Corona als Weckruf - Dr. med. Ruediger Dahlke - E-Book
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Corona als Weckruf E-Book

Dr. med. Ruediger Dahlke

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Beschreibung

Der Bestsellerautor Ruediger Dahlke liefert eine messerscharfe Analyse der Corona-Krise. Er beleuchtet den Umgang der Politiker mit der Pandemie, die desaströsen wirtschaftlichen und sozialen Nebenwirkungen von Lockdowns, die wachsende Kluft zwischen Arm und Reich sowie die Manipulation der Menschen durch die Medien. Dahlke stellt wesentliche Fragen und versucht, Antworten zu geben: Wo gibt es Heilung? Wie kann man Krankheiten vorbeugen? Wie findet die Menschheit wieder zur Versöhnung? Welche Erkenntnisse hat die Pandemie gebracht? Kann der Mensch durch mehr Eigenverantwortung ein gesünderes Leben führen? Mit der Formulierung wertvoller Spielregeln für die Zeit danach leistet das Buch einen wichtigen Beitrag zur aktuellen Debatte.

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Seitenzahl: 451

Veröffentlichungsjahr: 2021

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Impressum

© eBook: 2021 GRÄFE UND UNZER VERLAG GmbH, Postfach 860366, 81630 München

© Printausgabe: 2021 GRÄFE UND UNZER VERLAG GmbH, Postfach 860366, 81630 München

Gräfe und Unzer ist eine eingetragene Marke der GRÄFE UND UNZER VERLAG GmbH, www.gu.de

Alle Rechte vorbehalten. Nachdruck, auch auszugsweise, sowie Verbreitung durch Bild, Funk, Fernsehen und Internet, durch fotomechanische Wiedergabe, Tonträger und Datenverarbeitungssysteme jeder Art nur mit schriftlicher Genehmigung des Verlages.

Projektleitung: Claudia Bruckmann

Lektorat: Dorothea Steinbacher

Korrektorat: Cornelia Klaeger

Covergestaltung: Favoritbuero, Buero für Gestaltung

eBook-Herstellung: Laura Denke

ISBN 978-3-8338-8225-8

1. Auflage 2021

Syndication: www.seasons.agency

GuU 8-8225 09_2021_02

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KONTAKT ZUM LESERSERVICE

GRÄFE UND UNZER VERLAG Grillparzerstraße 12 81675 München

Für euch, meine treuen LeserInnen,

und die neuen, denen ihr davon erzählt habt,

und allen, die schon bereit sind,

sich ein neues Welt- und Menschenbild zu erlauben,

um darauf eine neue Welt zu bauen –

für uns und unser inneres Kind

und alle Kinder dieser Erde.

Gebrauchsanweisung:

Statt durchgängig das generische Maskulinum der gewohnten und vertrauteren Lesart zu verwenden, habe ich oft die weibliche Version bevorzugt, da meine Bücher erfahrungsgemäß überwiegend von Frauen gelesen werden und sie für unsere Zukunft entscheidender sind. Dalai Lama sagt sinngemäß, wenn wir noch zu retten sind, dann durch die jungen Frauen des Westens. Dass wir alle – zumindest auf Gehirnebene – beliebig jung sind, wird sich zeigen. Und das richtet sich keineswegs gegen Männer jeden Alters, die ich als Leser ebenfalls ganz herzlich begrüße.

Mit meinen Klammern und Kursivsetzungen möchte ich nicht nerven, sondern anregen, eine weitere, möglicherweise tiefere Bedeutung in den Worten zu finden.

Dass ich euch duze, mag vielleicht frech erscheinen, aber warum soll ich alle Internet-User duzen und LeserInnen siezen, wo sie mir genauso nahe sind? Ich nehme mir das also nicht aus Respektlosigkeit heraus, sondern aus dem Gefühl, dass es Zeit ist, näher zusammenzurücken.

Meine Vision

Stell dir vor: eine Welt, in der hoffnungs- und vertrauensvolle, freundlich gute Menschen das Sagen haben, die sich gegenseitig unterstützen, schützen und nützen. Menschen, die nicht widerwillig an etwas, sondern begeistert für etwas arbeiten und leben, etwas Großes, das sie und andere zu Großem inspiriert. Mit diesem Buch möchte ich euch nicht nur mit guten Ideen inspirieren, sondern auch für das Gute, den guten Kern in euch, begeistern. Um zusammen ein Feld zu schaffen, das große, wundervolle Ideen trägt, eines, in dem wir wachsen und gedeihen und etwas wirklich Neues zuwege bringen – nichts Geringeres als ein neues Bild von uns als Menschen und unserer Erde als unserer Heimat. Um das mit Begeisterung und voller Hoffnung zu schaffen, ist erstmal die Vergangenheit aufzuräumen, um daraus entscheidend für die Zukunft zu lernen. Denn nur wer die Vergangenheit versteht, hat Zukunft.

Die Titel-Frage impliziert schon, dass es weit gekommen ist mit uns in den Schattenbereich – wie weit, ist anzuschauen und anzunehmen, um daraus zu lernen und uns zu befreien. Doch der Schatten ist unser größter Schatz, ihn gilt es erst zu heben und dann zu hüten. Also keine Angst, je tiefer wir hinabsteigen, desto höher können wir aufsteigen. Danke, dass ihr mitkommt auf diesen Weg durch viel Dunkel in noch mehr Licht – das der Bewusstheit und der Liebe zu dir und deiner, unserer Mutter Erde.

Gelingt es uns, das Beste vom Alten mit den Chancen des Neuen zu verbinden, entstehen Synergien, mit denen wir noch zu retten sind und sogar eine wundervolle Zukunft schaffen können. Die Zeit und wir sind reif: Und gehen wir nicht mit der Zeit, müssen wir mit der Zeit wohl gehen. Aber alles spricht für uns und gute Hoffnung.

Es ist höchste Zeit, unseren guten Kern wahr und wichtig zu nehmen. Als Autor des Schattenprinzips, das ich bisher für mein wichtigstes Buch hielt, spüre ich die Zeit reif(en), ein noch wichtigeres über den lichten Gegenpol zu schreiben. Diesem Gefühl folgend, schrieb ich Heilsame Tugenden (erscheint Januar 2022). Inzwischen spüre ich, bei allen Scheußlichkeiten an der Oberfläche, im Untergrund die Kräfte des Guten wachsen. Rutger Bregmans Im Grunde gut hat mich sehr in diesem hoffnungsvollen Gefühl bestärkt, aber auch Johannes Hubers Das Gesetz des Ausgleichs, Daniele Gansers Beiträge, wie auch Reinhard Hallers Das Wunder der Wertschätzung und Simon Sineks Start with Why.

Schaffen wir es, das gute Gruppengefühl des Anfangs mit den heutigen Möglichkeiten der Individuation zu verbinden, ernten wir eine im wahrsten Sinne des Wortes wundervolle Synergie und Zukunft.

Eine gute Vorübung ist, der Idee nachzuspüren, die in letzter Zeit während des Corona-Komas aufgerissenen Gräben wieder zu schließen, denn am Ende braucht es immer Versöhnung. Jeder Krieg und Kampf läuft zum Schluss auf Versöhnung hinaus. Ob wir den als Entzündung im Körper führen, als Streit in der Partnerschaft, als Krieg zwischen Ländern oder Bündnissen von Ländern – zum Schluss muss Frieden werden. Das war beim ersten, dem Trojanischen Weltkrieg, beim offiziell Ersten und auch beim Zweiten Weltkrieg so, und den Dritten können und müssen wir uns ersparen, indem wir rechtzeitig Frieden wahren.

Diese gemeinsame Entdeckungsreise wird viele gute Gründe für inneren und äußeren Frieden aufzeigen, und es ist hilfreich, schon gleich jetzt zu überlegen, was du persönlich beim Auffüllen des Grabens loswerden willst an Vorurteilen und anderem hinderlichen Ballast.

Deutschland ist schon wieder geteilt: statt durch eine Mauer nun durch diesen immer tiefer werdenden Graben, der jetzt durch einzelne Paare, Familien, Gemeinschaften und Länder verläuft. Wenigstens kennen Deutsche das schon. Die Frage bleibt zu klären: War es eigentlich so gut für Europa, durch einen eisernen Vorhang geteilt zu sein, um das jetzt schon und auch noch weltweit durch steigende Polarisierung zu wiederholen?

