9,99 €
Wer viele Freundinnen hat, ist niemals einsam und hat für alle Lebenslagen eine gute Beraterin an seiner Seite. Und wenn zehn Freundinnen sich entschließen, zusammen einen Ratgeber für Frauen zu schreiben, kann man sicher sein, Erfahrungen aus erster Hand für alle Probleme des Alltags zu bekommen. Das war die Idee von Marie-Fleur Kröger, als sie mit ihren Freundinnen dieses Buchprojekt startete und das Ergebnis kann sich sehen lassen: In zehn Kapiteln erfahren Sie Witziges und Nützliches zu den Themen Partnerschaft, Coaching, Karriere, Beauty, Mode, Sex, Gastgeber, Reisen, Einrichtung sowie Kurztipps zu Kindern, Garten und Hunden. Immer mitten aus dem Leben gegriffen und immer ganz von Frau zu Frau.
Das E-Book können Sie in Legimi-Apps oder einer beliebigen App lesen, die das folgende Format unterstützen:
Seitenzahl: 168
Veröffentlichungsjahr: 2016
Der etwas andere Ratgebervon Frauen für Frauen
Marie-Fleur Kröger
E-Book-Ausgabe 2016Open Publishing Verlagin der Verlagsgruppe Open Publishing Rights GmbH, MünchenAlle Rechte vorbehalten. Das Werk darf – auch teilweise – nur mit Genehmigung des Verlages wiedergegeben werden.Umschlaggestaltung: Bilandia/Open Publishing GmbH, MünchenBildnachweis: Alle Bilder auf dem Cover und in diesem Buch © Roland Peeters, Boris von Kasin, Nadine Thoma, Simone Paulun, Antoni Bernad und Studio Line (Kiel) ISBN 978-3-95912-205-4 books.openpublishing.com
Ich widme dieses Buch meinen Kindern Julius und Severin. Seine Träume sollte man sich irgendwann erfüllen.
Vorwort
Einführung
Vorstellung der Autorinnen:
Liebe und Partnerschaft
Marie-Fleur Kröger.
Allgemeines
Faktoren erfolgreicher und scheiternder Partnerschaften
Erfolg
Scheitern
1. Langzeitehe
2. Die neue große Liebe
Singles
Die 10 besten Gründe, Single zu bleiben:
Empfohlene Literatur:
Überleitung Partnerschaft – Coaching
Coaching und Lebensfragen
Ruth Baunach.
Königswege
Warum Coaching der Weg zum persönlichen Glück ist.
Buchempfehlungen:
Überleitung Coaching – Karriere
Karriere
Astrid Schulte.
1. Freude und Begeisterung sind die größten Motoren deiner Karriere
2. Versuche, deinen eigenen Weg zu finden
3. Bau dir ein Netzwerk auf!
4. Sei selbstbewusst, im besten Sinne des Wortes
Tipps:
Literaturtipp zum Thema Karriere von Marie-Fleur Kröger:
Überleitung Karriere – Beauty
Beauty und Gesundheit
Sigi Buchsbaum.
Ernährung
Obst:
Gemüse:
Weitere Tipps findet man hier:
Gesund trinken …
Der stramme Heinrich
Der kalte Revolver
Die strotzende Blume
Die powervolle LULU
Literaturtipp:
Überleitung Beauty – Mode
Mode und Styling
Josy Liebetrau.
Geschäftsreise Istanbul im Oktober
Überleitung Mode – Sex
Sex
Christine Lehmitz.
Allgemeines
Orgasmus in Zahlen:
Für alle, die das Thema „Sex“ vertiefen wollen
Literatur und Internettipps:
Schöne Internet-Shops:
Kopfkino/Buchtipps:
Überleitung Sex – Gastgeber
Gastgebertipps und das perfekte Menü
Sakia Axt.
