Bittersweet - Jacky Carll - E-Book

Bittersweet E-Book

Jacky Carll

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Beschreibung

Und wenn der Sturm kommt, hast du eine Handvoll Möglichkeiten, wie du ihm standhalten kannst. Du kannst dich verstecken, du kannst dich beschützen, du kannst weglaufen oder stehen bleiben. Aber was du immer im Hinterkopf haben musst und nie vergessen darfst: Egal, was du tust, der Sturm kommt und der Sturm geht. Du kannst ihn nicht aufhalten, aber er wird auch nicht bleiben. Manchmal dauert es etwas länger, bis er seine Spur der Verwüstung hinter sich lässt und manchmal zieht er schnell über dich hinweg. Aber wird wieder gehen. Die Frage ist ja auch eigentlich nicht, was der Sturm alles anrichten kann, sondern was du aus ihm machen kannst. Langsatz, Kurzsatz, Einzelwort. Jede Aneinanderreihung von Buchstaben ergeben einen Sinn, auch wenn sie im ersten Augenblick keinen ergeben. Genaueres Hinsehen ist dabei unerlässlich. So ist es auch mit Gedanken und Gefühlen. Man hört sie, spürt sie, sieht sie, aber manchmal fällt das Verstehen schwer. Sie können ebenfalls eine lose zusammengewürfelte Aneinanderreihung von Buchstaben sein. Wortsalat, Buchstabensuppe und Satzanagramme sind nichts weiter als eine gute Partie Scrabble. Spielt man die Partie, wird man überrascht sein, wie viele Worte und Sätze in einem verborgen liegen.

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Seitenzahl: 74

Veröffentlichungsjahr: 2025

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»Du bist der größte Zwerg, den ich kenne.«

[- Anonym]

Inhaltsverzeichnis

Vorwort

Ghostwriter

Gitterkäfig aus Gold

Life in between

Spiegel

Schneewittchen

Sonnenmondtanz

Im nächsten Leben

Sackgasse

Liebes Spiel,

Semikolon

Machtlos

Defragmentierung

Scherbe im Sand

Kognitive Dissonanz

Unendlichkeit des Seins

Selbstlüge

Treppenhaus

Wegwerfgesellschaft

System Leben

Vom Fremdgehen und so weiter

Komm, sei frei

Kutsche

Verbindung

Irrlicht

Gepäck

Marianengraben

Im Herzen, meine Seele

Zuhause

Umbra

Liebe

Auf immer wir

Mask off

Seelenfrost

Herz-Ich-Kopf-Leben

Ozean

Heilung

Existenz

Zelt

Laut genug

Licht in dir

Stark für dich

Pluto

Neustart

Metamorphose

Lerne dein

Vorwort

Ich bin ein Fan von Vorworten, da sie stets eine gute und knappe Einführung in die Gedanken der Verfassenden geben.

Sie schreiben entweder über sich selbst, eine Würdigung oder eine übersichtliche Entstehungsgeschichte hinein.

Entstehungsgeschichten finde ich dahingehend interessant, da sie nah am Leben und an den Verfassenden geschrieben sind. So kann eine Entstehungsgeschichte viel über den Verfassenden selbst erzählen.

Zudem bekomme ich dabei das Gefühl, die Texte mit anderen Augen lesen und verstehen zu können. Ein Schriftstück, das eine Geschichte hat und nicht ausschließlich eine Aneinanderreihung von Buchstaben darstellt.

Es ist einer dieser Abende.

Einer dieser, an denen ich auf dem Sofa sitze, auf den Fernseher starre und mich frage: „Wozu überhaupt? Warum gucke ich Fernsehen, wenn mir eine ganze Welt offen steht? Für den Quatsch, der da grade läuft? Und dafür MUSS ich auch noch bezahlen?“ Durch das Handyklingeln werde ich aus den Gedanken gerissen. Wie besessen greife ich danach und erhoffe mir etwas, von dem ich nicht genau weiß, was es ist.

Was erhoffe ich mir von einem klingelnden Handy?

Einen Lottogewinn, ohne gespielt zu haben?

Die Besserung der Welt?

Weltfrieden?

Und dann geht es los. Eine Frage gedanklich zu viel gestellt, und das Gedankenkarussell fängt an, seine Runden zu drehen. Mit blinkenden Lichtern und lustiger Hintergrundmusik dreht und dreht es sich. Runde um Runde um Runde.

