Hashtag Happily Ever After | Eine digitale Märchen-Kiste voller Humor, Tiefgang, Fantasy, Romantik, Abenteuer und einem augenzwinkernden Blick auf unsere Smartphone-abhängige Gesellschaft. - Christien Marie Wach - E-Book

Hashtag Happily Ever After | Eine digitale Märchen-Kiste voller Humor, Tiefgang, Fantasy, Romantik, Abenteuer und einem augenzwinkernden Blick auf unsere Smartphone-abhängige Gesellschaft. E-Book

Christien Marie Wach

0,0
8,99 €

-100%
Sammeln Sie Punkte in unserem Gutscheinprogramm und kaufen Sie E-Books und Hörbücher mit bis zu 100% Rabatt.
Mehr erfahren.
Beschreibung

Handy, Handy in der Hand – wer hat das viralste Profil im ganzen Land? . Viralia Elara von Hashtagowien lebt ihr Leben online – genau wie Cinderella, Schneewittchen, Dornröschen und andere Märchenwesen. Gemeinsam liefern sie sich in den sozialen Medien einen schillernden Wettbewerb um Likes, Follows und das viralste Profil. Doch sie kennen sich nur virtuell, nie haben sie sich in der echten Welt getroffen. Als Viralia eines Tages auf Frederik von Quakenstein trifft – einen sprechenden Frosch „on a Mission“ –, gerät ihre digitale Welt ins Wanken. Frederik hat eine Aufgabe zu erfüllen und Viralia steht plötzlich vor der Herausforderung, sich nicht nur mit der Realität auseinanderzusetzen, sondern macht sich auf, ihre digitalen Freundinnen in echt aufzusuchen. Gemeinsam begeben sie sich auf eine Reise, die zeigt, dass wahre Magie und echte Begegnungen so ganz anders sind und mehr bewirken können als jedes Social-Media-Update. . »Hashtag Happily Ever After - Drag & Drop ins Märchenland« ist eine leicht schräge, digitale Märchen-Kiste voller Humor, einem Hauch Fantasy, Romantik, Abenteuer und einem augenzwinkernden Blick auf unsere Smartphone-abhängige Gesellschaft.

Das E-Book können Sie in Legimi-Apps oder einer beliebigen App lesen, die das folgende Format unterstützen:

EPUB
MOBI

Seitenzahl: 386

Veröffentlichungsjahr: 2025

Bewertungen
0,0
0
0
0
0
0
Mehr Informationen
Mehr Informationen
Legimi prüft nicht, ob Rezensionen von Nutzern stammen, die den betreffenden Titel tatsächlich gekauft oder gelesen/gehört haben. Wir entfernen aber gefälschte Rezensionen.


Ähnliche


HashTag

Happily Ever After

-

Märchen trifft Fantasy, Humor, Abenteuer, Romantik, Tiefgang und Realität - digital neu verfroscht

© 2025 - Christien Marie Wach

www.wortmagierin.de

Coverdesign/Covergrafik:

Renee Rott I www.cover-and-art.de

Weitere Grafiken:

Mensch-KI-Logo Pelle Gernot, Canva Pro, Pixabay, eigene

ISBN Softcover: 978-3-384-44419-6

ISBN E-Book:978-3-384-44420-2

Druck und Distribution im Auftrag der Autorin:

tredition GmbH, Heinz-Beusen-Stieg 5, D -22926 Ahrensburg

Das Werk, einschließlich seiner Teile, ist urheberrechtlich geschützt. Für die Inhalte ist die Autorin verantwortlich. Jede Verwertung ist ohne ihre Zustimmung unzulässig.

Die Publikation und Verbreitung erfolgt im Auftrag der Autorin, zu erreichen unter:

Christien Marie Wach, Grubenstr. 64, D-53179 Bonn

Kontaktadresse nach EU-Produktsicherheitsverordnung:

[email protected]

Ein Spiegel glänzt, ein Traum erwacht

und Nebel hüllt die stille Nacht.

Was wahr erscheint, ist oft nur Schein,

Illusion verbirgt, was könnte sein.

Ein Schuh, ein Kuss, ein Märchenklang,

doch tiefer ruht ein stiller Drang.

Das Märchen flüstert, leise spricht,

die Wahrheit lauert, will ans Licht.

Wer fragt, wer sucht, wer tiefer liest,

entdeckt ein Bild, das niemand sieht.

Denn hinter Glanz und falschem Schein

liegt eine Welt so echt und rein.

- Christien Marie Wach -

HashTag

Happily Ever After

-

Inhaltsverzeichnis

Es war einmal …

Episode 1

Episode 2

Episode 3

Episode 4

Episode 5

Episode 6

Episode 7

Episode 8

Episode 9

Episode 10

Episode 11

Episode 12

Episode 13

Personen-, Frosch- und sonstiges Verzeichnis

Was es noch zu sagen gibt

Aus meiner wortmagischen Feder

Es war einmal …

Stopp … Stopp …. Stopp …. So wird das nichts.

Noch mal von vorne.

Es ist ein wunderbar trübtassiger Nachmittag im Dezember und ich kann mich nicht auf mein eigentliches Projekt konzentrieren.

Stattdessen blicke ich etwas ratlos meinen Yoga-Frosch an, der seinen Platz neben der Telefonstation (ja, tatsächlich habe ich noch so etwas Altmodisches) hat und mich frechforsch angrinst.

Ich surfe fast planlos durch die Weiten des WWW und plötzlich quakt mir eine ganze Bande sprechender Frösche, die auf ihren Seerosenblättern rumdümpeln, wirres Zeug entgegen. Auf dem Bildschirm? Nein. Noch bin ich mir nicht sicher, ob es mein inneres Theater ist, oder ich mich in einer Parallelwelt befinde.

Inmitten dieser chaotischen Gang taucht plötzlich Frederik auf - der vermeintliche Froschprinz. Ein Klugscheißer vor dem Herrn, ich kann Euch sagen. Was der alles zu erzählen weiß … Doch dazu später mehr.

Jedenfalls verleitet mich dieser Frogfluencer zu echt frisch verfroscht schrägen Geschichten.

Hashtagowien und das gesamte digitale Märchenland sind Orte voll skurriler Magie und humorvollen Besonderheiten. Manche Dinge ergeben allerdings auch schlicht wenig bis keinen Sinn.

Falls Euch Begriffe wie VPN - Virtuelles Prinzenschutz-Netzwerk, Glitch oder die quaktastische Froschbande unterwegs begegnen und Ihr mehr darüber erfahren möchtet - eigentlich sind sie selbsterklärend …

Im Anhang findet Ihr ein Personen-, Frosch- und Sonstiges-Verzeichnis. Bei dem ganzen Gequake und glitzerndem Digichaos kann so etwas manchmal hilfreich sein. Habe ich mir sagen lassen. Von einer einzelnen magischen Socke, die zwar immer aus der Waschmaschine verschwindet, aber angeblich den geheimen Zugang zur Märchencloud … ähem Märchenwolke kennt.

Es handelt sich jeweils um eigenständige, märchentastische Geschichten, die jedoch zusammenhängen. Irgendwie. Lasst Euch überraschen.

Und nun loggt Euch ein in die digitalen Märchenwelten mit Glitch und Glamour. Strg + Alt + Märchen. Das Passwort lautet: CappuCTRL!

Mit wortmagischen Grüßen

Eure

Christien Marie

Episode 1

Viralia meets Froschkönig

Likes, Love und ein bisschen (viel) Teich

Prinzessin Viralia Elara von Hashtagowien lebt ihr Leben online: Als Social Media Managerin des königlichen Hofes jongliert sie Content, Likes, Follower und perfekte Filter. Bis ihr Handy während eines Scroll-Marathons im Schlossteich landet.

Gerade als sie glaubt, ihr Leben, ihre digitale Welt sei ruiniert, taucht Frederik von Quakenstein, ein sprechender Frosch, auf und rettet ihr Handy.

Sein Deal? Er ist ihr perfektes Match - und er hat eine Mission.

Der Schlossteich lag friedlich im Schatten eines alten, ziemlich vernachlässigten Schlosses, dessen bröckelnde Mauern eine melancholische Geschichte von vergangenen Glanzzeiten erzählte. Nur ein paar müde Blätter trieben auf der Wasseroberfläche, eine Libelle schwebte unbehelligt über die Ränder des verwilderten Ufers.

