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Für mehr Leichtigkeit in Ihren Finanzen
Um sich im Finanzdschungel zurechtzufinden brauchen Sie nicht viel Geld, viel Zeit und viel Wissen, sondern lediglich ein paar Euro pro Monat, drei Stunden pro Jahr, die Bereitschaft, etwas Neues zu lernen und dieses Buch. Hier finden Sie konkrete Tipps für Ihre Alltagsfinanzen, Wissenswertes über Versicherungen und Steuern. Sie erhalten Hinweise, wie Sie mit Finanzen in der Beziehung umgehen und finanziell für Ihre Kinder und Ihr Alter vorsorgen. Und selbstverständlich kommt auch das Thema Vermögensaufbau mit Immobilien, Börseninvestitionen und alternativen Investitionsformen nicht zu kurz.
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Seitenzahl: 441
Meine Finanzen meistern für Dummies
Finanzen sind easy! Einer der wichtigsten Aspekte ist, die verschiedenen Themen in der richtigen Reihenfolge anzugehen. Bauen Sie erst ein solides Erdgeschoss als Fundament, bevor Sie sich an die höheren Stockwerke und das Dach machen.
Erdgeschoss: Kümmern Sie sich darum, im Alltag genug Bargeld zu besitzen. Es bringt Ihnen nichts, Millionärin zu sein, wenn Sie Ihren Einkauf im Supermarkt nicht bezahlen können. Dazu gehören
Ihr Nettovermögen: Das Nettovermögen definiert den Startpunkt Ihrer finanziellen Reise. Möglicherweise starten Sie mit Schulden, und möglicherweise starten Sie bereits mit mehr Vermögen, als Ihnen klar war. Auch ein Bausparvertrag oder Kunst an den Wänden zählt zum Nettovermögen dazu.Ein Haushaltsbuch: Schreiben Sie drei Monate lang auf, wo Ihr Geld herkommt und (wichtiger) wofür Sie es ausgeben. Sie können das als App, als Excel-Tabelle oder mit Stift und Papier machen; wichtig ist, dass es für Sie funktioniert. Tipp: Fangen Sie damit an, die Kontoauszüge des letzten Monats zu analysieren. Wahrscheinlich entdecken Sie dadurch schon die ein oder andere Überraschung.Ein Budget: Das Haushaltsbuch zeigt auf, wofür Sie Ihr Geld in der Vergangenheit ausgegeben haben. Auf dieser Basis können Sie ein Budget erstellen und entscheiden, wofür Sie Ihr Geld in der Zukunft ausgeben möchten. Setzen Sie klare Prioritäten: Notwendiges, Erwünschtes (aber nicht Notwendiges) und Sparen. Tipp: Wenn Sie ab dem 30. Lebensjahr eine Sparrate von 15 Prozent Ihres Netto-Einkommens erreichen, werden Sie im Ruhestand finanziell auf stabilen Beinen stehen. Wenn Sie später anfangen, sollte die Sparrate entsprechend höher sein.Ein Notgroschen: Der Notgroschen ist das Sicherheitspolster für schlechte Zeiten. Er sollte so groß sein, dass Sie drei bis sechs Monate davon leben können. Sie können auf den Notgroschen zurückgreifen, wenn Sie unverhofft arbeitslos werden, eine Krankheit bekommen oder auch »nur« die Waschmaschine und das Auto gleichzeitig den Geist aufgeben. Den großen und kleinen Lebenskrisen können Sie mit dem Notgroschen ruhiger entgegenblicken. Ein Notgroschen verwandelt eine Notsituation in eine unangenehme Situation.Erster Stock: Nach der Alltags-Liquidität sollten Sie sich im nächsten Schritt um weitere notwendigen Alltags-Finanzthemen kümmern. Dazu gehören: Versicherungen: Es gibt nur wenige Versicherungen, die wirklich notwendig sind. Dazu gehören eine Krankenversicherung, eine Haftpflichtversicherung und für die meisten Menschen auch eine Hausrat- und Berufsunfähigkeitsversicherung. Alle weiteren Versicherungen dürfen Sie getrost kritisch hinterfragen und sie nur abschließen, wenn Ihre Lebenssituation dazu rät. Denn Vorsicht: Die Deutschen sind im Schnitt überversichert! Dann lieber das Geld für die Versicherung investieren, um selbst Rücklagen aufbauen, aus denen Sie das zerbrochene Fenster oder das verlorene Reisegepäck bezahlen.Steuererklärung: Bekommen Sie bei diesem Thema automatisch Zahnschmerzen? Das ist nicht nötig, denn im Schnitt dauert eine Steuererklärung vier Stunden und bringt Ihnen 1.000 Euro Erstattung! Das ist ein sehr guter Stundenlohn; freuen Sie sich! Mit unseren Tipps klappt die nächste Steuererklärung fast wie von selbst.Finanzen in der Beziehung: Viele Leute wissen nicht, was der Partner verdient oder wie viel Vermögen er hat. Dabei sind wir mit kaum einem anderen Menschen so eng finanziell verbandelt wie mit unserer Partnerin. Umso wichtiger, dass Sie eine gute Struktur für die gemeinsamen Finanzen finden. Dazu zählen natürlich auch die Kosten der Kinder. Folgen Sie dem Motto: zusammen und doch jeder für sich! Denn ein eigenes Konto sollte jeder von Ihnen behalten.Zweiter Stock: Jetzt ist es an der Zeit, in die Zukunft zu denken. Das schöne Thema der Altersvorsorge – oder, wie ich lieber sage: AltersvorFREUDE! Dazu zählt Die Grundsicherung: Für die meisten Menschen ist die gesetzliche Rente die erste Säule der Altersvorsorge. Falls Sie nicht in die gesetzliche Rente einzahlen, läuft Ihre Grundsicherung vermutlich über die Beamtenversorgung, ein berufsständisches Versorgungswerk oder die Künstlersozialkasse. Falls Sie keine Grundsicherung haben (als Selbstständige oder als geringfügig Beschäftigter), sollten Sie umso mehr darauf achten, die anderen Säulen der Altersvorsorge gut aufzubauen.Die staatlich geförderte Altersvorsorge: Betriebliche Altersvorsorge, vermögenswirksame Leistungen und die Riester-Rente können sich lohnen – vor allem, wenn der Arbeitgeber oder der Staat zuzahlt. Es gilt aber, sehr genau hinzuschauen, denn nicht selten sind die Gebühren höher als die Gewinne.Die private, nicht geförderte Altersvorsorge: Sparen ist gut, Investieren ist besser! Investieren Sie für die Zukunft. Dafür können Sie Ihre Rentenlücke und den daraus resultierenden Investitionsbedarf berechnen, um einen klaren Plan für Ihre persönliche AltersvorFREUDE zu entwickeln.Rechtliche Vorsorge: Kümmern Sie sich nicht nur darum, möglichst viel Vermögen aufzubauen, sondern auch, dieses zu schützen und irgendwann sinnvoll weiterzugeben. Eine Vorsorgevollmacht, Patientenverfügung und Testament können hier helfen!Dachgeschoss: Im Dachgeschoss geht es darum, langfristig Vermögen aufzubauen. Die wichtigste Grundlage der Finanzplanung ist die Lebensplanung. Stellen Sie nicht Ihr Leben in den Dienst des Geldes; Geld ist ein Mittel zum Zweck, nämlich Ihnen Ihr Wunschleben zu ermöglichen. Dafür ist immer die wichtigste Frage: Wann brauchen Sie wie viel von Ihrem Geld? Alles, was Sie kurzfristig nicht brauchen, sollten Sie investieren. Investieren in Immobilien: Immobilien sind in Deutschland enorm beliebt. Eins sollten Sie sich aber merken: Eine selbst bewohnte Immobilie ist (rein finanziell betrachtet) weniger sinnvoll als eine vermietete Immobilie. Eine Immobilie kann eine wertvolle Investition sein, wenn Sie darauf achten, dass Mieteinnahmen und Kredittilgung sich die Waage halten.Investieren an der Börse: Die Börse ist einfacher als gedacht. Merken Sie sich nur: langfristig (mindestens 10 Jahre), breit gestreut (idealerweise global), kostengünstig (weniger als 0,5 Prozent Verwaltungsgebühr pro Jahr). Damit investieren Sie in ETFs (Exchange Traded Fund) und erwirtschaften im Schnitt über 8 Prozent Gewinn pro Jahr! Und auch für Ihre Kinder lohnt es sich, das Geld nicht auf ein Sparbuch zu legen, sondern in ETFs zu investieren.Das Ersparte genießen: Wenn Sie sich viele Jahre mit dem Aufbau Ihres Vermögens beschäftigt haben, kommt irgendwann die Zeit, dieses Vermögen zu genießen und wieder abzubauen. Bereiten Sie sich auf diese Zeit vor, indem Sie etwa fünf Jahre vor Renteneintritt anfangen, die Börsenkurse zu beobachten. Liquidieren Sie immer nur einen Teil Ihres Vermögens; der Teil, den Sie kurzfristig nicht brauchen, darf investiert bleiben und sich weiterhin für Sie vermehren!
