DUMONT Reise-Handbuch Reiseführer E-Book - Volker Alsen - E-Book

DUMONT Reise-Handbuch Reiseführer E-Book E-Book

Volker Alsen

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Beschreibung

Mit den DUMONT Reisehandbuch E-Books Gewicht sparen im Reisegepäck!

E-Book (ePub) basiert auf: 3. Auflage 2025

Unvergessliche Erlebnisse im Tropenparadies mit dem DUMONT Reise-Handbuch Costa Rica

Costa Rica fasziniert seine Besucher vom ersten Augenblick an. Kein Wunder, denn das kleine mittelamerikanische Land bietet erstaunlich viele Naturschätze und kulturelle Überraschungen. Das Reise-Handbuch von DuMont führt Sie zu den bekannten Sehenswürdigkeiten ebenso wie zu versteckten Kleinoden abseits der ausgetretenen Touristenpfade.

  • Reiseführer für Aktivurlauber mit detaillierten Cityplänen und Wanderrouten
  • Hilfreiches zur Vorbereitung: Vorschläge für Rundtouren, Empfehlungen zur Zeitplanung und alle Reiseinfos von A bis Z
  • Informative Einführung zu Costa Rica und Themenseiten mit besonderen Geschichten und Fakten
  • Die Highlights jeder Region auf einen Blick: die schönsten Routen, aktive Naturerlebnisse und Tipps des Autors
  • Die besten Adressen für Übernachtungen, Restaurants, Shopping und mehr, vom Autor kommentiert und bewertet


Vom Pazifik bis zur Karibikküste: Abenteuer zwischen den Ozeanen

Den Sonnenaufgang an den Stränden der Karibik bestaunen, mittags einen Vulkan besteigen und am Abend vor der Pazifikküste surfen gehen – in Costa Rica ist das möglich. Mit dem DUMONT Reise-Handbuch finden Sie heraus, welche Attraktionen und Aktivitäten sich in Costa Rica besonders lohnen. Alle Regionen vom Lago Arenal im Norden bis zu den Mangrovenwäldern im Süden werden detailliert beschrieben. Ausgewählte Aktivtouren und Tipps des Autors führen Sie zu Ausflugszielen, die nicht jeder kennt. Lassen Sie sich bei einem gemütlichen Kochkurs an der Playa Junquillal in die Geheimnisse der Tico-Küche einweihen oder machen Sie beim Rafting auf dem Río Pacuare Bekanntschaft mit dem kühlen Nass – der umfassende Reiseführer für Costa Rica bietet die passenden Ideen für Ihr individuelles Urlaubserlebnis!

Das E-Book können Sie in Legimi-Apps oder einer beliebigen App lesen, die das folgende Format unterstützen:

EPUB
MOBI

Seitenzahl: 789

Veröffentlichungsjahr: 2025

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Inhalt

Das grüne Paradies zwischen den Ozeanen

Reisen in Costa Rica

Planungshilfe für Ihre Reise

Vorschläge für Rundreisen

Wissenswertes über Costa Rica

Steckbrief Costa Rica

Natur und Umwelt

Wirtschaft, Soziales und Politik

Geschichte

Zeittafel

Gesellschaft und Alltagskultur

Architektur, Kunst und Kultur

Wissenswertes für die Reise

Anreise und Verkehr

Übernachten

Essen und Trinken

Outdoor

Feste und Veranstaltungen

Reiseinfos von A bis Z

Unterwegs in Costa Rica

Kapitel 1 – San José und das Zentraltal

Auf einen Blick: San José und das Zentraltal

San José

Stadtgeschichte

Orientierung

Zentrum

Nördlich des Stadtzentrums

Westlich des Stadtzentrums

Westliche Vororte

Escazú

Santa Ana

Aktiv:Wanderungen in den Cerros de Escazú

Cerros de Escazú

Ciudad Colón

Parque Nacional La Cangreja

Nördliches Zentraltal

Heredia

Alajuela und Umgebung

Die Vulkane rund um San José

Westlich von San José

Östlich von San José

Kapitel 2 – Die Karibikküste

Auf einen Blick: Die Karibikküste

Vom Zentraltal in Richtung Karibik

Die Südroute über Turrialba

Aktiv:Rafting auf dem Río Pacuare

Die Nordroute über Guápiles

Nördliche Karibikküste

Limón und Moín

Parismina

Tortuguero

Parque Nacional Tortuguero

Aktiv:Mit dem Kanu durch den Tortuguero-Nationalpark

Cerro Tortuguero

Südliche Karibikküste

Von Limón nach Cahuita

Cahuita und Umgebung

Puerto Viejo de Talamanca

Reserva Finca Curré

Südliche Strände

Refugio Nacional Gandoca-Manzanillo

Parque La Amistad

Zur Grenze nach Panama

Kapitel 3 – Der Norden

Auf einen Blick: Der Norden

Das Sarapiquí-Tal

Rund um den Nationalpark Braulio Carrillo

Aktiv:Wandern am Barva-Vulkan

Abstecher Richtung Nicaragua

Vom Zentraltal nach La Fortuna

Über Bajos del Toro in den Norden

La Fortuna und Umgebung

Rund um den Lago Arenal

Östlich des Sees

Die Nordroute um den See

Monteverde/ Santa Elena

Aktiv:Wanderungen in Monteverde

Vom Arenalsee Richtung Nicaragua

Los Chiles

Reserva Nacional Caño Negro

Parque Nacional Volcán Tenorio

Kapitel 4 – Der Nordwesten und die Nicoya-Halbinsel

Auf einen Blick: Der Nordwesten und die Nicoya-Halbinsel

Von Liberia in den Norden

Liberia

Curubandé

Anfahrt zum P. N. Rincón de la Vieja

Parque Nacional Rincón de la Vieja

Volcán Miravalles

Weiter nach Norden

Richtung Nicaragua

Nicoya-Halbinsel

Costa Ricas »Riviera«

Tamarindo

Parque Nacional Marino Las Baulas

Von Tamarindo bis Junquillal

Von Junquillal bis Sámara

Sámara

Im Zentrum der Nicoya-Halbinsel

Golf von Nicoya

Aktiv:Biolumineszenz-Tour im Kajak

Im Süden der Nicoya-Halbinsel

Kapitel 5 – Die zentrale Pazifikküste

Auf einen Blick: Die zentrale Pazifikküste

Von Puntarenas Richtung Süden

Puntarenas

Von Puntarenas nach Jacó

Jacó

Von Jacó nach Quepos

Rund um Quepos

Von San José Richtung Cerro de la Muerte

Valle de Orosi

Aktiv:Fahrradtour durch das Orosi-Tal

Über den Cerro de la Muerte

Cerro de la Muerte

Parque Nacional Los Quetzales

Rund um den Quetzal-Nationalpark

Aktiv:Trekking auf dem Quetzaltrail

San Isidro de El General

San Gerardo de Rivas

Parque Nacional Chirripó

Aktiv:Besteigung des Cerro Chirripók

Kapitel 6 – Die südliche Pazifikküste

Auf einen Blick: Die südliche Pazifikküste

Von Dominical bis zur Osa-Halbinsel

Dominical

Abstecher ins Landesinnere

Uvita

Parque Nacional Marino Ballena

Ojochal

Palmar

Boruca

Die Osa-Halbinsel

Die Westküste

Parque Nacional Corcovado

Aktiv:Wanderung durch den Corcovado-Nationalpark

Die Ostküste

Reserva Forestal Golfo Dulce

Vom Golfo Dulce nach Panama

Piedras Blancas

Parque Nacional Piedras Blancas

Golfito und Umgebung

Zancudo

San Vito

Paso Canoas (Grenze)

Kulinarisches Lexikon

Sprachführer

Register

Bildnachweis/Impressum

Themen

Vulkane – glühende Feuerberge

Nationalparks – Refugien für Tiere und Pflanzen

Land ohne Heer – die Abschaffung des Militärs

Kaffee – das dunkle Gold Costa Ricas

Zwischen Tradition und Moderne: die Indígenas

Pura Vida

Meeresschildkröten – Nomaden der Ozeane

Chillen unter der Sonne: Faultiere

Schlangen – lautlose Jäger des Dschungels

Erfolgsgeschichte Ökotourismus

Birdwatching

Kakao – die Frucht der Götter

Aras – bedrohte Juwelen der Lüfte

Juwel des Dschungels – der Quetzal

Walbeobachtung – aber richtig

Esferas Precolombinas – mysteriöse Kugeln aus Granit

Alle Karten auf einen Blick

San José und das Zentraltal: Überblick

San José

Westlich der Innenstadt

Santa Ana

Wanderungen in den Cerros de Escazú

Die Karibikküste: Überblick

Rafting auf dem Río Pacuare

Mit dem Kanu durch den Tortuguero-Nationalpark

Südliche Strände

Der Norden: Überblick

Wandern am Barva-Vulkan

La Fortuna und Umgebung

Lago Arenal

Monteverde/Santa Elena

Wanderungen in Monteverde

Der Nordwesten und die Nicoya-Halbinsel: Überblick

Liberia

Parque Nacional Rincón de la Vieja

Tamarindo

Die zentrale Pazifikküste: Überblick

Quepos und P.N. Manuel Antonio

Fahrradtour durch das Orosi-Tal

Trekking auf dem Quetzaltrail

Besteigung des Cerro Chirripó

Die südliche Pazifikküste: Überblick

Bahía Drake und Umgebung

Wanderung durch den Corcovado-Nationalpark

Das grüne Paradies zwischen den Ozeanen

Den Sonnenaufgang an der Karibikküste bestaunen, mittags einen Vulkan besteigen und am späten Nachmittag vor der Pazifikküste aufs Surfbrett steigen – in Costa Rica ist das möglich! Viel schöner aber ist es, das tropische Paradies langsam zu erkunden. Denn das mittelamerikanische Land hat auf engstem Raum erstaunlich viele Naturschätze und ein paar kulturelle Überraschungen zu bieten.

Costa Rica fasziniert Besucher vom ersten Augenblick an – viele kommen immer wieder oder bleiben gleich ganz hier. Kein Wunder! Wohl kaum ein anderes Reiseziel bietet so viel Spektakuläres derart dicht beieinander. Obwohl das Land mit seinen rund 50 000 km2nur 0,03 % der gesamten Erdoberfläche bedeckt und damit ungefähr so groß ist wie die Schweiz, lassen sich hier 6 % der weltweiten Tier- und Pflanzenarten finden. Die Chancen, in Costa Rica ein seltenes Tier im Dickicht zu erblicken, stehen äußerst gut, auch wenn Jaguare, Pumas und Tapire nicht unbedingt die Nähe zum Menschen suchen. Mit Sicherheit aber hört und erblickt der aufmerksame Besucher Affen, Faultiere, Nasenbären und unzählige bunt schillernde, exotische Vögel. Und zu bestimmten Zeiten auch Wale, die dann an der Pazifikküste vorbeiziehen.