13 Tricks, um ein guter Gastgeber zu sein
1. Stimmung:
2. Musik:
3. Vorbereitung:
4. Hunger:
5. Perfektion/Imperfektion:
6. Großzügigkeit:
7. Fitness:
8. Allergien:
9. Timing:
10. The Day After:
11. Outfit:
12. Einladungen versenden:
13. Blumen:
Drei-Gänge-Menü
Schaumsüppchen von der gelben Tomate mit gebratenen Jakobsmuscheln
Salsiccia con Pasta
Honigeis mit gerösteten Mandeln und Orangen-Ingwer-Sauce
Überleitung Gastgeber – Reisen
Reisen
Katja Kleffmann.
Kontakte der im Artikel genannten Orte und andere must-dos:
Jakarta:
Bali:
Tempel:
Ausflüge:
Restaurants:
Beach Clubs:
Strände:
Bars für Sonnenuntergänge (keine Beachclubs):
Shopping:
Zusatz: Reisen und Dinge planen
10 Beispiele, die auf eine Lebens-Reiseliste gehören könnten:
Überleitung Reisen – Einrichtung und Wohnen
Einrichtung und Wohnen
Isolt Eltester.
Vorbereitung
Farben
Licht
Bilder
Was sonst noch gerade „in“ ist:
Hier die wichtigsten Entscheidungen, die Sie treffen sollten:
Zum Schluss
Gute Wohntipps finden Sie hier:
Überleitung Kinder, Tiere, Pflanzen
Nummer 1 der Erziehungsmethoden:
Die Nummer 2 der Erziehungsmaßnahmen:
Nummer 3 der Erziehungsmethoden:
Kurztipps für Kinder, Garten und Tiere
Bitzi Kürzl.
Bitzi und die lieben Kinderlein
Bitzi und der Garten
Bitzi und die Hunde
Literatur
Schlusswort
ÜBER DIE AUTORIN
Wer Freundinnen hat, ist niemals einsam.
Der Trick: Man muss möglichst viele davon haben.
Unter zehn geht nichts. Zwanzig sind noch besser.
Kann man überhaupt genug Freundinnen haben?
Nein, meiner Meinung nach nicht. Allerdings braucht man Zeit für sie, denn wenn man gute Freundinnen haben will, muss man vor allem selber eine sein. Frauen haben sich immer viel zu erzählen, und zuhören und empathisch sein sind Grundvoraussetzungen dafür.
Seit meine Kinder weit weg studieren, nehme ich mir jeden Winter eine kleine Auszeit in Gestalt einer Fernreise. Zwischen den abenteuerlichen Reisen durch Asien, Süd- und Mittelamerika habe ich viel Zeit, mir so meine Gedanken über mein Leben zu machen. Dabei rückt mein Fokus immer wieder auf meine Freundinnen, die schon immer mein Fels in der Brandung waren.
Ich bin sehr stolz auf sie. Sie sind klug und hübsch, lustig und tiefsinnig und einfach meine Best Buddies. Die wunderbaren Energien, die sich ergeben, wenn wir zusammen sind, bereichern mich immer wieder.
Alle haben sie besondere Begabungen und Kompetenzen – und jede eine andere. Das macht die Sache so bunt.
Mit der einen spreche ich am liebsten über Beziehungen, die andere kennt sich mit spirituellen Themen aus, eine dritte ist mein Beauty-Guru oder die Freundin, mit der man gedanklich die Welt bereist. Ich fühle mich so gut aufgehoben wie noch nie. Ich brauche keinen Mann für alle Fälle, sondern zehn Freundinnen für jeden Fall.
Sie haben alles, nur keine Zeit mehr. Frauen wollen oder müssen sich neben der Erziehung der Kinder und dem Organisieren des Haushalts auch noch im Beruf beweisen. Darüber hinaus haben sie auch noch einen Anspruch an ihr Äußeres, und ihre Freizeit wollen sie vielseitig gestalten.
Das heißt, nach getaner Arbeit schmeißt sich die perfekte Frau nicht mit der Fernbedienung auf die Couch, sondern kümmert sich um alles andere, was zum Leben sonst noch dazugehört.
