Tabus als Zündstoff. Partizipation durch Provokation im öffentlichen Raum in der Performance "Ceci n’est pas…" von Dries Verhoeven - Hanna Liertz - E-Book

Tabus als Zündstoff. Partizipation durch Provokation im öffentlichen Raum in der Performance "Ceci n’est pas…" von Dries Verhoeven E-Book

Hanna Liertz

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Beschreibung

Studienarbeit aus dem Jahr 2019 im Fachbereich Theaterwissenschaft, Tanz, Note: 1,0, Ludwig-Maximilians-Universität München (Theaterwissenschaft), Veranstaltung: Mittendrin statt nur dabei? Partizipative Formen im deutschen Gegenwartstheater, Sprache: Deutsch, Abstract: Um die Wirkungsmacht auszuweiten, zeichnen sich in der darstellenden Kunst Bestrebungen ab, das Publikum nicht nur von außen teilhaben zu lassen, sondern direkt in das Geschehen miteinzubeziehen. Gerade die Performance-Kunst wendet sich von der traditionellen Vorstellung der distanzierten ZuschauerIn im abgetrennten Raum ab und strebt hin zu einer Öffnung von Raum und Handlung. Ein Tabubruch kann hier zum Zündstoff werden. Damit sich dieser nicht nur auf den Kunstraum beschränkt, wird in der Performance-Kunst oft der geschützte Rahmen eines Museums oder Theaters verlassen und stattdessen der öffentliche Raum zur Plattform gemacht. Auf diese Weise kann einerseits mehr, zum Teil nicht kunstaffines, Publikum erreicht werden, andererseits kann hier ein Tabubruch anders wirken. Ein Beispiel hierfür ist die Performance "Ceci n`est pas…" des niederländischen Performance-Künstlers Dries Verhoeven, die erstmals 2013 in Utrecht gezeigt wurde und seitdem in verschiedenen europäischen Städten zu sehen ist. Im Stadtzentrum wird ein Glaskasten aufgebaut, in dem an zehn Tagen jeweils ein oder zwei Personen für einige Stunden gezeigt werden. Mit Rollläden, Heizung, Klimaanalage, Toilette sowie Essen und Trinken ausgestattet, bietet der schalldichte Glaskasten genug Komfort, um den PerformerInnen einen mehrstündigen Aufenthalt darin zu ermöglichen. Bei diesen handelt es sich größtenteils um LaiInnen aus der jeweiligen Stadt, die Dries Verhoeven beispielsweise über Facebook findet. Sie stehen jeweils symbolhaft für ein tabubelastetes Thema in der Gesellschaft. So sind beispielsweise ein schwangeres Mädchen im Teenageralter, eine nackte ältere Dame, eine transsexuelle Person, ein angeketteter dunkelhäutiger Mann und ein betender Muslim zu sehen. Da es in dieser Arbeit hauptsächlich um die Seite der RezipientInnen geht, wird die Tatsache, dass mit LaiInnen gearbeitet wird, nur am Rande Erwähnung finden. Jeder Tag hat einen Übertitel, wie Ceci n’est pas la nature oder Ceci n’est pas une mère, womit einerseits auf das behandelte Thema angespielt, andererseits die Assoziation mit der berühmten Bildunterschrift Ceci n’est pas une pipe des surrealistischen Malers René Magritte herausgefordert wird. An der Seite des Glaskastens befindet sich ein kurzer Text, der das jeweilige Thema des gezeigten Bildes‘ aufgreift und damit einen Kontext bietet.

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Veröffentlichungsjahr: 2025

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