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Seit Isabel im Kinderheim leben musste, da ihre Mama nicht wieder aufgetaucht war, musste sie bös hindurch, denn Frau Hunter sowie die Frau Ross waren immer sehr gemein zu ihr. Doch eines Tages bekam sie Hilfe von einer ehemaligen Feenkönigin, die Isabels Weinen gehört hatte. Es war Sulanna, die nur aus roten Buchenblättern bestand und die das Weinen von Isabel gehört hatte und die nun Isabel helfen wollte. Sie verwandelte sich in einen großen Adler und zusammen flog Sulanna mit Isabel davon. Sulanna brachte sie nach Ulanda zu Galama und Toma. Im selben Augenblick trafen auch Flink, der fliegende Esel, und Gabriel bei Isabels Zuhause ein, um sie zu holen, doch sie fanden Isabel nicht. Doch auch Tom war auf dem Weg nach Ulanda, um dort das Zauberbuch der Ahnen für das Abbild von Sulanna zu stehlen, was er auch tat, denn sie wollte die Macht über Ulanda und all ihre Wesen haben. Und so begann wieder ein Abenteuer für Isabel und ihre Freunde, welches sie bestehen mussten.
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Veröffentlichungsjahr: 2022
Nun war Isabel schon so lange im Kinderheim und fühlte sich dort immer noch so allein, von ihrer Mutter, hatte sie nie wieder etwas gehört. Sie hatte ja so darauf gehofft, dass sie kommen würde um sie aus dem Kinderheim, wieder herauszuholen. Aber da würde sie vergebens drauf warten. Isabel versuchte alles, um die Frauen im Kinderheim es recht zu machen, und half, wo sie nur konnte. In der ersten Zeit war es ja auch alles gut, bis schließlich die Frau Hunter, dort in der Küche zu arbeiten anfing, seit dem Tag, war es für Isabel die Hölle. Sie musste von morgens bis abends, in der Küche mitarbeiten und wenn sie es nicht so machte, wie die Frau Hunter es von ihr verlangte, schlug sie Isabel mit einem Stieltopf. Man hörte, von morgens bis abends, Isabel mache dieses, oder Isabel mache jenes und alles ging der Frau Hunter nicht schnell genug, was Isabel machte. Nur am Abend, wenn Isabel die Küche des Kinderheims sauber hatte und die Frau Hunter war nicht mehr dort zu sehen, dann setzte Isabel sich hinten auf den Hof, unter der Rotbuche ins Gras. Dann dachte sie, an ihre Mutter sowie an ihre Freunde, die sie vielleicht auch nicht wieder sehen würde. Aber auch Gabriel, fehlte ihr sehr, auch ihre Tante Karla und ihr Onkel, so wie Tom und Kim ihre Cousine, als sie so dort im Gras saß, schaute sie zum Himmel und rief.
„Hört mich vielleicht jemand, dort oben, Mutter bis du dort droben, kannst du mich hören? Helfe mir doch, dass ich hier wieder herauskomme!“
Doch Isabel, konnte noch so viel rufen, sie bekam von dort keine Antwort und so machte sie sich wieder, auf den Weg in den Schlafsaal. In dem Raum standen die Betten, in zwei Reihen an den Wänden, auf der einen Seite und auf die gegenüber liegende Seite ebenfalls. Jedes Kind hatte auch einen kleinen Schrank, der zwischen den Betten stand, wo sie ihr Hab und Gut hineinlegen konnten, was sie besaßen. Da Isabel aber nicht besaß, legte sie immer nur Sachen dort hinein, wenn sie zum Beispiel mal ein Apfel, oder wenn sie mal, ein paar Bonbons oder ein Stückchen Schocklade geschenkt bekommen hatte. Bonbon und Schokolade, bekamen die Kinder immer sonntags, oder wenn sie ihr Bett, die ganze Woche ordentlich gemacht hatten. Außerdem mussten die Kinder auch den Schlafsaal sauber halten. Denn es war nicht nur ihr Schlafsaal, sondern dort mussten sie auch, sitzen und wenn sie spielen wollten, mussten sie es in den Gängen zwischen den Betten machen. Gleich am Eingangsbereich, standen zwei lange Tische nebeneinander, auf jeder Seite vom Tischen standen Sitzbänke. Auf den Tischen standen Blechteller und Blechbecher, außerdem lagen dort neben den Teller, Messer, Gabel sowie ein Löffel. Jedes Kind musste dafür sorgen, dass ihr Teller und die anderen Sachen immer sauber waren. Nach dem Essen mussten die Kinder ihr Geschirr immer gleich reinigen und es dort wieder auf den Tisch stellen. Sollte es mal einer von ihnen vergessen haben, gab es für ihn auch nichts zu essen, und er musste bis zum nächsten Tag hungern. Aber es war erst so, seit die Frau Hunter dort arbeitete. So hatte sie ja nicht so viel Arbeit davon, aus diesem Grund, hatte sie es ja eingeführt. Sie war auch der Meinung, dass die Kinder sowie so nicht wussten, was sie mit ihrer Zeit anfangen sollten. Es wurde auch streng darauf geachtet, dass die Kinder auch pünktlich ins Bett gingen und wehe, wenn eines sich erlaubte, nachts einmal aufzustehen, dann wurde er in einen Keller gesperrt. Es sollte aber noch schlimmer kommen, denn Frau Hunter hatte sich schon ausgedacht, dass sie die Frau Ross, mit ins Kinderheim nehmen wollte, sie hatte auch schon einmal nachgefragt, ob die Frau Ross, nicht auch dort helfen könnte. Da die Frau vom Kinderheim nichts dagegen hatte, wollte sie die Frau Hunter ihre Freundin, Frau Ross, es gleich mitteilen und so lief sie, nach der Arbeit zu ihr nach Haus. Frau Hunter, hatte es heute aber besonders eilig, denn sie wollte die Frau Ross, die gute Nachricht, ja so schnell wie möglich mitteilen. Denn sie wollte sie ja, gleich am nächsten Morgen mit sich mitnehmen, so hatte sie es ja geplant. Als sie am Haus angekommen war, öffnete sie die Eingangstür und trat ein. Sie lief die alte Holztreppe hoch, vorbei an die alte Wohnung von Isabels Mutter. Die seitdem verschwinden von Isabel ihrer Mutter und seit dem Isabel im Kinderheim war, leer stand. Zuerst hatten sich ja noch, die Frau Hunter und die Frau Ross um die Wohnung gestritten. Doch am Ende, hatte keiner von den beiden die Wohnung genommen und auch nicht Frau Ross dir Sohn Philip, er wollte sie jetzt auch nicht mehr haben. Als die Frau Hunter, an der Tür der Frau Ross angeklopft hatte, dauerte es einige Zeit und da ihr niemand aufgemacht hatte, klopfte sie ein zweites Mal und rief.
„Hallo, Frau Ross, hallo!“
„Ich bin es, die Frau Hunter, ju-hu, ju-hu!“, rief sie ein paarmal.
„Machen sie doch einmal auf, ich habe eine Neuigkeit für sie.“
Frau Ross, die es zwar gehört hatte, dass ihre alte Freundin, dort draußen vor der Tür stand, ließ sich viel Zeit dabei, dass sie aus ihren Sessel kam. Sie hatte sich es dort bequem gemacht und hatte die Tageszeitung gelesen, da die Frau Hunter, aber keine Ruhe gab, rief sie laut aus der Stube über den Flur.
„Immer mit der Ruhe, ich komme doch schon Frau Hunter, ich alte Frau kann doch nicht mehr so schnell, wie so ein junges Küken.“
Frau Ross kam ganz langsam, aus dem Sessel hoch und lief zur Tür, wo auch schon ganz ungeduldig, die Frau Hunter wartete. Sie schloss zuerst das Schloss auf, danach machte sie zwei weitere Verriegelungen auf, die sie zusätzlich an der Tür hatte. Denn sie hatte ja Angst, dass sonst ja jemand in ihrer Wohnung kommen könnte. Aber schließlich, hatte sie doch die Tür auf und vor ihr stand eine ganz aufgeregte Frau Hunter.
„Frau Ross, ich verstehe sie nicht, ich verstehe sie werklich nicht, nun komme ich extra zu ihnen her, um ihnen eine Neuigkeit mitzuteilen, und sie lassen mich hier draußen so lange warten, das verstehe ich nicht.“
„Kommen sie doch erst einmal herein und dann mache ich für uns einen Kaffee und sie erzählen es mir dabei. Was halten sie davon? Meine Gute“, sagte Frau Ross und schob ihre Freundin mit ihrer Hand, in ihre Wohnung.
