der Mensch mit wildbewachsner Brust und unrasiert.

Tag war heut so blau,

Mit der Kinderfrau

Wurde ja im Stadtpark promeniert.

Noch kein Matrosenanzug flatterte mir fort

Zu jenes strengverschlossenen Kastens Totenort.

Eben abgelegt,

Hängt er unbewegt,

Klein und müde an der Türe dort.

Und ward nicht in die Küche nachmittags geblickt,

Kaffee roch winterlich und Uhr hat laut getickt,

Lieblich stand verwundert,

Der vorher getschundert

Übers Glatteis mit den Brüderchen geschickt.

Auch hat die Frau mir heut wie immer Angst gemacht

Vor jenem Wächter Kakitz, der den Park bewacht.

Oft zu schnöder Zeit,

Hör im Traum ich weit

Diesen Teufel säbelschleppen in der Nacht.

Die treue Alte, warum kommt sie denn noch nicht?

Von Schlafesnähe allzuschwer ist mein Gesicht.

Wenn sie doch schon käme

Und es mit sich nähme,

Das dort oben leise singt, das Licht!

Ach abendlich besänftigt tönt kein stiller Schritt,

Und Babi dreht das Licht nicht aus und nimmt es mit.

Nur der dicke Mann

Schaut mich hilflos an,

Bis er tieferschrocken aus dem Spiegel tritt.

Im winterlichen Hospital

Inhaltsverzeichnis