Robuste Traumbeete gestalten - Ina Timm - E-Book
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Robuste Traumbeete gestalten E-Book

Ina Timm

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Beschreibung

Immer häufigere Perioden mit ausgeprägter Sommertrockenheit, dazu Unwetter mit Sturm, Hagel und Starkregen zeigen, wie sich der Klimawandel bei uns auswirkt. Robuste Pflanzen sind somit wichtiger denn je. Vorhang auf für die Klimagenies Zwiebelpflanzen! Ihre unterirdisichen Speicherorgane machen sie zu DEN Gartenstars der Zukunft, denn damit überstehen sie Trockenperioden und andere harte Phasen im Gartenjahr. Doch diese Geophyten sind nicht nur pflegeleicht, sondern bieten zudem Abwechslung im Beet das ganze Jahr hindurch, vom Vorfrühling bis in den Herbst. Sie sorgen dafür, dass der Garten bereits voll erblüht, wenn die Stauden noch schlafen. Insekten sind dankbar für diese frühe Nahrungsquelle. Die zauberhaften und vielgestaltigen Blüher machen Platz für neue Blütenpflanzen, wenn sie einziehen. Und bis in den Herbst setzen sie wunderbare farbliche Akzente in den Beeten. Mit zahlreichen Porträts von Zwiebelpflanzen, Anregungen für besondere Farbkombinationen und ideale zeitliche Abfolgen, Tabellen für passende Begleitpflanzen sowie detaillierten Pflanzplänen zeigt dieses umfassende Gestaltungsbuch, wie ästhetisch und abwechslungsreich klimawandeltaugliche Beete sein können. 

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Seitenzahl: 266

Veröffentlichungsjahr: 2022

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Impressum

© eBook: GRÄFE UND UNZER VERLAG GmbH, München, 2022

© Printausgabe: GRÄFE UND UNZER VERLAG GmbH, München, 2022

BLV ist eine eingetragene Marke der GRÄFE UND UNZER VERLAG GmbH, www.gu.de

Alle Rechte vorbehalten. Nachdruck, auch auszugsweise, sowie Verbreitung durch Bild, Funk, Fernsehen und Internet, durch fotomechanische Wiedergabe, Tonträger und Datenverarbeitungssysteme jeder Art nur mit schriftlicher Genehmigung des Verlages.

Projektleitung: Susanne Kronester-Ritter

Lektorat: Judith Starck

Bildredaktion: Judith Starck

Korrektorat: Andrea Lazarivici

Covergestaltung: kral & kral design, Dießen a. Ammersee

eBook-Herstellung: Laura Denke

ISBN 978-3-96747-092-5

1. Auflage 2022

Bildnachweis

Coverabbildung: Sylvia Knittel

Illustrationen: Deutscher Wetterdienst (DWD); Ed Hawkins/showyourstripes; shutterstock/monkographic; Ina Timm; Umweltbundesamt/adelphi, Eurac 2021, DWD

Fotos: Sylvia Knittel; Botanikfoto/Hans-Roland Müller; Flora Press/GWI; GAP Photos: Andrea Jones, Howard Rice, Jacqui Hurst, Jonathan Buckley, Pernilla Bergdahl, Mark Winwood; gettyimages: Tim Dave Stamboulis/Alamy, nature picture library, Tom Meaker/Alamy, Yon Marsh Pipdesigns/Alamy

Syndication: www.seasons.agency

GuU 47-092 02_2022_02

Die GU-Homepage finden Sie im Internet unter www.gu.de

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Wichtiger Hinweis

Das vorliegende Buch wurde sorgfältig erarbeitet. Dennoch erfolgen alle Angaben ohne Gewähr. Weder Autor noch Verlag können für eventuelle Nachteile oder Schäden, die aus den im Buch vorgestellten Informationen resultieren, eine Haftung übernehmen.

NATÜRLICH SCHÖN UND ROBUST

Jedes Frühjahr ist es wie ein Traum. Nach dem Winter dürstet unsere Seele nach Farbe. Und dann, wie aus dem Nichts, strecken sich die Blüten von Schneeglöckchen, Krokussen, Narzissen aus dem Boden. Ein bunter Urknall – plötzlich ist er da und erwärmt unser Herz. Endlich ist Frühling! Es ist ein Mythos, dass Blumenzwiebeln nur etwas für fortgeschrittene Gartenfanatiker seien, denn sie wachsen auf vielen Naturstandorten ohne unser Zutun. Deshalb haben wir uns gefragt: Warum und mit wem wachsen sie an ihrem natürlichen Standort? Wie ist dort das Klima? Wie wird es bei uns wegen des Klimawandels bald sein? Dabei haben wir festgestellt, dass die wundervollen Blumenzwiebeln eindeutig DIE Gartenstars der Zukunft sind! Diese von der Natur geprüften Kombinationen sind in diesem Buch der Ausgangspunkt für fantasievolle Gestaltungen. Wir erläutern Ihnen genau, wie unsere robusten Traumbeete entstehen, damit Sie diese umwerfenden Pflanzenkombinationen in Ihrem Garten genießen können. Viel Vergnügen wünschen

GEOPHYTEN – KLIMAGENIES FÜR DIE ZUKUNFT

Noch ist es kalt und grau im Winter, der Frühling ist fern - und plötzlich sind sie da: Schneeglöckchen, Krokusse & Co. mit ihren zarten Blüten. Blumenzwiebeln sind robuste Powerpakete und durch ihre Eigenschaften perfekt gewappnet für die Herausforderungen des Klimawandels. Um zu sehen, warum das so ist, machen wir einen Ausflug zu den Naturstandorten und schauen auf die Klimaprognosen.