Doch bevor sie die Tür wieder verschloss, schaute sie noch einmal, die Treppe hinunter und schaute auch noch einmal nach oben. Denn sie war ja neugierig, ob dort noch jemand auf den Flur war, sie hoffte ja, dass sie denn noch etwas von ihren Nachbarn mitbekam, was sie denn weitererzählen konnte. Als beide Frauen schließlich in der Stube waren und Frau Hunter sich gesetzt hatte, fing sie auch gleich an und erzählte ihr es.
„Was gibt es denn, so dringendes, was sie mich erzählen müssen?“, fragte die Frau Ross.
„Frau Ross, wir haben doch schon mal, darüber gesprochen, dass sie gerne im Kinderheim arbeiten wollen“, erwiderte Frau Hunter.
„Ja, na und?“
„Ich habe für sie eine gute Nachricht, sie können mit mir kommen und bei uns arbeiten! Was sagen sie jetzt?“
„Das haben sie, für mich zurecht bekommen“, meinte Frau Ross.
„Warum denn nicht, schließlich habe ich ja, das sagen dort. Na schön, sagen wir fast! Aber wenn wir erst einmal beide dort sind, dann haben wir dort das Sagen, glauben sie mir. Dann weht dort ein anderer Wind, ich habe ja schon angefangen, etwas zu verändern. Aber wenn sie erst dort sind, meine Gute!“, betonte sie.
„Ich weiß nicht, ich weiß nicht! Dann muss ich ja wieder, dieses Kind ertragen, oh mein Gott!“, sagte Frau Ross, wobei sie ihre Hand auf ihrer Stirn legte und ihre Augen verschloss, und tat so, als würde sie in Ohnmacht fallen bei dem Gedanken.
„Ach Frau Ross! Welches Kind meinen sie denn?“, fragte Frau Hunter.
„Sie wissen doch, dieses nervende Kind, das hier mal gewohnt hat, na wie hieß sie denn noch mal?“, sagte sie und tat so, als ob sie noch einmal überlegen musste.
„Ach sie meinen die olle Göre Isabel“, erwiderte Frau Ross.
„Genau, die ist doch auch dort“, meinte Frau Ross.
„Wenn es nur das ist? Dann können wir ja dafür sorgen, dass sie nicht lange dort ist! Außerdem haben wir dort auch noch einen dunklen Kellerraum. Da der so wie so immer leer ist und nur ab und zu dort jemand hineinkommt. Da die Kinder alle artig sind, können wir doch dafür sorgen, dass die Isabel McCaler dort hineinkommt. Was halten sie davon?“
Als Frau Ross dieses hörte, war sie wie umgewandelt, da war sie auch bereit am nächsten Tag, mit Frau Hunter zu gehen und dort im Kinderheim zu arbeiten. Sie saßen noch eine ganze Weile dort zusammen und heckten etwas aus, wie sie Isabel schaden konnten, denn sie konnten Isabel nicht leiden. Frau Hunter steckte sich noch eine Zigarre an und zusammen mit der Frau Ross trank sie noch eine Tasse Kaffee.
Isabel dagegen musste sich noch um die Kleinsten dort im Kinderheim kümmern und für sie das Bett fertigmachen.
„Isabel, ich will aber noch nicht ins Bett, denn es ist ja noch gar nicht mal dunkel, dort draußen“, sagte der kleine Jan, den Isabel sein Nachtzeug anzog.
„Doch Jan, wir müssen ins Bett! Oder willst du, mit der Oberin Ärger haben?“
„Nein das nicht! Doch ich bin doch noch gar nicht, müde!“
„Ich ja auch noch nicht, aber ich muss doch auch ins Bett, obwohl ich ja größer bin als du“, sagte Isabel zu ihm.
Als sie den kleinen Jan so wie die anderen fertig hatte, machte auch Isabel sich Bett fertig und wollte gerade ins Bett gehen.
„Das war mir mal wieder klar, dass du die Letzte bist, du musstest ja mal wieder trödeln“, sagte die Frau von Kinderheim.
„Ich habe mich doch schon beeilt “wollte Isabel sagen, doch sie kam nur bis be…, da spracht die Oberin auch schon wieder, dazwischen.
„Weiß du was, mein Kind? Ich glaube, ich muss mal mit der Frau Hunter reden, was man da machen kann, dass es anders wird. So geht es nicht, wenn es heißt um fünf, dann ist es auch um fünf, wo man im Bett zu sein hat.“
„Ich habe doch, zuerst die Kleinen gemacht.
„Still jetzt und ab ins Bett, wir reden morgen wieder und nun will ich von euch keinen Ton mehr hören“, sagte die Heimleiterin und verließ den Raum.
Als sie aber kurz draußen war, öffnete sie noch einmal die Tür und sagte.
„Wehe! Wenn ich noch einmal, hier reinkommen muss, dann gibt es was! Habt ihr mich verstanden?“
„Ja wir haben es verstanden“, antworteten alle Kinder gleichzeitig.
Anschließend verstummten die Kinder wieder, man hörte auch keinen Laut mehr von ihnen, denn sie wussten ja, was ihnen blühen würde, wenn sie etwas sagen würden.
Am nächsten Morgen lief Frau Hunter auch wieder zu ihrer Freundin Frau Ross, denn sie wollte sie abholen, damit sie es nicht vergaß mitzukommen, ins Kinderheim. Man konnte sie schon im ganzen Haus hören, das sie da war, denn sie rief von der Haustür an.
„Hallo Frau Ross ju-hu, ich bin es wieder, ju-hu, ich bin wieder hier! Sind sie schon fertig?“, rief sie, mit lauter Stimme durch das Treppenhaus.
Oben in der Wohnung war Frau Ross schon ganz nervös, als sie das Schreien, von der Frau Hunter hörte.
„Seit sie nicht mehr hier im Haus mit wohnt, glaubt sie auch, sie könnte hier schreien, wie sie will und so viel sie will. Die kann es nicht lassen, obwohl ich ihr das schon ein paar Mal gesagt habe“, schimpfte Frau Ross.
„Ju-hu, ich bin es! Machen sie doch auf“, schrie sie wieder, wobei sie mit ihrer Faust gegen die Wohnungstür, von der Frau Ross schlug.
„Ist ja gut, ich komme ja schon! Müssen sie den immer so schreien?“, rief sie von drinnen.
Sie war nicht die Einzige, die schimpfte, nein auch ein anderer Mieter hatte seine Wohnungstür aufgemacht und rief.
„Ruhe hier im Haus, wer schreit hier so früh am Morgen, wir sind doch nicht bei den Hottentotten, verdammt Ruhe“, rief er und verschloss hinter sich wieder die Tür.
„Na endlich sind sie fertig, es wurde auch höchste Zeit, denn mein Kaffee wartet schon auf mich und er liebt es nicht, wenn wir zu spät kommen.“
„Wie der Kaffee wartet nicht gerne?“, fragte die Frau Ross noch mal nach.
„Na ja, er wartet eben nicht gerne“, sagte Frau Hunter abermals und lachte.
„Das ist mir zu hoch! Wenn Sie so weiter mit mir reden wollen und mir solche dummen Antworten geben, dann bleibe ich lieber hier. Ich bin doch kein dummes Mädchen für Sie“, sagte Frau Ross und wollte sich auch schon von ihr abwenden, denn ihr war es einfach zu dumm.
„Frau Ross, ich meine es doch gar nicht so, also wenn ich jetzt dort ins Kinderheim komme, dann steht mein Kaffee schon auf meinen Küchentisch und wartet, das ich komme, um ihn zu trinken. Ich habe meine Kinder, eben im Griff und wehe er steht da nicht, dann ist etwas los!“
„Frau Hunter, Sie brauchen nicht mehr weitererzählen, ich kann mir es schon denken, was dann kommt“, erwiderte Frau Ross.
„Ach Frau Ross, ich freue mich, dass Sie jetzt mit mir dort zusammenarbeiten, das wird bestimmt lustig, wir müssen nur zusammen hallten“, meinte Frau Hunter noch.
„Wenn sie es sagen“, antwortete Frau Ross.
„Ja! Glauben Sie mir, Sie werden es nicht bereuen, ganz bestimmt nicht.
„Wenn ich dieses Kind sehe Frau Hunter! Dass die dort ist und dass ich sie jeden Tag sehen muss.“
„Ich weiß?“
„Ach Frau Ross, warten sie doch erst einmal ab, und außerdem, haben wir sie doch hierhergebracht“, sagte Frau Hunter.
„Ja schon! Doch da habe ich ja auch nicht daran gedacht, dass ich dort noch mal arbeiten will“, meinte Frau Ross.
