Hohlräume - Peter Zimmermann - E-Book

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Peter Zimmermann

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Beschreibung

Im Leben von Karl, Prorektor eines Gymnasiums in ländlicher Umgebung, ist selten etwas nach Wunsch verlaufen. Lehrer ist er mangels besserer Alternativen geworden und gerade ist die heimliche Affäre mit seiner Kollegin Laura in die Brüche gegangen. Für die attraktive Spanischlehrerin war die Liaison ein folgenschwerer Fehler. Derweil blickt Karls Frau Esther zurück auf vertane Chancen. Die Verbindung zu ihrem Mann hat sie längst verloren, nun entfernen sich auch ihre Kinder, die Teenager Julian und Sophia, zusehends von ihr. Während Julian die Karriere eines Kleindealers der Monotonie seiner Metallbau-Lehre vorzieht, verliert die Schülerin Sophia mehr und mehr den Kontakt zur Außenwelt. Ob ihr Schulkamerad David, selbst in den Wirren der Pubertät verheddert, Sophia helfen kann? Einmal mehr beweist Peter Zimmermann mit der klug konzipierten Geschichte eines Sommertags, wie gekonnt er philosophische Betrachtungen und spannendes Erzählen verbindet. Die Handlung setzt in den frühen Morgenstunden im Juni ein. Es hätte ein glücklicher Tag werden können, doch stattdessen verschränken sich verschiedene Handlungsstränge zu einem Szenario, das scheinbar unaufhaltsam auf einen dramatischen Showdown zusteuert. Am Abend ist die Welt der Protagonisten aus den Fugen und sie müssen sich fragen, ob der Lauf der Dinge tatsächlich unabwendbar war und was sie dazu beigetragen haben.

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Seitenzahl: 234

Veröffentlichungsjahr: 2025

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PETER ZIMMERMANN

Hohlräume

Roman

Inhalt

Trübe Wasser

König David

Mauersegler

Schwalbenschwanz

Hartes Holz

Damenopfer

Seiltanz

Trübe Wasser

Die Träume kamen in der zweiten Nachthälfte. Dieses Mal lag er mit Laura am Strand und die Wellen brachten schwarze Muscheln. Was für eine Verschwendung, wenn man begehrt und sich verliert und alles ist umsonst. Karl erwachte mit einem dumpfen Schmerz in den Schläfen, lauschte Esthers Atem und versuchte, sich den Abend zu vergegenwärtigen, als er das letzte Mal mit Laura geschlafen hatte. Sein Gedächtnis gab bloß eine Auflistung beziehungsloser Worte preis. Bereits trug die Zeit Lauras Gesicht ab, ihren Körper, den Klang ihrer Stimme.

Das Fenster stand offen, die Luft hatte kaum abgekühlt. Er drehte sich zur Seite und ließ den Kopf aufs Kissen sinken. Esther hatte Nachtcreme aufgetragen, der Lavendelduft beruhigte ihn. Nach und nach zerfaserten seine Gedanken und bald darauf glitt er zurück in einen nunmehr traumlosen Schlaf.

Als er kurz vor sechs das Haus verließ, schliefen Esther und die Kinder noch. Er fuhr in Richtung Gerschen an den letzten Häusern von Birkried vorbei, vergewisserte sich mit einem Blick in den Rückspiegel, dass die Straße hinter ihm leer war, und bog auf den Feldweg ab, der zum Fluss führte und dort endete. Neben einem Kirschbaum hielt er an. Über der künstlichen Böschung, die das Ackerland vor Überschwemmungen schützte, hing kaum wahrnehmbarer Dunst. Der Mais zu seiner Linken stand hüfthoch, die Blätter leuchteten in der Morgensonne.

Zehn Tage trennten Karl von den Sommerferien. Die letzte Woche hatte er damit verbracht, im verschwitzten Hemd durchs Schulgebäude zu hetzen, blasierten Expertinnen die Hand zu schütteln und Kollegen daran zu erinnern, die Zensurenblätter vor der Rückgabe zu unterschreiben. Während der Zeit der Maturprüfungen war einiges unerledigt geblieben, und als er an die vielen Dossiers dachte, die auf seinem Schreibtisch lagen, bohrten sich die Fingernägel seiner rechten Hand in den Daumenballen, kehrte der Schmerz in seinen Schläfen zurück. Noch aber saß er nicht in seinem Büro. Noch blieb ihm ein wenig Zeit.

