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Seitenzahl: 218
Veröffentlichungsjahr: 2025
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© eBook: 2025 GRÄFE UND UNZER VERLAG GmbH, Postfach 860366, 81630 München
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Autoren: Cornelia Hübler, Jens van Rooij, Tina Engler
Redaktion: Susanne Kronester-Ritter, Belinda Potucek
Lektorat: Ewald Tange, München
Bildredaktion: Petra Ender
Covergestaltung: Eva Stadler, München; Independent Medien Design, Horst Moser, München
Kartografie: Kunth Verlag GmbH & Co. KG, München, Huber Kartographie GmbH, www.kartographie.de
eBook-Herstellung: Liliana Hahn
ISBN 978-3-98645-172-1
1. Auflage 2025
GuU 5-172 04_2025_02
Bildnachweis
Coverabbildung: AWL Images ( Jon Arnold)
Fotos: adobe.stock: raskjaer – AWL Images: D. Pearson – Bildagentur Huber: R. Schmid; Chris Seba; A. Stewart – Can Bordoy: Art Sanchez – Fernando Esteva – Fotolia: vulcanus – Jalag: A. F. Selbach – laif: T. Linkel; F. Heuer; L.Moscia/Archivolatino; T. Gerber; D. Kruell – Lookphotos: J. Richter; age fotostock; H. Dressler; robertharding; R. Mirau – mauritius Images: John Warburton-Lee; K. Kreder/imageBROKER; H. Corneli/imageBROKER; Allan Cash Picture Library/Alamy – Ottmar Heinze – seasons.agency: GourmetPictureGuide – Shutterstock.com: Artesia Wells; Alexandre.ROSA; romeovip_md; vulcano; Eivaisla; Karel Gallas; Rolf E. Staerk; Simon Dannhauer; Artesia Wells; Bildgigant; Volker Rauch; holbox; Michael Thaler – stock.adobe.com: tournee; Kai Koehler
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ADAC Top Tipps
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Diese zehn Highlights müssen Sie gesehen haben!
Übersichtskarte Mallorca|Übersichtskarte Großraum Palma de Mallorca
Catedral La Seu, Palma
| Kirche |
Die unangefochtene Königin aller Gotteshäuser auf der Insel: Das gotische Meisterwerk überrascht mit Licht, Leichtigkeit und kostbaren Kunstschätzen. Jeder Palma-Besucher sollte ihm die Ehre erweisen. Seite 22
Ferrocarril de Sóller, Palma
| Historische Eisenbahn |
Die nostalgische Fahrt mit dem »Roten Blitz« zum Tal der Orangen in das hübsche Städtchen Sóller ist ein kurvenreicher Klassiker – und ein unvergessliches Erlebnis. Seite 28, Seite 57
Fundació Pilar i Joan Miró, Cala Major
| Kunstmuseum |
Einst kreativer Rückzugsort des Meisters Miró, heute eines der schönsten Museen der Insel, das neben hochkarätiger Kunst auch eine reizvolle Lage mit Garten, Terrassen und Meerblick bietet. Seite 38
Valldemossa
| Dorf |
Im »schönsten Dorf Mallorcas« kann man in engen, malerischen Gassen den Spuren von George Sand und Frédéric Chopin folgen – oder sich einfach nur treiben lassen und genießen. Seite 51
Sa Calobra/Torrent de Pareis
| Serpentinenstraße |
Hier ist der Weg das Ziel: Die spektakuläre Serpentinenstraße hinab zur Bucht von Sa Calobra mitsamt ihrem berühmten »Krawattenknoten« ist ein Meisterwerk der Baukunst. Unten angekommen, wartet an der Einmündung des Torrent de Pareis eine herrliche Bucht. Seite 64
Puig del Calvari, Pollença
| Aussichtspunkt |