Im Wasser plätscherte es leise, während auf einer moosigen Steininsel sieben Frösche in typischer wir haben nichts zu tun-Haltung lagen.

»Bug im System, Leute!«, rief Sir Glitchibald von Teichhausen, der seine Froschhände aus dem Wasser zog und sie misstrauisch musterte. »Oder ist das einfach nur dieser schmuddelige Teich? Schwer zu sagen.«

»Yo, Yo!«, meldete sich Ribbit Rap von HipHopHill und machte ein paar rhythmische Bewegungen mit seinen Froschbeinchen. »Der König quakt, der Teich knackt und die Sonne ballert erneut krass, zack, zack!«

»Bitte hör auf, das Wort knackt zu benutzen«, merkte Frida von Quacksalber trocken an. »Wenn ihr so weitermacht, fällt uns gleich der ganze Teich auseinander. Dieser Ort könnte dringend eine Sanierung vertragen.«

»Sanierung?« Graf Croakmore der Dritte rümpfte seine edel geschwungene Froschnase und blinzelte in die Ferne. »Wahrlich, dieser Teich ist mein Reich! Und ein königliches Reich braucht keine Sanierung, sondern Bewunderung.«

Frida verdrehte ihre glubschigen Froschäuglein. »Bewunderung? Das Einzige, das hier bewundernswert ist, ist unsere Geduld mit dir.«

»Level up, Leute!«, rief Pixel-Quak von Appholstein plötzlich aufgeregt. »Ich habe gerade einen perfekten Sprung hingelegt. Wären wir in einem Spiel, gäbe es jetzt eine Trophäe. Wer will das nächste Level versuchen?«

»Ein Spiel?« Frederik von Quakenstein hob eine perfekt geschwungene, natürlich imaginäre, Augenbraue und grinste. »Gut, wenn ihr schon nichts Nützliches zu tun habt, lasst uns wenigstens sehen, wer den besten Move hat. Seerosen-Regatta! Regeln: Bleibt auf euren Blättern und schafft es bis zum großen Stein. Wer zuerst da ist, gewinnt natürlich.«

Die Froschgang sprang begeistert auf. »Challenge accepted!«, rief Ribbit Rap und landete prompt auf einem Seerosenblatt. »Yo, der Flow ist da.«

Frederik schwang sich mit der ihm zu eigenen, lockeren Eleganz auf ein Seerosenblatt und begann, sich mit einem erneuten Schwung in Bewegung zu setzen. Gerade, als er zu einem weiteren kraftvollen Stoß ansetzen wollte, hörte er es laut knarzen sowie ein noch lauteres Flapp Flapp.

»Was ist denn das?«, fragte Frida skeptisch und blickte sich um.

Bevor Frederik irgendetwas sagen konnte, fegte ihn ein blinkendes, glitzerndes Etwas voller Wucht vom Blatt. Mit einem brüllenden »Quaaaaaaak!« plumpste er in den Teich und ging unter. Während das blinkende Ding, ein Handy übrigens, weiter auf den Teichgrund sank, konnte Frederik die Wucht etwas abmildern.

»Was zum Glitch ist das denn?«, murmelte Sir Glitchibald, während Ribbit Rap mitsamt seinem Seerosenblatt vor Lachen vibrierte.

Mit Algen auf dem Kopf tauchte Frederik wieder auf. »Wer wirft hier mit Sachen? Ich bin ein Frosch und keine Zielscheibe!«, fluchte er.

»Vielleicht ist es eine göttliche Botschaft«, mutmaßte Graf Croakmore, der ehrfürchtig dem sinkenden Handy nachblickte.

»Oder einfach nur ein Bug im System«, murmelte Frederik, während er versuchte, das Ding im Wasser zu orten.

Prinzessin Viralia Elara von Hashtagowien stand auf der kleinen, wackeligen Holzbrücke, die sich über den verwilderten Schlossteich spannte. Ihr Blick war fest auf das Display ihres Handys gerichtet, während sie durch unzählige Postings scrollte.

»#Märchenzauber«, murmelte sie vor sich hin und prüfte den perfekten Filter für das Bild vom königlichen Schloss, das sie am frühen Morgen aufgenommen hatte. Natürlich waren die bröckelnden Mauern sowie der verwilderte Park perfekt kaschiert. Niemand sollte sehen, wie es hier wirklich aussah.

Viralia war die Social Media Managerin des königlichen Hofes. Nicht aus Leidenschaft, sondern aus Notwendigkeit. Als Mitglied der königlichen Familie musste sie diesen Job leider selbst übernehmen, denn das Budget reichte nicht für externe Beratende. Vielleicht auch besser so, denn niemand sollte sehen, dass hier in Wirklichkeit alles heruntergewirtschaftet war: Das Schloss, der Garten, sogar der riesige Schlossteich und … ihre Kleidung. Doch online stellte Viralia stets eine perfekte Märchenwelt dar, voller Glamour, Romantik und Magie.

Sie seufzte tief, ihre Gedanken waren bereits beim nächsten Post, als es passierte.

Ein kurzes, aber heftiges Platsch!, gepaart mit einem lauten Aufschrei, ließ sie erstarren. Ihre Augen weiteten sich, sie blickte entsetzt auf das Wasser. Ihr Handy, quasi ihr ganzes Leben, war ihr aus der Hand geglitten, lag nun irgendwo auf dem Grund des trüben Teichs.

»Nein, nein, nein!«, rief sie und lehnte sich so weit über das Geländer, dass es bedenklich knarzte. »Oh wei, oh nein, das kann doch nicht wahr sein! Mein Content! Meine Follower! Meine … Likes!«

Frederik paddelte zum Ufer nahe der Brücke, das Handy sicher in seinen Froschhänden.

Viralia lehnte noch immer über das Geländer. Sie starrte verzweifelt ins Wasser, als Frederiks Stimme erklang: »Hey Prinzessin. Suchst du das hier?«

Sie zuckte zusammen und fahndete hektisch nach der Quelle der Stimme. Schließlich entdeckte sie ihn. Einen Frosch, der sie direkt ansah und - er hatte ihr Handy bei sich.

»Was … wie … ein sprechender Frosch?«, stammelte Viralia. Sie blinzelte mehrmals, doch die Erscheinung verschwand keineswegs.

»Scharfsinnig bemerkt«, stellte Frederik trocken fest. »Ich bin wahrlich beeindruckt. Und du bist offenbar eine, die nicht besonders gut auf ihre Besitztümer aufpasst.«

»Das ist … mein Handy!«, rief Viralia, kam langsam näher und streckte eine Hand danach aus. »Gib es mir wieder!«

Frederik zog das Handy ein Stück zurück. »Gemach, gemach, Hoheit. Erst einmal sollten wir klären, wie das hier passiert ist. Ist es Absicht gewesen? Magie? Ein unkontrollierter Scroll-Finger?«

»Es war ein Unfall!« Viralia klang genervt. »Gib es mir einfach zurück! Es ist wichtig!«

»Wichtig?« Frederik musterte sie skeptisch. »So wichtig, dass du bereit bist, dich in Lebensgefahr zu begeben? Dieses Geländer macht keinen besonders stabilen Eindruck.«

»Es ist mein Job.« Viralia verschränkte die Arme und sah ihn herausfordernd an. »Ich bin schließlich die Social Media Managerin des königlichen Hofes. Alles, was das Königshaus repräsentiert, läuft über dieses Gerät. Ohne es … ohne mich … würde niemand glauben, dass hier ein Märchenland existiert.«

Frederik blickte sie verwundert an. »Ein Märchenland? Du meinst dieses heruntergekommene Gemäuer und diesen veralgten Teich?«

Viralia errötete leicht. »Es geht um die Vorstellung, nicht um die Realität. Die Leute wollen Magie sehen, keine kaputten Mauern.«

»Aaahh … eine Illusion also.« Frederik jonglierte das Handy in seinen Froschhänden. »Du bist also eine Zauberin der Bilder und Worte. Faszinierend. Aber ich habe da eine bessere Idee.«

»Was meinst du damit?«, fragte Viralia, die seine Bewegungen aufmerksam verfolgte.