Der Hohle Lerchensporn breitet sich am Fuß eines Baumes aus. Wenn das Blätterdach sich schließt, zieht er ein.

Auf einer trockenen Hochfläche blühen Anfang April die Traubenhyazinthen in leuchtendem Blau. Der Morgenfrost stört die robusten Pflänzchen dabei nicht.

Geophyten an ihren Naturstandorten

Blumenzwiebeln sind auf der ganzen Welt verbreitet. Besonders häufig findet man sie in kontinentalen Steppen und dem Mittelmeerraum. Aber auch in Deutschland, Österreich und der Schweiz, die geprägt sind durch ein kühlgemäßigtes Klima, wachsen Geophyten in der Natur.

Lassen Sie uns als Erstes diese unglaublichen Klimakünstler genauer anschauen und herausfinden, wie sie es schaffen, die für sie unwirtliche Sommerhitze zu überstehen. Als Geophyten bezeichnet man alle Pflanzen, die ein Speicherorgan besitzen. Das kann in Form einer Zwiebel, einer Knolle oder eines Rhizoms sein. Die meiste Zeit überdauern sie damit geschützt im Boden, ohne dass man sie sieht. Die in den Organen gespeicherte Energie setzen sie dann zum passenden Zeitpunkt für den Austrieb und die Blüte ein. Geophyten können deshalb innerhalb weniger Tage ein wahres Blühfeuerwerk entfachen und zeigen in der Wachstumsphase ihre ganze Schönheit.

Eine Zwiebel besteht – botanisch gesehen – aus verdickten Blättern, die in Schichten aufeinanderliegen und in denen die Reservestoffe eingelagert sind. Ein Schnitt durch eine klassische Speisezwiebel zeigt diesen Aufbau. Die äußerste Lage ist trocken und meist braun-rötlich, sie schützt die Pflanze vor Nässe oder Trockenheit. Mit den Wurzeln am Zwiebelboden gelangt die Pflanze zudem an die Nährstoffe und Energie aus dem Boden. Zwiebeln bilden zum Beispiel die Narzissen, Lilien und Tulpen aus.

Eine Knolle besteht dagegen aus einem Stück der Wurzel und besitzt ein einheitliches Pflanzengewebe. Ein Beispiel aus der Küche ist die Kartoffel, im Garten ist das Alpenveilchen zu nennen. In den verdickten Wurzelteilen lagert vor allem Stärke, die beim Austrieb für schnelles Wachstum sowie für die Bildung von Wurzeln und Sprossen sorgt.

Ein Rhizom ist schließlich ein Stück Spross, das nahe an der Erdoberfläche horizontal wächst und Energie speichern kann – wie beim Ingwer. Mit der Zeit bilden sich kleine Wurzeln, die nach unten in die Erde wachsen, während oben Blätter und Blüten austreiben. Gefällt es der Pflanze, verzweigt sich das Rhizom weiter und vergrößert sich. Bei den Geophyten bilden zum Beispiel das Buschwindröschen, die Maiglöckchen oder der Aronstab Rhizome.

Optimaler Standort im Buchenwald: Am Trauf der Schwäbischen Alb bedecken hier die Märzenbecher den ganzen Hang.

Woher kommen die Geophyten?

Bei uns sind Winter mit Frost und Sommer, in denen gelegentlich Niederschlag fällt, (noch) die Regel. Besonders häufig findet man Geophyten aber in kontinentalen Steppen und dem Mittelmeergebiet. Kennzeichnend für diese beiden Zonen ist, dass dort nur sehr selten Regen fällt und die Sommer heiß und trocken sind. In der für sie ungünstigen Jahreszeit schlummern Geophyten im Boden und warten, bis die Witterung wieder für ihren Neustart passt. Sobald im Frühjahr ausreichend Feuchtigkeit zur Verfügung steht, sprießen die unzähligen Geophyten aus dem Boden. Sie können dort ihren Vorteil durch die im Speicherorgan eingelagerten Reserven gegenüber anderen Pflanzentypen besonders gut ausspielen: Sie erwachen blitzschnell und sind in der Lage, schneller als andere Pflanzen zu blühen, zu fruchten und sich somit zu vermehren. Durch ihren raschen Wuchs gelangen sie als Erste an die Ressourcen Boden, Wasser, Licht oder Nährstoffe.

Natürlich gewachsen

Die folgenden Standortbeispiele zeigen, wie Zwiebelblumen ohne menschliche Eingriffe wachsen. Niemand hat sie dorthin gesetzt und gehätschelt, gedüngt, gegossen. Sie haben sich dort ausgesamt und verbreitet, weil ihnen der Standort als Ganzes zusagte. Wir schauen auf die Bedingungen: Stehen sie im Licht oder im Schatten, an feuchten oder an trockenen Plätzen, alleine oder in Grüppchen und mit welchen anderen Pflanzen-Begleitern zusammen?