Wegen einer unterschiedlichen Interpretation einer Entzündung, eines Konfliktes, der, aus China kommend – laut WHO nun doch sehr wahrscheinlich von Fledermäusen, den Symbolen vampirhaften Blutsaugens – die ganze Welt erfasst? Meine Hoffnung ist, dass es uns gemeinsam gelingt, Kapitel für Kapitel durch tieferes Verständnis den Graben wieder zu schließen und weit darüber hinaus zu wachsen …

PERSÖNLICHE EINFÜHRUNG

Die Widmung enthüllt schon das Angebot. Nach viel-und-70 Büchern ist dieses viel mehr als ein weiteres. Es ist meine Chance, dich als LeserIn mit einem neuen Lebensstil vertraut zu machen. Aber mehr noch: dich grundsätzlich ins Vertrauen zu ziehen, um dir eine neue Weltsicht nahezubringen. Und noch mehr: dein Menschen-Bild und damit auch dein Selbstbild von Grund auf zum Guten zu wandeln. Du bist ein guter Mensch, und ich darf das auch von uns allen, beziehungsweise den meisten von uns sagen. Denn wir stammen von guten, freundlichen Ahnen ab. Im Anfang liegt alles, besagt das dritte der Schicksalsgesetze, die du auf dem Weg durch dieses Buch nebenbei an praktischen Beispielen wie der Pandemie kennenlernst. Die Erfahrung zeigt, was wir einmal hatten, können wir leicht(er) zurückgewinnen. Wer einmal schlank war, kann das viel einfacher wieder erreichen als jene, die schon als dicke Kinder ihr Leben begannen.

Es geht also gar nicht darum, dich zu ändern, sondern „nur“ darum, dein Welt- und Menschen-Bild, also auch dein Bild von dir und uns, zu wandeln. Das kann so viel Hoffnung und Freude machen!

Wir dürfen und können gesund in einer gesunden Welt leben und uns gut fühlen – weil wir gut sind – und jedenfalls viel besser, als die meisten noch von sich und uns glauben und denken.

Selbst durfte ich es auch erst beim Schreiben und Lesen für dieses Buch vollends entdecken und alte Irrtümer loslassen. So gern möchte ich jetzt die dabei entstandene Freude vermitteln, die Hoffnung und den Dank, den ich gegenüber denen empfinde, die mir diese Entdeckung ermöglichten, die Studien sammelten und in diese neue Richtung interpretierten.

Allerdings weiß ich, dass Studien nur auf unsere analytische linke Gehirnhälfte zielen. Mir aber geht es primär darum, euer Herz zu gewinnen und euer Bauchgefühl anzusprechen. Beide haben einen direkten Draht zum limbischen Gehirn. Und ob wir es glauben oder nicht, entscheidend ist letzteres, auch wenn wir es andersherum lernten und glauben. Viktor Frankl, Begründer der Logo-Therapie der Sinnfindung, sagte: „Das Gefühl kann viel feinfühliger sein als der Verstand scharfsinnig.“ Das Großhirn ist aber wunderbar geeignet, unsere Bauch- und Herzentscheidungen nachträglich zu rechtfertigen, zu begründen und zu rationalisieren. Außerdem ist in ihm auch die emotionale Empathie beheimatet (im sogenannten Brodmann-Areal 44, einem Feld der Großhirnrinde), und im Areal 10 und 11 die kognitive Empathie. Diese Stationen des Mitfühlens sind besonders in Krisenzeiten wichtig, wo Mitgefühl so viel mehr bewegen kann als Wut, Hass und Schuld-Projektionen. Studien helfen dabei unseren intellektuellen Anteilen und damit auch uns.

Großhirn, Computer und Internet können gut unterstützen, aber ganz in ihren Sphären zu leben ist gefährlich. Das wird sich drastisch offenbaren, sobald die Jugend des Internetzeitalters alternd erlebt, wie wenig das (Inter-)Net(z) trägt. Der Astrophysiker Stephen Hawking sagte, wenn es der Menschheit nicht gelinge, die Empathie zu retten, seien wir verloren. Empathie kommt aber weder aus der linken Hirnhälfte noch aus Computern, sie kann sich nur zwischen Menschen über direkten Augenkontakt entwickeln. Mit in die Beleidigungskultur der sozialen Medien eingestreuten Smileys und Emoticons wird es nicht gelingen. Nach Forschungen der US-Psychologin Sara Konrath (University of Michigan) aus dem Jahr 2011 sind die Empathiewerte in 30 Jahren um 40 Prozent gesunken. Es ist also höchste Zeit, umzukehren aus der zunehmenden Verhärtung und uns unserer besseren Wurzeln zu besinnen. Da gibt es heute wundervolle neue Erkenntnisse, die uns leiten und helfen werden.

Denen, die solche Studien durchführen, sie sammeln und recherchieren bin ich dankbar und interpretiere sie gern. Die Psychosomatik von Krankheit als Weg bis Krankheit als Symbol ist aber nicht aus Studien, sondern den Erfahrungen in der Seelen-Bilder-Welt meiner PatientInnen entstanden. Trotzdem bin ich Wissenschaftlern wie etwa dem Psychosomatiker Christian Schubert von der Uni Innsbruck dankbar, wenn sie die Studien nachliefern.

Den Fleischverzehr habe ich vor 50 Jahren und 40 vor Colin Campbells ChinaStudy beendet, weil er meinem Herz- und Bauchgefühl widersprach. Trotzdem bin ich Campbell von Herzen dankbar für seine (China-)Studie(nsammlung), die mich zu Peace Food inspirierte.

Gerade weil unser Weg auch durch Durststrecken führen wird, wo wir der Angst auf den Grund gehen und die Manipulationen durchschauen lernen, denen wir ausgesetzt sind, ist es mir von Anfang an wichtig und für dich gut zu wissen, warum ich dieses Buch so schreiben musste und es dir persönlich widme. Sich bisherigen Stolpersteinen und Abwegen genauer zu widmen, ist notwendig, um Sackgassen zu meiden auf dem Weg in eine gute Zukunft voller Hoffnung. Wem der Weg durch den Schatten anfangs zu mühselig erscheint, mag ja vorausspringen, nur würde ich bitten, anschließend auch noch die anfänglichen Schattenthemen nachzulesen und -zuholen.

Wenn du ahnst und schließlich weißt, wer unsere Ahnen sind und wie unser Anfang war, kannst du daraus die notwendige Energie und Kraft schöpfen, um damit deine Individuation im Sinne Carl Gustav Jungs voranzubringen. Er meint damit die Selbstverwirklichung, die sich aus Ich (Ego) und Schatten ergibt. Ich ist alles, womit wir uns identifizieren, Schatten ist alles Verdrängte, Selbst meint Eins-werden mit allen, das Aufgehen in der Allverbundenheit. Die Synergie aus diesen beiden Strömungen lässt dich die oder den verwirklichen, die oder der du sowieso immer sein wolltest – und im tiefsten Sinne auch schon bist und immer warst. Dabei lassen wir uns von wissenschaftlicher Argumentation genauso leiten wie von mythischer Inspiration.

Deine Entscheidung, ob du wirklich dabei bist, wird nicht wesentlich von deiner im Großhirn residierenden Ratio gefällt, wenn sie auch gut unterstützen kann. Wirklich entscheidend ist – wie gesagt – dein Herz- und Bauchgefühl. Diese beiden sind neuro-logisch ebenfalls in deinem Oberstübchen beheimatet, nur etwas tiefer, im erwähnten limbischen System oder Mittelhirn. Es hat keinen Zugang zur Sprache, weshalb es uns so schwerfällt, rational zu erklären, warum wir jemanden lieben. Diese (alles) entscheidende Hirnregion lässt sich allerdings von Bildern und Symbolen inspirieren. Deshalb werde ich eben nicht nur auf dein intellektuelles Verständnis zielen, sondern dir auch immer wieder Geschichten und Mythen, Metaphern und Analogien voller Seelenbilder, Symbole und Gefühlsinhalte anbieten und hoffentlich nahebringen können.

Werbefachleute wissen: Erst wer etwas siebenmal hört, kann es behalten. Das könnte die linke Hälfte deines anspruchsvollen, auf ständige Abwechslung und Neues getrimmten Großhirns ärgern. Mach dich also darauf gefasst und bedenke, es hält sich für viel wichtiger als es in Wahrheit ist.

Deshalb mein Vorschlag: Achte auf dem Weg durch dieses Buch von Beginn an darauf, was dich wirklich im Herzen berührt und sich im Bauch für dich richtig anfühlt, was dich inspiriert und begeistert. Darum geht es – und dann geht etwas in deinem und im Leben vieler. Dafür, dass du dich überhaupt aufmachst, danke ich dir von Herzen.

Wenn sich viele von uns dafür öffnen, wird sich etwas Wundervolles ereignen: Wir bauen auf dem neuen Bild von uns selbst eine neue Welt, die sich als gut entpuppt, in dem Maße, wie wir uns unserem Ahnen, dem Homo bono, nähern und ihn in uns wiederentdecken und -beleben. Welchen Verwandten er diesen Namen verdankt, wird sich klären. Wir brauchen ihn, den Gemeinschaftsmenschen, als Basis für die Individuation, unsere Selbstverwirklichung. Auch wenn es fürs große Wunder viele braucht, beginnt es mit dem Wunder in dir.

Wir sind durchaus zu retten, aber dazu müssen wir uns erst aus der Schockstarre der herrschenden Todesangst – zur Zeit vor allem bezüglich der Coronapandemie – befreien, um sich abzeichnende Katastrophen wie die der Umwelt und des zusammenbrechenden Geldsystems überhaupt noch zu erleben. Sofern uns die Befreiung aus der Enge der Angst gelingt und wir uns mit Mut und Energie für ein neues Menschen- und Weltbild und eine neue Welt öffnen, werden wir Auslösern wie der Pandemie mit ihren Wellen noch dankbar sein.