»Wir machen einen Deal.« Frederik lächelte verschmitzt. »Ich gebe dir dieses Ding zurück … wenn du mir hilfst, diesem Märchenland wieder echte Magie einzuhauchen. Ohne Filter, ohne Likes, ohne Scrollen und nur echte Follower.«

Viralia starrte ihn an, als hätte er den Verstand verloren. »Du willst, dass ich dir … was genau helfe?«

»Ein Tag«, sagte Frederik mit Nachdruck. »Ein Tag in meiner Welt. Ohne dein Handy. Du wirst staunen, wie viel du dabei lernst. Vielleicht entdecken wir sogar ein paar Geheimnisse, die du mit deinen Zauberkünsten online bringen kannst. Win-win, oder?«

»Das ist absurd!« Viralia funkelte ihn verärgert an. »Ich bin keine Abenteuerin - ich bin eine Managerin!«

»Und ich bin ein Frosch mit deinem Handy«, kommentierte Frederik lakonisch. »Also … hast du eine Wahl?«

»Yo … ich wette, die Prinzessin schafft das nicht«, tönte plötzlich Ribbit Rap aus dem Hintergrund. »Challenge accepted? Oder lieber mit Tutorial?«

Frederik und Viralia waren so in ihr Gespräch vertieft, dass sie gar nicht mitbekommen hatten, wie sich die Froschgang anschlich.

»Wenn sie so weitermacht, fällt uns der ganze Plan auseinander«, murmelte Frida.

»Was du immer mit deinem Auseinanderfallen hast … tsss … Quak keine Opern. Folgt dem Code«, fügte Lord Quakulus geheimnisvoll hinzu. »Die Antwort liegt im Dunkeln.«

Viralia sah von Frederik zu den anderen Fröschen und wieder zurück zu ihrem Handy. Schließlich stöhnte sie auf. »Na schön. Aber nur für einen Tag. Danach gehört mein Handy wieder mir. Außerdem könntet ihr euch endlich mal vorstellen, damit ich weiß, mit welch durchgeknallten Fröschen ich es zu tun habe.«

»Deal.« Frederik grinste breit, stellte die Froschbande vor und streckte Viralia das Handy entgegen, um es gleich wieder zurück zu ziehen. »Ich garantiere dir, Prinzesschen - du wirst es nicht bereuen. Bereit, ein bisschen echte Magie zu erleben?«

Viralia starrte Frederik mit einer Mischung aus Wut und Unglauben an. »Ich habe gedacht, du meinst vielleicht Blumen pflanzen, oder so. Worüber reden wir genau?«

»Oh … Blumen wären eine Option«, begann Frederik. Doch da quakten bereits die anderen Frösche wild durcheinander. Alle mit Glitzern in den Augen und überschäumenden Vorschlägen.

»Blumen? Langweilig!«, rief Ribbit Rap und sprang zurück auf ein Seerosenblatt. »Yo, wir machen nen Track. Märchenland-Remix, viral auf allen Plattformen. Checkt den Flow. Ich sag: Save the Teich bringt die Likes.« Er begann, wie wild auf seinem Blatt herumzuhüpfen und brachte es fast zum Kentern.

»Likes retten keine Teiche«, murmelte Frida in ihrer ganz eigenen Art und zog eine Froschschnute. »Hoheitchen, ihr solltet besser gemeinsam den Müll hier rausholen. Es gibt genug davon. Wie wäre es, wenn du gleich noch deinen eigenen Beitrag dazu leistest?«

»Müll?« Viralia schnappte empört nach Luft. »Ich mache keine Müllsammelaktion!«

»Papperlapapp!« Graf Croakmore richtete sich stolz auf. »Was dieses Märchenland braucht, ist nicht Müll sammeln, sondern Glanz und Glamour. Wir richten einen königlichen Ball aus. Du kannst doch sicher ein Event planen, Hoheit?«

»Ein … Ball?« Waren diese Frösche denn nun gänzlich übergeschnappt?

Bevor Viralia antworten konnte, sprang Pixel-Quak begeistert dazwischen. »Ball ist super. Aber als Quest. Prinzessin, du musst die legendäre Trophäe des Teiches finden. Sie ist irgendwo hier, in den tiefen Untiefen. Womöglich unter dem ganzen Müll.«

»Was redet ihr da alle?« Viralia hob fragend die Hände. »Ich will nur mein Handy zurück.«

»Die Antwort liegt im Code«, raunte Lord Quakulus mit geschlossenen Augen. »Der Code … führt zu wahrer Magie.«

»Was denn nun schon wieder für ein Code?« Viralia blickte so gar nicht mehr durch.

»Das kann ich hacken!«, rief Sir Glitchibald plötzlich begeistert und zog - woher auch immer - ein winziges, glänzendes Kästchen hervor. Das verdächtig nach einer Tic Tac-Dose aussah. »Ich bringe das Märchenland auf Version 5.0.«

»Stopp!« Frederik schlug sich verzweifelt mit einer Froschhand gegen die Stirn. »Ihr bringt alles durcheinander. Können wir uns bitte auf EINE Sache konzentrieren?«

Die Froschgang verstummte für einen Moment. Dann brach Ribbit Rap in einen Beat aus, Sir Glitchibald begann, hektisch an seiner Technik zu basteln und Pixel-Quak forderte Viralia mit leuchtenden Augen auf, den Startpunkt der Quest zu wählen.

Frederik stöhnte laut und wandte sich zu Viralia. »Willkommen im Teich des Wahnsinns, Prinzessin. Womit möchtest du beginnen?«

Viralia starrte die Froschbande an, die nun wild durcheinanderplapperte, tanzte, oder mit erfundenen Geräten herumfuchtelte. Sie holte tief Luft, hob eine Hand und schrie: »Stopp! Einen Moment mal!«

Die Frösche verstummten augenblicklich. Na ja, fast … Ribbit Rap summte leise im Hintergrund weiter, Pixel-Quak murmelte was von Sidequest.

»Okay«, begann Viralia, ihre Stimme klang fest und bestimmt. »Ich mache bei diesem … Wahnsinn mit. Jedoch unter einer Bedingung. Wir machen das, was am meisten Sinn ergibt.«

»Also das Musikvideo!«, rief Ribbit Rap.

»Den Ball!«, konterte Graf Croakmore.

»Den Müll!«, bestimmte Frida.

»Die Quest!«, piepste Pixel-Quak entrückt.

»Ich hacke alles!«, verkündete Sir Glitchibald stolz und hielt triumphierend seine Tic Tac-Dose in die Luft.

Frederik rollte mit den Augen. »Wenn wir nach dem Sinn fragen, Prinzessin, werden wir hier ewig warten.«

»Fein!« Viralia stemmte entnervt die Hände in die Hüften. »Dann veranstalten wir … den Ball. Vielleicht sieht es ja tatsächlich gut aus, wenn wir den Teich etwas aufhübschen.«

»Wahrlich eine königliche Entscheidung!«, jubelte Graf Croakmore und sprang zurück auf sein Seerosenblatt. »Lasst uns beginnen. Ich werde die Schnecken-Adeligen einladen, die Jungspunde von Kaulquappen können sich nützlich machen und die Musik übernehmen.«

»Moment … was?« Viralia starrte Croakmore ungläubig an. »Schnecken? Kaulquappen?«

»Eine exzellente Wahl«, mischte sich Frederik schief grinsend ein. »Und natürlich übernehmen wir die Deko. Glitchi, würdest du für ein bisschen Technik-Magie sorgen?«

»Selbstverständlich.« Sir Glitchibald begann, hektisch Algen, Seerosen und glänzende Kieselsteine zu verkabeln, während er murmelte: »Nur noch ein paar Bugs fixen, dann läuft das wie geschmiert.«

Ribbit Rap sprang auf die Brücke. »Yo, ich drop gleich nen Beat! Viralia, du bist der Star - du wirst quaken … ääähhh glänzen!«

Viralia ließ einen tiefen Seufzer vernehmen. »Das ist definitiv der verrückteste Tag in meinem Leben.« Doch während die Frösche aufgeregt versuchten, ihre chaotischen Pläne umzusetzen, konnte sie nicht anders und schmunzelte. Irgendwie war diese Bande auf ihre Art entzückend.

Tief durchatmend schaute Viralia skeptisch auf die Szenerie vor sich. Die Generalprobe des Balls war in vollem Gange. Besser gesagt hatte sie begonnen, sich wie ein bizarr wild gewordener Zauber zu entfalten.