Meine Finanzen meistern für Dummies
Bibliografische Information der Deutschen Nationalbibliothek
Die Deutsche Nationalbibliothek verzeichnet diese Publikation in der Deutschen Nationalbibliografie; detaillierte bibliografische Daten sind im Internet über http://dnb.d-nb.de abrufbar.
© 2025 Wiley-VCH GmbH, Boschstraße 12, 69469 Weinheim, Germany
Wiley, the Wiley logo, Für Dummies, the Dummies Man logo, and related trademarks and trade dress are trademarks or registered trademarks of John Wiley & Sons, Inc. and/or its affiliates, in the United States and other countries. Used by permission.
Wiley, die Bezeichnung »Für Dummies«, das Dummies-Mann-Logo und darauf bezogene Gestaltungen sind Marken oder eingetragene Marken von John Wiley & Sons, Inc., USA, Deutschland und in anderen Ländern.
Das vorliegende Werk wurde sorgfältig erarbeitet. Dennoch übernehmen Autoren und Verlag für die Richtigkeit von Angaben, Hinweisen und Ratschlägen sowie eventuelle Druckfehler keine Haftung.
Print ISBN: 978-3-527-71925-9ePub ISBN: 978-3-527-83668-0
Coverfoto: © Halfpoint - stock.adobe.comKorrektur: Petra Heubach-ErdmannLektorat: Christoph Landgraf, www.lektoratlandgraf.de, St. Leon-Rot
Die Ökonomin Claudia Müller gründete und leitet seit 2017 das Female Finance Forum, das Frauen im Umgang mit Geld und nachhaltigen Investitionen weiterbildet. Vor der Gründung des Female Finance Forums studierte sie internationale VWL und Public Policy im In- und Ausland und arbeitete mehrere Jahre unter anderem bei der Deutschen Bundesbank. Dort war sie für das Thema »Green Finance« verantwortlich und sammelte wertvolle Erfahrungen im Bereich nachhaltiger Finanzen. Dieses Wissen wendete Claudia Müller parallel zur Gründung des Female Finance Forums in der Vermögensverwaltung einer deutschen Unternehmerfamilie an, wo sie für die nachhaltigen liquiden Anlagen zuständig war.
Claudia Müller ist regelmäßig als Expertin für die Börse Frankfurt, die Brigitte Academy und bei anderen hochrangigen Veranstaltungen aktiv. Sie hat bereits mehrere Bücher veröffentlicht und wurde 2020 in die Fokus-Liste »100 Frauen des Jahres« aufgenommen. Ihr Unternehmen wurde 2023 mit dem Finanzblog Award ausgezeichnet.
Cover
Titelblatt
Impressum
Über die Autorin
Inhaltsverzeichnis
Einführung
Über dieses Buch
Was Sie nicht lesen müssen
Törichte Annahme über die Leserschaft
Wie dieses Buch aufgebaut ist
Symbole, die in diesem Buch verwendet werden
Teil I: Vorbereitung: Planung Ihres Finanzhauses
Kapitel 1: Warum Sie sich (vermutlich) mehr um Ihre Finanzen kümmern sollten
Über Geld spricht man nicht?
Geld macht doch glücklich!
Geld macht unabhängig
Geld macht gesund
Geld stärkt die Beziehung
Geld stärkt Ihre Kinder
Klare Ziele können Sie erreichen
Altersvorsorge in Deutschland
Kapitel 2: Sparen Sie noch oder investieren Sie schon?
Sparen ist gut!
Inflation
Investieren ist besser
Das 8. Weltwunder: Zinseszins
Kapitel 3: Die häufigsten Irrtümer rund um Finanzen
Darum kümmere ich mich später
Finanzen sind kompliziert
Investieren ist zeitaufwendig
Die Börse ist ein Casino – Sparen ist sicherer
Ich brauche viel Geld, um investieren zu können
Die Rente wird schon reichen
Für mich lohnt es sich ohnehin nicht mehr
Mein Partner kann das besser. Ich verlasse mich auf ihn
Und jetzt?
Kapitel 4: Die richtige Reihenfolge für Ihre Finanz-Schritte
Ihr Finanzhaus
Erdgeschoss: Liquidität
Erster Stock: Absicherung
Zweiter Stock: Altersvorsorge
Dachgeschoss: Vermögensaufbau
Teil II: Erdgeschoss
Kapitel 5: Ihr Money Mindset
Warum Ihre Geldgeschichte so wichtig ist
Wie Sie sich im Alltag selbst boykottieren
Wie Sie aufhören, sich selbst im Weg zu stehen
Bildung, Bildung, Bildung
Kapitel 6: Finanzen im Alltag
Was ist besser: Hohes Einkommen oder hohes Vermögen?
Ihre Ausgangslage realistisch einschätzen: Transparenz erstellen
Ihr Budget: Der Blick in die Zukunft
Sie haben Schulden: Was jetzt?
Ihr Notgroschen: Eine finanzielle Reserve für unerwartete Ausgaben
Verschiedene Kontoformen und ihre Funktionen
Strukturen für Selbstständige
Die besten Spartipps
Die besten Tipps, um Ihr Einkommen zu erhöhen
Teil III: Erster Stock
Kapitel 7: Better safe than sorry: Versicherungen
Versicherungen, die Sie haben sollten
Rechtschutzversicherung: Eine Versicherung, die sinnvoll sein könnte
Versicherungen, die Sie vermutlich nicht brauchen
Kapitel 8: Steuern
Belege für die Steuererklärung
Die erste Steuererklärung
Steuern als Paar
Steuern für Selbstständige
Kapitel 9: Finanzen in der Beziehung
Finanzen im Beziehungsalltag
Kosten von Kindern
Für den Fall der Fälle: Die Absicherung
Teil IV: Zweiter Stock
Kapitel 10: Altersvorsorge in Deutschland
Flexibilität statt Garantie?
Die drei Säulen der Altersvorsorge
Ausgaben, die sich im Ruhestand verändern könnten
Verzicht jetzt, Genuss später?
Kapitel 11: Grundsicherung
Gesetzliche Rente
Beamten-Pension
Selbstständigkeit
Kapitel 12: Die staatlich geförderte Altersvorsorge
Betriebliche Altersvorsorge
Kapitel 13: Private, nicht geförderte Altersvorsorge
Lebensversicherung
Vermögensaufbau für die Altersvorsorge
Kapitel 14: Wenn es nicht reicht …
Immobilie als Altersvorsorge
Kinder haften für ihre Eltern
Kapitel 15: Rechtliche Vorsorge
Für Gesundheitsfragen: Ihre Patientenverfügung
Für alles Rechtliche: Die Vorsorgevollmacht
Die kleine Variante: Die Betreuungsverfügung
Lieber früh als spät: Ihr Testament
Teil V: Dachgeschoss
Kapitel 16: Geldanlage und Vermögensaufbau
Das magische Dreieck der Geldanlage
Finanzplanung ist Lebensplanung
Krisen, wohin das Auge blickt
Teilweise und vollständige finanzielle Freiheit
Das Konzept von Frugalismus, und was es mit finanzieller Freiheit zu tun hat
Kapitel 17: Betongold: Investieren in Immobilien
Verschiedene Formen der Immobilieninvestitionen
Für wen eignen sich Immobilien?
