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Eine Reise in die Tiefen der Vergangenheit – und die Zukunft der Menschheit
Vor Jahrtausenden herrschte Arkadia Prime über die Sterne – ein Imperium so gewaltig, dass seine Technologie ganze Welten formte. Doch eines Tages verschwand es spurlos. Seine Städte zerfielen zu Ruinen, seine Geschichte verblasste, und seine Erbauer wurden zu Legenden.
Nun, in einer fernen Zukunft, stößt die junge Archäologin
Lyra Voss auf eine Entdeckung, die alles verändern könnte. Tief unter den vergessenen Ruinen Arkadias schlummert ein Geheimnis – eine Macht, die so alt ist wie das Universum selbst. Doch Lyra ist nicht die Einzige, die nach den Überresten des verlorenen Imperiums sucht.
Während sie sich mit einem geheimnisvollen Wächter verbündet, der seit Äonen über das letzte Relikt der Erbauer wacht, rückt eine dunkle Bedrohung näher. Eine uralte Flotte erwacht, ein Feind aus der Vergangenheit kehrt zurück – und die letzte Hoffnung der Menschheit ruht auf den Schultern einer einzigen Frau.
Wird Arkadia Prime erneut über die Sterne herrschen – oder wird sein Erbe endgültig in Vergessenheit geraten?
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Veröffentlichungsjahr: 2025
Kapitel 1: Signale aus der Vergangenheit
Kapitel 2: Die verbotene Welt
Kapitel 3: Der erste Blick auf Arkadia
Kapitel 4: Ruinen einer verlorenen Zivilisation
Kapitel 5: Der Wächter erwacht
Kapitel 6: Bruchstücke der Geschichte
Kapitel 7: Der Untergang von Arkadia
Kapitel 8: Die verborgene Bibliothek
Kapitel 9: Rätsel der Erbauer
Kapitel 10: Gefahr aus der Tiefe
Kapitel 11 – Die Maschine der Götter
Kapitel 12 – Bewahrer des Wissens
Kapitel 13 – Die verborgene Stadt
Kapitel 14 – Der Feind aus der Vergangenheit
Kapitel 15 – Das letzte Signal
Kapitel 16 – Arkadia lebt
Kapitel 17 – Der Schlüssel zur Unsterblichkeit
Kapitel 18 – Das Artefakt der Erbauer
Kapitel 19 – Die Wächterflotte
Kapitel 20 – Flucht aus der Stadt der Toten
Kapitel 21 – Das Erwachen der Maschine
Kapitel 22 – Die Wahrheit über den Untergang
Kapitel 23 – Die letzte Warnung
Kapitel 24 – Das fremde Kollektiv
Kapitel 25 – Die Arkadier sind unter uns
Kapitel 26 – Das Relikt der Schöpfer
Kapitel 27 – Schlüssel zur Sternenschmiede
Kapitel 28 – Die verlorene Flotte
Kapitel 29 – Krieg der Erinnerungen
Kapitel 30 – Das letzte Imperium
Kapitel 31 – Der Aufstieg der Erbauer
Kapitel 32 – Das Erwachen der Giganten
Kapitel 33 – Der große Verrat
Kapitel 34 – Die letzte Verteidigungslinie
Kapitel 35 – Der Sturm über Arkadia
Kapitel 36: Opfer für die Zukunft
Kapitel 37: Der verlorene Thron
Kapitel 38: Das Erbe der Erbauer
Kapitel 39 – Der Aufbruch ins Unbekannte
Kapitel 40 – Die Rückkehr der Sterne
Die Brücke des Explorationsschiffs Nova Horizon war in ein tiefblaues Licht getaucht, das von den holographischen Displays auf den Konsolen ausging. Kapitän Elias Varon stand mit verschränkten Armen vor der Hauptansichtsscheibe und blickte auf das endlose Sternenmeer hinaus. Arkadia Prime war noch Lichtjahre entfernt, doch das Signal, das sie empfangen hatten, ließ ihn nicht los.