Mit erhobenem Haupt dirigierte Graf Croakmore eine Parade von Schnecken, die sich natürlich viel zu langsam über eine improvisierte Tanzfläche aus Seerosenblättern bewegten. »Wahrlich ein königlicher Auftritt!«, rief er immer wieder begeistert.

»Das ist der lahmste Ball, den ich je gesehen habe«, murmelte Frida und zog eine froschige Augenbraue hoch. »Wenn das so weitergeht, haben wir morgen noch nicht angefangen.«

»Yo, Frida, slow Vibes sind auch cool«, kommentierte Ribbit Rap und sprang auf ein Seerosenblatt. »Check this out.« Mit einem lauten »Quak!« startete er eine Art Freestyle-Tanz, der die Seerosen heftig zum Schaukeln brachte.

Viralia rieb sich die Schläfen. »Das ist ein Albtraum«, murmelte sie. »Warum nur habe ich zugestimmt …«

»Weil ich dein Handy habe?«, erwiderte Frederik grinsend, der nun neben ihr auf einem großen Stein thronte.

»Das war nur rein rhetorisch«, fauchte sie zurück.

Inzwischen war Sir Glitchibald wieder mit seiner Technik beschäftigt. »Ich bringe das Licht ins Spiel«, rief er und versuchte, einige Glitzeralgen an einem umgekippten Baumstamm zu befestigen. Ein leichter Funkenregen sprühte, bevor alles mit einem lauten Zischen ins Wasser fiel. »Bug im System«, verkündete er stolz, als ob das zum Plan gehörte.

Pixel-Quak von Appholstein hüpfte aufgeregt herum. »Wo bleibt die Trophäe? Ohne Boss-Level gibt es keinen Abschluss.«

»Es gibt kein Boss-Level, Pixel!«, rief Viralia. »Das soll ein Ball sein, kein Spiel.«

»Ein Ball ist auch nur eine Quest mit Glitzer«, murmelte Lord Quakulus, während er mit geschlossenen Augen zu meditieren schien.

Gerade als Viralia dachte, es könnte nicht schlimmer werden, hörte sie leises Kichern. Sie drehte sich um und sah eine Gruppe kleiner Kaulquappen, die versuchten, einen improvisierten Thron aus Blättern und Zweigen zusammenzubauen. Offenbar für sie.

»Dein Platz, Hoheit«, erklärte Graf Croakmore. »Ein Ball ist kein Ball ohne königliche Präsenz.«

Viralia öffnete den Mund, um zu protestieren. Doch Frederik grinste breit. »Setz dich einfach und genieß die Show.«

»Genießen?« Sie verschränkte mal wieder die Arme. »Das hier ist weder Ball noch Show - das ist ein Desaster.«

Frederik beugte sich zu Viralia. »Vielleicht. Aber manchmal entsteht Magie aus genau solchen Momenten.«

Viralia zögerte. Doch dann ließ sie sich mit einem genervten Seufzer auf dem Thron nieder. Während die Froschbande weiterhin für Chaos sorgte, bemerkte sie, dass sie trotz allem ein weiteres Lächeln nicht unterdrücken konnte.

Der Ball war in vollem Gange. Oder zumindest das, was die Froschgang dafür hielt. Graf Croakmore war in hitziger Diskussion mit einer Gruppe besonders eleganter Schnecken, die sich weigerten, weiter zu tanzen. Ribbit Rap versuchte, die Stimmung mit improvisierten Beats aufzupeppen, während Pixel-Quak eifrig an einer Quest-Beschreibung bastelte, die er auf die Wasseroberfläche legte. Wo sie natürlich sofort davontrieb.

»Das wird so nichts!«, rief Viralia und sprang auf. »Ich dachte, das soll ein Ball sein und kein völliges Durcheinander.«

»Es ist kreativ«, tat Ribbit Rap seine Meinung kund, während er einen Rückwärtssalto versuchte und dabei ins Wasser platschte.

»Es ist ein Desaster!«, schimpfte Viralia zurück. Sie wollte eben weiterzetern, als sie etwas Seltsames bemerkte. Im Wasser tauchte ein leichter Schimmer auf, kleine Wellen begannen, sich in perfekten Kreisen zu drehen. »Was ist das?«, murmelte sie.

»Keine Ahnung.« Frederik schielte skeptisch ins Wasser. »Aber ich wette, sowas Cooles ist nicht auf deinem Handy zu finden.«

Gerade als Viralia etwas erwidern wollte, blitzte ein heller, majestätischer Lichtstrahl durch den Teich. Eine Gruppe schillernder Fische, leuchtend, bunt und irgendwie auch erhaben, schoss aus dem Wasser. Wie Tänzer wirbelten sie durch die Luft und landeten elegant wieder im Teich.

»Whoooaaa«, staunte Ribbit Rap, der wie erstarrt dastand. »Das ist der echte Flow.«

»Spektakulär!«, rief Graf Croakmore entzückt. »Das muss ich unbedingt in meinem Frogblog festhalten.«

Viralia blinzelte. »Sind das … magische Fische?«

»Willkommen im Märchenland«, merkte Frederik grinsend an.

Die Fische waren jedoch nicht die einzigen, die sich zeigten. Ein großes, glitzerndes Etwas tauchte plötzlich auf und schwamm direkt auf die Froschbande zu.

»Code Boss«, jammerte Pixel-Quak. »Das ist der Endgegner der Quest.«

»Endgegner?« Viralia schüttelte leicht den Kopf und zog eine Augenbraue nach oben. »Das ist ein Fisch, Pixel.«

»Ein sehr großer Fisch.« Frida schlotterte. »Und er sieht nicht glücklich aus.«

Der Fisch öffnete sein Maul. Aus irgendeinem undefinierbaren Grund vernahmen alle ein tiefes, grollendes Mmmmmrrrrrr …

Alle Anwesenden starrten den Fisch an und warteten gespannt, was passieren würde. Doch der Fisch zog sich lediglich wieder zurück, als sei es ihm zu blöde, angegafft zu werden. Die Froschbande entspannte sich sichtlich, obwohl Pixel-Quak enttäuscht murmelte: »Kein Boss-Level. Nur ein … Möchtegern-Boss.«

Viralia hatte das Ganze skeptisch betrachtet und wandte sich plötzlich an Frederik. »Okay … warte mal. Du bist ein sprechender Frosch. Du bist … irgendwie cleverer als die anderen. Und du hast gerade angedeutet, dass hier Magie im Spiel ist.«

Frederik verschränkte seine Froschärmchen und sah sie fragend an. »Und?«

»Und es gibt dieses komische Märchen«, begann Viralia, während sie ihn musterte. »In dem ein Frosch ein Prinz sein soll. Ein verwunschener Prinz.«

Die Froschbande brach in Gelächter aus.

»Ein Prinz?«, quakte Frida spöttisch. »Frederik? Der? Ja klar. Und ich bin die Königin der Algen.«

»Yo, der König des Quaks vielleicht«, fügte Ribbit Rap hinzu. »Aber Prinz? Nein Mann.«

»Ich finde die Idee gar nicht so absurd«, mischte sich Lord Quakulus mit einem nachdenklichen Blick ein. »Vielleicht ist Frederik tatsächlich ein Prinz, der dazu bestimmt ist, diesen Teich zu regieren.«

»Oder wir alle«, murmelte Graf Croakmore. »Schließlich sind wir edle Geschöpfe.«

Frederik hob eine Froschhand und brachte die Truppe zum Schweigen. »Darf ich? Danke.« Er wandte sich an Viralia. »Was genau willst du wissen?«

»Bist du … verwunschen?«, fragte sie und verschränkte die Arme.

Frederik hielt einen Moment inne, dann grinste er breit. »Und wenn ja? Würde das irgendwas ändern?«

Viralia wirkte etwas verlegen. »Ich … ähm … keine Ahnung. Vielleicht? Es wäre … interessant.«

»Interessant?« Frederik lachte leise. »Schön, dass du so enthusiastisch bist. Sagen wir es einfach so - ich bin genau da, wo ich sein soll. Ob Frosch oder Prinz … Spielt das wirklich eine Rolle?«

Sie blickte ihn lange an, direkt in seine lebhaft dunkelblauen Augen, als ob sie in ihnen eine Antwort finden würde. Dunkelblaue Augen? Frederik hatte dunkelblaue Augen, wie Viralia soeben bewusst wurde. Wie ungewöhnlich. Seit wann hatten Frösche dunkelblaue Augen? Schließlich seufzte sie. »Du bist wirklich unmöglich.«

»Das sagt man mir öfter«, erwiderte Frederik mit seinem unvergleichlich leicht frechschiefen Grinsen.

