Philosophie ist wie Kitzeln im Kopf - Gudrun Mebs - E-Book

Philosophie ist wie Kitzeln im Kopf E-Book

Gudrun Mebs

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Beschreibung

Die großen Fragen des Lebens

Die kleine Ida ist begeistert, als der »Prof« sie und ihre Freunde zum Zelten einlädt. Denn der »Prof« ist ein echter Professor und weiß spannende Dinge zu erzählen – nämlich von der Philosophie und dass die damit anfängt, dass man sich außerordentlich stark wundert. Auch darf man beim Philosophieren alle Fragen stellen, die einem so durch den Kopf gehen, und das lassen sich die Freunde nicht zweimal sagen.

Gudrun Mebs hat dem international renommierten Astrophysiker und Geisteswissenschaftler Prof. Dr. Harald Lesch genau zugehört – und erzählt so meisterhaft, wie nur sie es kann. Ein großartiges Leseerlebnis für alle, die mehr über das Leben und die Welt erfahren möchten!

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Veröffentlichungsjahr: 2013

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cbj ist der Kinder- und Jugendbuchverlag in der Penguin Random House Verlagsgruppe Neumarkter Str. 28, 81673 München
Gesetzt nach den Regeln der Rechtschreibreform
© 2013 cbj, München Alle Rechte vorbehalten Lektorat: Paula Peretti Coverabbildung und Innenillustrationen: Catharina Westphal Covergestaltung: init | Kommunikationsdesign, Bad Oeynhausen Ku · Herstellung: kw Satz: KompetenzCenter, Mönchengladbach Reproduktion: Reproline Mediateam, München
ISBN 978-3-641-10880-9V002
www.cbj-verlag.de www.penguinrandomhouse.de

Gudrun Mebs arbeitete nach ihrem Schauspielstudium zunächst viele Jahre beim Theater. 1980 begann sie zu schreiben. Seitdem sind viele Bücher, Drehbücher, Hörspiele, Radioserien entstanden und ihre Lesereisen führten sie rund um den Globus. Die vielfach preisgekrönte Autorin erhielt u.a. den Deutschen Jugendliteraturpreis, das Bundesverdienstkreuz und den Bayerischen Verdienstorden. Heute lebt sie mit ihrem Mann und vielen Katzen in München und in Italien.

Harald Lesch ist Professor für Theoretische Astrophysik am Institut für Astronomie und Astrophysik der Universität München, Fachgutachter für Astrophysik bei der DFG und Mitglied der Astronomischen Gesellschaft. Einer breiteren Öffentlichkeit ist er durch die im bayerischen Fernsehen laufende Sendereihe »alpha-Centauri« bekannt.

Seit September 2008 ist er Nachfolger von Joachim Bublath in der ZDF-Reihe »Abenteuer Forschung«.

Inhaltsverzeichnis

Über den Autor Jetzt erzähl ich erst mal was von uns! Was ist denn das, die Philosophie? Was ist das überhaupt, die Natur? Mittagessen mit Wissenschaft Mittagsschlaf oder was? Nee, Prof, wir philosophieren Wenn Philosophen wandern gehen, anders als gedacht Ein Quiz mit Prof, Göttern und Streit Zwischenstopp mit einer wichtigen Frage Wir lernen was, der Prof aber auch! Am Lagerfeuer denken sich Gedanken still und klar Nachtgespräche mit Folgen für Baby Wir Philosophen und der dumme alte Grieche

Jetzt erzähl ich erst mal was von uns!

Ida heiße ich und ich habe nicht bald Geburtstag. Das sag ich bloß, weil ich mir an meinem letzten Geburtstag einen Professor gewünscht habe, der mir mal was erzählt vom Himmel und der Erde. Den habe ich tatsächlich gekriegt und Lucas und Tim und Lisa und Celia auch. Weil die auch neugierig waren und weil ich so stolz war auf meinen Geburtstags-Professor und … na ja, weil ich auch ein bisschen mit ihm protzen wollte.

Lisa ist unsere Klassenbeste und eine ziemliche Streberin, aber abschreiben darf man bei ihr immer. Celia ist ihr kleines Kindergarten-Schwesterchen und ihr Klotz am Bein, wie sie sagt. Weil sie immerzu auf sie aufpassen muss, ihre Eltern haben halt keine Zeit. Drum ist Celia immer dabei, ich finde das schön, die Kleine ist so lieb, meistens jedenfalls.

Lisa findet das nicht, meistens jedenfalls.

Lucas mit der neuen Zahnspange lispelt und spuckt, dafür kann er nichts. Ein Zappler ist er auch, aber er hat oft prima Ideen, und nie ist er neidisch.

