Erhalten Sie Zugang zu diesem und mehr als 300000 Büchern ab EUR 5,99 monatlich.
Haben Sie genug von Sex, Alkohol, Drogen, Geld, Glück, Liee, Spaß, Lebensinhalten, Exzessen, Angst, Hass, Trauer, ...? Oder Haben Sie nur ausreichend? Was wäre, wenn einhundert Seiten bedrucktes Papier Ihre Lebenseinstellung grundlegend verändern könnten, würden Sie die herausfordernde Herausforderung annehmen? Oder bleiben Sie heute beim Kaffee mit Milch und Zucker wie immer, für immer... Jeder stellt sich diese Fragen, aber haben Sie wirklich schonmal eine plausible Antwort darauf bekommen? Die Entscheidung liegt am Ende immer bei Ihnen, aber ob diese Richtig oder Falsch war, entscheiden die Anderen, oder etwa nicht? Ihre Chance. Nehmen oder weglegen.
Sie lesen das E-Book in den Legimi-Apps auf:
Seitenzahl: 92
Veröffentlichungsjahr: 2013
Das E-Book (TTS) können Sie hören im Abo „Legimi Premium” in Legimi-Apps auf:
Der Sinn des Lebens
Taschenlektüre
Andreas T. Grey
Imprint
Der Sinn des Lebens
Radgeber zum Richtigen Verfahren im LebenAndreas T. Grey
published by: epubli GmbH, Berlin, www.epubli.de Copyright: © 2011 Andreas Greifelt
ISBN 978-3-8442-4635-3
Auch als gedruckte Version Erhältlich!
Lieber Leser, vielen Dank für’s Aufschlagen des Buches. Sie haben soeben einen Schritt gemacht, den sich mehrere dutzend Andere nicht getraut haben. Lieber gucken, nicht anfassen. Und wenn anfassen, dann nur, weil man den Titel interessant findet und mal den lustigen, informativen Text auf der Rückseite des Bandes lesen will, der sowieso von einem Menschen geschrieben wurde, der das Werk nicht einmal ansatzweise kennt, vielleicht grade mal eben schnell überflogen hat. Soviel sei gesagt, Sie haben meinen Respekt und dafür möchte ich Sie belohnen. Wobei das Wort belohnen hier nicht falsch verstanden werden darf. Jedenfalls möchte ich Ihnen empfehlen, wenn Sie angefangen haben, lesen Sie vom Anfang bis zum Ende, von vorne nach hinten, ohne Springen, aber mit eventuellen Pausen, sonst verstehen Sie nicht das, was ich eventuell sagen oder nicht sagen möchte. Interpretieren Sie, wo und wie Sie wollen, haben Sie Spaß beim Lesen, scheuen Sie sich nicht zu lachen, gerade über die Ironie, die vielleicht gefunden wird. Dieses Werk ist wie eine Schwarzwälder Kirschtorte: Sieht hübsch aus, kann man regelrecht aufsaugen, wenn man das möchte, es schlägt auch teilweise auf den Magen, aber wenn man fertig ist, dann weiß man, was man gemacht hat, ohne es wirklich zu bereuen. (Falls Sie ein körperbegründetes Problem mit Kuchen haben, dann ersetzen Sie wahlweise die Schwarzwälder Kirsch durch einen fettreduzierten Light-Joghurt mit viel Geschmacksverstärkern, denn der ist ja auch teilweise spannend.) Nehmen Sie dieses Werk nicht als Lebensphilosophie, da hat die Kirche wohl besseres zu bieten, aber nutzen Sie es mit ruhigem Gewissen als Einschlafhilfe, Briefbeschwerer, Grund sich aufzuregen oder um Migräne nicht vortäuschen zu müssen, vielleicht sogar als einfache Erweiterung Ihres Denkhorizonts für Kritikfähigkeit oder Lebensqualität. Jeder so, wie er mag. Hauptsache ist, dass Sie nach dem Beenden der letzten Seite entweder ein Lächeln im Gesicht oder ein flaues Gefühl in der Magengegend haben, denn nur dann habe ich meinen Job gut gemacht und Sie Ihr Geld nicht rausgeworfen. Ich wünsche Ihnen viel Vergnügen mit meiner persönlichen Antwort in Form des papier-gewordenen, schlaflosen Albtraumes, auf die essentiellste aller Fragen. Vorhang auf.