Insofern wird die (Er-)Lösung der Angst noch vor der Entdeckung einer gesunden zukünftigen Lebensbasis unser erstes großes Thema.

Über die einzelnen nahenden Katastrophen habe ich schon vor gut 32 Jahren Der Mensch und die Welt sind eins und vor 20 Jahren Woran krankt die Welt geschrieben. Vor 30 Jahren fiel der Tag, an dem wir weltweit mehr Ressourcen verbrauchten, als die Erde nachliefern kann, also der Tag, ab dem wir anfingen, über unsere Verhältnisse und auf Kosten unserer Kinder zu leben – laut „Global Footprint Network“ – auf den 18. Dezember. Vor 20 Jahren war er dann schon auf den 1. November vorgerückt. 2019 fiel er schon auf den 29. Juli. Für Deutschland sogar bereits auf den 3. Juli, für die Schweiz auf den 7. Mai, für Österreich gar auf den 9. April. Wir überfordern die Erde also weiter in atemberaubendem Tempo. Insofern hat sich leider an der Aktualität der beiden früheren Bücher nichts geändert, nur die Dramatik sehr verschärft. Mein Fehler! Meine ausschließlich rationalen Argumente haben nicht überzeugt, sie waren nicht gut genug. Den Fehler möchte ich nicht wiederholen.

Motivation versucht, ein Motiv, ein Bild, in der Seele zu verankern. Das bringt aber nur Ergebnisse, wenn das Bild stärker und wirksamer ist als dagegen ins Feld geführte Ausreden. Überwiegen letztere, passiert nichts. Dann kann schlechtestenfalls noch Angst helfen, uns in Gang zu bringen, wie wir es bei der Pandemie erleb(t)en. Ich hoffe natürlich sehr, wenn ihr das lest, könnt ihr dieses noch eingeklammerte „t“ von den Klammern befreien und wir haben diese Pandemie hinter uns. Aber sicher ist das nicht, und ihre Bedeutung ist sowieso eine generelle. Wir können, und ich denke: wir müssen einiges daraus lernen.

Auf Angst beruhte etwa auch der Erfolg von Peace Food, das immerhin die vegane Welle bei uns richtig gut in Gang brachte. Vorher hatte ich schon – ohne spürbaren Erfolg – drei Jahrzehnte zu Fleischverzicht motiviert, den Hungernden, der Umwelt und den Tieren zuliebe. Als ich in Colin Campbells China Study von den immensen Schäden durch Tierprotein für unsere Gesundheit las, verband ich die daraus resultierende Angst vor Krankheit mit den anderen drei ursprünglichen Gründen zu Peace Food. Ich lockte gleichsam mit den wundervollen Vorteilen, die diese Kost in vieler, vor allem gesundheitlicher, Hinsicht bietet, ließ aber die widrigenfalls drohenden Krankheitsbilder keineswegs unerwähnt. Und siehe da, Peace Food wurde ein großer Bestseller, der entscheidend am „Feld ansteckender Gesundheit“ mit baute und die vegane Welle bei uns anstieß. Die Angst vor eigener Erkrankung hatte mehr bewirkt als die Motivation, fremden Hunger, Umweltschäden und Tierleid zu lindern.

Laut Simon Sinek, dem Autor von Start with Why, gibt es nur zwei Wege, Menschen zu beeinflussen: sie zu manipulieren oder zu inspirieren. Gern setze ich auf Inspiration. Insofern möchte ich dir auch keinesfalls eine neue Diät verkaufen, sondern dich zu einem neuen Lebensstil inspirieren. Also atme schon einmal tief durch und horche im langen Ausatem in dich hinein, ob du dafür offen bist und das Empfohlene für dich Sinn ergibt.

Mir scheint notwendig, zuerst die gängigen Manipulationsarten zu durchschauen, um uns diesbezüglich zu immunisieren. Anschließend können wir entspannt viel weiter gehen zum neuen Menschen- und Weltbild. Ich hoffe und setze auf deine Offenheit zu akzeptieren, im Grunde ein guter Mensch zu sein wie die allermeisten unserer Mitmenschen.

Daher meine Einladung: Prüfe jeweils, ob das Gelesene dich berührt und dir Sinn-voll erscheint. Letztlich geht es in der Tiefe immer um deinen Lebenssinn. Nochmals: Achte darauf, ob und wie etwas in deinem Herzen und Bauch ankommt. Besser und sogar bestenfalls hilft Inspiration und jedenfalls viel besser als Motivation und Angst. So hoffe ich sehr, es möge diesem Buch gelingen, zu inspirieren und Ideen in eure Herzen zu pflanzen, wie wir auf einem neuen Bild vom guten Menschen eine neue, gute Welt bauen können, ohne das Schattenprinzip aus den Augen zu verlieren.

Wenn ich euch inspirieren kann zu tun, was euch inspiriert, und ihr wiederum Freunde inspiriert zu tun, was sie inspiriert, können wachsende Kreise Wundervolles bewirken – von innen kommende Inspiration ist so viel wirksamer und mächtiger und ein so viel besserer Ratgeber als Angst und die Suche nach eigenen Vorteilen.

Dabei kann auch Peace Food neuerlich eine wichtige Rolle spielen und viel weiter tragen als die erste vegane Welle und die Angst um eigene Gesundheit. Aber nochmals: Es geht nicht um eine weitere Diät, sondern um einen neuen Lebensstil und eine neue Haltung zum Leben.

Inzwischen geht es ums Ganze, um Gesundung und Heil(ung) des Ganzen, um eine Idee, für die sich zu leben und zu engagieren lohnt. Eine Idee auch, um die kritische Masse zu erreichen, um die Masse und Mehrheit für eine gute Welt zu begeistern. Ein Impuls, der nicht nur durch äußere Probleme in Gang gesetzt wird, sondern aus dem Herzen kommt und von innen auf die äußeren Probleme einwirkt und sie löst, ist so mächtig.

Es gilt diesmal also viel tiefer zu schürfen, als zur Lösung der lange anstehenden und hinlänglich bekannten Probleme von der Umweltkatastrophe über die Globalisierungs-Nebenwirkungen bis zum Schatten der Geld-Welt-Religion zu motivieren, um uns und alle(s) wirklich noch zu retten. Die Beschreibung absehbarer Desaster hilft nicht weiter, sondern fördert obendrein noch mehr Angst, die auch bisher eher zur Lähmung führte. Das zeigt(e) sich klassisch während der Pandemie, aber auch schon davor und – wenn wir es nicht durchschauen – wohl auch danach noch weiterhin.

Selbst wenn wir schon viel verspielt und eigentlich nichts mehr zu verlieren haben, ist noch alles zu gewinnen und zu retten!

KAPITEL 1 Große Chancen der alten Zeit

DER STATUS QUO – BESTANDSAUFNAHME

Erst einmal müssen wir uns abholen, wo wir wirklich sind. Das hat sich (mir) in guten 40 Arztjahren immer bewährt. Wo also stehen wir heute? Wie ist die Diagnose?

Es ist ungemütlicher geworden auf der Erde: Eine Umweltkatastrophe jagt den nächsten Fleischskandal, die Atmosphäre heizt sich auf – oder heizen wir sie auf? – und so schmilzt das Eis auf den Polkappen und in Grönland, statt auf unserer Seele. Ersteres hat den Anstieg des Welt-Meeres-Spiegels zur Folge und wird ungeheure Völkerwanderungen bewirken. Dagegen werden die heutigen Migrationsströme nur ein milder Vorgeschmack sein, obwohl sie bereits die Völkerwanderungen der Frühzeit harmlos erscheinen lassen. Das könnte Millionen entwurzeln und Milliarden (ver-)stören. Und das ist nur eine der Großbaustellen auf unserem Heimatplaneten Erde.

Dass das Eis auf unserer Seele statt zu schmelzen eher zunimmt, macht uns noch cooler als wir sowieso schon sind. Das ist gesundheitlich wie gesellschaftlich gleichermaßen ungesund.

Gesundheitskrisen von Krankenhauskeimen bis zu Virus-Invasionen rücken immer näher. Pest, Cholera und selbst die Spanische Grippe liegen weit zurück. Aber neue Pandemien kommen uns zunehmend näher mit dem Probelauf der – noch harmlosen – Schweinegrippe und in jüngster Zeit der Fledermaus-Grippe, wie sie anfangs hieß, die sich als Covid-19, -20, -21 bis in viele Mutationen auswuchs.

Sie als Prototyp der Infektion zu verstehen, kann uns viel lehren für diese und andere Epi- und Pandemien. Denn wenn wir unseren Lebensstil nicht wandeln, wird es wohl nicht die letzte sein. Es liegt in unserer Hand und Macht, ob sie die letzte für uns und alle ist – in diesem dramatischen Doppelsinn.