Wir haben Naturstandorte ausgesucht, an denen Zwiebelpflanzen wachsen, die auch bei uns im Garten aufgrund klimatisch ähnlicher Bedingungen gedeihen. Es gibt auch viele Zwiebelsorten, die einfach nicht frosthart sind – meist stammen sie aus den Subtropen. Die sind zwar schön, machen aber viel Arbeit, weil sie den Winter über aus dem Boden müssen. Deshalb bleiben wir lieber bei den für unsere Breitengrade tauglichen Blumenzwiebeln. Und davon gibt es schon so viele, dass die Auswahl riesig ist und man auf nichts verzichten muss.

Von den Naturstandorten können wir auch viel Gestalterisches für unseren Garten lernen: Je naturnaher wir pflanzen, desto stabiler werden unsere Beete. Was uns in der Natur fasziniert, können wir im Garten ansehnlich und pflegeleicht nachgestalten. Manchmal braucht es etwas Mut dafür, zum Beispiel, um in großen Stückzahlen zu pflanzen. Aber der Mut wird belohnt mit einem Ergebnis, das sich sehen lassen kann.

Die Einteilung in diesem Buch

Die Einteilung nach Lebensbereichen (siehe Kasten rechts >) ist hilfreich bei der Gestaltung und macht die Auswahl der richtigen Pflanzen ganz simpel. Deshalb haben wir dieses Buch so aufgebaut. In Kapitel 1 lernen Sie die Naturstandorte kennen und schauen dann in Kapitel 2, welchem Standort Ihr Beet im Garten entspricht und ob es eher trocken, frisch oder feucht ist. Damit erhalten Sie automatisch die passende Liste an Geophyten mit den dazugehörigen Staudenpartnern (siehe Tabelle ab > und Pflanzenporträts ab >). Im Anschluss können Sie aus der großen Pflanzenvielfalt Ihre ganz persönliche Kollektion zusammenstellen oder unseren Pflanzbeispielen (ab >) folgen.

Wo es ihm gefällt, erobert der Bärlauch in der Natur große Flächen, auch am Wasser. Er verzaubert im April durch seine weißen Blütendolden.

Schattig: Naturstandort Wald (G)

Ohne Eingriffe des Menschen würden in Deutschland vor allem Buchenwälder oder Mischwälder natürlich wachsen. In reinen Buchenwäldern wird das Blätterdach ziemlich dicht, am Boden ist es somit eher dunkel und es wächst recht wenig. Im Frühling, noch bevor das Blätterdach der Laubbäume den Boden abdunkelt, treiben dort der Bärlauch (Allium ursinum) oder der Hohle Lerchensporn (Corydalis cava) in Massen aus und bilden dichte Blütenteppiche. Dazwischen entdeckt man an der ein oder anderen Stelle das Buschwindröschen (Anemone nemorosa), die Gelbe Anemone (Anemone ranunculoides), den Märzenbecher (Leucojum vernum) oder den Aronstab (Arum maculatum). Sie alle profitieren von den äußerst fruchtbaren Böden, die im Frühjahr niemals austrocknen, aber auch nicht übermäßig nass sind. Die oberste Bodenschicht ist schön locker, da jedes Jahr im Herbst die Blätter der Bäume auf den Boden fallen und von den Bodenlebewesen wie Bakterien, Pilze, Algen und Flechten zu fruchtbarem Humus verarbeitet werden. Sie haben dort gute Wachstumsbedingungen und sind sehr aktiv, denn in diesen Wäldern gibt es weder Staunässe noch zu viel Trockenheit. Sobald die Temperaturen wärmer werden und die Blätter der Laubbäume austreiben, ziehen die Geophyten dann ein. Ein wenig teilen sich die Frühlingsblüher die Standorte unter sich auf, je nach Licht- und Feuchteverhältnissen. So findet man das Buschwindröschen praktisch überall, vom Waldrand bis hin zu den dunkelsten Bereichen des Waldes. Bärlauch und Märzenbecher lieben kühle, feuchte Plätze unter den Rotbuchen auf Kalkgestein und wachsen dann dort in großen Flächen. Der Aronstab mit seinen markanten herzförmigen glänzenden Blättern findet sich auch dort. Er zieht erst im Sommer ein und sein Fruchtstand mit den roten Beeren ist bis zum Herbst zu sehen.

Dort, wo es zu feucht, zu trocken oder zu steinig wird, besitzen andere Baumarten einen Standortvorteil gegenüber Buchen. Sobald sich Ahorn, Eschen, Eichen oder Ulmen in die Wälder mischen, sind ebenfalls große Gruppen von Geophyten zu finden, denn diese Baumarten lassen ein wenig mehr Licht durch die Baumkrone.

Eher Richtung hellerem Waldrand, wo der Boden etwas trockener ist und einen höheren pH-Wert hat, gewinnt der Hohle Lerchensporn. Der Übergang zum Halbschatten ist übrigens fließend, daher findet sich auch so manche Pflanze in beiden Regionen – im hellen Schatten ebenso wie im dunklen Halbschatten.

Im lichten Buchenwald treiben zwischen den Buschwindröschen Salomonssiegel aus.

