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Die Tonkawa und Comanchen überfallen erneut abgelegene Farmen, töten Siedler und stehlen Pferde. Auch die Texas Ranger ziehen bei solchen Überfällen den Kürzeren und müssen tatenlos zusehen, wie ihre Pferde vor ihren Augen davongetrieben werden. Sam Sheridan, Jed Duncan und ihre Kameraden in Fort Houston stehen vor einer weiteren Herausforderung. Werden die Kämpfe weitergehen, oder gibt es noch eine Chance auf Frieden in dieser Region?
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Seitenzahl: 250
Veröffentlichungsjahr: 2025
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In dieser Reihe bisher erschienen
4701 Alfred Wallon Tod am Rio Blanco
4702 Alfred Wallon Canoma muss sterben
4703 Alfred Wallon Die erste Rebellion
4704 Alfred Wallon Kampf ohne Gnade
4705 Alfred Wallon Die Helden von Alamo
4706 Alfred Wallon Vergeltung für Alamo
4707 Alfred Wallon Überfall auf Parkers Fort
4708 Alfred Wallon Gefahr am Little River
4709 Alfred Wallon Rinder für Texas
4710 Alfred Wallon Das Fort am Colorado River
4711 Alfred Wallon Entscheidung am Elm Creek
4712 Alfred Wallon Hinterhalt am Trinity River
4713 Alfred Wallon Der Commanchen-Jäger
4714 Alfred Wallon Der Ritt nach Laredo
4715 Alfred Wallon Blutiger Sommer
4716 Alfred Wallon Tödlicher Herbst
TEXAS RANGER
BUCH 15
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Copyright © 2025 Blitz-Verlag, eine Marke der Silberscore Beteiligungs GmbH, Mühlsteig 10, A-6633 Biberwier
Titelbild: Rudolf Sieber-Lonati
Umschlaggestaltung: Mario Heyer
Redaktion: Alfred Wallon
Logo: Mario Heyer
Satz: Gero Reimer
Alle Rechte vorbehalten
www.Blitz-Verlag.de
ISBN: 978-3-689-84275-8
4715 vom 08.02.2025
Eine böse Überraschung
Der Tod kommt lautlos
Das Massaker bei den Post Oak Springs
Mow-ways Rache
Eine schwere Entscheidung
Ein tragischer Zwischenfall
Angriff aus dem Hinterhalt
Weitere Entscheidungen
Wenn das Schicksal entscheidet
Ein Neubeginn für Tom Collins
Eine heikle Mission
Spurensuche
Gnadenlose Gegner
Historische Anmerkungen zum vorliegenden Roman
Über den Autor
28. April 1837
In Fort Houston am Colorado River
Am Morgen gegen 8:00 Uhr
„Was für ein herrlicher Tag“, sagte Jed Duncan und atmete tief durch, während er froh darüber war, endlich von Sam Sheridan als Wachposten abgelöst zu werden. „Man könnte fast glauben, es gäbe gar keine Probleme mehr auf dieser Welt. Es sieht alles so friedlich und schön aus von hier oben. Ich wünschte, ich könnte unten am Fluss mal ein ausgiebiges Bad nehmen und müsste mir dabei keine Sorgen machen, ob irgendwo am anderen Ufer Tonkawa oder Comanchen mit bösen Absichten lauern.“
„Es sieht zwar friedlich aus, Jed“, erwiderte Sam Sheridan. „Aber das ist es nicht, und das weißt du. Die Indianer zeigen sich zwar nicht, aber das muss nichts bedeuten. Sie warten einfach nur auf einen günstigen Zeitpunkt, um uns wieder anzugreifen, und zwar dann, wenn wir am wenigsten damit rechnen.“
„Ich weiß“, meinte der grauhaarige Ranger, dessen Oberlippe ein dichter Schnauzbart zierte und ihn verwegen aussehen ließ. „Aber ein paar unbeschwerte Tage wären trotzdem ganz schön. Die Männer brauchen einfach nur etwas Ruhe und sollen sich nicht den Kopf darüber zerbrechen, ob jeder weitere Tag womöglich ihr letzter wäre.“
„Wollen wir einfach mal das Beste hoffen“, fügte Sheridan hinzu. „Leg dich jetzt mal ein paar Stunden hin und ruh dich aus.“
„Das mache ich auch“, sagte Duncan mit einem Grinsen. „Schau dir mal Wren und seine Kameraden an. Die können es kaum erwarten, zum Colorado River zu reiten und die Pferde zu tränken.“ Er schaute dabei zu Lieutenant Nicholas Wren, der zusammen mit sechs weiteren Rangern damit zugange war, die Pferdeherde aus dem Corral zu holen und dann hinunter zum Colorado River zu treiben.
