Sternensaaten - Die Shad'arh Chroniken von Sirius B - V. D. Shadar - E-Book
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Sternensaaten - Die Shad'arh Chroniken von Sirius B E-Book

V. D. Shadar

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Beschreibung

Ich war aufgeregt. Shay’lah und ich waren auf dem Weg zu einer großen Versammlung der Galaktischen Föderation. Es war mein erster Besuch der „Excelsior“, dem Kommandokreuzer, der sich jetzt im Orbit der Erde befindet. Von allen Schiffen der Flotte FA-EN144 waren ebenfalls Vertreter geschickt worden und auch Mitarbeiter von Terra - der "Bodencrew", zu denen Shay’lah und ich gehören -, sind zu diesem Treffen eingeladen. Nach dieser Nacht ist alles anders. Shad'arh tritt eine wilde Reise in Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft an. Da ist zum einen die medizinische Offizierin Larim'ar vom Sirius B-System, die sie in die Geheimnisse der MedBed-Technologie einweiht; zum anderen begegnet sie einem plejadischen Commander, mit dem sie mehr als ihre Botschafterfunktion verbindet. Sie trifft auf weitere Sternenrassen und nicht zuletzt auf die gefährlichen Reptilianer von Alpha Draconis. Welche Rolle spielen sie und andere Sternensaaten bei der Befreiung des Planeten Erde und was hat es mit der extraterrestrischen Besatzung auf sich? Shad'arh taucht tief in die irdische KI-Matrix ein und man fragt sich unwillkürlich: Ist das wirklich nur Science Fiction? _____________________________ V. D. Shadars erste Erinnerungen an extraterrestrische Existenzen setzten in ihrem 19. Lebensjahr ein und dauern weiterhin an. Erst 2021 entschied sie sich – zeitgleich mit den ersten bewussten Kontakten zur Galaktischen Föderation –, darüber in dem vorliegenden Buch „Sternensaaten“ zu schreiben und so die Erinnerung ihrer Leser und die Aktivierung entsprechender DNA Codes zu triggern.

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Veröffentlichungsjahr: 2024

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Inhaltsverzeichnis

I

II

III

IV - Zukunftsvisionen Februar

V

Inzwischen auf Terra

Die Matrix

VI

VII

VIII

S O B E K

IX

X – Familie & Lemurien

Die Konstrukteure von Deneb

XI

Die Zentralrasse der Wingmaker

Glossar

Der Galaktische Kodex

Bibliographie

Danksagung

Über die Autorin

Impressum

Sternensaaten –

Die Shad’arh

Chroniken von

Sirius B

von

V. D. Shadar

ISBN: 979-8-3349-0414-9

Verlag: Phoenix Rising Publishers, independently published

Alle Rechte vorbehalten.

Für alle

Seelengeschwister

& Sternfamilien

I

Ich war aufgeregt. Shay’lah und ich waren auf dem Weg zu einer großen Versammlung. Es war mein erster Besuch der „Excelsior“, dem Kommandoschiff der Galaktischen Föderation, das sich jetzt im Orbit der Erde befindet. Thor Han Eredyon selbst würde eine Rede halten und von allen Schiffen der Flotte FA-EN144 waren Vertreter geschickt worden. Auch Mitarbeiter von Terra waren zu diesem Treffen berufen, zu welchen Shay’lah und ich gehören.

Aufgeregt trifft es nicht ganz. Ich war freudig erregt und vollkommen aus dem Häuschen. Ich hatte seit meiner Jugend Kontakt mit mehreren verschiedenen Sternenrassen und mit 19 Jahren tauchte die erste lebendige Erinnerung an ein Leben auf Sirius B in meinem Bewusstsein auf.

Nun erblicke ich hier so viele verschiedene Spezies, menschliche, humanoide – und vollkommen andersartige. Alle verbreiten dieselben wohlwollenden, freundlichen und positiven Schwingungen. Es ist, als ob man sich auf einem anderen Stern befindet – ein Meer voll der unterschiedlichsten Liebesfrequenzen. Für uns Terraner mutet das fast wie das Paradies an.

Sie alle sind nur aus einem Grund hier: Die Menschheit zu befreien und bei ihrer Bewusstseinsevolution zu unterstützen. Und natürlich den Rest der Galaxis vor atomarer Zerstörung zu bewahren, mit der die Kabale von Terra beinahe großes Unheil angerichtet hätte. Die irdischen Atomwaffen haben das Potenzial, nicht nur gefährliche Gravitationsbewegungen auf dem Planeten auszulösen, sondern die Nuklearwellen und Strahlungen beeinflussen auch das gesamte Sonnensystem sowie die restliche Galaxie und können verheerende Folgen haben. Sie zerstören nicht nur physisch, sondern fragmentieren auch die Seele. Bei Bedrohungen dieser Art wird der Galaktische Rat aktiv und dies war der ursprüngliche Auslöser, um einen Einsatz in diesem Sonnensystem zu genehmigen.

Doch diese Gefahr ist bereits gebannt, selbst wenn die Dunkle Regierung – Terraner – eingesetzt vom Ciakahrr-Imperium und mittlerweile eigene Profitziele auf Kosten der Bevölkerung verfolgend – weiter ihr Unwesen treibt und nach macchiavellistischen Prinzipien die Bevölkerung spaltet, kontrolliert und immer wieder versucht, Kriege für ihre Zwecke anzuzetteln.

Die terranische Menschheit befindet sich davon abgesehen seit Jahrtausenden unter Kontrolle und zunehmender Versklavung durch eine außerirdische, empathielose Rasse, die in uns nicht mehr sieht als niedere Kreaturen, die bestenfalls als Arbeiter und Laborratten für genetische Experimente und neue hybride Züchtungen taugen. Wir dienen ihnen auch als schmackhaftes Futter – vor allem, wenn man uns so terrorisiert und foltert, dass ein bestimmtes Hormon namens Adrenochrome gebildet wird, das ihnen ganz besonders mundet. Je jünger dieser Mensch ist, desto besser – dann ist nicht nur das Blut deliziös, sondern auch das Fleisch noch zart und saftig.

Junge Menschen schütten während großer Angst- und Schmerzattacken besonders viel dieses Hormons aus, das dann anderen zur körperlichen Verjüngung dient.

Kinder werden regelmäßig und in immer größerem Umfang bis zu ihrem 12. Lebensjahr abgeerntet. Damit das unter den Menschen nicht auffällt und unnötigerweise eine Rebellion auslöst, sorgt man für einen explosionsartigen Bevölkerungszuwachs vor allem in armen Ländern, in welchen keine oder eine schlecht funktionierende, korrupte Sicherheitsstruktur vorherrscht. Nach vermissten Kindern wird dort nur selten gesucht; Eltern sind hilflos und alleingelassen in ihrer Verzweiflung. Doch passiert dies nicht nur in sogenannten Dritte-Welt-Ländern, es existieren sehr effiziente Kinderhändlerringe überall auf Terra.

Des weiteren bieten die verschiedenen Menschenrassen einen interessanten Genpool, mit dem man wunderbar experimentieren kann. In aller Ruhe werden Verfahren entwickelt, um Menschen zu züchten, die eine maximale Genausbeute ermöglichten - eine wertvolle, lebenserhaltende und –verjüngende Substanz, die es gewährleistet, einen Körper über Zehntausende von Jahren jung und voll funktionsfähig zu erhalten. Das ist es, was ein Volk interessiert, wenn es schon alles andere hat – Macht, Reichtum, unglaublich fortgeschrittene Technologie und die Möglichkeit, überall ins Universum zu reisen. Dann zählt nur noch das ewige Leben.

Menschliche DNA wird zu ganz unterschiedlichen Zwecken mit dem Erbgut anderer Sternenrassen gekreuzt. Da geht es zum Einen darum, perfekt folgsame Arbeiter oder Soldaten zu erschaffen. Ein weiteres Projekt ist die Kreation eines Hybriden, den die Dracos oder Nebu als Wirtskörper nutzen können.

Die Erde ist ein sehr lukrativer Ernteplanet. Die Produktion wurde in den letzten Jahrzehnten extrem hochgefahren, um das Maximum an menschlichem Genmaterial abzuschöpfen und dann in eine neue Phase der Versklavung einzutreten, bei der der menschliche Geist unter der Kontrolle einer KI nutzbar gemacht wird. Dieses Unterfangen ist zeitkritisch, denn die Erde bereitet sich auf den Sprung in die fünfte Dimension vor. Geht die Menschheit mit, ist der Planet für ihre derzeitigen dunklen Herrscher verloren.

In den letzten 30 Erdenjahren sind immer mehr Gäste von anderen Planeten, die sich aus Mitgefühl und dem Wunsch zu helfen für ein Menschenleben auf Terra entschieden haben, aufgewacht. Manche mehr, manche halb, manche weniger. Sie beginnen mehr oder weniger bewusst ihren Dienst und inspirieren andere. Der Schrei nach Hilfe wurde lauter. Und dieser Ruf wurde erhört.