Halbschattig: Naturstandort Gehölzrand (GR) und Baumschatten

An den Waldrändern wächst eine besonders üppige Vielfalt, die von dem wechselnden Licht durch die wandernde Sonne profitiert. Vor allem die Geophytenarten, die eine etwas längere Zeitspanne benötigen, um zur Blüte und zur Samenreife zu gelangen, mögen dieses Licht. Sie freuen sich über das noch fehlende Blätterdach im zeitigen Frühjahr und schätzen es, dass es nicht von jetzt auf gleich dunkel wird. Gleichzeitig schützt der Halbschatten vor Sonnenbrand. Ähnliche Lichtverhältnisse findet man auch im lichten Schatten von Felsen oder Mauern oder unter einzeln oder lose wachsenden Bäumen.

Ein Platz, der nach Süden ausgerichtet ist, bleibt im Winter relativ feucht und ist im Sommer trocken. Ein frischer Standort kennzeichnet sich durch Halbschatten mit feuchtem Boden und feuchter Luft. In der Nähe von Gewässern, in Senken oder am Rand von sommergrünen Feuchtwäldern in Auen zeigen sich feuchte Plätze.

An feuchteren Stellen, die im Halbschatten kühler bleiben, wachsen Süßdolde (Myrrhis odorata), Wiesenkerbel (Anthriscus), begleitet von Türkenbundlilien (Lilium martagon) und Pfeifengräsern (Molinia). Halbtrocken, aber im Frühjahr feucht verträgt der Salomonssiegel (Polygonatum) und die Frühlings-Platterbse (Lathyrus vernus), zwischen ihnen gedeihen Buschwindröschen, Maiglöckchen (Convallaria majalis) und Blausterne (Scilla bifolia), aber auch der Lerchensporn, der ganze Teppiche bilden kann.

Die Stinkende Nieswurz (Helleborus foetidus), die aber keineswegs stinkt, hat es hingegen gerne sehr trocken, steht also am sonnigen Waldrand. Mit diesen Bedingungen kommen Buschwindröschen, Blauglöckchen und Maiglöckchen ebenfalls gut klar. Zudem wachsen hier Sonnenliebhaber wie Krokusse (bei uns meist Crocus neapolitanus) und Traubenhyazinthen (Muscari racemosum). Hier gibt es auch viele Gräser. Seggen wie Carex remota lieben den Halbschatten.

Maiglöckchen wachsen oft im Verbund mit Orchideen wie hier mit dem Frauenschuh (Cypripedium). Sie mögen es, wenn der Waldrand licht und der Boden frisch ist.

Naturstandort am Hang

Die meisten Zwiebelblüher lieben einen guten Wasserabzug und mögen es nicht, dauerhaft im feuchten Boden zu stehen. An einem Hang, wo das Wasser der Schwerkraft folgt und zügig nach unten abläuft, sind sie vor Stauwasser geschützt. Die Feuchte innerhalb des Hangs variiert: Im oberen Hangbereich ist es meist trocken, da das Wasser dort schnell abfließt, am Hangfuß am feuchtesten, denn dort sammelt sich wiederum das Wasser. Zudem muss man unterscheiden zwischen nach Norden und nach Süden gerichteten Hängen, also nach absonnigen und sonnigen Hängen.

Ein Nordhang in den Alpen muss nicht kahl sein. Das feuchte Klima und die darunter liegenden Felsen schaffen beste Bedingungen für Türkenbundlilien.

Ein Hang Richtung Norden (HN)

Auf absonnige Hänge brennt die Sonne nicht direkt, sie haben daher einen kühleren Boden. Den oberen Hangbereich erreicht noch am meisten Sonne, dort kann es auch windig sein. Der mittlere Hangbereich bekommt im Tagesverlauf zwar noch einige Stunden Sonne ab, aber eher indirekt. Am Hangfuß ist der Standort halbschattig einzuordnen. Je weniger Sonne auftrifft, umso später im Jahr erwärmt sich der Boden.

Vor allem Lilien mit ihren gegenüber Trockenheit und Nässe empfindlichen Zwiebeln brauchen genau das. Daher ist dies der optimale Platz für Türkenbundlilien (Lilium martagon). Am Naturstandort in ihrer direkten Nachbarschaft lassen sich so wunderschöne und ebenfalls gartenwürdige Stauden finden wie die Heimische Haselwurz (Asarum europaeum), die Goldnessel (Lamiastrum galeobdolon), das Frühlings-Gedenkemein (Omphalodes verna), verschiedene Arten von Ehrenpreis (Veronica hederifolia und V. urticifolia) und das Veilchen (Viola reichenbachiana). An Gräsern wachsen verschiedene Carex-Arten wie die Berg-Segge (Carex remota), die es auch gern etwas kühler haben, am Hangfuß die feuchtigkeitsliebenden Schmielen (Deschampsia) und Pfeifengräser (Molinia).

Ein Weinberg in der Pfalz mit Weinbergtulpen. Sie sehen aus wie kleine Ballerinen mit ihren gebogenen Stängeln und den nach außen geschwungenen Blütenblättern.