Ich leider manchmal schon …

Ja, und unser Tim, der ist ein bisschen dick, und dem ist sein Papa das Allerwichtigste. Er hockt am liebsten auf seinem Hintern, also, ich meine Tim, nicht seinen Papa, und macht den Mund oft bloß auf, um sich was Leckeres reinzuschieben. Aber nicht immer. Auch wenn Tim außen dick ist, im Kopf ist er ziemlich fit.

Unser Prof, der ist toll. Der sieht überhaupt nicht so aus wie ein Professor aus dem Bilderbuch, bloß oben herum, da fehlen ihm ein bisschen die Haare. Er trägt Jeans und T-Shirt und ist der beste Erzähler der Welt. Von ihm wissen wir jetzt, wie die Erde geboren wurde, wie das Wasser auf die Erde kam, wie der Mond am Himmel gelandet ist und was es mit den Planeten auf sich hat. Wir wissen jetzt was von den Sternen und der Sonne, die ist nämlich auch ein Stern, und wir wissen auch, dass der Stern von Bethlehem gar keiner war. Das alles hat uns der Prof erzählt im Park, am Teich, auf dem Fußballplatz und zum Schluss im Hörsaal von der Universität. Damit wir mal sehen, wo er arbeitet. Das war toll.

Celia hat die ganze Tafel vollkritzeln dürfen.

Aber dann waren wir ziemlich traurig, als uns der Prof alles erzählt hatte, was wir wissen wollten. Wir sind seine Freunde geworden, das hat er selber gesagt, und jetzt sollen wir uns nicht mehr sehen?

Doch!!!

Weil, ihm ist eingefallen, dass er seinen Freunden, und das sind wir, noch mehr zu erzählen hat. Und zwar diesmal was von der Philosophie: von den alten Griechen, die sich zum ersten Mal Gedanken gemacht haben über die Natur, warum die wohl so ist, wie sie ist. Und eine Überraschung hat er auch noch für uns. Wir dürfen mit ihm zelten gehen in die Natur, beinah zwei Tage lang, sogar über Nacht und bloß mit ihm!

Was haben wir uns da gefreut! Unsere Eltern waren ziemlich aufgeregt, wir aber auch. Wir haben gleich angefangen zu packen, weil, schon morgen früh geht es los.

Philosophie mit Zelt und Prof.

Was ist denn das, die Philosophie?

Unser Prof hat uns alle abgeholt, und ich glaub, so vollgestopft war sein Auto noch nie. Mit Kindern und Zelten und Rucksäcken und Picknickkörben und oben draufgeschnallt das riesige Gummimonster-Krokodil von Celia. Das muss mit, sonst gibt’s Tränen bei dem Zwerg. Dicker Tim darf vorne sitzen, da war ich schon ein bisschen neidisch, aber nicht lange. Hauptsache ist doch, wir haben unseren Prof beinah zwei Tage ganz für uns alleine und er erzählt uns wieder spannende Sachen, solche, die wir vorher noch nicht gewusst haben. Und unsere Eltern auch nicht, glaub ich jedenfalls. Was Neues wissen, ist die Hauptsache … neee, nicht nur. Hauptsache ist auch, dass wir zum ersten Mal nachts im Zelt schlafen und selber kochen und aufbleiben dürfen, so lange wir wollen, hoffentlich … unser Prof ist nicht so einer, der »Marsch, ab ins Bett« ruft, weil er selber in Ruhe Fernsehen gucken möchte. Auf dem Campingplatz gibt’s ja auch keinen …

Wir fahren auf der Autobahn, der Prof pfeift vor sich hin, Lisa neben mir hat ein Heft auf ihrem Schoß und einen Stift in der Hand, na klar, alles muss aufgeschrieben werden, was der Prof erzählt. Also wirklich, Lisa. Wie soll das denn gehen im Wackel-Auto? Und außerdem, er sagt ja gar nichts, er pfeift. Und Celia hopst auf ihrem Sitz herum und lutscht am Ohr von ihrem Teddy. Hoffentlich muss sie nicht Pipi, wir sind ja noch längst nicht da. Hat Lisa ihr vorsichtshalber eine Windel angezogen? Sicher ist sicher… Lucas fummelt an seiner Zahnspange herum und hopst beinah so heftig wie Celia, der Zappler.

»Nun denn!«, ruft der Prof und überholt einen Laster. »In medias res, meine Lieben.«

Was?

»Das heißt: zur Sache, aber gleich«, brummelt vorne Tim. »Das sagt mein Papa immer, wenn meine Mama stundenlang rumplappert, und er will doch zum Joggen gehen.«

Na klar, der Tim und sein Papa … hoffentlich kriegt er heut Nacht im Zelt nicht furchtbar Heimweh und will zu seinem Papa.