Im Grunde genommen konnten Duncan und Sheridan ihre Kameraden verstehen. Insbesondere Sheridan hatte in diesem Fort so einiges erlebt, das ihn einschneidend geprägt hatte. Und er hatte den düsteren Vorfall mit dem unglücklichen Ferdinand Fee Booker noch immer nicht vergessen, der durch die Willkür eines Vorgesetzten im späten Herbst des vergangenen Jahres zu Tode gekommen war.1
Jetzt an diesem schönen Frühlingsmorgen dachte wirklich niemand daran, dass es einen Überfall geben würde. Captain Micah Andrews war sehr erleichtert darüber, dass es die Comanchen und Tonkawa offensichtlich vorgezogen hatten, in anderen Regionen Unruhe zu stiften. Das gab den Männern in Fort Houston jedenfalls Gelegenheit, ihren Job etwas ruhiger anzugehen und nicht immer daran zu denken, dass hinter jedem Busch womöglich ein Feind lauerte.
Second Lieutenant Nicholas Wren wechselte mit Jed Duncan noch einige Worte, bevor dieser in sein Quartier ging, um sich für ein paar Stunden auszuruhen. Sheridan beobachtete von seinem Posten aus, wie die Männer nun die Pferde durch das Tor trieben und die Herde zu beiden Seiten flankierten. Wren ritt an der Spitze und hatte Sheridan noch kurz zugewunken.
Der Colorado River war in Sichtweite, aber dennoch eine halbe Meile entfernt. Sheridan hatte selbst seine Erfahrungen mit Indianern gemacht, die ihm und seinen Kameraden dort aufgelauert hatten. Hätte er zu entscheiden gehabt, dann hätte er noch mehr Männer beauftragt, sich um die Pferde zu kümmern. Die Tiere waren für alle Texas Ranger wichtig und die Garantie dafür, dass die Männer ihre Aufgaben überhaupt erfüllen konnten. Aber so wie es ihm jetzt erschien, hatte keiner der Männer ein Gewehr in der Hand oder kontrollierte das umliegende Gelände. Ihr einziges Interesse galt den Pferden, die sie so schnell wie möglich zum Fluss treiben wollten, und während die Tiere dort in Ufernähe grasten und frisches Wasser tranken, würden sie selbst ein oder zwei Stunden Abstand von der täglichen Routine im Fort haben.
Routine in ruhigen Zeiten: Das war etwas, was nicht jeder der Männer als notwendig empfand. Captain Andrews war aber der Meinung, dass ein guter Drill noch niemandem geschadet hatte, und deshalb hatte er darauf bestanden, dass so etwas täglich umgesetzt werden musste. Mehr oder weniger zum Leidwesen vieler Ranger. Einige der Kameraden hatten sich schon bei Sheridan darüber beklagt, und er hatte den Männern versprochen, dass er mit Captain Andrews darüber einmal sprechen würde. Vielleicht war ja heute der richtige Tag dafür, um das anzusprechen, sobald seine Wache vorbei war.
Von der Stelle, wo er sich positioniert hatte, konnte er den Lauf des Colorado River erkennen, aber die Stelle, die Wren ausgesucht hatte, um dort die Pferde zu tränken und grasen zu lassen, war aber auch teilweise sehr unübersichtlich, weil sich in unmittelbarer Nähe dichtes Gestrüpp erstreckte, das nicht einsehbar war. Hoffentlich kam Wren wenigstens von selbst auf den Gedanken, mit einem oder zwei seiner Leute das Gelände kurz abzusuchen und damit auf Nummer sicher zu gehen. Zumindest hätte Sheridan das so entschieden, wenn man ihn mit dieser Aufgabe beauftragt hätte.
Sheridan schob diesen Gedanken erst einmal beiseite und hoffte darauf, dass Wren wusste, was er zu tun hatte und was Captain Andrews von ihm erwartete.
28. April 1837
Am Ufer des Colorado River
Gegen 8:45 morgens
„Treibt sie in den Fluss!“, rief Nicholas Wren seinen Kameraden zu. „An der Stelle da drüben ist es am besten.“ Er zeigte in die betreffende Richtung, und die Männer setzten seinen Befehl um. Jetzt wäre eigentlich der richtige Zeitpunkt gewesen, um zumindest einen seiner Kameraden anzuweisen, die unmittelbare Umgebung nach Spuren abzusuchen. Aber Wren ließ sich von dem schönen Wetter und dem friedlichen Morgen täuschen und unternahm gar nichts.
Stattdessen beobachtete er, wie die anderen Ranger die Tiere zur seichten Stelle am Colorado River trieben und die Pferde schließlich sich selbst überließen. Die Tiere folgten einfach ihrem Instinkt und wollten erst einmal frisches Wasser haben. Wenn sie sich dann im seichten Wasser abgekühlt hatten, würden sie von selbst ans Ufer kommen und auf der Wiese zu grasen beginnen. Alles in allem ein ganz leichter Job, der außerdem den Rangern etwas Entspannung verschaffte, weil sie zumindest für ein oder zwei Stunden der täglichen Routine im Fort entkommen konnten.