In den vergangenen Wochen hatte er sich angewöhnt, seine Arbeitstage mit einem Ritual zu beginnen. Laura hatte es ihm beigebracht, und jetzt half es ihm zu ertragen, dass sie ihn verlassen hatte. Er griff nach der Picknickdecke, die auf der Rückbank lag, stieg aus dem Wagen und setzte sich neben den Feldweg. Den Filter formte er aus einer der Lernkarten, die ein Schüler im Geschichtszimmer hatte liegen lassen. Auf der heutigen stand »blühen« und auf der Rückseite »fleurir«. Mit der Flamme seines Feuerzeugs erhitzte er den dunkelbraunen Brocken, den er sich aus Julians Zimmer besorgt hatte. Im Vergleich zu den Unmengen an Dope, die sein Sohn im doppelten Boden einer Wäscheschublade lagerte, war er von unbedeutender Größe. Karl brach ein Stück heraus und zerrieb es zwischen den Fingern. Die Krümel fielen in den Tabak, süßlicher Geruch drang in seine Nase. Er hob das Zigarettenpapier hoch, rollte es auf, befeuchtete den Rand mit der Zungenspitze und klebte die Enden zusammen. Das Ergebnis fühlte sich wenig stabil an. Er war nicht besonders geschickt darin, einen kompakten Joint zu drehen. Es war egal. Er bestritt keinen Wettbewerb, niemand sah ihm zu.

Den Rauch behielt er so lange in seinen Lungen, wie er konnte, und während er auf die Wirkung wartete, sah er nach Norden zum Ergistock, an dessen Fuß kubische Schachteln klebten. In den meisten von ihnen lebten Zugezogene, die ihre Bugattis und Porsches zur Schau stellten und steuergünstige Blicke über die Landschaft schweifen ließen. Karls Bruder gehörte zu den wenigen Einheimischen, die dort wohnten. Pool und Doppelgarage, ermöglicht durch die Arbeit seiner Angestellten, die Früchte und Fleisch in Läden, Möbel in neu bezogene Wohnungen oder Leichen, die jenseits der Landesgrenze abgeholt werden mussten, zu ihren letzten Ruhestätten brachten. Roland fuhr einen demonstrativ bescheidenen Audi mit einer zweistelligen Autonummer. Der Werbeprospekt seines Unternehmens zeigte ihn auf der Hebebühne eines LKW sitzend, die Haare nach hinten gekämmt, mit offenem Hemdkragen, umringt von seinen Chauffeuren. In den letzten Jahren war Karls Neid allmählich verblasst. Dennoch verschaffte es ihm eine gewisse Befriedigung, die Baukräne zu zählen, die zwischen den Schachteln in die Höhe ragten und dafür sorgten, dass Rolands Haus in der Jahr für Jahr dichteren Häuserkruste kaum mehr auszumachen war. Zurzeit waren es drei. Oberhalb der Kruste gab es ein paar verstreute Bauernhäuser. Einen Streifen Wald. Lawinenverbauungen. Zum Schluss das metallene Gipfelkreuz und darüber einen Himmel in unentschlossenem Blau.

Der Filter hatte seine ursprüngliche Form verloren und beinahe hätte sich Karl die Lippen verbrannt. Er schnippte den Stummel ins Maisfeld, freundlicher Nebel umfing seinen Geist. Vögel sangen, ihre Laute verdichteten sich. Immer mehr kamen dazu und Karl war sich nicht sicher, ob sie da draußen waren oder in seinem Kopf. Das Konzert war betörend. Er schloss die Augen und Laura lag auf dem Rücken im Sand. Wasser umspielte ihre Beine, den safrangelben Bikini. Karl wusste um die Pein, die auf eine solche Erinnerung folgte, gäbe er sich ihr zu lange hin, also wischte er den Tabak, der neben das Zigarettenpapier gefallen war, von der Decke, faltete sie zusammen und legte die Utensilien zurück in den Wagen. Beim Knall der Autotür stoben Krähen hoch, schraubten sich in den Himmel, wo sie kurze Zeit kreisten, um sich danach wie schwere schwarze Tropfen auf ein braches Feld zu senken. Er beobachtete, wie sie hin- und herstaksten, bekam das Gefühl, sich ebenfalls bewegen zu müssen, und stieg auf die Böschung. Die Thol führte schmutzig braunes Wasser, in dem abgebrochene Äste trieben. In den Bergen musste es ein nächtliches Gewitter gegeben haben. Unter der Brücke, die sich ein paar Hundert Meter weiter Richtung Birkried über den Fluss spannte, konnte Karl nur einen schmalen Streifen Licht sehen. Die Wucht der Strömung war immens, der Blick auf Stromschnellen und Wirbel machten ihn benommen. Die Landschaft präsentierte sich wie in den Tagen zuvor und doch schien ihm, als wäre die Verbindung zu ihr auf unheilvolle Weise gekappt, als wäre sie fremd und feindlich geworden. Er lehnte sich gegen einen Baumstamm, konzentrierte sich auf seine Füße, und der Schwindel ließ nach. Womöglich hatte er das Dope zu hoch dosiert. Für ein paar Minuten legte er sich ins Gras. Die Erde war kühl und feucht von der Nacht. Er versuchte, gleichmäßig zu atmen, die Schwere seines Körpers zu fühlen. Das Schlimmste war überstanden.