Informationen müssen daher schnell und unkompliziert beschafft werden.
Welcher Film ist sehenswert, was ist modisch gerade angesagt, wie ernähre ich mich vernünftig, welche coole Reise kann man organisieren, wie verändere ich mein Zuhause? Wir wollen uns täglich perfektionieren und von allem mehr wissen und können. Einseitigkeit ist nicht zeitgemäß.
Ich finde es wichtig, dass man die Dinge dabei bewusst tut. Wohnst du so, wie es dir gefällt? Ziehst du dich so an, wie es dir am besten steht? Reist du so, wie du schon immer wolltest, oder fährst du aus Gewohnheit und weil alle es machen zum vierzigsten Mal nach Sylt?
Ich habe früher oft darüber nachgedacht, welcher Typ Frau ich eigentlich sein will. Entscheidet man sich irgendwann, ob man den Queen-Mum-Kostümträgerinnen-Look favorisiert und eine Banklehre anstrebt, oder ob man die etwas alternativ angehauchte Yogalehrerin in bequemen Hosen sein will? Inwiefern prägen einen der Freundeskreis, der Partner, oder bestimmt das Elternhaus den Geschmack?
Man kann sich bewusst dafür entscheiden, so oder so zu sein. Vor 20 Jahren sagte eine Freundin mal zu mir: „Es ist nicht so, dass du schlecht angezogen bist, aber irgendwie auch nie modern.“ Autsch. Von da an habe ich meine Garderobe bewusster gewählt.
Für mich war es immer wichtig, vielseitig zu sein.
Im Abendkleid fühle ich mich heute genauso wohl wie in zerrissenen Jeans. Durch meinen Beruf als Fernsehproduzentin habe ich gelernt, mich genauso entspannt mit Prominenten zu unterhalten wie mit dem kiffenden Straßenpunker am Bahnhofsplatz.
Um eine Toleranz für die Welt zu entwickeln, muss man auch für sich selbst offen sein. Von innen und von außen.
Die intellektuelle Frau, die über alles Bescheid weiß, nur nicht, wie man sich hübsch macht, finde ich genauso langweilig wie die Frau, die den ganzen Tag ausschließlich mit Themen wie Mode, Haaren und Nägeln beschäftigt ist.
Warum kann eine Angela Merkel nicht auch ein bisschen peppig daherkommen? Und eine Daniela Katzenberger könnte auch mal die Welt überraschen und sich zu aktuellen brisanten politischen Themen äußern. Na ja, vielleicht lieber doch nicht.
Ein bisschen Allrounder sein, das finde ich erstrebenswert.
Aber dann auch bitte gut beraten sein.
Meinen fünfzigsten Geburtstag habe ich eine Woche lang mit meinen zehn besten Freundinnen auf einer Finca gefeiert. Die Themenvielfalt der Gespräche war unglaublich.
Da flogen am Pool zackig die wichtigsten Lebenstipps hin und her. Eine Freundin fing an mitzuschreiben, und am Ende fragte sie uns, ob wir eine Abschrift aller besprochenen Fakten haben wollten. Das fand ich sehr lustig, und eigentlich ist dieses Buch die Verlängerung dieses Gedankens.
Meine Auswahl der wichtigsten Themen, die eine Frau heute interessieren sollten:
Liebe + Partnerschaft: Marie-Fleur Kröger
Coaching und Lebensfragen: Ruth Baunach
Karriere: Astrid Schulte
Beauty + Gesundheit: Sigi Buchsbaum
Mode und Styling: Josy Liebetrau
Sex: Christine Lehmitz
Gastgebertipps + das perfekte Menü: Sakia Axt
Reisen: Katja Kleffmann
Einrichtung: Isolt Eltester
Kurztipps für: Kinder, Garten, Tiere: Bitzi Kürzl
Juristin, Film- und Fernsehproduzentin, ehrenamtliche Beraterin im Frauenhaus.
