Fußreflexzonenmassage - Gabriele Hoffmann - E-Book

Fußreflexzonenmassage E-Book

Gabriele Hoffmann

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Beschreibung

Die indirekte Ganzkörpermassage

Alle Organe spiegeln sich in speziellen Zonen der Füße wider, und durch gezielte Massagen lässt sich ihre Tätigkeit anregen. Auf einfache Weise kann damit jeder etwas für seine Gesundheit und sein Wohlbefinden tun. Die genaue Zuordnung der Organe zu den Zonen und die einzelnen Reflexpunkte werden detailliert dargestellt. Die vorgestellten Massagetechniken sind auch für Anfänger leicht ausführbar.

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Seitenzahl: 84

Veröffentlichungsjahr: 2011

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Inhaltsverzeichnis

Fundamental – die FüßeDie BehandlungBeschwerden behandeln von A bis ZCopyright

Fundamental – die Füße

Unsere Füße sind ständig in Bewegung. Selbst wenn wir nicht gehen, rennen oder Treppen steigen, sondern still stehen oder still sitzen. Unsere Füße gleichen beständig die winzigen Verlagerungen unserer Wirbelsäule aus, indem sie einmal mehr den Fußballen, die Ferse oder ihre Innen- oder Außenkanten belasten. So sorgen sie dafür, dass unser Körper im Gleichgewicht bleibt, selbst wenn sich die Körperachse – unsere Wirbelsäule – verschiebt.

Unsere Füße sind einer immensen Belastung ausgesetzt: Nach einem Spaziergang von ungefähr zwei Kilometern haben die Füße eines normalgewichtigen Menschen insgesamt 250 Tonnen bewegt.

Die Anatomie unserer Füße

Dafür, dass sie für unsere Standfestigkeit sorgen, widmen wir den Füßen viel zu wenig Aufmerksamkeit: Wir zwängen sie in spitzes Schuhwerk mit hohen Absätzen und erlaufen uns so Hühneraugen, Krallen- und Hammerzehen oder auch verkürzte Achillessehnen. Wir wissen oft nicht einmal, wie diese Gliedmaßen aufgebaut sind, die uns durchs Leben tragen.

Anatomisch teilen sich die Füße in drei Bereiche: Vorfuß, Mittelfuß und Ferse. Den Vorfuß bilden die fünf Zehen. Die große Zehe ist aus zwei Zehengliedern aufgebaut, alle anderen Zehen aus drei Zehengliedern: den Grund-, Mittel- und Nagelgliedern. An den Zehengrundgelenken oder Zehenballen sind die Zehen mit den fünf Mittelfußknochen, den ossa metatarsalia, verbunden (violett). Diese bilden auf der Fußoberseite den Rist (auch Spann genannt), auf der Fußunterseite das Fußgewölbe. Nach hinten werden sie durch die drei Keilbeine, das Würfelbein und das Kahnbein (dunkelblau, gelb und pink) begrenzt. Über die Fersenregion wird der Fuß mit dem Unterschenkel verbunden: Die Ferse besteht aus dem Fersenbein und dem Sprungbein an der Fußinnenseite (hellgrün und orange). Auf dem Fersenbein und dem ersten, vierten und fünften Mittelfußkopf ruht im Stehen das ganze Körpergewicht.

Das Fußskelett ist als Ganzes einer Gewölbekonstruktion vergleichbar: Zwischen Ferse und Großzehenballen verläuft der Bogen des inneren Längsgewölbes, zwischen Ferse und Kleinzehenballen der flachere Bogen des äußeren Längsgewölbes. Das Quergewölbe bilden die Mittelfußknochen. 27 Muskeln sorgen dafür, dass sich diese Gewölbekonstruktion aus 26 Knochen, die durch 33 Gelenke miteinander verbunden sind, bewegt. Bänder verspannen diese Muskeln, Knochen und Gelenke zu einer in sich extrem beweglichen, anpassungsfähigen und dennoch sehr stabilen Einheit.

Über dem Fersenbein liegen Innen- und Außenknöchel. Durch das obere und das untere Sprunggelenk ist der Fuß mit dem Unterschenkel beweglich verbunden. Das obere Sprunggelenk, welches das Heben und Senken des Fußes ermöglicht, liegt zwischen Schienbein, Wadenbein und Sprungbein. Das untere Sprunggelenk liegt zwischen Sprungbein, Fersenbein und Kahnbein. Es ermöglicht das Heben und Senken von Fußinnenseite und Fußaußenkante.

Das Nervensystem unserer Füße

Unsere Füße sind nicht nur Instrumente zur Fortbewegung unseres Körpers, sondern lebendige, höchst sensible Organe, die vielfältige Aufgaben erfüllen, insbesondere arbeiten sie in der »Aufklärung«. Sie werden von einem dichten Nervengeflecht durchzogen. Dieses sendet beständig Informationen über Bodenbeschaffenheit, Gleichgewichtsverhalten, Fußwölbung und Belastung der Fußsohle zum Rückenmark und zum zentralen Nervensystem. Früher, als wir noch barfuß gingen, waren diese Signale der Fußsohle für das Überleben des Menschen maßgeblich. Fußsohlen, Fußinnenseiten, Fußaußenkanten und Fußrücken werden von mehreren großen Nervensträngen versorgt: Einer davon zweigt vom Lendennervengeflecht ab und läuft durch den Nervus femoralis in den Schenkeln hinunter zu den Fußaußenseiten. Der vom Ischiasnerv abzweigende Nervus tibialis versorgt die Fußsohle. Der Fußrücken wird vom Nervus peronaeus communis versorgt, die Fußinnenseite vom Nervus saphenus. Jeder dieser Nervenhauptstränge verzweigt sich wiederum weiter in immer kleinere Nervenbahnen.

Dank der Nerven, die unsere Füße durchziehen, wissen wir genau, »wo wir stehen«.

An den Enden der haarfeinen Nervenfasern sitzen die Rezeptoren. Sie leiten die auf den Fuß auftreffenden mechanischen Reize wie beispielsweise Temperatur, Druck, Reibung und Berührung über das Zentralnervensystem zum Gehirn weiter. Wenn sie dort decodiert werden, weiß der Mensch, »wo er steht«.