Worum geht es eigentlich?

Ist das die Frage, die der Frage nach dem Sinn des Lebens nahekommt? Die dem Sinn hinter all den schnellen Gedanken am nächsten kommt? Geht es darum, dem Leben nicht zu viel Sinn oder dem Sinn mehr Leben zu geben? Was ist dieser Sinn und macht er manchmal sogar mehr kaputt, als er sollte?

Ist es ‚sinnvoll‘, allem immer einen Sinn geben zu wollen, oder ist es okay, dass manches keinen Sinn ergibt?

Ist die Suche danach eher eine Lösung oder führt sie schlussendlich zu mehr Problemen?

Kann die Sinnhaftigkeit hinter der Frage nach dem ‚worum geht es eigentlich?‘ der eigentliche Sinn des Lebens sein?

Die Fragen danach lassen einen viele weitere stellen, auf die man keine allgemeingültigen Antworten bekommen kann.

Außer, ja, vielleicht hilft das Stichwort Transzendenz weiter.

Aber, sind es dann ‚wirklich‘ Antworten?

Es gibt Zustände wie z.B. Freiheit, die kann ich einfordern und mir wünschen. Kann ich mir jedoch hochprozentual sicher sein, dass es sie in unserer Wirklichkeit wirklich gibt und wenn ja, ist sie dann endlich oder unendlich?

Denn, solange sie individuell erfahrbar ist und jeder Mensch für sich eine eigene Definition dessen aufstellt, was Freiheit bedeutet, ist es dann etwas, das als reale Gegebenheit gesehen werden kann, wenn Freiheit keine klare Definition aufweist?

Bin ich jetzt ‚freier‘ als ich es vor 400 Jahren gewesen wäre?

Weil ich als Mensch mehr Erfahrung habe und die Geschichte evaluieren kann?

Und...

Ist die Unendlichkeit real unendlich und woher weiß ich, wie eine Unendlichkeit sich anfühlt, wenn doch alles, was ich erfahren kann, endlich ist?

Wie sieht es dann mit dem Leben an sich aus?

Ist das Leben, das ich führe, die Definition von Leben oder nur eine Vorstellung von etwas, weil ich grundsätzlich nicht erklären kann, was Leben ist, da ich es individuell erfahre?

Lebe ich jetzt mehr mein Leben, weil ich denken kann: „Hey, ich lebe“ oder schränkt mich das in meiner Freiheit ein, weil mich der Gedanke, leben zu können, einschränkt?

Sind diese Gedanken positiv oder negativ? Objektiv betrachtet, schließen sich Positiv und Negativ nicht aus, zuweilen sie das Gegenteil darstellen – und da bin ich nun, da, wo ich eigentlich immer lande: bei Gut und Böse, hell und dunkel, schwarz und weiß. Ohne das eine gibt es das andere nicht. Ohne die Erkenntnis des Negativen kann es nicht zum Positiven verändert werden und andersherum ebenso wenig.

Es ist alles ganz schön viel, was in einem kurzen Augenblick denkbar ist, oder? All diese Gedanken haben eine Daseinsberechtigung und sind gut, wie sie sind.

Was mache ich nun mit diesen Gedanken?

Unausgesprochen und nicht diskutiert, können sie ein Fleck werden.

Zu einem nervigen Fleck im Sichtfeld.

Zu einem Mouches volantes.

Die Entstehungsgeschichte dieses Buches ist genau das.

Was mache ich mit all meinen Gedanken, damit sie woanders weiter wachsen können?

Außerhalb des Kopfes.

Aufschreiben, ausführen, lesen, verändern und nach außen tragen.

Manchmal reicht ein ausgesprochener oder aufgeschriebener

Gedanke aus, um ganze Welten zu verändern.

Denn das sind wir.

Jeder von uns.

Ein Königreich voller Möglichkeiten.

Ein Himmel aus Freiheitswillen.

Eine eigene Welt.

Ein ganzes Universum.

Danke, du liebes Universum, dass du dich für dieses Buch entschieden hast und es jetzt gerade in den Händen hältst.