Seit einigen Monaten sind so viele Kommandoschiffe sowohl im Orbit der Erde als auch im restlichen Sonnensystem – besonders bei Venus und den Jupitermonden - und der Oortschen Wolke anwesend wie nie zuvor. Ihre Größe reicht von wenigen Metern bis zu Kilometerlängen. Manche – wie das Sphärenschiff der Zentralrasse in der Oortschen Wolke - haben die Größe von Monden und kleinen Planeten. Das ist durchaus angebracht, denn es gilt viele Nester auszuheben. Nicht nur auf der Erde, sondern auch auf Mond, Mars und Saturn gibt es Basen der Herrscher von Terra, den Dracos, die von Alpha Draconis stammen. Sie haben Verbündete wie die Greys oder die Arachniden, und sie haben Arbeiter wie die Drohnen von Zeta Reticuli. Sie haben willige und zahlungskräftige Kunden in anderen Sternsystemen, an die sie ihre „Ware“ verkaufen, um ihr Territorium weiter zu vergrößern.

Die Flotte der Galaktischen Föderation unterstützt nach besten Kräften den anstehenden Bewusstseinssprung mit Hilfe von Projektoren, die die kosmische Strahlung aus dem Galaktischen Zentrum und den damit verbundenen Sonnen verstärken. Die Menschen und inkarnierten Sternensaaten, die sich hilfesuchend an sie wenden, werden erhört und es wird Kontakt in den verschiedensten Formen aufgenommen. In telepathischer oder direkter Zusammenarbeit mit einigen sind Blogs und Internetseiten entstanden, die Aufklärung, Trost, Mut und Motivation spenden. Für den Notfall stehen Evakuierungsschiffe bereit.

Denn wir sind Menschen und die menschliche Rasse hat ihren Ursprung in Lyra. Vor Äonen, als der Krieg mit den Dracos begann und sie eine Invasion in jenes Sternsystem starteten, begannen die dortigen Menschen auszuwandern in andere Systeme. Dazu gehören die Plejaden, Sirius, Antares, Arkturus, Prokyon, Tau Ceti und im weiteren Verlauf noch andere Sonnensysteme wie zum Beispiel Marduk, ein Planet, der inzwischen zerstört ist und den Asteroidengürtel in unserem Sonnensystem bildet. Die dortigen Humanoiden siedelten nach Nibiru um, ein weiterer Planet, der um unsere Sonne kreist mit einer Umlaufbahn, die 3600 Jahre benötigt. Die Annunaki, wie sie sich nennen, waren maßgeblich an der Schöpfung und Entwicklung der irdischen Menschen beteiligt. Sie und die anderen hier genannten Sternenvölker bilden unsere Gengrundlagen – es sind insgesamt 22 verschiedene außerirdische Rassen.

Nun bin ich also hier auf der XL6, sehe Reptilianer, Mantiden, Insektoiden, Menschen, Humanoide und komme aus dem Staunen nicht heraus. Wir, Shay’lah und ich, betreten den riesigen Besprechungssaal, der sich schon ziemlich gefüllt hat. Rechts des Durchgangs sehe ich in circa 30 Meter Entfernung eine Art Podest, auf dem sich bereits eine kleine Gruppe verschiedener Kapitäne eingefunden hat und sich intensiv unterhält. Unter ihnen entdecke und erkenne ich instinktiv Ashtar Sheran. Obwohl ich ihn noch nie gesehen habe, überstrahlt seine Aura den ganzen Raum. Er hat eine unwiderstehliche Präsenz und kraftvolle Ausstrahlung, die mich sofort in seinen Bann zieht. Dabei hat er noch kein einziges Wort an die Versammelten gerichtet. Unglaublich!

Fast widerwillig reiße ich meinen Blick von ihm los und lasse ihn weiter über die Anwesenden schweifen, während Shay’lah ihren Gefährten begrüßt, der bereits auf uns gewartet hat. Auch ich grüße ihn voller Freude, obwohl wir uns noch nicht kennen. Lächelnd beobachtet er mich, während wir uns ein Plätzchen suchen und den Eingang für noch Eintreffende räumen. Er führt uns auf die andere Seite gegenüber des Eingangsportals, wo es noch freie Stehplätze gibt und wir außerdem einen guten Überblick haben. Er weiß, dass das wichtig für mich ist, denn ich bin nicht nur hier, um Ashtar Sheran zu sehen, sondern auch jemand ganz Bestimmten von den Plejaden. Jemand, von dem ich gelesen habe und den ich bisher noch nicht persönlich kenne – zumindest glaube ich das. Was seltsam ist, denn ich spüre ein magisches Band der geschlechtlichen Anziehung, das mich vollkommen überraschend getroffen hat und ich mir nicht erklären kann. Obwohl ich das bereits früher erlebt habe, ist es mir seit vielen Jahren nicht mehr passiert – und das letzte Mal hatte ich es einfach ins Reich der Fantasie verbannt. Umso mehr traf es mich diesmal aus heiterem Himmel, unbeabsichtigt und total unvorbereitet. Es schockierte mich so sehr, dass ich es sofort von mir stieß und aus meinen Gedanken verbannte...

Plötzlich entsteht ein kleines Getümmel am Eingang. Jemand ist eingetreten und wird sofort von mehreren Anwesenden umringt und freudig begrüßt. Er ist ungefähr zwei Meter groß, dunkelbraune kurze Haare, blaue Kommandouniform. Der Ankömmling gehört eindeutig zu den Streitkräften des diplomatischen Kommandos.

Ich beobachte die Szene. Hände werden geschüttelt, Schulterklopfen, eine Umarmung. Strahlende Gesichter. Ein amüsiertes Lachen tönt zu uns herüber. Was genau geredet wird, kann ich zwischen den überall geführten Unterhaltungen nicht heraus hören. Doch dann wendet sich der Begrüßte um und ich blicke in sein Gesicht. Unwillkürlich halte ich den Atem an und ich spüre deutlich, wie mein Herz einen Moment aussetzt. Das ist er. Das ist Ukeron.

Sein Blick streift mich und bleibt einen Moment an mir hängen. Seine hellblauen Augen bekommen einen leicht überraschten und fragenden Ausdruck. Ich kann nichts weiter als ihn fasziniert anstarren. Dann spricht ihn einer seiner Gefährten an und er wendet sich ihm zu. Ich bin weder zu einer Bewegung noch zu einer Äußerung fähig, sondern sauge nur weiter jede seiner Aktionen auf.

Shay’lah holt mich mit einer frotzelnden Bemerkung wieder ins Leben zurück. Sie und ihr Partner grinsen über das ganze Gesicht; sie wissen genau, was die Stunde geschlagen hat. Ich muss unwillkürlich in ihr Lachen einstimmen, drehe mich halb zu ihnen und lasse ihren wohlmeinenden Spott keine Spur verlegen über mich ergehen. Aus dem Augenwinkel nehme ich wahr, dass Ukeron ein zweites Mal zu mir herüber schaut, während er sich weiter unterhält - was mich schon wieder in Aufregung versetzt. Ich habe offenbar sein Interesse geweckt.

Eine Art Flötengong ertönt. Die Versammlung beginnt. Ukeron bewegt sich in Richtung Podest, da auch er heute hier sprechen wird. Ashtar Sheran tritt einen Schritt vor, mit einer angenehm tief klingenden Stimme begrüßt er ruhig und zentriert offiziell alle Eingetroffenen.

Ashtar ist ein Titel. Ashtar Sheran ist der Oberbefehlshaber des Galaktischen Ashtar Commands, das aus dem Sirius-System stammt und für rein militärische Aktionen zuständig ist. Er nimmt niemals zivilen Kontakt auf, und selbst unter innerhalb der Galaktischen Föderation haben nur sehr wenige die Ehre eines persönlichen Umgangs.

Wir alle lauschen gespannt. Er gibt einen Überblick über die letzten Aktionen, Verhandlungen und Deportationen, als auch die nächsten Schritte. Ashtar Sheran berichtet in seiner Funktion als Abgesandter von Arkturus und gibt ebenfalls Einblick in spezielle Themen rund um das Jupiter Kommando, wo sich die Basis des Ashtar Commands befindet. Nach und nach treten alle Commander auf der Bühne vor und berichten entsprechend ihrer Armeezugehörigkeit - als auch von den besonderen Projekten der jeweiligen Sonnensysteme, aus denen sie stammen.

Als Ukeron vortritt, spitze ich meine Ohren ganz besonders. Er hat eine Doppelfunktion als Commander der Galaktischen Föderation als auch direktes Mitglied des Ashtar Commands1 und vertritt plejadische Interessen des königlichen Regierungsrates T’Mars. Nun weiß ich, dass er auf jeden Fall der richtige Ansprechpartner für mich ist.

