Die 100 besten Fußball-Tore - Lothar Berndorff - E-Book

Die 100 besten Fußball-Tore E-Book

Lothar Berndorff

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Beschreibung

Hammer, Hackentricks und Soli: von Zinzinhos Tor in der Weltmeisterschaft von 1950 bis hin zu Franck Ribérys Torkünsten. Die 100 besten Fußball-Tore aus der ganzen Welt!

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Veröffentlichungsjahr: 2011

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Die

100

besten

Fußball-Tore

Hammer, Hackentricks und Soli

TORE NATIONAL

01 - DAS TICKET ZUR Ü-80-WM

Kurt Meyer, 2001

02 - ER MACHT ALLES FALSCH

Günter Netzer, 1973

03 - DER GROSSE WURF

Uwe Reinders, 1982

04 - DAS PERFEKTESTE TOR ALLER ZEITEN

Klaus Fischer, 1977

05 - DER MEISTE ELFER ALLER ZEITEN

Bernd Cullmann, 1972

06 - SCHUSS IN DIE HISTORIE

Gerhard Faltermeier. 1971

07 - FUMMELN, LIEBLING

Pierre Littbarski, 1985

08 - GUTES AUGE

Mike Hanke, 2004

09 - BRUST-STIRN-FUSS

Olaf Marschall, 1998

10 - WINTERTANZ

Giovane Elber, 1999

11 - PRÖLLS TOR DES JAHRES

Alex Alves, 2000

12 - ÜBER DIE HÄLFTE

Klaus Augenthaler, 1989

13 - LUPFER UND LUFTLÖCHER

Franck Ribery, 2007

14 - DER TOR-BAN

Dieter Hoeneß, 1982

15 - „WATSCHN“ SCHLÄGT TRAUMTOR

Alfred Kohlhäufl, 1977

16 - STANDFUSSBALL

Günter Netzer, 1973

17 - BRACHIALSCHUSS IN DIE BESTSELLERLISTE

Lukas Podolski, 2006

18 - SOLO FÜR SIMMES

Daniel Simmes, 1984

19 - DER LANGE WEG ZUM TOR

Klaus Allofs, 1986

20 - MISTER FALLRÜCKZIEHER UND DER FUSSBALL-THRILLER

Klaus Fischer, 1982

21 - DER SCHATTENMANN TRITT ANS LICHT

Michael Fink, 2008

22 - DIE NEUE VOKABEL: WELTPOKALSIEGERBESIEGER

Nico Patschinski, 2002

23 - DER WERNER ENKE DES STRAFRAUMS

Werner Balte, 1971

24 - VOM TOR DES JAHRES ABWÄRTS

Erwin Kostedde, 1974

25 - EIN FRANZÖSISCHES TOR

Karl-Heinz Rummenigge, 1980

26 - REMMIDEMMI MIT FRANZ

Franz Beckenbauer, 1994

27 - OHNE RUMMEL MIT WILHELM

Jürgen Wilhelm, 1983

28 - LEUCHTENDE AUGEN BEI 6:6!

Olaf Thon, 1984

29 - CHA-CHA-CHA

Azuka "Jay-Jay" Okocha, 1993

30 - LE TOR

Ulrik Le Fevre, 1971

31 - OIOIOIOI

Peter Lövenkrands, 2007

32 - SCHNIX, DER WEISSE BRASILIANER

Bernd Schneider, 2001

33 - OMAS DEUTSCHMARK

Benjamin Lauth, 2002

34 - MEISTER BOGENLAMPE

Manfred Burgsmüller, 1985

35 - IM TOR-AUS STECKT AUCH EIN „TOR”