Das Langzeitgymnasium thronte auf einem vorgelagerten Hügel am Fuß des Gerschenhorns, einsam wie eine Burg. Im Winter zog kalte Luft durch die Gänge, an heißen Tagen hingegen verwandelte sich das Gebäude in einen unangenehm riechenden Brutkasten, was jede Vermittlung von Wissen im Keim zu ersticken drohte. Auch an diesem Morgen hatte sich die Luft in Karls Büro bereits zu einem drückenden Gemisch erwärmt. Er trug ein Eau de Toilette auf, um den Haschgeruch zu überdecken, und öffnete das Fenster. Zwei Schüler, die Jeans-Westen mit Aufnähern trugen und sich nach jedem dritten Schritt die Haare aus dem Gesicht strichen, stiegen die Treppe zur Schule hoch. Als Gegengewicht zu dieser, wie ihm schien, schmuddeligen Form der Selbstdarstellung folgte eine Gruppe von Mädchen in luftigen Sommerkleidern und gleich dahinter Sophia, begleitet von David, mit dem sie stets zur Schule radelte. Für eine Sekunde sah sie nach oben. Früher hatte sie ihm fast immer zugewunken, bevor sie das Schulhaus betrat, doch mittlerweile war sie vierzehn und er ihr peinlich. Dennoch trug er seinen Teil zu dem bei, was einst ihr Ritual gewesen war. Er hob die Hand zum Gruß, zog sie aber gleich wieder zurück, als er Andrea die Treppe hochrennen und sich zu seiner Tochter gesellen sah. Der Gedanke, dass sich die beiden angefreundet haben könnten, ließ ihn vom Fenster zurücktreten. Bisher schien Andrea für sich behalten zu haben, was sie gesehen hatte. Gelegentlich starrte sie ihm lächelnd in die Augen, ab und zu fragte sie nach einer kleinen Gefälligkeit wie der Neubewertung eines Vortrags oder der Streichung einer Absenz im Klassenbuch, Dinge von geringer Relevanz, was darauf hinwies, dass es ihr in erster Linie darum ging, die Macht auszukosten, die sie über ihn gewonnen hatte. Er hatte darüber nachgedacht, sie um ihr Schweigen zu bitten, doch die Vorstellung, sich auf diese Weise zu erniedrigen, hatte ihn davon abgehalten.

Zehn Minuten später trat er vor die Klasse. Sein Mund fühlte sich trocken an. Er öffnete das Lehrbuch und hob den Kopf. Nichts verlieh ihm ein deutlicheres Gefühl des Alleinseins als der Blick in zwanzig desinteressierte Gesichter. Den Schülern war nichts vorzuwerfen, er wusste selbst, dass er kein guter Lehrer war. Er las zwei Passagen vor, danach ging er durch die Reihen, verteilte ein Aufgabenblatt und forderte die Klasse zu stiller Arbeit auf, in der Absicht, zum Ende der Stunde Musterlösungen unter den Hellraumprojektor zu legen, die er vor fünfzehn Jahren erstellt hatte. Hinter seinem Rücken murmelte es, vor ihm öffnete einer der Schüler den Mund zu einem demonstrativen Gähnen. Karl ignorierte beides, setzte sich ans Lehrerpult und starrte in den Raum. Eigentlich ging es ihm ganz ordentlich. Seit er unter den Nachwirkungen eines morgendlichen Joints zu unterrichten pflegte, glitt er durch die Lektionen wie ein einsames Rotauge durchs trübe Wasser. Er faltete seine Hände und zählte die Schülerinnen, die Ohrringe trugen, danach die Schüler mit Brille, bis sein Blick auf die Zeittafel fiel, die ihm gegenüber an der Wand hing. Das Papier war eingerissen, am unteren Rand fehlte in der Mitte ein Stück. Sämtliche Größen der Weltgeschichte trugen aufgemalte Bärte und Brillen.