„Kommen sie man erst einmal mit und das Weitere wird sich dann schon ergeben und sie werden sehen, dass es hab so schlimm wird“, beruhigte Frau Hunter ihr.
Sie unterhielten sich noch so und erreichten schließlich das Kinderheim, wo auch schon die Heimleiterin auf sie wartete, denn sie hatte etwas ganz Dringendes mit den Frauen zu besprechen. Sie schaute schon immer ganz nervös auf ihre Uhr und sagte.
„Wo bleiben sie nur? Ausgerechnet heute kommen sie später, ausgerechnet heute, wo ich doch wegmuss, verdammt“, sagte sie, doch schließlich kamen die beiden Frauen auch.
„Einen schönen guten Morgen, schauen sie doch mal, wem ich hier mitgebracht habe, die Frau Ross konnte ich überzeugen, dass sie hier arbeiten muss“, erzählte Frau Hunter ihr.
„Frau Hunter, es ist ja alles schön und gut, doch ausgerechnet heute kommen Sie später?“
„Was haben Sie denn? Sie wissen doch, dass ich nie ganz pünktlich bin“, meinte Frau Hunter.
„Ja schon, das ist ja auch sonst nicht weiter schlimm, doch ich muss ausgerechnet heute, dringen wo anderes hin und ich wollte sie bitten, dass sie vielleicht auf die Kinder Acht geben.“
„Was ich? Das kann ich doch nicht, ich bin doch nur für die Küche da und für die Zimmer, das sie immer sauber sind. Wo sind denn die Frau Scott und die Frau James?“
„Die sind beide heute krank.“
„Wie beide auf einmal?“, fragte Frau Hunter, wobei sie die Heimleiterin anschaute.
„Ja, ich weiß auch nicht, was sie haben“, meinte die Heimleiterin.
Frau Hunter wollte gerade ablehnen, da stieß ihr die Frau Ross mit ihrem Fuß an und zwinkerte sie zu.
„Was soll das denn Frau Ross, warum stoßen Sie mich wieder?“, fragte Frau Hunter.
„Na ja! Wenn Sie es nicht machen wollen Frau Hunter? Dann kann ich es doch machen und werde mich um die Kinder kümmern“, machte Frau Ross den Vorschlag.
„Wie Sie wollen sich um die Kinder kümmern, wissen Sie überhaupt, was das für eine Arbeit macht?“
„Sie werden sich noch umschauen“, meinte Frau Hunter.
„Warten Sie ab und Sie werden sehen, wie ich auf die Kinder aufpassen kann“, antwortete Frau Ross.
„Na schön, wenn Sie unbedingt wollen, an mir soll es nicht liegen und ich bleibe ja nicht lange fort, vielleicht eine Woche“, sagte die Heimleiterin.
„Wie eine Woche?“, fragte Frau Hunter. „Das haben Sie aber vor hin noch nicht gesagt“, sagte Frau Hunter.
„Das macht doch nichts, ich werde das Kind schon schaukeln, oder die Kinder schaukeln“, sagte die Frau Ross und kicherte.
„Na, wenn das geregelt ist, kann ich mich ja auch auf dem Weg machen. Sie wissen ja Bescheid, was zu tun ist und wenn etwas sein sollte, dann haben Sie freie Hand und können selber entscheiden, was Sie machen wollen“, sagte die Heimleiterin und verabschiedete sich von den beiden Frauen.
„Oh man, da haben Sie sich etwas angelacht, etwas Blöderes konnten Sie sich auch nicht antun“, sagte die Frau Hunter.
„Wieso ich? Das habe ich doch, für uns beide getan.
„Wie für uns beide?“, fragte Frau Hunter.
„Na ja, wir machen es zusammen und bringen den Laden ein wenig auf Schwung.“
„Frau Ross, nun spinnen Sie total! Ich will mich doch nicht totarbeiten, es langt doch schon, wenn ich auf die Göre McCaler, aufpassen muss, dass sie ihre Arbeit nachkommt, sie wie die andere Göre? „Die Sofie, ist ja auch egal, wie die mit Nachnamen heißt! Die sind eben in meiner Küche und ich achte darauf, dass sie arbeiten, und nun halsen Sie mich noch mehr Arbeit auf, ich verstehe Sie nicht“, meinte Frau Hunter.
„Frau Hunter, Sie müssen sich erst einmal beruhigen und dann sieht die Welt ganz anders aus“, versuchte Frau Ross ihre Freundin zu beruhigen.
„Meinen sie?“, fragte Frau Hunter.
„Ja Frau Hunter, das meine ich, wo haben sie denn nun den Kaffee, den sie mir versprochen haben?“
„Na dann kommen Sie mal mit mir und lassen Sie uns in die Küche gehen“, forderte Frau Hunter ihre Freundin auf.
Sie hakte ihre Freundin ein und zusammen liefen sie hinunter in die Küche, wo auch schon Isabel und Sofie warteten. Denn sie hatten den Tisch schon für die Frau Hunter gedeckt, doch mit der Frau Ross hatten sie ja aber nicht gerechnet, davon wussten sie ja auch nichts.
„Was ist hier los, wie so steht hier nur eine Tasse und nicht zwei Tassen sind auf den Tisch, könnt ihr denn nichts allein, muss man euch es immer sagen?“, schrie sie dort unten herum.
„Aber Frau Hunter, Sie haben doch immer nur eine Tasse und nicht zwei“, antwortete Isabel, denn sie fand das die Frau Hunter sie und Sofie zu Unrecht anschrie.
„Was auch noch frech werden? Das fehlt jetzt auch noch, erst nicht machen, was man ihnen aufgetragen hat und nun auch noch gegen angehen. Ich glaub, ich bekomme ein Nervenzusammenbucht. Oh nein!“, schrie Frau Hunter und setzte sich auf ihr Stuhl, der dort am Tisch stand, legte ihre Hand auf ihre Stirn und stöhnte rum. „Oh nein-Oh nein, womit, habe ich das verdient? Man will ja nur das Beste für die Kinder und wie danken sie es ein. Na wie, indem sie frech gegen an gehen, ich verstehe es nicht? Ich bin doch immer, so gut zu ihnen gewesen“, jammerte sie eine ganze Weile noch.“
„Ach Frau Hunter, ärgern Sie sich nicht! Nun bin ich ja hier und nun weht hier ein anderer Wind, da werden sich noch einige Kinder umschauen“, sagte die Frau Ross und schaute dabei Isabel mit einem bösen Blick an.
Isabel wurde immer kleiner und kleiner, als sie von der Frau Ross so angestarrt wurde.
„Es war doch normalerweise, schon schlimm genug hier, seit die Frau Hunter hier war, und nun auch noch die Frau Ross“ dachte Isabel.
„Hört zu, ich habe euch etwas zu sagen“, sagte Frau Hunter und stand von ihren Stuhl auf und lief dabei immer in der Küche auf und ab.
„Also, ab heute wird die Frau Ross hier arbeiten und ihr habt genauso auf sie zuhören, wie auf mich. Hab ihr verstanden? Außerdem haben wir ab heute auch das Sagen, denn unsere geliebte Heimleiterin, ist für, einige Zeit weg und hat uns, damit beauftrag, dass wir aus euch Gören vernünftige Kinder machen.“
„Also fangen wir gleich damit an! Ihr geht jetzt nach oben und werdet anfangen, dieses Heim zu reinigen, wir werden hin und wieder kommen umschauen, wie weit ihr seid. Zweitens wird es ab heute, auch keine Bonbons oder Schokolade geben, geschweige einen Apfel, diese Sachen sind viel zu schade für euch und sie schaden euch nur. Die Frau Ross, kommt gleich herum und sammelt von jedem von euch, die Sachen ein, die ihr noch habt“, sagte die Frau Hunter.
Sie griff dabei in ihrem Mantel, den sie immer noch trug und holte eine Zigarre aus der Manteltasche hervor. Anschließend steckte sie sich die Zigarre in ihrem Mund und zündete sie an und pustete den Qualm, Isabel ins Gesicht und danach sagte sie zu Isabel.
„Hör zu, du gehst jetzt nach oben und sage den anderen Bescheid, dass die Frau Ross zu ihnen kommt, und wehe ich höre Gejammer von euch. Dann kannst du auch gleich ihnen ausrichten, dass der Keller groß genug ist, dort passen allerhand Kinder hinein und nun kannst du gehen“, sagte Frau Hunter.
„Halt, bevor du gehst, habe ich dir auch noch etwas zusagen, wenn du es ausgerichtet hast, kommst du hier wieder her, denn ich habe auch noch etwas für dich zu tun und nun beeile dich aber ganz schnell“, sagte die Frau Ross zu Isabel.