Die neu ernannten Vertreter von Terra, zu denen ich gehöre, erhalten ihre Zuweisung und Missionen. Bisher hatte ich nur eine Einladung erhalten, der ich gefolgt bin, ohne zu wissen, was mich erwartet. Ich staune nicht schlecht, als ein ernster arkturianischer Offizier mit einem sympathischen Strahlen in den dunkelblauen Augen – urplötzlich blitzt das Bild eines römischen Legionärs in mir auf und ich spüre wieder die tiefe Liebe zu Rom, seinem Militär und das Gefühl von Zuhause – an mich herantritt und mir einen versiegelten Umschlag überreicht. „Willkommen, Botschafterin“, sagt er mit einer sonoren und hochoffiziell klingenden Stimme. „Ihr Kontakt wird sich alsbald in Verbindung setzen.“ Bevor ich ihn fragen kann, wer das denn sein wird, ist er schon weiter gegangen. Verdutzt starre ich erst ihm nach, dann auf den Brief, dann Shay’lah an. Sie lacht und meint: „Das war bei mir genauso. Du wirst sicher nachher angesprochen werden. Mach doch mal auf. Ich bin gespannt, wo du eingesetzt wirst. Vielleicht arbeiten wir ja zusammen.“

Ich breche das Siegel und öffne den Umschlag. Die Karte, die zum Vorschein kommt, sieht edel aus und macht viel her. Die schnörkelige Schrift ist in Gold auf weißem Grund. Dort steht mein voller Name – sowohl mein irdischer als auch mein sirianischer! Ich bin schon wieder baff – woher wissen die das bloß?! Unter demselben lautet der Text:

Botschafterin

Division Aufklärung & Beobachtung

Diplomatie Korps

Deltakommando Ukeron Dan Nua’din

Oberkommando Sirius

„Woooow“, ist alles, was ich denken und sagen kann.

„Zeig mal“, meint Shay’lah, und ich reiche ihr die Karte. „Oooh“, sagt sie dann etwas enttäuscht, „schade. Ich bin beim Evakuierungskommando, das zur Excelsior gehört. Da werden wir uns wohl in nächster Zeit nicht allzu oft sehen. Doch ich freue mich sehr für dich und deine Aufgabe.“ Und einen kurzen Moment später: „Da bist du ja genau im richtigen Kommando untergekommen.“ Sie grinst süffisant.

„Ja, das denke ich auch“, erwidere ich und grinse zurück. Ihr Lebensgefährte Velos Sian, ein Mischling aus dem Orion-System, verdreht gespielt genervt die Augen.

Ich schaue mich um und stelle fest, dass viele bereits den Saal wieder verlassen, in lebhafte Gespräche vertieft. Suchend finde ich auch Ukeron, der sich ebenfalls Richtung Ausgang bewegt, wieder in Begleitung mehrerer Offiziere.

In mir reift spontan ein Entschluss heran, der völlig untypisch für mich ist. Aber seit ich auf diesem Schiff bin, habe ich ohnehin das Gefühl, mich verändert und bestimmte irdische Verhaltensweisen einfach so abgelegt zu haben.

„Entschuldigt mich“, meine ich zu meinen beiden Begleitern. Ohne ihre Antwort abzuwarten, setze ich mich in Bewegung und steuere direkt auf den Delta Commander zu. Er ist schon bei der Tür, als ich ihn erreiche, noch immer mit geneigtem Haupt einer weiblichen Offizierin aufmerksam zuhörend. Als ich ihnen schon fast auf den Füßen stehe, blickt Ukeron auf und sieht mich an. Diese Augen! Doch ich reiße mich zusammen, lächele ihn an und beginne: „Ich bitte um Verzeihung für diese Störung. Aber hätten Sie wohl später einen Moment Zeit für mich?“

Er sieht mich wieder so überrascht und fragend an und sagt einen Augenblick lang gar nichts. Dann sieht er den Umschlag in meiner Hand. „Sie sind eine der neuen Botschafterinnen unter meinem Kommando“, meint er – und lächelt. Die plejadische Offizierin neben ihm räuspert sich und wendet sich freundlich, aber bestimmt an mich: „Es wird gleich jemand zu Ihnen kommen und alles weitere erläutern.“

Bevor ich antworten kann, meldet sich Ukeron schon wieder zu Wort. „Es ist in Ordnung, Ninja. Ich kümmere mich darum. Wir sprechen später weiter. Übernehmen Sie solange die Brücke, Nummer Eins.“ Die erste Offizierin schaut ihn leicht verwundert an und zögert einen Moment. Dann wird ihr Gesichtsausdruck offiziell: „Aye, Captain.“ Sie dreht sich um und marschiert davon.

Sein Blick richtet sich wieder auf mich. Freundlich und ruhig, und doch liegt etwas Abwartendes und leise Gespanntes verborgen hinter seinen Augen. „Er spürt etwas genau wie ich“, denke ich.

„Wollen wir in die Offiziersmesse gehen?“, fragt er mich. „Dort können wir uns besser unterhalten.“

„Ja,“ erwidere ich dankbar. Ich hatte mir meine weiteren Schritte nicht überlegt. „Das ist eine gute Idee.“

Wir setzen uns in Gang. „Sie wollen also mehr über ihre zukünftige Aufgabe erfahren?“, knüpft er den Gesprächsfaden weiter. „Ja, das auch“, erwidere ich schnell und spontan. Ich nehme ja wirklich kein Blatt vor den Mund, denke ich im Stillen. Ich spüre, wie wieder sein Blick auf mir ruht. Ich hebe meinen Kopf und schaue zurück.

„Auch?“ Seine klangvoll tiefe Stimme zieht das Wort bewusst in die Länge, seine rechte Augenbraue hebt sich leicht. Ein Lächeln umspielt seine Lippen und ein neugieriger Ausdruck erscheint in seinen warmen Augen, die mich so intensiv mustern.

Meine Mundwinkel verziehen sich weiter nach oben. Ich halte seinem Schauen stand und weiche innerlich nicht aus oder zurück. Woher kommt nur auf einmal dieser Mut in mir? Nie vorher in meinem Leben bin ich so frei, entschlossen und zielstrebig auf einen Mann zugegangen.

Ein paar Augenblicke später erreichen wir schon die Schiffskantine. Ukeron geht voraus und sucht uns einen freien Tisch etwas abseits. Auf dem Weg dorthin wird er wiederum von vielen begrüßt, durch ein erkennendes Kopfnicken, „Guten Appetit, Sir“ oder „Hallo, Captain“. Doch diesmal hält uns niemand auf und es ist auch nicht ungewöhnlich, dass er in Begleitung eines unbekannten Föderationsmitglieds unterwegs ist. Ich ernte ebenfalls freundliche Blicke, ohne direkt angesprochen zu werden.

Wir setzen uns und dann herrscht einen Moment lang Stille. Hunger haben wir beide keinen, deshalb taucht diese Frage gar nicht erst auf. Er überlässt mir das erste Wort und wartet geduldig, sein Blick auf mir gleich intensiv. Das vermittelt mir ein Gefühl von uneingeschränktem Akzeptiertsein und mehr; es liegt großer Respekt vor dem Wesen, das ich bin, darin. Das, was er mir wortlos vermittelt, gibt mir Sicherheit – nun weiß ich, warum ich auf einmal so mutig bin – und gleichzeitig geht es mir unter die Haut und verstärkt das unsichtbare Band zwischen uns, das ich so stark und unumstößlich spüre. Ich wünschte, auch wir Terraner könnten alle auf dieser Basis miteinander umgehen...

Plötzlich weiß ich, dass er diese Anziehung genauso spürt wie ich – ich hätte nicht sagen können, woher. Ich weiß es einfach. Ich denke nicht weiter darüber nach, welche Worte ich wählen soll, sondern sage das, was mir gerade in den Kopf schießt: „Commander Ukeron, natürlich würde ich sehr gern mehr darüber erfahren, wie meine Aufgabe und die zukünftige Zusammenarbeit mit der Galaktischen Föderation aussieht und ich freue mich unglaublich darauf. Seit Jahrzehnten habe ich mir nichts mehr gewünscht, als Kontakt zu anderen Sternenrassen zu haben und selbst im All herum zu fliegen,“ – an dieser Stelle grinse ich und er schmunzelt zurück – „und natürlich hatte ich auch Kontakt – in Form von Erinnerungen, Träumen und Fantasien. Nur eben leider nie etwas Greifbares.

