Die Macht der Liebe - Cinzia Ceddia - E-Book

Die Macht der Liebe E-Book

Cinzia Ceddia

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Beschreibung

Liebe ist das Schönste und Wichtigste, was es überhaupt gibt. Doch ist es unseren Eltern oft nicht möglich, uns so zu lieben, wie wir es brauchen, um selbst liebesfähig zu werden. In diesem Buch erfährst du, wie die Macht von Gottes Liebe dich freisetzen kann. Seine Liebe überwindet alles! Finde heraus, was ER, dein Schöpfer, über dich denkt. Das allein ist entscheidend. Vielleicht war der Start in dein Leben nicht so gut. Vielleicht quälen dich Enttäuschungen, Verletzungen oder Traumen. Du darfst sie von Gott heilen lassen, damit deine Vergangenheit nicht mehr deine Gegenwart bestimmt. Dann kannst du dein Leben genießen und andere dabei unterstützen, sich selbst und andere zu lieben! Die Autorin weiß, wovon sie schreibt. Als Baby wurde sie weggegeben. Gefühle der Ablehnung, Minderwertigkeit, Selbsthass und Sinnlosigkeit waren ihr mehr als vertraut. Gefangen in einem kaputten Selbstbild, geriet sie in Süchte hinein. Doch durch Gottes Wort und seine Liebe konnte sie nach und nach die Lügen in ihrem Leben aufdecken und heilen lassen. Mit diesem Buch möchte sie auch dir helfen, ein siegreiches und glückliches Leben zu führen.

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Seitenzahl: 273

Veröffentlichungsjahr: 2023

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Cinzia Ceddia

Die Macht der Liebe

Wie Gottes Liebe uns heilt und freisetzt, um uns selbst und andere zu lieben

GloryWorld-Medien

 

 

 

 

 

1. Auflage 2023

© 2023 Cinzia Ceddia

© 2023 GloryWorld-Medien, Xanten, Germany, www.gloryworld.de

Alle Rechte vorbehalten

Bibelzitate sind, falls nicht anders gekennzeichnet, der Lutherbibel, Revidierte Fassung von 2017 entnommen. Hervorhebungen wurden durch die Autorin vorgenommen. Texte in eckigen Klammern entstammen der Fußnote der jeweiligen Übersetzung.Weitere Bibelübersetzungen:

ELB: Elberfelder Bibel, Revidierte Fassung von 2006HFA: Hoffnung für alle, Basel und Gießen, 1983NeÜ: Neue evangelistische Übersetzung © 2013 Karl-Heinz VanheidenNGÜ: Neue Genfer Übersetzung, 2009NLB: „Neues Leben. Die Bibelübersetzung“, Holzgerlingen, 2017SLT: Schlachter 2000ZÜR: Zürcher Bibel (Ausgabe 2007)

Das Buch folgt den Regeln der Deutschen Rechtschreibreform. Die Bibelzitate wurden diesen Rechtschreibregeln angepasst.

Lektorat: Klaudia WagnerSatz: Manfred MayerUmschlaggestaltung: Jens Neuhaus, www.7dinge.deUmschlagmotiv: Pixabay

ISBN (epub): 978-3-95578-724-0ISBN (Druck): 978-3-95578-624-3

 

 

Inhalt

Einführung

Teil I: Von Ablehnung frei werden

1 Einsam und verlassen

2 Geboren, um zu lieben

3 Bühnenreif

4 Liebst du dich?

5 Dein Selbstbild

6 Im Angesicht meiner Feinde

7 Die Wurzel und ihr Ursprung

8 Schuld und Scham

9 Vergeben

10 In der Fülle leben

11 Zur Freiheit berufen

Teil II: Ein lebensverändernder Prozess

12 Körper, Seele, Geist

13 Neuer Geist – Erneuerung der Seele

14 Was denkst du?

15 Das Prinzip von Saat und Ernte

16 Sammle Schätze in deinem Herzen

17 Was hast du im Sinn? Was hast du vor?

18 Umwege – nein, danke!?

19 Was siehst du?

20 Sei fokussiert!

21 Sammelt euch Schätze im Himmel

22 Hast du ein Vorbild?

Teil III: Finde deine Bestimmung 109

23 Hat Gott wirklich gesagt …?

24 Fast entführt – Die unbeantworteten Fragen im Leben

25 Das Wartezimmer Gottes

26 „Andere können es aber besser“

27 Du bist mein!

28 Genieße dein Leben!

29 Gehorsam bringt Segen

Teil IV: Du stehst auf der Siegerseite

30 Herr, ich bin nicht bereit dafür …

31 Lass los, was dich zurückhält!

32 Der Hürdenlauf

33 Der Herr sieht

34 Bist du bereit?

35 Der Herr ist mein Hirte

36 Kämpfe den guten Kampf

Teil V: Die Macht der Liebe

37 Nach Liebe suchend

38 Die Liebe

39 Du bist einzigartig!

40 Die Sprache der Liebe

41 Ich habe dein Leid gesehen

42 Love Revolution

 

 

Einführung

Jeder Mensch sehnt sich tief in seinem Inneren danach, geliebt zu werden. Wie wunderbar ist es, selbst so voller Liebe zu sein, dass man sie an andere weitergeben kann! Ich selbst hätte nie gedacht, dass so etwas Herrliches möglich ist. Vor allem nicht bei mir …