Eigennutzung oder Vermietung
Finanzierung einer Immobilie
Häufige Fehler beim Investieren in Immobilien
Kapitel 18: Investieren an der Börse
Funktionsweise der Börse
Investitionsformen an der Börse
Die Mischung macht's: Ihr Risikoprofil
Investieren in Aktienfonds
Investmentfonds und ETFs: Zwei Wege, Ihr Geld zu investieren
Wann ist der richtige Zeitpunkt, um zu investieren?
Depot-Auswahl
Regelmäßige Überprüfung und Anpassung
Investieren in Einzelaktien
Automatisiertes Investieren mit Robo-Advisors
Kapitel 19: Alternative Investitionsformen
Das Core-Satellite-Modell
Investition oder Spekulation?
Gold
Kryptowährungen
Crowdinvesting
Andere Edelmetalle und weitere Rohstoffe
Oldtimer, Kunst, Sneaker, Schmuck
Kapitel 20: Vorsorge für Kinder
Es beginnt mit Ihnen!
Planung ist das halbe Leben
Geldanlage für Ihr Kind
Dos and Don'ts der Vorsorge für Kinder
Kapitel 21: Endlich am Ziel: Das Ersparte genießen!
Genuss mit gutem Gewissen
Die Grundlage: Die gesetzliche Rente
Rentenanpassung
Betriebliche Altersvorsorge
Private Vorsorge nutzen und genießen
Teil VI: Die Fassade
Kapitel 22: Geduld: Geldanlage ist ein Marathon, kein Sprint
Geld ist zu wichtig, um es zu ignorieren
Geldanlage ist ein Marathon, kein Sprint
Kapitel 23: Wissen ist Macht
Ein Plädoyer für lebenslanges Lernen
Wissen weitergeben
Teil VII: Der Top-Ten-Teil
Kapitel 24: Zehn Gründe, warum Sie sich um Ihre Finanzen kümmern sollten
Geld schafft Entscheidungsfreiheit
Geld bringt Sicherheit
Geld macht gesund, sozial und verlängert das Leben
Private Vorsorge hilft beim Schließen der Rentenlücke
Finanzwissen ist die Grundlage, um Vermögen aufzubauen
Ein Finanzplan hilft Ihnen bei der Erreichung Ihrer Ziele
Geld bedeutet Macht, Gleichberechtigung und Mitspracherecht
Finanzwissen schützt vor Schulden
Mit viel Geld können Sie viel Gutes tun
Finanzielle Sicherheit reduziert Stress
Abbildungsverzeichnis
Stichwortverzeichnis
End User License Agreement
Kapitel 3
Tabelle 3.1: Notwendige Sparrate bei unterschiedlichen Laufzeiten
Tabelle 3.2: Notwendige monatliche Sparrate bei unterschiedlichen Zinssätzen
Kapitel 5
Tabelle 5.1: Negative Glaubenssätze
Tabelle 5.2: Ihre neuen, positiven Glaubenssätze
Tabelle 5.3: Positive Glaubenssätze
Kapitel 6
Tabelle 6.1: Ihr Nettovermögen
Tabelle 6.2: Ihre Einnahmen
Tabelle 6.3: Ihre Fixkosten
Tabelle 6.4: Ihre variablen Kosten
Tabelle 6.5: Ihr Notgroschen
Kapitel 9
Tabelle 9.1: Kosten eines Kindes (Statistisches Bundesamt, Stand 2018)
Kapitel 10
Tabelle 10.1: Einnahmen im Alter (regelmäßige Zahlungen)
Tabelle 10.2: Vermögenswerte
Kapitel 13
Tabelle 13.1: Notwendiger monatlicher Sparbetrag, um die Rentenlücke zu...
Kapitel 15
Tabelle 15.1: Erbschaftssteuer und Freibeiträge
Kapitel 16
Tabelle 16.1: Kosten Ihrer Ziele
Tabelle 16.2: Notwendige Sparrate bei 2 Prozent Inflation, um Ihr finanzielles Z...
Kapitel 20
Tabelle 20.1: Auf welchen Namen wird das Geld angelegt?
Kapitel 21
Tabelle 21.1: Berechnung von Sandras Rentenlücke
Kapitel 2
Abbildung 2.1: Inflation im Euroraum, 1997 – 2023.
Abbildung 2.2: Einzelne Komponenten von Inflation, 2023.
Kapitel 3
Abbildung 3.1: Zinseszins-Effekt bei unterschiedlichen Renditen
Kapitel 4
Abbildung 4.1: Ihr Finanzhaus
Kapitel 5
Abbildung 5.1: Wirkungskreislauf von Glaubenssätzen
Kapitel 6
Abbildung 6.1: Haushalt mit wenig Geld
Abbildung 6.2: Mittelklasse-Einkommen
Abbildung 6.3: Haushalt mit viel Geld
Abbildung 6.4: Das 50-30-20-Budget
Abbildung 6.5: 6-Töpfe-Budget
Kapitel 9
Abbildung 9.1: Drei-Konten-Modell
Kapitel 10
Abbildung 10.1: Die drei Säulen der Altersvorsorge in Deutschlan...
Kapitel 11
Abbildung 11.1: Die Renteninformation, Quelle des Formulars: Deu...
Abbildung 11.2: Höhe der gesetzlichen Rente, 1970 – 2035, Quelle der Daten: Stat...
Kapitel 15
Abbildung 15.1: Gesetzliche Erbfolge
Kapitel 16
Abbildung 16.1: Zinseszins-Effekt
Abbildung 16.2: Magisches Dreieck der Geldanlage
Abbildung 16.3: Verschiedene Zeiträume für die verschiedenen Anlageklassen, © De...
Kapitel 18
Abbildung 18.1: Funktionsweise der Börse
Abbildung 18.2: Das magische Dreieck der Geldanlage für Aktien
Abbildung 18.3: Stufen des nachhaltigen Investierens
Abbildung 18.4: Nachhaltigkeitsfilter in der Praxis
Abbildung 18.5: Rendite eines MSCI World und MSCI World SRI. Quelle: © Deutsche ...
Abbildung 18.6: Entwicklung des MSCI World, 1 Woche, Quelle: © Deutsche Börse AG
Abbildung 18.7: Entwicklung des MSCI World, 3 Jahre (2021–2024), Quelle: © Deuts...
Abbildung 18.8: Entwicklung des MSCI World seit 1975, Quelle: © Deutsche Börse A...
Kapitel 19
Abbildung 19.1: Investition oder Spekulation?
Abbildung 19.2: Wertentwicklung Gold, Quelle: © Deutsche Börse AG
Abbildung 19.3: Wertentwicklung Bitcoin, Quelle: © Deutsche Börse AG
Kapitel 21
Abbildung 21.1: Der Zinseszins-Effekt wirkt auch nach dem Renten...
Kapitel 22
Abbildung 22.1: MSCI World seit 1975, Quelle: © Deutsche Börse AG
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Titelblatt
Impressum
Über die Autorin
Inhaltsverzeichnis
Einführung
Fangen Sie an zu lesen
Abbildungsverzeichnis
Stichwortverzeichnis
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Kohle, Cash, Mäuse, Kröten, Kies, Schotter … So viele Begriffe es dafür gibt, so ungern sprechen wir darüber: Die Rede ist vom lieben Geld.