Die abwechslungsreichen Landschaften mit Regen-, Trocken- und Nebelwäldern, Traumstränden und den von Vulkanen geprägten Gebirgszügen der Kordilleren tragen natürlich ihren Teil zu der Faszination bei. Zwischen den beiden Weltmeeren lassen sich bis zu 3600 m hohe, rauchende Vulkane besteigen, Nebelwälder durchwandern, Expeditionen im Bergregenwald unternehmen und die Vielfalt des tropischen Regenwaldes zu Fuß oder vom Kajak aus bestaunen. Ein Land für Abenteurer und Entdecker, denen sich eine schier unüberschaubare Vielfalt an Outdoor-Möglichkeiten bietet. Ob Canopy über das Blätterdach des Regenwaldes, Rafting auf Flüssen wie dem reißenden Río Pacuare, Baden unter tosenden Wasserfällen, aufregende Wanderungen abseits der Zivilisation durch den schwül-heißen Corcovado-Nationalpark ganz im Süden des Landes oder durch den mystischen Quetzal-Park und nicht zuletzt Tauchen im Pazifischen Ozean – man wird mehr als einen Besuch benötigen, um all die faszinierenden Angebote wahrnehmen zu können.

Und natürlich ist die offene, herzliche Art der Ticos ein weiteres schlagkräftiges Argument, Costa Rica zu besuchen. Pura Vida (»reines Leben«) – so das Lebensmotto der Costa-Ricaner, das in der Tat ansteckend wirkt. Viele Gäste lassen sich gerne von der entspannten, costa-ricanischen Lebensart ›infizieren‹, zu der auch eine große Hilfsbereitschaft gehört. Hat man ein Problem, ist sofort jemand zur Stelle, der einem bereitwillig hilft, ohne dafür eine Gegenleistung zu erwarten! Die Ticos sind ein stolzes Volk. Stolz auf ihr Land, die »reiche Küste« (costa rica), mit ihren unzähligen Naturschönheiten zwischen den beiden Ozeanen. Da ist es übrigens auch gar nicht verwunderlich, dass sich viele Costa-Ricaner im Umweltschutz engagieren.

Während die Karibik mit bunten Hütten, Reggae, Hippieflair und Traumstränden besticht, bietet der Pazifik gute Wellen und eine atemberaubende Unterwasserwelt, sodass Strandliebhaber die Qual der Wahl haben. Lieber Pazifik oder Karibik? Zum Glück muss man sich nicht zwingend entscheiden, sondern kann selbst bei einem recht kurzen Aufenthalt im Land beide Küsten erleben und genießen.

Costa Rica zählt jährlich fast 3 Mio. Besucher, mehr als halb so viele, wie das Land Einwohner hat. Um die Naturschönheiten nicht zu zerstören, setzt die Regierung deshalb schon seit vielen Jahren auf den Ökotourismus. 27 % der Landfläche sind als Naturschutzgebiete ausgewiesen, so viel wie in keinem anderen Land der Erde. An Artenvielfalt bleibt Costa Rica weltweit unübertroffen – hier haben unzählige Tiere und Pflanzen ein geschütztes Habitat. Besucher können dabei ihren Teil zum Umweltschutz beitragen, indem sie kritisch und bewusst reisen, die richtigen Ziele ansteuern und während der Reise umweltfreundliche Projekte unterstützen. Das wird ihnen in Costa Rica leichtgemacht, dank zahlreicher lobenswerter Tourismusprojekte, z. T. von einzelnen Bauern ins Leben gerufen, z. T. von Organisationen oder Geschäften initiiert. In diesem Buch wird immer wieder auf Projekte hingewiesen, die von Besuchern profitieren. Projekte, die das eingenommene Geld in den Umweltschutz und damit in den Erhalt der einzigartigen Naturräume investieren.

Aber nicht nur die wunderschöne Tier- und Pflanzenwelt und das heitere Lebensgefühl sind ein Grund, Costa Rica zu besuchen. Auch die sichere politische Lage macht das Land für Urlauber attraktiv. Im Gegensatz zu anderen lateinamerikanischen Ländern erlebte Costa Rica schon lange keinen Militärputsch mehr. Als drittes Land der Welt schaffte es das Militär komplett ab. Man investierte lieber ins Bildungs- und Gesundheitswesen als in Soldaten. Überraschend anders – so präsentiert sich das grüne Paradies zwischen den Ozeanen seinen staunenden Besuchern.

Der Autor

Volker Alsen

www.posadanena.com, www.alautentico.com

Volker Alsen lebt schon über die Hälfte seines Lebens in Lateinamerika und gibt die Einblicke, die er dort sammelt, als Autor von Reiseführern weiter. In Costa Rica, Panama, Venezuela und Guatemala hat er sich einen Namen als Pionier für Abenteuerunternehmungen und als Spezialist für Individualtourismus gemacht. 2008 siedelte er mit seiner Familie von Venezuela nach Costa Rica um, wo er heute zwei kleine Hotels betreibt: die Posada Nena in Santa Ana und die Posada Nena Karibik in Puerto Viejo. Außerdem unterstützt er mit seiner Reiseagentur alautentico Reisende, die das echte Erlebnis suchen, individuell reisen und Kontakt zu den Ticos suchen.

Reisen in Costa Rica

Mit seiner bunt-schillernden Tierwelt, den smaragdgrünen Landschaften, traumhaften Stränden und nicht zuletzt den herzlichen, aufgeschlossenen Costa-Ricanern, kurz Ticos genannt, zählt Costa Rica zu den Traumzielen dieser Erde.

Dem Schutz der Natur verpflichtet

Wohl kaum ein anderes Land auf dieser Erde bietet auf so kleinem Raum eine so ausgeprägte Vielfalt an Fauna und Flora. Hier ist die Natur noch in Ordnung, ja sie wird sogar immer besser! Bis vor 40 Jahren wurden noch Wälder abgeholzt, Tiere gejagt, es entstanden Monokultur-Plantagen und die Meere wurden leer gefischt – doch dann setzte ein Umdenken ein. Heute sind wieder 58 % der Landesfläche von Wald bedeckt, 27 % als Nationalparks ausgewiesen. Umweltschutz gehört zum täglichen Leben – Costa Rica ist nach Bhutan das zweite Land der Erde, das klimaneutral ist.

Ein Ziel für Individualtouristen

Massentourismus ist in Costa Rica ein Fremdwort, die meisten Besucher ziehen kleine, umweltbewusste Lodges und Anbieter vor. Und davon hat das Land reichlich zu bieten. Das macht Costa Rica zu einem nicht ganz billigen Reiseland, denn Qualität hat eben ihren Preis. Wer sich nicht in seiner Urlaubsfreude stören lässt, weil morgens um 5 Uhr die Brüllaffen schreien, die Vögel balzen oder andere Urwaldbewohner einen Heidenlärm veranstalten, wer sich an einem einsamen Faultier erfreuen kann oder ein spannendes Prickeln fühlt, wenn er am Morgen Jaguarspuren vor dem Zelt sieht – der ist hier richtig und sehr willkommen.

Wer unabhängig und auch abseits der ausgetretenen Pfade unterwegs sein möchte oder Lodges fernab der Zivilisation bevorzugt, plant seine Reise am besten mit dem Mietwagen. Aber auch mit öffentlichen Verkehrsmitteln, allem voran mit dem Bus in Verbindung mit dem Taxi und auf einigen Routen auch mit einem Kleinflugzeug, kommt man in Costa Rica gut ans Ziel. Das Land ist klein und das Verkehrsnetz gut.

Natur und Abenteuer

Nach Costa Rica reist man in erster Linie wegen der atemberaubenden Natur und Tierwelt. Urwälder in allen Vegetationsstufen, aber auch maritime Nationalparks, in denen man hervorragend tauchen und schnorcheln kann und wo sich Traumstrände erstrecken, laden zu Entdeckungstouren ein: Die Eiablage der Riesenschildkröten, Rote Aras, die durch die Lüfte schweben, diebische Nasenbären, bewegungslose Faultiere, schwirrende Kolibris, spielende Delfine oder der Buckelwal mit seinem Kalb … Faszinierende Begegnungen sind garantiert. Nicht zuletzt für Vogelliebhaber – im Land wurden über 920 verschiedene Vogelarten gezählt, das sind mehr als doppelt so viele, wie man in ganz Nordamerika findet. Fündig wird man in erster Linie in den Regenwäldern, im Nationalpark Tortuguero und im Nationalpark Corcovado. Auch die Vulkane im Zentraltal sowie die Bergnebelwälder im Braulio-Carrillo-Nationalpark und bei Monteverde sind bedeutende Refugien. Und auch die Trockenwälder auf der Nicoya-Halbinsel bieten einzigartige Lebensräume für eine Reihe ganz besonderer Vogelarten.

Geschulte Guides

Wer aufmerksam durchs Land reist und sich dabei auch einmal von einem der hervorragenden Guides führen lässt, der wird sehr viel über Costa Rica erfahren. »Guide« ist hier ein Ausbildungsberuf mit ständigen Fortbildungen und recht strengen Auflagen. Lokale Touristenführer findet man an den Eingängen zu Nationalparks, aber auch Lodges und Camps beschäftigen professionelle Guides. In diesem Buch wird an einigen Stellen auf ganz besonders empfehlenswerte Guides hingewiesen.