Gefangen in der Ablehnung, die mir bereits in meiner sehr frühen Kindheit entgegengebracht wurde, fing ich an, mich auch selbst abzulehnen. Ich wuchs elf Jahre bei einer Pflegefamilie auf. Dadurch hatte ich zwei Mütter und zwei Väter – und dennoch fühlte ich mich als Waisenkind. Ich konnte weder Liebe annehmen, noch sie weitergeben und war total liebesunfähig. Ein Gebot in der Bibel hat mein Leben grundlegend revolutioniert. Ein Gebot, das auch dein Leben komplett verändern kann:

Er antwortete und sprach: „Du sollst den Herrn, deinen Gott, lieben von ganzem Herzen, von ganzer Seele und mit all deiner Kraft und deinem ganzen Gemüt, und deinen Nächsten wie dich selbst (Lukas 10, 27).

Da war der Haken: Dass Gott mich liebt, konnte ich gerade noch glauben. Aber ich mich selbst? Und dann noch meinen Nächsten? Das war für mich eine Nummer zu groß und eine scheinbar unüberwindbare Hürde. Das war einfach zu viel für meinen Verstand. Aber Gott spricht. Und wenn er spricht, dann hat er eine Absicht und eine Lösung für dich und für mich.

Ich bin Gott sehr dankbar, dass du dich entschieden hast, dieses Buch zu lesen. Ich bete, dass es dich ermutigen wird, weitere Schritte zu gehen. Und ich bete, dass dir dieses Buch dabei helfen wird, die Barrieren in deinem Leben niederzureißen. Dass du von der vollkommenen Liebe des himmlischen Vaters so ergriffen wirst, dass du erfüllt von Liebe übersprudelst.

Du bist von Gott geliebt, um zu lieben. Du bist von Gott gesegnet, um zu segnen. Denn er hat einen göttlichen Plan für dich. Er möchte dich in die totale Freiheit führen, die er für seine Kinder vorbereitet hat. Du hast eine Bestimmung – finde sie heraus!

Lass dich auf diese Reise ein. Du wirst überrascht sein.

Wozu dieses Buch gedacht ist: Lesen und vertiefen

Dieses Buch beinhaltet pro Kapitel neben dem Lesetext einen Vertiefungsteil. Das soll dir dabei helfen, das Gelesene zu verinnerlichen und anzuwenden. Die Fragen sind ein effektives Instrument, um das Thema zu vertiefen. Außerdem regen sie dich dazu an, dir selbst Gedanken zu machen, wodurch du zu einer persönlichen Einsicht in die Dinge gelangst. Auf diese Weise kannst du viel mehr Nutzen aus dem Buch ziehen.

Mir ist bewusst, dass die vielen Fragen möglicherweise lästig sind. Ich ermutige dich aber trotzdem, sie gewissenhaft zu beantworten. Sie helfen dir, Probleme zu lösen und bestimmte Zusammenhänge und Konsequenzen zu verstehen. Du wirst merken, dass das gut investierte Zeit ist, da du hinterher viel klarer sehen kannst.

Wenn dir die Schreiblinien nicht ausreichen, verwende ruhig ein separates Blatt und schreibe dir alles von der Seele, was dir zum jeweiligen Thema einfällt.

Ich wünsche dir von Herzen eine segensreiche Zeit beim Lesen!

 

 

Liebe dein Leben,denn indem du es liebst,lebst du es!

Leo Tolstoi

 

TEIL I: VON ABLEHNUNG FREI WERDEN

 

Kapitel 1: Einsam und verlassen

Ich war noch nicht einmal auf die Welt gekommen, als meine Eltern schon darüber gesprochen hatten, mich wegzugeben. Der Zeitpunkt, in dem meine Mutter mit mir schwanger wurde, war ungünstig. Im Jahr meiner Geburt hatten sie beschlossen, in unserer Heimat Italien ein Haus zu bauen. Aus diesem Grund war von vornherein klar, dass meine Mutter sehr schnell wieder Geld verdienen musste.

Als ich gerade einmal acht Wochen alt war, ging meine Mutter auch schon wieder arbeiten. Sie brachte mich im Wechsel mal zu ihrer Schwester, mal zur besten Freundin oder auch zur Nachbarin, die bei uns im Haus wohnte. Ich wurde mehr oder weniger hin und her geschoben.

Da das keine Dauerlösung war, suchten meine Eltern nach einer Alternative, und so kam ich im Alter von nur sechs Monaten zu einer Pflegefamilie, die zehn Kilometer von meinen Eltern entfernt wohnte. Dabei hätte meine Mutter mit meinem Vater nur die Schicht wechseln müssen. Doch stattdessen gaben sie ihr Baby in fremde Hände. Ich verbrachte dort die ersten 11 Jahre meines Lebens.

Als jüngstes Pflegekind wurde ich oft benachteiligt. Wir waren jahrelang fünf Kinder: Ein eigener Sohn, eine adoptierte Tochter und mit mir zusammen drei Pflegekinder. Unsere Schlafzimmer befanden sich im oberen Stockwerk. Ich hatte mein eigenes kleines Zimmer. Oft musste ich allein zu Bett gehen. Ich hatte Angst. Nachts plagten mich häufig Alpträume; es waren immer die gleichen. Schweißgebadet wachte ich auf, mit meinen Füßen gegen die Wand gestemmt. Ich versuchte „rauszukommen“, um mich zu befreien – und habe es nie geschafft. Immer wieder nässte ich auch ins Bett.