Isabel drehte sich um und lief sofort zu den anderen Kindern, die schon auf ihr Frühstück in ihre Zimmer warteten.
„Was ist Isabel, wo bleibt denn unser Frühstück?“, fragten sie.
Doch Isabel konnte ihnen auch nur sagen, dass die Frau Ross zu ihnen kommen würde und ihnen ihre Sachen wegnimmt.
„Wieso, sag schon, warum müssen wir denn unsere Bonbons zurückgeben warum?“, fragte einer der Kinder.
Isabel konnte ihnen, darauf auch keine Antwort geben und so zockte sie nur mit ihren Schultern, sie wollte grade wieder nach unten laufen, denn sie sollte ja gleich wieder runterkommen, aber da stand auch schon die Frau Ross hinter ihr.
„Wieso sagst du denn nicht, dass es deine Schuld ist, dass sie alles abgeben müssen“, kam es über Frau Ross Lippen.
„Wieso, habe ich denn Schuld? Ich habe doch gar nichts getan!“, sagte Isabel.
„So du hast nichts getan und wie so hast du kein Kaffee für mich mit gekocht, und auch keine Tasse mit auf den Tisch gestellt?“, beklagte sich Frau Ross und schaute gehässig in die Runde.
„Ich-ich, ich kann da doch gar nicht für.......!“, wollte Isabel sich entschuldigen, doch Frau Ross, ließ sie nicht ausreden.
„Keine Schuld schnick-schnack! Lüge ich vielleicht? Und schau dir doch nur mal die Küche an, so etwas Schmutziges, habe ich ja noch nie gesehen. Aus diesem Grund habe ich und die Frau Hunter beschlossen, dass es heute kein Essen gibt.“
„Die Küche war doch sauber, ich habe doch sie mit Sofie geputzt“, verteidigte sich Isabel, denn sie wusste ja, dass die Küche sauber war.
„Du willst doch nicht sagen, dass ich Lüge, warte das haben wir gleich!“, schrie Frau Ross und rief Sofie zu sich. „Sofie, komme sofort hier her sonst passiert was“, schrie sie hinunter in der Küche.
Es dauerte eine kurze Zeit, denn die Küche war ein Stück weiter weg, doch etwas später war Sofie bei ihnen.
„Was möchten sie von mir Frau Ross?“
„Wie sieht die Küche aus, ist sie sauber oder ist sie schmutzig?“
„Sie ist schmutzig“, sagte Sofie und ließ ihren Kopf hängen.
Sofie musste es für die Frau Ross sagen, ansonsten, wäre sie im Kellerloch eingesperrt worden und dieses wollte sie nicht.
„Aber wir haben doch sauber,“ sagte Isabel, doch weiter kam sie auch nicht mehr denn die Frau Ross, ließ sie nicht ausreden.
„Du hast es doch gehört, sie ist schmutzig und nun Schluss damit, rückt eure Sachen heraus, ihr könnt euch bei Isabel bedanken.“
Alle Kinder mussten ihre Sachen, an Frau Ross rausrücken und hatten danach nichts mehr, sie waren alle auf Isabel sauer, obwohl sie nichts dafürkonnte.
Doch Isabel konnte ja gar nichts dafür, dass hatten sich die beiden Frauen alles nur ausgedacht, um Isabel zu schaden. Isabel und Sofie hatten ja die Küche sauber gehabt, aber Isabel wusste nicht, dass die Frau Hunter, die ganze Küche verdreckt hatte, mit Mehl, Kaffeepulver und hatte sogar die Kartoffelschale überall verstreut, die dort noch vom Vortag standen. Was Isabel noch nicht wusste, war das, dass es noch schlimmer kommen sollte. Denn Frauen Ross sowie Frau Hunter, hatten sich doch vorgenommen, dass Isabel woanders in ein anderes Heim sollte. Und da die Heimleiterin noch länger fortblieb, als sie vorhergesagt hatte, hatten sie noch mehr Zeit die Tat umzusetzen und Isabel musste noch mehr leiden. Jeden Abend, wenn die Frau Ross und die Frau Hunter wieder nach Haus gegangen waren und nur noch der alte Hausmeister der Herr Robertson dort war, ging Isabel noch ein wenig nach draußen auf den Hinterhof, der von einer hohen Mauer umgeben war. Sie war so hoch, dass dort kein Kind rüberkam. Isabel lief immer hinüber zur alten Rotbuche, die dort auf dem Hof stand und setzte sich dort unter und dachte an ihre Mutter und an ihre Freunde. Sie dachte auch, wie gut sie es doch gehabt hatte, als sie noch nicht in diesem Heim war, wo sie von morgens bis abends nur arbeiten musste und wo sie nicht richtig etwas zu essen bekam. Wenn sie daran dachte, musste sie auch meistens weinen, so wie auch an diesen Abend. Isabel legte sich auf die Seite dort unten am Baumstamm, sie zog ihre Beine an sich und mit ihren Händen verdeckte sie ihr Gesicht und weinte bitterlich. Als sie dort nun so weinte, hörte sie eine Stimme, die zu ihr sprach.
„Hallo kleine Isabel, du musst nicht weinen, wische deine Tränen ab, die du geweint hast. Es lohnt sich nicht, denn es kommt der Tag, an den du wieder lachst, und außerdem wird man alt und bekommt Falten vom vielen weinen“, hörte Isabel eine Frauen Stimme sagen, Isabel schnaufte noch ein zwei Mal und sagte.
„Wer sprächt mit mir, wo bist du? Zeige dich, ich kann dich doch nicht sehen.“
Isabel konnte noch so viel bitten, wie sie wollte, die Stimme meldete sich nicht mehr, sie blieb stumm. Dafür kam jemand anderes, es war Frau Ross, die nach hinten auf dem Hof kam. Sie war noch einmal, zurück ins Heim gekommen, denn sie hatte etwas vergessen, und zwar die Bonbons und die anderen schönen Sachen, die die Kinder normalerweise haben sollten. Die Frau Ross sowie Frau Hunter ließen sich aber immer wieder etwas Neues einfallen, damit sie die Kinder die Leckereien nicht geben mussten, denn sie wollten sie für sich behalten.
„Was machst du hier hinten auf den Hof, hast du nichts zu tun, solltest du nicht noch sauber machen?“, fauchte Frau Ross Isabel an.
„Ich habe alles fertig, was Sie mir aufgetragen haben“, antwortete Isabel auf Frau Ross ihre Frage.
Die aber war schon wieder dabei und überlegte sich schon wieder etwas anderes, womit sie Isabel beschäftigen konnte, und so sollte Isabel den ganzen Hof reinigen und sollte etwas erleben, wenn es dort am nächsten Morgen nicht sauber war. Als die Frau Ross schließlich gegangen war, fing Isabel gleich an und fegte den Hof.
Im Land von Sieta herrschte indessen große Aufregung, denn es sollten ja bald schon wieder die Kinder zusammen geholt werden, damit sie weiter Zauber lernten. Aber sie stritten sich noch darüber, wo nun der Unterricht stattfinden sollte. Galama war dafür, dass die Kinder im großen Saal der Ahnen lernen sollten. So sparten sie den langen Weg hinaus vor dem Dorf, zur alten Eiche so war er der Meinung. Denn sie ja jeden Morgen laufen mussten, in der Zeit könnten die Kinder aber ja schon lernen.
„Ich bin aber nicht dafür!“, antwortete Toma.
„Warum denn nicht?“, fragte ihn Galama.
„Schau Galama, unsere ganzen Vorfahren, haben immer schon in dieser Eiche gelernt und sie haben gut gelernt“, meinte Toma.
„Ja schon, aber man muss doch auch mal mit der Zeit gehen?“, sagte Galama.
„Galama, wir sollten uns lieber Gedanken machen, wem wir als Lehrer aufnehmen, nicht, dass es so wie das letzte Mal fast schief ging.“
„Da hast du recht, ich habe mir auch schon meine Gedanken darüber gemacht“, meinte Galama.
„Und wie sind sie ausgegangen, deine Gedanken?“, wollte Toma von ihm wissen.
„Na ja, mir ist als Erstes einer nur eingefallen“, antwortete Galama.
„Und wer ist es?“, fragte Toma.
„Na, wer schon, natürlich du und vielleicht auch ich, doch da bin ich mir noch nicht ganz sicher“, sagte Galama und schaute dabei seinen alten Weggefährten an und er sah wie er langsam weiß und blass wurde.