Ein Hang Richtung Süden (HSü)

An vollsonnigen Hängen ist das Klima extrem, dort brennt die Sonne mit aller Macht. Diese Hänge erwärmen sich sehr früh im Jahr, vor allem in geschützten Lagen. Auch hier gilt, dass der obere Bereich sehr trocken und heiß sowie oft windig ist. Der mittlere Bereich ist windgeschützter, dadurch steht sehr oft die Luft. Am Hangfuß ist es warm, windgeschützt und feuchter.

In Deutschland existieren solche sehr sonnigen und trockenen Standorte beispielsweise am Kaiserstuhl. Das sehr warme Klima in der im Oberrheingraben gelegenen Gegend im Südwesten Baden-Württembergs erinnert schon sehr an das Klima am Mittelmeer. Im Vergleich zu Gesamtdeutschland ist es im Durchschnitt circa zwei Grad Celsius wärmer. Das klingt erst einmal nach nicht sehr viel. Wenn man sich aber näher betrachtet, welche Pflanzen dort gedeihen, dann sieht es schon anders aus: Es wachsen 36 Orchideenarten, Wildrosen und die Wälder bestehen zum Teil aus wärmeliebenden Flaumeichen. Auch viele Pflanzen, die man aus unseren Gärten kennt, wachsen dort in freier Natur: Kartäuser-Nelke (Dianthus carthusianorum), Gelbes Sonnenröschen (Helianthemum nummularium) oder Küchenschelle (Pulsatilla vulgaris), um nur wenige zu nennen. Diese werden ergänzt durch wunderschöne Geophyten wie die Traubenhyazinthe (Muscari) und die Weinbergtulpe (Tulipa sylvestris). Letztere wird leider durch die mechanische Bearbeitung der Weinberge immer weniger. Auch verschiedene Laucharten sind an solchen Orten heimisch wie der Kugellauch (Allium sphaerocephalon) oder der Weinberglauch (Allium vineale). Je tiefer man am Hang kommt, desto windgeschützter wird es und die Luft steht. Gleichzeitig ist es am Hangfuß feuchter und davon profitieren viele Pflanzen, die etwas mehr Wasser zum Wachsen und Gedeihen benötigen.

Ein echter Wow-Effekt sind diese Massen an Steppenkerzen an einem Berghang in Kirgisistan. Später im Sommer ist hier nichts als braune Fläche zu sehen.

Weinberglauch sieht immer etwas struppig aus. Er vermehrt sich über Brutzwiebeln, die sich an dem Kopf bilden.

Die in Griechenland und der Türkei beheimatete Felsentulpe (Tulipa saxatilis) tut genau das, was ihr Name sagt: Sie wächst auf steinigen Böden.

Felssteppen (FSt)

Felssteppen sind ein besonderer Lebensraum, der für Geophyten aber ideal ist. Das Kennzeichen ist ein schotteriger oder steiniger Boden. Die Steine sorgen für einen guten Wasserabzug und überschüssiges Wasser wird sofort abgeleitet. Gleichzeitig hält sich aber ein Rest an Feuchtigkeit länger unter Steinen als in reiner Erde. Im Boden liegende Geophyten profitieren im Sommer von der kühlen Restfeuchte der Steinpackung über ihnen. Oft liegt unter abgerutschtem oder verwitterndem Gestein aber ein extrem fruchtbarer mineralischer Boden, der für ausreichend Nährstoffe in kurzer Zeit sorgt. Hierzulande finden sich diese Bedingungen an steinigen Hängen in Mittelgebirgen, zum Beispiel auf der Schwäbischen Alb, oder in den Alpen bis zur Baumgrenze. Dort, in höheren felsigen Lagen, wächst der Berglauch (Allium senescens) auf schmalen, sonnigen Felsbändern. Auch aufgelassene Steinbrüche bieten sehr gute Bedingungen für steinliebende Geophyten.

Aus dem Süden

Die perfekten Standorte für Geophyten gibt es allerdings vor allem weiter im Süden und Südosten, zum Beispiel in Griechenland, der Türkei, dem Iran und in Kirgisistan. Dort sind die Sommer extrem trocken und man sieht zu dieser Zeit kaum etwas Grünes. Nur wenige Stauden schaffen es mit ihren oberirdischen Blättern und Blüten, diese Hitzerekorde auszuhalten. Auf dunklen Steinen wurden schon Temperaturen an die 70 °C gemessen, obwohl die eigentliche Außentemperatur bei 30 °C im Schatten lag. Während die Trockenheit überhandnimmt und die Sonneneinstrahlung zu stark wird, ruhen Geophyten entspannt im Boden. Im Frühling, wenn ausreichend Wasser zur Verfügung steht und die Temperaturen noch nicht sehr hoch sind, wachsen und blühen sie dafür umso üppiger.

Die südlichen Felssteppen sind reich an Zwiebelblühern, die mit nur wenig oder ganz ohne Begleitvegetation im Schotter leben: Tulpen in allen Formen und Farben, Lauche, Steppenkerzen (Eremurus), Zwiebel-Iris (Iridodyction), Rhizom-Iris, Krokusse, Fritillarien und viele mehr. Viele der Geophyten, die wir heute in unseren Gärten haben, kommen von dort und haben durch Sammler im Verlauf der Jahre den Weg zu uns gefunden. Die durch den Klimawandel bedingten, trockeneren und heißeren Sommer bei uns, begünstigen ihr Gedeihen auch hierzulande.