Meine Pflegemutter war streng und dominant. Ich wuchs mit sehr wenig Spielraum und vielen Regeln auf. Ihr Motto war: Erst die Arbeit, dann das Vergnügen. Freunde hatte ich so gut wie keine. Am Tisch musste ich so lange sitzen bleiben, bis ich alles aufgegessen hatte. Manchmal saß ich um 14 Uhr noch am Tisch.

Mein Frust wuchs mit den Jahren immer mehr. An einem Sonntagabend, meine Eltern hatten mich gerade wieder hingefahren, erlitt ich einen Nervenzusammenbruch. Mein Pflegebruder fand das witzig und lachte mich dabei aus.

Ich entwickelte Verhaltensstörungen und litt unter nervösen Ticks – gleich an mehreren. Auf meiner Haut machte sich das durch eine Schuppenflechte bemerkbar. Zusätzlich bekam ich noch eine Gürtelrose, von der sonst eher ältere Menschen betroffen sind. Sie kann aber auch durch ein geschwächtes Immunsystem kommen. Mein damaliger Kinderarzt wunderte sich jedenfalls. Außerdem litt ich jahrelang unter heftigem Kopfhautjucken. Das waren alles stressbedingte Erscheinungen. Ich musste sehr viel in mich hineinschlucken. Wenn ich mich weinend an meine Mutter wandte, antwortete sie nur, ich müsse machen, was mir meine Pflegemutter sage. Meine Seele wurde immer mehr gebrochen.

Was passiert, wenn eine menschliche Seele nicht genügend Liebe und Zuneigung erhält? Sie verkümmert innerlich und kann sich nicht richtig entwickeln. Denn jeder Mensch braucht Liebe, Annahme und Geborgenheit, um sich gesund zu entfalten und seelisch stark werden zu können. Bei einem Mangel entstehen Defizite in unserer Charakter- und Persönlichkeitsbildung. Wenn man Ablehnung erfährt, gibt man sich oft selbst die Schuld. „Ich werde abgegeben oder nicht ernst genommen; das ist wohl meine Schuld. Ich bin nichts wert. Das sind ja meine Eltern, sie machen doch nichts falsch …“ – oder vielleicht doch?

Es gibt verschiedene Charaktere. Der Charakter beschreibt die Eigenschaften und Merkmale einer Persönlichkeit. Bei jedem Menschen ist die Persönlichkeit anders. Das macht uns wiederum auch so besonders und einmalig als Individuen.

Wir werden zum größten Teil in unserer frühen Kindheit geformt, vor allem in den ersten Lebensjahren, wo wir noch am schwächsten und am stärksten beeinflussbar sind. Eine gesunde Entwicklung bedarf einer gesunden Beziehung. Wer prägt denn hauptsächlich unser Leben? Zuallererst unsere Eltern, gefolgt von Geschwistern, Lehrern, Vorgesetzten, Freunden und Vorbildern. Die Erfahrungen und Erlebnisse während dieser Zeit entwickeln entweder das, was Gott in uns hineingelegt hat – unsere einzigartigen Fähigkeiten und Begabungen –, oder sie pressen uns in eine gelernte Rolle. Sie formen bzw. verformen uns.

Was sagt denn Gott über dich? Er hat dich nach seinem Bild geschaffen! Und genau deshalb hasst dich der Teufel.

Und Gott schuf den Menschen zu seinem Bilde, zum Bilde Gottes schuf er ihn; und schuf sie als Mann und Frau (1. Mose 1,27).

Nach seinem Bild heißt: ihm ähnlich.

Als er dich geschaffen hat, empfand er das Ergebnis – nämlich dich – als sehr gut. Nicht nur als gut, sondern als sehr gut! Er hat sich außerordentlich über dich gefreut.

Und Gott sah alles, was er gemacht hatte, und siehe, es war sehr gut …(1. Mose 1,31 ELB).

Selbst wenn deine Eltern dich nicht gewollt haben und du Ablehnung erfahren hast, so hat doch Gott – dein dich liebender himmlischer Vater – dich gewollt. Du bist sein Wunschkind. Das ist die Wahrheit. Das sollst und darfst du glauben! Du bist kein Unfall oder gar ein Zufall der Natur. Du bist auch nicht zu früh oder zu spät geboren, sondern genau zur richtigen Zeit und am richtigen Ort. Er hat dich wunderschön gemacht, denn du bist sein Abglanz – ein Königskind. Gott möchte dich von innen heraus stärken; das herausholen, was er in dich hineingelegt hat. Ja, auch du hast von Gott Gaben und Talente bekommen. Du fragst dich jetzt vielleicht welche? Finde es heraus!

In einem anderen Kapitel schreibe ich von Gideon. Was für ein himmelweiter Unterschied, wie er sich selbst sah und wie Gott, sein Schöpfer, ihn sah – mit ganz anderen Augen!