Thema: Liebe und Partnerschaft.
Sie initiierte diesen Ratgeber und ist der rote Faden des Buches.
1983-1989 Jurastudium in Köln, Berlin, Hamburg
1990-1994 Heirat und Geburt von zwei Söhnen
1990 Anstellung bei „Wohnphilosophie“
1991 Erste Selbstständigkeit mit der Firma „Artemesa“
1995 Anstellung bei „Markenfilm“, Werbefilmproduktion
1998 Anstellung bei „Companions TV“
2000 bis heute Geschäftsführende Gesellschafterin Companions TV GmbH, Film- und Fernsehproduktion
Nach 22 Jahren ist ihre Ehe 2012 geschieden worden.
Ich bin von meinen Eltern auf eine Mädchen-Nonnenschule geschickt worden. Jede Macke – die ich unbestrittener Weise habe – kommt aus diesen acht Jahren Gymnasialzeit.
Aber die Schule hatte auch etwas Gutes. Eine einzige gute Sache.
Die Nonnen haben die Schüler angehalten, sonntags ehrenamtlich zu arbeiten. Und zwar im nahe gelegenen Krankenhaus. Auch wenn es allerniedrigste Dienste waren wie Latrinen ausspülen oder bettlägerige Männer waschen – ich war gerne dort.
Seitdem habe ich für viele verschiedene soziale Projekte und Vereine gearbeitet. Alle paar Jahre wechsle ich meine Tätigkeit.
Die letzten fünf Jahre war ich in einem Frauenhaus tätig. Dort habe ich traumatisierte Frauen mit Wort und Tat unterstützt. Wohnung suchen, Job suchen, Kindergärten finden und vor allem viele Gespräche führen, viel zuhören, damit sich die Frauen ihr erlebtes Trauma von der Seele reden konnten. Frauen, die ins Frauenhaus flüchten, haben nicht viele Menschen, mit denen sie reden können. Und so habe ich mir stunden-, tage-, ja jahrelang ihre Geschichten angehört, und manchmal war ich so sprachlos, dass ich nur noch trösten konnte.
Ich kann nicht behaupten, dass meine Erlebnisse dort spurlos an mir vorbeigegangen sind. Ich wurde konfrontiert mit Gewalt, Kontrolle und Erniedrigung. Mir ist dort unfassbares Leid begegnet. Das hat mir erst den Atem und immer mehr den Glauben an die Gerechtigkeit genommen.
Mein Kopf ist voll von haarsträubenden Geschichten, und jede davon hat mal im Namen der Liebe begonnen.
Lange nicht so dramatisch, aber schlimm genug, sieht es häufig in meinem Bekanntenkreis aus.
Die Absurdität der Wandlung von Gefühlen zwischen Mann und Frau kennt keine Grenze. Wenn die Messer gewetzt werden, wird auch vor den traumatisierten Seelen der Kinder kein Halt gemacht. Für monatlich 100 Euro mehr werden Schlammschlachten ausgetragen, die jedes noch so stabile Kind direkt in den Vorraum eines Kinderpsychologen führt. Es ist schwer vorstellbar, wie wenige Jahre zuvor dieselben zwei Menschen beseelt lächelnd im Anzug und weißen Brautkleid in der Kirche gestanden haben. Es ist beschämend, unwürdig und völlig sinnlos.
Bei jeder gescheiterten Liebesgeschichte entsteht dieser tiefe Wunsch in mir, zu verstehen, was für Abläufe da stattfinden.
Eins scheint sicher: Es spielen viele Faktoren für das Gelingen einer Beziehung eine Rolle. Ein bisschen Glück gehört wohl auch dazu.
Es gibt aber Beziehungsleitfäden, die die Wahrscheinlichkeit für das andauernde Glück erhöhen. Wer sich sehr weit von diesen entfernt, läuft Gefahr, früher oder später einen herben Verlust zu erleiden. Mein Beitrag ist der Versuch, ein paar evidente Dos und Don’ts zu veranschaulichen.