Dabei ist das Thema deutlich weniger komplex, als die meisten Menschen denken. Und es ist – im wörtlichen Sinne – überlebenswichtig! Geld ist Lebensqualität, Geld ist Macht, Geld ist Entscheidungsfreiheit. Wenn Sie die Entscheidungen in Ihrem Leben selbst treffen wollen, brauchen Sie Geld. Und zwar nicht Geld, das Sie von Ihren Eltern bekommen oder von Ihrer Partnerin, sondern Ihr eigenes Geld auf Ihrem eigenen Konto.
»Geld regiert die Welt.« Ich sage lieber: Geld bewegt die Welt. Auch Ihr Geld bewegt die Welt, und zwar jeder einzelne Euro. Jeder Kassenbon ist ein Stimmzettel dafür, dass es dieses Produkt weiterhin geben soll. Sie stimmen mit Ihrem Geldverhalten ab.
Das Problem ist:
Geld kann ungerecht sein, und
Finanzbildung in Deutschland ist – gelinde gesagt – mangelhaft.
Selbst wenn Sie mit Geld gesegnet sind, heißt das nicht unbedingt, dass Sie mit diesem Geld gut umgehen können. Die Börse ist für viele Menschen gleichbedeutend mit einem Casino, und um die Rente kümmert sich der Staat.
Das ist genau der Grund, weshalb ich dieses Buch geschrieben habe: Ich kann kein Geld verteilen, sehr wohl aber für bessere Finanzbildung sorgen! Die Börse ist KEIN Casino, sondern gerade für Menschen mit kleinem oder mittelgroßem Geldbeutel die beste Möglichkeit, ihr Geld gewinnbringend zu investieren. Denn die gesetzliche Rente wird nicht ausreichen, um im Ruhestand Ihren Lebensstandard zu halten! Die gesetzliche Rente ist lediglich eine Grundsicherung; die Lebensqualität müssen Sie aus Ihrer privaten Vorsorge zahlen.
Dass diese private Vorsorge deutlich leichter ist und sogar Spaß machen kann, ist meine Motivation für dieses Buch. Ich habe eine klare Vision für meine AltersvorFREUDE (anstelle von Altersvorsorge), und diese Vision hilft mir, in den Wirrungen des Alltags motiviert zu bleiben. Ich wünsche Ihnen dieselbe Klarheit vor Augen – und eine Strategie, mit der Sie sich nur drei Stunden pro Jahr (!) um Ihre Finanzen kümmern müssen.
Für mehr Leichtigkeit in Ihren Finanzen und damit mehr Entscheidungsfreiheit in Ihrem Leben!
Haben Sie das Gefühl, um sich im Finanzdschungel zurechtzufinden, brauchen Sie viel Geld, viel Zeit und viel Wissen? Dieses Buch wird Sie hoffentlich eines Besseren belehren! Sie brauchen kein langjähriges Studium, um die Grundlagen der Finanzen zu verstehen. Sie brauchen auch keine Millionen auf dem Konto oder genug Zeit und Muße, um jeden Tag die Börsenkurse zu verfolgen.
Was Sie brauchen, sind
ein Euro pro Monat,
drei Stunden pro Jahr und
die Bereitschaft, etwas Neues zu lernen.
Zugegeben: Ein Euro reicht nicht, um Millionär zu werden, und auch nicht, um Ihre Rentenlücke zu schließen. Aber er reicht, um anzufangen zu investieren, die ersten Schritte an der Börse zu gehen und eine Struktur aufzubauen, die Sie Schritt für Schritt erhöhen können. Fangen Sie mit einem Euro an, und wenn Sie merken, dass Sie sich wohlfühlen, erhöhen Sie auf 10, 100 oder auch 10.000 Euro. Das Grundprinzip funktioniert für alle gleich!
Dieses Buch hat das Ziel, Ihnen die Angst vor dem ominösen Thema Finanzen zu nehmen. Sie lernen beispielsweise:
wie die Börse funktioniert und welche Grundregeln Sie befolgen sollten.
wie Sie in Immobilien investieren und diese bestmöglich an die nächste Generation weitergeben.
welche Versicherungen Sie haben sollten und auf welche Sie getrost verzichten können.
Wenn es etwas gibt, das Sie aus diesem Buch mitnehmen sollten, dann das: Den Löwenanteil des Finanzwissens können Sie sich in 15 Stunden anlesen. Natürlich sind Sie mit diesem Buch noch keine Expertin für Hochfrequenzhandel; um Ihre Altersvorsorge auf solide Beine zu stellen, müssen Sie das aber auch nicht sein! Die wichtigsten Zutaten für eine vernünftige Finanzplanung sind Geduld, offene Gespräche und die Bereitschaft, sich mit manchmal unangenehmen Themen auseinanderzusetzen.
Dieses Buch soll Ihnen wertvolles Wissen bringen; Sie sollen sich nicht dazu verpflichtet fühlen, es von A bis Z durchzuackern. Wenn für Sie einzelne Themen wie rechtliche Vorsorge, Investieren in Immobilien oder Vorsorge für Kinder zurzeit keine Rolle spielen, können Sie diese Kapitel getrost überspringen.
Bleiben Sie dabei aber ruhig neugierig: Vielleicht sind Sie der Meinung, von manchen Themen lieber die Finger lassen zu wollen. Sie könnten überrascht sein, welche Möglichkeiten sich ergeben, wenn Sie offen dafür sind. Vielleicht können Sie einen hartnäckigen Irrglauben aufklären, dem Sie bislang aufgesessen sind – davon gibt es viele, gerade in Bezug auf Finanzen!
Jedes Buch entsteht mit der Vorstellung von einem bestimmten Leser, und dieses Buch ist da keine Ausnahme. Als ich dieses Buch schrieb, hatte ich ein paar Vermutungen, was meine Leserschaft betrifft:
Sie sind ein Mensch mit Zugang zu eigenem Geld und sind vermutlich volljährig.
Sie haben ein diffuses Grummeln im Bauch, das Ihnen sagt, Sie sollten sich um Ihre Finanzen kümmern, wissen aber nicht genau, wo und wie Sie am besten starten.
Sie sind verunsichert von den widersprüchlichen Informationen (online und offline) und wissen nicht, wem Sie vertrauen können. Ihre Bankberaterin ist zwar nett und kompetent, aber eigentlich wissen Sie, dass die Ihnen etwas verkaufen möchte. Aber andere Beratung kostet Geld, und Sie sind sich nicht sicher, ob sich das lohnt.
Sie hören immer mal wieder von der Börse und Investitionen, haben aber selbst schlechte Erfahrungen gemacht oder bei anderen Menschen beobachtet, dass die Börse riskant sein kann.
Sie wollen nicht mehr länger nur davon reden, dass Sie sich kümmern sollten, sondern endlich das Thema Finanzen in die Hand nehmen und Ihrem Bauchgrummeln ein Ende bereiten.
Wenn Sie bei einem dieser Punkte genickt haben, ist dieses Buch das richtige für Sie.
In diesem Buch lernen Sie, wie Sie Ihr persönliches Finanzhaus aufbauen: Stockwerk für Stockwerk, in der richtigen Reihenfolge. Ihr Finanzhaus hat vier Stockwerke. Fangen Sie nicht mit dem Dachgeschoss an, solange das Erdgeschoss noch nicht steht.
Die Einführung hat es mehr in sich, als Sie vielleicht denken. Zuerst zeige ich Ihnen deutlich, wie wichtig Geld für die verschiedenen Lebensbereiche ist. Außerdem rechne ich Ihnen die Kraft des Zinseszinses vor und räume mit den gängigsten Irrtümern rund um Finanzen auf.
Dieser Teil mag auf den ersten Blick unspektakulär erscheinen, hat es aber in sich. Sich mit Ihren eigenen Glaubenssätzen und Ihrer (familiären) Gelderfahrung auseinanderzusetzen, kann neue Perspektiven eröffnen. Zudem bekommen Sie konkrete Tipps für Ihre Alltagsfinanzen. Denn nur auf gesunde Alltagsgeldgewohnheiten sollten Sie die weiteren Stockwerke Ihres Finanzhauses aufbauen.