Die Strapazen des Aufstiegs lohnen sich: 365 von Zypressen gesäumte Treppenstufen führen Schritt für Schritt zum himmlischen Aussichtspunkt über die pittoreske Altstadt von Pollença. Seite 73
Halbinsel Formentor
| Halbinsel |
Die raue und dramatische Schönheit dieses windumtosten Nordzipfels der Insel stiehlt fast allen anderen Landschaften Mallorcas die Schau. Höhepunkt ist die Fahrt zum weißen Leuchtturm an der Spitze des Kaps. Seite 76
Artà
| Stadt |
Mallorca mal gemütlich: Die traditionsreiche wie charmante Kleinstadt verzaubert mit ihren engen Gassen, den schmucken Restaurants und Cafés, ihrer eindrucksvollen Festung sowie einer uralten Talaiot-Siedlung. Seite 86
Parc Natural de Mondragó
| Naturpark |
Im Südosten liegt das Paradies: Ein Ensemble herrlicher Buchten, noch immer fast so ursprünglich und schön, wie Gott sie schuf – zum Baden, Wandern, Schwelgen, Träumen. Seite 101
Puig de Randa
| Aussichtspunkt |
Der Puig de Randa bietet Besuchern gleich drei Klöster und auf seinem Gipfel einen fantastischen Panoramablick, der an klaren Tagen von Küste zu Küste über die gesamte Insel reicht. Radfahrer finden schon vorher in den steilen Serpentinen ihr Glück. Seite 113
Unterwegs gut beraten: Hier lohnt sich ein Besuch.
Übersichtskarte Mallorca|Übersichtskarte Großraum Palma de Mallorca
Die Bucht von Palma und der Südwesten
Mercat de l’Olivar, Palma
| Markt |Seite 28
Bodega Morey, Palma
| Restaurant |Seite 32
Es Baluard, Palma
| Kunstmuseum |Seite 33
Castell de Bellver, Palma
| Festung |Seite 36
Cala de Portals Vells
| Bucht |Seite 40
Centro Cultural, Andratx
| Kunstmuseum |Seite 44
HM Palma Blanc, Palma
| Hotel |Seite 46
Die Serra de Tramuntana
Jardins d’Alfàbia, Bunyola
| Freilichtmuseum |Seite 59
Castell d’Alaró, Alaró
| Aussichtspunkt |Seite 62
Santuari de Lluc, Escorca
| Pilgerstätte |Seite 64
Ca’l Bisbe, Sóller
| Hotel |Seite 66
Mallorcas hoher Norden
Platja de Formentor
| Strand |Seite 77
S’Arc, Alcúdia
| Restaurant |Seite 79
Museu Sa Bassa Blanca, Alcúdia
| Kunstmuseum |Seite 80
Finca Can Guilló, Pollença
| Agroturismo |Seite 83
Die Halbinsel Llevant und die Ostküste
Ses Cases de Fetget
| Landgasthof |Seite 89
Cala Torta
| Bucht |Seite 90
Coves del Drac, Porto Cristo
| Tropfsteinhöhle |Seite 96
Der Migjorn und die Südküste
Santanyí
| Stadt |Seite 102
Cala Figuera
| Hafen |Seite 103
Cap de Ses Salines
| Aussichtspunkt |Seite 104
Es Trenc
| Strand |Seite 106
Es Pla und das Landesinnere
Santuari de Sant Salvador
| Aussichtspunkt |Seite 115
Mercat de Sineu
| Markt |Seite 118
SOM España, Llucmajor
| Hotel |Seite 121
Vormittag
An der Plaça d’Espanya brummt es schon früh am Morgen wie in einem Bienenstock. Wir schlängeln uns an Pendlern und Touristen vorbei zum Mercat de l’Olivar . Frische Ensaïmadas gibt es in der Casa Canet (Stand 127), Café con leche an einem der Nachbarstände. Den besten gibt es bei Arabay. Noch schnell Proviant besorgt, dann geht es auf dem Carrer de Sant Miquel weiter südwärts.
Kunstliebhaber legen einen Stopp in der Fundación Juan March ein, dann führt der Weg über die Plaça Major zum Rathaus . Auf der berühmten Faulenzerbank verweilen wir aber nur kurz, um noch vormittags den Königspalast zu besichtigen (1–2 Std.).