Ich bin bei meiner Recherche auf bedeutende Psychologen und Autoren gestoßen, die viele wissenschaftliche Studien zum Thema Partnerschaft und Liebe durchgeführt haben.
Natürlich muss man zwischen einer neuen Liebe und einer Langzeitehe unterscheiden. Da sitzen die Fallen nämlich an ganz unterschiedlichen Stellen.
Die amtliche Zählung des statistischen Bundesamtes ergab, dass es über 18 Millionen Ehepaare, fast 3 Millionen unverheiratete Paare und rund 63.000 gleichgeschlechtliche Paare in Deutschland gibt.
Im Jahr 2014 wurden laut statistischem Bundesamt 35% der Ehen geschieden. In deutschen Großstädten liegt der Anteil deutlich höher. Dass die Scheidungsrate in den letzten 50 Jahren so drastisch angestiegen ist, liegt an mehreren Faktoren.
Jahrzehntelang haben wir als Kinder auf die teils erschütternden Ehen unserer Eltern blicken müssen. Dieses traurige Kapitel wollen wir nicht wiederholen. Rein statistisch gesehen werden mehr Scheidungskinder geschieden als Kinder aus intakten Ehen.
Ich denke, wenn wir zukünftig den Traum einer lang andauernden Beziehung anstreben, müssen wir generell unseren Blickwinkel auf die Liebe etwas verändern.
Ich greife hier auf zwei amerikanische Koryphäen zurück, deren wissenschaftliche Ergebnisse zuerst erstaunlich klingen mögen.
Eine wissenschaftliche Studie von Daniel Goleman, einem bekannten US-amerikanischen Psychologen, hat zwei Dinge hervorgehoben, die sich als positiv für eine gelungene Beziehung herausgestellt haben:
1. Sie müssen über eine ausreichende emotionale Selbstwahrnehmung, Selbstkontrolle und Empathie verfügen.
2. Sie müssen über die Fähigkeit verfügen, sich selbst und den anderen zu beruhigen.
Ich habe zuerst sehr lachen müssen über das zunächst absurd klingende Verb „beruhigen“. Es erinnert an ein aufgeregtes Pferd im Stall, zu dem man „Ruhig, Brauner!“ sagt, aber dann erinnerte ich mich an so manche Beziehungssituation, wo ich das drohende Ungewitter mit ruhigen und sanften Worten abwenden konnte.
John Gottman, ein anderer US-amerikanischer Psychologe, konnte insbesondere vier schlechte Kommunikationsgewohnheiten für eine Partnerschaft feststellen, die machtvolle Gründe für eine spätere Scheidung sind:
Schuldzuweisungen und Anklagen
Abwehr, Selbstrechtfertigung und Verleugnung eigener Fehler
Verachtung und Geringschätzung des Partners
Mauern, Kommunikationsverweigerung und Rückzug
Weiterhin fand er heraus, dass es eine magische Mischung von vier Eigenschaften bei Frauen gibt, die Männer emotional in ihren Bann ziehen:
sexy, warmherzig, humorvoll, eigenständig.
Und noch etwas ist ganz erstaunlich. Die sogenannte Gottman-Konstante besagt, dass in stabilen und zufriedenen Beziehungen das Verhältnis von positivem zu negativem Verhalten mindestens 5:1 betragen muss; eine negative Interaktion kann durch fünf positive kompensiert werden.
Wenn Sie also Ihren Mann als Vollidioten beschimpfen, müssen Sie ihn danach fünfmal loben, dann ist wieder alles in Lot.
Da glaubt man endlich den Mann gefunden zu haben, mit dem man zusammen alt wird –und dann erkältet der sich …OKAY, such ich halt weiter
Partnerschaft bleibt Thema Nummer 1 im Leben.
Ist jede Trennung eigentlich ein Scheitern?