In diesem Teil geht es um Themen, die bei vielen Menschen ähnlich beliebt sind wie eine Wurzelbehandlung beim Zahnarzt: Versicherungen, Steuern und Finanzen in der Beziehung. Sinnvoll, nützlich und gar nicht so kompliziert, wenn Sie sich an unsere Tipps halten.
Beim Gedanken an die Altersvorsorge bekommen Sie Gänsehaut? Wie wäre es, wenn Sie es stattdessen als AltersvorFREUDE bezeichnen? In diesem Teil lesen Sie über die Struktur der Altersvorsorge in Deutschland und die jeweiligen Vor- und Nachteile der drei Säulen: die Grundsicherung, die staatliche geförderte Altersvorsorge und die private Altersvorsorge. Sie lernen auch, welche Mechanismen greifen, falls Ihre Altersvorsorge nicht ausreicht, und welche rechtliche Vorsorge Sie rechtzeitig treffen sollten.
Das solide Gerüst Ihres Finanzhauses steht. Damit auch alles »trocken« bleibt, also gesichert ist, benötigen Sie ein stabiles Dach, das auch mal ein Unwetter überstehen kann. Das Dach ist Ihr Vermögensaufbau: Immobilien, Börseninvestitionen, alternative Investitionsformen wie Krypto oder Gold. Auch die Vorsorge für Kinder spielt eine Rolle. Und natürlich sollen Sie dieses Vermögen nicht nur aufbauen, sondern auch irgendwann genießen und nutzen; auch darüber lesen Sie in diesem Teil.
Zum Abschluss des Hauses kommt die Fassade: In den abschließenden Bemerkungen gebe ich Ihnen einige Tipps und Orientierung, wie Sie Ihr Finanzhaus langfristig in Ordnung halten. Und wie Sie nicht nur für sich selbst ein Haus aufbauen, sondern Ihr Wissen weitergeben, auch an die nächsten Generationen.
Sie sind noch nicht überzeugt, dass Sie sich wirklich selbst mit Ihren Finanzen befassen sollten? Nach diesem Teil haben Sie Ihre Meinung geändert! In diesem Top-Ten-Teil bekommen Sie zehn gute Gründe, warum Geld Ihnen wichtig sein sollte: von Gesundheit über Beziehungen bis hin zur AltersvorFREUDE.
Beim Symbol »Vorsicht« sollten Sie genauer hinschauen. Hier werden Stolperfallen aufgezeigt und wie Sie sie vermeiden können.
Theorie ist nett, greifbare Beispiele sind manchmal hilfreicher. Die finden Sie bei diesem Symbol.
Wenn Sie dieses Symbol sehen, bekommen Sie einen konkreten Tipp, an dem Sie sich orientieren können.
Witzige oder interessante Anekdoten und Fun Facts finden Sie bei diesem Symbol.
Bei diesem Symbol steht etwas, das Sie sich merken sollten.
Teil I
IN DIESEM TEIL …
In diesem Teil legen wir die Vorbereitung, um im Anschluss mit klarer Zielsetzung starten zu können: Wir räumen mit einigen Vorurteilen auf und klären die Reihenfolge, in der Sie die verschiedenen Aspekte Ihrer Finanzen angehen sollten. Denn gut geplant ist halb gewonnen!
Kapitel 1
IN DIESEM KAPITEL
Geld ist LebensqualitätKlare Ziele können Sie erreichenAltersvorsorge in DeutschlandIn diesem Kapitel wird Ihnen klar, wie wichtig es ist, sich aktiv um Ihre eigenen Finanzen zu kümmern. Traditionell reden Deutsche wenig über Geld, was oft zu mangelnder Finanzbildung und Absicherung führt. Geld bringt nicht nur finanzielle Sicherheit und Unabhängigkeit, sondern kann auch die Lebensqualität, Gesundheit und Beziehungen verbessern. Es ist entscheidend, frühzeitig zu sparen und zu investieren, um langfristige finanzielle Ziele wie Altersvorsorge zu erreichen. Selbst große finanzielle Ziele können durch kluge Finanzplanung realisiert werden.
Wenn es Ihnen geht wie den meisten Menschen, dann haben Sie wahrscheinlich ein schlechtes Gewissen: Eigentlich müssten Sie sich endlich um Ihre Finanzen kümmern. Nur leider wissen Sie nicht so recht, wo Sie anfangen sollen, und deswegen stecken Sie den Kopf unter die Decke und versuchen, das Thema zu verdrängen.
Damit sind Sie nicht allein! Die Deutschen sind, beispielsweise im Vergleich zu den US-Amerikanern, extrem unter-investiert. Dafür haben sie viele Versicherungen, die teilweise nicht unbedingt notwendig sind.
Sie sind also in bester Gesellschaft, wenn Sie sich gerade denken, dass Sie sich wirklich endlich einmal mit Ihren Finanzen befassen sollten. Tun Sie es!
Traditionell sind die Deutschen eher zurückhaltend, was ihr Geld betrifft. Im Vergleich zu anderen Ländern reden wir wenig über Gehälter, Investitionen oder Altersvorsorge. Leider ist das sehr hinderlich, denn im Zweifelsfall haben Sie keine Finanzbildung in der Schule genossen (wie die meisten Menschen in Deutschland). In der Vergangenheit war es für viele Menschen klar, dass
der Staat sich um die Altersvorsorge kümmert,
außerhalb der Familie nicht über Geld geredet wird,
selbst innerhalb der Familie häufig erst über Geld geredet wird, wenn es um große Ausgaben geht (Auto oder Immobilie) oder
wenn es echte Probleme gibt.
Leider ist diese Herangehensweise nicht hilfreich, wenn es darum geht, Ihre Finanzen in die eigenen Hände zu nehmen. Im Gegenteil: Geld ist einer der Bereiche, in denen es sich auszahlt, die Dinge frühzeitig zu regeln und vor allem, bevor das Unglück ausbricht.
Der Satz »Geld macht nicht glücklich« ist vermutlich eines der am meisten verbreiteten Sprichwörter. Allerdings stimmt er nicht: Geld macht nämlich doch glücklich! Finanzielle Absicherung ist sogar einer der wichtigsten Aspekte, wenn es um Lebensqualität geht. Nur Frieden und Sicherheit stehen noch höher auf der Liste.
Im ersten Schritt geht es nicht darum, reich zu sein. Es geht erst mal darum, dass es finanziell ausreicht. Man könnte also sagen: Geld alleine macht nicht glücklich, aber kein Geld zu haben macht sehr wahrscheinlich unglücklich.
Und selbst danach, wenn also die Lebensgrundlage gesichert ist, lohnt es sich, viel Geld zu haben: Reiche Menschen sind messbar glücklicher als weniger reiche Menschen. Sie machen sich zwar auch Sorgen um ihre Beziehung, ärgern sich über den Stau auf der Autobahn oder haben gesundheitliche Beschwerden. Aber sie machen sich eben keine Sorgen um ihre Finanzen und wissen, dass sie für viele ihrer Sorgen eine Lösung finden können, weil sie beispielsweise Expertinnen befragen (und bezahlen) können.
Geld macht also doch glücklich!
Könnten Sie es sich heute leisten, Ihren Job zu kündigen? Haben Sie schon einmal darüber nachgedacht, was es kosten würde, wenn Sie sich von Ihrer Partnerin trennen möchten? Geld ist der wirksamste Hebel für selbstbestimmte Entscheidungen. Ein finanzielles Polster in Höhe von drei bis sechs Nettomonatsgehältern erlaubt Ihnen, über genau solche Fragen nachzudenken:
Bleiben Sie in Ihrer Beziehung, weil Sie es möchten oder weil Sie es sich nicht leisten können, auszuziehen?
Geben Sie Ihrer Chefin recht, weil sie recht hat oder weil Sie keine Kündigung riskieren möchten?