„ Noch immer nichts Neues, Lieutenant?“ fragte er ohne den Blick abzuwenden.
Lieutenant Aiko Sato, eine talentierte Xenotechnologin und Leiterin der wissenschaftlichen Abteilung, rieb sich die Schläfen, während sie versuchte, die neuesten Daten zu entschlüsseln. „Es ist seltsam, Captain. Das Signal ist über 50.000 Jahre alt – und dennoch wirkt es, als wäre es erst gestern gesendet worden.“
Varon drehte sich zu ihr um. „Wie kann das sein?“
Aiko zuckte mit den Schultern. „Die Frequenz ist ungewöhnlich stabil. Normalerweise würden solche Signale im kosmischen Rauschen verloren gehen, aber dieses hier… es ist, als ob jemand es absichtlich konserviert hätte.“
„ Eine Art Zeitkapsel?“
„ Vielleicht. Oder eine Warnung.“
Varon ließ sich langsam in seinen Kommandosessel sinken und tippte nachdenklich mit den Fingern auf die Lehne. Die Mission der Nova Horizon war es, unerforschte Welten zu kartieren und uralte Relikte vergangener Zivilisationen zu untersuchen. Arkadia Prime jedoch war etwas anderes.
Die Berichte über diesen Planeten reichten Jahrtausende zurück. Die wenigen Überlieferungen, die existierten, beschrieben ihn als Zentrum einer mächtigen Hochkultur, die lange vor den bekannten Zivilisationen existiert hatte. Dann – plötzlich – Schweigen. Kein Zeichen, keine Spuren, nur Mythen und Legenden über das „vergessene Imperium“.
„ Wir haben das Signal durch das Schiffsarchiv laufen lassen“, meldete sich Commander Olan Rykov, der Erste Offizier. „Es gibt keine Übereinstimmung mit bekannten Sprachen oder Codierungen.“
„ Und trotzdem klingt es… vertraut“, murmelte Aiko.
Varon sah sie neugierig an.
„ Ich kann es nicht erklären“, fuhr sie fort. „Es ist, als ob darin eine Struktur steckt, die… intelligent ist. Organisch, fast wie eine Sprache, die wir instinktiv verstehen könnten.“
„ Haben Sie eine Übersetzung?“
Aiko atmete tief durch und tippte einige Befehle in die Konsole. „Nicht genau. Aber wir haben ein Muster erkannt.“
Plötzlich füllte ein dumpfer, melodischer Klang die Brücke. Es war kein gewöhnliches Signal – es klang wie ein Gesang, langgezogen, harmonisch und unheimlich zugleich. Eine Art Frequenzrauschen begleitete die tiefen Töne, als ob eine Stimme durch Raum und Zeit flüsterte.
Alle auf der Brücke hielten unwillkürlich den Atem an.
„ Das ist… wunderschön“, murmelte einer der Techniker.
„ Oder beängstigend“, entgegnete Rykov trocken.
„ Was auch immer es ist“, sagte Varon mit fester Stimme, „wir werden es herausfinden. Lieutenant, setzen Sie eine exakte Kursberechnung zu Arkadia Prime an. Maximale Geschwindigkeit.“
Aiko nickte. „Aye, Captain.“
Varon lehnte sich zurück und spürte, wie die Nova Horizon leicht vibrierte, als sie sich auf ihren neuen Kurs begab.
Das Geheimnis von Arkadia Prime wartete.
Die Nova Horizon glitt lautlos durch das Vakuum des Alls, während das rätselhafte Signal der vergangenen Tage weiterhin in den Kommunikationslogs des Schiffes gespeichert war. Die Crew hatte unzählige Analysen durchgeführt, doch die Bedeutung des Signals blieb ein Mysterium. Eine Botschaft aus der Vergangenheit – oder eine Warnung?
Nach einer Woche im Hyperraum war es schließlich so weit.