Nachmittag
Gleich gegenüber werfen wir einen Blick in die imposante Kathedrale La Seu . Genauer ansehen sollte man sich hier den Gaudí-Baldachin sowie die riesige Rosette über dem Triumphbogen. Auf der Terrasse am Südportal schweift der Blick über den Parc de la Mar zum Meer. Weiter geht es zur Plaça Santa Eulàlia , wo kleine Bars Bocadillos servieren. Nebenan liegt das Kloster Sant Francesc mit sehenswertem Kreuzgang. Via Rathaus und Plaça del Marquès del Palmer erreichen wir das Gran Hotel in der Unterstadt – eine Perle des Modernisme. Wer ein schickes Souvenir sucht, wird im Museumsshop des CaixaForums fündig. Oder Lust auf Koffein? Der Passeig del Born mit seinen vielen Cafés liegt gleich um die Ecke.
Abend
Das Abendessen muss noch warten. Über die Plaça de la Reina schlendern wir südwärts zum Königsgarten S’Hort del Rei mit Brunnen und Orangenbäumen. Weiter geht es über den Passeig Marítim zur Seehandelsbörse Sa Llotja und zum Kai des alten Fischerhafens , wo sich ein Postkartenblick auf die Kathedrale bietet. Noch schöner ist die Aussicht von den Terrassen des Museums Es Baluard . Hier kann man moderne Kunst oder auch nur einen Aperitif im Café genießen. Der Tag endet in Santa Catalinas Mühlenviertel , bevor man sich ein Restaurant in der Carrer de Sant Magí aussucht und danach auf dem Dach des Hostal Cuba (Seite 35) in die Sommernacht eintaucht.
1 Herrlich idyllisch
Es Molinar und Portixol, einst etwas verschlafene Fischerdörfer, haben sich inzwischen zu Palmas charmanten Hotspots entwickelt. Am kleinen Jachthafen von Portixol reihen sich Richtung Es Molinar nahtlos lässige Cafés und Restaurants aneinander. Die breite Promenade am Meer führt bis nach El Arenal und lädt zum Flanieren ein. Nach wie vor hat sich das hippe Es Molinar den Charakter eines entspannten Küstenorts bewahrt und versprüht mediterrane Lebensfreude. Den Mini-Stadtstrand lieben auch die Locals.
2 Hoch hinaus
Die wenigsten verirren sich zur rauen Punta de Capdepera, und so kann man die wilde Szenerie der zerklüfteten und von vielen Felsbuchten durchbrochenen Halbinsel ganz in Ruhe genießen. Der östlichste Punkt Mallorcas bietet viel Abwechslung mit alten Fischerhäfen, Mini-Stränden und der Bergkette Serra de Llevant, die zu ausgedehnten Wanderungen einlädt. An der Spitze von Capdepera erhebt sich der immer noch aktive Leuchtturm auf einer Felsklippe – ein windumtoster Ort, der einen atemberaubenden Panoramablick gewährt.
■ Carrer de Sa Comassa, Punta de Capdepera 5
3 Zum Verlieben
Das mehrfach zum schönsten Dorf Spaniens gekrönte Fornalutx inmitten des Tramuntana-Gebirges gibt sich herrlich unaufgeregt. Gerade deshalb hat es sich seinen Zauber bewahrt. Steinerne Häuser, enge Gassen, schmiedeeiserne Tore, die zu lauschigen Gärten führen, blumenumrankte Balkons und leuchtende Orangen- und Zitronenbäume machen es zum Sehnsuchtsziel für Romantiker. Nette Cafébars wie das C’an Benet am Hauptplatz laden zum Verweilen ein, kleine Shops zum Stöbern. Schon nach wenigen Stunden ist man tiefenentspannt.