Wie auch immer, für mich hat sich zu keinem Zeitpunkt die Frage gestellt, ob es euch gibt. Es war allzeit ein fest und unerschütterlich in mir verankertes Wissen. Ebenso ist der hohe Moralkodex für mich wie die Luft zum Atmen und auch genauso selbstverständlich und natürlich. Damit bin ich oft auf Unverständnis gestoßen und es hat in meinem Erdenleben oft zu Verletzungen und Enttäuschungen geführt, die mir überhaupt erst klar machten, dass dieses hohe Gut – zumindest auf der Erde – eben keine Selbstverständlichkeit ist und viele noch nicht einmal verstehen, warum ich manchmal anders als die Allgemeinheit handle. In meinem mühevollen und recht fruchtlosen Bestreben, dazu zu gehören oder zumindest erfolgreich mein Leben auf Terra zu bestreiten, bin ich sogar eine Zeit lang von diesem ethischen Index abgewichen und erst vor kurzem wieder auf die Spur gekommen. Alles, was mir die Abweichung gebracht hat, war ein längerer Umweg, den ich mir vielleicht hätte sparen können... Aber dann hätten mir wohl auch die Erkenntnisse dazu gefehlt.

Fast mein ganzes Leben habe ich mich fremd unter den Menschen gefühlt. Wie ein Fremder in meiner eigenen Familie. Keine meiner Bestrebungen, ein anerkanntes und beliebtes Mitglied der menschlichen Gesellschaft zu sein, trug Früchte. Nur als Arbeitstier und Steuerzahler war ich willkommen. Das gipfelte in einem emotionalen, fast 15 Jahre andauernden Rückzug, Isolation und Eremitendasein, während dem es sich außer um das Verdienen des Lebensunterhalts nur um spirituelle Weiterentwicklung drehte. Es ging manchmal quälend langsam vorwärts.

Eine seltsame Mischung aus Loslassen von Wünschen und gewissen Vorstellungen, das Freigeben der Menschen, die mir nahestehen und deren Freundschaft und Liebe mit bestimmten Erwartungen meinerseits gekoppelt war fühlte sich zuerst so an, als würde ich noch einsamer und abgekoppelter vom Leben sein. Dies entpuppte sich jedoch als eine illusionäre Befürchtung. Was tatsächlich passiert ist, dass ich zunehmende Freiheit und Weite in mir spüre und ich mehr und mehr zu der Liebe finde, die das Leben als Ganzes liebt, ohne Bedingungen und Erwartungen, aber durchaus mit Hoffnung. – Ich glaube an die Menschheit.“

Abrupt breche ich meinen Redefluss ab. Das alles wollte ich gar nicht sagen, wie komme ich denn dazu? Die Worte sind einfach aus mir heraus gesprudelt und haben sich von selbst aneinander gereiht. Jeder einzelne Satz macht Sinn und entspricht der Wahrheit, ohne dass ich darüber nachgedacht hätte. Erstaunt, aber ohne Scham, sehe ich Ukeron an. Er blickt mich ernst und zugleich mit uneingeschränktem Wohlwollen an – ich erkenne Ehrfurcht in seinen blauen Augenseen, was mich tief berührt. Ein Teil von mir weiß, dass dies ein Ausdruck normalen Umgangs zwischen liebevollen Lebewesen ist – und doch habe ich es in diesem Leben bisher nicht erfahren. Dieser Blick bringt Saiten in mir zum Klingen, die tief in mir verborgen schlummerten. Es ist, als ob er meine Seele aus dem Tiefschlaf erweckt. Allein für diesen Blick, den er mir schenkt, könnte ich vor lauter Dankbarkeit auf die Knie fallen. Gleichzeitig weiß ich, das ist das Reich, aus dem ich komme. Ich bin auf dem Weg nach Hause. Mein Herz beginnt zu hüpfen – endlich, endlich, ENDLICH bin ich da angekommen, wo ich hingehöre. Ein einziger solcher Augenausdruck kann für jeden Menschen auf Erden den Motor wieder anschmeißen und genug Energie geben, die Bewusstseinsentwicklung wieder aufzunehmen, die sich manchmal wie eine Last anfühlt. Es ist wie Red Bull hoch zehntausend.

Es gehen gerade so viele lang verschlossene Türen in mir auf, verbunden mit starken und überwältigenden Gefühlen, dass ich unfähig bin, weiter zu sprechen. Ukeron nimmt sehr genau wahr, was mit mir passiert und ergreift das Wort, um mir Zeit zu geben.

„Shad’arh, das ist der Grund, warum du heute hier bist“. Nur am Rande bemerke ich, dass er zum persönlichen Du übergegangen ist und meinen wahren Namen kennt. “Nur wenige haben den Mut und die Ausdauer, sich nach dem Durchqueren des Schleiers in eine niedrig schwingende Welt zurück zu einem gewissen Bewusstheitsgrad zu kämpfen. Manche haben sich Weckrufe eingebaut, um es sich etwas leichter zu machen. Du nicht. Du hast dir das Meiste Stück für Stück erkämpft und dir nur eine solide moralische Basis mitgenommen. Ich kann deinem Weg gar nicht genug Bewunderung zollen. Du bist eine wahre Kriegerin des Lichts und wir sind mehr als nur dankbar, dass du nun der Flotte deine Dienste zur Verfügung stellst. Du hast dich schon vor deiner Inkarnation dazu entschieden und diese Erinnerung wird sicher bald in deinem Bewusstsein auftauchen.“ Er hält kurz inne.

„Daher kennen wir uns auch“, fügt er leise an und beantwortet damit meine Frage, die seit dem ersten Augenkontakt zwischen uns groß im Raum steht.

„Übrigens ist Ukeron ist eine Titelbezeichnung auf lyranisch und bedeutet Commander“, erläutert er mir. „Mein eigentlicher Name lautet Daenys-yen Dan Nua’din.“ In meinem Kopf macht es Klick. Diesen Namen kenne ich.

Dann fährt er langsam, jetzt wieder etwas lauter und betont fort.

„Die Rolle des Botschafters ist eine verantwortungsvolle und alle Gesandten der Föderation genießen deshalb besondere Privilegien. Du hast die Form deiner Tätigkeit und wie du sie auf Terra ausüben willst, bereits gewählt, als du deiner inneren Berufung gefolgt bist. Da du zwei Aufgaben erfüllst, hast du dich auch für mehrere Berufe entschieden, die sich mehr und mehr zusammenfügen werden. Egal, wie du die Botschaften vermittelst, die Menschen, die aufwachen wollen, werden den Weg zu dir finden. Du kannst sie direkt im persönlichen Kontakt oder indirekt mit deinen Büchern und Schriften inspirieren. Ich finde die Idee des Blogs sehr ansprechend – du wirst da noch sehr viel klarer und eindeutiger werden.“

Ich bin schon nicht mehr überrascht, dass er selbst von Dingen weiß, über die ich noch nicht einmal gesprochen habe.

„Nichts ist im Moment wichtiger, als den Terranern beim Erwachen zu helfen. Du übst deine Mission bereits aus. Das heißt, ich habe dir nicht viel Neues über deine Aufgaben zu erzählen. Es wird nur alles ab jetzt sehr viel intensiver und lebendiger werden. Denn du holst dir Stück für Stück dein Leben zurück – und nimmst dabei auch diejenigen mit, die sich ebenso dafür entschlossen haben. Dein Umfeld wird sich bald radikal verändern. Da Terra sich zunehmend in der fünften Dimension bewegt, wird sich auch deine Erinnerung beschleunigen. Du wirst die Einsamkeit und das Gefühl des Abgeschnittenseins bald für immer hinter dir lassen.“

Es folgt eine kleine Pause und wieder leise fügt er an: „Ich freue mich sehr für dich.“

Ich habe ihm aufmerksam gelauscht und bin ihm dankbar für die Zeit, die er mir durch seine Worte verschafft hat, damit ich wieder zurück in meine Mitte kommen kann. Sein letzter Satz vibriert in einer vollkommen anderen Tonlage und während er vorher Blickkontakt gehalten hat, schweifen seine Augen nun ab in den Raum um uns herum. Ich weiß, warum.

„Daenys-yen“, spreche ich ihn an, fordere seine Aufmerksamkeit und warte, bis er mich wieder ansieht. Als er meinen Blick bemerkt, funkelt etwas erfreut in ihm auf.

Ich suche nach Worten. Wie sage ich es ihm? Und einen Moment später findet sich wieder alles in meinem Mund wie von selbst. „Ich habe Gefühle, die sich durch das bisher Gesagte nicht erklären lassen.“ Ich blicke ihm tief in diese wunderbaren, reinen Augen und suche nach dem Widerhall dessen, was ich so unerschütterlich für ihn empfinde, abseits menschlichen Miteinanders. „Ich fühle mich zu dir hingezogen und das hat absolut nichts mit meinen Aufgaben hier zu tun. Da ist eine Verbindung zwischen uns, die weit darüber hinaus geht.“ Stille.