Zum Glück brauchen wir aber gar nicht auf alle zu warten, sondern können jederzeit bei uns beginnen.

Und die gute Nachricht: Als Menschheit haben wir so viele Seuchen durch- und überlebt und sind sogar anschließend zahlreicher und stärker daraus hervorgegangen. Auch diese Pandemie kann uns zur Katastrophe im zweiten Sinn des Wortes, zum Umkehrpunkt in ein neues Weltbild in einer besseren Welt werden – oder zur Crisis, was auch Entscheidung bedeutet. Wir sind an einer Weggabelung, wo grundsätzliche Entscheidungen anstehen.

Paradigmenwechsel sind auf den ersten Blick immer erschreckend und für viele auch wirklich schrecklich, auf den zweiten aber auch ein Segen. Bis dahin liegt ein weiter, aber so lohnender Weg vor uns.

WO STEHEN WIR HEUTE?

Wo stehen wir und wohin hat uns diese Pandemie gebracht? Wo befinden wir uns und wie ist das Befinden? Stehen wir haltlos in der Menge wie in der Brandung des Meeres, und eine Welle um die andere rollt heran? Oder können wir standhaft bleiben und zu uns und unseren Standpunkten stehen? Erwischt uns die Angst in einem unbedachten Moment und wirft uns um, sodass die Luft zum Atmen knapp wird oder wir die Enge spüren und sogar einiges schlucken müssen?

Aber die gute Nachricht: Es geht – wie bisher immer – weiter, und Schicht um Schicht löst sich und bringt uns näher zu uns – in unsere Mitte – zur Essenz unseres Lebens und Seins – und wir können uns neu orientieren, unsere inneren Flügel weiten und ausbreiten und auf den Schwingen der Gedanken fliegen (lernen).

Soweit, so bekannt und so be(un)ruhigend, insbesondere, weil von oben, von den Obrigkeiten, viele Maßnahmen ohne rechtes Maß, statt Hoffnung spendende und zukunftsweisende Konzepte kommen. Auf ganz oben, die große Göttin oder Gott, hören wir mehrheitlich kaum noch. Aber es ist immer noch und weiterhin möglich.

Neu ist die Vehemenz, mit der wir mit dem Ungleichgewicht auf der Welt konfrontiert werden. Ignorieren und aussitzen, sich von den Problemen abschotten, ist nicht länger möglich. Es muss jetzt Grundsätzliches, Wesentliches geschehen.

Jede kleine Handlung des Einzelnen ist nun politisch – vom Langstreckenflug bis zur Ernährungsweise. Alles wird bewertet, be- und immer öfter verurteilt in einer aus den (a)sozialen Medien ins Leben überschwappenden Beleidigungs-Kultur. Zusammen mit den (un?)absichtlichen Angst-Kampagnen fördert das die Spaltung der Bevölkerungen in sich bekämpfende Lager.

Mehrheitlich stehen wir ziemlich rat- und hilflos vor solch erschreckenden Entwicklungen. Weltuntergangspropheten gab es immer, aber ihre Hiobsbotschaften erscheinen zunehmend realitätsnäher. Ihre literarischen Großmeister George Orwell und Aldous Huxley sind aktueller denn je. Orwell war mit seinem Zukunfts-Schocker, der Horrorvision 1984, lediglich 36 Jahre vor dem Plan und heißt Huxleys Brave New World nun neudeutsch Great Reset?

Aber Endzeitstimmung verbreiten und Lebensmittelvorräte horten, sich Schutzbunker bauen und verkriechen bringt keine Lösung. Wir brauchen individuelle Lösungen, die auch fürs Kollektiv taugen und Felder ansteckender Gesundheit und Hoffnung zu bauen vermögen.

Wie können wir die finden und diese Situation bewusst meistern? Gibt es Lehren, die wir aus diesem Zustand der Welt ableiten können, vielleicht sogar Chancen, die daraus erwachsen? Welche Haltung erlaubt uns, daran innerlich zu reifen und zu wachsen, statt zu verzweifeln? Welche Lebensmodelle tragen und taugen heute noch und führen in eine gute, sogar bessere Zukunft?

Nach dem Spiegel- oder Resonanzgesetz der Hermetischen Philosophie gilt: „Das was außen ist, ist wie das, was innen ist.“ Demnach sind wir es selbst, die unsere Realität gestalten und uns in die Krise manövriert haben. Deshalb bietet auch unsere Innenwelt die besten Auswege für äußere Krisen.

Begeben wir uns also auf den Weg, um drinnen und draußen Lösungen aufzuspüren – vordergründige zuerst aus unserer Lebensgeschichte, aber auch aus der großen Geschichte, der Historie, und noch tiefgründigere aus der Entwicklungsgeschichte.

Das Thema der Heilung oder Salutogenese nach Antonovsky1 wird sein: Unser Leben im Kleinen wie im Großen

zu durchschauen und zu verstehen, um es

aktiv beeinflussen zu können im Sinne der Epigenetik und nachhaltig zu wandeln durch gesunden Lebensstil für eine lebenswerte Zukunft. Um

Sinn in allem zu finden und uns ins Große und Ganze einzuordnen.

Dazu ist vorab und gleich von Beginn an ebenso hilfreich wie notwendig:

Bewusstsein und Verständnis der Spielregeln des Lebens, der Schicksalsgesetze, zu erlangen, Verantwortung für unser Handeln und seine Konsequenzen zu übernehmen, achtsamer mit Mutter Natur umzugehen, bewussten Verzicht an richtiger Stelle zu üben, Verzicht etwa auf Dogmatik und Fanatismus und stattdessen das alte Wissen eines Hippokrates neu zu entdecken und umzusetzen, etwa sein „eure Nahrung sei eure Medizin, eure Medizin sei eure Nahrung“.

Heutige Krisen als notwendigen Weckruf zu erkennen für den überfälligen Bewusstseinswandel, der allein uns und Mutter Erde heilen kann.

WOHIN MIT UNS?

Wirtschaften und „wurschteln“ unsere mittlerweile angsterfüllten Gesellschaften weltweit weiter wie bisher, mit angstgetriebener Shutdown-Politik als neuem Höhepunkt der Hilflosigkeit, wird die Wirtschaft wohl jeden Frühling und Herbst vor die Wand (ge-)fahren. Ist es noch eine Frage, ob sie das aushält? Können wir nur mit Pharma-, Impf- und Nahrungsmittelindustrie überleben?

Was ist als Zwischenbilanz seit der Pandemie 2020 passiert? Die wenigen Multimilliardäre sind dramatisch reicher geworden, Milliarden Arme erschreckend ärmer und, wo noch vorhanden, erodiert die Mittelschicht rascher als sie entstanden ist. Jeff Bezos’ Amazon hat – ohne ihm dafür Verantwortung zuzuschieben – in 10 Tagen 10 Milliarden Euro Umsatz gemacht, seine Konkurrenz, die kleinen Läden, wurden per Dekret geschlossen.

Braucht es Prophetie um vorauszusehen, dass dieses weltweit und in letzter Zeit besonders dramatisch wachsende Ungleichgewicht unsere Welt weiter destabilisiert?

Die Frage ist: Wollen wir diese Entwicklung tolerieren, unseren Obrigkeiten in Wirtschaft und Politik erlauben, diesen Trend weiter zu forcieren?

Die Pandemie kann uns – beispielhaft – zur großen Aufgabe und Chance werden. Von welcher Höhe ihre „Inszenierung“ und „Instrumentalisierung“ kommt, sie kann uns zur Parabel werden, an der wir verzweifeln oder Lösungen entwickeln können.

So werde ich oft auf sie als Symbol der Herausforderung zurückkommen, nicht um Angst und Beschuldigungen noch zu mehren, sondern im Gegenteil, um Wandel, Aussöhnung und Mitgefühl zu fördern. Denn möglich ist alles, und wer nichts mehr zu verlieren hat, kann alles gewinnen.

WO STANDEN WIR GESTERN, ALS DIE SEUCHE ÜBER UNS KAM?

Waren wir nicht schon auf einem ganz guten Weg? Hatte nicht der Hunger auf der Erde zwar immer noch nicht ausreichend, aber doch erheblich abgenommen? Eine Milliarde von uns hungerte weiterhin, aber vorher waren es viel mehr.

War nicht die Armut weltweit drastisch zurückgegangen?

Hatten nicht die Jugendbewegungen von „Fridays for Future“ und „Extinction Rebellion“ den Umweltschutz am Beispiel Klimaveränderung zuletzt mit jugendlichem Elan und entsprechendem Übermut ins Bewusstsein der Mehrheit ge(d)rückt? War es nicht schön und hoffnungsvoll, eine Jugend zu sehen, die sich um ihre und unser aller Zukunft sorgte, kümmerte, dafür engagierte und die Alten alt aussehen ließ, die seit Jahrzehnten um den Globus jetten und mit ihren Klimakonferenzen viel zu wenig bewegen?