Die Fußreflexzonen

Nicht nur über die verschiedenen Nervenleitbahnen des Nervensystems sind die Füße mit dem übrigen Körper und seinen Organen verbunden, sondern auch über die Reflexbogen. Diese Reflexbogen sind energetische Bahnen oder Energieverläufe, die sich zwischen Haut und Muskeln spannen, zwischen Haut und Innenorganen, Muskeln und Innenorganen und den verschiedenen Innenorganen selbst. Über diese vegetativ funktionierenden Querverbindungen und über ihr komplexes Nervengeflecht stehen die Füße mit sämtlichen Organen unseres Körpers beständig in Wechselwirkung.

Mikrokosmos und Makrokosmos

Die Vorläufer der Fußreflexzonenmassage sind im indischen Ayurveda, in der tibetischen Medizin und in der chinesischen Akupunktur zu finden. Diese Heilmethoden betrachten den gesamten Organismus des Patienten. Sie beziehen seine seelische und geistige Befindlichkeit sowie seine äußeren Lebensumstände in Diagnose und Heilung mit ein. Die asiatische Weltanschauung geht davon aus, dass sich alle Vorgänge des Makrokosmos Natur im Mikrokosmos Mensch spiegeln. Innerhalb dieser Idee des energetischen Gleichgewichts zwischen Mensch und Natur haben sich weitere ganzheitliche Betrachtungsweisen entwickelt, u. a. die Betrachtungsweise der Organe als verkleinerte Spiegelbilder des gesamten Organismus. Gemäß dieser These enthält jeder Körperteil, Fuß, Hand, Auge und Ohr ein Abbild des ganzen Körpers. Folglich kann die Reizung eines bestimmten Punkts oder einer Zone spezifische Wirkungen in einem weit entfernten anderen Körperteil erzeugen.

Die Wiederentdeckung der Fußreflexzonenmassage

Auf ähnlichen Thesen basierte auch die Medizin eines indianischen Volkes im Norden Zentralamerikas und Mexikos, der Maya. Die Maya wendeten bereits während ihrer präkolumbischen Hochkultur (100 v. Chr. bis 900 n. Chr.) ein komplexes Diagnose- und Therapiesystem an. Sie überlieferten ihre Heilmethode auf den Steintafeln des Maya-Altars von Copàn in 36 verschlüsselten Bildern. 1938 gelang es Dr. William H. H. Fitzgerald (1872 – 1942), einem Hals-Nasen-Ohren-Arzt aus Hartfort, Connecticut (USA), und der Physiotherapeutin Eunice D. Ingham-Stopfel (1889 – 1974), diese Bilder zu entziffern. Fitzgeralds Thesen zu den zehn Körperzonen, die er 1917 in Columbus, Ohio (USA), veröffentlicht hatte, wurden dadurch bestätigt.

Die Headschen Zonen

Richtungsweisend für Fitzgeralds Überlegungen waren die Publikationen des englischen Nervenarztes Sir Henry Head (1861 – 1940) über das gesteigerte Schmerzempfinden und die Berührungsempfindlichkeit bestimmter Hautzonen bei der Erkrankung innerer Organe. Head hatte beobachtet, dass zwischen den Hautpartien und den Organen, die ihre sensiblen Fasern aus demselben Rückenmarkssegment beziehen, Verbindungen bestehen. So reagierten bei angegriffenem Zwerchfell die Hautpartien über dem rechten und linken Schlüsselbein nicht nur extrem schmerzempfindlich, sondern das Hautbild und die Struktur des Unterhautfettgewebes sowie des Bindegewebes waren verändert.

Head hatte diese Hautbildveränderungen sowie ihre mutmaßlichen Auslöser katalogisiert und aus diesen Beobachtungen ein Zonensystem entwickelt:

die Headschen Zonen.

Fitzgerald generalisierte diese Überlegungen. Er hatte entdeckt, dass sich die Reizung eines Körperteils nach immer demselben Muster auf eine andere Körperpartie auswirkt. Die dabei entstehenden Zonen übertrug er auf die Hautoberfläche: Der Körper ließ sich in zehn Längengrade aufteilen, fünf auf jeder Seite der Wirbelsäule. Die Zonen haben ihren Ursprung in den Fingerspitzen der beiden Hände, laufen über die Arme zum Kopf und von dort aus an der Vorder- und Rückseite des Körpers zu den Zehen. Wird eine dieser Zonen durch Druck, Wärme oder Reibung stimuliert, werden sämtliche Organe, die in derselben Zone liegen, angeregt. Fitzgerald folgerte daraus, dass neben den Nervenverbindungen, dem Lymphsystem und den Blutgefäßen weitere energetische oder elektromagnetische Verbindungen innerhalb des Organismus herrschen, die mit den herkömmlichen wissenschaftlichen Methoden nicht nachweisbar und mit dem mechanistischen Weltbild der Schulmedizin unvereinbar sind. Dass diese Verbindungen existieren, zeigte die Reaktion der Organe.

Fitzgerald teilte den Körper in zehn Längenzonen ein: Fünf auf jeder Seite einer gedachten Mittellinie des Körpers – diese entspricht der Wirbelsäule.

Fitzgerald konnte anhand empirischer Versuche seine Thesen über die Wirkungsweise der Fußreflexzonenmassage bestätigen und die Gesetzmäßigkeiten ihrer Anwendung festlegen.

Die Grundregeln der Reflexzonenmassage

Diese Gesetzmäßigkeiten lassen sich folgendermaßen zusammenfassen:

Die inneren Organe können von außen indirekt über die Haut beeinflusst werden.

Innere Erkrankungen sind von außen in relativer Entfernung von den befallenen Organen ertastbar, beeinflussbar und heilbar.

Auf alle Körperteile kann über die vegetativen Verbindungen von den Füßen her eingewirkt werden.

Sämtliche Organe des menschlichen Körpers sind auf den Füßen abgebildet.

Die Reflexzonen an den Füßen sind spiegelbildlich zum Körper angelegt.

Die Füße – ein Spiegel unseres Organismus

Die Lage der Reflexzonen am Fuß erschließt sich aus dem von Fitzgerald entwickelten Zehn-Zonen-Modell: Die jeweils fünf Zonen, welche rechts und links der Wirbelsäule liegen, verlaufen auch durch die Füße.

