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Wofür kämpfen Helden? Sechzehn Autorinnen und Autoren haben mit ihren Kurzgeschichten versucht, diese Frage zu beantworten. Die Welt geht in dieser Anthologie nicht unter, doch es gibt so viel mehr, worum es sich zu kämpfen lohnt. Manche ergreifen ihr Schwert aus Liebe, werden von Gier zu den Waffen getrieben oder kämpfen gegen die Dämonen in ihrem Inneren.
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Seitenzahl: 249
Veröffentlichungsjahr: 2013
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Kein Weltuntergang
Die Deutsche Bibliothek und die Österreichische Nationalbibliothek verzeichnen diese Publikation in der jeweiligen Nationalbibliografie. Bibliografische Daten:
http://dnb.ddp.de
http://www.onb.ac.at
© 2013 Verlag ohneohren
Verlag ohneohren, Ingrid Pointecker, Wien
www.ohneohren.com
ISBN: 978-3-9503670-2-7
1. Auflage
Covergestaltung: Ingrid Pointecker
Coverillustration: Miguel Saveedra – sxc.hu
Sonstige Grafiken: Rones – openclipart.org
Lektorat, Korrektorat: Ingrid Pointecker
Vorwort
(K)ein Weltuntergang
Anna-Katharina Höpflinger
Spriggan
Magdalena Ecker
Wasser und Schwert
Katjana May
Die Quellen der unbarmherzigen Finsternis
Harald Simon
Auf nächtlicher Suche
Markus Wagner
Die Tochter des Medizinmannes
Eva Fischer
Zwischen den Seiten
Jennifer Laurette Ganster
Ritter Rick
Cathrin Kühl
Der Latrinenfisch
Daniel Kossack
Angesteckt
Elisa Bergmann
Die Magie des Todes
Vera Ritter
Stein
Qorin
Thal der Schlüsselmeister
Michael Rapp
„Kein Weltuntergang“ bildet die Basis zu unserem Programmpunkt oo|schwerter und ist nicht nur die erste Anthologie, sondern auch das allererste Buch im Verlag. Was ein steiniger Beginn hätte werden können, wurde uns dank der guten und angenehmen Zusammenarbeit mit den AutorInnen sehr erleichtert. Die vielen HelferInnen im Hintergrund haben es uns ermöglicht, die Anthologie pünktlich zu veröffentlichen. Besonders Verlagsautor Werner Graf hat sich tapfer mit mir durch die zahlreichen Beiträge gelesen und mich mit seiner fundierten Meinung unterstützt.
Wir wünschen euch viel Spaß beim Lesen der ernsten, lustigen, nachdenklichen und fantastischen Kurzgeschichten, in denen es um eine zentrale Frage geht: Wofür kämpfen Helden?
Wien, am 2. Oktober 2013
Ingrid Pointecker
Anna-Katharina Höpflinger
Es ist ein Kampf um ewiges Leben oder endgültigen Tod, die letzte apokalyptische Schlacht zwischen Gut und Böse. Dabei kann es nur einen Sieger geben. Der Herr der Finsternis wird, falls er gewinnt, die Welt in eine glühende Hölle verwandeln. Der Herr des Lichts plant dagegen, ein frühlingshaftes, nach Zitronen duftendes Paradies zu errichten.
Der Höllenfürst schwingt wiederum seine nach Blut lechzende Klinge. All die süßen Wesen, die den Herrn des Lichts begleiten, schrecken hoch. Doch der gütige Fürst kann den nach Leichenfäule stinkenden Schwertstreich abwehren und zum Gegenschlag ausholen. Die höllischen Blitze werden getroffen und heulen in ohrenbetäubender Lautstärke auf. Eisig peitschender Regen nimmt den Wesen der Gerechtigkeit die Sicht.
Es ist ein langer und grausamer Kampf, ein Ringen zwischen ebenbürtigen Gegnern. Jeder versucht, unterstützt von Tausenden von Helfern, den Feind in die Enge zu treiben und endgültig zu vernichten. Der Fürst der Hölle lässt Feuerlohen aus der Erde bersten. Der Herr des Himmels löscht sie mit zartem Frühlingsregen und weist seine Helfer an, lobpreisende Lieder zu singen. Sofort ruft der Herr der Finsternis seine Höllenhunde, die dem Gesang ein Ende bereiten. Von deren unbarmherzigem Gejaule getragen, schwingt er sein Schwert. Es prallt von Neuem auf die silberne Klinge des Herrn des Lichts. Wiederum kann dieser den Schlag abwehren und zu einem Gegenangriff ausholen.
So zieht sich der Kampf unermüdlich und schleppend dahin. Er pendelt sich als ewiges Hin und Her auf den unsteten Wogen der Welt ein. Manchmal kann das Licht einen Schritt nach vorne tun, manchmal die Finsternis an Boden gewinnen.