Waren nicht die Kriegsopfer weltweit deutlich zurückgegangen, wenn auch nicht genug, seit sich die USA bezüglich neuer Kriege zurückhielten und sich mit sich selbst beschäftigten. Eroberte die pflanzliche Ernährung nicht klammheimlich die Esstische und verbreitete sich als Ernährungs-Revolution von unten geradezu unaufhaltsam? Fleischesser waren in den deutschsprachigen Ländern schon weitgehend in der Defensive und flüchteten häufig in Schutzbehauptungen wie, nur noch ganz wenig und nur Bio-Fleisch zu essen. War die Nahrungsmittelindustrie nicht schon zaghaft in den veganen Zug zugestiegen?

Ging nicht auch im Hinblick auf Bewegung, Entspannung und Regeneration vieles voran? Fanden wir nicht zunehmend zurück zu uralten, außerordentlich wirksamen Methoden wie Fasten, Wandern, Waldlaufen und -baden?

War nicht in der Bevölkerung der Trend zur Natur(-heilkunde) stetig gewachsen – zugleich mit Impfmüdigkeit und wachsender Kritik an Lobbyismus und Machenschaften der Pharma- und Nahrungsmittelkonzerne?

Die Seuche hat all das gestoppt oder gar ins Gegenteil verkehrt. Ist unsere bisherige Reaktion darauf vielleicht verkehrt, verkehrte sie doch so viele hoffnungsvolle Trends ins Gegenteil?

Warum war das Bewusstsein in der Bevölkerung für die erwähnten positiven Entwicklungen und Trends so gering? Warum wurden die guten Nachrichten kaum verbreitet? All das gilt es zu untersuchen.

Der Philosoph Karl Popper glaubte als einer von wenigen an eine positive Evolution, die vieles (ver-)bessern würde. Warum war er so ziemlich der letzte und fast einzige, der uns auf gutem Weg sah, obwohl wir es objektiv waren?

Als die Pandemie-Maßnahmen vom Lock- bis zum Knockdown (für viele Mittelständler) über die Welt kamen, wurde in großem Stil so viel schon Erreichtes in kürzester Zeit vom Tisch gewischt – konkret und symbolisch. Statt gesunde Bewegung im Freien, Abwehrsteigerung in der Natur, gab es Hausarrest und Ausgangssperren, Maskenpflicht selbst im Freien. Statt mit Diskussion und Meinungsaustausch wurde mit Zensur und Verunglimpfung Andersdenkender „von oben“ begonnen, statt freier Presse gab es eher Gleichschaltung bis in öffentlich-rechtliche(?) Medien in Richtung Angst- und Panikmache. Wie gerechtfertigt und verdient dieses eingeklammerte Fragezeichen ist, bleibt zu untersuchen.

SIND WIR NOCH ZU RETTEN!? UND WIE!? – DIE SPIELREGELN DES LEBENS

Die Inder nennen das Leben Lila, das kosmische Spiel. Bei uns heißt es oft, das Leben sei weder Wunschkonzert noch Spiel, sondern eine (harte) Schule. Ob aber Spiel oder Schule, in jedem Fall ist es überfällig, möglichst früh die geltenden Spielregeln zu lernen. Wer sie verinnerlicht, kann sich viel Härte ersparen und Wünsche leichter verwirklichen.

Wer – wie bei uns üblich – (s)ein Spiel ohne Regelkenntnis beginnt und sich am Versuch-und-Irrtums-Prinzip orientiert, wird sich schwertun und Härten erleben. Er wird viele Fehler begehen und Enttäuschungen erleben. Wenn er dann obendrein weder die Fehler nutzt, um Fehlendes ins Leben zu integrieren, noch Enttäuschungen als das Ende von Täuschungen erkennt, stellt er unbewusst die Weichen auf Scheitern.

Wer andererseits die Spielregeln (an-)erkennt und beherrschen lernt, wird leichter ungleich mehr Erfolg und vor allem Glück ernten. Deshalb seien die drei wichtigsten Spielregeln oder Schicksalsgesetze hier schon zu Beginn kurz vorgestellt – wir werden ihnen im Buch wie im Leben immer wieder begegnen.

Alle großen Traditionen und Religionen sind sich einig, letztlich ist alles eins. Aus Sicht der buddhistischen Lebensphilosophie ist alles von Buddha-Bewusstsein durchdrungen, so wie der Daoismus in allem das Dao sieht. Die jüdisch-christlich-islamische Tradition weiß alles von Gottes-Bewusstsein erfüllt. Wer das Himmelreich Gottes, die Befreiung von den beiden Täuschern Raum und Zeit, erfährt oder Erleuchtung erlangt oder wie immer wir diese von jedem Widerstand freie Erfahrung nennen, ist erlöst und weiß sich eins mit allem. In Allverbundenheit erleben wir Selbstverwirklichung und reines Sein, oder welche Synonyme für die Erlösung wir auch wählen.

Einheit ist nicht nur das Ziel aller Religionen, sie ergibt sich auch logisch als Gegenpol zu unserer Welt der Gegensätze. Da alles in dieser Welt der Polarität (s)ein(en) Gegenpol oder Gegenteil hat, muss es auch dazu einen Gegenpol geben: die Einheit von allem. Sie entzieht sich allerdings den Worten und Ausdrücken aus der Welt der Polarität – ist im wahrsten Sinne des Wortes unbeschreiblich.

In der Welt der Gegensätze gefangen, können wir alles immer nur über den Gegenpol begreifen. Groß kann sich nur fühlen, wer auf kleinere (herab?)schaut, reich nur, wer ärmere kennt. Genau wie wir nur durch den Daumen als Gegenpol zu den vier Fingern greifen können, brauchen wir zum Begreifen das Gegenteil.

Die Wissenschaft (aner-)kennt dieses Gesetz der Polarität, und findet zu jedem Elektron ein Positron und braucht als Gegenpol zum Pluszeichen ein Minus. Von Seiten der Psychologie hat Paul Watzlawick mit der Anleitung zum Unglücklichsein und der Entdeckung des Guten vom Schlechten der Polarität in weiten Kreisen Beachtung verschafft.

Das zweitwichtigste der Schicksalsgesetze, das der Resonanz, wird auch Spiegelgesetz genannt. Physiker gehen heute davon aus, Spiegelgesetze seien die wichtigsten überhaupt. „Wie oben so unten, wie innen so außen“ ist ein Spiegelgesetz, wenn damit auch noch nicht physikalisch bewiesen. In unseren Gehirnen sorgen von italienischen Forschern der Universität Parma entdeckte Spiegelneuronen dafür, dass wir uns nicht nur in andere einfühlen können, sondern auch zum Imitieren beziehungsweise Nachahmen neigen. Ein – wie sich zeigen wird – entscheidender Schritt unserer Menschwerdung, der sich bei Kindern im Grundschulalter entwickelt.

Wir alle kennen dieses Gesetz und umschreiben seine Wirkung mit üblichen, aber eigentlich unstimmigen Worten. „Zwischen uns stimmt die Chemie“ beschreibt ein unausgesprochenes Verstehen, eine von chemischer Analyse völlig unabhängige Resonanz. Wer „eine Antenne für“ oder „einen Draht zu jemandem“ hat, meint das keineswegs technisch-materiell. Sind wir „für jemanden auf Empfang geschaltet“, brauchen wir dafür keinen Schalter, sondern reden von Resonanz, so wie wir bei „ansteckendem Gähnen“ weder an virale noch bakterielle Ansteckung denken.

Die Schattenseite der Resonanz ist unser Verliebtsein in sie, zumal Liebe ein Resonanz-Phänomen ist. So müssen wir damit gut aufpassen, denn wie der spirituelle Lehrer Mooji sagt: „Du siehst die Welt nicht so, wie sie ist. Du siehst die Welt so, wie du bist.“ Insofern sollten wir möglichst frühzeitig herausfinden, wer wir sind. Davor gilt immer zu bedenken, dass wir alles durch unsere ganz individuellen Augen, Teil unseres einzigartigen und persönlichen Gehirns, sehen beziehungsweise durch unsere Brille, wie der Volksmund weiß.

Das drittwichtigste der Schicksalsgesetze ist das des Anfangs, das besagt, alles sei schon im Anfang begründet wie im Samen der ganze Baum. Malcolm Gladwell, US-Wissenschafts-Bestsellerautor hat dem (s)ein ganzes Buch Blink gewidmet. Wer erfahren will, warum sich Päpste oft so unchristlich verhielten, mag deren ersten, Petrus, jenen Felsen, genauer betrachten, auf den Christus seine Kirche baute. Er war derjenige unter den 12 Aposteln, der den Meister am wenigsten verstand und ihn schon in der ersten Nacht dreimal verleugnete.

Wer die Politik der USA nicht versteht, mag deren Anfang betrachten: Da waren die Pilgrim Fathers der Mayflower, religiös-protestantische Eiferer, freigelassene englische und französische Kriminelle, von ihren Ländern losgeschickt, um die Mehrheit und Vorherrschaft in der neuen Welt zu erlangen, Prostituierte aus beiden Ländern, weil die wenigen Indianerinnen schon bald getötet oder vergewaltigt waren, Sklaven aus Afrika, Hunger-Flüchtlinge aus der ganzen Welt und die Schlauesten von überall, von den Herrschaften in ihrer Heimat vertriebene Dissidenten. Aus dieser brisanten und vitalen Mischung entstand auf gestohlenem Indianerland „God‘s own country“, wie es sich selbstbewusst nennt.