Aktiv unterwegs

Aktivurlaub, ohne dabei der Umwelt zu schaden, ist zweifellos eine Gratwanderung. In Costa Rica aber werden zahlreiche Aktivitäten angeboten, die nicht nur im Einklang mit der Natur stehen, sondern diese sogar schützen. Viele der Schutzgebiete sind in privater Hand und finanzieren sich über die Besucher und die Aktivitäten, die dort angeboten werden. Am bekanntesten ist das Canopy – das angeblich in Costa Rica erfunden wurde. Beim Canopy (Ziplining) schwebt man an einem Draht- bzw. mittlerweile z. T. auch an einem (fast geräuschlosen) Kunststoffseil durch den Urwald. So gibt es z. B. in den Wäldern bei Monteverde/Santa Elena Strecken von mehr als 1 km Länge, teils werden 400–500 m tiefe Schluchten ›überflogen‹. So spannend es klingt, in der Regel sind solche Touren gut abgesichert, professionell begleitet und höchsten Sicherheitsstandards verpflichtet. Weitere Beispiele für Abenteuer- und andere Aktivitäten sind Klettern und Wandern, Vulkanbesteigungen, Rafting und Tubing, Canyoning, Reiten, Tauchen, Schnorcheln (besonders an der Pazifikküste), SUP und alles, was sich einfallsreiche Geschäftsleute bislang so ausgedacht haben …

Abtauchen an Traumstränden

Wer Strand und Aktivitäten in und am Wasser sucht, der hat es nicht ganz leicht. Denn bei über 1200 km Küstenstreifen ist die Auswahl groß. Strände zum Baden und Schnorcheln findet man z. B. in Nordguanacaste und an der südkaribischen Küste, solche mit langer Dünung für SUP am Südpazifik. Wer zum Wellenreiten kommt oder als passionierter Surfer eine harte Brandung sucht, wer ständige Brisen zum Kitesurfen benötigt, der wird entlang der gesamten Pazifikküste glücklich, wo die besten Spots liegen. Es gibt weiße und schwarze Sandstrände, solche mit Muschelsand sowie Kiesel- und Felsstrände. Ob Karibik oder Pazifik, Nord oder Süd – die Möglichkeiten zum Abtauchen sind in Costa Rica groß und vielfältig.

Die rippenartigen Brettwurzeln verleihen den tropischen Baumriesen eine ganz erstaunliche Standfestigkeit und Stabilität

Kulturelle Höhepunkte

Die Ticos gelten als leidenschaftliche Theaterbesucher. Und so verwundert es nicht, dass vor allem in der Hauptstadt und im Zentraltal regelmäßig Theater- und Tanzaufführungen, Konzerte, Festivals und Programmkino das Leben versüßen. Aber auch in der Provinz – und dazu zählt hier alles, was nicht in der Nähe der Hauptstadt San José liegt – hat sich in den letzten Jahren kulturell einiges getan.

Neben dem Nationaltheater und dem Theater Melico Salazar in San José mit einem breiten Repertoire bieten zahlreiche kleine Bühnen – viele davon etwas östlich des Zentrums – ein buntes Programm für jeden Geschmack. Daher lohnt es sich für den kulturell interessierten Besucher durchaus, ein wenig Zeit in oder in der Nähe der Hauptstadt zu verbringen. Zumal sich hier auch die interessantesten Museen des Landes befinden – besonders eindrucksvoll das recht moderne Jademuseum.

Private Banken sowie einige Stiftungen organisieren Konzerte, und das nicht nur in San José, sondern im ganzen Land, und engagieren dafür manchmal internationale Künstler, die die bisweilen hervorragenden nationalen Musiker aufs Beste ergänzen. In San José und den westlichen Vororten werden am Wochenende oft kleine Konzerte gegeben – teils in Bars oder Restaurants, teils in etablierten Läden wie dem Jazz-Café Escazú. Über Aktivitäten rund um San José informiert die kostenlose Monatszeitschrift GAM-Cultural, die häufig ausliegt, aber noch aktueller online unter www.gamcultural.com einzusehen ist. Hier findet man Ausstellungen, Konzerte, Feste, Tanzaktivitäten und folkloristische Veranstaltungen.

Pauschalreisen

Seit der Corona-Pandemie ist das Angebot an Pauschalreisen sehr breit gefächert. Statt Massenreisen setzen viele Veranstalter verstärkt auf spezialisierte Programme. Colibri (www.colibri-travel.de) und Puraventura (www.puraventura.de) sind nur zwei Beispiele für deutsche Tourveranstalter. Sie bieten auch themenbezogene Reisen an.

WICHTIGE FRAGEN VOR DER REISE

Welche Dokumente benötigt man zur Einreise nach Costa Rica? >>

Sind Impfungen vorgeschrieben oder empfehlenswert? >>

Sollte man Geld schon zu Hause tauschen oder erst im Land? >>

Welches Budget muss ich für meine Reise nach Costa Rica einplanen? >>

Wo kann ich fertige Rundreisen buchen bzw. zusammenstellen lassen? >>

Was ist die beste Reisezeit? Kann ich das Land das ganze Jahr über besuchen? >>

Ist Costa Rica ein sicheres Reiseland?>>

Kann ich als Frau allein zu einer Rundreise aufbrechen? >>

Welche Kleidung und Ausrüstung gehört ins Gepäck? >>

Planungshilfe für Ihre Reise

Angaben zur Zeitplanung

Bei den hier angegebenen Fahrtzeiten handelt es sich um Erfahrungswerte von Reisen mit Fahrzeugen, die über Allradantrieb (4 x 4) verfügen. In Costa Rica stehen Fahrtzeiten in keinem klar definierten Verhältnis zu den Entfernungen, da sie von der Straßenqualität, dem Verkehr und dem jeweiligen Fahrzeug abhängen.

Kulturerlebnis

Naturerlebnis

Die Kapitel in diesem Buch

1. San José und das Zentraltal:>>

2. Die Karibikküste:>>

3. Der Norden:>>

4. Der Nordwesten und die Nicoya-Halbinsel:>>

5. Die zentrale Pazifikküste:>>

6. Die südliche Pazifikküste:>>

Vom Dörfchen Tortuguero aus starten spannende Touren in den gleichnamigen Nationalpark

1. San José und das Zentraltal

Die Hauptstadt San José und das zentrale Hochtal sind Start- und Endpunkt fast jeder Costa-Rica-Reise. Von Bergen umgeben, bildet die recht überschaubare Stadt den unvermeidbaren Verkehrsknotenpunkt für Reisende. Die interessantesten Museen und Sehenswürdigkeiten konzentrieren sich dabei auf das Stadtzentrum, darunter das Museo de Jade, das Museo de Oro Precolumbino mit seinen mehr als 2000 prä-kolumbischen Schmuckstücken aus Gold und das Nationalmuseum. Von der Avenida Central, die als Hauptachse die Innenstadt durchschneidet, lassen sich die meisten Sehenswürdigkeiten und hübschen Plätze rasch erreichen. Doch nicht nur die Stadt, auch die Umgebung bietet eine Menge: Parks, Kultur, Gastronomie, Feste und natürlich viel Natur mit Optionen für Touren und spannende Outdoor-Aktivitäten. Dazu gehören die nahen Vulkane, wie der Poás und der Irazú, aber auch Flüsse zum Raften oder Wanderziele, wie die Cerros de Escazú.

San José

• Cerros de Escazú

• Vulkan Poás

Gut zu wissen: Um San José zu erkunden, ist es nicht zwingend notwendig, in der Stadt zu wohnen. Das Zentraltal bietet Unterkünfte in der Natur, jedoch in Stadtnähe. Hervorragend geeignet sind die westlich gelegenen Kleinstädte mit direkter Busverbindung und Wandermöglichkeiten vor Ort, Santa Ana etwa, von wo aus man die Vulkane, die Stadt und die nahen Naturschutzgebiete rasch erreicht.

Die Vulkane Poás und Irazú gehören fraglos zu den weltweit eindrucksvollsten Feuerbergen, die man besuchen kann, im Rahmen einer organisierten Tour oder auch auf eigene Faust. Es werden zudem Tagesausflüge in die Arenal-Region oder zu Strandzielen angeboten, doch sollte man diese besser bei einer Rundreise als eigene Ziele ansteuern.

Zeitplanung

San José inkl. Tagestouren:2–4 Tage

2. Die Karibikküste

Von San José aus in Richtung Osten erreicht man nach Überquerung der Cordillera Central relativ schnell die Karibische Ebene. Noch in der Hochebene, gut von der Hauptstadt aus zu erreichen, liegt der Ort Turrialba, der eine der wenigen archäologischen Kultstätten des Landes aufweist: das Nationalmonument Guayabo. Hier startet auch die spannende Raftingtour auf dem Río Pacuare Richtung Karibik. Sowohl der Norden als auch der Süden der Karibikküste bietet für Besucher lockende Ziele. In der Mitte, bei Puerto Limón, muss man dagegen keinen längeren Stopp einlegen. Ganz anders der Tortuguero-Nationalpark nördlich der Provinzhauptstadt, er ist ein Muss auf jeder Costa-Rica-Reise! Das tierreiche Regenwaldgebiet ist das größte Nistgebiet der Grünen Meeresschildkröte – und traumhaft schön.

Die südliche Karibikküste entspricht genau den Vorstellungen, die man von der Karibik hat: Regenwald bis zum Strand, weiße Strände mit viel Sonne und Reggae rund um die Uhr.

Nationalmonument Guayabo

• Parque Nacional Tortuguero

• Parque Internacional La Amistad

Gut zu wissen: Die Karibikküste lässt sich in drei Bereiche teilen, wobei Tortuguero ein eigenständiges Ziel bildet, genau wie die südlichen Strände bis zur Grenze von Panama und das Karibische Becken mit seinen Flusssystemen, Urwäldern und weiten Steppen.

Zeitplanung

Tortuguero:2 TageKaribisches Becken:1 TagSüdkaribische Küste:3–8 Tage

3. Der Norden

Im Norden Costa Ricas reiht sich, oft in kurzer Distanz, ein Höhepunkt an den nächsten. Der Braulio-Carrillo-Nationalpark beginnt schon im Zentraltal und stellt eines der wichtigsten Naturschutzgebiete des Landes dar. Zu den bekannten Highlights gehören der Vulkan Arenal, der Cerro Chato, der Arenalsee und die zahlreichen heißen Quellen. Darüber hinaus locken Flüsse zum Raften und zur Tierbeobachtung, die Reserva Nacional Caño Negro, Vulkane, Wasserfälle, der himmelblaue Río Celeste und die große Ebene sowie die Nebelwälder bei Monteverde – allesamt in kurzen Distanzen und einfach zu erreichen.

• Parque Nacional Braulio Carrillo

• Río Celeste

Gut zu wissen: Der Norden ist durchgehend gut erschlossen, verlangt aber trotzdem häufig gekonntes Offroad-Fahren, denn einige Wege sind unbefestigte Straßen, z. T. mit Furten, und nicht einfach zu befahren. Viele wirklich aufregende Ziele liegen hier in relativ bequemer Entfernung zueinander, sodass man entweder täglich den Ort wechselt oder sternförmig von einem Ort aus die verschiedenen Ziele ansteuert.