„Das ist doch nicht dein Ernst, wieso vielleicht du, wieso? Du warst doch immer dabei! Wie so willst du es denn nicht mehr? Ich habe doch so mit dir gerechnet“, kam es aus Toma seinem Mund.
„Ich weiß nicht“, erwiderte Galama noch mal, wobei er ihn anschaute.
„Das kannst du doch nicht, den Kindern antun! Warte, das haben wir gleich, warte, ich komme gleich wieder“, sagte Toma, wobei er von der grünen Bank aufstand, wo sie zusammengesessen haben.
Er lief hinüber zu seinem Haus, öffnete die Eingangstür und trat ein, er wollte von dort etwas rausholen. Als Toma im Haus verschwand, kam auch Flink zu ihnen und suchte nach ihm und Galama erzählte ihm, wohin Toma gegangen war.
„Es dreht sich um die Schüler, sollte ich kommen!“, erzählte Flink ihm.
„Ja, Toma ist kurz in sein Haus zurückgegangen, er will irgendetwas holen, ich soll hier auf ihn warten“, meinte Galama.
„Ja wenn es so ist? Dann kann ich ja mit dir hier warten“, sagte Flink.
„Das kannst du ja, aber nun störe mich nicht, ich muss überlegen.“
„Tue ich doch auch nicht“, antwortete Flink, wobei er seinen Kopf zu Boden senkte, und fraß, ein wenig Gras von Tomas Rasen, als er noch so das Grasbüschel zerkaute, fragte er noch einmal nach.
„Du hörst dich so komisch an, bist du irgendwie sauer?“
„Kau du man nur dein Gras, davon hast du sowieso keine Ahnung, du bist ja nur ein dummer Esel“, erwiderte Galama genervt.
„Ach, ich bin ein dummer Esel für dich? Das muss ich mich nicht mit anhören“, sagte Flink beleidigt und ließ Galama allein zurück und verließ Toma sein Vorgarten. „Das habe ich nicht nötig, mir das anhören zu müssen, dass ich Flink, ein dummer Esel bin, I a“, fügte er noch hinzu.
Toma musste doch einige Zeit suchen, um das zu finden, wo nach er gesucht hatte, doch schließlich fand er es auch. Er nahm die komisch gedrehte Flasche und zwei Gläser, die genauso ausschauten wie diese Flasche, in seinen Händen mit nach draußen.
„Da bin ich wieder“, sagte er, als er bei seinen alten Freund wieder war, und setzte sich auch gleich wieder zu ihm auf der Bank.
„Das ist ja schön, dass du wieder hier bist, aber das ist mir auch irgendwie egal“, meinte Galama nur.
„Galama willst du mir nicht sagen, was dir fehlt, es ist doch nicht der Grund, dass wir in der alten Schule, weiter den Unterricht geben wollen. Da ist doch bestimmt etwas anderes?“, fragte Toma.
„Ich weiß nicht, irgendwie möchte ich den Kindern nichts mehr beibringen, doch ich kenne nicht den Grund dafür“, sagte Galama und versank in seinen Gedanken.
„Komm hier, nehme doch erst mal ein Kräuterchen, ich habe noch etwas davon in meinen Schrank gefunden, danach fühlst du dich auch wieder ein wenig besser, glaube mir“, machte Toma ihm schmackhaft.
„Meins du?“, fragte Galama.
„Bestimmt, ich fühle mich auch ab und zu, so wehmütig, aber es gibt sich doch immer wieder“, meinte Toma.
Als sie nun schon einige Zeit dort zusammengesessen haben, fragte Toma seinen Freund, ob er denn schon heute Flink gesehen hatte, doch dieser verneinte es.
„Nein, ich habe ihn noch nicht gesehen, warum tust du mir es denn fragen?“, wollte Galama von ihm wissen.
„Na ja, er wollte schon längst hier gewesen sein“, meinte Toma.
Als sie sich noch so unterhielten, kam auch die kleine Libelle Sieta vorbeigeflogen und machte einen kleinen Stopp bei den beiden. Sie wollte auch schon mal wissen, wer die Kinder denn unterrichten sollte, falls Prinzessin Pia nicht kommen würde.
„Hallo Sieta, wie geht es dir denn so?“, fragte Toma ihr.
„Mir geht es gut! Und euch?“, antwortete sie aus Höflichkeit.
„Uns auch, oder sagen wir lieber fast“, sagte Toma daraufhin.
„Wieso denn fast, bist du denn krank?“, fragte sie Thoma.
„Nein-nein, ich nicht, aber ich glaube Galama, mit dem stimmt etwas nicht“, meinte Thoma.
„Was fehlt ihm denn?“, wollte Sieta nun doch wissen.
Denn Galama sah ja nicht krank aus, er sah wie immer aus, oder sagen wir fast, sein langer grauer Bart, war ein wenig verzottelt und das kannte man normalerweise nicht von Galama.
„Sieta jetzt etwas anderes, hast du vielleicht Flink gesehen, er wollte schon längst hier sein?“, fragte Toma jetzt auch Sieta.
„Wie, ist er denn noch nicht hier gewesen? Er hatte sich doch schon längst auf den Weg zu dir gemacht, ihr wolltet doch besprechen, wann die Kinder geholt werden sollen“, meinte Sieta.
„Wisst ihr was? Mir geht es alles auf die Nerven, das Getue mit den Zauberschülern, die lernen es doch so wie so nicht. Aus diesem Grund mache ich mich auf den Weg zu meiner Weide und zu meinen Baumgeistern“, sagte Galama.
Er stand von der grünen Bank auf, schnappte sich seinen blauen Umhang, legte ihn sich über seinen rechten Arm und machte sich auf den Weg zu seiner Trauerweide.
„Galama, du kannst doch nicht einfach so gehen, willst du mir nicht erzählen, was du hast“, rief Toma seinen Freund nach.
Galama hob nur seinen linken Arm und winkte ab und lief, ohne sich umzudrehen, weiter.
„Was ist denn mit Galama? So kenne ich ihr nicht!“, wollte Sieta von Toma wissen.
Toma saß still dort auf der Bank und schaute seinen Freund hinterher, er sagte keinen Ton, sondern seufzte nur und sagte schließlich.
„Wie soll ich das denn wissen, wenn er es mir nicht sagen will, was in ihn vorgeht.“
Als sie sich noch so über Galama unterhielten, kam auch Flink zurück und sagte.
„I a-i a, ist der alte Mann wieder fort?“
„Wem meinst du?“, fragte Sieta Flink, als er am Zaun stand.
„Na wem schon? Natürlich Galama, der ist ganz schön komisch drauf, so habe ich ihn ja noch nie erlebt“, meinte Flink.
„Nicht nur du, sondern ich auch nicht“, sagte Toma.
„Und das schlimmste, ist ja noch, er will den Kindern kein Zaubern mehr lernen und das nicht nur allein, auch Prinzessin Pia weiß es auch nicht, ob sie noch einmal kommt“, erzählte Toma den beiden.
„Wie Pia will nicht mehr, davon weiß ich ja noch gar nichts?“, meinte Sieta.
„Ja, ich habe ebnen auch gedacht, dass sie bleiben, bis die Kinder es gelernt haben, ich habe nie gedacht, dass sie aufhören“, meinte Toma.
„Da müssen wir etwas gegen machen, ich wollte doch schon die ersten Kinder aus Himmelsland holen“, erwiderte Flink.
„Wisst ihr was? Ich mache mir auf den Weg und werde mit Prinzessin Pia reden, vielleicht, kann ich sie überreden, noch einmal mitzumachen“, sagte Sieta.
Sie hob von dem Baumstumpf ab, der dort immer noch in Toma sein Garten war und schwebte vor Toma und Flink.
„Sieta willst du denn noch einmal, mit ihr sprechen?“, fragte Flink seine Freundin.
„Ja, ich will es jetzt aber auch wissen, was hier eigentlich los ist, so haben die sich ja noch nie angestellt“, meinte Sieta und machte einige Flugbewegungen, bevor sie ab flog.
„Sei aber vorsichtig, nicht das du zu schaden kommst!“, rief Toma ihr hinterher.
Denn er wollte nicht auch noch auf Sieta verzichten, wenn ihr etwas geschehen würde, Sieta drehte sich noch einmal um und rief zurück.
„Nein hab keine Angst! Ich werde schon wieder kommen und ich werde Pia mitbringen und ich werde auch noch einmal mit Galama reden“, rief sie zurück, wobei sie weiterflog.
Als Toma nun dort mit Flink alleine stand, fragte ihn Flink, wie es denn nun weiter ginge und ob er denn noch die Kinder zusammen holen sollte.
„Was ist das für eine Frage?“, antwortete Toma darauf.