Kies- und Schottergärten imitieren diesen Lebensraum – allerdings etwas variiert. Das (noch) gemäßigte Klima in unseren Breiten lässt zu, dass wir zu der Vielzahl an Geophyten auch andere Pflanzen mit einer längeren Blühdauer und anderer Wuchsform in unseren Kiesgarten integrieren können. Somit steht ein breiteres Pflanzenspektrum zur Verfügung als an manchen Naturstandorten. Wir können ein das ganze Jahr über blühendes Beet inszenieren und die Geophyten sind ein zentraler Bestandteil davon.

Wiese (Wi)

Offene freie Flächen, wo sich Stauden und Einjährige ausbreiten und frei wachsen können, sind in der Natur in der Regel Wiesen. Im Garten kann aus einer freien sonnigen Fläche auch ein Beet entstehen, weil Sie gezielt Stauden pflanzen, pflegen und eine optimale Nährstoffversorgung sicherstellen. Geophyten, die auf einer Wiese wachsen, können auch im Beet bestehen. Hier behandeln wir aber nur die Wiese.

Wiesen sind als Naturstandort ein Hort der Vielfalt. Auch zahlreiche Frühlingsblüher wie Krokusse, Wildnarzissen oder Milchsterne wachsen natürlicherweise in Wiesen. Sie nutzen die im zeitigen Jahr noch angenehme Feuchtigkeit im Boden, um zur Blüte zu kommen und dann zu fruchten. Danach ziehen die Zwiebeln ein, die Blätter und Stängel vergilben und die gedeihende Wiese überwächst die einziehenden Geophyten rasch. Einige Geophyten, die man auf Wiesen findet, haben die Gemeinsamkeit, giftig zu sein. Nur auf diese Art und Weise sind sie vor dem Fraß durch Weidetiere geschützt.

Wiesen-Typen

Vor allem trockene Wiesen (Wi1), sogenannte Magerwiesen, sind extrem vielfältig – es lassen sich bis zu 80 Arten auf vier Quadratmetern finden. Botaniker bezeichnen diese besonders blühfreudige Pflanzengesellschaft als »trockener Magerrasen«. Sie stellt sich in unserem Klima überall ein, wo es sonnig ist, noch nie gedüngt wurde und ein- bis zweimal im Jahr gemäht wird. Das Mähen können dabei auch gerne Schafe oder Ziegen übernehmen. In dieser Gesellschaft lassen sich diese wunderschönen krautigen Pflanzen finden: Küchenschelle (Pulsatilla vulgaris), Sonnenröschen (Helianthemum), Nelken (Dianthus), Wolfsmilch (Euphorbia), Flockenblumen (Centaurea), Salbei (Salvia), Thymian (Thymus), Goldhaar-Aster (Aster linosyris) und Glockenblumen (Campanula). Diese kennen wir alle schon als gartenwürdige Pflanzen. Als Geophyten wachsen dort die bereits erwähnten Traubenhyazinthen, Krokusse, trockenheitsverträgliche Lauche wie Allium sphaerocephalon oder Allium carinatum sowie Dolden-Milchsterne (Ornithogalum umbellatum). Die Lauche und der Milchstern sind aus Südeuropa eingewandert, aber längst bei uns verwildert. Im Frühjahr stehen meist noch die Blätter der Herbstzeitlose (Colchicum autumnale) mit ihren dicken Früchten in der Wiese. Sie blühen im Herbst ohne das Laub. Viele Wiesen werden gemäht und das Mähgut abtransportiert. Das erhält die magere Struktur.

VON DER MAGERWIESE ZUR FETTWIESE

Sobald Magerwiesen nur ein einziges Mal gedüngt werden, verwandeln sie sich sofort: Viele Pflanzenarten, die auf einen ungedüngten, mageren Standort angewiesen sind, fallen aus. Es wandern Pflanzenarten hinzu, die mehr Nährstoffe zum Wachsen benötigen, und verdrängen die Magerwiesen-Spezialisten. Nach mehrmaligem Düngen entsteht die Pflanzengesellschaft einer Fettwiese. Nur wenige gartenwürdige Pflanzen finden sich dann noch dort: Wiesen-Storchschnabel (Geranium pratense), Frauenmantel (Alchemilla), Kuckuckslichtnelke (Lychnis flos-cuculi), Wiesenskabiose (Knautia arvensis) oder die Große Bibernelle (Pimpinella major). Der wunderschöne Artenreichtum einer Magerwiese geht mit zunehmender Düngung immer weiter zurück. Am Schluss bleiben nur noch Gräser und kleinblumige Arten übrig. Löwenzahn (Taraxacum officinale), Scharfer Hahnenfuß (Ranunculus acris), Giersch (Aegopodium podagraria) und Brennnessel (Urtica dioica) können bei Überdüngung sogar die Überhand gewinnen. Eine Fettwiese würde auch überall dort entstehen, wo bisher als Ackerland genutzter Boden brach fällt oder ein hochgedüngter Gartenboden zu einer Wiese umgestaltet werden soll.

Sieht man auf einer Wiese viele Löwenzahnblüten, dann ist der Boden an der Stelle sehr nährstoffreich.