Zeitplanung

La Fortuna, Arenal und Umgebung:3 TageNationalpark Braulio Carrillo:2 TageRío Celeste und/oder Caño Negro:je 1 Tag

4. Der Nordwesten und die Nicoya-Halbinsel

Costa Rica ist keine klassische Stranddestination, dennoch bietet das Land Traumstrände, die meisten davon im Nordwesten des Landes, vor allem in der Region Guanacaste. Auf der Nicoya-Halbinsel z. B. locken u. a. die Strände von Sámara, Junquillal, Nosara und Tamarindo. Hinzu kommt, dass sich hier der Himmel meist wolkenlos zeigt und das stabilste Wetter herrscht – es ist gewissermaßen der »Sunshine State« Costa Ricas. Und da ein bisschen Strandfeeling zu einer Reise einfach dazugehört, bietet sich die Nordpazifikküste perfekt für die letzten Urlaubstage an.

Aber Strände und Sonne sind wiederum längst nicht alles, was Besucher hierher lockt. Die Mangroven und Trockenwälder der Nicoya-Halbinsel bergen einen großen Reichtum an Lebensformen, die Vulkane Miravalles und Rincón de la Vieja hervorragende Trekkingoptionen, dazu gibt es heiße Quellen, Flüsse und Wasserfälle sowie dichte Regenwälder.

• Parque Nacional Rincón de la Vieja

• Junquillal

• Golf von Nicoya

Gut zu wissen: Sonne, Strand und noch mehr Sonne. Die Nicoya-Halbinsel und Guanacaste sind ein ideales Reiseziel für Sonnenanbeter und Badeurlauber.

Das Hinterland und die Nationalparks bieten zudem Urwälder mit Trekkingoptionen, Flüsse zum Raften und heiße Quellen, in denen z. T. gebadet werden kann. Ganz im Norden befindet sich die Grenze zu Nicaragua, auf den letzten 50 km vor den Grenzübergängen muss man mit häufigeren Kontrollen rechnen.

Zeitplanung

Strandtage:mind. 4 TageLandesinneres/Norden der Provinz:3–4 Tage

5. Die zentrale Pazifikküste

Das Naherholungsgebiet der Hauptstädter liegt quasi direkt vor den Toren San Josés und des Zentraltals – mit Orten wie Puntarenas, Jacó und Quepos.

Sehr wenig Beachtung bei Einheimischen findet hingegen das Hinterland, der Streifen zwischen der Interamericana und dem Pazifik, wenngleich hier Naturwunder, ruhige Dörfer, intakte Wälder und hervorragende Umweltschutzprojekte locken. Dazu zählt etwa die Gegend zwischen der Küste und dem höchsten Berg des Landes, dem Cerro Chirripó, mit Ortschaften wie San Gerardo, Santa Maria, Providencia und dem Nationalpark Los Quetzales.

• Providencia de Dota

• Parque Nacional Chirripó

Gut zu wissen: Das bergige, größtenteils sehr ursprüngliche und wilde Hinterland bietet hervorragende Optionen zum Trekking und für Abenteurer. Die Küste hingegen ist stellenweise recht überlaufen, Touristenhochburgen wie Jacó und Manuel Antonio sind nicht unbedingt jedermanns Sache. Aber für Surfer sind einige der ganz abgelegenen Strände interessant – außerdem geeignet für einen Tagesausflug vom Zentraltal aus.

Näher dran geht nicht – einsam gelegene Lodges bieten das ultimative Urwalderlebnis

Zeitplanung

Strandtage:1–2 TageWandern in der Region:2–6 Tage

6. Die südliche Pazifikküste

Der südpazifische Küstenstrich gilt als der raueste Landesteil, weit entfernt von der Zivilisation. Der Corcovado-Nationalpark ist dabei der zentrale Teil des – neben Darién in Panama – größten zusammenhängenden Regenwaldes in Zentralamerika und Rückzugsgebiet zahlreicher Tiere, was die Osa-Halbinsel zu einem aufregenden Reiseziel macht.

Ein weiteres Erlebnis, das man auf keinen Fall verpassen sollte, bietet sich im Parque Marino Ballena: die Möglichkeit, Buckelwale (Ballenas jorobadas) mit ihren Kälbern zu beobachten. Diese sind zweimal im Jahr zu sehen, in der Regel von Mitte Juli bis Mitte November und von Mitte Dezember bis Anfang April.

• Parque Nacional Marino Ballena

• Parque Nacional Corcovado

Gut zu wissen: Der Süden liegt etwas abseits der üblichen Routen. Das bedeutet längere und kompliziertere Anfahrtswege und lohnt daher erst, wenn man insgesamt einen längeren Aufenthalt plant. Corcovado ist alternativ über einen – wirklich spektakulären – Flug in einer Cessna Caravan erreichbar. Das lohnt durchaus, denn ein Mietwagen nutzt einen im Nationalpark ohnehin nicht viel. Lediglich der Sektor Los Planes ist mit einem Auto erreichbar.

Zeitplanung

Osa-Halbinsel (inkl. An-/Abreise):5 TageWhalewatching:1 Tag

Vorschläge für Rundreisen

–Kontrastreiches Costa Rica (3 Wochen)

Wir empfehlen die hier vorgestellte individuelle Rundreise in dieser oder leicht abgewandelter Form all jenen naturbegeisterten Besuchern, die absolute Highlights und Abenteuer mit einem gut durchdachten Reiseablauf und auch Genussvollem verbinden möchten.

Wer nicht in einer Gruppe unterwegs ist, reist meist mit einem Mietwagen oder aber mit öffentlichen Verkehrsmitteln durchs Land. Bei Letzterem müssen einige Ziele entfallen, die per Bus zu kompliziert zu erreichen sind. Da zwischen den sehr verschiedenartigen Zielen meist nur kurze Etappen liegen, ist die Reise insgesamt recht entspannt.

1. Tag: Ankunft in San José, Transfer zur Unterkunft. Tipp: die Posada Nena in Santa Ana, Unterkunft des Autors, wo man sich von der Anreise wunderbar im Garten erholen kann.

2. Tag: Der Tag dient der Akklimatisierung, der Beschaffung von Geld und kleinen Ausflügen, z. B. einer Wanderung ins nahe gelegene Schutzgebiet Cerros de Escazú. Alternativ: Besuch der Hauptstadt San José mit dem Bus.

3. Tag: Fahrt zum Vulkan Poás, der einen der größten Vulkankrater der Erde aufweist. Anschließend Besuch der Kaffeehacienda Doka, wo man in die Geheimnisse des ›schwarzen Goldes‹ eingeführt wird. Nicht verpassen: die berühmten Wasserfällen von La Paz, inmitten einer faszinierenden Fauna und Flora!

4. Tag: Am frühen Morgen geht es durch den Nationalpark Braulio Carrillo. Am Anleger nach Tortuguero steigt man auf ein Boot um, bei der Fahrt lassen sich viele frei lebende Tiere sichten. Von Ende Juni bis September kann man in der Nacht den großen Lederschildkröten beim Laichen zusehen.

5. Tag: Kanutour durch die stillen Kanäle des Nationalparks Tortuguero, dessen Flora und Fauna weltweit einmalig sind. Anschließend Wanderung durch den Regenwald.

6. Tag: Vom Nationalpark Tortuguero geht es Richtung Süden nach Puerto Viejo de Talamanca, rein ins karibische Leben.

7. Tag: Der Tag steht ganz im Zeichen der Unterwasserwelt. Der Nationalpark Cahuita lädt zum Schnorcheln und Schwimmen ein. Achtung vor den überfreundlichen Affen: Schnell verschwindet das eine oder andere Kleidungsstück, während man unter Wasser ist.

8. Tag: Ausflug ins Schutzgebiet Refugio Nacional Gandoca-Manzanillo, wo man unzählige frei lebende Tiere beobachten kann.

9. Tag: Fahrt bis zum Río Sarapiquí und nach San Miguel. Hier startet die erste 4-x-4-Strecke zum Selberfahren zur abgelegenen Lodge Albergue El Socorro am Rande des Nationalparks Braulio Carrillo – eine traumhafte Gegend, nicht nur für Ornithologen. Affen, Gürteltiere, zahlreiche Amphibien … Es wurde sogar ein Tapir in der Lodge gesichtet, und mit etwas Glück entdeckt man Jaguarspuren.

10. Tag: Es geht in den hohen Norden, Richtung nicaraguanische Grenze. Nahe Boca Tapada befinden sich verschiedene Urwald-Lodges, in denen Kolibris, Tukane und Papageien umherschwirren. Natur pur!

11. Tag: Bootsfahrt ab Boca Tapada auf dem Río San Carlos durch dichten tropischen Regenwald. Der Fluss mündet in den Grenzfluss Río San Juan, der Costa Rica und Nicaragua trennt und wo das Boot dann wieder wendet.

12. Tag: Weiter geht es zum bekanntesten Vulkan Costa Ricas, dem Arenal bei La Fortuna de San Carlos. Er ist seit 1968 aktiv und gilt als einer der zehn beliebtesten Vulkane weltweit.

13. Tag: Am Vulkan Arenal gibt es zahlreiche Wanderwege, heiße Quellen in freier Natur und viele Möglichkeiten, an Action-Programmen wie Canopy oder Rafting teilzunehmen. Alternativ: ruhige Bootsfahrt zur Tierbeobachtung auf dem Río Peñas Blancas durch üppigen Regenwald.

14. Tag: Über holprige Pisten geht es zum Nationalpark Volcán Tenorio und dem Río Celeste, dem himmelblauen Fluss, ein weltweit einmaliges Phänomen.

15. Tag: Über Schotterpisten erreicht man die beiden Vulkane Miravalles und Rincón de la Vieja. Bei einer Wanderung erkundet man den Nationalpark Rincón de la Vieja mit seinen neun Kratern: eine ›Hexenküche‹ aus blubbernden Mini-Vulkanen und dampfenden Erdlöchern, die daran erinnert, dass Costa Rica in einer geologisch sehr aktiven Zone liegt.

16.–19. Tag: Ab an den Strand. Nach den vergangenen Tagen im Regenwald und im dichten Grün sehnt sich das Auge nach dem azurblauen Meer. Der Wunsch wird erfüllt! Guanacaste bietet zahlreiche hervorragende Strände für jeden Geschmack.

20. Tag: Auf der Strecke ins Zentraltal kommt man durch die Bergwelt um Monteverde, die zu den bedeutendsten tropischen Naturschutzgebieten zählt.

21. Tag: Eine letzte Nacht im Zentraltal, in der Nähe des Flughafens, ein letztes, leckeres Abendessen, bevor man am nächsten Tag die Heimreise antritt.

–Die Südroute (10 Tage)

Empfohlen wird diese Tour »Abenteurern«, die auch den wilden Süden des Landes kennenlernen möchten. Da man dort zwischen den interessanten Zielen meist recht weite Strecken zurücklegen muss, sollte man die Reise jedoch im Vorfeld sorgfältig planen. Wer mit dem eigenen Mietwagen unterwegs ist, ist natürlich deutlich flexibler und unabhängiger, aber auch auf sich gestellt. Abenteuer garantiert.