„Nur so! Man weiß hier ja auch schon gar nicht mehr, was man soll. Das ist doch verständlich, oder?“, meinte Flink.
„Flink, mach du dir man auf dem Weg, wir können doch jetzt nicht aufhören, dann wäre es ja alles um sonst gewesen“, meinte Toma.
„I a, na gut! „Dann werde ich nun losziehen und hole die Kinder, auch die aus Himmelsland“, sagte Flink.
„Das mache man und ich werde mit Lilo und den anderen alles vorbereiten“, antwortete Toma und kam von seiner Gartenbank hoch.
Flink biss noch ein paar Grashalme vom Rasen ab, die wollte er für unterwegs haben. Anschließend nahm er einen Anlauf und legte seine Ohren an seinem Kopf an, anschließend hob er vom Boden ab und rief noch ein paarmal.
„I a, auf gehts! Toma, ich bin bald schon wieder zurück, es dauert nicht lange“, hallte es durch das Dorf.
„Wenigstes auf einen kann ich mich verlassen“, rief Toma ihm noch nach und machte sich auf den Weg zu Lilo.
Oben in Himmelsland, ahnten sie auch noch nichts davon und so versorgte Gabriel die Tiere auf dem Hof, denn es wurde ja auch schon Zeit. Es war ja schon ziemlich spät, Gabriel und seine Geschwister mussten ja auch bald wieder zu Bett.
„Gabriel, beeile dich, der Tisch ist schon gedeckt und wir wollen gleich essen“, rief seine Mutter durch das Küchenfenster zur Scheune hinüber.
„Ja, ich beeile mich doch schon, ich habe es auch gleich geschafft“, rief Gabriel zurück, wobei er Hanna die neue Ziege etwas Heu gab, und redete mit ihr.
„Na, wie gefällt es dir denn nun bei uns, ich hoffe doch gut! Wenn dir es hier nicht gefällt, dann musst du es nur sagen“, sagte Gabriel zu ihr und streichelte sie.
Er konnte sie ja noch so viel fragen, wie er wollte, die Ziege konnte ihn ja nicht antworten. Nachdem Gabriel seine Tiere alle versorgt hatte, lief er hinüber zur Scheunentür, schaute noch einmal zurück und wünschte alle Tiere eine gute Nacht. Danach verschloss er das große Scheunentor, wobei er aber große Mühe hatte, sie zu schließen. Denn das Scheunentor ging schon wieder ziemlich schwer und so wollte Gabriel mal wieder, mit seinem Vater darüber reden, ob er nicht mal das Scheunentor heil machen würde.
„Gabriel, wann kommst du denn?“, hörte er auch schon wieder von seiner Mutter rufen, denn er war immer noch bei dem Scheunentor.
„Ich komme schon“, rief er noch einmal zurück und lief schnell zur Eingangstür und zog seine Stiefel aus und stellte sie neben der kleinen Stufe hin.
„Mutter, ich bin schon hier“, rief Gabriel, als er im Haus war, und rief noch einmal über den Flur. „Ich gehe nur meine Hände waschen und dann komme ich.“
„Ja, aber beeile dich, deine Geschwister haben schon Hunger“, sagte Gabriels Mutter.
„Mutter ich weiß auch gar nicht, warum wir auf Gabriel warten müssen? Wir können ja schon anfangen“, sagte Tom, Gabriels Bruder.
„Tom, du kannst wohl noch so lange warten, bis Gabriel auch hier ist? Du hättest ihn ja helfen können, dann wäre er schon hier“, meinte Toms Mutter.
„Mutter, du weiß doch, das Heute und Morgen Gabriel dran ist und muss die Tiere füttern und reinigen! Wir haben doch unsere Abmachung, oder nicht?“, fragte Tom.
„Ja schon“, meinte seine Mutter und wollte noch etwas sagen, doch da fuhr ihr Tom wieder ins Wort.
„Na also! Dann brauchen wir, ja nicht mehr darüber sprechen, oder! Siehst du es denn auch so Kim?“
Doch seine Schwester, zuckte nur mit ihrer Schulter, denn ihr war es egal, denn sie musste die Tiere ja auch nicht füttern, sondern sie musste ihre Mutter im Haushalt ein wenig zur Hand gehen. So hatten sie es ja, mit ihrer Mutter und Papa abgemacht, denn der Vater, war ja nur selten noch zu Haus, seit er die neue Arbeit gefunden hatte. Er verdiente zwar jetzt mehr Geld, aber er war nicht so oft mehr zu Haus und so mussten die Kinder und die Mutter alles auf den Hof machen. Als nun schließlich auch Gabriel am Tisch saß, beteten sie gemeinsam und fingen danach an zu essen und unter hielten sich, über das, was sie am Tag alles erlebt hatten. Ihre Mutter hatte etwas auf den Herzen, was sie unbedingt, mit ihren Kindern besprechen wollte, und so fing sie beim Essen auf einmal an.
„Hört mal, ich habe ein Anliegen, das wollte ich mit euch besprechen.“
„Was gibt es denn Mutter?“, fragte Gabriel auch gleich.
„Na ja! Wir sind doch hier immer allein und Papa ist doch weit weg und kommt doch nur noch selten nach Haus und so habe ich mir gefragt, ob wir noch von hier fortgehen sollen und zu Papa ziehen sollten“, erzählte die Mutter ihnen, doch alle drei Kinder riefen schlagartig.
„Nein, wir möchten nicht von hier fort.“
„Es wirre aber doch besser, dann wäre Papa auch öfters wieder bei uns“, meinte die Mutter.
„Aber wir sind doch extra, hierhergezogen, weil es doch so schön ruhig ist“, sagte Tom.
„Genau und außerdem, ist es doch Onkel Paul sein Haus, was geschieht denn damit, wenn wir nicht mehr hier wohnen? Dann zerfällt es ja und wenn Onkel Paul wieder kommt, was soll er denn denken“, meinte Kim.
„Ich glaube nicht, dass dein Onkel noch einmal wieder kommt! Wer weiß, wo der geblieben ist?“, meinte die Mutter.
„Ach Mutter! Du kannst es dir, doch noch einmal überlegen und vielleicht, kommt Papa ja auch wieder öfters nach Haus! Überlege, es dir doch noch einmal, bitte“, sagte Gabriel zu seiner Mutter und stand vom Tisch auf, denn ihm schmeckte auch gar kein Brot mehr, nachdem was er gehört hatte.
„So ein schied!“, rief er noch beim Rausgehen.
„Gabriel, wo willst du denn hin? Du hast doch noch gar nicht zu Ende gegessen“, rief seine Mutter ihm nach.
„Mir ist der Appetit vergangen, ich gehe noch ein wenig in die Scheune“, hörte man nur leise von ihm.
Denn Gabriel, konnte seine Mutter nicht verstehen, es war doch hier wunder schön und er dachte auch an seine Tiere. Was würde denn aus ihnen werden, wenn sie hier wegzogen, seine Mutter würde sie wohl nicht mitnehmen, dachte er. Doch auch sein Bruder Tom stand vom Tisch auf, denn auch ihm schmeckte es nicht mehr.
„Tom, was ist denn mit dir?“, fragte die Mutter, doch Tom antwortet nur mit ein kurzes.
„Ach, es ist doch egal!“
Nachdem er es gesagt hatte, lief er hinaus, über den Flur in sein Zimmer und verschloss es von drinnen.
„Mama, du bist gemein“, sagte auch Kim.
Sie nahm ihre Scheibe Brot, die sie sich gerad geschmiert hatte, in ihrer Hand und verschwand so wie ihre Brüder und ließ ihre Mutter allein zurück.
„Da habe ich ja jetzt was gesagt und angerührt“, meinte die Mutter nur.
Sie stockte mit einen Teelöffel in ihrer Tasse rum und schob ihr Holzbrett zur Seite, denn ihr war der Appetit auch vergangen.
Gabriel lief wieder über den Hof, vorbei am alten Brunnen, als er nun ein paar Meter von ihm entfernt war, bückte er sich und sammelte wieder mal ein Stein auf und warf ihn in hohen Bogen in den Brunnen und zählte.
„Ein, zwei, drei, platsch!“, sagte er jedes Mal und lief danach weiter.
Er wollte so sehen, ob der Wasserspiegel, höher oder tiefer war als beim letzten Mal. Dieses Mal bückte er sich noch ein weiteres Mal und hob einen weiteren Stein auf und warf ihn abermals in den Brunnen, dieses Mal zählte er aber nicht, sondern rief nur.
„So ein schied, ich will von hier nicht weg!“, sagte er und lief zum Scheunentor.
