5,99 €
»Es geschieht etwas mit mir« ist ein Lebensgefühl, das sich darin äußert, dass man nicht mehr Herr über die Geschehnisse im eigenen Umfeld zu sein scheint. Es geschieht etwas mit mir und ich kann es weder verändern noch aufhalten. Die rational erklärte Welt erscheint komplex und beliebig, wenig gestaltbar und ohne emphatisch erlebbare Struktur. Die Menschen um mich herum wünschen Veränderung und schützen sich dennoch vor dem Wandel des Gegenwärtigen. Uns droht, dass wir das, was unsere Identität ausmacht, aus dem Auge verlieren, dass Gedanken, die wir reflektierend produzieren, im Fluss gesellschaftlicher Kommunikation untergehen. Doch es gibt Hoffnung. Auch die Liebe gestaltet die Gegenwart und die Hoffnung trägt in die Zukunft. Lyrik vermag dazu reflektierend neue Räume des Denkens zu eröffnen.
Das E-Book können Sie in Legimi-Apps oder einer beliebigen App lesen, die das folgende Format unterstützen:
Seitenzahl: 42
Veröffentlichungsjahr: 2016
Unseren Kindern und Kindeskindern gewidmet, in deren Leben die Gegenwart möglichst rational gestaltet wird und dennoch die Zukunft immer unsicher bleibt. Doch es gibt Hoffnung. Auch die Liebe gestaltet die Gegenwart und die Hoffnung trägt in die Zukunft.
Erster Teil
Zweiter Teil
Dritter Teil
Anhang
Erster Teil
hier ist die Antwort ich kenne nicht die Fragen
»Ist Herr Schiller noch zu retten?«und anderes lyrischesStückWerk
* * *
Zweiter Teil
Kritik und Fürsprache
Lyrische Stückeüber Rationalität und Hoffnung
* * *
Dritter Teil
Neue Nachricht Wachend Auge
Lyrisches zum Zeitgeist
* * *
Anhang
Quellen und über den Anlass der lyrischen Stücke
V
OM
I
NHALT
E
RSTER
T
EIL
Das Milieu der lyrischen Stücke
Ist Herr Schiller noch zu retten?
erziehungs-berechtigt
Keine Regeln
Wissen muss wahr sein
Glauben ist Denken
es geschieht etwas mit mir
Prognosefähig sein
Medienkompetenz
Was nicht ist
Poststabilisierte Harmonie
Die Welt verstehen
Alles was ich weiß
bedingungs-los
Zu-Wendung
ZEIT
V
OM
I
NHALT
Z
WEITER
T
EIL
Das Milieu der lyrischen Stücke
Kritik
ICH MENSCH
Aufgelöst
Ausgebrannt
Ausweich -Strategien
Könnte ich wie ich wollte
Online ausgebeutet
Um mich herum
Fürsprache
Das Beste machen
Zufall Leben
Wer Du bist
Computerglaube
Was mich verpflichten könnte
Es ist denkbar
Glauben ist Denken IV
V
OM
I
NHALT
D
RITTER
T
EIL
Das Milieu der lyrischen Stücke
Von rational - digitaler Lebensart
Entzaubert
Vor die Wand
Neue Nachricht Wachend Auge
Vom Werben und Finden
An eine Freundin
Er & Sie
Bis an meine Grenze
Wozu leben?
Deine - Meine Wirklichkeit
Meine - Eure Wirklichkeit
Vom Erziehen und Bilden
Auf Anfang - ein Sonett
Wissen und Können
Was soll denn Schule nun tatsächlich?
Oh, Johann Wolfgang
Vom gesellschaftlichen Erleben
Das Gute
Political Correctness
Was sich richtig anfühlt
LeserKunde
Literatur ist kein Selbstzweck, sondern
schriftliches Umsetzen von Denkinhalt
in Sprache.
(1)
»Es geschieht etwas mit mir« ist ein derzeit vielfach allgegenwärtiges Lebensgefühl. Es äußert sich darin, dass ich nicht mehr Herr über die Geschehnisse bin, die sich mit mir und um mich herum entwickeln.
Die Meinungsvielfalt und die Nachrichtenflut überfrachten mein Denken und Urteilen. Eine Vielfalt an Möglichkeiten des Verhaltens überfordert mich.
Kenntnis von Geschehnissen außerhalb meiner persönlichen Hemisphäre bringen mich an den Rand dessen, was ich verantwortlich handelnd zu leisten vermag.
Körper und Geist oder - wie andere sagen - Körper und Seele befinden sich im Aufruhr.
Wie soll ich denken? Was soll ich glauben? Wie soll ich in dieser Situation für mich und die mir anvertrauten Menschen die Zukunft prognostizieren und gestalten können? Wie ist das zu ertragen? Krisen, Geschrei, Skandale—keine eindeutige Position und keine eindeutige Richtung kann ich erkennen. Weder Die Gesellschaft noch Die Politik noch Die Wissenschaft vermögen dies vorzugeben.
Es geschieht etwas mit mir. Die Nachrichten appellieren an mich, mich doch einzubringen und mitzuhelfen, das, was gerade geschieht, zu verändern. Aber ich spüre die Ohnmacht. Es geschieht etwas mit mir, und ich kann es weder verändern noch aufhalten.
Stimmungslyrik ist subjektive Empfindung, die das Objektive
durchdringt und auflöst, um so die Verschmelzung von Ich und
Wirklichkeit zu gestalten. (aus MGT 1987)1)
(2)
Körper und Geist oder - wie andere sagen - Körper und Seele befinden sich im Aufruhr. Dieser Aufruhr ist das Phänomen einer Massengesellschaft, die sich im Alltäglichen in Vielem von bis dahin noch fassbaren Formen getrennt hat. Sie hat sich in weiten Lebensbereichen den mannigfach ausdifferenzierten, bis ins Detail wirksamen Funktionen von digitalisierten technischen Geräten ausgesetzt.
In der Natur bilden Form und Funktion immer eine Einheit. Der Mensch ist aus dieser Sicht ein duales Wesen. Heute hat sich mit Programmierbarkeit und dem Verlegen von Greifbarkeit in Abstraktion eine Denkform ohne natürliche eigene Form entwickelt.
Überdifferenzierung und Detailüberfluss bei gleichzeitig rasant stattfindendem Wandel in einer abstrakten Welt des Seins überfordern Politiker, Manager, viele andere und Menschen wie Dich und mich.
Mein Körper, mein Geist, meine Seele müssen sich
in dieser Gesellschaft zurechtfinden.
Meine Meinung und Positionierung setze ich in die
Form lyrischer Texte.
Damit meine Gedanken eine Form erhalten.
Ist Herr Schiller noch zu retten?2)
Mir wird bei meinen 15 Jahren
Herr Schiller sehr ans Herz getragen,
dass er mit zweiundzwanzig Jahren
ein Drama um die »Räuber« macht.
Für mich sind zwecks dem Klassenziele
aus Schillers Nachlass möglichst viele
seiner Ideen und Trauerspiele
eine erzwung´ne Leidenschaft.
Schiller lies den »Räuber«-Helden
Karl die Gerechtigkeit vermelden,
den Franz soll man als Unhold schelten,
ums Leben sind sie all´ gebracht.
Wir sehen heut´ in Fernsehstücken
die Robin Hoods die Schwerter zücken