Lewis Moore, John Angel und Joe Weeks überließen die Pferde nun sich selbst und kamen wieder zurückgeritten, wo Wren, Noah Smithwick und Tom McKernon ihre Pferde gezügelt hatten. Die beiden Ranger waren bereits abgesessen und hatten ihre Tiere auch schon versorgt. Wren war der Letzte, und um wenigstens zu hoffen, dass er alles richtig machte, ließ er nochmals seine Blicke in die Runde schweifen, um sicherzugehen, dass er und seine Kameraden nichts übersehen hatten. Aber nach wie vor war alles still und friedlich, somit gab es keinen Grund zur Sorge.
„Vielleicht bleibt die Ruhe ja jetzt für einige Wochen“, meinte Tom McKernon und ließ sich im Gras nieder. Er streckte die Beine aus, schob sich den Hut in den Nacken und grinste bei dem Gedanken, jetzt keine lauten Befehle oder sonstigen Anweisungen hören zu müssen. „Dann könnte es mir hier sogar gefallen, noch eine Zeit lang auszuhalten.“
„Der nächste Winter kommt bestimmt, Tom“, gab Noah Smithwick zu bedenken. „Du weißt ja wohl noch, wie es uns da ergangen ist. Viel zu wenig Proviant und schlechte Ausrüstung. Wenn ich nur daran denke, dass man uns bei den Kleidungsstücken nur Müll geliefert hat, dann bin ich immer noch stinksauer.“
„Da hat wohl irgendwas in der Organisation nicht geklappt“, meinte Wren mit einem kurzen Schulterzucken. „Wo Menschen arbeiten, können auch Fehler passieren. Beim nächsten Mal wird es hoffentlich wieder besser.“
„Isaac Castner hatte jedenfalls die Schnauze voll“, sagte nun John Angel, der mit seinen beiden Kameraden Moore und Weeks zu den anderen gekommen war. „Der lässt sowas nicht mit sich machen, und ich gebe ihm recht.“
„Sei vorsichtig mit dem, was du sagst, John“, gab Wren zu bedenken. „Wenn das der Captain hören würde, dann wäre er nicht begeistert davon.“
„Er hört es aber nicht“, konterte Angel. „Castner hat sich entschieden, zu gehen, und das ist seine Sache.“
„Stimmt es, dass er jetzt auf Hornsby’s Station lebt?“, wollte Lewis Moore wissen. „Als Castner gegangen ist, war ich gerade auf einem Erkundungsritt. Du kennst ihn doch am besten von uns allen, Noah“, wandte er sich dann an Smithwick. „Hast du seitdem wieder was von ihm gehört?“
„Nein“, erwiderte Smithwick mit einem kurzen Schulterzucken. „Aber wenn ich eine solche Entscheidung getroffen hätte, dann wäre ich bestimmt nicht zu Hornsby gegangen. Dem kann man doch gar nichts recht machen. Er war verdammt wütend, als die Indianer seine Pferde gestohlen haben und wir zu spät kamen, um das zu verhindern. Der hat ganz schön geflucht, als wir zurückkamen und ihm sagen mussten, dass uns die Roten entwischt sind.“
„Wir können nicht überall sein“, hielt McKernon dagegen. „Und das weiß Hornsby auch. Er wird sich hoffentlich bald wieder beruhigen.“
„Hoffentlich“, sagte Wren mit nachdenklicher Stimme und runzelte dabei die Stirn. „Hornsby traue ich sogar zu, dass er einen Beschwerdebrief an Präsident Houston schreibt und uns beschuldigt.“
„Wenn er das macht, können wir es sowieso nicht verhindern“, meinte Smithwick. „Lassen wir die Sache auf uns zukommen. Wir haben ja immerhin Sam Sheridan und Jed Duncan bei uns. Die haben ja beide einen guten Namen bei unserem Präsidenten.“
Wren wollte gerade etwas darauf erwidern, unterließ es dann aber, als seine Blicke sich auf die Büsche jenseits der Wiese richteten.
„Was ist denn?“, hakte Smithwick sofort nach. „Hast du irgendwas gesehen?“
„Ich bin mir nicht sicher“, erwiderte der Second Lieutenant und erhob sich jetzt seufzend. „Aber ich dachte, dass ...“
Er brach mitten im Satz ab, als er plötzlich einige Reiter zwischen den Büschen auftauchen sah. Sie stießen laute Schreie aus und versuchten, die grasenden Pferde aufzuscheuchen.