Wieder musste er sich, mit voller Wucht dagegen legen, damit er das Tor aufbekam, und redete wieder dabei.
„Ich glaube, ich gehe doch von hier fort, wenn ich dieses verdammte Tor immer so schwer aufbekomme, dann können sie mir hier alle gestohlen bleiben“, schimpfte er.
Was Gabriel von dort draußen, nicht sehen konnte, war, dass von der Innenseite jemand gegen das Tor hauchte und so ging sie fast wie von alleine auf.
„Na also! Warum nicht gleich so? Du olles Tor“, sagte Gabriel und trat gegen dasselbe.
Anschließend lief er weiter in die Scheune hinein und setzte sich zwischen seine Tiere und fing mit ihnen zu reden an.
„Hört mal, ich muss euch mal etwas erzählen, das wird euch bestimmt nicht schmecken. Meine Mutter will, dass wir von hier fortziehen, doch ich und meine Geschwister wollen nicht. Wir wissen auch gar nicht, warum wir denn erst hierhergezogen sind, wenn wir hier wieder fortsollen und wenn wir wegziehen, dann müsst ihr auch gehen.“
„Was haltet ihr davon?“, fragte er sie und schaute dabei zur Ziege und zu seinen Gänsen, die dort auch im Stroh lagen. „Ach ja, ihr könnt mir ja keine Antwort geben“, sagte er weiter.
Da hörte er auf einmal eine Stimme, es war Flink seine Stimme, er war gekommen, um Gabriel zu holen, denn er sollte doch weiter das Zaubern lernen.
„I a! Wie so können sie dir keine Antwort geben? Ich mache es doch auch“, sagte Flink mit lauter Stimme.
„Wer ist hier? Komm sofort hervor, sonst gibt es etwas, komm lass dich sehen“, rief Gabriel und hatte jetzt doch ein wenig Angst.
Vor Angst stand er auf und schnappte sich die alte Mistgabel, die dort stand, er hielt sie mit beiden Händen krampfhaft fest und schaute sich in der Scheune um.
„I a, ich weiß gar nicht, was du willst? Und lege bloß dieses pik Ding zur Seite, damit könntest du, mich vielleicht wehtun!“, sagte Flink.
„Wer bist du denn und wie kommst du hier herein?“
„Wer ich bin, wer soll ich schon sein? Ich bin es doch, Flink“, antwortete er.
„Welcher Flink? Ich kenne keinen Flink und außerdem, du bist doch ein Esel und ein Esel kann gar nicht sprechen“, erwiderte Gabriel, wobei er seinen Kopf schüttelte.
Im ersten Augenblick dachte er, dass er träumen würde, doch so war es ja nicht, denn nach dem sein Kopf nicht mehr wackelte, sah er ja, immer noch Flink und er tat ihn ja auch noch hören.
„Du brauchst gar nicht so zu tun, mich gibt es tatsächlich“, sagte Flink.
„Was willst du hier? Wir brauchen keinen Esel und außerdem haben wir auch nicht so viel zu fressen, dass wir einen Esel satt machen könnten“, sagte Gabriel.
„Fressen immer nur Fressen! Sehe ich so aus, als wenn ich nur zum Fressen gekommen bin? Nein-nein, ich soll dich nur holen. Oder willst du nicht mit mir, du hast es ja vorhin dort draußen gesagt, dass du nicht von hier fortwillst“, fragte Flink.
„Wo soll ich denn mit dir hin, du oller Spinner? Ich kenne dich doch gar nicht und außerdem, träume ich vielleicht ja doch nur“, meinte Gabriel und rieb sich seine Augen.
„Hm, das kann doch nicht wahr sein, man kann doch nicht alles, was man erlebt hat vergessen. „Weiß du denn gar nichts mehr, von dem, was du mit Isabel erlebt habt?“, wollte Flink nun von ihm wissen. „Da muss doch noch etwas in deinen Kopf zurückgeblieben sein.“
„Wie ich und Isabel? Die ist doch zu Hause bei meiner Tante“, sagte Gabriel.
„Ja noch! Doch die soll ich auch holen, nachdem ich dich geholt habe“, meinte Flink.
Da Gabriel, ihn aber nicht so recht glauben wollte, musste Flink noch etwas anderes machen und so hauchte er Gabriel ins Gesicht, Gabriel runzelte nur seine Nase und meinte.
„Igitt, du stinkst ganz schön! Kannst du nicht, in einer anderen Richtung hauchen, musstest du mir unbedingt in die Nase pusten?“
„Wie ich stinke? Das verstehe ich jetzt aber gar nicht, erkennst du mich denn immer noch nicht?“, fragte Flink Gabriel.
„Nein, wie soll ich...!“, hörte man aber nur noch.
Und da geschah es, Gabriel konnte sich an alles wieder erinnern, was er und seine Freude alles erlebt haben.
„Flink, was machts du denn hier und wo sind die anderen?“, fragte Gabriel nun.
„Gott sei Dank, er kann sich wieder erinnern“, erwiderte Flink.
„Wieso nicht, meinst du, ich werde irgendetwas von uns jemals vergessen? Das glaube man nicht, aber nicht Gabriel“, sagte Gabriel. „Was willst du überhaupt vor mir und warum bist du hier?“, wollte Gabriel nun doch von ihm wissen.
„I a, ich dachte, du vergisst nichts, also ist es wohl doch nicht so? Aber es ist auch egal, ich soll dich für Toma holen und auch Isabel und all die anderen Kinder. Denn es geht wieder los, ihr müsst die zweite Stufe das Zaubern lehren.“
„Grade jetzt, warum denn nicht später? Ich kann doch nicht jetzt von hier fort, meine Mutter will doch von hier fortziehen.“
„Schau Gabriel, grade deshalb solltest du gehen, denn für deine Mutter, bliebe doch die Zeit stehen und sie würde dich auch nicht vermissen“, machte Flink im klar.
„Nein, tut sie es denn nicht?“, fragte Gabriel.
„Auf keinen Fall, du kannst mir glauben und eher du dich versiehst, bist du auch schon wieder hier“, antwortete Flink.
„Na wenn das so ist! Auf was wartest du denn noch? Lass uns gehen, ich bin schon ganz gespannt auf Leonit und auf Sieta, aber vor allem bin ich auf Isabel gespannt“, sagte Gabriel.
Flink wollte gerade nach draußen sich begeben, damit sie von Hof aus starten konnten, doch da sagte Gabriel noch.
„Warte ich komme gleich wieder, ich muss noch etwas holen“, nachdem er es gesagt hatte, lief hinüber zum Haus.
„Was willst du denn holen? Du brauchst dort nichts, wo wir hingehen“, rief Flink ihn hinter her.
„Doch-doch! Ich komme gleich“, rief Gabriel zurück.
Gabriel ließ sich auch nicht von Flink zurückhalten, denn dieses Mal, wollte er doch ein paar Sachen mitnehmen. Er wollte nicht wieder, wie beim letzten Mal, dass er kein Zeug dabei hatte und er musste mit diesen albernen Sachen herumlaufen, die ihn die Wichtel gegeben hatten.
„Nein dachte Gabriel, das kommt nicht wieder vor!“, und so stopfte der ein paar Sachen in einen Kleinen brauen Koffer, den er unter sein Bett vor geholt hatte.
„Gabriel was ist denn nun? I a, wie lange muss ich denn noch warten? Komme doch endlich zurück!“, schrie Flink über dem Hof.
Doch erst jetzt dachte er daran, dass er mit seinem Geschreie, auch die anderen herauslocken konnte und so schluckte er, das zweite Mal schreien hinunter.
Als Gabriel seiner Meinung nach alles zusammen hatte, schlicht er auch wieder die alte Holztreppe nach unten. Ganz leise wollte er, an der Küchentür vorbei schleichen, sodass ihn seine Geschwister und seine Mutter nicht hören würden. Als er so bei der Tür stand und in der Küche hinein schaute sagte er.
„Tschüss Mama, tschüss Kim“, er wollte grade auch tschüss Tom sagen, doch da sagte Tom hinter ihn.
„Wieso sag’s du uns alle, tschüss?“
Als er das hörte, erschrak Gabriel sich, denn mit Tom hatte er jetzt ja nicht gerechnet, dass er hinter ihm stand.
„Spinnst du denn, musst du mich immer erschrecken?“, fragte er seinen Bruder Tom.
„Das wollte ich ja gar nicht, aber wenn du dich hier fortschleichen willst, dann muss ich dich doch ansprechen! Oder soll ich dich einfach laufen lassen?“, fragte Tom.
