Zwischen Ethik & Ästhetik - Abdullah Rahhal - E-Book

Zwischen Ethik & Ästhetik E-Book

Abdullah Rahhal

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Beschreibung

In den Gedichten zeigt sich eine ausgeprägte Tendenz zum Realismus, der auch unangenehme oder dunkle Aspekte des menschlichen Daseins nicht ausklammert. Thematisch stehen Zweifel, die Suche nach Sinn sowie die Auseinandersetzung mit existenzieller Unsicherheit im Vordergrund. In ihnen offenbart sich ein noch unvollendeter Nihilismus, ein noch nicht abgeschlossener Reflexionsprozess. Im Zentrum steht die Frage, wie ein Mensch mit der Realität umgeht, wenn er über keine gefestigte Selbstauffassung verfügt. Zweifel wird dabei ambivalent bewertet: Er kann einerseits durch die kritische Auseinandersetzung mit sich selbst eine Grundlage für die Selbstverwirklichung bildet, andererseits aber auch zu Desorientierung und innerem Zerfall führen. Existenzphilosophie in Gedichtform

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Seitenzahl: 31

Veröffentlichungsjahr: 2024

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FÜR HAYAT & TAJ ALDINund die erste Liebe, die wahre Erfinderin der Poesie

ZUEIGNUNG

Flucht und Vergessen

Will diesem Elend hier entfliehn, Zum alten Dorf der Eltern ziehn. Dort winkt noch fröhlich einem zu Von jeder Eck’ die schön’ Natur.

Dort hört man noch der Vögel Sang, Die Sterne sind wie nebenan. Dort ist die Welt nicht laut und grau, Dort ist sie ruhig, bunt und lau.

VERZEICHNIS DER GEDICHTTITEL

Am Tag des Jüngsten Gerichts

Anästhesie

Ästhetische Jahreszeiten

Des Dichters Fleiß

Reine Liebe – Reines Glück

Mondeslied

Die Klage der Nachtigall

Die Erbsünde

Naturalistische Theorie

Ein gläubiger Astronom

Der Wille zum freien Willen | Oder: Anthroposophie

Das Geschenk Leben

Der Suchende

Athenas Tragödie

Die rote Nelke

Meine Heimat I

Meine Heimat II

Schreib’ uns öfter

Hassliebe

Seltsame Nähe

Vom Frommen an die Holde

Vorliebe des Dichters

Für meine Rosen

Wer Kann euch denken?

Lass’ den Blick dir sagen

Des Dichters kleines Laster

Bitte weine mit!

Tränen aus Stahl

Das Liebenswerte

Universelle Diskussionskultur

Preis des Ehrgeizes

Am Ende war

Am Tag des Jüngsten Gerichts

Der Mensch

Ob, o Götter, ihr ewig seid?

Die Götter

Was, o Mensch, ist Ewigkeit?

Der Mensch

Dies zu wissen war nicht erlaubt Mir als Mensch. Ich hab’ geglaubt.

Die Götter

Was dann war der Weisheit Sinn, Die wir gaben dir da drin?

Der Mensch

Schätzte ich die auch so sehr, Nicht die Wahrheit gabt ihr mir.

Die Götter

Noch der Mensch mit seiner Torheit Sieht in Weisheit nicht die Wahrheit. Schau’ in dich hinein und sprich, Was die Wahrheit ist für dich.

Der Mensch

Da, Allwissende, ihr fragt, Höret, was der Mensch nun sagt. Ich, der ich nur glauben kann, Glaube nur an Wo und Wann. Und ich glaube, dass ich bin Im Hier und Jetzt. Ich spür’ es drin.

Und ich glaube, dass das Sein Für den Menschen ist nicht rein, Stets getrübt von Gier und Leid, Dennoch rein von Zeit zu Zeit, Wo, so glaube ich, das Lachen In der Seele lässt entfachen Freies, ungetrübtes Glück. Flieht es, dann kommt es zurück Erst beim nächsten Lacher wieder, Der im Herzen landet nieder, Wie der Schmetterling auf Dorn. Kam der Lacher, ging der Zorn, Den ich gegen euch empfunden, Ob des armen Menschen Wunden, Die ihr trotz Allmacht nicht heilt, Ihr, die ihr allgütig seid.

Oh Barmherzige, vergebet Mir den falschen Zorn und nehmet Meine tiefe Reue an,

Dass ich nur glauben kann, Dass die Weisheit, die ihr gabet, Mir die Wahrheit noch versaget.

Die Götter

Schau’ in dich hinein und sprich, Was die Wahrheit ist für dich.

Der Mensch

Da, Allweise, ihr erlaubt, Höret, was der Mensch nun glaubt. Ewigseiende, ihr fragt, Was die Ewigkeit besagt:

Nur wenn jenes freie Glück Einst für immer kehrt zurück Und das glücklich’ Wesen ewig, Freien Herzens lacht es selig, Dann ist alle Zeit bezwungen Und die Ewigkeit errungen.

Wenn der Schmetterling verweilt Und der Dornenstich geheilt, Dann die Seele kennt das Sein, Wie es wahrlich ist, wenn rein.

Da ihr, Ewige, nicht lacht Über was der Mensch gedacht, Folgt, verzeiht es mir, dass ich Euch muss heißen stereblich.

Die Götter

Lob und Dank wir schenken dir Für die Weisheit und noch mehr Für den Zorn auf uns, der schlicht Von der Nächstenliebe spricht Und von Reinheit im Gemüt, Das den Zorn aus Liebe fühlt.

Wer das Unbekannte liebt, Will, dass ihm die Liebe giebt. Heute steht als Sieger da, Wer auf Erden Zweifler war. Wahre Ewigkeit dein Lohn.

Wisse, o Mensch, der du mit Hohn Uns die Sterblichkeit vorwarfst, Dass die Wahrheit du entlarvst. Denn für dich ward sie gedacht, Wahre Ewigkeit vollbracht Für des Menschen Dornenstich. Nun die Wunden heilen sich.

Rein ins ewig’ Lachen und Glück. Tot warst du. Willkommen zurück!

Anästhesie