Trauen Sie sich, ein Unternehmen zu gründen, obwohl Sie in den ersten Monaten mit geringen Einnahmen rechnen müssen?
Was würde passieren, wenn die Waschmaschine und das Auto gleichzeitig in die Reparatur oder ersetzt werden müssten?
Thomas stellt fest, dass er in seiner Beziehung nicht mehr glücklich ist. Er trennt sich von seiner Partnerin und zieht aus der gemeinsamen Wohnung aus.
Mit einem finanziellen Polster kann Thomas es sich leisten, seine Wunschwohnung zu mieten und sofort neue Möbel zu kaufen.
Ohne dieses finanzielle Polster wäre er gezwungen, länger bei seiner Partnerin zu bleiben, bis er genug Geld angespart hat. Je nach Lebenssituation kann das sehr lange dauern. Zwar kein Drama, aber eine unangenehme Situation.
Geld verschafft Ihnen die Möglichkeit, Ihre eigenen, selbstbestimmten Entscheidungen zu treffen – unabhängig von Ihrem Arbeitgeber, Ihrer Beziehung oder Ihrem weiteren Umfeld.
Es ist keine Frage, ob Gesundheit oder Geld wichtiger ist. Geld macht gesund, denn Geld gibt Ihnen die Möglichkeit,
sich gesund zu ernähren,
regelmäßig am gesellschaftlichen Leben teilzuhaben (sei es der Besuch in der Eisdiele mit dem Patenkind oder der Kaffee mit der Freundin),
mehr Freizeit zu haben und sich in dieser Freizeit zu bewegen,
zusätzlichen Versicherungsschutz oder eine private Krankenversicherung zu bezahlen,
besonders gute Ärzte und Spezialistinnen zu konsultieren.
Außerdem führt Geld dazu, dass Sie sich weniger Sorgen machen müssen, und das führt zu weniger psychischer Belastung.
Leben Sie von Luft und Liebe? Sicher nicht! Mehr als die Hälfte aller Paare streiten sich regelmäßig über Geld. Die häufigsten Konfliktpunkte sind:
Vermeintlich überflüssige Ausgaben:
Unterschiedliche Prioritäten im Alltag wie zum Beispiel Ausgaben für Lebensmittel, Kleidung oder Einrichtungsgegenstände führen häufig zu Streit.
Kontrolle des Ausgabeverhaltens:
Manche Partner empfinden es als Vertrauensverlust, wenn der andere Partner den Kontoauszug allzu genau analysiert. Dabei muss dieses Verhalten keinen Vertrauensbruch darstellen, sondern kann Ausdruck eines unterschiedlichen finanziellen Sicherheitsbedürfnisses sein.
Unterschiedliche finanzielle Spielräume:
Wenn ein Partner ein deutlich höheres Gehalt oder Vermögen hat, kann es schnell dazu führen, dass der andere Partner über seinen finanziellen Verhältnissen lebt.
Ein gesunder, gemeinsamer Umgang mit Geld und regelmäßige Geldgespräche können also Ihre Beziehung stärken.
Wenn Sie Kinder haben, dann wissen Sie, dass Kinder unglaublich viel durch Imitation lernen: Sie kopieren das Verhalten ihres Umfelds.
Das gilt auch für Ihren Umgang mit Geld. Wenn Sie jedes Mal in Stress geraten, wenn eine Rechnung im Briefkasten landet, werden Ihre Kinder das wahrscheinlich merken. Dadurch verbinden sie Geld (Rechnung) mit etwas Negativem. Und schon sind die Glaubenssätze verankert. Deshalb ist Kapitel 5 ganz diesem Thema gewidmet.
Nur wenn Sie selbst einen gesunden und kompetenten Umgang mit Ihren eigenen Finanzen haben, können Sie ein gutes Vorbild für Ihre Kinder sein. Außerdem können Sie die Details des Investierens besser erklären, wenn Sie sie selbst beherrschen.
Glauben Sie mir: Ihr Kind wird es Ihnen danken, wenn Sie nicht das übliche Sparkonto eröffnen, sondern einen ETF-Sparplan für Geldgeschenke einrichten.
Henry Ford soll gesagt haben, »Egal ob Sie glauben, Sie schaffen es, oder ob Sie glauben, Sie schaffen es nicht – Sie werden in jedem Fall recht behalten!«
Das gilt für viele Bereiche Ihres Lebens, und auch für Ihre Finanzen. Welche Finanz-Ziele haben Sie? Damit ist nicht unbedingt der Kontostand gemeint; wie wäre es mit:
einer außergewöhnlichen Reise
der nächsten Gehaltserhöhung
einer mehrwöchigen Auszeit
Reduktion der Arbeitsstunden
einem Musikinstrument
einem neuen Smartphone
einem Pferd
Egal, wie groß oder klein Ihre Ziele sind: Geld kann Ihnen helfen, sie zu erreichen und in die Realität umzusetzen.
Sind Sie der Meinung, die gesetzliche Rente wird schon reichen? Da muss ich Sie enttäuschen: Die gesetzliche Rente soll (und wird!) lediglich für die Grundsicherung reichen. Um Ihren Lebensstandard auch im Rentenalter halten zu können, ist es absolut notwendig, dass Sie selbst Geld investieren.
Die Details dazu lernen Sie in diesem Buch. So viel sei hier bereits erwähnt: Fangen Sie so früh an wie möglich. Heute ist der perfekte Tag dafür.
Kapitel 2
IN DIESEM KAPITEL
InflationZinseszinsSparenInvestierenIn diesem Kapitel wird der Übergang vom Sparen zum Investieren angesichts steigender Inflationsraten diskutiert. Sparen bleibt wichtig, aber Investieren ist entscheidend, um den Wertverlust durch Inflation zu vermeiden. Investitionen, die langfristig Wert schaffen, sind notwendig, um finanzielle Stabilität zu erreichen, wobei der Zinseszins-Effekt das Wachstum des investierten Kapitals exponentiell steigern kann. Der Schlüssel liegt im frühzeitigen Beginn und der langfristigen Anlage.
In den letzten Jahren war vielfach die Rede von niedrigen Zinsen und niedrigen Inflationsraten. Mitte 2022 kam der große Umschwung: Die Inflationsrate schnellte in die Höhe. Seither ist es für viele Menschen schwieriger geworden, überhaupt noch zu sparen. Gleichzeitig werden die Rufe laut, dass sich Sparen heutzutage gar nicht mehr lohne, da das Geld ohnehin von der Inflation aufgefressen werde.
Sparen ist unglaublich wichtig. Nur wenn Sie es kontinuierlich schaffen, weniger auszugeben, als Sie einnehmen, können Sie langfristig Vermögen aufbauen. Es klingt vielleicht banal, aber wenn Sie es schaffen, zu sparen, heißt das, dass Sie gleichzeitig
zufrieden sind mit wenig und
jeden Monat einen Schritt dafür tun, Vermögen aufzubauen.
Tatsächlich kommt es weniger darauf an, wie viel Sie einnehmen, sondern wie viel Sie ausgeben.
Ein Viertel aller Profi-Fußballspieler meldet im Laufe ihres Lebens Privatinsolvenz an. Glauben Sie wirklich, das liegt daran, dass ihre Gehälter zu niedrig sind? Im Gegenteil! Das hohe Einkommen steigt ihnen oft zu Kopf, und sie geben ihr Geld schneller aus, als sie Tore schießen können. Wenn irgendwann die großen Einnahmen ausbleiben, die Ausgaben aber genauso hoch sind wie vorher, bekommen sie ein Problem.
Sparen ist eine solide Grundlage, auf die Sie Ihre Finanzen aufbauen. Jeden Monat wächst Ihr Erspartes und bringt Sie näher in Richtung finanzieller Unabhängigkeit.