Er braucht nicht zu antworten, denn seine Augen sagen alles. Ich lese in ihm wie in einem Buch. So, wie er wohl auch in mir. Sprache wird maßlos überschätzt.

Seine Pupillen werden weit und es entströmt ihnen ein Licht, das mich umhüllt und umarmt. Es ist, als ob er einen Schleier zurückgeschoben hätte und nun ergießt sich ein wunderbarer Strom aus Liebe aus ihnen, voller Verehrung und Freude. Ich habe so etwas noch nie gesehen. Mir fehlen die Worte, auch nur annähernd zu beschreiben, was das in mir auslöst. Ich spüre unendliche Dankbarkeit, unsagbare Freude darüber, dass meine Gefühle erwidert werden – und Liebe ohne Grenzen. Liebe, die sich verströmen, teilen und vereinigen will.

Ich kann nicht sagen, was wir hatten. Ich erinnere mich nicht. Doch das Band der Gefühle blieb erhalten.

Ich habe keine Ahnung, wie lange wir einfach nur so da sitzen und uns mit unseren Blicken umfangen. Unmerklich haben sich unsere Köpfe einander genähert und plötzlich erwacht der starke Wunsch in mir, seine Lippen mit den meinen zu berühren. Ihn zu berühren. Seine Haut, sein Gesicht, sein Haar. Die Sehnsucht nach Verschmelzung wird größer und erzeugt ein körperliches Ziehen.

Als sich meine Hand nach ihm ausstreckt, ergreift er sie mit seinen beiden und umschließt sie liebevoll. Führt sie nahe an seinen Mund.

Leise fragt er: „Du wählst mich also erneut?“

Ich weiß, dass diese Worte wahr sind, in dem Augenblick, in dem er sie ausspricht. Wir waren bereits früher ein Paar.

Ich lächele und sage ja.

Ein Pfeifton reißt uns schlagartig aus dem kostbaren Moment.

Es ist der Kommunikationschip des Commanders. Für den Bruchteil einer Sekunde sieht Ukeron verwirrt aus, dann drückt er den Aktivator. „Ukeron hier“, meldet er sich und klingt schon wieder fast ganz wie der Kommandant, der er ist.

„Captain, Ninja hier“, meldet sich sein erster Offizier. „Wir haben neue Befehle erhalten. Code 00. Ihre Anwesenheit auf der Brücke ist erforderlich.“

„Ich bin auf dem Weg. Schicken Sie die Nachricht in mein Quartier“, antwortet er, nun ganz Herr seiner Stimme und förmlich. „Aye, Sir“, kommt prompt die Antwort.

Daenys-yen Dan Nua’din wendet sich wieder mir zu, großes Bedauern im Blick. Noch immer hält er mit einer Hand die meine. Auch er will die Verbindung nicht abbrechen.

„Es tut mir sehr leid“, sagt er und meint es so. Noch immer kann ich Liebe in seinen Augen sehen, wenn er auch bereits damit begonnen hat, sich zu disziplinieren und zu seinen Aufgaben zurück zu kehren.

Ich setze zum Sprechen an: „Ich ha...“ (...be so viele Fragen, wollte ich sagen.)

„Ich weiß“, unterbricht er mich lächelnd. „Es gibt viel, worüber wir sprechen müssen. Da ist so einiges, was dir noch in deiner Erinnerung fehlt. Wir werden Zeit miteinander und füreinander haben.“ Das beruhigt mich. „Ich bringe dich noch zu einem Gleiter, der dich zurück zur Oberfläche bringt. Oder willst du lieber noch mit dem für dich zuständigen Verbindungsoffizier sprechen und Näheres zum Kommando erfahren? Meines Wissens ist derzeit auch ein Wingmaker an Bord der XL6. Vielleicht ist auch mit ihm ein persönliches Treffen möglich.“

Aha, von meiner Verbindung zur Zentralrasse weiß er also auch.

„Ich will auf jeden Fall meinen Verbindungsmann kennenlernen“, sage ich entschieden.

Der Plejader drückt einen ehrfürchtigen und mit Sehnsucht umhauchten Kuss in meine Handfläche, die er bis jetzt umschlossen gehalten hat, und schaut mich dabei an. Schon wieder ein Blick, der mir durch und durch geht, denn er ist ein Versprechen auf mehr.

Dann lässt er meine Hand los.

„Verbindungsfrau“, korrigiert er mich schmunzelnd. „Gut. Dann bleibst du am besten hier. Ich arrangiere das und schicke sie hierher zu dir.“

Er erhebt sich. Ich folge seinem Beispiel. Wir stehen sehr nah beieinander.

„Ich weiß nicht, wann wir uns wiedersehen werden. Vielleicht in ein paar Stunden... Auf jeden Fall bald“, sagt er und ich merke, dass ihn die große körperliche Nähe zwischen uns verwirrt. Auf einmal werde ich mir bewusst, wo wir sind – in aller Öffentlichkeit – und trete einen Schritt beiseite.

„Ich freue mich darauf, Daenys-yen Dan Nua’din“, antworte ich und lache, weil es etwas förmlich klingt und ich unsicher bin, was nun die geeignete Abschiedsform sein könnte. Er lacht ebenfalls und setzt sich in Bewegung, schon wieder ganz Kommandant. „Bis bald, Botschafterin Shad’arh“, dreht sich um und geht zügigen Schrittes Richtung Ausgang und Turbolift. Er muss zurück auf sein Schiff.

Ich sehe ihm nach, glücklich und ein bisschen traurig, ihn schon wieder ziehen lassen zu müssen, bedauernd und sehnsüchtig. Dieses erste Gespräch war viel zu kurz, tausend Fragen kreisen in meinem Kopf und brennen mir auf der Zunge. Eine Weile hänge ich meinen Gedanken nach. Was meint er mit seiner Frage, ob ich ihn erneut wählen würde? Sie hatte fast rituellen Charakter und ich spüre noch immer die große Bedeutung, die darin schwingt. Wenn wir bereits einmal ein Paar waren, wo lebten wir? Wie lange waren wir zusammen und woher kennen wir uns? Wie lange ist all dies her? Von welchem Planeten kommt er? Wie sieht es dort aus? Wer ist seine Familie und was für Bräuche und Sitten haben sie? Fragen über Fragen, doch ich werde mich gedulden müssen...

Ich werde aus meinen Überlegungen gerissen, als jemand an meinen Tisch tritt, und blicke auf. Vor mit steht ein fast ätherisches Wesen mit hellblau-türkisfarbener Haut, schlank und groß und Augen wie Aquamarinkristalle. Dies weibliche Wesen – als das erkenne ich sie, obwohl sie keine Haare hat -, eine Sirianerin, strahlt pure, reine Liebe aus, in der ich mich sofort daheim fühle, und lächelt mich an. Bilder von einem sonnendurchfluteten Meeresstrand und einem sanft wogenden, ebenso türkisfarbenen Ozean unter einem hellblauen, wolkenlosen Himmel steigen in meinem Bewusstsein auf. Ich sehe drei Sonnen, die den Horizont abwandern und spüre ihre wohltuende, erheiternde Wärme. Eine laue Brise streichelt mein Gesicht und ich höre das leise Platschen der kleinen Wellen, die den feinkörnigen, fast weißen Sand massieren und ruhig-gelassen weit ausströmen, bevor ein Teil im Boden versickert und der Großteil wieder zurück in die See eilt. Weiter draußen sehe ich riesige, säulenartige Felsformationen gen Himmel ragen, die wie mit Millionen Diamanten besetzt funkeln und glitzern. Meine nackten Füße fühlen den weichen, warmen Strand und ich höre sphärische Klänge, engelgleich. Nicht aufdringlich, eher wie erhebende Hintergrundmusik, die mein ganzes Wesen in Schwingung versetzt und mich und mein Bewusstsein plötzlich meilenweit auszudehnen scheint. In diesem Moment bin ich einfach nur, mein Denken hat aufgehört und der Moment dehnt sich in Ewigkeit.

„Botschafterin Shad’arh, ich bin Leutnant Larim’ar, Ihr sirianischer Verbindungsoffizier zur Galaktischen Föderation und habe die Ehre, Sie in Ihre neue Aufgabe einzuweisen. Ich freue mich außerordentlich, Ihre Bekanntschaft zu machen“, sagt sie mit sanfter, verbindlicher Stimme, die fremd und zugleich vertraut klingt. Ein seltsamer Akzent liegt in ihrer Aussprache und jeder Ton klingt wie eine Musiknote. Obwohl ihre Worte offiziell zu sein scheinen, liegt so viel Freude in ihnen, dass mein Herz noch weiter aufgeht.