Nach tausend hart umkämpften Jahren gelingt es dem Herrn des Himmels durch einen geschickten Schwertstreich, den Fürsten der Hölle an der Schulter zu verletzen. Glühendes Feuer schießt aus der Wunde hervor. Doch der Herr des Lichts lässt sich nicht beirren. Sein weißes Gewand wallt in vollendeter Reinheit. Bekränzt mit blütenweißem Neuschnee und umhüllt von zarten Frühlingsblumen zwingt er seinen Gegner in die Knie und hält ihm die Klinge an die Kehle. Ein einziger, letzter Stich und der grausame Feind wäre endlich überwunden, nach so langer Zeit, nach ewigem Kampf.
Da lacht der Herr der Finsternis auf. Dieses Gelächter lässt die Flüsse gefrieren. Es ist todbringend, aber es ist und bleibt ein Lachen. Der Fürst des Himmels zögert und erstarrt mitten in seiner Bewegung. Wie können diese rot glühenden Augen vor ihm in Anbetracht des ewigen Todes so spöttisch sein? Was verbirgt sich hinter dieser grausamen Fratze? Weshalb hält der Schrecklichste aller Feinde den Kopf erhoben, als hätte er gesiegt?
Der Herr des Himmels zögert nur kurz, dann senkt er das silberne Schwert. Die Singvögel flattern entsetzt um ihn herum. Die ihn begleitenden rosa Morgenwolken zittern und werden vor Schreck grau. Die Bienen, die glitzernden Schmetterlinge und fliegenden Einhörner zucken zusammen, murmeln erregt und ängstlich. Ist der Herr des Lichts etwa verrückt geworden? Weshalb bereitet er diesem grausamen Feind nicht endlich ein Ende?
Der Höllenfürst steht langsam auf und wischt sich die Überreste der nach Honig duftenden Blüten von seinem Körper. Dann mustert er seinen Gegner und bemerkt mit einer Stimme, die wie eine Mischung aus Donnergrollen und dem Bellen junger Hunde tönt: „Du bist doch nicht so dumm, wie ich gedacht habe.“
Der Herr des Lichts schüttelt fast unmerklich und etwas unwillig sein ehrenvolles Haupt: „Du hast es mir doch gezeigt!“ Da ihn der Herr der Finsternis verdutzt anschaut, fährt er fort: „Wenn du deinem Tod nicht so siegesbewusst ins Auge geschaut hättest, hätte ich dir die Klinge in die Kehle gestoßen. Doch dein Lachen ließ mich zögern. Ich erkannte, dass ich dich gar nicht töten kann, ohne mich dabei selbst zu vernichten.“
Der Herr der Finsternis schmunzelt, was sein fratzenartiges Gesicht noch schrecklicher erscheinen lässt. Maden quellen ihm dabei aus den Mundwinkeln und verleihen ihm ein leichenartiges Aussehen. Dann antwortet er: „Wir können nicht ohne einander existieren. Tötest du mich, dann ist dies gleichzeitig dein Tod. Töte ich dich, sterbe ich dabei. Ohne Finsternis kann kein Licht sein. Ohne Tag keine Nacht.“
Der Herr der Gerechtigkeit nickt. Er schweigt lange und fragt dann, wobei er unschlüssig durch den Frühlingsnebel, der ihn umgibt, blickt: „Und was machen wir nun?“
Einen Augenblick lang verharrt auch der Herr der Hölle nachdenklich, dann fixiert er seinen Gegner: „Eigentlich sind wir Brüder, in derselben Stunde geboren.“
Da nickt der Herr des Lichts und reicht dem Fürsten der Hölle die Hand. Sie blicken sich in die Augen und gehen dann lachend nebeneinander von dannen – eine Schar verblüffter Gehilfen zurücklassend.
Magdalena Ecker
Seit Generationen war der Schatzhügel Gundruna im Meer des Grases, zwischen dem Schattenreich Utgard und Siewargond, dem Land der Zentauren, das Zuhause seiner Familie. Gasparius wurde von seinen Geschwistern Paris gerufen. Gerade als die Sonne in einem blutroten, violett umkränzten Schein hinter den Bergen verschwand, gesellte sich seine kleine Schwester zu ihm.
Sie trug den stolzen Namen Pandorina und war die Kleinste im Clan. Wie alle Spriggan hatte sie einen schlanken, sehnigen Körper, einen im Vergleich zum Rest recht großen, runden Kopf, lange Gliedmaßen mit Krallen und messerscharfe Stacheln auf Kopf, Nacken und Rücken, welche sich bis zum langen Peitschenschwanz hinunter zogen. Rina, wie Paris sie liebevoll rief, hatte Mühe mit ihren Geschwistern mitzuhalten und suchte deshalb am liebsten die Nähe von Paris. Denn er beschützte sie wie ein Drache seinen Goldschatz.
„Paris, da bist du ja! Wollen wir zum Natternfluss gehen und den Brückentroll ärgern?“ Das ließ er sich nicht zweimal sagen. Schabernack und Scherze waren die Lieblingsbeschäftigung der Spriggan, mal abgesehen vom Hüten magischer Kostbarkeiten. Aber für Paris und seine Geschwister war es noch nicht soweit. Der Schatzhügel Gundruna gehörte ihren Eltern, und sowie ihre Kinder erwachsen waren, mussten sie sich eigene Behausungen und Partner suchen. Nur dem oder der Besten unter ihnen winkte die Ehre, Gundruna zu erben.
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