„ Captain, wir erreichen das Arkadia-System“, meldete Lieutenant Aiko Sato mit einem Hauch von Aufregung in der Stimme.
Kapitän Elias Varon trat näher an die Hauptansichtsscheibe, während das Schiff aus dem Überlichtflug in den Normalraum zurückkehrte. Arkadia Prime, der Zielplanet, dominierte das Sichtfeld – eine Welt, die von violett-blauen Wolken umhüllt wurde und unter dem fahlen Licht ihres sterbenden Sterns lag.
„ Beeindruckend“, murmelte Commander Olan Rykov.
Der Planet war riesig – fast doppelt so groß wie die Erde – und seine Atmosphäre pulsierte in einer merkwürdigen Art und Weise, als ob sie von einer unsichtbaren Kraft durchdrungen war. Gewaltige Stürme zogen über die Oberfläche, doch zwischen den aufgewühlten Wolken waren immer wieder geometrische Strukturen zu erkennen. Gebäude.
„ Da unten ist noch immer etwas aktiv“, sagte Aiko leise.
Varon drehte sich zu ihr um. „Haben Sie Energielebenszeichen?“
„ Unklar, Captain. Einige Regionen scheinen vollkommen tot zu sein – andere weisen schwache energetische Signaturen auf. Es könnte verlassene Infrastruktur sein… oder etwas anderes.“
Rykov schnaubte. „Oder eine Falle.“
Varon ignorierte die Bemerkung seines Ersten Offiziers. „Gibt es Hinweise auf ehemalige Siedlungen oder Städte?“
Aiko ließ ihre Finger über die Konsole gleiten und zog einen vergrößerten Scan der Planetenoberfläche auf das Hauptdisplay. „Ja, hier – im Äquatorialgürtel gibt es mehrere massive Strukturen. Einige sind begraben, andere scheinen noch intakt zu sein. Besonders diese hier…“
Sie deutete auf eine Anomalie, die tief im Zentrum einer schroffen Gebirgsregion lag. Es war eine Art kreisförmige Struktur – zu groß, um ein natürliches Phänomen zu sein.
„ Das könnte eine Stadt sein“, sagte Varon nachdenklich.
„ Oder das, was davon übrig ist“, fügte Rykov hinzu.
Aiko nickte. „Aber das ist noch nicht alles. Es gibt eine Art Schutzschild um einige dieser Strukturen. Ich kann nicht sagen, ob es eine natürliche Barriere oder ein technologisches Feld ist.“
„ Ein Schutzschild? Nach all den Jahrtausenden?“ Varon sah sie skeptisch an.
„ Es ist nicht stabil. Eher wie ein Echo einer einst mächtigen Verteidigungsanlage.“
Varon überlegte einen Moment. „Dann haben wir keine Wahl. Wir müssen runter.“
Rykov verschränkte die Arme. „Captain, wir wissen nicht, was da unten auf uns wartet. Eine Expedition ist ein unkalkulierbares Risiko.“
„ Risiken gehören zur Forschung dazu, Commander. Ich will ein Landungsteam vorbereiten. Lieutenant, wählen Sie die beste Zone für eine sichere Landung aus.“
Aiko bestätigte den Befehl, und innerhalb der nächsten Stunde war das Team bereit.
Das Shuttle Odyssa löste sich sanft von der Nova Horizon und begann seinen Eintritt in die dichte Atmosphäre von Arkadia Prime. Die violett gefärbten Wolken bildeten bizarre Muster, als ob sie von einer unsichtbaren Kraft geformt wurden.
Varon saß am Steuer des Shuttles, während Aiko und Rykov die Sensoren überwachten. Das Dröhnen der Triebwerke hallte durch das kleine Schiff, als sie durch die Turbulenzen kämpften.
„ Atmosphäre ist atembar, aber instabil“, meldete Aiko. „Spuren von unbekannten Gasen, aber keine unmittelbare Gefahr.“
Plötzlich gab es einen Ruck.