■ Anfahrt über die Ma 10, Abzweig Ma 2120
Rund neun Millionen Urlauber besuchen jedes Jahr Mallorca – mit unterschiedlichsten Erwartungen. Fast alle werden erfüllt
Bunte Fischerhäuser in Portocolom, dem größten Naturhafen Mallorcas
»Der Himmel ist wie Türkis, das Meer wie Azur, die Berge wie Smaragde.«
Frédéric Chopin
Es hat sich längst herumgesprochen: Mallorca bietet mehr als nur Sonne, Sand und Nachtleben. Sogar deutlich mehr. Und es ist gerade ihre verblüffende Vielfalt, die diese Insel so faszinierend macht. Ruhesuchende und Naturfreunde finden unberührte Gipfel, fruchtbare Täler, einsame Buchten und ländliche Idylle, Kulturinteressierte streifen durch hochkarätige Galerien und Museen oder begeben sich auf historische Spurensuche, und Shopping-Fans kehren mit prall gefüllten Einkaufstaschen vom Stadtbummel heim, Genießer lassen sich in schillernden Gourmettempeln, urigen Landgasthöfen und auf Wochenmärkten verwöhnen, während Familien an leuchtend weißen Sandstränden im kristallklaren Meerwasser planschen – oder einfach nur im All-inclusive-Komfort ihrer Hotelanlagen schwelgen.
Ein gepflasterter Fußweg führt hinauf zum Castell Alaró (links) – Mallorcas Mandelblüte von Januar bis März ist für viele die schönste Reisezeit (rechts)
Zwischen Mandelbäumen, Meer und Salzfeldern
Mallorca ist zwar die größte Insel der Balearen, mit einer maximalen Ausdehnung von rund 120 km zwischen Sant Elm im Südwesten und Cala Ratjada im Nordosten aber doch überschaubar. Gleichzeitig entfaltet sich auf einer Fläche von nur 3622 km² ein ganzes Universum an Landschaften. Steil fallen im Westen die bis zu 1436 m hohen Berge der Serra de Tramuntana ins tiefblaue Meer ab. An ihre teils schroffen Hänge schmiegen sich charmante Bergdörfer, in denen Wanderer, Kletterer und Radfahrer einkehren. Im Schutz des Gebirges gedeihen Oliven- und Zitrusbäume, an den Rebstöcken von Binissalem und Santa Maria del Camí reifen die Trauben für hervorragende mallorquinische Weine. In der Inselmitte erstreckt sich die weite, fruchtbare Ebene Es Pla mit ihren bunten Windmühlen, Mandelplantagen und romantischen Dörfern. Mehrere kleinere Erhebungen und der mächtige Tafelberg Puig de Randa bieten weite Blicke bis zur Küste mit zwei grandiosen Naturschutzgebieten: im Süden die Salzfelder rund um den Naturstrand Es Trenc und das Cap de Ses Salines, im Norden das artenreiche Sumpfgebiet des Parc Natural S’Albufera.
Im Osten wellen sich die Kuppen der Serra de Llevant Richtung Meer. Sie sind zwar niedriger als die Gipfel im Westen, aber nicht weniger anmutig und ursprünglich. Bleibt schließlich noch die Küste Mallorcas, die ganze 550 km Länge aufweist und so facettenreich ist wie die Insel selbst: Endlose Sandstrände, die flach ins Meer auslaufen, gibt es hier ebenso wie verträumte Sand- und Kiesbuchten, verschlungene Meeresarme oder dramatische Steilklippen. Eine Entdeckung wert sind ebenso die verwunschenen Traumlandschaften unter der Erdoberfläche, etwa die einzigartigen Tropfsteinhöhlen von Artà und Porto Cristo.
Die Zeugnisse vergangener Jahrtausende
Seit 6000 Jahren wissen Menschen den natürlichen Reichtum Mallorcas zu schätzen und hinterließen ihre Spuren. In der Bronzezeit waren es Siedler der Talaiot-Kultur, die mit scheinbar übermenschlichen Kräften Wehrmauern und Türme aus tonnenschweren Steinquadern errichteten. Die ersten Olivenbäume kamen mit den Karthagern, die die Insel um 600 v.Chr. zum Handelsplatz erkoren. Auch die Römer waren sich der strategisch günstigen Lage Mallorcas bewusst, nahmen es 123 v.Chr. ein und gründeten Städte wie Palma und Pollentia, das heutige Alcúdia.
