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Studienarbeit aus dem Jahr 2005 im Fachbereich Pädagogik - Allgemein, Note: 1, Otto-Friedrich-Universität Bamberg (Universität), Veranstaltung: Schriftspracherwerb - pädagogische und didaktische Tendenzen und Perspektiven, Sprache: Deutsch, Abstract: Das Lesen ist eine der wichtigsten Kulturtechniken unserer Gesellschaft, doch im Zeitalter von Rundfunk, Fernsehen und Computer scheint es immer mehr an Bedeutung zu verlieren. Damit sich unsere Lesekultur aber als interessante Freizeitbeschäftigung behaupten kann, bedarf es einer Stärkung und Weiterentwicklung. [Vgl. Staatsinstitut (1989), S. 5.] Der Schule, insbesondere der Grundschule, kommt deswegen eine große Bedeutung zu: Neben der Vermittlung der Lesetechnik hat sie auch dafür Sorge zu tragen, die Lesebereitschaft und das Leseinteresse ihrer Schüler zu fördern, um damit auch die Schüler zu einer langfristigen Beschäftigung mit Literatur anzuregen. Je früher die Vermittlung von Lesefreude und die Hinführung zum Buch geschehen, desto effektiver ist sie. Auf ein Kind, das am Ende der Grundschulzeit noch nicht zum Buch gefunden hat, wird es wahrscheinlich später auch nicht mehr anziehend wirken. [Vgl. Staatsinstitut (1989), S. 5.] Aber gerade das Lesen ist für unsere Gesellschaft unverzichtbar: "Wann immer wir etwas erfahren, etwas lernen wollen, sind wir auf das Lesen, auf das Buch als Kulturträger angewiesen." [Staatsinstitut (1989), S. 6.]
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Veröffentlichungsjahr: 2006
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Das Lesen ist eine der wichtigsten Kulturtechniken unserer Gesellschaft, doch im Zeitalter von Rundfunk, Fernsehen und Computer scheint es immer mehr an Bedeutung zu verlieren. Damit sich unsere Lesekultur aber als interessante Freizeitbeschäftigung behaupten kann, bedarf es einer Stärkung und Weiterentwicklung.1Der Schule, insbesondere der Grundschule, kommt deswegen eine große Bedeutung zu: Neben der Vermittlung der Lesetechnik hat sie auch dafür Sorge zu tragen, die Lesebereitschaft und das Leseinteresse ihrer Schüler zu fördern, um damit auch die Schüler zu einer langfristigen Beschäftigung mit Literatur anzuregen. Je früher die Vermittlung von Lesefreude und die Hinführung zum Buch geschieht, desto effektiver ist sie. Auf ein Kind, das am Ende der Grundschulzeit noch nicht zum Buch gefunden hat, wird es wahrscheinlich später auch nicht mehr anziehend wirken.2
Aber gerade das Lesen ist für unsere Gesellschaft unverzichtbar: „Wann immer wir etwas erfahren, etwas lernen wollen, sind wir auf das Lesen, auf das Buch als Kulturträger angewiesen.“3Folgende Argumente sprechen für den Wert des Lesens für das Individuum und die Gesellschaft:4(1)Wer selbst liest, baut Kinder Brücken zum Buch:Der primäre Ort der Mediensozialisation und Mediengewohnheit ist die Familie. Die Eltern müssen sozusagen als lesende Vorbilder für ihre Kinder fungieren. Eine Lesemotivation der Kinder baut sich mit großer Wahrscheinlichkeit nur dann auf, wenn ihnen von ihren Eltern regelmäßig etwas vorgelesen oder erzählt wird, wenn sie also in einer familiären Umgebung aufwachsen, die nicht durch wahllosen Fernsehkonsum und schweigende Unterhaltung geprägt ist.
Auch im Erstleseunterricht der Schule sollte die Freude am Lesen im Vordergrund stehen. Der Lehrer hat hier die Aufgabe, den Kindern zu vermitteln, dass auch er Spaß an Büchern hat. „Wer [nämlich] Lesen
1Vgl. Staatsinstitut (1989), S. 5.
2Vgl. Staatsinstitut (1989), S. 5.
3Staatsinstitut (1989), S. 6.
4Vgl. Staatsinstitut (1989), S. 7ff.
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nicht nur als Erlernen einer Technik erlebt, [...], hat alle Chancen, zu einem “freiwilligen“ Leser zu werden.“5
(2)Wer liest entwickelt Phantasie und Kreativität:Das Fernsehen ist ein flüchtiges Medium und bleibt nicht ohne Einfluss auf die kognitive und emotionale Entwicklung von Kindern. Erhöhter Fernsehkonsum trägt zu Reizüberflutung, Verkümmerung der Phantasie, Rückgang eigener Aktivitäten, Ängste, Aggressionen und mangelndem Abstraktionsvermögen bei. Bücher aber fördern die Phantasie und Kreativität. Sie bieten die Möglichkeit des Zurückblätterns, des Wiederholens des Inhaltes und fordern somit zu einer intensiven Beschäftigung heraus. Die Bilder die beim Lesen oder Zuhören von Geschichten im Kopf entstehen, sind von Individuum zu Individuum unterschiedlich. Im Gegensatz zum Seher hat der Leser bzw. Zuhörer seine eigene Geschichte in seiner Vorstellung a usgeformt. Lesen ist also Fernsehen im Kopf.
(3)Wer liest hat einen größeren Wortschatz:Steht den Lesern ein differenziertes und ansprechendes Leseangebot zur Verfügung, haben sie i.d.R. einen umfassenderen Wortschatz, sie können sich besser ausdrücken und ihre Welt genauer beschreiben. Im Unterricht fällt dieser Tatbestand in mehreren Bereichen auf, sei es die Aufgeschlossenheit der Kinder für schriftsprachliche Äußerungen, die Bildbetrachtung in der Kunsterziehung oder die mündliche Beteiligung am Unterricht. Lesen baut letztendlich Sprachlosigkeit ab. (4)Wer liest, profitiert von der Erfahrung anderer:Lesen führt immer dazu, dass wir von der Erfahrung anderer profitieren. „Lesen heißt also auch Welt-Erschließen“6.
(5)Wer liest, hat mehr vom Fernsehen:Untersuchungen bestätigen, dass Leser mehr und vielfältiger Informationen des Fernsehens behalten, denn das durch das Lesen erworbenen Wissensgerüst hilft einem, neue Informationen besser einzuordnen, in Zusammenhänge zu bringen und besser zu verstehen.
(6)Wer liest hat keine Zeit zum Fernsehen:Der Fernseher wird als eigentlicher Konkurrent des Lesens gesehen. Doch man muss dabei
5Staatsinstitut (1989), S. 8.
6Staatsinstitut (1989), S. 9.
