Hermann Hesse zum siebzigsten Geburtstag - Thomas Mann - E-Book

Hermann Hesse zum siebzigsten Geburtstag E-Book

Thomas Mann

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Beschreibung

Sympathie und eine gegenseitige Hochachtung vor dem jeweiligen Werk verband Hermann Hesse und Thomas Mann, der hier bekundet: »Unter der literarischen Generation, die mit mir angetreten, habe ich ihn, der nun das biblische Alter erreicht, früh als den mir Nächsten und Liebsten erwählt und sein Wachstum mit einer Sympathie begleitet, die aus Verschiedenheiten so gut ihre Nahrung zog wie aus Ähnlichkeiten.« Bereits zu dessen 60. Geburtstag hatte Mann Hesse mit einem Artikel gratuliert, aus welchem er einige Stellen für diesen Text übernahm. Im Zeitraum Ende März/Anfang April 1947 wiederum auf Initiative Eduard Korrodis entstanden, wurde der Text in der Neuen Zürcher Zeitung vom 2. Juni veröffentlicht. Er wurde in einem Privatdruck gemeinsam mit weiteren Glückwünschen als Geschenk für den Jubilar erneut publiziert und – geringfügig überarbeitet – in ›Altes und Neues‹ (1953) aufgenommen. 1948 erschien eine Variation des Texts zudem als Vorwort in einer amerikanischen Neuausgabe von Hesses ›Demian‹.

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Seitenzahl: 15

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Thomas Mann

Hermann Hesse zum siebzigsten Geburtstag

Essay/s

Fischer e-books

In der Textfassung derGroßen kommentierten Frankfurter Ausgabe(GKFA)Mit Daten zu Leben und Werk

{234}Hermann Hesse zum Siebzigsten Geburtstag

Sind es also wirklich schon zehn Jahre, daß ich unserem Hermann Hesse zu seinem sechzigsten Geburtstag gratulierte? O doch, es ist wohl möglich, es könnte sogar noch länger her sein – so viel wie unterdessen geschehen ist, geschehen in der geschichtlichen Welt, geschehen im Drang und Lärm dieser Erschütterungen auch von unserer ungestört arbeitsamen Hand. Das äußere Geschehen, das unvermeidliche Verderben des armen Deutschland zumal, haben wir zusammen vorausgesehen und zusammen erlebt – in weiter räumlicher Entfernung voneinander, die zeitweise gar keinen Austausch zuließ, aber doch immer zusammen, doch immer in gegenseitigem Gedenken. Unsere Wege überhaupt laufen wohl deutlich getrennt, in gemessener Entfernung voneinander durchs geistige Land und laufen doch irgendwie gleich – irgendwie sind wir doch Weggenossen und Brüder, – oder confrères, wie ich mit weniger zutunlicher Nuance sagen sollte; denn ich sehe unser Verhältnis gern im Bilde der Begegnung seines Joseph Knecht mit dem Benediktinerpater Jakobus im Glasperlenspiel, wo es denn ohne das »Höflichkeits- und Geduldspiel endloser Verneigungen wie bei der Begrüßung zwischen zwei Heiligen oder zwei Kirchenfürsten« nicht abgeht, – ein halb ironisches Ceremoniell chinesischen Geschmacks, das Knecht sehr liebt, und von dem er bemerkt, daß auch der Magister ludi Thomas von der Trave es meisterlich beherrscht habe.

So ist es nur in der Ordnung, daß wir gelegentlich zusammen genannt werden, und möge es auch auf die kurioseste Weise geschehen, so soll es uns recht sein. Ein namhafter alter Tonsetzer in München, treudeutsch und bitterböse, hat kürz{235}