Strahlen und Zonen

Sie teilen den Fußrücken und die Fußsohle in fünf Streifen oder Strahlen: Der erste Strahl verläuft an der Fußinnenseite von der großen Zehe über den ersten Mittelfußknochen und das innerste Keilbein zum Sprunggelenk und der Ferseninnenseite. Die weiteren vier Strahlen verlaufen analog. Zugleich teilen zwei gekrümmte Linien den Fuß horizontal in Vorfuß, Mittelfuß und Fersengebiet: Zwischen den Mittelfußknochen und den Zehengrundgelenken verläuft die erste Querlinie. Die zweite gekrümmte Querlinie zieht sich über den höchsten Punkt der Fußwölbung entlang der unteren Gelenke der Mittelfußknochen. Sie trennt den Mittelfuß vom Fersengebiet. Diesen drei Querzonen entsprechen am menschlichen Körper die folgenden Bereiche:

Kopf, Hals und Schultergürtel

Brust und Oberbauch

Bauchraum und Becken

Die Aufteilug des Fußes in fünf Strahlen und in drei Querzonen vereinfacht das Auffinden der Reflexzonen.

Bezieht man diese Einteilung auf die inneren Organe, so erhält man folgende Entsprechungen:

Die Zehenzone entspricht den Organen des Kopf- und Halsbereichs. Gehirn, Hypophyse, Augen, Ohren, obere und seitliche Lymphwege, Nase, Zähne, Stirn- und Kieferhöhlen werden durch die Massage der Zehen und Zehenballen angesprochen.

Schild- und Thymusdrüse, Luft- und Speiseröhre, Bronchien, Lunge, Leber und Gallenblase, Nieren und Nebennieren, Herz, Milz, Magen und Bauchspeicheldrüse stimuliert die Behandlung von Rist und Sohle des Mittelfußes.

Die untere und seitliche Ferse entspricht den Zonen für Dünndarm, Dickdarm, Geschlechts- und Fortpflanzungsorgane.

Die Reflexzonen der Fuß- und Ferseninnenseiten repräsentieren diejenigen Organe, die in der Körpermitte liegen, also Wirbelsäule, Blase, Mastdarm, Gebärmutter bzw. Prostata.

Diejenigen Organe, die an den Außenseiten des Körpers liegen, werden durch Reflexzonen an den Fußaußenseiten repräsentiert, nämlich Ohren, Schultergelenke, Achsellymphknoten, Ellenbogen und äußeres Becken.

Paarig angelegte Organe, wie Lungen, Nieren, Nebennieren, Augen und Ohren weisen auf beiden Füßen Reflexzonen auf.

Fühlbar krank?

Die Symptome einer Erkrankung dieser Organe zeigen sich durch Veränderungen des Unterhautgewebes und des Bindegewebes am Fuß. Der Fuß reagiert auf Druck und Reibung sehr empfindlich, sein Schmerzempfinden ist gesteigert. Ertasten lässt sich ein Aufquellen des Bindegewebes, es fühlt sich schwammig an und bildet Dellen. Sandartige oder kristalline Ablagerungen unter der Haut, Knötchen und Wulste sind spürbar.

Die Wirkungsweise der Reflexzonenmassage

Eine Folge intensiver punktartiger Reize oder Impulse lockert und entspannt die Reflexzone. Kristalline oder knotenförmige Strukturen werden so aufgelöst, eine verbesserte Durchblutung des Gewebes wird ermöglicht. Über die Reflexbögen und das Nervensystem werden diese Impulse zu dem entsprechenden Organ geleitet. Dessen Durchblutungsstatus, sein neurologischer Zustand und der Fluss innerhalb seiner Lymphgefäße verbessern sich. Schlacken und Giftstoffe werden abtransportiert, Blockaden lösen sich auf, und das energetische Gleichgewicht des Organs sowie der beeinflussenden Organe wird wiederhergestellt. Das Organ kann seine regulären Arbeits- und Funktionsweisen wieder aufnehmen. Neben der Wiederherstellung des energetischen Gleichgewichts, der gesunden Funktion und des reibungslosen Zusammenspiels der Organe erzielt die Fußreflexzonenmassage eine Entspannung, da sie eine überhöhte Muskelspannung senkt und passive Muskeln aktiviert. Außerdem wird die Arbeit des Immunsystems beeinflusst und seine Abwehrkraft gesteigert.

Anwendungsgebiete

Die Fußreflexzonenmassage kann zur Linderung und Behebung akuter wie chronischer Leiden angewandt werden. Sie eignet sich ebenfalls zur Diagnose komplexer organischer Störungen, da sie Anfälligkeiten und Störungsmuster des Organismus erkennen lässt. Diese Kenntnis hilft, vorbeugend Erkrankungen zu verhindern. Die Fußreflexzonenmassage kann begleitend zu anderen medizinischen Techniken angewendet werden und deren Wirkungsweisen optimieren. Zu ihrer Anwendung sollten Sie sich Ihre Grundkenntnisse der menschlichen Anatomie erneut vergegenwärtigen.

Das Gebot der Ganzheitlichkeit

Die Reflexzonenmassage kann nicht wirken, wenn sie nicht ganzheitlich angewendet wird. Eine kurzzeitige, punktuelle Massage einer Zone erzeugt keine Wirkung. Nur eine bis zwei halbstündige Behandlungen pro Woche (mit anschließender Ruhephase) bringen langfristig Erfolg.

Ganzheitlichkeit bedeutet auch, dass die Fußreflexzonenmassage von einer Umstellung der Lebensführung begleitet sein muss, wenn die Ursache der Krankheit in unvernünftiger Lebensführung gründen, etwa in mangelnder Bewegung, falscher Ernährung, Alkohol-, Nikotin- oder Medikamentenmissbrauch.

Anwendungsverbot

Die Fußreflexzonenmassage ist eine natürliche, sanfte Therapie. Was nicht bedeutet, dass sie schmerzfrei ist. Eine Behandlung kann äußerst unangenehm verlaufen. Obendrein können sich Krankheitszeichen durch die Fußreflexzonenmassage erst einmal sehr stark verschlimmern. Bei Nasennebenhöhlenerkrankungen werden Sie beispielsweise feststellen, dass nach einer Behandlung durch Fußreflexzonenmassage die Nase überhaupt nicht mehr aufhört zu laufen, dass die Stirnhöhlen pochen und die Körpertemperatur ansteigt.