Die Existenz
Am Anfang war das Wort. Das Wort war Erster. Wer hat das Wort gesagt oder geschrieben? Womit hat er dies getan? Gut, man könnte jetzt mit der Einseitigkeit der deutschsprachigen Übersetzung argumentieren, möchte ich aber nicht. Denn am Anfang war nicht das Wort. Am Anfang war nichts, nichts was wir als bekannt oder erklärbar beschreiben könnten. Und aus irgendeinem guten Grund hat sich dieses Zeug, welches da existierte, zu einem großen Energieball entwickelt, aus dem alles für uns Sichtbare entstanden ist. Ebenfalls entstanden durch noch mehr Zufälle unser Sonnensystem, unsere Erde, die Planetenkonstellation, das Leben auf unserem Planeten, und somit noch vieles mehr. Wenn es einen dieser abermilliarden Zufälle nicht gegeben hätte, dann würden Sie jetzt nicht dieses Werk und die Gedanken dahinter begutachten können, denn dann wären Sie nämlich prinzipiell nicht existent. Es gibt aber noch andere Möglichkeiten.
„Am Anfang war ein Mann mit Bart,Das Deckhaar doch wohl eher karg,Und weil es gab zu tu'n nicht,Erschuf er kurzerhand ein Licht.
Nun konnte er sehen, doch nicht viel,So erschuf er Planeten in kunstvollem Stil.
Nach einem Tag Trunk und Getanze,Erschuf er die schöne Welt der Pflanze.
Ein weiterer Tag laufen auf VierenUnd die Welt war voll mit Tieren.
Aber das Lustigste war dann,
Als die Langeweile wieder kam,Er sich Haut und Knochen nahm,Und erschuf den starken Mann,
Aus dessen Rippe sein ewig’ Untertan.
Der Mensch mit seinen Eigenarten,Faulenzt nur im Edengarten,
Weil er dies wohl für nötig hält,Verfällt sehr schnell die schöne Welt.
Der Mann mit Bart kann das nicht loben,Verschwindet einfach schnell nach oben.“
Diese kleine Anreihung von gleich klingenden Sätzen stellt im Allgemeinen dar, was sich diverse Weltreligionen als Begründung für die Reihe von Zufällen ausgedacht haben. Wobei man an dieser Stelle dieser Fantasie Ruhm und Anerkennung gebühren sollte. Aber noch eher sollte man die radikale Durchsetzung dieser intelligenten Lehren im hellen Mittelalter rühmen. Dort haben es im späteren Europa heimische Religionsgemeinschaften richtig extravagant angehen lassen. Man darf dabei gerne mit den Kreuzzügen beginnen, bei denen in Stahlbleche verpackte Männer es für nötig hielten, die Religionsgemeinschaft und dessen Oberhaupt in ferneren Regionen zu vertreten. Jeder, der diese Bekehrungsveranstaltungen aus termintechnischen Gründen nicht wahrnehmen konnte, wurde kurzerhand zum Bräunen an eine horizontal aufgestellte hölzerne, kreuzförmige Streckliege genagelt, oder eben gleich mit dem Schwert erschlagen. Diese sollte noch nicht alles gewesen sein. Die Werbung neuer Mitglieder fand natürlich auch in der Heimat statt. Dort existierte ein Verfahren, indem man auf einen Stuhl gesetzt wurde, und falls man verdächtig war, nachzudenken, also nicht mehr fähig der Religionsgemeinschaft beizutreten, wurde man in einen Teich, oftmals auch Sumpf, zum Schwimmen mit verbundenen Händen und Füßen geschickt. Natürlich gab es davon auch noch eine Volksfestvariante. Da wurde der Verdächtige an die schon bekannte horizontal aufgestellte hölzerne Liege gestellt, aber diesmal festgebunden, denn so kann man leichter zappeln, so wie etwa ein Kind im Gefrierschrank. Im nächsten Schritt wurde man bei zweihundert bis fünfhundert Grad schön kross gebacken, dies ohne Ofen, dafür aber mit klimakorrektem brennendem Holz. Man