In Liebe,

Jacky

Ghostwriter

Gemeinsame Nacht

Im Dunklen sitzend

Grübelnd über dem Papier

Niemand da

Die Nacht ist leise

Nur die Tasten tackten unter meinen Fingern

Ein Text in leuchtender Farbe

Bunt verlaufendes Aquarell

Ein kreativer Begleiter

Unbekannt

Näher als jemand sonst

Die Finger gleiten über dich hinweg

Streicheln dich

Berühren dich

Kitzeln dich

Gänsehaut

Du weißt, da kommt noch mehr

Gemeinsame Nacht

Schwarz auf Weiß

Schönheit geformt

Aus Eins wird Zwei

Aus A wird B

Aus Nichts wird Alles

Ein ganzes Leben

Ein ganzes Herz

Berührt in dieser Nacht

Du bist fertig

Du bist nah

Du bist da

Gemeinsam, in dieser Welt

Gemeinsam, in dieser Nacht

Im Zimmer ist es dunkel

Nur hinter dem Vorhang leuchtet ein Licht

Ein Schatten

Leuchtend so hell wie die Sonne am Nachthimmel

Ich will dich nah bei mir, unbekannte Wärme

Ich will dich umarmen, unbekannter Schatten

Ich will dich sehen, du Unbekannter hinter dem Vorhang

Gitterkäfig aus Gold

Du nimmst ihn wie selbstverständlich in den Arm.

Gesagtes »ich habe keine Gefühle« ist unwichtig geworden. Denn du weißt ganz genau, jeder hat Gefühle, der nicht als pathologisch krank diagnostiziert. Es sind die Verbote, die er sich selbst auferlegt, der Einfluss des Außen und der Druck, der alles auf ihn ausübt. Die innere Überzeugung dessen, was sein Leben begleitet.

Die Schulter in Gravitationshaltung, Augen suchen den Boden ab.

Schwer wie Blei lächelt er die Sonne vom Himmel und bringt die Nacht herein.

Mit diesem Schmerz in seinen Augen sagt er, es ginge ihm gut, doch du weißt, dass er dir nicht die Wahrheit sagt. Du weißt, er würde, wenn er könnte, wie er wollte – doch so einfach ist das nicht.

Dysfunktional im Gegensatz zum Dasein.

Es darf nicht sein, was nicht sein darf; und doch sind wir hier. Im Hier und Jetzt.

Untersagt, das Dasein Realität werden zu lassen. Was ist es nun?

Realität, Wunschdenken oder doch eher ein Spiel der Liebe, die sein könnte, wenn sie dürfte, wie sie wollte?

Unterdrückung eines Lebens, das der Gefangenschaft schon immer innewohnte. Eigener Gitterkäfig mit Gold geschmückte Freiheit.

So legt er seinen Kopf auf deine Schultern und schweigt.

Schweigt, weil auch er weiß, wie aussichtslos es ist. Kein Schein, keine Negativität, so sehr es auch danach klingen mag. Es ist nur die wehtuende Wahrheit, die ihr versteckt, um euch nicht gebrochen zu geben. Euch dabei zuzusehen, wie gebrochen ihr seid, macht euch noch mehr zu dem, was ihr nicht sein dürft, wenn ihr könntet, wie ihr wolltet.

Ihre Hand in deinem Haar sagt dir, du bist sicher und es ist okay, dass du die Realität ignorierst, um dich frei zu fühlen.

Lass es raus. Tritt hervor und versteck dich nicht.

Die Luft ist rein, du kannst rauskommen.

Dein Versteck, ein bodentiefer Vorhang aus geboten und vergangen. Ein Versteck aus sanfter Blickdichte.

Du willst der Schatten sein.

Vor lauter Dunkelheit kannst du dein eigenes Leuchten nicht sehen.

Der Nebel der Verzweiflung, die du nicht spüren kannst, weil du keine Gefühle hast, übermannt dich, nimmt dir die Luft zum Atmen.

Du weißt nicht, was mit dir geschieht.

Du weißt nicht, was mit dir los ist.

Du weißt nur, dass etwas nicht stimmt.

Du spürst nur, du musst was tun – doch du weißt nicht was.

Und so entscheidest du dich für den Fall. Du erlaubst dir dieses Gefühl. Du legst deine Arme um sie. Fester drückst du zu, weil du spürst. Weil du fühlst. Weil du fliegst.