Brechen Sie die Behandlung in diesem Zustand nicht ab. Über die Aktivierung des Lymphflusses wird der verhärtete Schleim in Stirn- und Kieferhöhlen aufgelöst, die eingenisteten Bakterien werden endlich nach draußen gespült, und die hohe Temperatur sinkt ebenso schnell, wie sie gestiegen ist. Dennoch gibt es auch für die Therapie durch Fußreflexzonenmassage Gegenanzeigen. Verboten ist ihre Anwendung bei:

Schwangerschaft, da sie zu Fehlgeburten oder Frühgeburten führen kann

Blutdruck über 200 mmHg, da sie einen Kreislaufzusammenbruch verursachen kann

Venenentzündung und Thrombose, da Blut- und Lymphfluss dadurch behindert sind

Hautkrankheiten und Pilzbefall der Füße, da durch die Kreisbewegungen Keime und Pilzsporen auf gesundes Gewebe übertragen werden

Morbus Sudeck, da die normale Funktion der Nerven bei dieser Krankheit beeinträchtigt ist

Die Behandlung

Bevor Sie die Massage beginnen, sollten Sie sich einen Überblick über die Lage der Reflexzonen am Fuß verschaffen. So können Sie deuten, was Sie tasten und die Reaktionen des Patienten auf die Massage richtig einordnen.

Symptomzonen und Kausalzonen

Da die Reflexzonen sich gegenseitig beeinflussen, überlagern und im Krankheitsfall auch ausdehnen, unterteilt man sie in Symptom- und Kausalzonen. Die ersteren fallen Ihnen bei der Massage als beeinträchtigt auf, die zweiten sind die Verursacher dieser Störungen. So sind z. B. bei Patienten mit Nackenschmerzen nicht nur die Zonen auf den Zehenballen der großen Zehen gestört: Häufig ist Kurz- oder Weitsichtigkeit die Ursache von Haltungsfehlern und der Auslöser von Verkrampfungen an Hals und Nacken. Dann zeigen sich auch die Kausalzonen auf der zweiten und dritten Zehe angegriffen und müssen ebenfalls behandelt werden.

Die Bezugszonen

Von Referenz- oder Bezugszonen spricht man, wenn ein Organ wie z. B. das Herz, das anatomisch nur auf dem linken Fuß eine Reflexzone aufweisen sollte, auch durch eine Zone auf dem rechten Fuß beeinflussbar ist. Auch Magen und Leber haben eine Bezugszone am selben Punkt der linken Sohle, die ebenfalls untersucht und therapiert werden sollte.

Rechte und linke Fußsohle

Vorbereitung der Behandlung

Vor Beginn der Massage sollten Sie eine bequeme, konzentrierte Arbeitsatmosphäre herstellen: Sorgen Sie dafür, dass der Raum ruhig, warm und gut durchlüftet ist. Besorgen Sie eine Liege oder ein Bett, damit der zu Behandelnde sich in Rückenlage ausstrecken und der Massierende zu seinen Füßen sitzen kann. Stellen Sie Musik, Telefon und andere Nebengeräusche ab. Halten Sie eine Decke, ein Paar Wollsocken, eine Nackenrolle und ein Kissen bereit, um den Patienten warm zu halten bzw. um seine Kniekehlen zu stützen. Sorgen Sie dafür, dass der zu Behandelnde vor der Massage die Füße waschen und abtrocknen kann. Schneiden Sie sich die Fingernägel kurz, damit Sie dem Partner keine Schmerzen zufügen und verwenden Sie keine Öls oder Cremes: Diese behindern die Tastfähigkeit Ihrer Finger, weil sie die Gleitfähigkeit steigern.

Die Atmung

Den Energiefluss im Körper lässt sich durch die Atmung steuern: Sollte der Behandelte während der Massage Schmerzen empfinden, muss er seinen Atem beim Einatmen an die schmerzende Stelle schicken und sich darauf konzentrieren, den Schmerz mit der Ausatmung aus dem Körper zu schicken. Verkrampft sich ihr Patient, setzen Sie die Massage kurzzeitig aus, oder verringern Sie den Druck. Verringern Sie den Druck der Massage auch, wenn der Massierte aufsteigende Kälte in den Beinen bemerkt: Sie haben dann mit zu hohem Druck massiert und sollten die Behandlung unterbrechen, bis die Durchblutung der Beine sich stabilisiert hat und Beine wie Füße wieder warm geworden sind. Entspannen sollten sich beide: Masseur und Massierter. Beide dürfen die Beine nicht verkrampfen, beide sollten Rücken- und Nackenmuskulatur locker lassen.

Ihre Pflichten

Handeln Sie verantwortlich: Der Behandelte erwartet Hilfe von Ihnen. Er vertraut sich Ihnen an. Im Gegenzug sollten Sie vertrauenswürdig mit ihm umgehen: Sichern Sie Ihre Diagnose ab, lassen Sie sie durch einen Arzt oder Heilpraktiker bestätigen.

Setzen Sie weder den Patienten noch sich selbst unter Erfolgsdruck: Behandeln Sie nur, wenn Sie eine Behandlung zuverlässig leisten können.

Lassen Sie sich nicht von einem Symptom zu voreiligen Schlüssen verleiten, sondern behandeln Sie konzentriert beide Füße. Bearbeiten Sie gestörte Zonen, auch wenn in der Logik der Schulmedizin nichts dafür spricht.

Nur wenn Sie Arzt, staatlich geprüfter Masseur oder anerkannter Heilpraktiker sind, dürfen Sie gegen Entgelt behandeln.

Die vier Grundgriffe der Fußreflexzonenmassage

Das maßgebliche Werkzeug der Reflexzonenmassage ist der Daumen. Er ertastet die Störung und beseitigt sie mittels folgender Griffarten.

Der Raupengriff

Die massierende Hand liegt völlig auf dem Fuß auf. Indem Sie das Daumenendglied wechselweise abknicken und wieder strecken, üben Sie wechselnden Druck auf den Fuß aus. Der Daumen bewegt sich dabei raupenartig über den Fuß. Der Kontakt zwischen Daumenkuppe und Haut bleibt immer erhalten. So entsteht eine Reihe an- und abschwellender Impulse.