»Also gut«, begann Viralia erneut. »Spinnen wir den Gedanken mal weiter. Wenn du also ein verwunschener Prinz bist, was ich übrigens noch längst nicht glaube - warum bist du dann hier, mitten in diesem heruntergekommenen Teich und nicht in … in einem Palast?«

»Weil das Leben nicht immer so läuft wie in deinen bearbeiteten Märchenbildern«, konterte Frederik und deutete mit dem Kopf zum verfallenen Schloss im Hintergrund. »Oder glaubst du, dass jeder Palast perfekt ist?«

»Das ist nicht der Punkt«, entgegnete Viralia. »Der Punkt ist, dass du hier sitzt, mit einer Horde … naja … leicht chaotischer Frösche ...«

Sie wurde mit einem leicht empörten »Quak!« von Frida unterbrochen.

»… und nichts dagegen unternimmst. Wenn du wirklich ein Prinz bist, solltest du doch etwas ändern. Oder nicht?«

»Ohohhh, die Prinzessin hält Vorträge über Verantwortung. Das ist reichlich ironisch, findest du nicht? Du verbringst dein Leben damit, anderen etwas vorzugaukeln. Was tust du wirklich für dein Königreich?« Frederik beobachtete genauestens Viralias Reaktion und war auf ihre Antwort gespannt.

Sie öffnete den Mund. Bevor sie jedoch antworten konnte, schoss Ribbit Rap dazwischen. »Yo, ich bin zwar kein Prinz, aber wenn ich einer wäre, würde ich diesen Ort in den freshesten Spot verwandeln. Yo … Glitzer, Beats und … ähm … noch mehr Glitzer.«

»Königliche Entscheidungen erfordern Weisheit«, murmelte Graf Croakmore in seinen nicht vorhandenen Bart und zog mit seinem rechten Froschzeigefinger eine imaginäre Linie in der Luft. »Oder zumindest weniger Algen.«

»Vielleicht braucht das Märchenland keinen Prinzen«, sagte Lord Quakulus mit geschlossenen Augen, als ob er in der Innenschau etwas wahrnehmen würde. »Vielleicht ist der Prinz das Märchenland.«

»Das ergibt keinen Sinn!«, protestierte Viralia und fuchtelte mit ihren Händen herum.

Frederik lachte wieder leise. »Willkommen in meinem Leben.«

Als die Diskussion weiter verwirrend zu eskalieren drohte, erklang plötzlich aus der Mitte des Teiches ein lautes Platschen. Alle Köpfe wandten sich ruckartig in diese Richtung. Nach einigen Momenten der absoluten Stille tauchte mit einem Mal eine leuchtende Gestalt auf. Ein riesiger, schillernder Fisch, der mit einer Art Krone aus Seerosen geschmückt war.

»Äh … was ist das jetzt?«, fragte Viralia leicht verwirrt.

»Das, meine Liebe, ist der wahre Herrscher dieses Teiches«, kam es von Frederik mit hörbar gespielter Ehrfurcht. »Ich nenne ihn König Glubsch, den Ersten.«

»Ich nenne ihn riesengroßer Algenfresser«, hauchte Frida, doch der Fisch schien unbeeindruckt.

Langsam bewegte sich der Fisch näher, spuckte plötzlich etwas Glitzerndes in die Richtung, wo Viralia und Frederik sich befanden und - verschwand, als hätte er sich in Luft aufgelöst. Dieses ausgespuckte glitzernde Etwas wirkte wie ein altes, funkelndes Amulett und so, als hätte es jahrtausendelang auf dem Grund des Teiches gelegen.

»Was ist das?«, flüsterte Viralia.

»Das, Hoheitchen …«, antwortete Frederik, dessen Augen mit einem Mal herrlich funkelten. »… ist etwas, das wir herausfinden müssen.«

Viralia kniete vorsichtig nieder und beugte sich vor, um das schimmernde Amulett besser sehen zu können. »Was auch immer das ist - es sieht wertvoll aus. Vielleicht hat es was mit dem Märchenland zu tun?«

Frederik paddelte lässig näher, hob das Amulett aus dem Wasser. Es funkelte in der Sonne und reflektierte Lichtmuster auf die umliegenden Bäume. »Magisch, würde ich sagen.« Er betrachtete es von allen Seiten. »Zumindest alt genug, um interessant zu sein.«

»Das ist nicht irgendein Schmuckstück«, merkte Lord Quakulus an und rückte bedeutungsvoll seine unsichtbare Brille zurecht. »Es ist ein Relikt. Ein Schlüssel. Vielleicht zur verborgenen Magie des Teiches.«

»Oder einfach nur eine alte Halskette, die jemand weggeworfen hat«, warf Frida pragmatisch ein.

»Egal, was es ist«, sagte Viralia. »Wir sollten herausfinden, weshalb es hier ist.«

»Yo, das wird ein epischer Beat«, freute sich Ribbit Rap. Als könnte er daraus einen Song zaubern, begann er, das Amulett hypnotisierend anzustarren.

»Vielleicht hat es etwas mit dem großen Fisch zu tun?« Pixel-Quak sprang aufgeregt auf ein Seerosenblatt. »Das ist wie der Start einer neuen Quest. Vielleicht führt uns das Ding zur ultimativen Trophäe.«

»Oder ins Verderben«, mutmaßte Frida und verschränkte ihre Froscharme.

Frederik warf Viralia einen langen Blick zu. »Was meinst du, Prinzessin? Willst du das Abenteuer wagen, oder zurück zu deinen perfekt inszenierten Illusionen?«

Viralia zögerte. Etwas an diesem Amulett und der ganzen Situation faszinierte sie. Es war … anders. Keine Algorithmen, keine Filter - nur Rätsel und Möglichkeiten. »Ich bin dabei«, sagte sie schließlich und richtete sich entschlossen auf. »Aber nur, weil ich wissen will, ob es wirklich Magie gibt. Oder ob das alles nur Zufall ist.«

»Zufall?« Frederik gluckste leise. »Du wirst sehen, Prinzesschen, Magie gibt es überall. Wenn du weißt, wo du hinschauen musst.«

Viralia richtete sich langsam auf. »Okay. Wir sehen uns das Amulett später genauer an. Denn du weichst noch immer meiner Frage aus.«

Frederik hob eine imaginäre Augenbraue. »Welcher Frage? Ach … ob ich ein verwunschener Prinz bin? Ich denke, das haben wir geklärt?«

»Haben wir nicht«, antwortete Viralia trotzig. Sie musterte ihn eindringlich. »Du sprichst in Rätseln und machst dich über alles lustig. Doch du hast nie gesagt, was wirklich Sache ist.«

»Vielleicht, weil es nicht wichtig ist?« Frederik grinste wieder leicht schief.

»Nicht wichtig?« Viralia stemmte die Hände in die Hüften. »Du bist ein sprechender Frosch. Du hast dunkelblaue Augen. Du … du bist zwar frech, aber auch irgendwie … naja … charmant. Das ist nun wirklich nicht alltäglich. Dazu muss es doch eine Geschichte geben.«

Die Froschbande spitzte neugierig sämtliche Froschöhrchen.

»Yo, das will ich auch wissen«, rief Ribbit Rap. »Fred - bist du der OG-Prinz von diesem Spot?«

»Was heißt hier OG«, schnaubte Frida. »Fred hat höchstens das Zeug zum König der Klamaukfrogs und Chaosmacher.«

Entnervt hob Frederik eine Froschhand. »Ruhe, alle miteinander! Also gut. Ihr wollt die Wahrheit hören?«

»Ja!«, riefen Viralia und die Froschbande im Chor.

Frederik ließ sich Zeit. Gemächlich sank er auf ein Seerosenblatt nieder, verschränkte seine Froscharme und sah Viralia direkt an. »Die Wahrheit ist …« Er legte eine dramatische Pause ein, die fast zu lange dauerte. »… dass ich es nicht sagen werde.«

»Waaaaas?« Fassungslos starrte Viralia ihn an. »Warum nicht?«

»Weil es mehr Spaß macht, wenn du es selbst herausfinden musst«, sagte Frederik, wieder mit diesem frechschiefen Grinsen im Gesicht. »Das Leben ist voller Rätsel, Hoheitchen. Und manchmal liegt die Magie darin, sie zu lösen.«

»Das ist keine Antwort!«, beschwerte sich Viralia frustriert.