„Verdammt!“, entfuhr es Noah Smithwick, als er das sah und ihm klar wurde, was das bedeutete. Sofort griff er nach seiner Rifle und zielte auf einen der Comanchenkrieger, die gerade dabei waren, die Pferde aus dem Fluss zu treiben. Keiner von ihnen suchte eine direkte Konfrontation mit den Texas Rangern. Sie hatten es einzig und allein auf die Pferdeherde abgesehen und nahmen es auch in Kauf, dass die Ranger jetzt auf sie schossen. Allerdings reagierten Second Lieutenant Wren und seine Männer zu spät, denn als ihnen bewusst wurde, dass sie von den Comanchen erneut ausgetrickst worden waren, war es bereits zu spät.
Die Krieger stießen schrille Triumphschreie aus, während sie die meisten der Pferde davontrieben. Nur sieben Tiere folgten in der ganzen Aufregung nicht der Herde, sondern galoppierten wieder zurück zum Fort.
„Wir müssen sie einholen!“, rief Wren, der außer sich vor Wut angesichts dieser Blamage war. Er griff nach den Zügeln seines Pferdes, aber das Tier scheute angesichts des plötzlichen Lärms, tänzelte nervös mit den Hufen hin und her und riss sich dann los. Wren fluchte zum Gotterbarmen und lief seinem Pferd einige Schritte hinterher, streckte erneut die Hand aus, um die Zügel zu ergreifen, und diesmal hatte er mehr Glück als beim ersten Versuch. Nur Smithwick und Moore war es noch gelungen, ihre Pferde einzufangen, die anderen Tiere waren in dem ganzen Durcheinander so aufgeschreckt worden, dass sie ebenfalls das Weite gesucht hatten und zusammen mit den restlichen Tieren in Richtung Fort geflüchtet waren.
Diese Blamage war für Wren kaum zu ertragen. Und was noch schlimmer war: Oben im Fort schien man auch auf diesen Diebstahl aufmerksam geworden zu sein, denn Wren hörte Alarmschüsse.
Nur wenige Minuten später kamen sechs Reiter den Weg herunter, der zum Flussufer führte. An der Spitze ritt Captain Micah Andrews, und Sam Sheridan war ebenfalls mitgekommen. Die wütenden Blicke des Captains richteten sich nun vor allem auf Wren.
„Sie hatten eine einzige Aufgabe, Second Lieutenant Wren!“, sprach er ihn in vorwurfsvollem Ton an. „Was zum Teufel war daran so schwierig, dass Sie es zugelassen haben, dass die Comanchen die Pferdeherde vor Ihren Augen stehlen?“
„Das ... das tut mir leid, Captain“, musste Wren nun kleinlaut zugeben. „Weder ich noch meine Kameraden haben jemals damit gerechnet, dass ...“
„Hören Sie auf mit solchen Ausreden!“, schnitt ihm der Captain das Wort ab. „Das wird noch Folgen für Sie haben. Aber darüber reden wir später noch. Sie begeben sich zurück ins Fort und überlassen uns den Rest. Während meiner Abwesenheit hat Ranger Duncan das Kommando über Fort Houston. Informieren Sie ihn darüber. Dazu werden Sie ja wohl noch in der Lage sein, oder? Smithwick und Moore – Sie schließen sich uns jetzt an. Worauf warten Sie noch?“
Wren wollte noch etwas hinzufügen, aber Captain Andrews gab ihm mit einer eindeutigen Handbewegung zu verstehen, dass er jetzt und hier besser schweigen sollte. Anschließend gab Andrews Sheridan und den anderen Männern ein Zeichen, ihm zu folgen. Wren, Angel, Weeks und McKernon blieben zurück.
„Gehen wir“, sagte Wren zu seinen Kameraden. Aber er schaute die Männer dabei nicht mehr an. Er war der Einzige, der jetzt noch ein Pferd besaß. Die anderen mussten zu Fuß zum Fort zurückgehen.
28. April 1837
Unweit des Colorado River
Drei Meilen nördlich von Fort Houston
Gegen 11:00 Uhr am Vormittag
„Auch das noch“, murmelte Sam Sheridan, während er den Boden nach Spuren der gestohlenen Pferdeherde absuchte und dann plötzlich bemerkte, dass diese Spuren sich mit denen einer größeren Herde Mustangs vermischten, die in Richtung San Gabriel River unterwegs waren. „Das macht die ganze Sache schwerer. Was schlagen Sie vor, Captain?“
„Wir reiten weiter in diese Richtung und versuchen, die Spur zu halten“, sagte Andrews nach kurzem Überlegen. „Mein Gott, ich würde Wren am liebsten für seinen Leichtsinn in der Luft zerreißen! Das hier alles wäre nicht nötig gewesen, wenn die anderen Ranger sich ihrer Verantwortung bewusst gewesen wären. Ihr hättet doch wissen müssen, dass man immer die Augen offenhalten muss.“
Dieser Vorwurf galt vor allem den Rangern Smithwick und Moore, die eigentlich über die notwendige Erfahrung verfügten, um nicht leichtsinnig zu werden. Aber es nutzte nichts, sich jetzt untereinander Vorwürfe zu machen. Davon bekamen sie die gestohlenen Pferde auch nicht wieder zurück.