Der Zeigefingerdruck

Wenn Sie Zonen bearbeiten, die dem Daumen schwer zugänglich sind, wie z. B. die Zeheninnenseiten, dann führen Sie den Raupengriff mit dem Zeigefinger aus.

Der Zangengriff

Dieser Griff wird auch melkender Griff genannt, da bei ihm Daumen- und Zeigefingerkuppe gegeneinander drücken, streichen oder ziehen. Wenden Sie diesen Griff im Zehenbereich und an der Fußaußenseite an.

Die drei erwähnten Griffe funktionieren nur mit leichtem Druck, denn sie sollen nicht nur Impulse aussenden, sondern gleichzeitig Veränderungen in den verschiedenen Hautschichten erspüren und ertasten, was unter der Haut der Reflexzone vor sich geht.

Der sedierende Griff

Kleine Reize regen an, starke Reize hemmen, stärkste Reize lähmen. Dieses biologische Grundgesetz gilt auch in der Fußreflexzonenmassage. Mit dem sedierenden Griff, einem konstanten, harten, punktartigen Druck der Daumenkuppe auf die Reflexzone, machen Sie es sich gegen starke Schmerzen zunutze. Der sedierende Griff dauert zwischen zehn Sekunden und zwei Minuten. Er lässt den Schmerz zunächst anwachsen und dann vollständig abklingen. Er dient also zur vorübergehenden Unterdrückung des Schmerzes. Er hat keine therapeutische Wirkung und sollte maximal zweimal nacheinander angewendet werden, z. B. bei Zahnschmerzen, Ohrenschmerzen oder Migräne, bei Ischiasschmerzen, Bandscheibenschäden oder prämenstruellen Schmerzen. Mehrfach angewendet kann der sedierende Griff eine Diagnose verschleiern oder unmöglich machen!

Die Massagetechniken

Zur Massage fassen Sie den Fuß mit beiden Händen. Ihre Daumen berühren die Fußsohle. Der Daumenballen hält ebenfalls größtmöglichen Hautkontakt, denn er unterstützt die kreisende Bewegung des Daumens, indem er die Impulse aus der Schulter weiterleitet. Die restlichen Finger umfassen den Fußrücken. Diejenige Hand, die nicht massiert, übt leichten Gegendruck zum kreisenden oder drückenden Daumen aus. Man nennt sie die Stützhand. Insbesondere bei den empfindlichen Zehen garantiert die Stützhand, dass Fuß und Gelenke weder dem Daumendruck nachgeben, noch ihm ausweichen, noch nach vorn abknicken.

Die Streichungen

Jede Massage beginnt damit, dass der Daumen in streichenden Bewegungen den gesamten Fuß, einschließlich des Fußgelenks, erwärmt, ertastet und erfasst. Durch das Streichen schaffen Sie die Vorraussetzungen für eine optimale Behandlung: Sie regen die Durchblutung des Fußes an, entspannen ihn und lernen seine Eigenheiten kennen.

Die Wellenbewegung

Ist der Fuß erwärmt, arbeiten Sie mit dem Raupengriff weiter. Dabei üben Sie mit der Daumenkuppe stetig anwachsenden und abklingenden Druck in die Tiefe des Gewebes aus. Sie erreichen so eine anschwellende und abschwellende Bewegung, die aus der Mitte des Handballens erwächst.

Die Kreisbewegung

Der Daumen bewegt sich in dieser Wellenbewegung rechts- oder linksherum oder linksherum kreisend, um Oberhaut und Bindegewebe gegeneinander verschieben zu können. In kleinen Kreisen wird der Fuß in einer Richtung (egal ob von den Zehen zur Ferse oder umgekehrt) Zone für Zone durchgearbeitet.

Die Handhaltung

Damit diese Kreisbewegung aus der Schulter und keinesfalls aus dem Daumenballen (Überbeanspruchung!) heraus erfolgt, müssen Handgelenk und Ellenbogen eine Achse bilden. Der Unterarm sollte einen rechten Winkel zum Oberarm einhalten. Diese Haltung garantiert, dass die Bewegung von der Schulter ausgeht.

Die Sitzhaltung

Bei der Selbstmassage setzen Sie sich auf einen Sessel oder Stuhl mit gerader Lehne. Stützen Sie Ihren Rücken mit einem Kissen. Legen Sie das linke Bein angewinkelt auf den Oberschenkel des rechten Beins, so dass die Fußsohle nach oben zeigt. Nach der Behandlung des linken Fußes wechseln Sie die Beinstellung. Wenn Sie andere massieren, setzen Sie sich vor die locker ausgestreckten Füße Ihres Patienten, diese sollten auf der Höhe Ihrer Ellenbogen liegen.

Der Sichtbefund

Wie fühlt sich der Fuß an, welche Hinweise auf Erkrankungen liegen vor, wenn:

Die Knochen-, Bänder- oder Gefäßstruktur verändert ist

Auf der Haut, im Unterhautgewebe, an Gelenken und Knochen Verhärtungen, Schwellungen oder Knoten sichtbar werden

Hautpartien verfärbt, gerötet oder zu blass aussehen, oder wenn sie ausgetrocknet und rissig oder zu feucht und schweißig sind

Zehen, Zehengelenke, Mittelfuß oder Fußgelenk in ihrer Beweglichkeit reduziert sind

Der Tastbefund

Mit dem Raupengriff finden Sie heraus, ob die sichtbaren Veränderungen des Fußes

mit knirschenden, schwammigen oder knötchenartigen Gewebeveränderungen unter der Haut einhergehen

in die Tiefe des Gewebes reichen oder oberflächlich bleiben

in andere Bereiche oder Zonen hin ausstrahlen

Die Diagnose

Verdacht auf eine akute Erkrankung besteht, wenn auf die Massage einer Zone ein scharfer, oberflächlicher, stechender oder schneidender, kurzer Schmerz folgt. Folgt ein dumpfer, tiefer, anhaltender Schmerz, können Sie auf eine chronische Erkrankung schließen.

Die Therapie

Ein Fuß wird nach dem anderen behandelt. Der unbehandelte Fuß wird warm eingepackt. Erwärmen Sie den Fuß durch Streichungen. Beobachten Sie dabei Auffälligkeiten. Ertasten Sie Veränderungen beim Streichen und durch den Raupengriff.