So sieht er auch auf uns: mit seinen liebenden Augen. Er kennt uns in- und auswendig (vielleicht manchmal mehr als uns lieb ist), und doch liebt er uns. Er weiß ganz genau, wie du dich fühlst und welche Gedanken dich umgeben. Habe Mut, ihn an dich heranzulassen. Klar, das kann auch herausfordernd sein. Er würde dich aber zu nichts zwingen, was du nicht möchtest. Er würde dir auch nie etwas abverlangen, was du nicht leisten kannst.

 

Vertiefen und anwenden

Einsam und verlassen

Du kannst von vielen Menschen umgeben sein – und dich doch einsam fühlen. Unsere ersten Lebensjahre sind richtungsgebend für unsere Zukunft. Unsere Erfahrungen im Kindesalter beeinflussen und prägen unser Leben.

Was hat dich deiner Meinung nach in deiner Kindheit negativ beeinflusst bzw. geprägt?

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Wie kommst du darauf? Bekommst du das jetzt in deinem Leben zu spüren?

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Hast du Ablehnung erfahren? Wenn ja, in welchem Bereich?

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Was wirst du unternehmen, um davon frei zu werden?

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Kapitel 2: Geboren, um zu lieben

Ich fasse nochmals kurz zusammen: Als Gott uns Menschen schuf, war er glücklich – sehr glücklich.

Er schuf zunächst die Umgebung für die Menschen: die Meere und das Festland, die Tiere und die Pflanzenwelt; ebenso gestaltete er Tag und Nacht wie auch die Weiten des Universums mit Sonne, Mond und Sternen. Und Gott fand das alles gut. Dann aber sagte er: „Lasst uns Menschen schaffen nach unserem Ebenbild.“ Und als er das getan hatte, musste er einfach feststellen, wie gut es war, uns geschaffen zu haben.

Weshalb schuf Gott Menschen? War ihm etwa langweilig? Nein, er wollte ein Gegenüber haben, jemanden, den er lieben konnte – und der ihn zurücklieben würde. Kein Tier oder Baum konnte ein Gegenüber für ihn darstellen. Er entschied sich daher für dich und für mich, um sich mitteilen und eine Beziehung zu uns, seinen Kindern, aufbauen zu können. Der Grund für diese Entscheidung war pure Liebe.

Wenn wir Christen sind, so glauben wir, dass Gott uns liebt. Aber wissen wir auch, dass er von uns geliebt werden möchte? Kann das denn sein? Ja, denn du wurdest aus Liebe geboren; und da du sein Gegenüber bist, wünscht er sich, auch von dir geliebt zu werden.

Und du sollst den HERRN, deinen Gott, lieben mit deinem ganzen Herzen und mit deiner ganzen Seele und mit deiner ganzen Kraft (5. Mose 6,5 ELB).

Da steht nicht: „mit einem Viertel deines Herzens“, „mit der Hälfte deines Herzens“ oder von mir aus „mit einem Dreiviertel deines Herzens“. Nein! Er möchte die Liebe deines ganzen Herzens. Er möchte dich komplett haben – mit Haut und Haaren. Am Stück, so wie du bist. Denn er liebt dich. Er sehnt sich danach, von dir zurückgeliebt zu werden. Als ich das verstanden hatte, überraschte mich das zuerst. Aber nun bin ich begeistert davon, dass er auch meine Liebe möchte.

Bevor man Jesus verurteilte, wurde er von Petrus dreimal verleugnet – und zwar aus Angst. Im Anschluss an diese Begebenheit lesen wir in Johannes 21,15-17, wie Jesus Petrus dreimal nach seiner Liebe zu ihm fragte. Jesus sprach dabei zweimal von der Agape (griech.) – der bedingungslosen und göttlichen Art von Liebe. Doch Petrus antwortete ihm jedes Mal mit Philea – der freundschaftlichen Liebe. Nun, das ist ein wesentlicher Unterschied! Die Agape liebt, Punkt. Ohne zu zweifeln, bedingungslos. Die freundschaftliche Liebe hingegen ist nicht immer so standhaft. Sie kann variieren und von verschiedenen Umständen abhängig sein. Eine freundschaftliche Liebe kann zerbrechen.

Mich berührt in diesen Versen der Bibel, dass Jesus explizit die Frage stellt: „Liebst du mich?“ Und er möchte das auch dich fragen: „Liebst du mich?“ Wie antwortest du ihm? Mit: „Ja, klar liebe ich dich!“ Oder mit: „Ein bisschen … ich weiß nicht so genau …“?

Lass dir vielleicht auch einfach Zeit, bis du ihm eine Antwort gibst.

Er möchte deine ganze Liebe für sich haben. Wie in 5. Mose erwähnt: „von ganzem Herzen“.

„Liebst du mich?“, hatte Jesus Petrus gefragt. Und wie antwortete er? „Ja, klar hab‘ ich dich lieb, Herr!“ Doch das war nicht die Frage gewesen. Das wäre in etwa so, wie wenn mein Mann mich fragen würde: „Cinzia, liebst du mich?“ Und ich antwortete ihm mit voller Überzeugung: „Ja, klar hab‘ ich dich lieb!“ Merkst du den feinen Unterschied? In der griechischen Sprache ist das deutlicher, da zwei verschiedene Begriffe verwendet werden – agapao und phileo – wie oben bereits beschrieben.