Eine typische Magerwiese ist im Juni dank ihrer großen Blütenvielfalt ein richtiges Farbenfest. Der Wiesensalbei erzeugt dabei ein blaues Meer.

Die Prärie Nordamerikas

Eine vergleichbare Situation wie bei den Wiesen in Mitteleuropa entsteht in der Natur ebenfalls in der Prärie Nordamerikas. Viele Pflanzen, die ursprünglich von dort stammen, haben inzwischen Einzug in unsere Staudengärtnereien gefunden. Ihr Merkmal: Austrieb und Blüte erfolgt deutlich später als bei unseren Wiesenpflanzen. Aufkommender Wald wird in der Prärie Nordamerikas nicht nur von Tieren kurz gehalten, auch die recht regelmäßigen Feuer brennen Baumsämlinge nieder. Auch der sommerliche Wassermangel spielt hier eine Rolle.

Trotz aller Widrigkeiten findet man dort so wunderschöne gartenwürdige Pflanzen wie Duftnessel (Agastache), Röhrenstern (Amsonia), Indigolupine (Baptisia), Pracht-Scheinsonnenhut (Echinacea), Präriekerze (Gaura), Bartfaden (Penstemon), Gelber Sonnenhut (Rudbeckia). Diese sind aus unseren Gärten nicht mehr wegzudenken. Ebenso wenig wie die vielen attraktiven Gräser, zum Beispiel Moskitogras (Bouteloua), Purpur-Liebesgras (Eragrostis spectabilis), Mexikanisches Federgras (Stipa tenuissima) oder Rutenhirse (Panicum virgatum). Sie wachsen in Verbindung mit Geophyten wie Prärie-Lauch (Allium cernuum), Triteleie (Triteleia) und – an etwas feuchteren Standorten – Prachtscharte (Liatris). Nicht zu vergessen die Prärielilie (Camassia quamash), die sogar auf Wiesen wächst, die im Frühling zeitweise überschwemmt werden. Hier sammeln sich die Nährstoffe, die die Prärielilie benötigt. Die Wiesen fallen im Sommer dann völlig trocken, so fault die Zwiebel nicht in der Ruhezeit.

In Schottland wachsen Montbretien wild auf Hängen. Ein Anblick, den man bei einer aus Südafrika stammenden Pflanze so nicht unbedingt vermuten würde.

Feuchtere Wiesen (Wi2–3)

Feuchte Naturstandorte gibt es bei uns immer seltener. Die fortschreitende Zerstörung der Lebensräume hat vor allem den Tier- und Pflanzengemeinschaften der Auen den Garaus gemacht. Feuchtwiesen (Wi3) wurden jahrzehntelang mithilfe von Wassergräben entwässert, die Flächen überdüngt und die Bäche begradigt. In den vergangenen Jahren hat zum Glück ein Umdenken eingesetzt: Auwiesen sowie temporär überschwemmte Auwälder werden als wichtige Lebensräume renaturiert und besser geschützt, sodass die Natur Gelegenheit bekommt, sich zu erholen. Hier sind schwankende Wasserstände und teilweise Überflutungen die Regel und die Pflanzen sind daran adaptiert. Dauerhafte Überflutungen vertragen Geophyten nicht. Jedoch in der Nähe von Gewässern, wo sie von einer stabilen Feuchtigkeit im Frühjahr profitieren können, gibt es natürliche Vorkommen der Schachbrettblume (Fritillaria meleagris). Dort wachsen auch Dichternarzissen (Narcissus poeticus).

Wer also einen Garten besitzt, der das ganze Jahr recht feucht ist, vielleicht am Rande eines Sees liegt oder auf einem kühlen Hanggrundstück, der kann auf diese robusten Schönheiten zählen. Begleitet werden sie von feuchteliebenden Wildstauden wie Wasserdost (Eupatorium), Bach-Nelkenwurz (Geum rivale), Baldrian (Valeriana officinalis), Trollblume (Trollius europaeus), Kuckuckslichtnelke (Lychnis flos-cuculi) oder Schwertlilie (Iris sibirica).

Die wilde Gelbe Narzisse (Narcissus pseudonarcissus) mag es nicht ganz so feucht, sie gedeiht auf normalen Wiesen (Wi2), die im März und April noch kühl sind und den Winter über Wasser getankt haben. Es gibt sie nur noch an wenigen Stellen in Deutschland, wo sie geschützt sind. Diese Wiesen bestehen aus verschiedensten Pflanzengesellschaften. Darin lassen sich viele gartenwürdige Pflanzen finden, zum Beispiel Akeleien (Aquilegia), Sterndolden (Astrantia) oder Jakobsleiter (Polemonium caerulum). Weitere Geophyten sind Krokusse, Herbstzeitlosen und der Schnittlauch (Allium schoenoprasum).

Die Montbretie (Crocosmia) aus Südafrika ist ebenso Einwanderin aus warmen Regionen wie viele andere Geophyten. Bei uns gibt es sie nicht wild, in Schottland und Irland hingegen wächst sie in Massen an feuchten Böschungen und in Wiesen. Offensichtlich gefällt ihr das wintermilde Golfstromklima – und zwar ohne dass ihr die Sonne direkt auf Laub und Blüten brennt.