Ich bin in der Ewigkeit und zugleich im Jetzt – ein Paradoxon, das ich mir nicht erklären kann und sich doch vollkommen selbstverständlich anfühlt. Ich springe von meinem Stuhl auf und ohne zu wissen, weshalb ich das tue, verneige ich mich vor ihr. Es entspringt einem dringenden inneren Impuls, meiner Ehrfurcht und Dankbarkeit Ausdruck zu verleihen für die wunderbaren Gefühle und Bilder, die sie gerade in mir ausgelöst hat. Ohne, dass ich das erwartet oder auch nur daran gedacht hätte, neigt auch sie ihr Haupt und ich fühle mich noch mehr empor gehoben.

„Leutnant Larim’ar, ich danke Ihnen sehr und freue mich unendlich, Sie kennen zu lernen!“ Meine ganze Inbrunst liegt in diesem Satz und ich lächele sie dankbar an.

Wir setzen uns und ich blicke sie erwartungsvoll an. Und schon wieder passiert es. Bevor ich überhaupt nachdenke, sprudeln schon die nächsten Worte aus mir heraus: „Larim’ar, Sie sind von Sirius B, nicht wahr?“, frage ich sie. Und bevor sie antworten kann, füge ich hinzu: „Ich ... ich habe lange dort gelebt, stimmt’s? Es gibt bei Sirius ein großes universelles Sternenportal, durch das ich aus einem anderen Universum gekommen bin. Das habe ich mir nicht nur eingebildet, richtig?“

Sie lächelt mich liebevoll an. „Ja, das ist wahr. Wie wunderbar, dass du dir trotz der terranischen Inkarnation in dieser niedrigen Frequenzsphäre ein paar wertvolle Erinnerungen bewahrt und zurück erobert hast! Das, was du gerade mit deinen Inner-Augen gesehen hast, ist ein Ort, der auf einem Planeten namens Sa’man’kahr in der Umlaufbahn von Sirius B existiert. Meinem Heimatplaneten. Und ja, du bist damals von sehr weit her zu uns gestoßen und warst dringend ruhebedürftig... Erinnerst du dich an deine Erfahrung auf Atonar?“, fragt sie mich. Genau wie Daenys-yen Dan Nua’din springt sie nach den formellen ersten Sätzen um zum Du. Ob das üblich ist?, frage ich mich.

„Ja“, erwidere ich atemlos, „die Schuldgefühle von damals haben mich bis in diese Inkarnation verfolgt.“ Ich gehörte damals einer herrschenden Schicht – dem Rat der 12 – an, die verantwortlich dafür war, dass der Planet in die Luft flog, ausgelöst durch globale Vulkanausbrüche, die wir verursacht hatten, weil wir in unserer Hybris glaubten, die Naturgesetze gut genug zu kennen und gezielte Sprengungen veranlassten. Vulkanausbrüche reinigen die planetare Atmosphäre, die zu jenem Zeitpunkt stark verschmutzt war. Gewaltige, unvorgesehene Tsunamis rollten über den Planeten und aufgrund der gravitativen Erschütterungen zerbrach er. Milliarden von Lebensformen wurden ausgelöscht. Dass dies auch für jene Schöpfung ein – schneller und radikaler - Weg war, in eine feinstoffliche Daseinsform aufzusteigen und auf einer höheren Ebene alle inkarnierten Seelen dem zugestimmt hatten, tröstete mich nur wenig und hatte mein Schuldbewusstsein nie lindern können. Selbst die ehrenvolle Aufgabe, die mir dann als einziger Überlebender übertragen wurde, fühlte sich für Äonen eher wie eine Strafe an, denn ich wurde von meinem Volk getrennt, das in seiner Heimatdimension verblieb. Später kamen viele dieser Seelen ebenfalls nach Terra, denn ihr drohte eine ähnliche Zeitlinie und wir sind da, um das möglichst zu verhindern.

Ich wurde in die Milchstraße dieses Universums geschickt, um die Lehren der Liebe zu verbreiten – und was passiert, wenn man Wille statt Liebe an erste Stelle setzt. Trotzdem bin ich noch ungezählte Male in etlichen Leben in dieselbe oder eine ähnliche Falle getreten – viele davon hier auf Erden. Erst jetzt, am Scheidepunkt zwischen dritter und fünfter Dimension und dem großen Erwachen auf Terra – erst jetzt scheint sich diese Schuld in mir zu tilgen.

„Bist du sie jetzt los?“

„Ja, bin ich“, stelle ich überrascht und sehr erleichtert fest.

„Das ist gut“, lächelt die Sirianerin, „ es wurde höchste Zeit, dass du diese selbstauferlegte Bürde ablegst. Du hast gelernt, dir selbst zu verzeihen.“

Ich sage erfreut: „Das Erstaunliche ist, dass ich dadurch nun besser die höheren Zusammenhänge begreife. Das war vorher nicht möglich, obwohl ich von den Gesetzmäßigkeiten wusste. Ich anerkenne und akzeptiere jetzt endlich, dass alle zu allem ja gesagt haben, weil jedem Beteiligten – aus unterschiedlichen Gründen und Aspekten, die jeweilige Erfahrung wichtig war. Jeder Einzelne hat sich frei dazu entschieden, auch wenn die Erinnerung daran nicht mehr bewusst war – und erst wieder bewusst wurde, als sie aufgestiegen waren.“

„So ist es“, antwortet Leutnant Larim’ar. „Jetzt weißt du, warum du hier auf Terra bist, oder?“

„Was meine eigene Entwicklung angeht, ja,“ meine ich. „Offenbar brauchte ich genau diese Bühne, um ein paar wirklich alte, verdrehte emotionale Muster los zu werden...“

„Ja, in höheren Dimensionen sind solche Knoten nicht mehr möglich. Du hättest sie dort nicht lösen können beziehungsweise hätten sie sich sofort aufgelöst. So einfach wolltest du es aber nicht“, schmunzelt sie. „Du warst schon immer sehr gründlich und wolltest alle Untiefen ausloten. Erkennst du das Entscheidende?“

„Ich schwor mir damals, nie wieder Macht zu missbrauchen,“ erwidere ich. „In meinem Unterbewusstsein kam allerdings an: Nie wieder Macht.“

„Du kannst deine Macht, deine Schöpferkraft, noch nicht wieder fühlen, oder?“

Mein Blick senkt sich. „Nein“, gestehe ich kleinlaut, „ich fühle mich noch immer nicht ganz als ich selbst.“

Dann schaue ich wieder auf und blicke sie amüsiert und gleichzeitig etwas säuerlich an: „Wenn du mir das vor ein paar Jahren gesagt hättest, hätte ich den Entschluss zu dieser Gründlichkeit heftigst dementiert und das Leben auf der Erde am liebsten sofort verlassen. Weißt du, wie oft ich aufgegeben habe? Wie oft ich alle Hoffnung verlor? Schon als Kind von zuhause abgehauen bin? Es gab nur zwei Menschen, die mich letztlich aufgefangen und gehalten haben – und ohne sie wäre ich heute wahrscheinlich nicht mehr hier. Ohne Hilfe hätte ich es nicht geschafft, wäre der Aufgabe nicht gewachsen gewesen. Dabei schien sie nicht einmal sonderlich schwer.“

„Fängst du schon wieder an zu bewerten?“ Larim’ar sieht mich ernst an. „Jeder, der sich frei für ein Leben in einer so niedrigen Frequenz entscheidet, verdient uneingeschränkte Bewunderung für diesen Mut und Liebesdienst, den er gleichzeitig anderen erweist. Jeder deiner Erfolge, jede deiner gewonnenen Einsichten und Erkenntnisse – alles fließt in ein gemeinsames morphogenetisches Feld, das allen zugute kommt und auf das sie bewusst oder unbewusst zugreifen. So unterstützt jeder Einzelne von euch die Evolution des Bewusstseins. Je höher du in den Dimensionen aufsteigst, desto einfacher wird es, in der Liebe zu bleiben. Je niedriger die Schwingungsfrequenz, desto schwieriger ist es! Verstehst du nun, weshalb es wirklich groß ist, was ihr alle hier tut?“

Wie wahr ihre Worte sind. Ich bin froh, dass Larim’ar mich davon abgehalten hat, schon wieder meine Aufmerksamkeit auf ungesunde und in niedere Gefilde ziehende Gedanken zu lenken und dankbar, dass sie mich an die höhere Wahrheit erinnert.