„ Was war das?“ fragte Varon angespannt.
„ Ich weiß es nicht“, murmelte Aiko. „Ein Störsignal… es fühlt sich an, als ob jemand unseren Scanner verzerrt.“
„ Keine Notlandung, solange es nicht absolut nötig ist“, entschied Varon.
Das Shuttle sank weiter durch die Wolken und erreichte schließlich eine freie Sicht auf die Oberfläche. Die Landschaft war atemberaubend und unheimlich zugleich: Ruinen gigantischer Gebäude ragten wie gebrochene Zähne aus dem sandigen Boden. Einige Strukturen schienen noch intakt, während andere von Zeit und Natur verwüstet worden waren.
Und dann sahen sie es.
Eine kolossale Stadt – oder das, was davon übrig war. Türme aus einem unbekannten Material erstreckten sich bis in die Wolken, viele davon halb zerstört. Uralte Brücken verbanden die einzelnen Gebäudekomplexe, während seltsame Symbole in die Fassaden eingraviert waren.
„ Mein Gott…“ flüsterte Aiko.
Varon konzentrierte sich auf die Landung und steuerte das Shuttle vorsichtig auf eine breite, ebene Fläche am Rande der Stadt. Staub wirbelte auf, als sie aufsetzten.
„ Wir sind unten“, sagte Varon.
Für einen Moment blieb alles still.
Dann begann das Abenteuer erst richtig.
Die Rampenverriegelung des Shuttles Odyssa löste sich mit einem metallischen Zischen. Ein feiner Dunst aus aufgewirbeltem Staub und fremdartigen Partikeln strömte in das Innere des Landers, während die hydraulischen Systeme der Luke zischend nachgaben.
Kapitän Elias Varon stand als Erster in der Öffnung und ließ seinen Blick über das uralte Land schweifen, das sich vor ihm erstreckte.
Arkadia.
Die verbotene Welt.
Der Planet, über den Mythen und Legenden kursierten, lag in einem geisterhaften Schweigen vor ihm. Nichts bewegte sich. Keine Vögel, keine Tiere, nicht einmal der Wind schien über die endlosen Ruinen zu streifen. Die Stadt vor ihnen war ein Monument vergangener Größe – gigantische Bauwerke, halb versunken im Sand, mit fremdartigen Symbolen übersät.
„ Mein Gott…“, murmelte Aiko Sato ehrfürchtig.
Sie trat neben Varon aus dem Shuttle und ließ ihre Fingerspitzen über einen schwarzen Stein gleiten, der in der Nähe aus dem Boden ragte. Die Oberfläche war glatt und kühl, trotz der Hitze des Planeten.
Commander Olan Rykov überprüfte seine Scanner. „Keine sofortige Bedrohung. Aber die Energiefluktuationen sind… seltsam.“
Varon aktivierte das Kommunikationsmodul seines Anzugs. „Nova Horizon, wir sind gelandet. Umweltbedingungen stabil, keine sichtbare Gefahr. Wir beginnen mit der Erkundung.“
Die Stimme des Kommunikationsoffiziers kratzte durch das Funkgerät. „Verstanden, Captain. Halten Sie den Kanal offen.“
Varon nickte und wandte sich an sein Team.
„ Erste Regel: Wir bleiben zusammen. Niemand geht allein irgendwohin. Arkadia Prime ist seit Zehntausenden Jahren verlassen – aber das bedeutet nicht, dass wir sicher sind.“
Rykov schnitt eine Grimasse. „Wenn es tatsächlich verlassen ist.“
Varon ignorierte den Kommentar. „Sato, Sie analysieren die Strukturen. Ich will wissen, wie alt diese Ruinen sind. Rykov, Sie scannen die Umgebung nach möglichen Energiequellen. Wir wissen nicht, ob das Signal, das wir empfangen haben, noch immer aktiv ist.“
Die beiden Offiziere bestätigten den Befehl, und das Team setzte sich in Bewegung.