»Genau deshalb ist es perfekt.« Frederik lehnte sich entspannt zurück.

Die Froschgang brach in Gelächter aus, während Viralia die Hände über dem Kopf zusammenschlug. »Du bist unmöglich!«

»Das sagtest du bereits«, gab Frederik sichtlich zufrieden zurück.

Viralia baute sich vor Frederik auf, sodass ihr übergroßer Schatten ihn fast schon bedrohte. »Okay, du Frosch. Du willst, dass ich weitermache? Dann habe ich eine Bedingung.«

Frederik, der gerade dabei war, es sich auf dem Seerosenblatt richtig gemütlich zu machen, hielt inne und musterte sie neugierig. »Ernsthaft? Jetzt wird es interessant. Was für eine Bedingung? Du verdeckst mir übrigens die Sonne.«

»Ich mache nur weiter«, begann Viralia mit Nachdruck. »… wenn du endlich die Wahrheit sagst. Über dich. Über das Märchen. Über alles. Keine Rätsel mehr. Keine Ausflüchte. Deal?«

Die Froschbande hielt kollektiv den Atem an und harrte gespannt der Dinge, die da kamen.

»Yo, das ist ein Move«, murmelte Ribbit Rap beeindruckt.

»Sehr königlich«, fügte Graf Croakmore hinzu. »Vielleicht steckt ja mehr in dir als nur ein Auge für verfilterte Ästhetik, Prinzessin.«

Vergnügt lachend schüttelte Frederik den Kopf. »Du hast wirklich Mumm, Prinzesschen. Du weißt aber schon, dass Erpressung keine besonders edle Taktik ist?«

»Vielleicht nicht«, erwiderte Viralia. »Bei dir scheint allerdings nichts anderes zu funktionieren.«

»Was macht dich so sicher?«, wollte Frederik wissen.

»Weil du willst, dass ich, aus welchen Gründen auch immer, weitermache«, konterte sie mit einem siegessicheren Lächeln im Gesicht. »Und ich will Antworten. Deal?«

Frederik schwieg für einen Moment, dann ließ er ein Seufzen vernehmen. »Na gut, Viralia. Aber nur, weil ich deinen Sturkopf bewundere.«

Die Froschbande kam gespannt näher.

»Jetzt wird es juicy«, freute sich Ribbit Rap.

Frederik blickte Viralia direkt und lange in die Augen. »Ja, es stimmt. Ich bin … ein verwunschener Prinz.«

Die Worte hingen bedeutungsschwanger in der Luft, während Viralia ihn ungläubig ansah. »Wirklich?«, hauchte sie.

Frederik grinste. »Oder vielleicht auch nicht.«

»Frederik!«, schimpfte Viralia frustriert.

»Entspann dich, meine Liebe.« Sein Grinsen war breiter als je zuvor, er schien sich im Missmut Viralias zu baden. »Ich habe die Wahrheit gesagt. Ob du mir glaubst, ist deine Sache.«

»Das ist doch lächerlich!«, pampte Viralia ihn an. »Weshalb kannst du nicht einfach … einfach … einfach normal sein?«

»Normal ist langweilig«, zwinkerte Frederik ihr zu.

Die Froschbande brach erneut in Gelächter aus, während Viralia verzweifelt versuchte, ihre Fassung wieder zu erlangen.

»Ich werde noch wahnsinnig«, murmelte sie. In ihren Gedanken, überhaupt ihrem Inneren, ging es drunter und drüber. Dieser Frosch! Dieser unverschämte Frosch! Mit dunkelblauen Augen! Und dann noch tiefdunkelblau. Ein Blau, das an die stillen, unerforschten Tiefen eines dunklen Sees erinnerte. Ein Blau, das mit der Stille der alten, vergessenen Orte verschmolz. Ein Blau, in dem sie sich verlieren konnte … Stopp! Was zum WLAN-Wichtel dachte sie da? Er ist ein Frosch! Ein durchgeknallter, verbuggter, verfroschter Frosch! Ein … Und er hatte noch immer ihr Handy.

Viralia sah Frederik herausfordernd an. »Na schön. Wenn wir schon herausfinden sollen, was es mit dem Ding auf sich hat, dann gib mir wenigstens mein Handy wieder. Es könnte hilfreich sein.«

»Netter Versuch. Aber keine Chance.« Frederik hielt das Handy hoch und ließ es im Licht glänzen. »Das bleibt bei mir. Du hast es dir noch nicht verdient.«

»Verdient?« Viralia konnte es nicht fassen, was dieser dunkelblauäugige Frosch da von sich gab. »Ich mache diesen ganzen Unsinn nur mit, um es zurückzubekommen.«

»Und genau deshalb wirst du dich auf das Amulett konzentrieren. Ohne deine kleinen digitalen Krücken.«

Viralia wollte gerade protestieren, denn das schlug dem Fass den Boden aus. Doch ein plötzliches goldenes Glimmen des Amuletts lenkte ihre Aufmerksamkeit ab. Die Gravuren auf der Oberfläche begannen, in fließenden Linien zu schimmern und eine zarte Stimme flüsterte in den Wind: »Das Märchenland ruft nach seiner wahren Magie.«

Alle verstummten.

»Yo, das war mal deep«, raunte Ribbit Rap ehrfürchtig.

»Das Märchenland ruft?« schnippisierte Frida mit skeptischem Blick. »Na, dann sollten wir wohl antworten.«

»Vielleicht …«, begann Viralia zögernd. »… hat das etwas mit … mit mir zu tun? Ich meine, ich halte diese Illusion ja aufrecht, die alle glauben lässt, dass das Märchenland noch magisch ist.«

»Interessante Theorie«, sagte Frederik, während er das Amulett aufmerksam begutachtete. »Ob du jedoch jene welche bist, bleibt abzuwarten.«

Das Amulett begann, heller zu leuchten. Das Wasser des Teiches kräuselte sich, als ob etwas darunter erwachen würde. Die Frösche sprangen instinktiv zurück, während Viralia unwillkürlich einen Schritt nach vorne machte.

»Was passiert da gerade?«, flüsterte sie fragend.

»Keine Ahnung«, antwortete Frederik, wobei sein Ton eher belustigt als besorgt klang. »Aber ich wette, es wird interessant.«

Das Leuchten wurde intensiver und das Wasser begann, sich wie von selbst zu bewegen. Kleine Wellen formten sich in konzentrischen Kreisen, die direkt auf das Amulett zuliefen, als ob es sie anziehen würde.

Viralia beugte sich vor, um einen besseren Blick darauf werfen zu können, während die Froschbande sich in sicherer Entfernung wähnte.

»Ha, das sieht aus wie eine Cutscene aus nem Game!«, rief Pixel-Quak aufgeregt.

»Oder der Beginn einer Katastrophe«, mutmaßte Frida.

Ein leiser Summton ließ allesamt verstummen, das Wasser begann, sich direkt vor dem Amulett spiralförmig nach unten zu bewegen. Ein Wirbel bildete sich, etwas Dunkles tauchte langsam aus der Tiefe auf. Ein alter, verwitterter Stein mit eingravierten Symbolen.

»Was ist das jetzt schon wieder?«, fragte Viralia. Sie war fasziniert und zugleich besorgt.

Frederik paddelte näher heran und betrachtete den Stein aufmerksam. »Sieht aus wie eine Art Portal, oder ein Hinweis. Vielleicht führt es uns zur Quelle der Magie des Märchenlandes.«

»Ein Portal?« Viralia schüttelte den Kopf. »Du würdest doch nicht ernsthaft da durchgehen, oder?«

Frederik besah sich weiter den Stein, während er antwortete. »Wieso nicht? Du wolltest doch wissen, ob Magie echt ist. Dies könnte deine Chance sein.«

Die Gravuren des Steins begannen, in einem sanften Blau zu leuchten. Ein schwaches Flüstern wurde hörbar - eine Mischung aus Worten und Klängen, die niemand wirklich verstehen konnte.

»Der Code spricht«, hauchte Lord Quakulus ehrfürchtig.

»Vielleicht sind das Hinweise.« Viralia bewegte sich vorsichtig auf den Stein zu. Dabei stellte sie überraschend fest, dass sie auf dem Wasser gehen konnte. War das etwa … Magie?