Auf Wiesen, die ausreichend feucht sind und nicht bearbeitet werden, wachsen Wildnarzissen.

Der Neapolitanische Krokus hat sich hier vor Jahrzehnten eingebürgert. In Deutschland gibt es einige Vorkommen, wo er ganze Wiesen bedeckt.

Die Prärielilie am Naturstandort im tief eingeschnittenen Tal des Columbia River in Oregon, USA.

Frühlingssterne (Triteleia) und Balsamwurzel sind die völlige Sommertrockenheit gewöhnt. Sie wachsen im Regenschatten der Berge im Nordwesten der USA.

Was der Klimawandel bedeutet

Nur wer weiß, was die Zukunft bringt, kann auch die passenden Pflanzen in seinen Garten integrieren. Deshalb haben wir hier ein paar wichtige Fakten zur Änderung des Klimas zusammengetragen, die unsere Gärten und die Pflanzen darin betreffen.

Auf der Pariser Klimaschutzkonferenz im Dezember 2015 einigten sich erstmals 195 Länder auf ein allgemeines, rechtsverbindliches, weltweites Ziel: Die Erderwärmung soll auf deutlich unter 2 °C, möglichst 1,5 °C begrenzt werden. Ob dieses Ziel erreicht wird? Der Deutsche Wetterdienst misst schon seit weit über hundert Jahren das Wetter. Und Fakt ist: In Deutschland ist es seitdem um 1,6 °C wärmer geworden, also schon mehr als das angestrebte Ziel von 1,5 °C. In der Schweiz sind es sogar schon 2 °C mehr. Gerade in unseren Breitengraden scheint die Temperatur schneller anzusteigen als im Durchschnitt. Höchste Zeit also zu handeln, denn die Zeit kann man leider nicht zurückdrehen!

Klimawandel und ein wenig Mathematik

Es existieren verschiedene Szenarien, mit denen die Wissenschaftler rechnen.

Optimistisches Szenario: Die Welt schafft es, die CO²-Immissionen so schnell wie möglich komplett zu stoppen. Man geht von einer CO²-Neutralität bis 2050 aus. Dann werden die Temperaturen im Durchschnitt auf der Erde »nur« um 1,7 °C steigen.

Pessimistisches Szenario: Dieses Modell rechnet mit einer »Weiter-wie-bisher-Mentalität«. Die Treibhausgase werden wie bisher immer mehr und steigen weiter ungehindert und vermehrt in die Atmosphäre. Dort geht es bis auf +4,7 °C hoch.

Was bedeutet das für unsere Gärten?

Wir rechnen mal optimistisch mit einer Erwärmung von »nur« 2 °C. Wir versetzen uns dazu gedanklich an einen Ort, wo diese Vegetationszone schon jetzt besteht. Eine Region, die im Durchschnitt 2 °C wärmer ist als bei uns. Vor der Klimaerwärmung lagen wir bei einer Jahres-Durchschnittstemperatur im Mittel von 8,2 °C. Rechnen wir die 2 °C drauf, entspricht das einem Durchschnitt von 10,2 °C und grob der Vegetationszone, wie sie Montenegro, Bulgarien, Serbien und Kroatien haben.

Was also folgern wir daraus, außer dass wir spätestens 2100 nicht mehr in den Süden in Urlaub fahren wollen und die Zeit stattdessen in unseren eigenen Gärten verbringen werden? Wir brauchen bei uns ein anderes Pflanzensortiment als bisher! Die Pflanzen, welche an diesen Naturstandorten wachsen, die im Moment ein ähnliches Klima wie das Szenario besitzen, müssen wir sukzessive in unsere Gärten integrieren. Unsere jetzigen Pflanzenschönheiten werden nur bedingt mit dem Klimawandel klarkommen. Sicherlich werden es einige schaffen, mit den langen Durststrecken, die wir im Sommer haben werden, zurechtzukommen. Aber wenn Sie in Zukunft im Sommer nicht jeden Tag stundenlang mit der Gießkanne oder dem Wasserschlauch im Garten stehen möchten, müssen über kurz oder lang trockenheitsverträgliche Überlebenskünstler Ihre bisherigen Pflanzen ersetzen. Und ganz viele Blumenzwiebeln gehören definitiv dazu! Dass es im Sommer wärmer wird, beeindruckt die Zwiebelpflanzen recht wenig. Meist spielt der Klimawandel sogar in ihre Karten, denn viele Tulpen, Narzissen und Co. stammen aus Klimazonen, welche bei uns in 10–20 Jahren vorherrschen werden. Die bei uns so beliebte Tulpe gelangte aus Persien nach Holland, die Weinberg-Traubenhyazinthe kommt ursprünglich aus Afghanistan und Pakistan. Die meisten Krokusarten findet man auf dem Balkan und in Kleinasien. Überall dort gibt es zwar noch kalte Winter, aber auch sehr warme trockene Sommermonate. Geophyten sind also richtige Zukunftspflanzen, ein Muss für Ihren Garten – fortschrittlich und zum Dahinschmelzen attraktiv!

Wie wird sich das Klima entwickeln?

Schauen wir uns die wichtigsten Faktoren wie Niederschläge und die Temperaturen an und was das unter anderem für unseren Boden bedeutet.

Die Niederschläge