Als Student hatte Karl nicht einmal in Betracht gezogen, Lehrer zu werden, sondern seine unmittelbare Zukunft darin gesehen, bei Lüthi zu promovieren. Danach Forschungsaufenthalte in England oder den USA. Reichweite und Renommee kraft substantieller Publikationen. Diskurse mit Gelehrten aus aller Welt, ein Standardwerk über die Schweiz im 19. Jahrhundert als Höhepunkt. Alles lief wie geplant, noch bevor er mit der Lizentiatsarbeit begann, versprach ihm Lüthi eine Anstellung als Assistent. Doch nach der Prüfung meinte der Professor, an ein solches Angebot könne er sich nicht erinnern. Karl fragte ihn, ob er seinen Standpunkt überdenken wolle, worauf Lüthi die Hand auf seinen Unterarm legte und sagte, er habe ordentliche Leistungen gezeigt, ihm mangele es jedoch an drei Eigenschaften, die es brauche, um in der Wissenschaft zu bestehen: Hartnäckigkeit, Sorgfalt und, so leid es ihm tue, Geistesschärfe. Den eigentlichen Grund für Lüthis Meinungswechsel erfuhr er nie. Karls Gliedmaßen reagierten auf die eklatante Ungerechtigkeit, indem sie den Dienst verweigerten. Die folgenden Wochen lag er im Bett, betrachtete die Schatten, die über die Wände seiner Mansarde krochen, und verlor acht Kilo an Gewicht. Als es ihm besser ging, rief er seinen Vater an und glaubte aus dessen formelhaften Versuchen, ihn zu trösten, eine gewisse Erleichterung herauszuhören. Dennoch erwähnte er die Möglichkeit, eine Doktorarbeit ohne Anstellung an einer Universität zu schreiben. Sein Vater meinte, dass Karl das so machen könne. Mit seiner finanziellen Unterstützung dürfe er allerdings nicht rechnen. Das arbeitsscheue Küken, so seine Worte, sei lange genug gefüttert worden.

Im selben Monat gründete Roland Baumann Transport und nachdem die Bestätigung des Handelsregisteramts eingetroffen war, spendierte der Vater ein Essen im Rössli. Karl reiste aus Zürich an, die zwei Kilometer vom Bahnhof zum Gasthaus ging er zu Fuß. Es war ein kühler Abend im April 1970. Ihn fröstelte, seine dünne Jacke leistete dem Wind, der über die Ebene zog, kaum Widerstand. Als er das Lokal betrat, hob sein Vater den Kopf und blies Rauch gegen die Decke. Er trug ein weißes Hemd und eine Krawatte. Noch nie hatte Karl ihn so gut gekleidet gesehen.

»Wir hatten dich früher erwartet«, sagte der Vater, auf dessen Teller der sauber abgenagte Knochen eines Koteletts lag, und klopfte die Asche einer Villiger in den Aschenbecher. »Bestell, was du willst.«

Sie reichten sich die Hände, Karl spürte rissige, aufgeraute Haut. Zeit seines Lebens hatte sein Vater hart gearbeitet, so hart, dass er nun in der Lage war, Roland den Start als Unternehmer zu ermöglichen. Karl wollte ihn umarmen, ihm bedeuten, dass er mit der Entscheidung, das angesparte Vermögen in Rolands Betrieb zu stecken, einverstanden war. Doch sein Vater hatte sich bereits wieder hingesetzt.

»Schau ihn dir an!«, rief er und zeigte auf Roland, in dessen Mundwinkel eine Winston hing. »Transport Baumann. Na, wie klingt das? Wird eine richtig große Bude, darauf kannst du Gift nehmen.«

Auch Roland trug eine Krawatte, ein schmales, graubraunes Stück Leder, das er im Verlauf des Abends mehr und mehr lockerte, bis es aussah, als hätte er sich eine tote Ringelnatter um den Hals gehängt. Mit geröteten Wangen und zugekniffenen Augen saß er auf seinem Stuhl. Er hatte zugenommen, alles Kantige war aus seinem Gesicht verschwunden. Karl konnte es noch immer nicht begreifen. Sein Bruder, der von der Welt nie etwas hatte wissen wollen, nannte sich einen Geschäftsmann. Roland, der als Kind stundenlang auf dem Bett liegen und an die Decke starren konnte, der seine Ausbildung zum Lastwagenmechaniker als Leidensweg für alle Beteiligten gestaltet hatte und dem kurz vor seinem dreiundzwanzigsten Geburtstag die Nachlässigkeit unterlaufen war, ein Mädchen zu schwängern, das er kaum kannte.

Karl bestellte Forelle blau und ein Glas Weißwein. Während er aß, tranken sich sein Vater und Roland durch das Angebot an Digestifs. Pflaumen, Mirabellen, Underberg. Die beiden skizzierten den rasanten Wachstumsprozess, den Rolands Unternehmen durchlaufen würde. Karl verstand wenig von Betriebswirtschaft, schätzte die Erwartungen aber als wenig realistisch ein. Da er den Alkohol für ihren Optimismus verantwortlich machte, verzichtete er auf kritische Fragen. Lächelnd quittierte er die abenteuerlichen Prognosen, ohne zu ahnen, dass sich die meisten davon als zutreffend erweisen sollten.

»Wollte Ursula nicht mit uns feiern?«, fragte er Roland, nachdem sich dessen Spekulationen erschöpft hatten.