Zweimal fragt Jesus Petrus nach der Agape (der bedingungslosen Liebe), beim dritten Mal verwendet er nur noch Phileo (die freundschaftliche Zuneigung). Das versteht Petrus und wird betrübt. Dreimal hatte er Jesus verleugnet und dreimal fragte Jesus ihn hier nach seiner Liebe, wobei er beim dritten Mal Abstriche macht.

Ich denke, dass Petrus in dieser Begegnung mit seinem alten Ich konfrontiert wurde. Jesus spricht ihn dabei auch nicht mit „Petrus“ an – dem neuen Namen seiner göttlichen Berufung –, sondern mit „Simon, Sohn des Jonas“, sozusagen seinem bürgerlichen Namen. Jesus wollte sichergehen, dass Petrus seiner Berufung als Menschenfischer nachgehen würde, denn nach Jesu Kreuzigung hatte er wieder in seinen alten Beruf als Fischer zurückkehren wollen. Er war wohl innerlich zermürbt und traurig, weil er Jesus verleugnet hatte, und fühlte sich nicht mehr berufen und würdig, Jesus nachzufolgen. Aus diesem Grund konfrontierte Jesus ihn nach der Auferstehung und zeigte ihm, was da noch in seiner Seele steckte, um ihn von dieser traumatischen Erfahrung zu befreien und zu heilen und um seine Berufung zu erneuern: „Weide meine Lämmer! … Hüte meine Schafe! … Weide meine Schafe!“ (Johannes 21,15-17 ELB).

So ist unser himmlischer Vater. In seiner großen Liebe und Barmherzigkeit möchte er uns frei machen von allem, was uns daran hindert, ihm zu folgen und ihn zu lieben. Er möchte uns helfen. Konfrontiert zu werden, ist oft schmerzhaft. Wer möchte das schon? Das Resultat davon soll jedoch nicht Zerstörung, sondern Heilung sein.

Wie gehen wir mit Konfrontation und konstruktiver Kritik um? Petrus wurde mit sich selbst konfrontiert. Die Absicht war nicht, ihn zu verurteilen, sondern ihm zu helfen, den Willen Gottes zu tun und auch zu erkennen, was sich noch in seiner Seele bzw. seinem Herzen bewegte. Wir tun gut daran, wenn wir konstruktive Kritik annehmen. Das kann helfen, Haltungen in unserem Herzen, die nicht mit Gottes Wort konform sind, daraus zu verbannen. Und das hilft uns beim Weiterkommen.

Merke: Jesus klagt uns nicht an.

So gibt es nun keine Verdammnis für die, die in Christus Jesus sind (Römer 8,1).

Vertiefen und anwenden

Geboren, um zu lieben

Gott hat uns Menschen geschaffen, weil er ein Gegenüber haben wollte. Sein Motiv war Liebe. Die Liebe lebt vom Geben und Nehmen; es findet ein Austausch statt. Er hat sich gefreut, als er dich geschaffen hat.

Kannst du es glauben und auch annehmen, dass er dich liebt und Gemeinschaft mit dir haben möchte?

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Mit welcher Liebe liebst du ihn? Mit der Phileo (der freundschaftlichen Zuneigung) oder mit Agape (der bedingungslosen Liebe)? Schreibe deine Empfindungen hierzu auf.

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Kapitel 3: Bühnenreif

Als Kind träumte ich von der Bühne. Mir gefiel die Idee, da oben zu stehen, während mich die Menschen anschauen würden, um zu sehen, was ich kann. Damals zog ich mir die Kleider von meiner drei Jahre älteren Pflegeschwester an. Dann tat ich so, als liefe ich als Model auf dem Laufsteg. Meine Pflegeschwester war meine Zuschauerin und mein Fan. Sie war begeistert. Wir fanden das beide toll. Mein Ziel war, dies eines Tages zu erreichen. Hinter diesem Traum, auf der Bühne zu stehen, verbarg sich der tiefe Wunsch nach Liebe und Aufmerksamkeit. Ich wollte gesehen und akzeptiert werden. Als junge Erwachsene wurde ich dann tatsächlich fast zeitgleich von einem Fotographen und dann von einem männlichen Model und Tänzer angesprochen – ob ich modeln und tanzen wolle. Mein Traum wurde wahr.

Es folgte ein dreimonatiger Model-Kurs. Dort lernte ich verschiedene Schritt- und Drehkombinationen. Der Kurs war noch nicht ganz beendet, als es auch schon losging. Ich stand mit der Tanzgruppe regelmäßig vor vielen Menschen auf der Bühne. Wir reisten durch halb Deutschland. Sogar in Wien hatten wir einmal einen Auftritt. Ich lief auf Modeschauen und war Haarmodel eines renommierten Friseurs. Man buchte mich auch als Gogo-Girl, worauf ich wirklich nicht stolz bin. Da tanzte ich in Discos in Käfigen – und das nicht gerade mit einem Mantel bekleidet. Damals genoss ich es. Tanzen war meine Leidenschaft.

Das alles konnte mein Herz aber nicht füllen. Es blieb kalt und leer. Der Applaus und die Blicke der Menschen konnten mir nicht helfen, aus der Ablehnung und Traurigkeit herauszukommen. Aber warum nicht? Was war los? Ich lebte doch meinen Kindheitstraum aus. War mittendrin. Und doch hat mir das alles nichts geben können.

Denn was hilft es dem Menschen, wenn er die ganze Welt gewinnt, aber sein Leben verliert? Oder was kann der Mensch als Lösegeld für sein Leben geben? (Matthäus 16,26 SLT).