1. Tag: Fahrt vom Zentraltal nach San Gerardo de Dota, ein Vogelparadies, das bekannt ist für den Trogon und den Quetzal, in der Umgebung erstrecken sich zahlreiche Wanderwege.

2. Tag: Nicht ganz ungefährlich sind der ständige Nebel und häufige Erdrutsche auf der Route über den Cerro de la Muerte. In San Gerardo de Rivas, am Eingang zum Nationalpark Chirripó, findet man einfache Unterkunft. Wer Costa Ricas höchsten Gipfel erklimmen möchte, der muss hier Station machen.

3. Tag: Nach Süden über die N 2 gelangt man zur Esquinas Rainforest Lodge, auf den lodgeeigenen Wanderwegen kann man die Natur und Wildnis erleben.

4. Tag: Über die 245 geht es durch das Naturschutzgebiet Golfo Dulce, am gleichnamigen Golf entlang bis zur einstigen Goldgräberstadt Puerto Jiménez.

5. Tag: Die anstrengende Fahrt nach Carate (nur mit 4-x-4-Fahrzeugen möglich), anfangs entlang dem Golf, später am offenen Pazifik vorbei, bietet einsame Buchten im dunklen Urwald. Von Carate erreicht man nach 45 Minuten zu Fuß am Strand entlang den Corcovado-Nationalpark am Eingang La Leona.

6.–8. Tag: Von Carate geht es mit dem Auto über Puerto Jiménez am Golfo Dulce zurück – auf der Höhe von Rincón führt eine Schotterpiste zur Bahía Drake. Alternativ: die aufregende Anreise nach Drake mit dem Boot über Sierpe. Besonders lohnend: die Wanderung von Drake bis San Josecito am Strand entlang und der Corcovado-Nationalpark, den man auch von hier aus besuchen kann.

9. Tag: Auf der Küstenstraße 34 geht es bis Quepos und zum Manuel-Antonio-Nationalpark. Hier hat man nun die Option, in Manuel Antonio in Strandnähe unterzukommen oder etwas zurückgezogen im Hinterland.

10. Tag: Rückfahrt ins Zentraltal bzw. nach San José bzw. Santa Ana.

–Der ländliche Norden (7 Tage)

Costa Rica abseits der üblichen Routen erleben! Unterkommen bei Menschen, die eine Mini-Unterkunft ihr Eigen nennen und ihr Land dem Besucher näherbringen wollen. Und das Ganze auf der Basis von Ökotourismus! Zu empfehlen ist diese Tour jedoch nur mit einem Fahrzeug mit Allradantrieb.

1. Tag: Am Rande des Braulio-Carrillo-Nationalparks hat man die Wahl zwischen zwei im Umweltschutz aktiven Lodges: der Albergue El Socorro Lodge und der Yatama Eco-Lodge. Die Umgebung des Nationalparks eignet sich sehr gut für abenteuerliche Wanderungen zu Flüssen und Wasserfällen. Die Lodges bieten spannende und individuelle Touren an. Es lohnt auch durchaus, beide Plätze zu besuchen – zwei vollkommen unterschiedliche Ziele.

2. Tag: San José de la Montaña: Am Nachmittag geht es zur Berglandschaft am Nationalpark Juan Castro Blanco und zur Albergue Pozo Verde. Die Lodge liegt am Rande des Parks, nur von Natur umgeben (Vogelbeobachtung ist hier möglich). Der Nationalpark Juan Castro Blanco ist Teil des Schutzgebietes Arenal–Huetar Norte und schützt insgesamt mehr als 14 500 ha Primärregenwald.

3. Tag: Während der Wanderung durch den bergigen Nationalpark Juan Castro Blanco kann eine Vielzahl an Pflanzen- sowie Vogelarten wie der berühmte Quetzal (insbesondere in den Monaten März und April) beobachtet werden. Das Ziel der Tour ist eine 15 m tiefe Lagune vulkanischen Ursprungs mit smaragdgrünem Wasser. Am Nachmittag geht es über San Carlos weiter nach La Fortuna.

4. Tag: Von diesem Ort am Arenal hat man viele Möglichkeiten, die Umgebung auf eigene Faust zu erkunden. Auf jeden Fall empfehlenswert ist eine Tour zu den heißen Quellen. Sie sind z. T. kostenpflichtig, aber es gibt auch Badeplätze in freier Wildbahn. Bei gutem Wetter sieht man den Vulkan von fast jedem Fleck in La Fortuna aus. Bestiegen werden darf er nicht, aber zahlreiche Wege führen an den Hängen entlang, teils über ausgedehnte Lavafelder.

5. Tag: Weiter geht es in Richtung Norden zum Feuchtgebiet Caño Negro. Das Naturschutzgebiet reicht über die Grenze nach Nicaragua, wo es den See von Nicaragua (Lago Cocibolca) begrenzt. Im Mittelpunkt des 9960 ha großen Naturschutzgebietes liegt der Caño-Negro-See, an dem fantastische Möglichkeiten zur Tierbeobachtung existieren. Der mangrovenbewachsene Río Frío verläuft quer durch das Gebiet und ist daher der ideale Wasserweg zum Erkunden der reichhaltigen Tier- und Pflanzenwelt. Vom Boot aus kann man viele Tiere im Wasser, am Ufer und in der ufernahen Vegetation entdecken.

6. Tag: Es geht zum Vulkan Tenorio und in den gleichnamigen Nationalpark. Dieser befindet sich innerhalb der vulkanischen Gebirgskette Guanacastes. Das Gebiet umfasst acht verschiedene Lebenszonen, in denen eine Vielfalt an Ökosystemen und Spezies existiert. Die 3,5 km lange, leicht anspruchsvolle Wanderung durch den Volcán-Tenorio-Nationalpark führt zu mehreren Attraktionen, die der Río Celeste, der »himmelblaue Fluss«, hier bietet.

7. Tag: Da sich laut Aussage vieler Reisender die schönsten Strände des Landes am Nordpazifik befinden, sollte man es ausnutzen, dass man in der Nähe ist, und die Tour bzw. den Urlaub an einem der Strände in der Sonne ausklingen lassen.

Wissenswertes über Costa Rica

»¡Vivan siempre el trabajo y la paz!«

(»Es leben für immer die Arbeit und der Friede!«)

Costa-ricanischer Wahlspruch

Steckbrief Costa Rica

Daten und Fakten

Name: República de Costa Rica

Fläche: 51 100 km2

Hauptstadt: San José (ca. 360 000 Einw.)

Amtssprache: Spanisch

Einwohner: 5,2 Mio.

Bevölkerungswachstum: ca. 1 %

Lebenserwartung: knapp 80 Jahre

Analphabetenrate: 2 %

Währung: costa-ricanischer Colón (CRC, ₡) und US-Dollar (US$)

Zeitzone: UTC – 6 Std.; MEZ – 7 Std., in der Sommerzeit – 8 Std.

Landesvorwahl: +506

Internet-Kennung: .cr

Landesflagge: Die Flagge Costa Ricas zeigt fünf horizontale Streifen in Blau, Weiß und Rot. Die Farben wurden im aufklärerischen Geist des 19. Jh. der französischen Trikolore entlehnt.

Geografie

Costa Rica erstreckt sich auf dem zentralamerikanischen Isthmus, eingezwängt vom Pazifik im Westen und der Karibik im Osten. Im Norden grenzt das Land an Nicaragua, im Süden an Panama. Die Nord-Süd-Ausdehnung beträgt 464 km, von West nach Ost misst die breiteste Stelle 259 km. Costa Rica ist von großen Gebirgszügen, den Kordilleren, durchzogen: Die Cordillera de Guanacaste erstreckt sich im Nordwesten, die Cordillera de Tilarán und die Cordillera Central im Landesinneren und die Cordillera Tamanca im Südosten des Landes. Dazwischen liegt in 1000 bis 1500 m Höhe das fruchtbare, dicht besiedelte Zentraltal (Valle Central), in dem Gemüse, Kaffee und Zuckerrohr angebaut werden und wo sich die größten Städte des Landes befinden, darunter die Hauptstadt San José, Alajuela, Cartago und Heredia. Ein rund 14 500 km langer Gebirgszug, der sich von Alaska bis nach Feuerland erstreckt und die Karibik vom Pazifischen Ozean trennt, bestimmt auch die Landschaft Costa Ricas. Geprägt ist der Gebirgszug von Vulkanen. Allein sieben aktive Vulkane, darunter der Poás und der Irazú, brodeln in Costa Rica.

Geschichte

Als Kolumbus im Jahre 1502 vor der costaricanischen Küste vor Anker ging, vermutete er unermessliche Schätze im Hinterland – daher der Name Costa Rica (»reiche Küste«). Diese Hoffnung erfüllte sich jedoch nicht und Costa Rica fristete bis zur Unabhängigkeit 1821 ein koloniales Schattendasein. Erst mit dem Kaffeeboom zog ab den 1830er-Jahren die Wirtschaft an, ein weiterer ökonomischer Pfeiler wurden später die Bananenplantagen unter der Leitung der amerikanischen United Fruit Company.

Costa Rica modernisierte sich nach europäischem Vorbild und wurde im Laufe des 19. Jh. zum wohlhabendsten Land Zentralamerikas, was es bis heute immer noch ist. Dennoch gab es politische Spannungen, die sich in den 1940er-Jahren verschärften und 1949 in einem kurzen Bürgerkrieg eskalierten. Daraus ging der Sozialdemokrat José Figueres Ferrer siegreich hervor, er erließ eine neue Verfassung und setzte auf demokratische Reformen, vor allem schaffte er das Militär ab. In Sachen Demokratie und politische Stabilität nimmt Costa Rica seither eine Vorreiterrolle in der Region ein und vermittelte oft in den gewaltsamen Konflikten der zentralamerikanischen Nachbarländer.

Staat und Politik

Costa Rica ist eine Präsidialdemokratie, alle vier Jahre wird ein neues Staatsoberhaupt gewählt. Dabei besteht seit 1959 Wahlpflicht, die aber nicht zwanghaft angewandt wird. Die Gewaltenteilung gliedert sich nach europäischem Vorbild in Gesetzgebung (Legislative), ausführende Gewalt (Exekutive) und Rechtsprechung (Judikative). Daneben gibt es noch mehrere politisch unabhängige Institutionen. Die Verfassung von 1949 garantiert den Menschen umfassende demokratische Rechte. Im regionalen Vergleich herrscht in Costa Rica ein hohes Maß an Demokratie und politischer Stabilität. Das lange etablierte Zwei-Parteien-System, bestehend aus den Volksparteien PLN (Sozialdemokraten) und PUSC (Christdemokraten), wurde durch das überraschend gute Abschneiden der PAC (Mitte links/Linkssozialisten) bei den Wahlen 2002 unterbrochen. Seitdem herrschen verschiedene Bündnisse von Klein-Parteien, die aber bislang die demokratischen Grundregeln achten. Als politische Leitlinie gilt die Nachhaltigkeit, entsprechend viel wird in den Umweltschutz und in alternative Energien investiert.