Noch präsenter ist das Erbe der Mauren, die Mallorca 300 Jahre lang beherrschten und in dieser Zeit nicht nur prächtige Städte mit Palästen, Bädern und Moscheen errichteten, sondern auch blühende Gärten und fruchtbare Felder anlegten. In den Banys Arabs in Palma oder beim Blick über die Terrassenfelder von Banyalbufar gewinnt eine Vorstellung von jenen arabischen Blütejahren, die 1229 mit der Rückeroberung durch Jaume I., König von Aragón und Katalonien, ein jähes Ende fanden. Auch die christlichen Herrscher ließen auf den Grundmauern zerstörter Moscheen herrliche Kirchen erbauen, allen voran die Kathedrale von Palma. Sie prägten Kunst, Kultur und Wissenschaft.
Spektakuläre Lage über den Klippen: der Herrensitz Son Marroig bei Deià
Vom Ballermann zum Beachclub
Mitte des 20. Jh. hatte der Tourismus Mallorca entdeckt – und Mallorca den Tourismus. Was zunächst bescheiden begann, wurde in den 1960er-Jahren zu einem Mega-Geschäft. Massen an Urlaubern aus Großbritannien, Skandinavien und insbesondere Deutschland bescherten Mallorca Wohlstand. Doch die dunklen Seiten des Booms ließen nicht lange auf sich warten: wüste Alkoholexzesse an der Platja de Palma, unverzeihliche Bausünden, Wassermangel und Müllprobleme.
Derzeit erlebt Mallorca einen strukturellen Wandel im Massentourismus. Mit dem Ziel, den berühmt-berüchtigten Exzess-Tourismus an einigen Orten einzuschränken, plant Mallorcas Regierung gezielt Billighotels aufzukaufen und diese zu schließen. Im vergangenen Jahr gab es mehrere Demonstrationen von Einheimischen, die jedoch friedlich verliefen. Ihr Unmut gilt der durch Ferienvermietung ausgelösten Wohnungsnot und den steigenden Lebenshaltungskosten. Viele Touristen zeigten Verständnis und schlossen sich an. Sie alle wollen schließlich nur eines: dass die einzigartige Schönheit der Insel auch für nachfolgende Generationen erhalten bleibt.
Hauptstadt Palma (410.000 Einw.)
Sprachen Katalanisch und Spanisch (gleichberechtigte Amtssprachen) sowie Mallorquí (Dialekt der katalanischen Sprache)
Währung Euro
Verwaltung Mallorca ist die größte Insel der Balearen, die wiederum eine von 17 autonomen Gemeinschaften Spaniens sind.
Fläche 3622 km² (ca. anderthalb mal so groß wie das Saarland)
Einwohner 876.000
Religion Überwiegend katholisch, außerdem rund 30.000 Muslime
Tourismus Rund 18 Mio. Besucher pro Jahr – Tendenz steigend
Strände Knapp 210 Badebuchten, davon rund 160 Sandstrände
Darin sind die Mallorquiner Weltmeister Ganz klar im Tennis! Der in Manacor geborene Sandplatz-Profi Rafael Nadal stand insgesamt 209 Wochen an der Spitze der Tennis-Weltrangliste und holte bislang 22 Grand-Slam-Titel.
30 Gramm Menge des Sandes, den jeder Tourist pro Strandbesuch zurück ins Hotel schleppt. Pro Saison summiert sich die Sandmenge alleine an der Platja de Palma auf rund 80 Tonnen.
An Buchten wie der Cala Mondragó werden Urlaubsträume wahr. Will man auf der Insel mehr als Meer entdecken, muss man sich nur auf den Weg machen – und wird in jeder Himmelsrichtung staunen.