Massage des Verdauungstraktes

Bearbeiten Sie die Reflexpunkte des Verdauungsapparats:

Die Zone des Magens und seine Bezugszone massieren Sie an beiden Fußinnenseiten etwa einen Daumen breit unter dem Ballen.

Den Zwölffingerdarm beeinflussen Sie an der rechten Fußsohle durch Druck auf den Punkt unterhalb der Magenzone im Bereich des dritten Strahls. Massieren Sie diese Reflexzone in kleinen Kreisen.

Die Bauchspeicheldrüsenzone liegt an derselben Stelle und ist besser auf dem linken Fuß tastbar.

Leber und Gallenblase behandeln Sie auf dem rechten Fuß unterhalb der Auftrittsfläche des Zehenballens auf dem dritten bis fünften Strahl. Sie wird mit kräftigem, in die Tiefe gehendem Druck massiert.

Die Zone der Milz finden Sie nur an der linken Fußsohle an der Basis des äußersten Mittelfußknochens auf dem vierten und fünften Strahl.

Die Zone des Dünndarms ist eine kreisförmige Fläche mit ca. drei Zentimetern Durchmesser oberhalb der Fersenauftrittsfläche zwischen zweiten und viertem Strahl. Sie ist auf beiden Füßen lokalisiert.

Die Dickdarmzone massieren Sie beginnend am äußeren Fersenende des rechten Fußes, mit dem rechten Daumen aufsteigend bis oberhalb der Fersenauftrittsfläche. Mit quer gestelltem Daumen massieren Sie bis zur Fußinnenseite. Sie wechseln danach den Fuß und arbeiten an der Fußinnenseite des linken Fußes mit dem Daumen der linken Hand weiter bis zur Außenseite des linken Fußes. Dann massieren Sie kreisförmig langsam nach unten in Richtung Ferse.

Die Reflexzonen des Mastdarms massieren Sie an den Innenkanten der Fersenauftrittsfläche.

Die tägliche Entspannungsmassage

Wer unter Leistungsdruck, Konkurrenz und ständiger Anspannung leidet, kann seine Stresssymptome durch eine Massage der psychovegetativen Punkte behandeln. Um sich zu entspannen massieren Sie wie folgt:

Brustwirbelsäule – ihre Zone beginnt unterhalb des Großzehenballens auf der Fußinnenkante und endet am höchsten Punkt des Fußgewölbes.

Lendenwirbelsäule – massieren Sie die Fußinnenseite vom Fußgewölbe bis unterhalb des Innenknöchels.

Hypophyse und Epiphyse – die Zonen beider Drüsen decken sich. Sie ziehen sich um das oberste Großzehengelenk.

Schädelbasis – die Zone, die diesen Austrittspunkt der Nerven in die Wirbelsäule repräsentiert, liegt an der Innenseite des zweiten Glieds der großen Zehe.

Lunge – ihre Zone reicht vertikal über den ganzen Mittelfuß und nimmt den größten Teil der Fußballen beider Füße ein.

Leber und Gallenblase – behandeln Sie sie auf dem rechten Fuß unterhalb der Auftrittsfläche des Zehenballens.

Milz – massieren Sie auf der linken Fußsohle die Basis des äußersten Mittelfußknochens.

Nieren und Nebennieren – die Zonen der Nieren liegen auf beiden Fußsohlen in der Mitte des Fußgewölbes zwischen dem zweiten und dritten Mittelfußknochen.

Schilddrüse – Sie lokalisieren sie zwischen dem zweiten Zehenglied der großen Zehe und dem Mittelfußknochen.

Solarplexus – Der Punkt liegt in Fußmitte über der Nierenzone.

Beschwerden behandeln von A bis Z

Abwehrschwäche

Abwehrschwäche oder Immunschwäche ist eine sehr gefährliche Krankheit, weil sie die biologische Selbsterhaltung des Körpers, sein Immunsystem, außer Kraft setzt.

Die Funktionsweise des Immunsystems

Die Immunabwehr des Körpers arbeitet in mehreren Schritten: Zuerst erkennt sie, ob Fremdstoffe in den Organismus gelangt sind, dann beseitigt sie die körperfremden Viren, Bakterien oder Tumorzellen, und zum Dritten speichert sie die Informationen über die fremden Zellen oder Antigene in den Gedächtniszellen. So kann der Körper gegen einmal erkannte feindliche Organismen spezifische Abwehrkörper produzieren und sie im Bedarfsfall, bei Grippe, Bronchitis oder Mandelentzündung, sofort einsetzen.

Es sind spezielle weiße Blutkörperchen, die Lymphozyten, die die körpereigene Abwehr bilden. Sie werden im Knochenmark gebildet. Ein Teil der Lymphozyten gelangt über die Lymphgefäße in die Thymusdrüse. Dort bilden sich daraus dann die Killerzellen (T-Lymphozyten): Diese Zellen »fressen« alle körpereigenen Zellen, die bereits von Viren befallen sind. Ein weiterer Teil der Lymphozyten gelangt in die Milz und die Lymphknoten, und wird dort in B-Lymphozyten umgewandelt. B-Lymphozyten produzieren die Antikörper oder Immunglobuline, die sich an die Oberfläche der Fremdkörper heften und sie bewegungsunfähig machen.

Mögliche Ursachen

Immundefekte können erblich bedingt sein: Die Fresszellen, die T-Lymphozyten oder die B-Lymphozyten arbeiten fehlerhaft. Abwehrschwäche ist jedoch häufig die Folge von chronischem Bewegungs-und Konditionsmangel, von Dauerüberlastung, von eiweißarmer Ernährung sowie von langjährigem Alkohol- und Nikotinmissbrauch. Eine Immunschwäche tritt auch nach bestimmten Virusinfektionen wie Masern oder Windpocken gehäuft auf.

Symptome: Infektionskrankheiten wie grippale Infekte, Bronchitis, Harnwegsentzündungen, Herpes oder Mandelentzündungen treten in immer kürzeren Abständen auf, ihr Verlauf ist schwerer als gewöhnlich und ihr Heilungsprozess ist stark verlangsamt.