Als sie durch die Ruinen marschierten, wurde das wahre Ausmaß der arkadischen Baukunst deutlich. Die Gebäude waren weit über hundert Meter hoch, ihre Fassaden mit filigranen Gravuren und unbekannten Schriftzeichen versehen. Einige Strukturen bestanden aus einem Material, das den Blick zu verschlingen schien – ein dunkler, metallischer Stein, der kein Licht reflektierte.
„ Das hier ist nicht einfach eine Ruinenstadt“, sagte Aiko fasziniert. „Es ist fast so, als ob die Gebäude… lebendig gewesen wären.“
„ Wie meinen Sie das?“ fragte Varon.
Aiko deutete auf eine der Wände. „Sehen Sie diese Muster? Sie sind nicht nur dekorativ – sie bewegen sich leicht, als ob sie sich an veränderte Umweltbedingungen anpassen würden. Ich habe so etwas noch nie gesehen.“
Rykov schüttelte den Kopf. „Und Sie sagen mir, dass diese Stadt seit Zehntausenden von Jahren verlassen ist? Warum ist sie dann nicht zerfallen?“
„ Vielleicht ist sie das nicht ganz“, murmelte Aiko.
Varon spürte eine seltsame Beklemmung. Es gab kaum Anzeichen von natürlicher Erosion. In einer normalen Ruinenstadt hätte der Zahn der Zeit seine Spuren hinterlassen – eingestürzte Dächer, erodierte Mauern, von Pflanzen überwucherte Straßen. Doch hier? Nichts davon.
Es war, als ob die Stadt darauf wartete, wieder zum Leben zu erwachen.
Sie erreichten eine breite Straße, die in ein offenes Forum führte. In der Mitte stand ein gewaltiger Monolith – ein schwarzer Obelisk, auf dem sich fremdartige Symbole wanden.
„ Das könnte ein Tempel gewesen sein“, sagte Aiko. „Oder ein Archiv.“
Rykov hob seinen Scanner. „Ich empfange hier eine Energieladung. Sehr schwach, aber definitiv vorhanden.“
„ Eine aktive Quelle?“ fragte Varon.
„ Wenn ja, dann ist sie uralt. Aber sie ist noch nicht erloschen.“
Varon überlegte kurz. „Dann ist es unsere beste Spur. Sehen wir uns das an.“
Als sie sich dem Monolithen näherten, spürte Varon eine seltsame Spannung in der Luft – fast wie eine elektrische Aufladung.
Aiko legte eine Hand auf den dunklen Stein. „Er fühlt sich warm an.“
Plötzlich flackerte eine schwache Lichtspur über die Oberfläche des Obelisken. Die Muster begannen, sich in langsamen, schimmernden Wellen zu verändern.
„ Captain…“, sagte Rykov angespannt. „Ich glaube, wir haben etwas aktiviert.“
Varon zog seine Waffe. „Zurücktreten. Keiner fasst etwas an.“
Aiko wich langsam zurück, doch die Symbole begannen nun, sich schneller zu verändern. Eine Art holographische Projektion erschien in der Luft über dem Obelisken.
Eine Stimme ertönte. Tief, melodisch – und unheimlich verständlich.
„ Ihr seid zu früh. Die Zeit ist nicht reif.“
Varon spürte, wie sich sein Nackenhaar aufstellte. „Wer spricht da?“
Keine Antwort.
Die Projektion zeigte nun schemenhafte Gestalten – humanoide Wesen mit schlanken Gliedmaßen und leuchtenden Augen. Sie standen in Reihen, blickten zu etwas Gigantischem auf.
Und dann: Ein gewaltiger Schatten, der sich über die Projektion legte.
Ein Symbol erschien. Drei Kreise, die sich überschneiden – ein Zeichen, das Varon aus alten Mythen kannte.
„ Das ist das Wappen des vergessenen Imperiums…“, flüsterte Aiko.
Die Vision flackerte und verschwand. Der Obelisk wurde wieder still.