»Sie ist daheim beim Kind.«

»Geht es den beiden gut?«

»Natürlich.« Rolands Stimme klang eine halbe Oktave tiefer als sonst, zum Zeichen, dass sich das Thema für ihn erledigt hatte. War sein Äußeres in den letzten Monaten auffällig weich geworden, schien sich in seinem Innern nichts bewegt zu haben. Karl erwog, die Befragung fortzusetzen, seinen Bruder spüren zu lassen, dass es außer ihm noch andere Menschen gab. Stattdessen drehte er den Kopf, schob den gehäkelten Vorhang zur Seite und blickte aus dem Fenster. Nieselregen hatte eingesetzt. Der pistaziengrüne Peugeot seines Vaters stand im Lichtkegel einer Straßenlaterne. Karl fielen die sonntäglichen Ausfahrten ein, die sie unternommen hatten. Wie ein Hund hatte er gebettelt, doch der Beifahrersitz war stets für Roland reserviert gewesen. Die Erinnerung ließ seinen Magen krampfen. Zumindest hätte sein Vater fragen können, wie es ihm ging.

Der Lärm im Gasthaus schwoll an. Einer der Männer, die am Stammtisch saßen, schlug mit der flachen Hand auf den Tisch, griff nach seinem Bierhumpen und kam zu ihnen herüber.

»Idioten!«, sagte er und setzte sich neben Roland auf einen freien Stuhl. »Ich kann sie jetzt schon jammern hören. Der eine Spaghettifresser nimmt ihnen die Arbeit weg, der andere die Frau, und dann erst öffnen sie die Augen.«

Karl konnte sich nicht erinnern, den schnauzbärtigen Mann schon einmal gesehen zu haben, der sich als glühender Anhänger Schwarzenbachs und dessen Überfremdungsinitiative erwies und offenbar davon ausging, an ihrem Tisch politischen Beistand zu finden. Er hatte dunkles, kräftiges Haar und unterstrich seine Worte mit energischen Gesten, weshalb man ihn für einen jener Menschen hätte halten können, die er so dringend aus dem Land haben wollte. Innerhalb einer Minute hatte er seine Argumente dargelegt. Der Ausländer, insbesondere der Italiener, zeige sich unfähig zur Anpassung. Es drohe Blutverdünnung. Arbeitsplatzverlust. Italienisch auf den Straßen. Namen, von denen man nicht wisse, wie man sie schreiben solle. Nachdem er sein Plädoyer beendet hatte, schnorrte er eine von Rolands Zigaretten.

»Ist das dein anderer Sohn?«, fragte er Karls Vater und als dieser nickte, wandte er sich an Karl. »Du bist also der Student? Was studierst du denn?«

»Geschichte.«

»Dann weißt du ja Bescheid. Du kennst die Gründe, weshalb Völker untergehen. Die Römer zum Beispiel. Lagen auf weichen Kissen, fraßen Trauben und waren zu faul, den Innenhof zu kehren. Nicht wahr?«

»Das ist nicht mein Gebiet.«

»Was ist denn dein Gebiet?«

»Das 19. Jahrhundert. Meine Abschlussarbeit handelt von der Hygiene in Arbeiterhaushalten.«

Der Mann lachte und prostete Karls Vater zu. »Hast einen schlauen Sohn. Der weiß sogar, wie man sich die Hände wäscht.«

»Mich interessiert, wie man damals darüber gedacht hat«, sagte Karl, doch als er in das reglose Gesicht seines Vaters blickte, gab er den Kampf auf, wischte sich den Mund noch einmal mit der Serviette ab und gab vor, nach der Kellnerin Ausschau zu halten. Für eine Weile schwiegen sie, dann lockerte Roland ein weiteres Mal die Schlange um seinen Hals und sagte, er werde ein Nein in die Urne legen. Überrascht sah Karl ihn an. Sein Bruder hob den Zeigefinger. Die Schweizer Infrastruktur sei zu einem guten Teil von den Italienern errichtet worden, sagte er. Es gebe weiterhin viel zu tun und die Jahresaufenthalter außer Landes zu verweisen, zöge nach sich, mehr Gastarbeiter ins Land holen zu müssen. Nach einem Blick in die Runde schloss Roland seine Beweisführung ab. »Und wir wissen alle, dass die noch viel schlimmer sind.«

Es hatte aufgehört zu regnen. Karls Vater bestand darauf, selbst nach Hause zu fahren, obgleich er sich kaum mehr auf den Beinen halten konnte. Während sie sich die Hände gaben, murmelte er Unverständliches vor sich hin.