Das Problem an der Sache: Wenn Sie nicht sehr viel sparen, wächst zwar der Betrag auf Ihrem Konto; der Wert des Geldes sinkt aber schneller. Das liegt an der Inflation, die dazu führt, dass Ihr Geld kontinuierlich an Wert verliert.
Die Bundesbank definiert Inflation als »einen über mehrere Perioden anhaltenden Anstieg des Preisniveaus. […] Um Preisstabilität zu gewährleisten, strebt der EZB-Rat (Europäische Zentralbank) mittelfristig eine Inflationsrate von 2 Prozent an.«
Wenn die Inflation steigt, werden die Preise für Dinge wie Lebensmittel, Wohnungen, Benzin und andere Produkte und Dienstleistungen teurer.
Die Gefahr bei Inflation ist, dass der Wertverlust so schleichend passiert, dass Sie ihn vermutlich gar nicht wirklich wahrnehmen – zumindest in normalen Zeiten, wenn die Inflation sich in dem angestrebten Rahmen um 2 Prozent bewegt. Außerdem bleibt der Betrag, der auf Ihrem Konto oder Ihrem Gehaltscheck steht, unverändert. Nur das, was Sie sich davon kaufen können, wird immer weniger.
Um 1990 kostete eine Kugel Eis ungefähr 50 Pfennig. Das wären umgerechnet 25 Cent. Versuchen Sie mal, heutzutage für 25 Cent irgendwo ein Eis zu bekommen! In den meisten Großstädten können Sie sich freuen, wenn Sie weniger als 2 Euro pro Kugel Eis bezahlen.
Die Zentralbanken der Europäischen Union – die Bundesbank als Teil des Direktoriums der Europäischen Zentralbank – empfinden also einen kontinuierlichen Wertverlust Ihres Geldes in Höhe von 2 Prozent als erstrebenswert. Vielleicht haben Sie den Eindruck, dass die Inflation deutlich darüber hinausgeht. Tatsächlich ist es aber so: Seit Einführung des Euro bis Mitte 2022 lag die Inflationsrate stabil unter oder bei 2 Prozent pro Jahr (siehe Abbildung 2.1). Die Europäische Zentralbank hat also exakt ihr Ziel erreicht.
Seit 2022 sind die Preise extrem stark gestiegen. Das hat verschiedene Gründe:
Lieferengpässe durch die Corona-Pandemie:
Monatelanger Lockdown und ein hoher Krankenstand führten dazu, dass während der Corona-Pandemie viele produzierende Unternehmen ihre Produktion senkten oder vorübergehend vollständig einstellten. Weniger Angebot bei gleichbleibender Nachfrage führt dazu, dass die Produkte teurer werden.
Abbildung 2.1: Inflation im Euroraum, 1997 – 2023. Quelle der Daten: Europäische Zentralbank
Hohe Nachfrage nach der Corona-Pandemie:
Nach der Corona-Pandemie hatten viele Menschen das Bedürfnis, nachzuholen, was während der Pandemie pausiert worden war: Urlaube, Feiern, aber auch einfache Restaurant-Besuche und Shopping-Ausflüge. Die steigende Nachfrage führt bei gleichbleibendem Angebot zu steigenden Preisen.
Ukraine-Krieg:
Durch den Krieg sind vor allem Energiepreise stark gestiegen. Das belastet sowohl die Energiepreise der Konsumenten (beispielsweise Ihre Heizkosten) als auch die Produktionskosten insbesondere von energieintensiven Produkten.
Klimawandel:
Die Anpassung an den Klimawandel und der Umbau zu einer CO
2
-ärmeren Wirtschaft kosten Geld, die zu höheren Endpreisen führen.
Vielleicht haben Sie das Gefühl, dass die Preise deutlich stärker gestiegen sind, als es die offiziellen Quellen angeben. Oder weniger stark, und Sie bekommen kaum etwas von der Inflation mit. Das liegt daran, dass Ihre persönliche Inflationsrate nicht unbedingt mit der offiziellen Inflationsrate übereinstimmen muss. Jeder Mensch hat unterschiedliche Ausgabenmuster und Präferenzen. Darüber hinaus können Änderungen der Preise für bestimmte Produkte und Dienstleistungen in unterschiedlichem Maße auf verschiedene Gruppen von Menschen wirken.
2023 sind die Preise von Lebensmitteln deutlich stärker gestiegen als die Kosten für Transport. Das hat unterschiedliche Konsequenzen, je nachdem, wie Ihre Lebenssituation aussieht:
Wenn Sie beispielsweise bei der Arbeit gratis Mittagessen bekommen, haben Sie die Inflation wahrscheinlich als weniger stark wahrgenommen als eine Person, die täglich für eine ganze Familie Essen auf den Tisch bringen muss.
Abbildung 2.2: Einzelne Komponenten von Inflation, 2023. Quelle der Daten: Europäische Zentralbank
Auf der Homepage des Statistischen Bundesamts können Sie Ihre persönliche Inflationsrate berechnen: https://service.destatis.de/inflationsrechner/
Dort geben Sie Ihre Ausgaben ein, aufgeteilt auf verschiedene Kategorien. Das Statistische Bundesamt berechnet damit, welchen Einfluss die verschiedenen Inflationsraten auf Ihre Ausgaben haben (siehe Abbildung 2.2).
Inflation schadet vor allem den Sparern: Das Geld, das auf Ihrem Konto liegt, verliert kontinuierlich an Wert. Das hat dazu geführt, dass viele Menschen bei höherer Inflation bewusst mehr Geld ausgeben, weil sich Sparen ja nicht mehr lohne.
Statt Ihr Geld für Konsum auszugeben, könnten Sie es besser investieren. Damit schützen Sie es nicht nur vor der Inflation, sondern es vermehrt sogar seinen Wert.
Ist Ihnen schon mal aufgefallen, dass viele Menschen ihre Ausgaben fast automatisch erhöhen, wenn ihre Einnahmen steigen? Das versteht man unter Lifestyle-Inflation.
Während Ihrer Ausbildung waren Sie vermutlich damit zufrieden, in einer Wohngemeinschaft oder in einer (sehr) kleinen Wohnung zu leben. Dann kamen der erste Job, das erste richtige Gehalt und auch die erste richtige Wohnung. Und plötzlich waren die IKEA-Möbel nicht mehr gut genug, ein Auto musste her, und auch die Urlaube wurden teurer, luxuriöser oder aufregender.
Es ist nicht verwerflich, wenn Sie Ihren Lebensstandard im Laufe Ihres Lebens erhöhen wollen. Es sollte aber eine bewusste Entscheidung sein. Und es sollte zu Ihrem Einkommen passen. Sie können sich sonst sehr schnell in das berühmte Hamsterrad manövrieren, aus dem Sie nicht ausbrechen können oder wollen, weil Sie immer mehr Geld nach Hause bringen müssen, um dieses Zuhause zu finanzieren.
Im Schnitt vergrößern Menschen in Deutschland ihren Wohnraum jedes Jahr um drei Quadratmeter pro Person. In Wirklichkeit passiert das natürlich nicht jedes Jahr. Aber bei jedem Umzug ziehen die Deutschen in eine etwas größere Wohnung; häufig begründet durch Familienzuwachs, aber häufig auch, ohne dass sich etwas an der Lebenssituation geändert hat. Achten Sie mal drauf!
Vielleicht finden Sie es erstaunlich, dass die Zentralbank es erstrebenswert findet, dass der Wert des Geldes kontinuierlich abnimmt. Eigentlich sollte man annehmen, dass Geldstabilität bedeutet, der Wert des Geldes sei unverändert.
Der Hauptgrund für Inflation ist der Schutz vor Deflation.
Deflation ist das Gegenteil von Inflation: Statt steigender Preise bezieht sich Deflation auf einen anhaltenden Rückgang des allgemeinen Preisniveaus von Waren und Dienstleistungen in einer Volkswirtschaft im Laufe der Zeit.