Rykov trat näher. „Was zur Hölle war das?“
„ Eine Erinnerung“, sagte Varon langsam. „Eine Botschaft. Und sie wusste, dass wir hier sind.“
Aiko sah ihn mit großen Augen an. „Das bedeutet… dass irgendjemand – oder irgendetwas – noch immer auf Arkadia existiert.“
Varon trat einen Schritt zurück. Der erste Blick auf Arkadia hatte ihnen mehr Fragen als Antworten gebracht.
Doch eine Sache war klar:
Diese Welt war nicht verlassen.
Die Welt Arkadia Prime lag in geheimnisvoller Stille vor ihnen. Die riesigen Bauwerke, die sich über die Wüstenebene erhoben, wirkten wie Wächter einer Vergangenheit, die sich gegen das Vergessen stemmte. Kein Wind streifte über die Ruinen, keine Tiere huschten zwischen den zerfallenen Straßen. Es war eine Stadt, die wie eingefroren in der Zeit wirkte – verlassen, aber nicht tot.
Kapitän Elias Varon, Aiko Sato und Commander Olan Rykov standen vor dem gigantischen Obelisken, dessen holographische Botschaft soeben erloschen war. Das Echo der mysteriösen Worte hallte noch in ihren Köpfen nach:
"Ihr seid zu früh. Die Zeit ist nicht reif."
Varon atmete tief durch und strich mit den Fingerspitzen über die kühle Oberfläche des Monolithen. Die fremdartigen Symbole, die vor wenigen Minuten noch in goldenem Licht pulsiert hatten, waren nun wieder reglos.
Aiko Sato, die Xenohistorikerin der Mission, trat einen Schritt zurück und betrachtete die Umgebung mit einem nachdenklichen Blick. „Diese Stadt ist anders als alle Ruinen, die wir jemals gefunden haben. Seht euch die Bauweise an – massive Strukturen aus einem Material, das dem Zahn der Zeit scheinbar trotzt. Und diese Symbole… sie erinnern mich an alte Schriftformen, aber ich kann keine direkten Parallelen ziehen.“
„ Das ist nicht das Erschreckende“, sagte Rykov düster. „Das Erschreckende ist, dass wir gerade mit einer aufgezeichneten Stimme aus der Vergangenheit gesprochen haben. Und sie wusste, dass wir hier sind.“
Varon nickte langsam. „Das bedeutet, dass irgendwo noch Energie existiert. Und wo Energie ist, könnte es noch mehr geben – Daten, Technologien… oder vielleicht sogar Überlebende.“
Die Vorstellung ließ eine kühle Stille zwischen ihnen entstehen.
„ Ich will, dass wir mehr über diese Stadt herausfinden“, sagte Varon schließlich. „Wir teilen uns nicht auf. Wir nehmen eine der Hauptstraßen und sehen, wohin sie uns führt. Sato, Sie dokumentieren alles. Rykov, halten Sie den Scanner im Auge.“
Sie bewegten sich durch die breiten Straßen der Stadt, die von gewaltigen Säulen gesäumt wurden. Überall lagen Überreste einer längst vergangenen Zivilisation – Statuen, die seltsam fremdartige Wesen darstellten, eingestürzte Brücken, die einst über Kanäle geführt haben mussten, und quadratische Gebäude mit weitläufigen, offenen Innenhöfen.
Die Stille war erdrückend.
„ Normalerweise erwarten wir in Ruinen dieser Größe Fossilien oder biologische Überreste“, murmelte Aiko. „Aber hier gibt es nichts. Kein einziges Skelett, keine Spuren von Leben. Es ist, als ob die Bewohner dieser Stadt einfach… verschwunden sind.“
„ Oder als ob sie nie wirklich gestorben sind“, erwiderte Rykov mit gedämpfter Stimme.
Aiko schauderte.