„Ich bin so unsagbar glücklich, dass du da bist“, sage ich zu ihr. „Es ist, als würde ich zu meiner Familie und mein Zuhause zurückkehren. Nicht, dass ich meine irdische Familie nicht als solche wahrnehme – obwohl ich das tatsächlich lange Zeit lang tat“, beeile ich mich zu erklären, „oder dass die Erde nicht ein wundervoller Planet ist, den ich liebe und von dem ich noch so viel sehen und ihn bereisen möchte – doch diese Form der Vertrautheit, wie ich sie mit dir erlebe und die Erinnerung an Sa’man’kahr wecken eine Sehnsucht in mir, die ich schon resigniert aufgegeben und in mir begraben hatte. Letztendlich kam ich zu dem Schluss, dass es diese Liebe und Vertrautheit auf Terra nicht gibt, obwohl ich insgeheim immer wusste, dass es sie geben muss. Wie sonst könnte ich Sehnsucht danach haben? Ich brauche diese Verbindung – sie ist das Wasser des Lebens für mich.“ Ich spüre der großen Wahrheit in diesem letzten Satz nach. Und auf einmal weiß ich wieder, dass das Meer Sa’man’kahrs genau diese Energie in sich trägt – stärker als die Ozeane Terras. Das mit dem spirituellen Wachstum von Mutter Erde sich auch ihre Meere und Gewässer stärker mit dieser Frequenz verbinden werden.

Genauso klar wird mir, warum ich immer ans Meer will und in der Nähe von Wasser leben wollte – und verstehe nicht, warum ich mich zeit meines Lebens nur im Urlaub und auf Reisen dort aufhielt. Das will und werde ich ändern, verspreche ich mir in Gedanken. Komme, was da wolle.

Ich spüre auch, dass es mir leichter fällt, mein Leben auf der Erde mit all seinen Stolpersteinen anzunehmen und zu akzeptieren in der neu entdeckten, echten und gefühlten Verbindung mit meinen Sternengeschwistern und –familien.

Laut meine ich zu diesem wunderschönen sirianischen Ätherwesen: „Darf ich jetzt wieder öfter zu euch kommen – so richtig, meine ich?“

Larim’ar weiß, was ich meine. „Natürlich. Wann immer du willst. Unsere uralten Bande wieder aufzunehmen, war mein wichtigster Grund, mich als Verbindungsoffizier für dich zu melden. Es geht hier auch um Familienzusammenführung und wir haben dich ebenfalls sehr vermisst“. Sie ergreift meine beiden Hände, legt sie zusammen und ihre vierfingerigen darüber und drückt meine dann leicht und voller Liebe. Ich fühle sie in zärtlichen, behütenden Wellen durch meinen Körper strömen und tauche in sie ein wie in das sa’mar’kahrische Meer, das ich so lange nicht gesehen habe. Voller Dankbarkeit und tiefer Verbundenheit blicke ich sie an und einen Moment herrscht glückliches und einvernehmliches Schweigen.

„Liebe Larim’ar“, setze ich eine Zeit lang später an, „nun bin ich also ein angehendes Mitglied der Galaktischen Föderation und fühle mich zutiefst geehrt, an dieser Mission mit wirken zu dürfen. Wenn mir auch ziemlich klar ist, um was es für mich selbst geht, so stehe ich doch vor einem Rätsel, welche konkrete Aufgabe mir die Galaktische Föderation zugedacht hat?“ Mit großen Fragezeichen in den Augen blicke ich sie an.

Sie lächelt und ich sehe ihre kleinen, eisblauen Zähne.

„Gut, dass du es ansprichst“, lacht sie. „Es ist nicht ganz einfach, denn die Aufgaben sind zeit- und entwicklungsabhängig und verändern sich immer wieder etwas. Daher wird es regelmäßige Treffen zwischen uns geben. Mit „entwicklungsabhängig“ meine ich nicht nur den Fortschritt auf Terra, sondern es hängt auch von deiner eigenen Entwicklung ab. Das Einfache zuerst. Der Lichtbringer in dir tut das schon seit Jahren auf vielerlei Art. Hier geht es besonders und gerade jetzt darum, positive Gedanken und Gefühle in die 3D-Matrix einzuspeisen, um sie schneller aufzulösen. Ein weiterer Aspekt ist das Aufbauen einer 5D-Zeitlinie mit Bildern und Gefühlen, die das widerspiegeln, was du dir für die Erde und die Menschheit wünschst. Lass dabei den Zeitfaktor weg und beginne, in dir diese Zeitlinie zu leben. So trägst du es automatisch immer mehr nach außen und lässt es Wirklichkeit werden. Es wird zunehmend einfacher, weil du bereits begonnen hast, dich zu erinnern, wer du wirklich bist – auch wenn du dein wahres Wesen noch nicht fühlen kannst“, fügt sie eingedenk meines Geständnisses hinzu. „Das wiederum hängt mit dem Download und der Dekodierung der höheren Chakras sowie der 24-Stranghelix zusammen. Außerdem werden seit einiger Zeit die bereits vorhandenen 12 DNA-Stränge reaktiviert. Dadurch tauchen automatisch alle Hindernisse auf, die den Aufstieg verhindern. Es sind vor allem emotionale Blockaden wie zum Beispiel das Opferbewusstsein, die das Fühlen deiner Macht erschweren. “

„Ja, ich spüre bereits Veränderungen,“ berichte ich erfreut. „Ich weiß immer öfter Dinge, die mein Verstand nicht wissen kann. Ich kann plötzlich viel schneller – manchmal sogar schon innerhalb von Minuten - Themen und Knoten lösen, für die ich früher viel länger gebraucht habe! Tage, meist Wochen und Monate – und in manchen Fällen viele Jahre. Auf einmal sind sie von einem Moment zu anderem vom Tisch! So macht der Selbstentwicklungsprozess richtig Spaß!

Das Allerbeste ist, ich kann immer öfter immer mehr Liebe fühlen und ich beginne, meine Verbindung zur Seele stärker wahrzunehmen und zu spüren. Meine gewusste Verbindung zu Selbst und Quelle wird allmählich fühlbar, auch wenn sie noch immer hauptsächlich in meinem Denken existiert“, ergänze ich hoffnungsvoll. „Und weil das so ist, kann ich auch zunehmend mein irdisches Leben vollumfänglich annehmen, selbst mit seinen weniger angenehmen Aspekten. Ich spüre, wie ich mich mehr und mehr der Führung meiner Seele anvertraue, was bedeutet, dass ich akzeptiere, dass sie sich etwas dabei gedacht hat, wenn manches anders ist, als es sich mein Wille wünscht. Ich begreife, dass ich immer mehr loslassen kann und mein Tun zunehmend auf das konzentriere, was mir Freude bereitet und mich mit Leichtigkeit verbindet. Immer öfter habe ich wundervolle Erkenntnisse, die sich fast sofort umsetzen und mit für mich weitreichenden Konsequenzen lange nachwirken. Das sind große innere Schritte für mich.

Ein besonders wichtiger war der, zu erkennen, woher mein größter Schmerz kam. Das Schlimmste für mich war, abgelehnt zu werden. Diese Ablehnung habe ich in Form von Verrat und Betrug erfahren. Vertrauen, das hintergangen wurde. Ich erlebte das Aufreißen dieser Wunde wieder und wieder als Opfer. Die ausschlaggebende Wende trat ein, als ich begann, nach der Ursache des Schmerzes zu forschen – nach dem, was ICH alles ablehne.

Meine eigene Ablehnung erfuhr ich als Spiegel im Außen und vergaß dabei, dass ich es in Gang gesetzt hatte, dass ich der Schöpfer dieser Schleife war.

Es war einfacher, sich als Opfer und nicht als Verursacher und Erschaffer zu sehen.“

Leutnant Larim’ar nickt dazu und fordert mich damit auf, weiter zu sprechen.

„Auch werde ich mir verstärkt der wundervollen Unterstützung durch höherdimensionale Lichtwesen bewusst und viele meiner Bitten werden erhört“, erzähle ich und komme in Begeisterung, was sich alles innerhalb des letzten Jahres verändert hat. „Nicht immer erkenne ich gleich die Antwort und die Lösung. Ich zweifele noch immer an meinen Schöpferkräften, obwohl ich von ihnen überzeugt bin und die damit einhergehende Eigenverantwortung voll und ganz bereit bin einzugehen. Ich bin gerade dabei, Anteile meiner Selbst, die noch emotional im Opferdasein gefangen sind, zu heilen.“ Kurz halte ich inne.

„Wie auch immer empfinde ich es als ein ganz besonderes Geschenk, dass mir da unter die Arme gegriffen wird, wo ich mir selbst und auf mich allein gestellt noch nicht über den Weg traue. Ich freue mich so sehr darüber, weil ich vorher eigentlich noch nie so deutliche Beweise auch in der Außenwelt gesehen habe.“ Dann fällt mir etwas ein.

„Ist es wahr, dass die Erzengel und Elohim zur Zentralrasse gehören?“, frage ich die Sirianerin.