Oder ist die Trennung als solche eine logische Konsequenz unserer Träume vom perfekten Glück?
Was macht eine glückliche Beziehung überhaupt aus?
Reicht es, wenn keiner von beiden leidet, oder muss das Herz täglich hüpfen?
Es gibt glückliche Paare, die ständig streiten, und unglückliche, die immer säuseln.
In der Liebe gibt es alles, vor allem viel Überraschendes.
Erwartungshaltungen im Allgemeinen sind meiner Erfahrung nach eine gefährliche Falle.
„Du musst mich glücklich machen“, ist häufig unser Gedanke. Wenn du nett zu mir bist, bin ich auch nett zu dir.
Es scheint ganz einfach, aber ganz offensichtlich ist es das nicht. Manchmal erscheint mir eine Ehe wie der Kauf eines Gegenstandes. In dem Moment, in dem man ihn besitzt, ist er nicht mehr so interessant. Wir kennen das alle von unseren kleinen Kindern mit ihrem Spielzeug. Erst wenn jemand anderes es haben will oder man es nicht bekommt, ist es plötzlich die größte Sehnsucht.
Aber das Glück am einfachen Besitz verglüht schnell.
Es scheint banal, doch würde so manches Paar seine Energie mehr nach innen richten und in der Ehe aufräumen, als so viel Kraft zu verwenden, um nach außen der Welt etwas vorzugaukeln, wäre mehr Glück in uns und unseren Beziehungen.
Ich will nachfolgend die Bereiche „Langzeitehe“ und „Neubeziehung“ thematisieren.
Einst haben sie sich geliebt, eine Familie gegründet und schwere Zeiten gemeinsam überwunden. Doch dann stellen sich immer mehr Paare nach vielen Jahren der Gemeinsamkeit die Frage: „War’s das jetzt?“
Heute gehen doppelt so viele Langzeitehen auseinander wie noch vor 40 Jahren.
„Der Trend zur späten Trennung hält an.“ Über die Hälfte der Scheidungen gehen von Frauen über 40 aus.
Wirtschaftliche Unabhängigkeit, die Chance auf ein neues Glück und die Akzeptanz in der Gesellschaft als geschiedene Frau sind sicherlich Gründe dafür.
Neurowissenschaftler forschen schon seit Langem, wo das Geheimnis des lang andauernden Glückes liegt.
Miteinander über seine Gefühle, Wünsche und Probleme zu kommunizieren schafft ein enges Band. Solange man mit seinem Partner über alles redet und jeder von beiden weiß, in welchem Zustand sich der Partner gerade befindet, das schafft Nähe und beugt einer Situation vor, in der der Partner eine neue Parallelwelt aufmacht, in die er sich zurückzieht. Das passiert recht schnell, wenn die Kommunikation nicht mehr stimmt. Reden ist Gold und nicht Silber! Auch gemeinsame Hobbys und Sport sind gerade für den Mann ein besonderes Bindungsglied. Finden Sie ein gemeinsames Interesse!
Wir alle kennen das Bild: Ein altes Ehepaar sitzt beim Essen im Restaurant. Und schweigt sich an. Wem schnürt sich dabei nicht der Hals zu? So will niemand in das Rentenalter blicken.
Eine Freundin vertraute sich mir neulich an, als ich etwas schockiert über ihre plötzliche Trennung reagierte:
„Wir waren ein unheimlich gutes Paar und verließen jede Party lachend Arm in Arm, bis die Autotür ins Schloss fiel und wir alleine waren. Ab da schwiegen wir uns nur an, den ganzen Weg, bis nach Hause. Im Badezimmer und auch im Bett, kein Wort, bis zum nächsten Morgen, wenn die Kinder in unser Zimmer kamen.“
Eine andere Freundin erzählte mir vor langer Zeit, als ich sie nach dem Grund ihrer Trennung fragte:
„Ich habe es nicht mehr ertragen, wie jeden Morgen sein Messer auf der gefrorenen Butter ausrutschte und auf dem Teller klackte.“
Damals hielt ich sie für total übergeschnappt, aber heute weiß ich, was sie gemeint hat. Die Routine, immer wieder die gleichen Macken, in jeder Sekunde zu wissen, was er jetzt macht und was er jetzt sagen wird. Jede lustige Geschichte, die er erzählt, hat man schon hundertmal gehört. Jede Saufgeschichte aus alten Tagen, jede fröhliche Bauernregel schon zum Mitsprechen oft vernommen. Zum tausendsten Mal: „Der frühe Vogel fängt den Wurm“. Routine ist nicht witzig. Weder für sie noch für ihn.