Behandlung: Massieren Sie alle Lymphzonen zwischen den Zehen, dann die Zone der Thymusdrüse an der Innenseite des Fußballens. Fahren Sie fort mit der Zone der Lymphknoten unterhalb der kleinen Zehe auf dem Vorfußrücken, massieren Sie die darunter liegende Leistenzone und zuletzt die Milzzone an der Außenseite der linken Fußsohle, in der Mitte des Mittelfußknochens (siehe Grafik S. 33).

Behandlungsdauer: 1 — bis 2-mal pro Woche in Langzeittherapie

Massagezonen bei Abwehrschwäche

Allergien

Bei Allergien weichen die Reaktionen des Organismus auf körperfremde Stoffe, sei es Heuschnupfen, Hausstaub- oder Nahrungsmittelallergie, vom Normalmaß ab: Egal, ob der Körper Blütenpollen, Staubmilben, Insektengifte oder auch Eiweißstoffe in der Nahrung als »fremd« und somit »feindlich« einstuft, seine natürliche Immunabwehr arbeitet immer nach demselben Schema: Es kommt zu einer allergischen Reaktion.

Was ist eine Allergie?

Dringt in den Organismus ein unbekannter Stoff ein, wird die natürliche Immunabwehr aktiv: Der Körper aktiviert die Phagozyten oder Fresszellen. Sie vernichten die Fremdkörper, indem sie diese auffressen. Durch Botenstoffe veranlassen sie zudem den Körper, Proteine herzustellen, die sich den Strukturen der Erreger anpassen. Diese Proteine können ungehindert in die Zellwände der Fremdkörper eindringen und sie von innen heraus zersetzen. Damit ist der Erreger identifiziert und die Lymphozyten können im zweiten Schritt der Abwehr Antikörper herstellen, deren chemisches Profil auf die Zellmembran der Eindringlinge zugeschnitten ist. Diese Antikörper heften sich an die Oberfläche anderer Körperzellen, der Mastzellen, bis die gleichen Fremdkörper wieder in den Körper eindringen. Bei einem nächsten Kontakt mit dem gleichen Fremdkörper reagieren die Antikörper vernichtend: Sie bekämpfen die Antigene. Dazu öffnet sich die Zellmembran der Mastzellen, aus dem Zellinneren treten Histamine und Serotonine ins umliegende Gewebe ein und erweitern die Blutgefäße. Die natürliche Immunabwehr des Körpers (die Antigene bindenden T-Lymphozyten und die Antikörper bildenden B-Lymphozyten) kommt so schneller an ihr Ziel. Gleichzeitig verengen die Histamine die Bronchien, damit keine weiteren Fremdkörper über die Atemwege in den Körper gelangen können.

Das Immunsystem eines Allergikers setzt beim Kontakt mit normalerweise unschädlichen Substanzen zu viele Histamine und Serotonine frei. Histamine und Serotonine lösen eine heftige Entzündungsreaktion des Körpers aus: Fieber, Hautrötungen und Hautschwellung sind die Folge. Darauf reagiert der Körper, indem er vermehrt Lymphozyten aktiviert, Lymphfluss und Schleimsekretion steigern sich.

Allergisches Asthma bronchiale

Werden durch Freisetzung zu vieler Histamine die Bronchien zu stark verengt, tritt hochgradige Atemnot auf. Der Allergiker ist am Ausatmen gehindert.

Anaphylaktischer Schock

Der anaphylaktische Schock ist die schwerste allergische Reaktion. Das Eindringen großer Allergenmengen (z. B. nach Bienen-oder Wespenstichen) in das Blut führt dabei zu einer plötzlichen Gefäßerweiterung, die den Blutdruck absinken lässt. Es kann zu einem tödlichen Kreislaufzusammenbruch kommen.

Mögliche Ursachen

Allergien können vererbt sein. Insbesondere wenn beide Elternteile Allergiker sind, steigt das Risiko allergischer Erkrankungen der Kinder auf über 50 Prozent. Tritt eine Nahrungsmittelallergie auf, hilft nur eine Diät, die das Allergen vermeidet.

Die häufigsten Allergieauslöser sind Blütenpollen (Heuschnupfen), der Kot der Hausstaubmilben (Hausstauballergie), Tierhaare, Schimmelpilze und Weizengluten sowie Milch-, Hühner- und Fischeiweiß. Als Allergene erweisen sich auch ungezählte chemische Substanzen: Neben Konservierungsmitteln und Schädlingsbekämpfungsmitteln sind Zementstaub, Formaldehyd, Schwefeldioxid, Farbstoffe und Zusätze in Kosmetika und Sonnenschutzmitteln als Allergieauslöser bekannt. Allergien können auch infolge einer Antibiotikabehandlung auftreten.

Symptome bei Heuschnupfen und Hausstauballergie: tränende, brennende, gerötete Augen, gesteigerte Nasensekretion verbunden mit häufigem Niesen, asthmatische Anfälle, erhöhte Temperatur, Kopfschmerzen, Appetitlosigkeit

Symptome bei allergischem Asthma bronchiale: stoßartige Einatmung ohne ausreichendes Abatmen, Engegefühl in der Brust, krampfartiger Husten, blaue Lippen, Erstickungsangst

Symptome bei Nahrungsmittelallergie: Verdauungsstörungen, Blähungen, Durchfall, Migräne, Atemnot und Gelenkschmerzen

Symptome eines anaphylaktischen Schocks: sich schnell verschlechterndes Allgemeinbefinden, Atemnot, Schwindelgefühl, Schweißausbrüche, Bewusstseinsverlust

Behandlung: Massieren Sie die Reflexzonen der Lymphgefäße und Drüsen. Behandeln Sie dann die Reflexzone der Milz und die Nierenzone. Die Zone für die Nieren liegt an beiden Fußsohlen auf dem dritten und vierten Strahl in der Mitte des Fußgewölbes. Massieren Sie weiter die Zone des Solarplexus und schließlich die Zonen des Dünndarms und des Dickdarms sowie die Reflexzonen von Leber und Gallenblase auf der Sohle unterhalb der Ballen der vierten und der kleinen Zehe. Beenden Sie die Massage mit den Zonen der Zähne, Mandeln und Nebenhöhlen (siehe Grafik Seite 37).