Das Gesetz des Anfangs ist aber „nur“ das drittwichtigste. Es kann also gut sein, dass etwas wundervoll beginnt und dann über eine ganz andere Resonanz in ein ganz anderes Fahrwasser gerät oder völlig in den Gegenpol umschlägt. Das Resonanzgesetz schlägt das des Anfangs, und das der Polarität beide, wie sich noch zeigen wird.

Wir kennen das aus Partnerschaften, die mit Liebe auf den ersten Blick beginnen, also das Gesetz des Anfangs auf ihrer Seite haben, anschließend eine wundervolle Resonanz unter Hormon-Einfluss entwickeln und dann doch noch erleben, wie bei Missachtung der Polarität und des Schattenprinzips ursprünglich heiße Liebe in kalten Hass umschlägt. Das ist heute geradezu ein kollektives Muster und trifft auch mutige Paare, die sich vor den Trau-Altar trauten, um dann doch vor dem Scheidungsrichter zu enden.

Wer diese im Hintergrund wirkenden drei Gesetze durchschaut, kann sich viel ersparen. Statt aus Fehlern wird er aus Verständnis lernen und das macht noch glücklicher als Lernen an sich schon. Den Schicksalsgesetzen zu folgen, führt zu Erfolg und Glück.

AUS ERFAHRUNGEN LERNEN – VERGANGENHEIT WERTSCHÄTZEN

Mit den Spielregeln des Lebens im Rücken lässt sich ideal aus der Vergangenheit für die Zukunft lernen und aus Erfahrung klüger werden, wie es der Volksmund nennt. Er weiß auch, aus Schaden wird man klug. Diesen Umweg erspart sich, wer durch Anwendung der Schicksalsgesetze und ihren Nutzen gescheiter wird. Statt durch Scheitern gescheiter zu werden, ist es durch Erfahrung angenehmer und leichter. Dazu verhalfen früher Legenden, Mythen, Märchen, Epen, die Geschichte und Geschichten. Heute könnten wir daraus immer noch – und zusätzlich aus Lebensgeschichten, Romanen und Filmen – lernen und statt durch Schaden, durch Nutzen wachsen. Aber selbst der Schaden anderer kann uns eines Besseren belehren. Beides sind (polare) Wege zu lernen, und Lernen macht – wissenschaftlich belegt – nicht nur klug, sondern obendrein glücklich.

Dieses Buch will anregen, beides zu sehen, aber den Nutzen über den Schaden zu stellen und sich an positiven Erfahrungen der Vergangenheit zu orientieren, daraus zu lernen und daran zu wachsen. Sie sind, wie das Folgende, zur Nachahmung empfohlen. Die ist, wie sich zeigen wird, das Geheimnis unseres Erfolges als Menschheit. Diese (ur-)alten Erfahrungen liefern tatsächlich spielerische Beispiele, wie wir so vieles gutwärts bewegen könn(t)en.

Mir ist durchaus bewusst, wie sehr das Adjektiv „gut“ heute in Verruf geraten ist. Das möchte ich gern ändern. Gutmenschen genießen in diesen Zeiten keinen guten Ruf, „gut“ gilt manchen schon als „böse“. Bertolt Brecht sagte, das Gegenteil von gut sei nicht böse, sondern „gut gemeint“. Insofern sei hier gleich zu Anfang angeregt, beides nicht zu verwechseln. All die Politik, die wir erleben und erleiden, ist möglicherweise gut gemeint. Tatsächlich wird sich zeigen, Böses tun die meisten Menschen nur, weil sie es gut meinen. Hier tut sich eine gewaltige Falle auf, die es erst zu erkennen und anschließend zu meiden gilt.

Mit „gutwärts“, einem Begriff, den ich von einem Freund entleihe, ist der wirkliche Gegenpol zu böse gemeint, konstruktiv-erlöst statt destruktiv-unerlöst.

WUNDER DER MEDIZINGESCHICHTE

Die Polarität begleitet uns überall, und so können wir manch „blaues Wunder“ erleben. Es gibt aber auch so viele wundervolle Wunder, aus denen wir so viel lernen und machen könnten. Sich über Wunder zu wundern, ist die eine Seite, sie verstehen zu lernen und uns von ihnen inspirieren zu lassen, eigene Wunder zu wirken, die andere. Das wird möglich, sobald wir ihr Wesen erkennen. Das ist eine große, wunder-volle, nicht einmal schwer zu verwirklichende Möglichkeit. In gut 40 Arztjahren durfte ich so viele Heilungs-Wunder erleben, die mich bis heute mit Dankbarkeit erfüllen. Statt sie systematisch zu verdrängen wie die Schulmedizin, habe ich sie gut erinnert und nach meinen bescheidenen Kräften nicht zu fordern, aber doch zu fördern versucht. Wo es glückte, war es immer zutiefst beglückend.

Es gibt aber zum Glück noch größere, tatsächlich kollektive, aus verschiedensten Gründen verdrängte Wunder, die ich in dieser (Welt-)Lage ganz entschieden aus der Versenkung holen und neuerlich empfehlen möchte. Wir können sie heute und jederzeit wiederholen und daran individuell und kollektiv genesen.

Das Wunder von Dänemark

Anfang des 20. Jahrhunderts legte ein Medizinstudent namens Mikkel Hindhede ein Examen ab, wie es davor in Dänemark noch keines gab. Die Erwartungen an eine große Universitätskarriere enttäuschte er und wurde Hausarzt in seiner ländlichen Heimat. Als Jahre später das größte und modernste Krankenhaus Dänemarks seiner Bestimmung übergeben wurde, folgte er dem Ruf, es zu leiten. Bekannt und aus mancher Sicht berüchtigt wurde er, weil der Medikamentenverbrauch in seiner Klinik um 75 Prozent niedriger lag als in anderen (Kranken-)Häusern. Mit nur einem Viertel der üblichen Pharmaka war er der Pharmaindustrie ein (früher) Dorn im Auge und sein Kranken- eher ein Gesundheitshaus. Konsequent wie bei sich und seiner Familie, setzte er in „seiner“ Klinik auf frische, naturbelassene Pflanzenkost als Heilmittel und auf Methoden der Naturheilkunde.

Als Dänemark während des Ersten Weltkrieges 1917 unter Blockade geriet und – da landwirtschaftlich ganz auf Tierzucht und Milchproduktion – ausgerichtet, eine Hungersnot unerhörten Ausmaßes drohte, ernannte der Regierungschef Hindhede zu seinem Berater. Der eröffnete ihm die Alternative, entweder die Bevölkerung oder die Nutztiere hungern zu lassen. Die Entscheidung fiel leicht. Man verkaufte 90 Prozent der Schweine und einen guten Teil der Kühe und anderen Nutztiere. Fleisch und Milch wurden nicht verboten, aber drastisch verteuert. Deutliche Subvention der Pflanzennahrung ließ die Bevölkerung weitgehend auf diese – damals noch automatisch vollwertige – Kost umschwenken. Die überwiegende Mehrheit folgte Hindhede wohl vor allem, weil Tierprotein für sie nun zu teuer und pflanzlich-vollwertige Kost sehr günstig war. So ersparte Hindhede den Dänen nicht nur die erwartete Hungersnot.

Aufgrund dieser Vorgeschichte ereignete sich ein Jahr später das eigentliche Wunder von Dänemark. Da die Bevölkerung mit weitgehend pflanzlicher Kost nicht nur gut überlebt hatte, sondern obendrein zunehmend gesundet war, blieb sie dabei. Als im folgenden Jahr 1918 die Spanische Grippe über die Welt kam und über 50 Millionen Todesopfer forderte, allein in Europa über 20 Millionen, verschonte sie Dänemark weitestgehend. Zwar starben auch Dänen daran, aber vor allem wohl Reiche, die sich weiterhin Tierprotein leisteten. Die Gesamtsterblichkeit war in Dänemark als einzigem Land Europas und möglicherweise in der Welt nicht höher als sonst.

The Lancet, schon vor 100 Jahren wie heute die renommierteste Medizin-Zeitschrift, anerkannte und würdigte Hindhede, der seinem Land so viel Elend erspart hatte. Er wurde so zu einem der großen Helden der Medizingeschichte, der ungezählten Dänen durch einfache, natürliche Maßnahmen das Leben rettete.

Warum nur wurde seine ebenso einfache wie günstige Behandlungsmethode mit frischer, natürlicher Kost und diese wundervolle Rettungsaktion nicht übernommen und über die Welt verbreitet?

Lag es daran, dass sie – von Interessengruppen im Gesundheitsbereich extrem bekämpft – weitgehend in Vergessenheit geriet? Diese Kost war schon damals und ist bis heute Nahrungsmittel- und Pharmakonzernen, weil Umsatz verhindernd, ein Dorn im Auge. Andererseits ist sie heute unsere größte Chance, mit der Corona- und allen weiteren Pandemien ein für alle Mal fertig zu werden.