»Mein Angebot steht«, sagte Roland, als die Rücklichter des Peugots nicht mehr zu sehen waren. Mittlerweile trug er die Krawatte in der Hand. »Ist ein Schlafsofa. Schön breit.«

»Ich will euch keine Umstände machen.«

»Erwischst du noch einen Zug?«

»Ja.«

»Soll ich dich zum Bahnhof fahren?«

»Nicht nötig.«

Die Nacht verbrachte Karl in einer Scheune zwischen dem Rössli und Gerschen, die Kälte, seine Familie und sich selbst verfluchend, und am nächsten Tag stieg er in den ersten Zug, der ihn nach Zürich brachte. Er blickte aus dem Fenster auf den aufgerauten See und gelobte, niemals wieder an den Ort seiner Kindheit zurückzukehren.

Kurze Zeit später erhielt er einen Anruf von seinem ehemaligen Geschichtslehrer, der ihm ein kurzfristig frei gewordenes Unterrichtspensum anbot. Karl lehnte ab. Der Gedanke, sich selbst gegenüber wortbrüchig zu werden, die Aussicht, an der Schule zu arbeiten, die er besucht hatte, vierzig Kilometer von der nächsten Stadt entfernt, eingekeilt zwischen schroffen Felsen, zusammen mit Vater und Bruder, löste in seinem noch immer geschwächten Körper ein Zittern aus. Erst Tage später begriff er, dass ihm eine solche Stelle die finanzielle Grundlage böte, seine wissenschaftliche Karriere doch noch in Schwung zu bringen. Es stellte sich heraus, dass der Posten noch nicht besetzt war. Karl übernahm acht Stunden Unterricht, nebenher entwarf er ein Dissertationsprojekt und begab sich auf die Suche nach einem Betreuer. Die Stelle trat er ohne Vorbereitung an. Über didaktische Fragen machte er sich wenig Gedanken, doch erschien es ihm sinnvoll, im Geschichtszimmer eine gut lesbare Zeittafel aufzuhängen. Demgegenüber vertrat der damalige Rektor, ein beleibter Franziskaner, die Auffassung, ein Schulzimmer sei kein Ort für bunte Bilder. An dessen Wände gehöre ein Kreuz und sonst nichts. Karl ignorierte das Verbot, pinnte die Tafel an die Wand und stellte sich solange taub, bis die Sache ausgestanden war. Es war seine erste kämpferische Tat an der Schule und auch seine letzte, denn einige Wochen später begannen die Schützlinge, für die er so viel riskiert hatte, das Plakat zu verunstalten. Seine Enttäuschung über das Verhalten der Schüler bildete den Abschluss einer Entwicklung, in deren Verlauf Karl erkannte, dass ihm das Unterrichten keine Freude bereitete.

Im zweiten Jahr verdoppelte sich die Zahl der Stunden, die er zu halten hatte. Mehrfach überarbeitete er das Konzept seiner Doktorarbeit, die Pausen zwischen den Arbeitsphasen gestalteten sich länger und länger und als Esther schwanger wurde, war sein Vorhaben so sehr in den Hintergrund geraten, dass er keine drei Sätze mehr darüber hätte sagen können. Die Zeit verstrich. Die Kinder wurden geboren, sein Vater starb, Hunderte Schüler kamen und gingen, langweilten sich in seinem Unterricht. An manchen Tagen spielte er mit dem Gedanken, aus dem Fenster des Geschichtszimmers zu springen.

Dann kam der August 1989. Am Freitag vor Schulbeginn versammelten sich die Lehrkräfte zum Apéro. Josef, der die Ärmel seines tadellosen Hemds hochgekrempelt und die obersten zwei Knöpfe geöffnet hatte, gab den interessierten Rektor und unterhielt sich mit einem Neuzugang. Zwei von Karls Kolleginnen standen am Brunnen und sprachen über späte Mutterschaft, während sie belegte Brötchen auf Papiertellern balancierten. »Wir versuchen es einfach weiter«, sagte die eine und setzte ein gequältes Lächeln auf. Im vorderen Teil der Grünanlage, neben dem Eingang zum Hauptgebäude, hatten sich einige Naturwissenschaftler versammelt. Physik, Chemie und zweimal Biologie. Karl erwog, sich ihnen anzuschließen, doch er ahnte, dass sie ihn langweilen würden und er selbst nichts zu erzählen hatte. Während die meisten unlängst aus ihren Ferien in der Provence, auf den Philippinen, jenseits des Polarkreises zurückgekommen waren, hatte er den Sommer damit verbracht, sich auf seine neue Funktion als Prorektor vorzubereiten. Er fühlte sich müde und ausgelaugt. Seine Indifferenz verbergend wechselte er ein paar Worte mit Daniela, die es sichtlich genoss, für einmal nicht im Sekretariat zu sitzen, sondern die Lehrerschaft mit Häppchen und Alkohol zu versorgen, ließ sich von ihr ein Glas Weißwein einschenken und schlenderte zum Rand des Parks, wo er hinunter zur Aschenbahn blickte. Ein Läufer in neonfarbenen Shorts drehte abendliche Runden, seine Schritte waren nicht zu hören. Auf den umliegenden Wiesen lag frisch gemähtes Gras, überraschenderweise drang ein schwacher Duft nach Äpfeln in Karls Nase. Er drehte den Kopf und sah eine Frau, die sich gegen einen Baumstamm gelehnt hatte. Am Boden lag ein Turnschuh. Die Frau beugte sich vornüber und machte sich an der rechten Socke zu schaffen, zupfte daran, bis sie richtig saß, schlug den Saum zweimal um. Dann schüttelte sie einen Kieselstein aus dem Schuh, schlüpfte hinein und richtete sich auf. Die Hände in die Hüften gestemmt, drückte sie den Rücken durch.