»Oder eine Falle«, unkte Frida und verschränkte ihre Froscharme.

»Quatsch. Es gibt nur eine Möglichkeit, das herauszufinden.« Mit einem Nicken deutete Frederik auf den Stein. »Ich würde sagen, Prinzesschen, du solltest den ersten Schritt wagen.«

»Warum ich?«, protestierte Viralia.

»Weil du diejenige bist, die so neugierig ist. Außerdem habe ich dein Handy. Also … du willst es doch zurück, oder?«

Viralia warf Frederik einen vernichtenden Blick zu, holte tief Luft und näherte sich dem leuchtenden Stein. Als sie die Hand ausstreckte, um die Gravuren zu berühren, wurde das Flüstern lauter. Ein Schwall überirdisch anmutenden Lichtes erstrahlte aus dem Stein, der sie und Frederik in einen goldenen Nebel hüllte. Die Froschbande starrte mit offenen Mäulern, während die beiden verschwanden.

»Sie wurden teleportiert!«, rief Pixel-Quak begeistert.

»Oder sie sind verdampft«, düsterte Frida vor sich hin.

»Wahrlich königlich«, merkte Graf Croakmore an. »Ich bin sicher, sie werden die Antworten finden.«

»Yo … oder noch mehr Chaos«, fügte Ribbit Rap hinzu.

Viralia blinzelte. Sie versuchte, ihre Umgebung zu erkennen. Der goldene Nebel, der sie und Frederik eingehüllt hatte, war verschwunden. Stattdessen befanden sie sich an einem Ort der aussah, als wäre er tatsächlich direkt einem Märchenbuch entsprungen.

Vor ihnen erstreckte sich eine weite Lichtung, umgeben von hohen, glitzernden Bäumen, deren Blätter wie Edelsteine funkelten. Ein leuchtender Pfad aus schimmerndem Sand führte zu einer kleinen, kristallklaren Quelle, die in der Mitte der Lichtung sprudelte. Über der Quelle schwebte ein weiteres Amulett, ähnlich dem, das sie im Teich gefunden hatten. Nur viel größer und viel heller.

»Wow!« Viralias Augen schienen vor Staunen immer größer zu werden. »Das ist … unglaublich.«

»Nicht schlecht«, stimmte Frederik zu. Er ließ seinen Blick über die Lichtung schweifen. »Obwohl ich sagen muss, ich hätte etwas mehr Action erwartet. Keine Drachen? Keine Rätsel? Das enttäuscht mich geradezu.«

»Abwarten. Es wäre zu einfach, wenn es nur das hier wäre.«

Kaum hatte sie ausgesprochen, ertönte ein tiefes, dröhnendes Geräusch. Der Boden begann leicht zu beben, aus dem Schatten der Bäume trat eine riesige Kreatur - halb Drache, halb Wolf. Seine Leuchtaugen fixierten Viralia und Frederik.

»Aha, da ist er ja«, feixte Frederik mit seinem frechschiefen Grinsen. »Besser spät als nie.«

»Du hast es gejinxt … ähm verhext!«, fauchte Viralia.

Die Kreatur blieb stehen und musterte sie. Dann sprach sie, die Stimme klang wie düsteres Grollen: »Wer wagt es, das Heiligtum der alten Magie zu betreten?«

»Er war es.« Viralia zeigte auf Frederik.

»Sie war es«, konterte dieser frech, trat dann aber vor und verbeugte sich theatralisch. »Verzeihung … Räusper … Nur ein einfacher Frosch und eine noch einfachere Prinzessin.«

Viralia beugte sich nach unten und versuchte, Frederik einen klitzekleinen Seitenhieb zu verpassen. Was ihr nicht gelang. »Frederik!«, keifte sie stattdessen.

Die Kreatur hob eine Klaue und zeigte auf das Amulett über der Quelle. »Verstehe … Um die Magie des Märchenlandes zu wecken, müsst ihr beweisen, dass ihr ihrer würdig seid. Zeigt Mut, Verstand und wahres Herz.«

»Klingt machbar«, sagte Frederik gelassen.

»Für dich vielleicht«, grummelte Viralia vor sich hin. »Ich bin mir da nicht so sicher.«

Die Kreatur schnaubte, Funken tanzten um ihre Klauen. »Der erste Test: Verstand. Um die Magie zu wecken, müsst ihr das Rätsel lösen.«

Viralia warf Frederik einen zweifelnden Blick zu. »Ich hoffe, du kannst nicht nur dumme Sprüche reißen.«

»Oh Prinzesschen ...« Frederik setzte sein typisches schieffreches Grinsen auf. »Du weißt doch, dass ich ein Überraschungsfrosch bin.«

Die Kreatur hob nun die andere Klaue, ließ eine magische Tafel in der Luft erscheinen. Darauf standen leuchtende Worte:

Ich bin nicht zu sehen, aber jeder fühlt mich.

Ich kann wärmen und doch verletzen.

Manchmal trage ich Wahrheit, manchmal eine Illusion. Was bin ich?

Viralia runzelte die Stirn. Sie las die Worte immer wieder. »Nicht zu sehen, aber fühlbar …«

»Ich habs!«, rief Frederik. Er sprang auf sein Seerosenblatt, das urplötzlich neben ihm auftauchte und nun wie ein fliegender Teppich in der Luft schwebte.

»Was?«, fragte Viralia skeptisch.

»Liebe«, antwortete Frederik mit verträumtem Blick und einer dramatischen Geste. »Das ist die Antwort. Wobei … Liebe kann niemals verletzen. Nur ein verletztes Ego kann es.«

Die magische Tafel glühte kurz auf, die Worte verschwanden, die Kreatur nickte langsam. »Der Frosch hat recht. Liebe ist die Antwort. Doch sie ist nur der Anfang.«

»Natürlich habe ich recht«, konstatierte Frederik stolz.

Viralia verdrehte die Augen. »Glückwunsch, großer Rätselmeister. Was kommt als Nächstes?« Mit dieser Frage überspielte sie ihre Unsicherheit. Denn die Antwort hätte sie nicht gewusst. Woher … woher wusste dieser verfroschte Frosch von der Liebe? Sie selbst hatte keine Ahnung davon, allenfalls eine vage Vorstellung. Doch Frederik schien sich damit auszukennen. Gab es etwa eine Frau … ähem Fröschin … in seinem Leben, die er liebte? Verfroscht noch mal … was dachte sie da eigentlich? Als ob sie und ein dahergequakter Frosch … Niemals!

Die Kreatur senkte eine Klaue, das Amulett über der Quelle begann, noch heller zu leuchten. »Der zweite Test: Zusammenarbeit. Der wahre Schlüssel zur Magie ist nicht Verstand oder Mut, sondern die Fähigkeit, zusammenzuarbeiten und Vertrauen zu zeigen.«

»Bestens«, murmelte Viralia. »Ich soll mit einem Frosch zusammenarbeiten, der Geheimnisse hat und aus Ironisch-Sarkastien zu stammen scheint.«

»Ich bin äußerst charmant.« Frederik schaute sie mit einem treudoofen Augenaufschlag an. Für einen Moment glaubte sie, in einem tiefdunkelblauen Sternenmeer zu versinken.

Die Kreatur ignorierte die Sticheleien der beiden und fuhr fort: »Vor euch liegt die Quelle. Ihr müsst das Amulett erreichen. Doch die Brücke, über die ihr gehen sollt, besteht nur, wenn ihr euch gegenseitig vertraut.«

Vor ihnen tauchte besagte Brücke auf - schmal und aus buntschimmerndem Licht. Sie wirkte äußerst fragil, schien nur bei Berührung zu existieren.