Behandlungsdauer: 1- bis 2-mal pro Woche; auch nach Abklingen der Allergie sollten Sie die Behandlung weiterführen.

Achtung: Allergien gehören in ärztliche Behandlung, damit z. B. aus Heuschnupfen kein Asthma bronchiale wird!

Massagezonen bei Allergien

Therapieergänzung

Unterstützen Sie das Immunsystem bei seiner Arbeit, indem Sie sich ausgewogen und besonders Vitamin-C-reich ernähren, denn Vitamin C ist ein natürliches Antihistaminikum. Es bindet einen Teil des überschüssigen Histamins und baut es zu einer harmlosen Säure ab. Meiden Sie kalziumreiche Nahrungsmittel, da Kalzium die Histaminproduktion anregt. Achten Sie stattdessen auf magnesiumreiche Kost, Magnesium bindet Kalzium.

Blähungen

In einem gesunden Verdauungstrakt arbeiten die Organe Hand in Hand an der vollständigen Zerkleinerung und Verwertung der Nahrung. Nach der Vorverdauung durch den Speichel in der Mundhöhle gelangt der Speisebrei in den Magen. Hat die Magensäure die Nahrung in ihre Bestandteile aufgespalten, gelangt der Nahrungsbrei in den Dünndarm. In diesem schlauchartigen, etwa sieben Meter langen Verdauungsorgan wird die Nahrung mit Hilfe von Gallensaft und Bauchspeicheldrüsensekret in ihre molekularen Bestandteile zerlegt. Durch die poröse Darmwand werden Nährstoffe ausgefiltert; sie diffundieren in die Haargefäße des Blutkreislaufs. Die Nahrungsüberreste gelangen in den Dickdarm, wo sie die Bakterien der Darmflora weiter zersetzen.

Symptome bei Blähungen: Leibschmerzen, Rumoren im Bauch, aufgeblähter Bauch, Abgang von Winden, Darmkollern und Darmkrämpfe

Behandlung: Massieren Sie die Reflexzonen des gesamten Verdauungsapparats, vom Mund-Rachen-Raum über Speiseröhre, Magen, Bauchspeicheldrüse, Leber, Gallenblase, Milz und Dünndarm bis zu Dickdarm und Mastdarm (siehe Seite 39).

Behandlungsdauer: 1- bis 2-mal pro Woche in Langzeittherapie

Achtung: Durch Kaffee, Nikotin und Alkohol beeinträchtigen Sie den Muskeltonus im Magen-Darm-Trakt. Dann können Blähungen und Verstopfung die Folge sein.

Massagezonen bei Blähungen

Dem Brei wird Wasser entzogen, er gelangt in den Mastdarm und wird als Stuhl ausgeschieden.

Ist auch nur einer dieser ineinander greifenden Schritte unvollständig, weil z. B. die Speisen nicht richtig gekaut werden oder die Bakterienbesiedelung des Darms (z. B. durch Antibiotika) dezimiert ist, wird die Verdauung gestört: Der Magen macht sich bemerkbar, der Darm rumort, Bauchschmerzen, Krämpfe und Unwohlsein sind die Folge.

Mögliche Ursachen

Bei häufigen Blähungen können unzureichende Kaubewegungen und ein unzureichender Gallenfluss die Verursacher sein. Möglicherweise ist die Magenschleimhaut angegriffen. Sie gibt dann zu wenig Magensäure und Verdauungsenzyme ab, und die Nahrung wird im Magen lediglich anverdaut. Sie kommt unaufgespalten in den Darm. Da der Darm die vollständige Verdauung allein nicht leisten kann, beginnen die Nahrungsüberreste zu gären, zu faulen und entwickeln Faulgase.

Therapieergänzung

Eine Umstellung der Ernährungsweise kann den Darm langfristig sanieren: Gegen Blähungen hilft eine ballaststoffreiche Kost mit viel Vitamin A und B-Vitaminen (z. B. aus Karotten, Kohl, Erbsen, Bohnen, Avocados, Aprikosen, Pfirsichen oder Leber). Nehmen Sie zudem gezielt essenzielle Fettsäuren aus Keimölen zu sich.

Blasen- und Harnwegsentzündungen

Die Nieren produzieren täglich etwa zwei Liter aus dem Blut gefilterte Stoffwechselschlacken, den Endharn. Dieser Endharn wird über die ableitenden Harnorgane Harnleiter, Harnblase und Harnröhre aus dem Körper ausgeschieden. Die Harnleiter sind muskulöse, röhrenförmige, mit Schleimhaut ausgekleidete Gefäße. Sie ziehen sich rhythmisch zusammen und beschleunigen so den Abfluss des Harns aus den Nieren in die Blase. Die Harnblase ist ebenfalls ein muskulöses, mit Schleimhaut ausgekleidetes Hohlorgan. Sie hat bis zu zwei Liter Fassungsvermögen. Sie liegt unter dem Bauchfell über dem Schambein und mündet nach unten in die Harnröhre. Über die Harnröhre wird der Harn ausgeschieden.

Impressum

Über die Autorin

Gabriele Hoffmann arbeitet als freie Redakteurin und Autorin. Die Themenschwerpunkte ihrer Publikationen sind Gesundheit, Naturheilkunde und alternative Heilmethoden.

Literaturhinweise

Anatomie Atlas.Körperaufbau, Organe, Funktionen. Bassermann Verlag, München 2008.

Ingham, Eunice D.:Geschichten, die die Füße erzählen. Drei Eichen Verlag, Hammelburg 2002.

Kaltenthaler, Birgit:Fußreflexzonenmassage. Knaur Ratgeberverlage, München 2006.

Kunz, Barbara und Kevin:Reflexzonenmassage. Dorling Kindersley Verlag GmbH, Starnberg 2003.

Marquardt, Hanne:Reflexzonenarbeit am Fuß. Karl F. Haug Verlag, Stuttgart 2007.

Wills, Pauline:Fußreflexzonenmassage. Irisiana Verlag, München 2008.

Bildnachweis

2 (Imagesource/RF), 18 (Gettyimages/Stockbyte/George Doyle/RF); Illustrationen: Gerhard Prokop

Hinweis

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Umschlaggestaltung

R.M.E. Eschlbeck/Kreuzer/Botzenhardt

eISBN 978-3-641-03466-5

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