Wirtschaft und Tourismus

Costa Rica besitzt keine Rohstoffe und ist vollständig von Ölimporten abhängig, doch längst setzt man auf erneuerbare Energien. Zu den wichtigsten Exportgütern zählt der Kaffee, der seit über 200 Jahren im Valle Central angebaut wird. Weitere wichtige Ausfuhrgüter sind Bananen und Ananas, die als Monokulturen auf riesigen Plantagen wachsen. Viele Regionen Costa Ricas sind folglich nach wie vor landwirtschaftlich geprägt, wenngleich die Landwirtschaft nur noch rund 5,5 % des Bruttoinlandsproduktes ausmacht und der Dienstleistungssektor neben dem Tourismus längst zu einem viel wichtigeren Wirtschaftsfaktor geworden sind. Besonders der Ökotourismus bringt Besucher aus aller Welt ins Land. Costa Rica konnte in den letzten Jahren stetig mehr Besucher begrüßen, nur 2024 und Anfang 2025 gab es einen kleinen Rückgang bei den Ankunftszahlen. Neben dem Tourismus, von dem in Costa Rica auch die Kleinanbieter profitieren, bildet die Elektroindustrie einen weiteren wichtigen Wirtschaftszweig.

Bevölkerung und Religion

Costa Rica ist wie viele andere Länder Lateinamerikas sprachlich und kulturell vom spanischen Kolonialismus geprägt. Über 80 % der Bevölkerung sind spanischen Ursprungs, die Leute hier nennen sich selbst mit großem Stolz Ticos (m) bzw. Ticas (w). Dabei spürt man deutliche regionale Unterschiede. So unterscheiden sich die Ticos z. B. durch die Art, ihren Kaffee zu trinken, ihr gallo pinto zuzubereiten – oder durch andere Genussmittel, die sie Fremden mit unbändigem Stolz präsentieren.

Eine wichtige Minderheit sind die Afro-Costa-Ricaner der Karibikküste, größtenteils englischsprachige Nachfahren von Einwanderern aus Jamaika. Die Bewohner von Guanacaste und der Nicoya-Halbinsel unterscheiden sich in Sprache und Aussehen etwas vom Rest der Bevölkerung – historisch gesehen hat diese Region einmal zu Nicaragua gehört. Es gibt zudem eine kleine asiatischstämmige Minderheit sowie geschätzte 100 000 Indigene, die sich auf acht Stämme verteilen. Die große Mehrheit der Costa-Ricaner ist katholischen Glaubens, die schwarze Bevölkerung der Karibikküste hingegen überwiegend evangelisch.

Natur und Umwelt

Dschungel, Vulkane, Strände. Costa Rica ist winzig klein, bietet jedoch großartige Landschaften. Der größte Schatz Costa Ricas aber ist seine Artenvielfalt. Mehr als eine halbe Million Tier- und Pflanzenarten machen das Land am zentralamerikanischen Isthmus zu einem weltweit beachteten Hotspot der Biodiversität.

Naturschutz als politisches Ziel

Es bedarf eines hohen Maßes an politischem Willen, die einzigartige Biodiversität Costa Ricas zu pflegen und zu bewahren. Eine beispiellose Kehrtwende im Umgang mit natürlichen Ressourcen hat diese Entwicklung eingeläutet. War Costa Rica bis in die 1980er-Jahre noch ein Paradebeispiel für den Raubbau an der Natur – die Regierung zahlte Prämien an Siedler, die Waldflächen in Acker- und Weideland umwandelten –, mit horrenden Entwaldungsraten, wurden von 1989 an bis heute konsequent die verbliebenen Waldflächen bewahrt und eine Politik der Wiederaufforstung forciert, wobei die Farmer mit entsprechenden Subventionen unterstützt wurden.

Dank des tropischen Klimas ist es gelungen, dass sich manch abgegraste Kuhweide innerhalb weniger Jahre wieder in einen artenreichen Sekundärwald verwandelte. Die gezielte Einrichtung von Waldkorridoren ermöglicht die Ausbreitung der unterschiedlichsten Tierarten. Inzwischen stehen mehr als 27 % des Staatsterritoriums unter Naturschutz, so viel wie in keinem anderen Land der Welt (zum Vergleich: Deutschland liegt bei weniger als 4 %). 12 % davon fallen auf die besonders streng geschützten 29 Nationalparks. Sie bestechen durch üppige Vegetation und eine reiche Tierwelt – und locken damit immer mehr Besucher nach Costa Rica. Verwaltet werden die Nationalparks vom Umweltministerium, genauer dem Ministerio de Ambiente y Energia (MINAE), und vom Sistema de Areas de Conservación (SINAC).

UNESCO-Weltnaturerbe

Drei der beeindruckendsten Landschaften Costa Ricas gehören zum UNESCO-Weltnaturerbe. Mit diesem Titel adelt die internationale Organisation besondere Naturstätten von außergewöhnlichem universellen Wert. In Costa Rica haben das Talamanca-Gebirge mit dem Nationalpark La Amistad, das Schutzgebiet Guanacaste und die Kokosinsel diesen prestigeträchtigen Status erhalten – durchaus zu Recht. Talamanca beherbergt eines der größten zusammenhängenden Regenwaldgebiete des Kontinents mit extremen Höhenunterschieden und einer unvergleichlichen Vielfalt an Ökosystemen. Das Guanacaste-Schutzgebiet besticht durch die stark gefährdeten Reste tropischen Trockenwaldes, aber auch durch weitläufige, artenreiche Feuchtgebiete. Die Kokosinsel, Isla del Coco, schließlich ist die einzige Insel im Ostpazifik mit tropischem Regenwald. 530 km von der Küste entfernt, konnten sich hier viele endemische Arten behaupten. Die im Gegensatz zu den Riffen an der costaricanischen Küste noch intakten Korallenriffe beherbergen eine faszinierend vielfältige, bunte Unterwasserfauna mit seltenen Haiarten und Schildkröten.

Der Río Sierpe aus der Vogelperspektive – naturbelassen und von einmaliger Schönheit

Regionen und Vegetationsformen

Durch die geografische Lage zwischen Nord- und Südamerika verzeichnete Costa Rica seit jeher die Ansiedlung einer höchst diversen Flora und Fauna. Doch gibt es regionale Besonderheiten, die durch bestimmte Landschaftstypen und Mikroklimata bedingt sind. Die folgende Beschreibung der wichtigsten Regionen liefert einen ersten Überblick.

Zentraltal (Valle Central)

Im Herzen Costa Ricas befindet sich das fruchtbare, dicht besiedelte Valle Central in durchschnittlich 1000 m Höhe. Es ist umgeben von mehreren Bergketten, die einen ausgezeichneten Ausblick über das Tal bieten – im Südosten die Cordillera de Talamanca, im Norden die Cordillera Central und im Westen die Montes de Aguacate. Die Hochebene ist von sanften Hügeln durchzogen, die zu den umliegenden Bergen hin ansteigen. Klimatisch genießt die Region ganzjährig angenehme Temperaturen von um die 25 °C. Gerade im vom pazifischen Wetter beeinflussten westlichen Tal um San José lässt es sich gut aushalten, vor allem in der Trockenzeit. In der ›grünen Saison‹ von April bis Oktober kann es nachmittags im gesamten Tal regelmäßig zu teils heftigen Schauern kommen.

Die Cerros de La Carpintera, eine kleinere Bergkette, teilen das Valle Central in zwei Hälften, in das westliche Valle Occidental und das Guarco-Tal. Die Berge sind dicht mit Sekundärwäldern bedeckt und einzigartige Biotope. Sie bilden einen wichtigen Korridor zum Austausch von Tier- und Pflanzenarten zwischen den Wäldern östlich und westlich des Valle Central. Neben einer großen Vielfalt an Epiphyten und Farnen sind vor allem die 150 hier heimischen Schmetterlingsarten zu erwähnen, darüber hinaus auch eine große Zahl von Vogel- und Säugetiergattungen.

Das Valle Central ist von einigen z. T. aktiven Vulkanen umgeben, zu denen die bekannten Feuerberge Poás, Irazú und Turrialba gehören. Viele weitere erloschene bzw. ruhende Vulkane halten sich als harmlose, grün bewachsene Bergkuppen dezent im Hintergrund.

Trotz der vergleichsweise dichten Besiedelung – mit San José, Alajuela, Heredia und Cartago finden sich hier die wichtigsten Städte des Landes – und der hohen landwirtschaftlichen Produktivität bietet das Valle Central einige interessante und weitgehend unbekannte Bergregionen mit üppiger Flora und Fauna. Dazu gehören z. B. im Norden der unberührte Vulkan Barva mit Nebelwäldern, im Westen das Schutzgebiet El Rodeo und südlich der Stadt die Cerros de Escazú.

Außerhalb der Städte schlängeln sich Serpentinen entlang ländlich geprägter Hügellandschaften. Ökologisch betriebene Kaffeefarmen, Orchideenfelder, Wiederaufforstungsflächen und innovative Umweltschutzprojekte sind hier Ziele interessierter Besucher.

Das Hochland der Kordilleren

Das Hochland der Kordilleren zieht sich von Nordwesten bis Südosten einmal komplett durch Costa Rica. Es lässt sich in vier verschiedene Bereiche aufteilen. Im Norden erhebt sich bis auf 2000 m Höhe die Cordillera de Guanacaste, worauf die Cordillera de Tilarán folgt. Beide Gebirgszüge sind vulkanischen Ursprungs und beherbergen noch heute einige aktive Feuerspucker wie den Vulkan Arenal, den Miravalles und den Rincón de la Vieja. Weiter im Süden folgen die Cordillera Central und die Cordillera de Talamanca.

Das gewaltige Talamanca-Gebirge erstreckt sich über eine Fläche von 800 km2 und beherbergt mit dem Cerro Chirripó den höchsten Gipfel Costa Ricas. Der Großteil dieses Gebirgszugs ist durch den Nationalpark La Amistad geschützt und außerdem Teil des UNESCO-Weltnaturerbes. Auf der karibischen Seite haben einige indigene Völker wie die Bribri ein Refugium gefunden, um ihre traditionelle Lebensweise zu pflegen.