Baden, Kultur und Natur erleben – oder heute doch mal zum Shopping ausschwärmen? Mallorca ist so facettenreich wie kaum ein anderes Reiseziel seiner Größe und bietet wirklich für jeden Geschmack passende Angebote. Auch wenn diese sich manchmal verstecken, wie etwa die malerischsten Buchten der Insel oder hochkarätige Kunstmuseen in der Provinz. Kaum zu übersehen sind hingegen die vielen Kirchen, Klöster und andere Spuren der Geschichte, denen man hier auf Schritt und Tritt begegnet.
Die bewegte Geschichte der Insel
Mallorca hat viel erlebt. Verschiedenste Völker und Mächte prägten die Geschicke der Insel über die Jahrtausende, bereicherten sie kulturell, kamen aber auch als Eroberer. Von Palma bis Alcúdia finden sich unzählige spannende Zeugnisse der Vergangenheit.
Banys Arabs Seite 24
Die arabischen Bäder entführen in die Zeit der Mauren
Torre del Verger Seite 50
Prachtexemplar eines alten Wachturms
Ciutat Romana de Pollèntia Seite 78
Die einstige römische Provinzstadt ist Relikt der Antike
Son Fornés Seite 116
Ausgrabungen bei Montuïri erzählen von der Bronzezeit
Die besten Museen
Lust auf Kultur? Wer Mallorcas Museen besuchen möchte, muss nicht vergeblich auf den nächsten Regentag warten. Neben den Freilichtmuseen sind auch viele Kunsthäuser in großartige Park- oder Gartenanlagen eingebettet – manche liegen sogar direkt am Meer.
Castell de Bellver Seite 36
Palmas einzigartige Rundburg birgt das Stadtmuseum
Fundació Pilar i Joan Miró Seite 38
Mirós fantastisches Farben- und Formenuniversum
Centro Cultural Andratx Seite 44
Urbanes Flair und zeitgenössische Kunst im Nirgendwo
Museu Sa Bassa Blanca Seite 80
Märchenhaftes Kunstparadies mit Küstenfinca
Den schönsten Sonnenuntergang
Abends taucht die Sonne Mallorca in ein magisches Licht – und bringt Romantiker ins Schwärmen. Besonders spektakulär ist der Sonnenuntergang an einsamen Buchten oder auf Terrassen über den Dächern Palmas.
Es Baluard Seite 33
Die Top-Sundowner-Adresse Palmas
Port de Valldemossa Seite 53
Die Anfahrt wird mit goldenem Lichtzauber belohnt
Platja S’Illot Seite 80
Traumhafter Tagesausklang an der Halbinsel Victòria
Cap de Ses Salines Seite 104
Das Kap und seine Strände sind abends sehr reizvoll
Die malerischsten Städte und Dörfer
Wer sich aufmacht, um die pittoresken Dörfer und Kleinstädte der Insel zu erkunden, wird begeistert sein – und das Meer so schnell nicht vermissen.
Valldemossa Seite 51
Vielleicht einer der zauberhaftesten Orte der Insel
Fornalutx Seite 63
Verträumtes Gassenlabyrinth im Herzen der Berge
Pollença Seite 70
Lebensfrohe Schönheit im Norden Mallorcas
Santanyí Seite 102
Ein Bummel in der goldenen Stadt aus Marès-Stein
Versteckte Traumbuchten
Die schönsten Badeplätze erreicht man häufig nur zu Fuß. Sie liegen in Naturschutzgebieten oder verborgen hinter Felsen und Pinien. Wer sich auf Traumstrandjagd begeben will, tauscht einfach Bade- gegen Wanderschuhe.
Cala Figuera und Cala Murta Seite 77
Verwunschene Naturstrände am Cap Formentor
Cala Torta Seite 90
Ausgangspunkt für eine spektakuläre Buchtentour
Caló des Moro Seite 103
Naturgeschützte Mini-Bucht mit Bilderbuchqualitäten
Platja d’es Caragol Seite 104
Ein Badeparadies westlich des Cap de Ses Salines
Eindrucksvolle Kirchen und Klöster
Man muss nicht gläubig sein, um beim Anblick der Kirchen Mallorcas ins Schwärmen zu geraten. Viele von ihnen wurden auf den Grundmauern alter Moscheen errichtet. Klöster wiederum befinden sich häufig an einzigartigen, einst heiligen Orten der Stille.