„Es ist wahr“, antwortet sie. „Du wirst bald noch mehr darüber erfahren, glaube ich. Das gehört zu deinem Training bei den Wingmakern. Das Reich der Feen und Elfen auf Terra ist eine ihrer direkten Schöpfungen. Aber das wusstest du bereits, nicht wahr?“

Ich nicke. „Es gibt eine Herzensverbindung von mir zu den Feen – und zu den Dryaden und Laubbäumen im Besonderen“, merke ich an und denke an die Freude und Verspieltheit, mit der mich „meine“ Feen oft beschenken und so manches Mal auch trösten.

„Wir schweifen schon wieder ab“, lacht Lari’mar. „Lass uns über deine aktuelle Botschafterfunktion sprechen.“

Dazwischen begreife ich aus dem Blauen heraus, dass ich seit einigen Wochen ins vertiefte Fühlen meines Herzens komme. Das klingt banal – aber nur, wenn man den Unterschied zwischen Emotionen und Gefühlen kennt. Ich bin ein Empath und habe mich die Hälfte meines Lebens mit Emotionen, meinen und der der anderen, herum geschlagen. Emotionen sind Gefühle, die aus dem Ego entstehen: Verletzung, Ärger, Wut, Hass, Frust, Depression, Angst, Mangel, Arroganz, Hochmut, Begehren, Gier, Machtgelüste, Verachtung, Minderwertigkeit und so weiter und so fort. Mit Fühlen meine ich die Gefühle des Herzens: Alle Aspekte der Liebe, Verbundenheit, Vertrauen, Unschuld, Reinheit, Freude, Gelassenheit, Geduld, Heiterkeit, Ruhe, Frieden, Harmonie, Verbindung und Verbundenheit, Eingebettet- und Behütetsein, Geborgenheit, Zuhause, Vereinigung, echter Kontakt, Sympathie, Zuneigung, Wertschätzung, Achtsamkeit, Akzeptanz, annehmen und empfangen, und so weiter. Noch ist mein Herz nicht stark genug, um auch meinen Verstand dauerhaft auf die Liebe ausgerichtet zu halten, doch es tut sich deutlich spürbar etwas. Ein kleines, großes Wunder für mich.

„Oh ja, bitte“, klinke ich mich wieder in unser Gespräch ein. „Ukeron Dan Nua’din meinte, du könntest mir mehr dazu erzählen.“

„Also“, setzt Larim’ar an und konzentriert sich. „Auch wenn du deine Erkenntnisse und Erfahrungen ins kollektive Menschheitsbewusstsein gibst, ist da mehr, was du tun kannst in der grobstofflichen Dimension. Erzähle deinen Mitmenschen, was du in diesen besonderen Zeiten des Großen Erwachens erlebst, berichte von deinen Wachstums- und Fortschritten. Wie du das umsetzt, bleibt deinen Neigungen überlassen. Ich glaube, du schreibst gerade an deinem dritten Buch in dieser Richtung, nicht wahr? Das jetzige ist vollkommen anders als die beiden vorherigen und ist ausschließlich durch deine innerste Natur inspiriert – was es deutlich von den beiden anderen unterscheidet. Kein Bücherwissen mehr und keine intellektuellen Betrachtungen, sondern inspiriert, gnostisch und gefühlvoll. Es fühlt sich auch für dich anders an, stimmt’s?“ – Ich nicke erneut. – „Es geht leicht, schreibt sich ohne großes Nachdenken wie von selbst und bereitet dir Freude. Genauso soll es sein. Ich könnte mir vorstellen, dass es ein großer Erfolg wird“, fügt sie ein wenig schelmisch hinzu.

„Eine weitere Idee, die du hast und die ich toll finde – und bitte wende jetzt nicht wieder ein, dass es schon so viele gibt und was deins dann noch ausrichten könnte! – ist ein Blog zu tages- und zeitaktuellen Energien und deine Erfahrungen dazu. Das ist etwas, das noch der Umsetzung harrt. Fühle dich frei in deiner Zeiteinteilung und lass die Finger weg vom Druck! Das wichtigste ist nach wie vor deine eigene Bewusstseinsentwicklung, denn du willst definitiv keine Extraschleifen mehr drehen. Du willst zurück in dein Schöpferbewusstsein und dabei anderen bestmöglich helfen.

Das ist nicht nur eine Wiedergutmachung, sondern auch der Wunsch, die Menschheit und diesen Planeten in einer kritischen Phase zu unterstützen. Dies hast du selbst so festgelegt, du erinnerst dich?“

Wieder ein Kopfnicken meinerseits; diese Entscheidung liegt über 20 Jahre zurück. „Das ist vollkommen in Ordnung und hat absolute Berechtigung! Auch in Anbetracht der Tatsache, dass mehr als 90% der Menschheit im Moment ganz andere Ziele hat. Ich weiß nicht, wie du dich später entscheiden willst, aber für jetzt sieht es so aus, dass nach Abschluss der 5D-Transformation deine Pläne dich woanders hintragen werden...“

Larim’ar hat Recht, doch ich gehe nicht weiter darauf ein. Es ändert sich gerade so viel, dass es gut sein kann, dass sich meine Entscheidungen ebenfalls ändern werden.

„Weitere Aufgaben gibt es im Moment nicht. Ich würde allerdings meinen, dass du mit diesen beiden gut ausgelastet bist“, schmunzelt der Leutnant. „Was deinen anderen Beruf angeht, würde ich dir empfehlen, dich stärker mit Gabriel zu verbinden, da er dich ohnehin bei diesen Missionen unterstützt. Versuche hinzuspüren, ob du tatsächlich mehr direkt mit Menschen arbeiten willst.“

Die Antwort ist sofort da. „Ja, ich liebe die direkte und persönliche Arbeit mit Menschen“, sage ich ihr und spüre die Wahrheit darin.

„Dann wird dich Gabriel dabei unterstützen“, schließt Larim’ar bündig und bestimmt.

Nach einer kurzen Pause fährt sie fort: „Dein Hauptfokus liegt bis zum entscheidenden Abschluss des Paradigmenwechsels auf der Menschheit und Terra. Eine globale Ausrichtung deiner Arbeit entspricht deinem Naturell; aber das weißt du ja schon. Es gibt regelmäßige Treffen ähnlich dem heutigen hier auf der Excelsior, aber auch Besprechungen in kleineren Arbeitskreisen, die für dich wichtig sein werden und auf anderen Schiffen stattfinden. Da du zum Kommando von Ukeron gehörst, bekommst du hier einen Kommunikator von seinem Raumkreuzer, damit er dich direkt und du ihn kontaktieren kannst. Er ist so eingestellt, dass auch andere Flottenmitglieder mit dir kommunizieren können. Ebenso ist mit diesem Gerät auch das Beamen möglich. Es wäre gut, du hast ihn immer in Reichweite.“

„Das heißt, dass ich auch dich anfunken kann, Larim’ar?“ Nun ist sie an der Reihe, zu nicken.

Dann erklärt sie mir, wie das Teil funktioniert. Ich bin so aufgeregt, dass ich es gleich ausprobieren möchte – endlich hat mich die Zukunft eingeholt!

Zum Schluss greift Larim’ar nach einer Tasche auf dem Sitz neben sich.

„Shad’arh“, sagt sie meinen Namen in einem merkwürdigen Singsang, der mich an Wallaute erinnert, „es wird dir auch angemessene Föderationskleidung angeboten, falls du das möchtest. Du bist zwar noch kein festes Flottenmitglied im dem Sinne, dass du einer bestimmten Crew angehörst, und damit befreit von einer Kleidervorschrift – doch zu bestimmten Veranstaltungen wird es gern gesehen, wenn man in Uniform erscheint. Auch glauben wir, dass es dein eigenes Gefühl von Zugehörigkeit stärken könnte. Wie auch immer, es steht dir frei, nach eigenem Wunsch zu wählen und deine Wahl wird in jedem Fall respektiert und anerkannt.

Es hat sich bei dir eine besondere Konstellation ergeben. Deine Heimat ist Sirius – daher freuen wir uns, dir unsere Uniform anzubieten, auch wenn du offiziell unter plejadischem Kommando stehst. Falls du lieber das Plejaderblau trägst, lass es mich bitte wissen. Es ist im Moment nur das Tragen einer der beiden Uniformen möglich, da es sonst zu Verwirrungen kommen könnte. Desweiteren wurde mir für dich die Flottenkleidung der Adepten der Wingmaker gegeben, da du derzeit einen besonderen Lehrer der Zentralrasse an deiner Seite hast?“ Sie schaut mich mit ihren großen, seelenvollen Augen an.

Ich strahle sie an. „Dem ist so. Ich verdanke ihm viel.“

Larim’ar nickt. „Das ist eine große Ehre. Bitte halte auch seinen Namen, falls du ihn kennst, in Ehren und nenne ihn niemandem. Namen und zugehörige Sigillen haben eine große Macht in diesem Universum und werden nur engsten Vertrauten weitergegeben.

---ENDE DER LESEPROBE---