Mit wenig viel erreichen

Einen weiteren Beleg für den durchschlagenden Erfolg dieser ebenso einfachen wie genialen Therapiemethode mit heilender pflanzlicher Vollwertkost liefert Andres Bircher, der Enkel von Maximilian Bircher-Benner. Er beschreibt berührend, wie sein berühmter Großvater zur gleichen Zeit wie Hindhede in seiner 150-Betten-Klinik in Zürich keinen einzigen Patienten an die Spanische Grippe verlor – durch pflanzlich-vollwertige Frischkost und Methoden der Komplementärmedizin.

Auch das ist weitgehend vergessen und verdrängt. Heute ist die Schweiz weiter von pflanzlich-vollwertiger Kost entfernt als die beiden anderen deutschsprachigen Länder. Wie war es möglich, solch einfache, günstige und hochwirksame Methoden einfach zu vergessen, noch dazu in einem so (Gesundheits-)bewussten Land?

Alte Studien aus weniger Pharma-dominierten Zeiten enthüllen den besseren, weil erstens gesünderen und zweitens günstigeren Weg. Ralph Bircher, Sohn von Maximilian Bircher-Benner, hat sie in seinem Buch „Geheimarchiv der Ernährungslehre“ zusammengestellt. Darin lesen wir: Bereits vor 100 Jahren gab es in einer großen Wiener Klinik einen gelungenen Versuch, Schulmedizin und Naturheilkunde zu versöhnen. Schulmediziner lernten dort die Möglichkeiten der Naturheilkunde kennen, schätzen und integrieren, und Naturheilärzte, sich im Bedarfsfall auf die (Notfall-)Möglichkeiten der Schulmedizin zu verlassen. Wie konnten solch erfolgreiche Erfahrungen der Integration und nachhaltiger Kompromisse nur in Vergessenheit geraten?

Positiv gefragt: Was könnten wir für Wunder wirken, führten wir – studienbelegt – Infektionen reduzierende pflanzliche Kost ein und unterstützten sie gesundheitspolitisch, statt sie nach (steuerlichen) Kräften zu behindern? Dazu reichte es – wie vor 100 Jahren in Dänemark – Steuern auf tierproteinreiche Kost deutlich zu erhöhen und die auf pflanzlich-vollwertige Lebensmittel zu reduzieren oder ganz zu streichen. Es bräuchte also nicht einmal Verbote, nur etwas guten Willen. Der fehlt heute so sehr, aber warum?

Mischkost bliebe Reichen und weniger Einsichtigen vorbehalten. Mit der Zeit und den immer deutlicher werdenden Unterschieden bezüglich Gesundheit und Lebenserwartung würde sie sich von selbst erübrigen.

Fassen wir die ganze Medizin ins Auge, ergibt sich mit den heutigen Möglichkeiten moderner Schul- und sie ergänzender Komplementärmedizin die Chance, unsere Gesundheit kollektiv dramatisch zu verbessern.

Wie einfach könnten wir, statt Infektionen, Epi- und Pandemien ausschließlich zu bekämpfen, Abwehrkraft und Gesundheit insgesamt fördern und Welt-Wunder wirken durch Umstellung auf pflanzliche Kost – gute 100 Jahre nach dem Wunder von Dänemark und dem in der Bircher-Benner-Klinik! Wem verdanken wir diese Unterlassungssünden, außer erfolgreichem Lobbyismus von Nahrungsmittel- und Pharmaindustrie und der entsprechenden Hörigkeit gegenwärtiger Politiker? Vielleicht auch unserer Bequemlichkeit oder gar Gier?

Was aber, wenn wir jede(r) Einzelne mit unserem eigenen kleinen Wunder beginnen und zunächst unserem Körperland Frieden bringen? Was, wenn wir unsere Verwandten und Bekannten in diesem positiven Sinne infizieren und mit gutem Beispiel überzeugen? Was, wenn aus vielen kleinen Inseln der Gesundheit größere werden? Wenn sie zusammenwachsen und wir uns zusammenfinden und gemeinsam etwas Großes bewegen? Gemeinsam in unserer Gemeinde, in unserem Kreis, in vielen Gebieten und anschließend unserem Land? Und in vielen Ländern, Kontinenten und schließlich der Welt?

Peace Food heißt nicht nur Friedensessen, es meint genau das: Frieden im Innern und Außen, mit dem eigenen Immunsystem, mit den ärmsten, hungernden Menschen auf unserem Heimatplaneten, denen wir nicht länger ihre Nahrung für unsere Schlachttiere zweckentfremden, aber auch Frieden mit Um- und Mitwelt und den Tieren.

Da unsere Obrigkeiten – aus welchen Gründen auch immer – von dieser Lösung offensichtlich nicht nur nichts wissen wollen, sondern sie sogar nach Kräften bekämpfen, sind wir auf uns selbst angewiesen. Aber sogleich die gute Nachricht: Wir können jederzeit für und bei uns damit anfangen – und diese Entwicklung ist bereits – trotz ebenso erstaunlicher wie massiver Gegenpropaganda – erfreulich gut und stark unterwegs – eine Grassroots- oder Graswurzel-Bewegung, auf dem Weg zu einer großen, weltweiten Wiesenlandschaft.

IMPULSE ZU HEILUNG UND VORBEUGUNG

Die Beispiele für solch vorteilhafte Veränderungen des Lebensstils sind zahlreich und überzeugend, sobald wir uns dieser Möglichkeit öffnen. Solange die Menschen auf Okinawa ihre angestammte, einfache, frische Kost und den dazu passenden bodenständigen Lebensstil bewahrten, blieben sie gesund und langlebiger als Japaner sowieso schon. Sobald sich die Männer aber dem Lebensstil der US-amerikanischen Soldaten der großen Militärbasis öffneten, verloren sie Gesundheit und Langlebigkeit. Heute leben sie elender und sterben deutlich früher als ihre Frauen und die übrigen Japaner. In dem Maße, wie sich die Frauen allmählich ebenfalls dem „American Way of Life“ anschlossen, erlebten auch sie den frühzeitigen Niedergang ihrer Gesundheit und vorzeitigen Tod.

Ähnliches haben US-Indianer wie die Pima, aber auch viele Südsee-Insulaner erlebt, wie auch die Menschen in Bali und überall auf der Welt, wo sie sich der Industrienahrung öffneten. Es ist ein weltweites Phänomen, und wir sind seine Zeugen. Solange indigene Völker ihren ursprünglichen Lebensstil bewahrten, konnten sie auch ihre, gemessen an den Weißen, hohen ethischen Standards erhalten. Sobald sie hingegen Lebens-, Ess- und vor allem auch Trinkgewohnheiten der Eroberer übernahmen, verfielen mit der Gesundheit auch Kultur und Ethik.

Ein eindrucksvolles Beispiel bieten die Hunzukuts – die Bewohner des Hunzatals – im Himalaja. Solange sie das fast vollkommen abgeschiedene Leben eines kleinen Bergvolkes in ihrer kargen Gebirgsregion lebten, waren sie ein moralisch erstaunlich integres und für unsere Maßstäbe ausgesprochen ehrliches Volk. Im Frühjahr, wenn ihnen regelmäßig die Nahrung ausging, begann ihre natürliche längere Fastenperiode mit ihrem berühmt guten Wasser. Sie kannten weder Verbrechen noch Kriminalität, dafür umwerfende Solidarität und tiefe religiöse Verbundenheit.

Als eine – militärischen Absichten Indiens geschuldete – Straße sie an die moderne Zivilisation anschloss, war Fasten nicht mehr notwendig und genug kalorisch ausreichende, ansonsten minderwertige Industrienahrung vorhanden. Gesundheit und Moral verfielen zusehends und gleichermaßen. Wo es bis dato keine Kriminalität gab, zog sie rasch und unerbittlich ein. Verbundenheit untereinander und die vorher unbedingte Solidarität schwanden, spirituelle Werte verloren an Bedeutung. Wenig später lebten die Hunzukuts schon in der Erbärmlichkeit, die typisch ist für spät an unsere sogenannte Zivilisation angeschlossene indigene Gemeinschaften.

Der amerikanische Zahnarzt Weston Price, der von 1870 bis 1948 lebte und als „Charles Darwin der Ernährung“ galt, stellte auf Expeditionen zu Beginn des letzten Jahrhunderts Ähnliches überall auf der Welt fest: Indigene Völker, die die bewährte Kost und den Lebensstil ihrer Vorfahren beibehalten hatten, begegneten ihm fast durchgehend liebenswert, heiteren Gemüts und gastfreundlich. Dagegen brachte ihnen die Übernahme unserer Zivilisationskost bereits nach wenigen Jahren körperliche und seelische Verfallserscheinungen, und berechnende Charakterzüge begannen die natürliche Herzlichkeit zu ersetzen.