Plötzlich blieb sie stehen und kniete sich vor einer der massiven Wände nieder. Sie war mit feinen Gravuren überzogen – Schriftzeichen, die sich in kunstvollen Mustern aneinanderreihten.
„ Ich glaube, das ist eine Art Chronik“, sagte sie und strich vorsichtig mit den Fingern über die Symbole. „Vielleicht eine historische Aufzeichnung.“
Varon trat näher. „Können Sie es übersetzen?“
Aiko schüttelte den Kopf. „Noch nicht. Aber die Muster wiederholen sich in bestimmten Abständen. Das deutet darauf hin, dass es eine strukturierte Sprache war. Wenn wir mehr von diesen Gravuren finden, könnte ich eine Entschlüsselung versuchen.“
„ Dann werden wir das tun“, sagte Varon entschlossen.
Als sie weitergingen, führte die Straße sie in eine gewaltige Halle – möglicherweise ein Tempel oder eine Versammlungshalle. Hohe Säulen, die sich in einer Kuppel verloren, ragten um sie herum auf. Doch das Beeindruckendste war das, was in der Mitte des Raumes stand:
Ein riesiges, kreisförmiges Portal, eingefasst in metallische Strukturen, die mit den gleichen leuchtenden Symbolen überzogen waren, wie sie es bereits am Obelisken gesehen hatten.
„ Das… ist eine Art Tor“, hauchte Aiko ehrfürchtig.
Rykov hob den Scanner. „Hier gibt es immer noch schwache Energiefluktuationen. Das Ding könnte in irgendeiner Form noch aktiv sein.“
Varon trat langsam an die Struktur heran. Das Material fühlte sich seltsam an – kühl und glatt, aber gleichzeitig vibrierte es schwach unter seinen Fingern.
„ Wenn dieses Portal eine Art Transporttechnologie ist… dann könnte es zu etwas führen, das nicht hier auf Arkadia liegt“, sagte Aiko mit funkelnden Augen.
„ Oder es war ein Fluchtweg“, erwiderte Rykov düster. „Vielleicht wurde die Stadt aufgegeben, weil etwas noch Schlimmeres passiert ist.“
Varon ließ seine Finger über die Symbole gleiten.
Plötzlich begann das Portal leise zu summen.
„ Oh verdammt“, sagte Rykov. „Das war nicht gut.“
Ein schwaches Licht flackerte entlang der Gravuren, wanderte über das Metall und sammelte sich in der Mitte des Tores.
Aiko sog scharf die Luft ein. „Kapitän, treten Sie zurück!“
Varon wich einen Schritt zurück. Das Licht flackerte… und erlosch dann wieder.
„ Es ist instabil“, sagte Aiko, während sie nervös ihre Geräte überprüfte. „Aber es könnte Hinweise darauf geben, wohin es einst führte.“
„ Oder wer es zuletzt benutzt hat“, ergänzte Rykov.
Die Mission war mit einer einfachen Frage gestartet: War Arkadia Prime eine verlorene Zivilisation oder hatte es noch Geheimnisse zu offenbaren?
Jetzt wussten sie die Antwort:
Es war keine einfache Ruine. Es war ein Puzzle.
Ein Puzzle, das sie noch nicht vollständig verstanden.
Und irgendwo da draußen, vielleicht hinter diesem Tor oder in den Tiefen der Stadt, wartete die Wahrheit – die Wahrheit über das vergessene Imperium.
„ Wir sind noch nicht fertig“, sagte Varon schließlich. „Wir werden tiefer in die Stadt vordringen. Wenn es hier noch Daten gibt, dann müssen wir sie finden.“
Aiko nickte langsam. „Ich habe das Gefühl, dass Arkadia uns nicht nur gefunden hat… sondern dass es wollte, dass wir es finden.“
Varon war sich nicht sicher, ob ihn dieser Gedanke beruhigte oder ihm Angst machte.
Aber eines wusste er:
Sie waren nun Teil der Geschichte von Arkadia.
Und sie mussten herausfinden, wie sie endete.