Thomas Helmer, 1993

36 - MONSIEUR HACKE

Wolfgang Holoch, 1972

37 - SEIN REICH KOMME

Siggi Reich, 1988

38 - HIN UND HER, DAS IST NICHT SCHWER

Marcelinho Paráiba, 2001

39 - DISTANZIERT

Massimilian Porcello, 2007

40 - DIE DÄNISCHE ABWEHRKANONE

Kasper Bøgelund Nielsen, 2005

41 - EINE DEUTSCH-DEUTSCH-POLNISCHE KARRIERE

Darius Wosz, 1996

42 - EIN DRAUMDOR

Lothar Matthäus, 1990

43 - DER FLIEGENDE GÖPPINGER

Jürgen Klinsmann, 1987

44 - DER FALLRÜCKZIEHER, DEN KLAUS FISCHER NICHT SCHIESST

Andreas Müller, 1991

45 - RÜCKEN-TAUCH-SEIT

Jürgen Wegmann, 1988

46 - GRÜSSE AUS DEM BERMUDA-DREIECK

Bernd Schuster, 1994

47 - EIN PFUND VON ZIMMERMANN

Gerhard Zimmermann, 1975

48 - DER MEISTE ELFER ALLER ZEITEN

Bernd Cullmann, 1972

49 - BITTE NICHT DEN RASEN BERÜHREN

Klaus Mehler, 1980

50 - ICH STAND JA NICHT IM TOR

Reinhold Hintermaier, 1982

01 - DAS TICKET ZUR Ü-80-WM

Es ist diese Sekunde, in der Kurt Meyer unsterblich wird. Die Sekunde, in der er alles richtig macht. Der scharfe Pass, die gefühlvolle Annahme, die kurze Drehung, der Blick. Bruchteile von Sekunden später landet der Ball im Winkel, unhaltbar für den gegnerischen Torwart. Was Meyer an diesem 20. Januar, sieben Minuten vor dem Pausentee, nicht ahnt: Soeben hat er das Tor des Jahres 2001 erzielt. Gewiss, Meyer hat viele Tore in seiner Laufbahn geschossen, mittlerweile ist er 80 Jahre, da kommt schon einiges zusammen. Doch so perfekt wie an diesem Nachmittag auf dem Sportplatz von Blau-Weiß-Post Recklinghausen gegen die Erzrivalen vom FC Jung-Siegfried Hillerheide hat Meyer selten gezielt, und wenn, dann hat das Fernsehen unentschuldigt gefehlt. Und so ist es das Sahnehäubchen auf Meyers Glück, dass just an diesem Nachmittag ein Kamerateam der „Lokalzeit Dortmund“ den Meyerschen Geniestreich für die Ewigkeit im Bild festhält. Meyer, der jahrzehntelang „auf dem Pütt“ als Hauer unter Tage gearbeitet hat, ist plötzlich ein Star. Sein Treffer schlägt nicht nur bei der Wahl zum Tor des Monats die millionenschwere Konkurrenz von Ballack bis Böhme aus dem Rennen, Mitte Januar 2002 wird der 80-jährige Amateur-Spieler live in der Sportschau für sein „Tor des Jahres“ geehrt. DFB-Präsident Gerhard Mayer-Vorfelder und Bayern-Trainer Ottmar Hitzfeld übermitteln ihre Glückwünsche. Der Torschütze wird herumgereicht, von Fliege bis Jauch, nimmt eine Platte auf, schließt einen Werbevertrag mit einem Arzneimittelhersteller ab und lässt sich durch einen Manager professionell vermarkten. Dabei ist Meyers Erfolgsrezept denkbar einfach: „Als Jugendtrainer hab ich meinen Jungs immer gesacht: Jungs, ihr könnt trinken, soviel ihr wollt, aber fangt mir nich datt Rauchen an. Datt Bier schwitzte wieder aus, datt Nikotin nich.“

 