mag es kaum für möglich halten, aber eine Klimadiskussion gab es damals auch schon. Nur hatte man da noch nicht den Sündenbock in Form des Kraftfahrzeuges, sondern beschuldigte einfach die vielen zu verbrennenden Ketzer, welche sich als Probleme in Rauch auflösen mussten. Im weiteren Verlauf der Geschichte ereigneten sich noch so einige lustige Dinge bezüglich der weit verbreiteten Glaubensgemeinschaften. Viele Gemeinschaften ließen Bücher drucken, die keiner lesen konnte, um sagen zu können, was nicht in den Büchern steht, damit niemand versteht, dass jeder zum Narren gehalten wird. In diesen Büchern wurde der große Bärtige, der erst Anfangs so liebenswert den blauen Planeten erschaffen hatte, ein paar Seiten später als böser Onkel von nebenan bezeichnet, welcher alles von oben sieht und hört, bei jedem, Tag und Nacht. Das war zumindest ein einfacher Weg sich vor einer denkenden Gesellschaft zu schützen. Doch des großen Bärtigen zum Danke, war diese denkende Gesellschaft nicht länger als zirka eintausendfünfhundert Jahre unterdrückbar. Denn nachdem wieder jemand, Dank großer Langeweile, das lustige Buch der Glaubensgemeinschaft in eine halbwegs verständliche Sprache, nämlich deutsch, übersetzt hatte, glaubte keiner mehr so recht an einen großen bösen Bärtigen, sondern an einen gerechten großen Bärtigen. Das führte zwar auch wieder zu vielen Toten durch Auseinandersetzungen, aber es führte auch zu einer Spaltung der heimischen Glaubensgemeinschaft. Nachdem also ein Großteil der homogenen Masse das Denken begann, fing der Mensch an, alles zu hinterfragen und somit neue Dinge zu sehen. Er sah, wie er von innen aussah, was hieß, dass er sah, aber auch, dass die Glaubensgemeinschaft wieder versucht, alle Sehenden zu verbrennen. Da sie das nicht schaffte, entdeckte man sogar, dass der Mensch und die Erde nicht der Mittelpunkt von aller Existenz ist, sondern ein Teil eines unvorstellbar großen Apparates. Die großen Glaubensgemeinschaften erkannten dies sogar an, aber nur weil man mögliche neue Mitglieder auf anderen Planeten vermutete. Bevor man aber weiter weg mit dem Suchen begann, kümmert man sich um den eigenen Planeten, da man nun wusste, dass man nicht auf einer Scheibe, sondern einer Kugel lebt. Diese Weiterentwicklung der Hirnmasse durch Erkenntnisse führte zu den ersten Erklärversuchen für die Weltordnung. Nach langen Überlegungen kam man auf ein superuniversales Wort: „gottgegeben“. Nun wurden gottgegeben ein paar Schiffchen zum Erkunden in die Weite Welt geschickt. Leider war die heimische Zivilisation etwas enttäuscht, als man mit Kräutern und dunkelhäutigen Menschen, die keiner verstand, zurückkam. Aber wie immer hatte man eine Lösung parat. Das Kraut rauchte man ganz einfach, da nahm es nicht so viel Platz weg, und die Dunkelhäutigen nutzte man als billige Arbeitskräfte. Man konnte ja nicht ahnen, dass diese auch nur Menschen waren, aber sie hatten ja auch nichts gesagt. Man verfolgte weiterhin diese Methode dieses Güteraustausches, welches zu einem enormen Wirtschaftswachstum führte. Ebenfalls fuhr die Glaubensgemeinschaft mit der Werbung neuer Mitglieder fort. Ein Beispiel aus vielen ist das von zwei verfeindeten Stämmen, nennen wir sie Horststamm und Hansstamm. Die beiden Stämme bekämpften sich seit Jahrhunderten, aber beide Stämme konnten damit leben, außer natürlich die paar wenigen Toten jeden Monat.