KONSEQUENZEN DREIER EINFACHER SCHRITTE

Ein Modell und drei Vorschläge, um mit kleinen Veränderungen bei Einzelnen Großes im Großen und Ganzen zu bewirken, noch ganz ohne andere natürliche oder geistig-seelische Schritte – am Körper, in der uns vertrauten Welt der Materie, ansetzend:

Die Hindhede- und Bircher-Benner-Methode:

Pflanzlich-vollwertige frische Kost steuerlich bevorzugen, Tierprotein hoch besteuern.

Gründliche Aufklärung vom Kindergarten an über diese Ernährung.

Fasten als Einstieg in den Umstieg entsprechend wieder popularisieren als beste Methode, Süchte und Abhängigkeiten zu überwinden und sich davon nachhaltig zu befreien.

Gesundheitliche und soziale Konsequenzen:

Massentierzuchthäuser rechnen sich wegen mangelndem Absatz und höherer Auflagen nicht mehr und schließen.

Fleisch- und Milchwirtschaft gehen drastisch zurück und mit ihnen verschwinden viele Krankheitsbilder.

Die Trinkwassersituation verbessert sich mit sinkenden Nitrat-Werten drastisch.

Die Bewegungslust nimmt – wissenschaftlich belegt – zu.

Grippewellen ebben ab und schwächen sich innerhalb weniger Jahre ab, weil die Abwehrkraft kollektiv wächst, und Erreger aus dem geschonten und respektierten Tierreich nicht mehr auf abwehrstarke Menschen überspringen.

Todesfälle und Amputationen wegen resistenter unbeherrschbarer Keime gehen wie diese zurück.

Allergien werden rasch wieder so selten wie vor 100 Jahren, als sie fast unbekannt waren.

Zivilisationskrankheiten wie Autoimmunkrankheiten reduzieren sich drastisch wie Rheuma, MS und Hashimoto.

Zivilisations-Risikofaktoren wie Übergewicht, Bluthochdruck, metabolisches Syndrom, Insulin-Resistenz, Typ-2-Diabetes werden zu Ausnahmen.

Angst-Syndrome lassen drastisch nach, schon, weil wir die im Fleisch gebundene Angst von Schlachttieren vermeiden.

Herzinfarkte verschwinden (nach Caldwell Esselstyn).

Krebserkrankungen nehmen signifikant ab.

Alzheimer wird wieder so selten wie vor 100 Jahren, d. h. verschwindet.

Magen-Darm-Probleme gehen drastisch zurück.

Die Bevölkerung wird generell und auf vielen Ebenen gesünder.

Risikofaktoren nehmen dramatisch ab.

Infektionen reduzieren sich drastisch.

Abhängigkeiten werden insgesamt selten.

Sozialpolitische Konsequenzen:

Krankenkassen-Kosten implodieren.

Krankenhäuser werden frei und Ärzte können sich echter Vorbeugung und Aufklärung widmen.

Echte Vorsorge wird üblich und ersetzt Früherkennung und viel Schulmedizin.

Menschen bleiben bis ins hohe Alter fit: Altern wird als Geschenk erkannt.

Wirtschaftspolitische Konsequenzen:

Nahrungsmittelkonzerne schrumpfen dahin.

Pharmakonzerne schrumpfen sich gesund, während die Bevölkerung gesundet.

Eigenanbau wird zum Volkssport.

Landwirtschaftliche Industriearbeiter stellen sich neuerlich um und werden wieder zu Bauern, deren Arbeit geachtet und geschätzt wird.

Gemeinschaftsprojekte entstehen überall.

DURCHBRUCH ZU EIGENVERANTWORTUNG

Wer kann uns hindern, freiwillig unsere Ernährung umzustellen, wie die Dänen notgedrungen vor 100 Jahren, und an dieser Lebensstil-Veränderung zu gesunden? Ist die moderne Not noch nicht ausreichend, eigenständige Schritte zu setzen und kollektive ins Gespräch zu bringen? Wer außer uns selbst kann die Lösung sofort angehen?

Projektion ist das Gegenteil von Eigenverantwortung und bedeutet, anderen die Verantwortung, sogar Schuld zu geben an eigenen Problemen und Lebensumständen. Die berühmte und beliebte Sündenbock-Methode!

Sie führt im Außen zu Feinden und Problemen, im Inneren zu Symptomen und Krankheitsbildern.

Wer andererseits seine Projektionen zurücknimmt, übernimmt auch die ganze Verantwortung für sein Leben. Dadurch befreit er es und sich von äußeren Schuldigen, Feinden und bösen Umständen, und Betreffende leben und erleben Selbstbestimmung und Eigenverantwortung.

Was immer uns im Außen begegnet, muss in Resonanz mit uns sein. Wenn es etwas ist, was uns gefällt, ist es in Resonanz mit unserem bewussten Sein. Wenn es uns missfällt, ist es in Resonanz mit unserem unbewussten Sein, unserem »Schatten«. Bewusste Wahl von Umgebung und Umwelt beeinflusst somit unsere Resonanz.

In Eigen- oder Selbstverantwortung gelangen wir ans Ziel, denn wenn niemand da draußen mehr schuld ist, liegt alle Verantwortung im Sinne der Aufgabe, Antworten zu finden, Projektionen zu beenden und Selbstverantwortung zu übernehmen, bei uns selbst. Antworten für uns selbst zu finden, führt auf den Weg zu Selbstverantwortung.

Sündenböcke und andere Böcke, (auf) die wir schießen können

Viele unserer Probleme scheinen am Geld zu hängen und an denjenigen, die es im Überfluss haben und als Shareholder in Konzerne investieren, um es so weiter zu vermehren. Konzerne sind aber keine Eigenwesen, sondern von Menschen entworfene Konstruktionen zu genau diesem einen Zweck, Geld zu verdienen. Die meisten sind Aktiengesellschaften, in deren Statuten genau das als Aufgabe festgeschrieben steht. Daran ist nichts Geheimnisvolles und dahinter steckt weder böse Absicht noch Verschwörung. All das geschieht ganz offen, und trotzdem werden Konzerne rasch zu Sündenböcken, auf die wir – und auch ich – bezüglich der Pharma- und Nahrungsmittel-Konzerne zu projizieren neigen. Eine gute Möglichkeit ist, spätestens, wenn der Zorn verraucht ist, sich wieder einzukriegen und die Projektion bewusst zurückzunehmen.

Das ist einfach, verlangt aber, sich einzugestehen, dass die Mehrheit offensichtlich diese Konzerne fördert und folglich auch will, sonst gäbe es sie nämlich nicht (mehr). Wessen Produkte wir nicht mehr kaufen, der muss letztendlich schließen. Wir bräuchten also nur aufzuhören, die jeweiligen Produkte zu kaufen, schon wäre Schluss mit ihnen und den Konzernen, die sie produzieren, beziehungsweise würden die sich rasch unseren neuen Bedürfnissen und Wünschen anpassen. Letztlich haben wir selbst also die ganze Verantwortung und auch erhebliche Macht. Gleiches gilt für Social-Media-Konzerne. Solange wir diejenigen weiter nutzen, die zensieren, brauchen wir uns eigentlich nicht zu beschweren.

Am schwierigsten ist wohl, das immer bei sich selbst zu erkennen. Für mich heißt das zum Beispiel, trotz allem Erfolg von Krankheit als Symbol und Peace Food ist es mir offensichtlich (noch) nicht gelungen, eine Mehrheit von (m)einer ganzheitlichen psychosomatischen Medizin und einem gesunden Lebensstil zu überzeugen. Sie verbindet Psyche und Soma in dieser Reihenfolge und ergänzt sie mit den Säulen der Gesundheit: Ernährung, Bewegung, Entspannung, Atem und Umwelt, wogegen kaum jemand ist. Aber sie verlangt Eigenverantwortung, und das ist den meisten wohl noch zu unbequem oder beschwerlich.

Dabei ist es so einfach zu durchschauen, dass Konzerne

von Menschen gegründet sind, um möglichst viel Geld zu verdienen und

nichts verkaufen können, was wir nicht kaufen.

Unser Einkaufszettel gibt uns also erhebliche Macht über unser Leben und auch über Konzerne und zwar viel mehr als der Wahlzettel – außer in der Schweiz mit ihrer Basisdemokratie.

Wir entscheiden also mehrheitlich, was Konzerne und Bauern produzieren und sind folglich auch verantwortlich dafür. Einmal mehr sind wir diejenigen, deren Aufgabe es ist, Antworten zu finden, statt aufzugeben im Sinne von resignieren. Das Wort re-signieren bedeutet, die Unterschrift oder Signatur unter den Vertrag mit dem Leben und der Welt zurückzuziehen.

Statt Wut auf angeblich Schuldige im eigenen Bauch zu kultivieren, wäre es viel sinnvoller, zielführender und obendrein gesünder, Mitgefühl im Herzen zu entwickeln. Wut, die wir im Bauch mit uns herumtragen, schwächt uns und unser Immunsystem und macht uns anfällig für Krankheitsbilder und Fehlverhalten wie Lust auf Vergeltung oder gar Rache.