In den Kordilleren Costa Ricas kann es im Laufe des Tages zu relativ starken Temperaturschwankungen kommen. Da sich die Wolken an den Bergspitzen stauen, fällt außerdem reichlich Niederschlag. Schneefall gibt es nur noch in den Erzählungen der betagten Dorfbewohner – seit Jahrzehnten wurden keine entsprechenden Niederschläge mehr verzeichnet. Viele große Flüsse und rauschende Sturzbäche ergießen sich aus den Kordilleren und prägen das wahrlich spektakuläre Landschaftsbild.

Aufgrund der großen Höhenunterschiede findet man in den Kordilleren eine Vielzahl unterschiedlicher Vegetationszonen. Am Fuße der Gebirge und in den Tälern erstreckt sich tropischer Regenwald, der an den Hängen in Nebelwald übergeht. In den Nebelwäldern – mit einer Luftfeuchtigkeit von 100 % – sind die Laubbäume bisweilen über und über mit Orchideen, Bromelien, Farnen und Moosen bedeckt. Das bekannteste Nebelwaldgebiet liegt bei Monteverde, doch auch die Vegetation am Cerro Chirripó oder im Nationalpark Braulio Carrillo ist von verschwenderischer Fülle.

Auf den Nebelwald folgt zwischen 1500 und 2000 m meist ein Buschwald mit bis zu 10 m hohen Sträuchern wie der seltenen Bergorange. Oberhalb der Baumgrenze sind die höchsten Berge von Páramo-Vegetation gekennzeichnet. Diese besteht zum großen Teil aus Moosen, Farnen oder kleinen Büschen und erinnert ein wenig an den Pflanzenbewuchs auf den Alpengipfeln – ist aber weit höher angesiedelt (ab 3200 m). In diesen Höhenlagen sind Bergseen und sogar Hochmoore zu finden, einzigartige Mikrobiotope.

In den Bergwäldern sind einige der spektakulärsten Tierarten Costa Ricas beheimatet. Hier lassen sich Faultiere und Tapire beobachten, hier kraxeln die vier costaricanischen Affenarten durchs dichte Geäst, gehen Jaguar und Puma auf die Jagd. Als I-Tüpfelchen kommen die über 400 oft farbenfrohen Vogelarten hinzu, darunter Papageien, Tukane und der sagenumwobene Quetzal. Nicht zuletzt wurden hier 29 Reptilien- und 45 Amphibienarten gezählt.

Vulkane – glühende Feuerberge

Costa Rica liegt in einer plattentektonisch sehr aktiven Zone. Symptomatisch dafür sind die sieben aktiven und Dutzenden erloschenen Vulkane. Die pittoresken Bergkegel sind dabei mit Vorsicht zu genießen – immer wieder kommt es zu plötzlichen Eruptionen und dem Ausstoß von Lava und Aschewolken.

Seit Jahrmillionen schiebt sich in Costa Rica die ozeanische Cocos-Platte unter die Karibische Platte. In dieser sogenannten Subduktionszone entstanden viele unterseeische Vulkane, die schließlich die Landbrücke zwischen Nord- und Südamerika bildeten – geschlossen erst vor ca. 2,6 Mio. Jahren, dem Beginn des heutigen Erdzeitalters (Quartär). Die spektakulärsten Vulkane liegen auf der Cordillera Central, aber auch die Kordilleren von Tilarán und Talamanca weisen sagenumwobene Feuerberge auf.

Insgesamt zählt das kleine Land sieben aktive und mehr als 60 erloschene bzw. ruhende Vulkane. Oft von beeindruckendem Profil und in fantastischer Lage, sind sie wahre Touristenmagnete – auch wenn sich ihre Gipfel gerne mal hinter dichten Wolken verstecken. Zu den beeindruckendsten Feuerbergen zählt der Arenal, dessen glühend-rote Lava den Vulkankegel bis vor einiger Zeit in manchen Nächten in ein fotogenes Schauspiel verwandelte. Die Vulkanlandschaften laden zu anspruchsvollen Wandertouren oder mancherorts – als Entspannung nach hartem Trekking – zu Thermalbädern und Vulkanschlammpackungen ein. Die fruchtbare Vulkanerde sorgt für eine besonders große Artenvielfalt.

Doch die faszinierenden Vulkane haben ein zweites, tückisches Gesicht: Lavaströme und Aschewolken. Hinzu kommen teils heftige Erdbeben. Costa Ricas Geschichtsbücher sind voll von Katastrophen, die auf das Konto vulkanischer Eruptionen und Erdbeben gehen. Allein die einstige Hauptstadt Cartago wurde 1841, 1871 und 1910 fast vollständig durch heftige Erdstöße zerstört. Der Arenal forderte 1968 bei seinem ersten Ausbruch nach 400 Jahren 87 Menschenleben. Zuletzt brach der Poás im April 2025 aus, was die Behörden dazu veranlasst hat, Besuche einzuschränken. Ein Ausbruch läuft in der Regel wie folgt ab: Explosionsartig werden abwechselnd Aschewolken und Lavagestein ausgespien, anschließend ergießt sich zähflüssige Lava die Hänge hinab und erstarrt nahe der Austrittsstelle. Nach und nach entsteht so die charakteristische Kegelform. Rauchsäulen sind bei den costa-ricanischen Vulkanen an der Tagesordnung.

Als fotogenste Vulkane gelten der Poás und der Irazú, mit 3432 m der höchste Vulkan Costa Ricas. Beliebt bei Wanderern sind der Arenal und der Turrialba (wenn nicht, wie Letzterer, zurzeit wegen vulkanischer Aktivität gesperrt). Am Rincón de la Vieja inmitten des gleichnamigen Naturparks, der zuletzt im März 2025 ausbrach, lassen sich vulkanische Phänomene sogar aus nächster Nähe studieren – blubbernde, brodelnde Schlammquellen samt charakteristischem Schwefelgeruch.

Die Pazifikküste

Weit im Nordwesten des Landes, fast an der Grenze zu Nicaragua, befindet sich die Heimat der costa-ricanischen Cowboys, der sabaneros. Sie siedeln in der trockenen Guanacaste-Ebene, an die ein weitläufiges Sumpfgebiet grenzt, der perfekte Lebensraum für Krokodile und Wasservögel. Im Hintergrund erhebt sich majestätisch die Cordillera de Guanacaste. Hier und auf der Nicoya-Halbinsel herrscht ein angenehmes, weniger feuchtes Klima. Regnet es allerdings einmal, verwandelt sich die karge Landschaft innerhalb weniger Tage in ein farbenfrohes Meer aus Gräsern und Blumen.

Gen Süden reihen sich die Buchten der Nicoya-Halbinsel mit ihren paradiesischen Sandstränden und türkisblauem Wasser aneinander. Surfer pilgern zu den weltbekannten Breaks von Tamarindo und Sámara, während es Taucher an die Playa del Coco zieht. An einigen der Strände nisten Meeresschildkröten. Schutzprojekte bieten hier Öko-Touren an.

An der Spitze Nicoyas befindet sich mit Cabo Blanco das älteste Naturschutzgebiet des Landes. Während die Küstenregionen von Stränden und Mangrovenwäldern gesäumt sind, bietet das hügelige Hinterland herrliche Wandermöglichkeiten mit atemberaubenden Ausblicken auf den Pazifischen Ozean. Hier erstreckt sich auch der Nationalpark Barra Honda mit seinem gigantischen Höhlensystem. Die Inseln im Golf von Nicoya sind traumhaft schön, größtenteils unbewohnt und bieten vielen Vogelarten ein Rückzugsgebiet.

Zwischen Puntarenas, der wichtigsten Stadt an der Pazifikküste, und Uvita geht der eher trockene Norden langsam in den feuchteren Süden über. Hier befindet sich auch eines der meistbesuchten Naturschutzgebiete des Landes: der Nationalpark Manuel Antonio, Heimat von Affen, Waschbären, Leguanen und den seltenen Aras. Die Küstengewässer sind sehr fischreich und bei Sportfischern beliebt – Hochburgen sind Quepos und Manuel Antonio. Hinter der Küste erheben sich mit tropischem Trocken- und Regenwald bewachsene Berge, ein wichtiges Habitat der gefährdeten Totenkopfäffchen. Weiter im Landesinneren fallen diese Hügel in ein Tal ab, in dem Zuckerrohr und Bananen angebaut werden, dahinter ragt die Cordillera de Talamanca auf.

Aus dem Hautsekret der Frösche haben die indigenen Völker einst ihr Pfeilgift gewonnen

Ganz im Süden wurden zahlreiche Nationalparks und Schutzgebiete ausgewiesen. Auf der Osa-Halbinsel befindet sich der dicht mit Regenwald bewachsene Nationalpark Corcovado mit seiner reichen Flora und Fauna. Bei Sierpe existieren noch riesige Mangrovenwälder, die von unschätzbarer Bedeutung für den Küstenschutz sind.

Die Karibikküste

Über 200 km lang ist die Karibikküste Costa Ricas. Sie reicht von der Grenze Nicaraguas im Norden bis an die Grenze von Panama im Süden. Im Landesinneren wird die Karibikregion vom Talamanca-Gebirge begrenzt. Die bedeutendste Stadt ist Limón. Früher war der Ort durch eine Eisenbahnstrecke mit San José verbunden, bis deren Betrieb in den 1990er-Jahren eingestellt wurde. Heute grassiert hier die Armut. Limón sollte man überspringen, denn schöner und spannender ist es im Norden und an der eigentlichen Karibik, ab Cahuita.

Die regenreichste Region des Landes besitzt schier undurchdringliche Dschungelgebiete und eine faszinierende Tierwelt. Auch Freunde des gepflegten Strandurlaubs kommen hier voll auf ihre Kosten.

Der nördliche Karibikraum besteht im Hinterland aus einer Ebene, auf der sich großflächige Bananenplantagen erstrecken. Je weiter man sich der Küste nähert, desto morastiger wird der Boden. Ganz im Norden, direkt an der Grenze zu Nicaragua, liegt das Refugio Nacional de Vida Silvestre Barra del Colorado, das jedoch in erster Linie von Sportfischern aus den USA angesteuert wird, die auf einen großen Fang in Gestalt eines Riffbarschs oder Kaimanfisches hoffen, und für Reisende aus Europa eher nicht von Interesse ist. Ein tropischer Tieflandregenwald mit Raphia-Palmsümpfen, der mit unzähligen Epiphyten, Lianen oder Moosen bewachsen ist, bietet vielen Tieren eine Heimat. Etwas weiter südlich stößt man auf den Nationalpark Tortuguero, ein von Kanälen durchzogenes Waldgebiet, in dem sich Krokodile, Kaimane, Schildkröten, Leguane und unzählige Vogelarten beobachten lassen. Auch drei der vier costa-ricanischen Affenarten schwingen sich durch die Baumwipfel. Ein besonderes Spektakel bekommen Besucher zwischen Juli und Oktober geboten: Seltene Schildkrötenarten wie die Grüne Meeresschildkröte kommen zur Eiablage an Land, deren Nachwuchs dann im September zu Tausenden schlüpft und sich auf den gefährlichen Weg gen Meer macht.