»Wir werden nicht jünger, stimmt’s?«, sagte sie und ließ ein Glucksen hören. Dann beugte sie sich erneut vornüber, berührte die Schuhspitzen mit den Fingern. »Aber solange ich das hier noch kann, brauche ich mir keine Sorgen zu machen.«

Karl nickte. »Nein«, sagte er. »Keine Sorgen.« Er schätzte sie auf Anfang dreißig, ihre Bemerkung über das Älterwerden irritierte ihn ebenso wie der vertrauliche Tonfall, den sie angeschlagen hatte. Sie wischte sich die Hände an ihren Jeans ab und streckte ihm die Rechte entgegen.

»Ich bin Laura«, sagte sie.

»Karl.«

»Gehörst du zu den Netten?«

»Wie bitte?«

»So viele Leute, deren Namen ich mir merken muss. Da dachte ich mir, ich beschränke mich vorerst auf die Netten. Karl, hast du gesagt?«

Auch wenn Personalfragen nicht zu seinen Aufgaben gehörten, war er über die Neueinstellungen im Bilde. Josef hatte ihm die Akten zur Information aufs Pult gelegt, zuoberst diejenige von Laura Sarasin. Eine von Hand geschriebene Notiz besagte, sie habe die Absicht geäußert, in die nähere Umgebung zu ziehen, falls sie die Stelle erhalte, das Versprechen bisher aber nicht eingelöst. Unterrichtsfächer Spanisch und Französisch. Ein Foto lag nicht bei. Karl ging von einer Muttersprachlerin mit Schweizer Ehemann aus, stieß auf den Vermerk »ledig«, was ihn nicht daran hinderte, sich die neue Kollegin mit dichtem schwarzem Haar und umbrafarbenen Augen vorzustellen. Tatsächlich war Laura eine hochgewachsene, hellhäutige Brünette. Sie trug ein dunkelblaues T-Shirt, eine filigrane silberne Kette umschloss ihren Hals. Die Wangen waren gerötet, ihr Parfum roch nach grünem Apfel.

»Ich bin etwas überdreht, bitte entschuldige«, sagte sie. »Mein Zug hatte Verspätung.«

»Es dauert noch eine Weile, bis der offizielle Teil beginnt.« Karl räusperte sich. Dass er Lauras Akte gelesen hatte, erschien ihm als unangemessener Eingriff in ihre Privatsphäre. Er gab sich unwissend und fragte, woher sie angereist sei.

»Aus Basel.«

»Was hat dich dazu gebracht, in Gerschen unterrichten zu wollen?«

»Braucht es dafür eine Erklärung? Jemand hat mich auf die Stelle aufmerksam gemacht und da habe ich mir gedacht, warum nicht?«

»Das kann ich dir sagen. Die Menschen hier sind verstockt und ihre Herzen klein. Die Berge nehmen ihnen die Sicht.«

»Weshalb arbeitest du denn hier?«

»Ich kann damit umgehen. Ich bin in der Gegend aufgewachsen.«

Sie lachte und blickte zwischen den Bäumen hindurch zum Gebäude. »Die Lehrer sind auch so?«

»Die meisten sind in Ordnung. Für einige von uns ist die Schule eine Insel, ein Refugium des Geistes.«

»Dann kann es ja so schlimm nicht sein.« Sie zeigte auf das Glas in Karls Händen. »Besorgen wir auch eines für mich?«

Sie gingen über den Kiesweg in Richtung Büfett. Als sie aus dem Schatten traten, blieb Laura stehen.

»Es klingt albern, aber womöglich habe ich mir die Stelle ausgesucht, um die Erwartungen meiner Eltern endgültig zu enttäuschen«, sagte sie.