„Hoffentlich erwischen wir diese Hundesöhne heute noch“, meinte Smithwick. „Und dann präsentieren wir ihnen eine Rechnung, die sie nicht mehr vergessen werden.“
„Das entscheiden wir, wenn wir die Halunken eingeholt haben“, meinte Andrews. „Unter Umständen kann das noch einige Zeit dauern.“ Bei diesen Worten nahm er den Hut ab und wischte sich mit einer fahrigen Bewegung über die Stirn, um einige Schweißtropfen zu entfernen. Die Sonne hatte noch längst ihren höchsten Stand nicht erreicht, aber die Hitze war bereits spürbar, und die Männer hatten Durst. Trotzdem gönnte der Captain den Pferden und seinen Leuten keine Ruhe und befahl, den Ritt fortzusetzen.
So folgten sie der vermeintlichen Fährte, ohne wirklich zu wissen, ob es sich um die richtige Spur handelte. Das machte Captain Andrews wütend, und er stieß immer wieder einen Fluch aus, wenn es schwer wurde, Spuren zu finden und richtig zu deuten. Selbst Sam Sheridan, der ein erfahrener Fährtenleser war, täuschte sich hin und wieder und wusste auch nicht mehr, ob die Richtung, die er und seine Kameraden eingeschlagen hatten, überhaupt noch stimmte.
Eine gute Stunde später bemerkte Sheridan schließlich als erster einige kreisende Bussarde am Himmel. Er schaute fragend zu Captain Andrews, und der brauchte nicht lange zu überlegen, um eine rasche Entscheidung zu treffen.
„Reiten wir hin und finden es heraus“, sagte er nur und zog seine Rifle aus der Halterung am Sattel. Dann ritt er einfach weiter, und seine Männer folgten ihm. Nach gut zehn Minuten erreichten sie die betreffende Stelle unweit einer Gruppe von verdorrten Büschen und erkannten auch sehr schnell die Ursache dafür, dass die Vögel am Himmel kreisten. Ein totes Pferd lag am Boden, und süßlicher Blutgeruch drang den Männern in die Nasen.
„Das ... das ist doch McKernons Pferd!“, stieß Smith-wick mit gepresster Stimme hervor.
„Stimmt“, pflichtete ihm Lewis Moore mit einem kurzen Nicken bei. „Also sind wir doch noch auf der richtigen Fährte. Diese gottverdammten Barbaren!“, fuhr er dann wütend fort. „Schaut euch das doch mal an. Da sind Fleischstücke rausgeschnitten worden!“
„Richtig, und nirgendwo ist eine Feuerstelle zu sehen“, schlussfolgerte Sheridan. „Entweder haben die Indianer das Fleisch roh gegessen oder es mitgenommen, weil sie keine Zeit mehr hatten.“
„Das war ein verdammt gutes Pferd“, meinte Smith-wick. „McKernon wird wütend sein, wenn er erfährt, wie sein Tier umgekommen ist.“
„Second Lieutenant Wren hätte das verhindern können, wenn er das getan hätte, was in solch einer Situation selbstverständlich ist“, konnte sich der Captain diesen Kommentar nicht verkneifen. „Wenn wir davon ausgehen, dass sie keine Zeit hatten, dann befürchten sie bestimmt, dass sie Verfolger auf der Fährte haben. Und das bedeutet wiederum, dass wir sie noch einholen können, wenn wir uns ranhalten. Also los, weiter!“
Erneut ritten die Texas Ranger weiter, und wieder verstrich eine gute Stunde. Allerdings wurde das Gelände zusehends felsiger und unübersichtlicher, und auf dem Boden waren jetzt mehrere Spuren von Pferden mit unbeschlagenen Hufen zu erkennen, die mindestens in drei verschiedene Richtungen führten. Als Captain Andrews das sah, wusste er, dass die Suche jetzt und hier ein Ende gefunden hatte, weil er einfach nicht wusste, welche Spur jetzt die richtige war und ob diese nicht eventuell wieder in einen Hinterhalt führte.
„Das war’s dann wohl“, sagte er. Man konnte ihm die Enttäuschung ansehen, die ihn in diesem Augenblick ergriffen hatte. „Wir haben keine Chance mehr. Die Pferde sind ein für alle Mal verloren. Wir werden sie nicht mehr finden. Zumindest nicht bis zum Einbruch der Dunkelheit. Wir reiten zurück.“
Jeder der Texas Ranger wusste, was das bedeutete. Die Ranger in Fort Houston besaßen kaum noch Pferde. Damit war ihr Handlungsspielraum deutlich eingegrenzt, und das wiederum hieß, dass die Menschen auf den abgelegenen Farmen und kleineren Ansiedlungen so lange auf sich selbst gestellt waren, bis die Texas Ranger wieder neue Pferde hatten.