Jedenfalls kam die tolle Glaubensgemeinschaft zum Horststamm und erzählte diesen, wie man Dinge wie Nächstenliebe und Diplomatie schreibt. Der Horststamm verstand die Vorteile, nahm also Teile des Werbungsprogramms in seine Struktur auf. Das Problem an der ganzen Sache war aber, dass der Hansstamm nicht so viel davon verstand, die Glaubensgemeinschaft vom Hof jagte und dann den Horststamm angriff. Das Ergebnis aus der Bekehrung zum Guten war, dass der Horststamm in seine molekularen Bestandteile zersetzt wurde und der Hansstamm lachend das neue Gebiet in Empfang nahm. Wer jetzt denkt, die Glaubensgemeinschaft sei gescheitert, irrt leider, denn diese hatte anschließend den Horststamm versklavt und für den Abbau von Rohstoffen genutzt. Es lebe die Zivilisation.Die Entwicklung setzte sich fort in der Legitimation des Wortes „gottgegeben“. Ein Wissender, heute würde man es Laborassistent in der biologischen Forschung bezeichnen, entwickelte eine Theorie, die er durch hohen Einfallsreichtum als Darwinismus bezeichnete. Diese Theorie spricht von einem ungeschriebenen Gesetz, dem Gesetz des Stärkeren. Das bedeutet, egal was existiert und lebendig scheint, ist einerseits stärker, aber andererseits schwächer, als etwas anderes. In beispielhafter Darstellung kann man hier von einer ersten Idee einer Nahrungskette sprechen, an der, man mag es nicht für möglich halten, der Mensch wohl ganz oben steht. Dies bedeutete für die Zukunft, dass es der Glaubensgemeinschaft noch leichter fallen würde „gottgegeben“ zu verwenden, da man einfach sagt, nicht der Mensch, sondern der große Bärtige stehe ganz oben. Und wenn die Glaubensgemeinschaft etwas sagt, von dem sie behauptet, der große Bärtige hätte es ihnen ins Ohr geflüstert, war das in Ordnung, denn es kam ja von oben. Man sagt ja immer: Alles Gute kommt von oben, sofern es nicht gerade Klärschlamm regnet.
Irgendwann, kurz vor der Entwicklung der Nahrungskette, hatte sich der Mensch mit absolut anderen Dingen beschäftigt. Die Entwicklungen aus mehr als eintausendfünfhundert Jahren sollten grundlegende Veränderungen mit sich bringen, welche die Dynamik und Anpassungsfähigkeit der Menschen zeigen sollte. Man beendete endlich die Schmach des Mittelalters und dessen Feudalherrschaft und führte etwas völlig Neues ein, den Absolutismus. Also hatten jetzt nicht mehr Glaubensgemeinschaften und ein paar Männer mit Metallkränzen auf dem Kopf das Sagen über viele, viele kleine dumme Bauern, sondern ein Mann mit großem Metallkranz und einem dicken Wintermantel, den er auch im Sommer trug. Dieser hatte das Sagen über viele andere mit Pelzmänteln. Die wiederum hatten das Sagen über viele, viele arme kleine dumme Bauern. Also im Gesamten etwas völlig Neues.