02 - ER MACHT ALLES FALSCH

Und dann gibt es diese Momente im Leben, in denen man alles falsch macht. „Ich versuche diesen Doppelpass mit dem Rainer Bonhof,“ wird der Torschütze später zu Protokoll geben. „Den haben wir im Training hunderte von Malen geübt, der hat nie geklappt.“ Immerhin, dieses Mal kommt der Ball wie gewünscht zurück, doch dann „treffe ich den Ball völlig falsch. Wenn ich ihn richtig erwische, wird’s ein harmloser Roller.“ Der Ball rutscht Günther Netzer also in dieser 94. Minute des Pokalfinals 1973 über den sprichwörtlichen linken Schlappen. Zu seinem Glück, denn auf diese Weise schlägt der Ball krachend im linken Winkel des Kölner Tores ein. Ein denkwürdiges Spiel ist entschieden und das auf denkwürdige Art. Noch nie in der Geschichte des DFB-Pokals haben die Zuschauer ein Finale auf einem spielerischen Niveau gesehen, wie es ihnen am 23. Juni 1973 im Düsseldorfer Rheinstadion geboten wird. Torchancen im Minutentakt auf beiden Seiten, ein gehaltener Elfmeter und zwei Torhüter, die über sich hinauswachsen. Es grenzt an ein Wunder, dass nach Ablauf der regulären 90 Minuten nur zwei Tore gefallen sind, die Gladbacher Führung durch Herbert Wimmer und der Kölner Ausgleich durch Herbert Neumann. Nur eines fehlt dem Spiel: das Aufeinandertreffen der Mittelfeldgiganten Wolfgang Overath und Günther Netzer. Overath spielt nur 70 Minuten und Netzer, dessen Wechsel zu Real Madrid bereits feststeht, gar nicht. Fachlich ist die Entscheidung von Trainer Hennes Weisweiler, Netzer in diesem Finale nicht zu bringen, nachvollziehbar. Er ist nicht in bester körperlicher Verfassung, zudem ist gerade seine Mutter gestorben. Doch davon wissen die Fans im Rheinstadion nichts, sie pfeifen sich die Seele aus dem Leib. Zu einem Orkan wird das Pfeifkonzert, als Netzer auch zur zweiten Halbzeit nicht erscheint. Was die Zuschauer nicht wissen: Weisweiler hatte Netzer einwechseln wollen, doch der hatte sich geweigert. Noch. Denn als Christian Kulik nach Ablauf der regulären 90 Minuten vollkommen erschöpft ist, trifft der Star die Entscheidung, „an der Bank vorbei zu laufen und dem Herrn Weisweiler mitzuteilen, dass ich jetzt spiele.“ So betritt Netzer dann also die Bühne, und spätestens der ungelenke Freudensprung nach seinem 2:1-Treffer zeigt, dass Weisweiler völlig Recht hatte: Der Mann ist schlicht und ergreifend nicht fit.

 

03 - DER GROSSE WURF

Sprechen wir doch einmal über Fußballregeln. Punkt 15 zum Beispiel: „Der Einwurf ist eine Spielfortsetzung. Aus einem Einwurf kann ein Tor nicht direkt erzielt werden.“ Keine ganz neue Regel, international bekannt und doch Grundlage eines kleinen Fußballdramas, das sich am 21. August 1982 im Bremer Weserstadion abspielt. In den Hauptrollen: Werder-Stürmer Uwe Reinders, WM-Teilnehmer und nebenbei einer der besten Werfer der Liga und der Bayern-Torwart Jean-Marie Pfaff. Der hat gerade erst bei den Münchnern angeheuert, er soll nach Walter Junghans und Manfred Müller der erste Nachfolger Sepp Maiers sein, der dessen Erbe gerecht wird. Dafür bringt der Mann vom SK Beveren alle Voraussetzungen mit: Pfaff kommt nicht nur mit der Empfehlung eines Vizeeuropameistertitels nach München, auch bei der WM 1982 in Spanien hat er mit herausragenden Leistungen geglänzt. Bis zur 44. Minute passiert an diesem sonnigen Samstag nicht viel. Dann gibt es einen Einwurf für Bremen von der linken Seite, Torentfernung etwa 35 Meter. Uwe Reinders holt sich den Ball, und dass der auch einen passablen Handballer abgegeben hätte, hat sich bis nach Belgien offenbar nicht so recht rumgesprochen. Reinders holt aus, wirft weit in Richtung Bayern-Tor, wohl hoffend, dass ein Mitspieler an den Ball kommt. Reinders‘ Mitspieler verpassen, stattdessen hat Pfaff das Leder – nicht. Er berührt den Ball nur ganz leicht, aber es reicht, um dem Ball einen Effet zu geben, der ihn Richtung Tor trudeln lässt. Pfaff hechtet hinterher, aber vergebens, es steht 1:0 für Werder Bremen, bei diesem Stand wird es auch bleiben. Das wäre selbst dem „Fliegenfänger“ Walter Junghans nicht passiert mag mancher Bayern-Fan anschließend denken, und auch der Eigentorschütze selbst ist untröstlich: „Ball steigt plötzlich hoch, über die Finger weg, malheur, grand malheur,“ schilderte Pfaff die Szene. Er wird darüber hinwegkommen, wird Elfmeter halten, Titel gewinnen und mit Belgien 1986 WM-Vierter werden. Und der Einwurf von Bremen wird auch nicht das bitterste Gegentor seiner Karriere bleiben. Das wird der Algerier Rabah Madjer am 27. Mai 1987 im Finale des Europapokals der Landesmeister in Wien schießen, es ist der 1:1-Ausgleich für den FC Porto, Endstand 2:1 für die Portugiesen. Immerhin, Madjer erzielt sein Tor nicht mit der Hand, sondern mit der Hacke. Das darf man.

 

04 - DAS PERFEKTESTE TOR ALLER ZEITEN