Während die Strände der nördlichen Karibikküste eher rau und wenig zum Baden geeignet sind, liegen südlich von Limón einige traumhafte Badeorte. Weit weniger überlaufen als manch Pazifikstrand, erfüllen die kleinen Strände rund um die Orte Cahuita, Puerto Viejo und Manzanillo Träume von schneeweißem Strand mit klarem, blauem Wasser.

Im kleinen Cahuita-Nationalpark findet man im tropischen Küstenregenwald Gürteltiere, Faultiere, Grüne Aras oder Pfeilgiftfrösche. Vor der Küste liegt eines der wichtigsten verbliebenen Korallenriffe der Karibik, das mehr als 400 Fischarten beheimatet. Ganz im Süden lockt das Refugio Nacional de Vida Silvestre Gandoca-Manzanillo – ein Regenwald mit angeschlossenem Sumpfgebiet, in dem sich die seltenen Manatís, scheue Seekühe, wohlfühlen. Von der südlichen Küste weiter ins Landesinnere beginnen die bergigen Ausläufer der Talamanca-Kordillere, Heimat der Bribri und Cabécar, zwei wichtige indigene Volksgruppen Costa Ricas. Und nicht zuletzt beginnt hier der Parque Internacional La Amistad, ein länderübergreifendes Schutzgebiet, das sich bis nach Panama erstreckt.

Tier- und Pflanzenwelt

Es gibt wohl kaum ein Land, wo man wild lebenden Waldbewohnern so nahekommt wie in Costa Rica. Mit Glück und Geduld lassen sich auf Wanderungen im Regenwald manch spektakuläre Spezies beobachten – von Tapiren und Brüllaffen über diverse farbenprächtige Vögel bis hin zu nicht minder farbenprächtigen Pfeilgiftfröschen. Die vielfältige Flora steht der Tierwelt in nichts nach und ist Grundlage dieser einzigartigen Ökosysteme.

Flora

Die Krönung der heimischen Flora sind die tropischen Regenwälder. Ein warmfeuchtes Klima mit konstanten Temperaturen von um die 25 °C und einer jährlichen Niederschlagsmenge von 2000 mm gleichmäßig über das Jahr verteilt ermöglicht diesen üppigen, artenreichen Vegetationstyp. In einigen Schutzgebieten wie dem Corcovado-Nationalpark sind sogar noch prächtige Primärwälder mit ihrem charakteristischen Stockwerkbau von bis zu sechs Etagen zu finden.

Es sind nicht nur die beeindruckenden Baumriesen wie der bis zu 70 m hohe Kapok-Baum oder die kleineren, schnell wachsenden Balsa-Bäume, die den Regenwald zu einem Erlebnis machen. Eher ist es noch die unfassbare Dichte und Vielfalt von Farnen, Lianen und Aufsitzerpflanzen (Epiphyten), die dem Wald sein grün schillerndes, schier undurchdringliches Antlitz verleihen. Hinzu kommen prächtige Orchideen in allen Farben und Formen – über 1000 Spezies zählt man in Costa Rica. Die purpurfarbene Guaria Morada wurde bereits 1939 zur Nationalblume gekürt.

Bis in Bodennähe dringt nur wenig Sonnenlicht vor, hier dominieren Pilze, Flechten sowie Schatten liebende Krautpflanzen wie Farne und Moose. Die Blüten der niedrigen Helikoniengewächse werden oft von Kolibris bestäubt. Die verschiedensten Lianenarten kämpfen sich die Bäume hoch in Richtung Licht, ein medusenhaftes Wirrwarr. Im Erdgeschoss des Waldes werden Laub und Tierkadaver zersetzt und die eigentlich dünne, fragile Humusschicht ständig erneuert – ein durch Rodung bedrohter Kreislauf.

In der Kronenschicht tobt das wahre Leben, hier werden 80 % der Biomasse produziert. Epiphyten gibt es in allen Varianten, auf Bäumen wachsend ohne Bodenwurzeln. Sie bilden ein eigenes Biotop in den Astgabeln der Bäume und leisten einen besonderen Beitrag zur Artenvielfalt in den Wipfeln. Bromelien fangen Wasser und Nährstoffe in trichterförmigen Blättern und Blüten auf – Brutstätten für Baumfrösche und diverse Insektenarten.

Auch als Epiphyten beginnen die auffälligen Würgefeigen ihre sinistre Karriere als Baumkiller. Sie lassen ihre Luftwurzeln an den Stämmen ihrer Wirte herunterwachsen, verankern sie im Boden und umschlingen den Wirtsbaum schließlich mit einem dichten, immer dickeren Geflecht. Der Baum stirbt langsam ab, die freigesetzten Nährstoffe werden von der Würgefeige verarbeitet. Schließlich bleibt dann ein Hohlraum zurück.

Eine Besonderheit sind die costa-ricanischen Nebelwälder. Hier kondensieren die feuchtwarmen Karibikwinde in kühlen Höhenlagen und sorgen für einen ganzjährigen Wolkennebel. Entsprechend sind die Bäume dicht von Moosen und Bartflechten bedeckt. Im Bergwald von Monteverde wurden sage und schreibe 2000 Pflanzenspezies registriert, dazu unfassbare 400 Vogelarten.

Neben den Regenwäldern gibt es jedoch noch weitere interessante Vegetationsformen in Costa Rica. Wichtige Habitate gerade für die vielen Wasservogelspezies sind im Tiefland die Feuchtgebiete von Caño Negro und Palo Verde – wenn dort in der Regenzeit die Flüsse über die Ufer treten, entsteht eine regelrechte Seenplatte. Ebenfalls im Nationalpark Palo Verde (Guanacaste) und an wenigen anderen Orten finden sich die verbliebenen Reste der einst den gesamten Isthmus durchziehenden Trockenwälder – schon zu Kolonialzeiten um ganze 90 % dezimiert. Die Bäume erreichen hier nur eine maximale Höhe von 12 m und werfen zur Trockenzeit ihr Laub ab.

Über allen Wipfeln ist Ruh … Nicht in Costa Rica, wo vielerorts Canopy-Touren angeboten werden

Die wenigen verbliebenen Mangrovenwälder am Pazifik sind nicht zuletzt im Zuge der Klimawandeldebatte in den Blickpunkt geraten. Ihre Bedeutung für den Küstenschutz angesichts des steigenden Meeresspiegels und damit einhergehender Erosionsgefahr ist unschätzbar. Zudem sind sie ein wichtiger Lebensraum und Brutstätte für Fische und Garnelen. Sie sind hervorragend an das Leben in der Zwischenzone von Land und Meer angepasst. Salz wird aus dem Meerwasser herausgefiltert und über die Blätter der Mangroven ausgeschieden.

Ein nationales Wahrzeichen mit seiner weit ausladenden Krone ist der schöne Guanacaste-Baum. Das Mimosengewächs mit seinen doppelt gefiederten Laubblättern und einer Wuchshöhe von 40 m ist in den Tieflagen von ganz Mittelamerika ein beliebter Schattenspender. Die Früchte werden von Tapiren und Pekaris vertilgt, Aras knacken gar die harten Samen mit ihren kräftigen Schnäbeln. Seine Rindenextrakte gelten in Costa Rica als traditionelle Heilmittel.

Fauna

Will man über die costa-ricanische Tierwelt sprechen, stellt sich eine Frage: Womit beginnen? Mit der reichen Vogelfauna? Oder doch mit der vielfältigen, lautstarken Froschwelt? Mit den farbenprächtigen Schmetterlingen? Den Affen und Faultieren? Den seltenen Meeresschildkröten, denen bei der Eiablage der Jaguar auflauert?

Wir beginnen mit den Vögeln, von denen Costa Rica so unzählige wie schöne Exemplare zu bieten hat: 920 Vogelarten finden im Land eine reich gedeckte Tafel mit Früchten und anderen Leckereien vor. Zu den spektakulärsten Spezies gehören der mythische Quetzal, der in den Nebelwäldern Monteverdes und auf dem Cerro de la Muerte beheimatet ist, der Rote Ara, den man am ehesten in der Karibik, auf der Osa-Halbinsel, am Río San Carlos im Norden oder an der mittleren Pazifikküste erspäht, und der Tukan mit seinem bunten Riesenschnabel, der in verschiedenen Regionen des Landes vorkommt. Als Nationalvogel gilt allerdings die unscheinbare Gilbdrossel (in Costa Rica yiguirro genannt), geschätzt für ihren melodiösen Gesang. Die Oropendolas mit ihrer auffälligen Gesichtszeichnung sind bekannt für einen besonders kunstvollen Nestbau: Wie lang gezogene Jutesäcke hängen die fein gewebten Nester im Geäst hoher Bäume – ein ausgezeichneter Schutz vor Schlangen.

Auch mehr als 50 Kolibriarten leben in Costa Rica, die kleinsten Vögel der Welt. Sie sind gut an Blütensträuchern zu beobachten, wo sie auf der Stelle schwirrend den Nektar aus den Blüten saugen. Ebenfalls weitverbreitet sind Vertreter der Tyrannen-Familie (flycatcher im internationalen Birdwatcher-Jargon), die in Dutzenden Unterarten vorkommen. Am Himmel drehen Truthahngeier (zopilote, in Zentralamerika verbreitete Geiervögel) und Beutegreifer wie Gabelweihe und Falken ihre Kreise. Reiher, Kraniche und der Großstorch Jabiru sind in den Feuchtgebieten von Caño Negro und Palo Verde zu sehen, an den Küsten sausen Pelikane und Fregattvögel über die Wellen. Die Schreivögel, die in ganz Amerika zu finden sind, sind natürlich auch in Costa Rica beheimatet. Der Hauptunterschied zu Singvögeln liegt in der Anatomie ihres Kehlkopfes. Viele Echsenarten sind in Costa Rica heimisch, darunter der bis zu 2 m große, wie ein Minisaurier anmutende Grüne Leguan. Kurios die englische Bezeichnung für den olivbraunen Helmbasilisken: Jesus Christ Lizard,