La Seu Seite 22
Palmas Kathedrale ist einfach konkurrenzlos schön
Santuari de Lluc Seite 64
Mallorcas wichtigster Wallfahrtsort in der Stille der Berge
Església Nova Seite 94
Nie fertiggestellt und doch eine vollendete Schönheit
Santuari de Cura Seite 113
Auf dem Puig de Randa ist der Himmel zum Greifen nah
Atemberaubende Autorouten
Passionierte Autofahrer lieben Mallorca – oder entdecken ihre Leidenschaft für die Insel spätestens auf einer der spektakulären Serpentinenstraßen der Serra de Tramuntana. Einige von ihnen sind nicht nur traumhaft schön, sondern wahre Meisterwerke der Ingenieurskunst.
Auf der Ma 10 durch das Gebirge Seite 50
Kurvenreiche Traumstraße von Andratx bis Pollença
Auf Serpentinen nach Sa Calobra Seite 64
Steile Achterbahnfahrt durch den Krawattenknoten
Zum Leuchtturm von Formentor Seite 77
Grandiose Ausblicke und herrliche Kurven
Die Naturschätze der Insel
Zweifellos ist das Tramuntana-Gebirge Mallorcas eindrucksvollstes Refugium für Tiere und Pflanzen. Im dichten Schilfdschungel von S’Albufera fühlen sich Sumpfvögel wohl, während man rund um das Cabrera-Archipel neben Meeresvögeln auch Delfine beobachten kann.
Serra de Tramuntana Seite 50
Hinter Estellencs erheben sich Mallorcas höchste Gipfel
Parc Natural S’Albufera Seite 81
In dem großen Sumpfgebiet leben unzählige Vögel
Illa de Cabrera Seite 107
Mit dem Boot erreicht man die faszinierende Inselwelt
Fantastische Weitblicke
Ob im Gebirge, am Meer oder sogar in der weiten Ebene Es Pla: Auf Mallorca gibt es eine Fülle großartiger Aussichtspunkte. Häufig handelt es sich um einst wichtige strategische oder einsame Orte, an denen Festungen und Klöster in den Himmel gebaut wurden.
Castell de Bellver Seite 36
Vom Dach der Burg liegt einem Palma zu Füßen
Castell d’Alaró Seite 62
Wanderung zu einem der schönsten Aussichtspunkte
Far de Capdepera Seite 91
Vom Leuchtturm reicht der Blick bis nach Menorca
Puig de Randa Seite 113
Die Insel im 360°-Panorama – von Palma bis Alcúdia
Stimmungsvolle Märkte
Wochenmärkte gibt es in fast allen Städten und Dörfern Mallorcas. Neben Lebensmitteln werden oft Haushalts- und Lederwaren und leider immer häufiger auch Souvenirs verkauft. Dennoch geht es auf vielen Marktplätzen der Provinz noch sehr beschaulich zu.
Mercat de l’Olivar Seite 28
Das Flair in dieser Markthalle betört alle Sinne
Wochenmarkt in Santanyí Seite 103
Vor der malerischen Kulisse der goldenen Marès-Stadt
Mittwochsmarkt in Sineu Seite 118
Der schöne Markt zieht sich bis in die engsten Gassen
Legendäre Kaffeehäuser
Von Ensaïmadas über Mandelkuchen bis zum heißen Kakao – Mallorquiner sind echte Süßmäuler, und ihre Konditoren blicken auf eine lange Tradition zurück. Genießen kann man ihre hausgemachten Produkte in Kaffeehäusern, von denen manche vor Nostalgie nur so strotzen.