»Okay«, gab sich Viralia geschlagen und fragte skeptisch: »Wie soll das funktionieren?«

Frederik betrachtete die Brücke, lächelte und hüpfte von seinem Seerosenblatt auf den Boden. »Ganz einfach. Ich gehe voran und du folgst mir.«

»Was, wenn sie bricht?«

»Dann landen wir im Wasser«, merkte Frederik trocken an. »Du musst mir vertrauen, Baby, dass ich dich dann wieder raushole.«

Viralia schnappte empört nach Luft und zögerte. Am liebsten hätte sie diesen verglitchten Frosch ertränkt. Schließlich nickte sie. »Okay, Froschanova. Zeig, was du draufhast.«

Frederik hüpfte elegant auf die schimmernde Brücke, die unter seinem Fliegengewicht dennoch leicht vibrierte. »Siehst du? Nichts zu befürchten.«

Sie folgte ihm vorsichtig, die Schritte zögernd. »Das fühlt sich nicht besonders sicher an.«

»Vertrauen, Madame Virtualia«, rief ihr Frederik vergnügt zu, grinste sie über die Schulter hinweg an und begann, vor sich hinzusingen. »… I can’t wait to be free … you be you and I’ll be me … Let’s work together and we’ll see … that’s the key …«

Dieser vermaledeite Frosch überraschte Viralia immer mehr. Woher kannte er den Song That’s the key von Max Greenberg?

Die Brücke fing an zu schwanken, Viralia schnappte nach Luft. Doch sie hielt an Frederiks Worten fest und schaffte es, Schritt für Schritt weiterzugehen.

Als sie beide das Amulett erreichten, erstrahlte es in goldenem Licht. Die Kreatur schien zu lächeln. »Ihr habt bestanden. Die Magie ist bereit, sich zu offenbaren.«

Das Amulett pulsierte weiterhin in seinem Licht, das sich nun wellenartig über die Lichtung ausbreitete. Die funkelnden Bäume begannen, in verschiedenen Farben aufzuleuchten, der Boden vibrierte leicht. Viralia und Frederik standen nebeneinander, die Augen weit aufgerissen.

»Das war alles?«, fragte sie schließlich und sah sich ungläubig um.

»Sieht so aus«, antwortete Frederik. Er kratzte sich am Kopf, was bei einem Frosch eher lustig anmutete.

Die immer noch majestätisch wirkende Kreatur sah zufrieden aus. »Ihr habt die Prüfungen bestanden. Die Magie des Märchenlandes ist nun wieder aktiviert.«

»Aktiviert?« Viralia zog skeptisch eine Augenbraue nach oben. »Das ist alles? Keine Blitze, kein Feuerwerk, keine epischen Veränderungen? Nur ein bisschen Licht und Farbenspiel?«

»Es ist subtil«, bedeutete ihr die Kreatur würdevoll.

Frederik gluckste. »Subtil? Das hier ist bestenfalls eine mittelmäßige Lasershow.«

»Genau«, stimmte Viralia ihm zu. »Wir riskieren hier unser Leben auf der Lichtbrücke und alles, was wir bekommen, ist ein Märchen-Discoabend?«

Die Kreatur runzelte die Stirn. »Die wahre Magie liegt nicht in den Effekten, sondern in dem, was ihr in euch erweckt habt.«

»Ach komm schon«, sagte Frederik mit einem fetten Grinsen im Gesicht. »Das ist doch der älteste Trick im Märchenbuch. Die wahre Bedeutung war das, was ihr unterwegs gelernt habt. Habe ich recht?«

Die Kreatur seufzte tief, als ob sie diese Diskussion schon sehr oft geführt hatte. »Ihr werdet die Veränderungen bald spüren. Vertraut auf die Magie.«

»Ich vertraue auf mein Handy«, muckte Viralia auf.

»Watchin' the news on my phone … saw the chaos in the world … saw the violence and my hopes were burned … i am a young man got my whole life ahead of me … so much terror, i can’t believe what i see …. Ähem - und ich auf meine Ruhe und mein Seerosenblatt«, fügte Frederik schnell hinzu.

Das Licht schien zu verblassen. Die Kreatur schritt zurück in den Schatten der Bäume, wo sie sich scheinbar auflöste. Zurück blieb nur die Quelle, nun klarer und leuchtender als zuvor.

Viralia wandte sich zu Frederik um, der wieder auf seinem Seerosenblatt schwebte. Diesmal knapp auf Augenhöhe mit ihr. »Also … was machen wir jetzt?«

»Zurück zum Teich?«, schlug Frederik vor. »Vielleicht hat sich wenigstens dort etwas verändert.«

»Das will ich hoffen. Sonst ist das hier der größte Quatsch aller Zeiten.« Viralia klang echt verschnupft.

Kaum hatten Viralia und Frederik den ersten Schritt wieder zur Brücke gemacht, begann die Lichtung leicht zu erbeben. Ein leises Summen schwoll an, das Amulett pulsierte erneut. Diesmal jedoch schneller und intensiver.

»Ähm … Frederik?« Viralia drehte sich zu ihm um, während der Boden immer stärker unter ihren Füssen bebte.

»Ja?« Frederik ahnte schon, dass das nichts Gutes bedeuten konnte.

»Hast du auch das Gefühl, dass wir gleich irgendwohin geschleudert werden?«

Frederik nickte langsam. »Allerdings. Das hier fühlt sich irgendwie nach einem von Pixels Boss-Level-Finalen an.«

Noch bevor sie weiterreden konnten, erfasste sie plötzlich ein unsichtbares Kraftfeld. Ehe sie sich versahen, wurden sie mit einem lauten Plopp! durch die Luft geschleudert.

»AAAAAAHHHH!«, schrie Viralia, während sie in einer Spirale aus Licht durch eine scheinbar endlose Röhre geschossen wurde.

»YOLO!«, kam es laut von Frederik, der sich überraschend gut mit der Situation arrangiert zu haben schien.

Mit einem lauten Platsch! landeten beide unsanft im Schlossteich.

Viralia tauchte prustend auf, ihre Haare völlig durcheinander, ihr Blick mehr als erschöpft. »Was zum verhexelten Knallfrosch ist das gewesen?«, keuchte sie, noch immer etwas außer Atem.

Frederik tauchte neben ihr auf, eine Alge quer über seinem Kopf drapiert. »Ich würde sagen, das ist das Märchenland-Äquivalent zu Level abgeschlossen, zurück zum Start.«

»Das ist total bescheuert!«, ärgerte sich Viralia. »Was für ein System schickt uns durch all das, nur um uns wieder dahin zurückzuwerfen, wo wir angefangen haben?«

»Das ist doch dein Ding, oder?« Frederik konnte sich das Lachen nur mühevoll verkneifen. »Eine perfekte Illusion. Alles schön verpackt. Und wenn man genau hinsieht, merkt man, dass es nur mit Puderzucker überstreute Scheiße ist.«

Viralias Blick änderte sich merklich und sie wirkte etwas geknickt. »Also sagst du, das ist alles nichts für mich?«

»Nicht ganz.« Frederik paddelte zu seinem speziellen Seerosenblatt, das den Tunnelflug schadlos überstanden hatte. »Wir haben nun dieses schicke Amulett. Und ich wette, die Froschgang wird begeistert sein, unsere epische Rückkehr zu feiern.«

»Natürlich«, kommentierte Viralia sarkastisch. »Das wird das Highlight des Tages.«

Die Froschbande tauchte prompt auf, alle mit weit aufgerissenen Glubschäuglein.

»Cool Alter, ihr wurdet teleportiert.« Pixel-Quak fand als erster die Sprache wieder. »Und ihr habt das Level geschafft?«

Frederik grinste siegessicher. »Sicher, Alter. Wir haben gewonnen. Oder zumindest nicht verloren.«

»Das klingt wie mein Leben«, quakte Frida leise vor sich hin.

Mit einer Mischung aus Frust und Erschöpfung kletterte Viralia aus dem Teich. Ihre Kleidung war pitschenass und mit vielen Algen dekoriert. »Das ist mit Abstand das Bescheuertste, das ich je erlebt habe.«

»Wirklich?«, wollte Frederik wissen, der mittlerweile wieder gemütlich auf seinem Seerosenblatt lümmelte. »Ich dachte, du bist Social Media Managerin. Ist dein Job nicht auch täglicher Balanceakt zwischen Unsinn, Bescheuertsein und Chaos?«

Viralia bedachte ihn mit einem Blick, der für Nicht-Frösche hätte tödlich sein können. »Mein Job ist es, Illusionen zu schaffen, nicht in ihnen zu baden.«

Mit einem schelmischen Grinsen warf ihr Frederik einen Luftkuss zu. »Ach komm schon, Schmuseprinzessin. Du liebst es. Gib es zu.«

Bevor sie antworten konnte, quakte Ribbit Rap aufgeregt dazwischen: »Yo, ihr seid wieder da! Und ihr habt ein neues Gadget mitgebracht. Was ist das?«