Kein Ruhm, keine Reichtümer dieser Welt können dich wirklich glücklich machen. Du kannst alles besitzen – ein schönes Haus haben, einen tollen Partner, eine verschmuste Katze –, das alles kann nicht in vollem Maße dein Herz erfüllen und dein Leid wegnehmen. Gott allein kann dir geben, was du wirklich brauchst. Nur er weiß ganz genau, wie es in dir aussieht. Er sieht und kennt deine Gedanken. Die Menschen um dich herum sehen nur dein Äußeres. Gott dein Schöpfer sieht dagegen tief in dein Inneres hinein! Er weiß, wie es um dich steht und was du benötigst.

Oft wünschen wir uns, dass uns eine nahestehende Person einen Befreiungsstoß gibt – uns also hilft, aus unserer Höhle herauszukommen. Das kann natürlich auch hilfreich sein, indem wir Ermutigung erhalten. Aber in der Bibel werden wir dazu ermutigt, auf den Herrn zu vertrauen und nicht auf Menschen.

Es ist besser, sich bei dem HERRN zu bergen, als sich auf Menschen zu verlassen (Psalm 118,8 ELB).

Ein Mensch kann uns enttäuschen, egal, wie nah er uns stehen mag. Es muss nicht einmal mit Absicht passieren. Da wir aber Menschen sind, sind wir nicht fehlerlos. Jeder hat sein Päckchen zu tragen und kämpft mit gewissen Schwächen. Oftmals erwarten wir aber, von unseren Eltern, Kindern oder Partnern verstanden zu werden. Wir machen unseren seelischen Zustand von ihnen abhängig. Dabei sind sie gar nicht in der Lage, uns voll und ganz zu verstehen, selbst wenn sie es wollten. Du kannst dich noch so bemühen, um Lob, Anerkennung oder Bewunderung zu erhalten, aber was du suchst und tatsächlich brauchst, kannst du nur bei deinem himmlischen Papa bekommen. Er wird dich nie und nimmer enttäuschen! Er ist dein Helfer. Er kommt nie zu spät. (Jemand sagte einmal, dass er aber auch nicht zu früh kommt ☺.)

Vertiefen und anwenden

Bühnenreif

Jeder Mensch hat Sehnsüchte und Träume. Wir leben in einer materiellen Welt. Wenn du in Deutschland lebst, gehörst du schon zu den reichsten Menschen der Erde. Wir haben genügend zu essen und ein Dach über dem Kopf – wirf nur einmal einen Blick in die armen Länder! Und doch ist unser Herz oft unerfüllt, nie zufrieden und möchte immer mehr.

Welche(s) Ziel(e) verfolgst du in deinem Leben? Wonach sehnst du dich?

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Gibt es etwas, das dich daran hindert, dieses Ziel zu erreichen?

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Suchst du Ruhm und Anerkennung bei den Menschen? In welchen Situationen und bei wem?

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Bist du glücklich? Schreibe den Grund auf.

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Kapitel 4: Liebst du dich?

Die Antwort darauf ist wirklich entscheidend für dein Leben! Gerade wenn man viel Ablehnung erfahren hat, ist die daraus resultierende Konsequenz, dass man sich selbst ablehnt und demnach auch nicht liebt. In der Kindheit versteht man vieles noch nicht. Wenn man abgelehnt und nicht verstanden wird, sucht man gerne, auch unbewusst, die Schuld bei sich selbst. Man hinterfragt sich, und ständig kreist im Kopf der Gedanke, dass etwas mit der eigenen Person nicht stimmt. Tausende Male war ich selbst davon betroffen.

„Man kann nur geben, was man selbst empfangen oder gelernt hat. Alles andere muss man sich aneignen und erkämpfen.“ Diesen Satz habe ich schon von einigen Menschen gehört. Ein sehr wichtiges Gebot in der Bibel besagt, dass wir unseren Nächsten lieben sollen wie uns selbst. Ich war dazu nicht fähig, weil ich keine Liebe erhalten hatte. Doch ich wollte liebesfähig sein. Das wünschte ich mir von ganzem Herzen. Daher musste ich an mir arbeiten. Ich wusste aber nicht, wie ich das anstellen sollte. In meiner Verzweiflung rief ich zu Gott.

Eines Tages kam mir plötzlich gerade dieser Bibelvers in den Sinn, dass ich meinen Nächsten lieben solle, wie mich selbst. Wie mich selbst? Das traf mich. Es wurde in diesem Moment zu einem „Rhema“, also einem aktuellen Wort Gottes für mich – lebendig und greifbar. Wie mich selbst … das war ja gerade das Problem! Und was nun?

Nun wusste ich zwar, dass ich genau da ansetzen musste – das war der Schlüssel für mich –, aber es schien so schwer und unerreichbar. Wie sollte ich das schaffen? Mein ganzes Leben lang hatte ich mich nicht geliebt. Selbst mein Mann wusste sich schließlich keinen Rat mehr und sagte mir eines Tages: „Jetzt bist du dran, mir Liebe zu zeigen.“ Ich erblasste. Was, ich? Wie denn? Ich war verzweifelt.