Es war kein guter Tag, und erst recht nicht für Nicholas Wren. Captain Andrews würde ihn das sehr deutlich spüren lassen, und es würde mit Sicherheit Konsequenzen für ihn geben, bis hin zur Entlassung aus der Rangertruppe. Auch Sam Sheridan wusste das, aber er sagte nichts. Weil Andrews diese Entscheidung offensichtlich schon längst getroffen hatte, und davon würde er sich nicht mehr abbringen lassen.
Der Ritt zurück nach Fort Houston verlief sehr schweigsam. Sheridan machte sich insgeheim auch Vorwürfe, dass er nicht mit hinunter zum Fluss geritten war. Aber wer hätte denn damit gerechnet, dass Wren einen solch schwerwiegenden Fehler beging?
28. April 1837
In Fort Houston am Colorado River
Am Nachmittag gegen 14:00 Uhr
Jed Duncan hatte noch im Halbschlaf bemerkt, dass etwas nicht stimmte. Aber als er sich dann bewusst wurde, dass das Echo der Schüsse kein Bestandteil eines Traums gewesen war, sondern die raue Wirklichkeit, waren Captain Andrews, Sam Sheridan und weitere Ranger schon auf dem Weg zum Flussufer gewesen.
Er hatte mitansehen müssen, wie Second Lieutenant Wren mit seinen Kameraden McKernon, Angel und Weeks zurück zum Fort gekommen war. Nur Wren hatte noch ein Pferd bei sich gehabt, die anderen hatten zu Fuß gehen müssen. Es war fast einem Spießrutenlauf gleichgekommen, sich diese Blamage antun und das Versagen eingestehen zu müssen. Als Wren dem erstaunten Jed Duncan schließlich ausgerichtet hatte, er sei von jetzt an verantwortlich für das Fort, bis Captain Andrews und die anderen Ranger zurückkehren würden, nahm Duncan das zur Kenntnis, verlor aber keine weiteren Worte mehr darüber.
Stattdessen hatte er Mühe, die anderen Ranger erst mal wieder zu beruhigen, denn sie hatten jetzt keine Pferde mehr, nur weil Wren einen großen Fehler begangen hatte. Diese wütenden Blicke sprachen Bände, und Wren konnte das einfach nicht mehr ertragen. Deshalb hatte er sich in sein Quartier zurückgezogen, was zwar verständlich war, aber auch zeigte, dass er mit dieser Situation völlig überfordert gewesen war.
Seitdem waren mehrere Stunden vergangen, und Captain Andrews und seine Leute waren bis jetzt noch nicht zurückgekehrt. Eine spürbare Spannung hing über dem Fort, und die Laune der Männer war so tief gesunken wie schon lange nicht mehr.
Wren hatte Duncan ausgerichtet, dass er während der Abwesenheit des Captains in Fort Houston das Kommando übernehmen sollte, und Duncan nahm diese Aufgabe sehr ernst. Deshalb stellte er nicht zwei, sondern gleich vier Wachposten auf. Zumindest so lange, bis Captain Andrews und seine Leute wieder zurückkehrten.
Mehrere Stunden vergingen, bis schließlich Hufschläge die Ankunft von mehreren Reitern ankündigten. Duncans Miene wurde ernst, als er sah, dass die Ranger ohne die gestohlenen Pferde zurückgekommen waren. Und was das bedeutete, das wusste er.
Captain Andrews zügelte sein Pferd. Duncan bemerkte, wie Sheridans Blicke in seine Richtung gingen, und er signalisierte dem grauhaarigen Ranger mit einem kurzen Kopfschütteln, dass die Verfolgung zu keinem Ergebnis geführt hatte.
„Wo ist Second Lieutenant Wren?“, fragte der Captain in die Runde, weil er ihn nicht sehen konnte.
„In seinem Quartier“, erwiderte einer der Ranger.
„Holt ihr her – jetzt sofort!“, verlangte Captain Andrews mit strenger Stimme. Der Ranger spurtete sofort los, während Andrews und die anderen Männer absaßen. Andrews drückte einem der Männer die Zügel seines Pferdes in die Hände und wartete mit vor der Brust verschränkten Armen darauf, dass Wren endlich zu ihm kam.
„Second Lieutenant Wren!“, richtete Andrews schließlich das Wort an ihn, als dieser vor ihm stand. „Ihre bodenlose Leichtsinnigkeit hat für Fort Houston und Ihre Kameraden schwerwiegende Folgen. Wir konnten die Pferde nicht mehr finden. Ich muss Ihnen nicht sagen, was das bedeutet, oder?“
Er hielt einen Moment inne, um zu sehen, welche Wirkung seine Worte auf Wren hatten. Der blickte nur betreten zu Boden, sagte aber nichts. Andrews fasste das als Zeichen auf, im selben vorwurfsvollen Ton fortzufahren.