Ca’n Joan de S’Aigo Seite 26
Schon Joan Miró genoss den Kakao des Traditionshauses
Ca’n Molinas Seite 53
Mit ihren Coca Patatas eine Institution in Valldemossa
Café Colon Seite 112
Jugendstilperle in Llucmajor, die auch Tapas serviert
Von der Kulturmetropole und den Ferienhochburgen an der Platja de Palma zu den beschaulichen Buchten am westlichsten Punkt der Insel
Über rund 20 km erstreckt sich die Bucht von Palma. In ihrem Zentrum liegt die Hauptstadt Palma, das urbane Herz der Insel, mit seiner von der Kathedrale La Seu überragten Altstadt. Hier blühen Orangenbäume auf malerischen Plätzen, aber auch Kunst und Kultur. Geschäfte laden zum Bummeln ein, und am Abend wird in Bars und Restaurants gefeiert. Östlich und westlich der Metropole findet man feinsandige Traumstrände – oft gesäumt von monumentalen Hotelblöcken.
Doch selbst zwischen den Partyhochburgen S’Arenal und Magaluf versteckt sich Sehenswertes, etwa das Aquarium an der Platja de Palma oder die einzigartige Kunststiftung Fundació Pilar i Joan Miró in Cala Major. Weiter südwestlich locken Badeorte wie Peguera und Es Camp de Mar v.a. Ruhesuchende und Familien an. Abwechslung vom Strandleben versprechen Ausflüge ins Hafendorf Port d’Andratx oder eine Wanderung rund um die Insel Sa Dragonera, deren Bergrücken geheimnisvoll vor der Küste von Sant Elm aufragt.
In diesem Kapitel:
Palma Seite 18
Platja de Palma und S’Arenal Seite 36
Cala Major Seite 37
Ses Illetes, Portals Nous Seite 39
Palmanova, Magaluf Seite 39
Cala de Portals Vells Seite 40
Santa Ponça Seite 40
Peguera, Camp de Mar Seite 41
Port d’Andratx Seite 43
Andratx Seite 43
Sant Elm Seite 45
Übernachten Seite 46
ADAC Top Tipps:
Catedral La Seu, Palma
| Kirche |
Die unangefochtene Königin aller Gotteshäuser auf der Insel: Dem gotischen Meisterwerk sollte jeder Palma-Besucher die Ehre erweisen. Seite 22
Ferrocarril de Sóller, Palma
| Historische Eisenbahn |
Die nostalgische Fahrt mit dem »Roten Blitz« ins hübsche Sóller ist ein kurvenreicher Klassiker – und ein unvergessliches Erlebnis. Seite 28
Fundació Pilar i Joan Miró, Cala Major
| Kunstmuseum |
Eines der schönsten Museen der Insel, das neben hochkarätiger Kunst auch eine reizvolle Lage mit Garten, Terrassen und Meerblick bietet. Seite 38
ADAC Empfehlungen:
Mercat de l’Olivar, Palma
| Markt |
Sehen, schmecken, riechen, staunen: Der traditionelle Lebensmittelmarkt ist ein Fest für alle Sinne. Seite 28
Bodega Morey, Palma
| Restaurant |
Die urige Pinte ist ein beliebter Treff der Locals zum Lunch. Es gibt leckere Tapas und süffige Weine. Seite 32
Es Baluard, Palma
| Kunstmuseum |
Das Elysium für Liebhaber moderner Kunst mit grandiosem Blick über die Dächer der Inselhauptstadt. Seite 33
Castell de Bellver, Palma
| Festung |
Spektakuläre Rundburg hoch über dem Meer – von hier schaut man weit über die Bucht von Palma. Seite 36
Cala de Portals Vells
| Bucht |
Die malerische Zwillingsbucht mit kristallklarem azurblauen Wasser und feinem Sandstrand zählt zu den schönsten im Südwesten. Seite 40
Centro Cultural, Andratx
| Kunstmuseum |
Dieses aufregend-moderne und mondäne Museum versprüht Großstadtflair und gilt als größtes Zentrum zeitgenössischer Kunst in Europa. Seite 44
HM Palma Blanc, Palma
| Hotel |
Das schicke Designhotel mit Rooftop-Pool und SPA gilt als nachhaltigstes Hotel der Balearen. Die Lage ist perfekt, um die Stadt und das Szeneviertel Santa Catalina zu erkunden. Seite 46