Gefühlsmäßig zog mein ganzes Leben an mir vorbei. Ich verspürte eine zentnerschwere Last auf mir. In meiner großen Not wandte ich mich an Gott. Und er gab mir eine Strategie.

Ich fing an, mir bestimmte ermutigende Bibelverse aufzuschreiben, die ich eine Zeit lang täglich über mich aussprach. Mein Büro tapezierte ich mit Postkarten – alle über das Thema Liebe. Regelmäßig dankte ich Gott für seine Liebe mir gegenüber.

Es hat gedauert, bis dieser Same der Wahrheit tief in mein Herz gefallen war. Aber ganz ehrlich: Wenn er uns liebt, können und sollen wir uns auch selbst lieben. Wer sind wir denn, dass wir uns selbst ablehnen, wo doch Jesus einen so hohen Preis am Kreuz für uns bezahlt hat? Er kam als Mensch auf die Erde, um ein Werk zu vollenden: Um für unsere Sünde und Schuld zu sterben, damit wir freien Zugang zu Gott haben. Dadurch, und nur dadurch, können wir frei von unserer alten, sündigen Natur werden. Was hat ihn dazu bewegt? Nur eins: die LIEBE.

Diese Liebe ist das größte Geschenk an uns. Du darfst es dankend annehmen. Es ist auch dein Geschenk! Geschenke sind schön. Du freust dich bestimmt, wenn du eins bekommst. Du musst es aber auspacken, um den Inhalt zu sehen. Sonst weißt du nicht, was sich hinter dem Geschenk verbirgt. Finde Gottes Liebe heraus, indem du dich seiner Liebe zuwendest. Öffne ihm und dir gegenüber dein Herz.

Lasst uns lieben, denn er hat uns zuerst geliebt (1. Johannes 4,19).

Gott, unser Vater, hat den ersten Schritt auf uns zugemacht. Er ist der Ursprung aller Liebe. Er hat sie „erfunden“. Also fließt die Liebe aus ihm heraus – auf uns und in uns hinein. Gerade sehe vor meinen inneren Augen einen Wasserfall. Wenn wir uns darunter stellen, werden wir von Wasser umspült. Es erfrischt uns. Wenn wir uns Gott komplett hingeben, werden wir von seiner Liebe total erfasst und umgeben. Dadurch werden wir fähig, unseren Nächsten, uns selbst und natürlich ihn zu lieben.

Seine Liebe ist unbeschreiblich. Sie ist vollkommen. Durch seine Liebe werden wir fähig, anderen und uns selbst zu vergeben. Seine Liebe besitzt die Kraft, dich komplett wiederherzustellen und aufzurichten, egal in welchem Bereich. Nimm diese wundervolle Liebe für dich in Anspruch! Sag ja zu dir selbst, akzeptiere und liebe dich. Als ich das lernte, hörte ich damit auf, mich selbst zu bekämpfen – denn in diesem Kampf hatte ich ständig gestanden, mit mir selbst und gefühlt mit der ganzen Welt. Zu lieben bedeutet zu ertragen, auszuhalten, zu vergeben. Das schließt auch dich selbst ein!

Liebe dich selbst, und alles andere wird sich von selbst ergeben.

Lucille Ball

Sich selbst zu lieben bedeutet, ein erfülltes, glückliches Leben zu führen. Wenn du dich selbst liebst und annimmst, kannst du dich besser um dich kümmern und auch anderen mit Liebe und Respekt begegnen, denn aus dir wird dann nichts Ablehnendes mehr hervorkommen können, weil dein Herz frei von Selbstablehnung ist.

Vertiefen und anwenden

Liebst du dich?

Sich selbst zu lieben, ist der Schlüssel, um ein glückliches und erfülltes Leben zu führen. Sich selbst zu lieben heißt, auch seine Schwächen anzunehmen. Gott liebt dich! Er hat dich zuerst geliebt. Also kannst und sollst du dich selbst ebenfalls lieben.

Liebst du dich? Ja/nein, weil …

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Hast du während deiner Kinder- und Jugendzeit Liebe und Annahme erfahren? Hast du eine besondere Erinnerung daran?

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Wie gehst du mit deinen Mitmenschen um? Finde Beispiele.

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Fällt es dir leichter, andere zu lieben und zu respektieren, als dich selbst? Weshalb?

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Kapitel 5: Dein Selbstbild

Um ein erfülltes Leben führen zu können, ist das Selbstbild, das man von sich hat, enorm wichtig und richtungsgebend. Wie du dich im Inneren siehst, so wird es im Äußeren zum Ausdruck kommen. Stell dir also einmal die Frage: Wie trete ich vor Menschen auf? Vor Menschen, die ich liebe bzw. vor Autoritätspersonen?

Dein Selbstbild trägst du in deinem Inneren, in deinem Herzen. Oft aber hat man ein verzerrtes Bild von sich selbst. Man sieht sich nicht, wie man wirklich ist. Die Sicht ist vernebelt.

Wie du dich selbst siehst, ist also eine entscheidende Frage. Bist du im Einklang mit der Weise, wie Gott dich sieht? Oder ist dein Selbstbild verzerrt und gebrochen? Davon hängt nämlich dein Lebensstil ab.