„Ich enthebe Sie hiermit nicht nur Ihres Ranges, sondern entlasse Sie auch aus unseren Reihen“, sagte er. „Sie haben eine halbe Stunde Zeit, Ihre Sachen zu packen und dann Fort Houston zu verlassen. Versager wie Sie können wir in unseren Reihen nicht gebrauchen. Sie stellen ein zu großes Risiko dar.“
Wren nickte nur, sagte aber immer noch nichts. Er wandte sich einfach nur ab und ging zurück zu seinem Quartier. Sam Sheridan hatte bis jetzt geschwiegen, hielt es aber jetzt für richtig, sich zu dieser Entscheidung zu äußern.
„Geben Sie ihm noch eine Chance, Captain“, bat er ihn. „Er bereut es doch, dass er so leichtsinnig war.“
„Nein“, antwortete Andrews. „Durch seinen Fehler ist nun die Hälfte der Besatzung ohne Pferde. Sie wissen doch, was das bedeutet und wie lange es dauert, bis wir Ersatz bekommen. Was ist, wenn in der Zwischenzeit weitere Überfälle stattfinden und wir diese nicht verhindern können? Oder sollen wir die Indianer etwa zu Fuß verfolgen?“ Er spuckte wütend bei den letzten Worten aus. „Es bleibt dabei, was ich gesagt habe. Seine Tage als Texas Ranger sind gezählt und heute beendet. Mehr habe ich nicht dazu zu sagen.“
Sheridan und Duncan erkannten, dass der Captain in diesem Moment keine weiteren Einwände hören wollte. Stattdessen sahen sie zu, wie Andrews sein Pferd in den Stall führte und absattelte. Währenddessen kam Wren wieder zurück aus seinem Quartier und wollte nun ebenfalls zum Stall gehen, um sein Pferd zu holen, als ihn Sheridans Stimme kurz innehalten ließ.
„Auf ein Wort, Wren!“, sagte er zu ihm, und der entlassene Ranger hielt kurz inne, während er Sheridan fragend anblickte.
„Ist noch was?“, wollte er wissen. „Sie haben doch gehört, was der Captain gerade beschlossen hat, oder?“
„Ja“, bestätigte Sheridan das mit einem kurzen Nicken. „Aber ich hoffe, dass dies keine endgültige Entscheidung gewesen ist. Wohin wollen Sie jetzt, Wren?“
„Nach Bastrop“, erwiderte Wren. „Ich habe noch einen Bruder dort. Er hat mir mal gesagt, dass er einen Job für mich hat, sobald ich nicht mehr bei den Texas Rangern bin. Vielleicht hätte ich schon von Anfang an auf ihn hören sollen, dann wäre mir dieser Ärger jetzt erspart geblieben.“
„Ich rede noch mal mit dem Captain, wenn er sich beruhigt hat“, sagte Sheridan. „In der Hitze des Gefechts werden manchmal Entscheidungen getroffen, die sich als falsch erweisen. Andrews ist stinksauer, und ich kann ihn gut verstehen. Aber vielleicht ändert er ja seine Entscheidung noch.“
„Danke, Sheridan“, meinte Wren. „Sie wissen ja, wo Sie mich finden, wenn es Neuigkeiten gibt.“ Er nickte auch Duncan noch einmal kurz zu und ging dann zum Stall. In diesem Moment kam Captain Andrews heraus, bedachte aber den ehemaligen Second Lieutenant mit keinem einzigen Blick, sondern überquerte den Hof und ging in sein Quartier. Er bekam nicht mit, wie Wren sein Pferd sattelte, es am Zügel aus dem Stall führte und dann aufsaß. Zwei Ranger öffneten das Tor, und Wren verließ das Fort.
„Er ist ein guter Mann“, sagte Sheridan. „Deswegen ist Andrews ja so wütend auf ihn.“
„Hoffentlich überlegt er sich das nochmal“, meinte Duncan mit einem tiefen Seufzer. „Aber jetzt müssen wir erst mal zusehen, dass wir wieder neue Pferde bekommen.“
„Wie ich den Captain kenne, ist er vermutlich schon damit zugange, eine Nachricht an Colonel Burleson zu verfassen“, antwortete Sheridan. „Neue Pferde sind nicht das Problem, aber gute Männer zu bekommen, schon. Wir können nur hoffen, dass es in den nächsten Tagen ruhig bleibt.“
1TEXAS RANGER Band 10 – Das Fort am Colorado River
5. Mai 1837
Auf der Neal-Farm
Am Vormittag gegen 10:00 Uhr
„Du solltest dich nicht mit Dingen beschäftigen, die dich eigentlich nichts angehen, Junge“, meinte der vierundfünfzigjährige Quentin Neal zu seinem Sohn Claiborne, während dieser sein Pferd im Stall sattelte und sich bemühte, die Kritik seines Vaters an seinem Vorhaben zu überhören.