»So schlecht ist der Job nun auch wieder nicht.«

»Das hängt von der Perspektive ab.« Wieder lachte sie und klärte ihn darüber auf, dass sie das einzige Kind einer süddeutschen Anwältin und eines Basler Unternehmers war. Früh schon zeichneten sich Brüche im Verhältnis zu den Eltern ab. Laura verweigerte den Klavierunterricht, der für sie vorgesehen war. Eine Leidenschaft für Pferde wollte sich ebenso wenig einstellen wie ein Faible für Puppen und auch später durchkreuzte sie den einen oder anderen Plan, den die Eltern für sie ausgearbeitet hatten.

»Wenn man etwas von mir will, entscheide ich mich für das Gegenteil«, sagte sie.

»Immerhin hast du studiert.«

»Du hättest meinen Vater sehen sollen, als er von der Fächerkombination erfuhr. Aber du hast recht. Eigentlich wollte ich mich gar nicht einschreiben. Sie denken, ich hätte es ihnen zuliebe getan.«

»Was aber nicht stimmt?«

»Ich weiß es nicht mehr. Ich glaube, es war Zufall. Im Unterschied zu meinen Eltern bin ich nicht der Meinung, dass das Universum für die Familie Sarasin erschaffen wurde. Es gibt die Leere und es gibt Teilchen und diese Teilchen stürzen auf ewig durch den Raum. Zwar bewegen sie sich auf bestimmten Bahnen, aber gelegentlich und völlig unvorhersehbar weichen sie davon ab.«

»Deshalb hast du Romanistik studiert? Weil ein Teilchen seine Bahn verlassen hat?«

»Was ist dein Fach?«, erwiderte sie.

»Geschichte.«

»Ein Feind des Zufalls also. Alles muss erklärt werden. Die Erfindung des Rads genauso wie Napoleons Fürze.«

»Ich sehe das eher entspannt.«

»Da bin ich beruhigt.«

Während Josef eine Rede zum Start in das neue Schuljahr hielt, trank Karl ein zweites und ein drittes Glas Wein und dachte darüber nach, was Laura gesagt hatte. Ihre Selbstdarstellung als Trotzkopf und Rebellin wirkte bei Licht betrachtet ebenso überspannt wie der Versuch, ihre Biographie in ein kosmisches Wechselspiel von Gesetz und Zufall einzubetten. Und doch gefiel ihm, was sie gesagt hatte, und die Art, wie sie zu ihm sprach, erschien ihm als Verheißung. Er nahm sich vor, seinen Blick solange auf Josef ruhen zu lassen, bis dieser zu einem Ende kam, ertappte sich jedoch dabei, wie er nach jeder Pointe den Kopf drehte, um zu erspähen, was Laura davon hielt, ob sie lachte oder das Gesicht verzog, ob ihre Wangen noch immer gerötet waren und ob sie ihn ansah, was sie aber nicht tat.

Ein Fingerschnippen riss Karl aus seinen Gedanken. Andrea hatte die Hand gehoben. Sie habe ein paar Fragen, sagte sie und bevor sie weitersprach, legte sie eine Pause ein, als wollte sie ihm zu verstehen geben, dass die Zeit gekommen war, ihr Schweigen zu brechen. Warum haben Sie die Tür zum Meditationsraum nicht abgeschlossen? Ist Frau Sarasin auch verheiratet? Hat sie die Schule wegen Ihnen verlassen? Karl fühlte den Schwindel, der ihn am Fluss erfasst hatte, erneut aufsteigen. Die Schüler verschmolzen zu einer unscharfen Masse.

»Was für Fragen?«, hörte er sich sagen.

Andrea hielt die Hand noch immer in die Höhe, rieb Daumen und Mittelfinger gegeneinander. »Also eigentlich habe ich nur eine Frage. Könnten wir die Prüfung vom nächsten Montag auf den Freitag verschieben? Oder auf die letzte Schulwoche?«

»Warum?«

»Wir haben am Montag bereits einen Physiktest.«

»Das merkt ihr erst jetzt? Welcher wurde zuerst angesagt?«

»Wir wissen es nicht mehr.«

»Und wann soll ich die Arbeiten korrigieren? Es ist unmöglich.« Ein Raunen ging durch die Klasse. Ein Schüler in der dritten Reihe ließ ein Lineal aufs Pult fallen.

»Keine Verhandlungen? Keine Kompromisse?«, fragte Andrea. »Zwischen politisch mündigen Bürgern? Demokratie und so?«

»Es tut mir leid.«

Andrea verschränkte die Arme. »Da war Frau Sarasin aber ganz anders. Sie hatte stets ein offenes Ohr für uns.«

Karl wich ihrem Blick aus, blätterte im Geschichtsbuch, las stumm einen Absatz über die Folgen des Ersten Weltkriegs. Danach lenkte er ein und verschob die Prüfung um eine Woche.

Nach dem Unterricht setzte er sich mit einer Tasse Kaffee in sein Arbeitszimmer und erwog, einen der Anträge durch