Mein Selbstbild war sehr kaputt und verzerrt. Mein eigenes Spiegelbild war gefühlt in 10.000 Scherben zersprungen. Ich habe mich früher gehasst und als hässlich empfunden. Wenn ich in den Spiegel schaute, verabscheute ich mich oft, obwohl ich von anderen immer wieder das Gegenteil hörte; doch das kam bei mir nicht an, weil ich mich in meinem Inneren ablehnte.

Auch das Leben als Tänzerin und Model konnte mein Selbstbild nicht korrigieren. Ich fühlte mich alt und nutzlos. Aus diesem Grund fiel es mir schwer, Gottes Gedanken über mich zu glauben und zu akzeptieren. Einmal habe ich sogar mein eigenes Spiegelbild angespuckt. Ich konnte mich einfach nicht leiden. Am liebsten wäre ich vor mir selbst abgehauen, aber so etwas gibt es nur in Science-Fiction-Filmen.

Man liest in Zeitschriften, dass man ist, was man isst. Da ist zum Teil auch etwas Wahres dran. Meine Erfahrungen haben allerdings gezeigt, dass du bist, was du über dich denkst und glaubst.

Wir kennen alle das Märchen Schneewittchen. Schneewittchens Stiefmutter, die Königin, wollte stets die Schönste sein. Sie suchte immer wieder die Bestätigung von ihrem Spiegel: Spieglein, Spieglein an der Wand, wer ist die Schönste im ganzen Land? Jedes Mal, wenn der Spiegel antwortete, dass sie die Schönste sei, war sie zufrieden. Dann war alles gut – dachte sie zumindest. Sie war sich ihres Minderwertigkeitskomplexes nicht bewusst. Sie brauchte einen Spiegel, der ihre Schönheit bestätigte, und diese Bestätigung suchte sie oft. Aber die Antwort beruhigte sie nicht wirklich. Da war immer diese Angst, nicht mehr „die Schönste im ganzen Land“ zu sein.

Du brauchst diesen Spiegel nicht, um zu wissen, dass du wunderbar gemacht worden bist. Das sagt nämlich Gott über dich: „Du bist mein Kunstwerk, meine geliebte Tochter, mein geliebter Sohn. Geschaffen zu guten Werken, die für dich vorbereitet sind, um sie zu erfüllen“ (vgl. Epheser 2,10).

Du glaubst das nicht? Ich verstehe dich. Und Gott dein Vater noch viel mehr. Ich konnte es lange Zeit auch nicht glauben und auch nicht wirklich verstehen, dass er gerade mich lieben sollte. Aber weißt du was? Ich habe Gottes Wort zu meinem Spiegel gemacht. Nun betrachte ich mich durch sein Wort. Und wenn er sagt, dass ich kostbar, einzigartig und angenommen bin, dann stimmt das auch – denn er lügt nicht. Er würde mir auch nicht einfach schmeicheln, wie Menschen das tun. Sondern er ist immer ehrlich zu mir. Wenn er mir sagt, dass er mich liebt, dann kann ich ihm das glauben! Wenn ich ihm nicht glaubte, würde ich ihn ja zum Lügner machen. Und das ist er ganz und gar nicht! Er ist sogar die personifizierte Wahrhaftigkeit: „Ich bin der Weg, die Wahrheit und das Leben …“ (Johannes 14,6).

Natürlich braucht es Zeit, ein verzerrtes Selbstbild zurechtzurücken. Ich habe leider viel zu viel Zeit dafür benötigt, weil in mir, bedingt durch meine Kindheit und Erfahrungen, viel Zerstörerisches war. Ich dachte, dass Gott mir nicht helfen könne, weil ich zu kompliziert für ihn sei und seiner Hilfe auch nicht wert. Ich glaubte, es zu verdienen, traurig zu sein; fröhliche Unbeschwertheit stehe mir nicht zu. Das habe ich tatsächlich gedacht. Aber diese Gedanken gehen einfach nicht konform mit Gottes Wort – mit dem, was ER über mich sagt und denkt.

Gottes Wort muss unser Maßstab sein, unsere Bedienungsanleitung. Es ist voller wertvoller Ratschläge, verbunden mit Offenbarungen über Gottes Absichten für uns. Ich hätte nie gedacht, dass die Bibel so spannend und inspirierend ist. Sie ist nicht umsonst das meistverkaufte Buch der Welt. Es macht Spaß und bringt großen Segen sie zu lesen. Sie ist auf unser Leben anwendbar.

Wenn du dir ein neues Gerät kaufst, schaust du in der Bedienungsanleitung, wie du es in Betrieb nehmen kannst. Darin stehen z. B. technische Daten, Sicherheitsanweisungen, Ingebrauchnahme, Montageanleitung und noch einiges mehr. Wenn du möchtest, dass das Gerät sachgemäß funktioniert, brauchst du diese Beschreibung.

Für seelische Heilung und für deinen geistlichen Wachstumsprozess brauchst du die Anleitung der Bibel. Darin findest du, was gut für dich ist, und was nicht: praktische Tipps, Ermutigungen, Weisungen (Gebote), den Willen Gottes und noch vieles mehr.

Mein zuvor verzerrtes Selbstbild wurde durch sein Wort liebevoll und sanft korrigiert. Ich bin, was ich bin, durch seine Gnade (vgl. 1. Korinther 15,10). Wie habe ich das geschafft? Ich habe mir viele Bibelverse herausgeschrieben, die über meinen Wert in Christus sprechen, die aussagen, wer ich in ihm