Aber was ist schlimmer? Trennung oder Zusammenbleiben?
Das will gut überlegt sein, denn in beidem liegt Leid.
„Nie wieder!“, sagt der Verstand. „Jederzeit!“, sagt die Sehnsucht. „Unmöglich!“, sagt die Tatsache. „Versuch es!“, flüstert der Traum.
Auf keinen Fall kann man das pauschal sagen. Man sollte über eine längere Zeit tief in sich gehen und gründlich abwägen.
Man sollte sich die Frage stellen, ob man seine Einstellungen zu den Macken vielleicht ändern könnte. Wäre dieselbe Macke bei einem Mann, in den man frisch verliebt ist, vielleicht etwas, das wir sogar lieben würden? Man selbst ist es schließlich, der sich davon gestört fühlt. Er findet es ganz normal. Also liegt das Problem bei uns. Versuchen Sie doch einmal, mit ihm lachend darüber zu reden, bevor sich Ihr Herz mit Hass füllt.
Vertrauen Sie sich auf jeden Fall einer professionellen Hilfe an, bevor Sie weitreichende Entscheidungen fällen. So gut es Ihre Freundinnen auch mit Ihnen meinen: Die sehen nur Ihr momentanes Leid und wollen eine schnelle Besserung Ihrer Situation. Die langfristigen Konsequenzen überblicken sie oft nicht.
Hat eine Freundin Sie bei Ihrer Trennungsdiskussion jemals gefragt, ob Ihr derzeitiges Leid größer ist als das sehr wahrscheinliche bevorstehende monatelange Leid der weinenden Kinder und deren langfristiger Schmerz? Und wissen sie, welche Schuldgefühle Sie bekommen werden, wenn Sie sehen, wie Ihre Kinder unter der Trennung leiden?
Aber wer kann schon mit Sicherheit sagen, was auf eine Trennung folgt?
Man hofft, das Unglück hört dann auf, aber solange noch Kinder im Hause sind, wird es oft erstmals noch schlimmer als vorher.
Eine Freundin hatte sich aus einer eigentlich gut laufenden Beziehung getrennt, weil sie sich neu verliebt hatte. Obwohl diese neue Liebe jetzt schon seit zehn Jahren glücklich ist, würde sie es nicht noch einmal machen, hat sie mir anvertraut. Die Schuldgefühle gegenüber dem Kind haben sie all die Jahre zerrissen.
Wenn man öfter vorausdenken würde, müsste man nicht so viel nachdenken.
Will heißen: Am besten, man bemüht sich erstens von vornherein, dass die Ehe glücklich bleibt. Aber wie?
Und zweitens versucht man, den Verlockungen aus dem Weg zu gehen.
Ich habe auf einer Party einmal einen Mann getroffen, der mir erzählte, dass seine Ehe auch deshalb so glücklich sei, weil er jedes Mal, wenn er eine attraktive Frau kennenlernt, einen großen Bogen um sie macht, bevor er sich überhaupt möglicherweise in Gefühle verwickeln würde.
Das nenne ich mal gelebte Vorsichtsmaßnahme oder:
Wenn man mehr vorausdenken würde, müsste man nicht so oft nachdenken.
Was vermissen Männer nach 15 Jahren Ehe am meisten? Was die Frauen?