„Ich habe Captain Monroe versprochen, dass er auf mich zählen kann, wenn Not am Mann ist, Dad“, erwiderte der sechsundzwanzigjährige Claiborne Neal. „Du hast doch auch mitbekommen, in welcher Notlage die Menschen in Fort Smith am Little River sind. Sollen wir die vielleicht im Stich lassen? Gerade jetzt, wo sie Hilfe von außen brauchen?“
„Claiborne, ich verstehe ja, was du mir damit sagen willst“, erwiderte sein Vater. „Aber deine Mutter hätte auch gesagt, dass du besser hier auf der Farm bleibst. Gerade jetzt, wo die Comanchen wieder unterwegs sind und abgelegene Farmen überfallen. Selbst die Texas Ranger sind nicht mehr sicher vor diesen verdammten Pferdedieben. Vor einigen Tagen hieß es in Nashville-on-the-Brazos, dass die Comanchen in einem unbeobachteten Moment den Rangern mehr als die halbe Pferdeherde gestohlen haben. Und das direkt vor deren Augen. Das kann auch hier passieren, Junge. Und deshalb solltest du hierbleiben. Vier Augen sehen mehr als nur zwei. Diese alte Regel gilt nach wie vor.“
„Das war in Fort Houston, Dad“, hielt der aschblonde Claiborne dagegen. „Das ist ein gutes Stück entfernt von hier. Aber ich kann nicht untätig zusehen, wenn die Menschen in Fort Smith in Not geraten. Sie würden ja gerne diesen Ort verlassen, aber sie haben selbst keine Wagen und Pferde mehr. Deshalb sind sie auf Hilfe von außerhalb angewiesen. Jemand muss dafür sorgen, dass Pferde und Wagen von Nashville nach Fort Smith gelangen. Dann können die Menschen ihre Sachen zusammenpacken, und sie bekommen Geleitschutz von den Texas Rangern, bis sie Fort Fisher erreicht haben.“
„Ob es da wirklich sicherer ist?“, wagte sein Vater zu bezweifeln. „Captain Monroe hat doch selbst viele Pferde durch diese hartnäckigen Comanchen verloren. Was ist, wenn die Comanchen etwas von dieser Absicht mitbekommen, und ihr werdet unterwegs überfallen? Claiborne, ich brauche dich hier auf der Farm, verstehst du das denn nicht?“
„Ich kann die Augen nicht vor der Wirklichkeit verschließen, Dad“, meinte Claiborne Neal mit überzeugter Stimme. „Es gibt nur eine Lösung, und die heißt kämpfen mit äußerster Entschlossenheit. Das gilt nicht nur für meine Kameraden bei den Rangern, sondern für jeden aufrechten Texaner, der seine Heimat liebt. Und deswegen reite ich jetzt!“
Sein Vater blickte betroffen drein, nickte aber schließlich, weil er wusste, dass er Claiborne an seinem Entschluss nicht mehr hindern konnte.
„Ich werde für dich beten, Junge“, murmelte er, während Claiborne aufsaß und die Zügel in die Hand nahm. „Gott möge dich schützen.“
„Ich reite nicht allein nach Nashville, Dad“, sagte Claiborne nochmals. „Daniel und Aaron Cullins, Jesse Bailey und David Farmer sind auch mit dabei. Wir sind zu fünft, und jeder wird auf dem Weg nach Nashville die Augen offenhalten. Uns wird schon nichts passieren, verlass dich drauf.“
Eigentlich hatte er noch mehr sagen wollen, aber in diesem Augenblick vernahm er Hufschläge, die sich der Farm näherten. Er schaute in die betreffende Richtung und erkannte vier Männer, die sich jetzt der Neal-Farm näherten. Als er die Reiter erkannte, zeichnete sich ein Grinsen in seinen sonnengebräunten Gesichtszügen ab.
„Da sind sie ja schon“, meinte er anschließend zu seinem Vater. „Ich muss jetzt los. Also dann, Dad. Wir sehen uns in einigen Tagen wieder. Und pass auch du gut auf dich auf.“
„Das werde ich schon“, murmelte sein Vater und sah zu, wie Claiborne das Pferd antrieb und vom Farmhof ritt. Er sah, wie sein Sohn kurz mit den Männern sprach und dann mit der rechten Hand zum Stall zeigte. Wahrscheinlich erzählte er seinen Kameraden jetzt, dass ihm sein Vater dieses Vorhaben hatte ausreden wollen. Aber dann setzten die Männer ihren Ritt fort.
Quentin Neal blickte den Reitern noch so lange nach, bis er sie nicht mehr sehen konnte, und ging dann mit gemischten Gefühlen wieder zurück zu seinem Haus.
* * *