Vielleicht finden Sie die Vorstellung, dass Preise sinken, gar nicht so schlimm oder sogar attraktiv? Es wäre doch nett, wenn Sie das nächste Auto zu einem günstigeren Preis bekommen könnten!
Die Gefahr von Inflation liegt in einer Abwärtsspirale:
Sie erwarten, dass Preise in der nächsten Zeit weiter sinken werden.
Sie kaufen nur noch das, was unmittelbar notwendig ist (Lebensmittel, Dinge des täglichen Gebrauchs). Alle größeren oder weniger wichtigen Anschaffungen vertagen Sie, um einen günstigeren Preis zu erzielen. Dazu zählen alle größeren Maschinen wie Autos oder Waschmaschinen, aber auch Kleidung …
Die Unternehmen haben weniger Einnahmen, weil die Konsumenten (wie Sie) nur noch das Nötigste kaufen. Deshalb müssen sie Angestellte entlassen.
Die jetzt arbeitslosen Menschen haben weniger Geld und kaufen noch weniger.
Schulden sind schwerer zu bedienen, weil das Geld, das zur Rückzahlung von Schulden verwendet wird, mehr Wert hat.
Insolvenzen steigen, die Kreditvergabe reduziert sich.
Die Abwärtsspirale ist in vollem Gang.
Die größte weltweite Deflation gab es am Ende der 1920er- und bis in die 1930er-Jahre. Diese Zeit ist nicht umsonst als Weltwirtschaftskrise in die Geschichtsbücher eingegangen.
Zentralbanken und Politik wollen mit der Inflation einen Abstand zur Deflation schaffen, um genau diese Abwärtsspirale zu vermeiden.
Sparen ist ein hervorragender Startpunkt. Jetzt sollten Sie noch einen Schritt weitergehen und Ihr Geld nicht nur sparen, sondern investieren.
Eine Investition vermehrt ihren Wert.
Solange Sie Ihre Investition – Aktien, Immobilien, Oldtimer – noch nicht verkauft haben, haben Sie damit weder Geld gewonnen noch verloren. Das Geld ist damit nur in einer anderen Form verfügbar. Sie haben es erst sinnvoll investiert, wenn Sie es wieder zu Geld gemacht und dabei vermehrt haben.
Es gibt viele verschiedene Wege, Ihr Geld zu investieren. Dabei sollten Sie zwischen Investitionen und Spekulationen unterscheiden:
Beim
Investieren
geht es darum, langfristig ein positives Ergebnis zu erzielen. Das erreichen Sie durch den Kauf von Vermögenswerten (wie Aktien, Anleihen oder Immobilien) und viel Geduld. Kurzfristige Wertschwankungen ignorieren Sie und konzentrieren sich auf die fundamentale Stärke Ihrer Investition.
Spekulieren
hingegen bezieht sich auf den Kauf von Vermögenswerten mit dem Ziel, kurzfristig einen Gewinn zu erzielen. Sie versuchen, kurzfristige Preisbewegungen auszunutzen und schnell zu reagieren.
Auch beim Investieren gibt es immer ein gewisses Risiko, dass sich Ihr Geld nicht vermehrt. Deshalb lohnt es sich, nicht nur eine Investition zu tätigen, sondern mehrere. Zum Beispiel:
Kaufen Sie nicht nur Aktien von einem einzelnen Unternehmen, sondern von vielen, idealerweise aus verschiedenen Branchen und Regionen. Damit vermeiden Sie eine Wiederholung des Telekom-Traumas, das die Deutschen bis heute prägt.
Versuchen Sie, neben einer Immobilie auch noch an der Börse zu investieren. Falls die Immobilie wider Erwarten an Wert verlieren sollte (zum Beispiel, weil die Region durch den demografischen Wandel nicht mehr attraktiv ist), haben Sie noch eine andere Investition.
Achten Sie immer auf eine gute Mischung aus Risiko, Gewinn und Verfügbarkeit.
Sie werden immer wieder Hochglanzbroschüren finden, die Ihnen schnelle und sichere Gewinne versprechen. An dieser Stelle sei schon mal gesagt: Das gibt es nicht! Gewinne sind entweder
zuverlässig – dann brauchen sie Zeit; oder
schnell – dann sind sie nicht sicher.
Tappen Sie bitte nicht in solche Fallen.
Die Details zum Investieren finden Sie in
Teil IV
: Dachgeschoss.
Albert Einstein soll den Zinseszins als das achte Weltwunder bezeichnet haben.
Erinnern Sie sich an das exponentielle Wachstum des Corona-Virus? Sie haben bestimmt Exponentialrechnung in der Schule gelernt; wirklich verstanden haben viele es aber erst in dieser praktischen Anwendung.
Und haben Sie schon mal darüber nachgedacht, dass sich Ihr Geld genauso verhält wie die Viren? Wenn Sie es investieren (und nicht nur sparen), wächst Ihr Geld dank des Zinseszins-Effekts exponentiell.
Zinsen sind die Bezahlung, die Sie dafür bekommen, dass Sie Ihr Geld investieren.
Der Zinseszins sind die Zinsen, die Sie als Anlegerin noch mal auf Ihre Zinsen bekommen. Damit wächst Ihr investiertes Geld noch schneller. Dafür dürfen Sie die Zinsen natürlich nicht ausgeben, sondern legen sie direkt wieder an.
Die mathematische Formel für Zinseszins lautet Investition × (1 + Zinssatz)Jahre.
Luise hat 100 Euro, die sie auf ihrem Festgeldkonto anlegt: Ein Jahr lang kann sie nicht an ihr Geld, bekommt dafür aber 3 Prozent Zinsen.
Am Ende des Jahres bekommt sie ihre ursprünglich investierten 100 Euro zurück und die Zinsen in Höhe von 3 Euro; sie besitzt also 103 Euro.
Jetzt legt sie dieses Geld wieder direkt an, und zwar vollständig: die ursprünglichen 100 Euro und dazu die 3 Euro, die sie als Zinsen von der Bank bekommen hat. Sie bekommt wieder 3 Prozent Zinsen für ein Jahr.
Am Ende des Jahres bekommt sie ihre investierten 103 Euro zurück plus die 3 Prozent Gewinn: 106,09 Euro. 3 Prozent von 103 Euro sind 3,09 Euro. Die 9 Cent, die Luise in Jahr 2 mehr bekommt als in Jahr 1, ist der Zinseszins.
Der Zinseszins-Effekt entfaltet seine Wirkung vor allem über die längere Laufzeit. Mehr Details zum Zinseszins lesen Sie in Kapitel 3.
Wenn Sie 100 Euro pro Monat beiseitelegen und das 30 Jahre lang durchhalten, dann haben Sie insgesamt 36.000 Euro beiseitegelegt. Wenn Sie dieses Geld bei 2 Prozent Inflation auf Ihrem Konto schlummern lassen, dann ist es am Ende noch gut 28.000 Euro wert. 8.000 Euro haben Sie also einfach an die Inflation verloren.
Wenn Sie dieses Geld dagegen gewinnbringend bei 4,5 Prozent Gewinn pro Jahr investieren, dann haben Sie am Ende 78.000 Euro. Und wenn Sie lernen, wie Sie dieses Geld kostengünstig investieren und damit 6 Prozent Gewinn pro Jahr erwirtschaften, dann haben Sie am Ende sogar 102.000 Euro in der Tasche.
Sie haben 36.000 Euro eingezahlt, bekommen aber 102.000 Euro heraus. Der Zinseszins hat Ihnen also 66.000 Euro zusätzlichen Gewinn gebracht! Das ist mehr, als Sie ursprünglich eingezahlt haben.
Sie können in dieser Abbildung sehr gut sehen, dass der Zinseszins-Effekt stärker wird bei:
höherem Zinssatz
längerer Laufzeit
Beim Investieren kommt es nicht auf den perfekten Zeitpunkt an. Es kommt auf die Länge der Zeit an. Je früher Sie anfangen zu investieren, umso länger kann der Zinseszins zu Ihren Gunsten wirken.