„Sei doch nicht so laut, sonst hört Mama es noch und dann kommt sie auch noch“, sagte Gabriel und schaute in Richtung Küche.
„Na und! Was kümmert mir es, du kannst doch nicht einfach weglaufen, nur weil Mama vielleicht hier wegziehen will“, sagte Tom zu seinen Bruder.
„Das ist es ja auch nicht.“
„Und warum willst du fort, Gabriel?“
„Das kann ich dir nicht erzählen, dazu bist du noch zu klein.“
„Ha-ha-ha! Ich und zu klein, wenn ich für dich, deine Arbeit machen soll, bin ich ja auch nicht zu klein“, meinte Tom nur.
„Tom, ich kann es dir nicht erzählen, wenn ich wieder komme, dann erfährst du alles, versprochen“, sagte Gabriel.
Nachdem Gabriel es gesagt hatte, machte er sich jetzt wieder auf dem Weg und lief hinaus auf dem Hof, wo auch schon Flink ungeduldig wartete.
„I a wollte Flink grade sagen.“
Doch er schluckte es ganz schnell wieder hinunter, als er gesehen hatte, das Gabriel Tom mit nach draußen brachte, oder viel mehr, dass Tom ihn hinterherlief.
„Oh! Wo kommt der denn her, wo ist der denn ausgerückt? Das ist ja ein ganz Niedlicher. Weiß du was Gabriel? Den fange ich ein und dann verstecke ich ihn, in unsere Scheune“, sagte Tom und schaute sich nach einer geeigneten Schnur um, womit er Flink mit anbinden konnte.
Flinke legte seine Ohren an und rief.
„I a-I a und das mir, wer ich bloß nicht hierhergekommen!“, erwiderte Flink.
„Was hast du, ich habe dich nicht verstanden?“, fragte Tom seinen Bruder, denn er war davon aus gegangen, dass Gabriel dort gesprochen hatte.
„Ach gar nichts!“, bekam er aber nur als Antwort.
„Was heiß hier, ach gar nicht I a?“, fragte Flink, doch dieses Mal, fragte er es leise, so das Tom es nicht hören konnte.
„Sei doch nicht so laut, sonst hört Tom es noch und dann willst du das?“, wollte Gabriel von Flink wissen.
„Was und dann? Wieso unterhältst du dich, mit einen dummen Esel?“, fragte Tom.
Denn er war auf einmal wieder da und hatte eine Schnur in seiner Hand, wo mit er Flink anbinden wollte.
„I a, ich bin doch kein dummer Esel, ich bin doch Flink und außerdem werde ich dir gleich mal zeigen, wer von uns der dümmere Esel ist“, schimpfte Flink.
Toms Augen wurden immer größer, als er sah und hörte, dass der Esel mit ihn redete.
„Gabriel, der Esel kann ja sprechen, was es das denn für einer?“
„Wie kommst du, denn darauf, da musst du dich bestimmt verhört haben.“
„Nein-nein!“
„Doch glaube mir, du hast dich verhört, denn ich habe nichts gehört und außerdem gibt es doch gar kein Esel, die sprechen können!“, sagte Gabriel, denn er wollte seinen Bruder davon überzeugen, das er sich geehrt hatte.
Tom kniff beide Augen ein wenig zu und schielte zu Flink hinüber, doch er konnte nichts mehr hören. Da es Flink aber zu dumm wurde, platzte ihn sein Kragen und er sagte.
„Wenn du nicht gleich auf mein Rücken steigst, damit wir loskommen, dann musst du eben hierbleiben! Ich hoffe, du hast mich verstanden?“
Als Tom das hörte und sah, dass der Esel doch mit Gabriel sprach, riss er seinen Mund und seine Augen weit auf und starte ihn nur an.
„Ich komme ja schon“, antwortete Gabriel und lief mit seinen Koffer, den er in seiner Hand hatte auf Flink zu.
„Was ist das und was soll das?“, fragte Flink, als er den Koffer in Gabriels Hand sah, denn her sollte doch nur Gabriel holen und von anderen Sachen, wusste er nichts.
„Nach was schaut es denn aus?“, meinte Gabriel nur.
„I a, ich bin zwar ein Esel, doch kein Packesel! Ich nehme deinen Koffer nicht mit, das kommt nicht infrage“, hörte man nur von Flink.
„Na gut, dann bleibe ich auch hier und du kannst es ja denn Toma erklären“, drohte Gabriel ihn.
„I a! Immer diese Erdbeine, die wollen immer mit ihren Kopf durch die Wand und ein Esel wie ich es bin, hat nichts zu sagen. Na schön, doch wenn wir bei Toma wieder sind, dann werden wir es einmal regeln, das mit euren Sachen“, meinte Flink.
Flink machte sich etwas kleiner, so das Gabriel aufsteigen konnte, anschließend richtete er sich wieder auf und wollte schon loslaufen, da rief Tom.
„Gabriel, wenn du jetzt losgehst, dann ruf ich Mama, es sei denn, ich kann mit dir kommen“, erpresste Tom seinen Bruder.
„Hör nicht auf ihn, lass uns lieber von hier verschwinden, denn ich bin auch schon viel zu spät dran“, sagte Flink.
Flink lief ein paar Schritte in Richtung Brunnen, denn er wollte von dort loslaufen, sodass er genügend Anlauf hatte, damit er in die Luft kam, doch da fing Tom an zu schreien.
„Mama-Mama, Gabriel will mit so einem alten, klapprigen Esel verschwinden, komm schnell….!“, schrie Tom in Richtung Haus, als Flink das hörte, rief er Tom zu.
„Sei doch ein wenig leiser, schrei doch nicht so laut, sonst hören sie dich noch, sei doch still!“
„Na und! Mir ist es egal, ich will mich ja auch nicht, von hier fortschleichen“, sagte Tom und tat so, als wenn er noch einmal schreien würde.
„Mama, Mama! Doch da verstummte sein Geschreie auch schon wieder und er fragte noch einmal. „Was ist, nimmt ihr mich jetzt mit, oder muss ich noch lauter schreien?“
„Tom, du weiß doch gar nicht, wohin wir wollen“, sagte Gabriel zu ihm.
„Das ist mir doch egal, ich gehe dorthin, wo auch du hingehen willst“, antwortete Tom.
Flink hatte es auch schon aufgegeben und wollte sich auch nicht mehr streiten und so sagte er.
„Dann komm endlich, wir müssen weiter, sonst kommen wir nie an.“
Flink bückte sich wieder, sodass Tom auch auf sein Rücken steigen konnte und nachdem Tom nun auf seinen Rücken saß, stand Flink wieder auf und lief so schnell, er nur konnte und rief auf einmal.
„Gabriel, drück meine Ohren zur Seite runter“, was Gabriel auch sofort machte und zusammen, mit den beiden Jungs hob Flink von Boden ab.
„Oh, oh ha! Halte mich bloß fest, sonst falle ich noch hinunter“, rief Tom seinen Bruder zu.
Denn damit, hatte Tom ja nicht gerechnet, dass der Esel Flink fliegen konnte, und jetzt hatte er sich doch gewünscht, dass er zu Hause geblieben wär.
Isabel musste bis spät am Abend den Hof fegen, um ihn sauber zubekommen und als sie fertig war, setzte sie sich wieder an der alten Buche und legte ihren Kopf gegen den Stamm. Als sie so dort saß, fing Isabel wieder an zu weinen und redete vor sich hin. Denn sie hatte ja mitbekommen, dass die Frau Ross und die Frau Hunter sie zu Pflegeeltern geben wollten und dafür bekämen sie dann, Geld von den Leuten. Das hatte Isabel in einem Gespräch mitbekommen, was die zwei Frauen geführt hatten. Isabel wollte aber ja nicht, von hier fort, denn sie hoffte, dass sie doch noch ihre Mutter wiedersehen würde. Und so aß sie dort nun und weinte, bis schließlich wieder die fremde Stimme leise mit ihr sprach.
„Hallo kleines Fräulein Isabel, du weinst ja schon wieder! Was ist geschehen, dass du so bitterlich weinst?“
„Ach ich soll von hier fort, ich will doch gar nicht, ich warte doch, dass meine Mutter wieder heimkommt“, antwortete Isabel, wobei sie schnaufte, und wischte sich gleichzeitig ihren Tränen ab. „Wo bist du, warum kommst du nicht zu mir und zeigst dich?“, fragte Isabel die Stimme, denn sie konnte sie ja nicht sehen.
„Mach dir keine Sorgen, du wirst von hier nicht fortkommen, solange ich in deiner Nähe bin“, erwiderte die Stimme.
„Warum zeigst du dich denn nicht?“, fragte Isabel noch mal.