Der Prof grinst, ich kann’s im Rückspiegel deutlich sehen. »Er meint, sie soll zur Sache kommen.« Er hupt einen Auto-Drängler weg. »Und unsere Sache heißt: Was ist eigentlich die Philosophie!«

Sofort hebt Lisa die Hand wie in der Schule.

»Philosophie ist die Lehre der Weisheit.«

Na, da ist aber eine heute sehr früh aufgestanden und hat im Lexikon nachgeschaut.

»Und Philosophen sind die, die sich Gedanken machen über die Welt und so. Warum sie so ist, wie sie ist. Weil sie das interessiert und mich auch.«

»Interessiert mich auch!«, zischelt Lucas und zappelt auf seinem Sitz herum. »Besonders die Fußballplätze.«

»Versteh ich, Lucas«, sagt der Prof und gibt Gas. »Aber könntest du bitte aufhören, mir in den Rücken zu boxen? Ich muss mich auf die Straße konzentrieren. Um Fußball ging es den ersten Philosophen nicht. Philosophen heißen, wörtlich aus dem Griechischen übersetzt …«

»Die Freunde der Weisheit!«, ruft Lisa und zieht Celia den Nuckeldaumen aus dem Mund. Aber einen Lobe-Daumen hoch vom Prof kriegt sie leider nicht, der muss am Steuerrad bleiben. Dafür aber ein zufriedenes Nicken im Rückspiegel.

»Die wissen allerdings genau, dass sie die Weisheit nie erwischen können, aber sie sind Freunde davon, sie wären eben gerne weise. Entstanden ist übrigens die Philosophie ungefähr 600 vor Christus, sagt euch das was?«

»Ist ungefähr 2 600 Jahre her!«, zischelt Lucas und boxt schon wieder. Er kann’s halt nicht lassen, aber im Rechnen, da ist er toll! Ich nicht so …

»Autsch!«, schreit der Prof, und »Blödmann«! Das gilt aber nicht dem Lucas, sondern einem Laster, der schert aus, ohne zu blinken. Der Prof bremst, der Prof beschleunigt wieder und hat sich beruhigt. Ist doch alles gut gegangen. Erzählt er jetzt weiter? Ich will nämlich wissen, wo denn die ersten Philosophen gewohnt haben und warum sie da angefangen haben zu denken, weil, das tun die doch. Und außerdem ist das eine kluge Frage, darüber freut er sich doch immer.

»Die ersten Philosophen waren Griechen, wie die geheißen haben, erzähle ich euch später, einverstanden? Ist es nicht erstaunlich, dass die Philosophie, das Denken über die Welt, begonnen hat in einem Land, wo das Wetter fast immer schön ist? Was denkt ihr darüber, aber denkt schnell, ich muss gleich auf die Karte schauen, wo wir abbiegen müssen zu unserem Campingplatz.«

»Kommen wir da an ’ner Pommesbude vorbei?«, brummelt Tim und kriegt von mir eins auf die Mütze. Voll daneben, Tim!

Grad hab ich einen schönen Gedanken gehabt und der ist jetzt weg! Und Lisa, natürlich Lisa, weiß es!

»Weil beim schönen Wetter alle draußen sind, und dann sehen sie in Griechenland das Meer und auch Hügel und Olivenbäume und den Himmel und die Sonne, und das ist wie Ferien, und dann haben sie Lust, darüber nachzudenken, warum das alles so ist, wie es ist. Stimmt doch, oder?«

»Stimmt, Lisa!«, zischelt Lucas sofort, dabei war doch unser Prof gefragt. Der wirft aber nur eine Kusshand nach hinten zur Lisa. Die wird knallrot. Eine Kusshand vom Prof und ein »Stimmt, Lisa« von Lucas, das macht stolz … blöd, dass mir das nicht eingefallen ist, wo’s doch so logisch ist.

Da zischelt Lucas schon weiter und diesmal kriegt der Prof keine Fäuste in den Rücken, sondern einen Spuckeregen auf die Glatze.

»Das ist nämlich so! Im Norden von Europa isses ja so kalt gewesen, und da haben sich damals alle in Bärenfelle gewickelt und in ihre Hüttchen gehockt, und keiner hat Lust gehabt, mal so richtig draußen rumzugucken und zu staunen. So muss es wohl gewesen sein. Entschuldigung.«

Lucas wischt dem Prof die Glatze ab, ganz ohne Geboxe.

Wäre ich schneller gewesen, hätte ich das ja auch machen können, denn Lucas kriegt ein »Sehr aufmerksam, lieber Freund« vom Prof und ein Grinsen im Rückspiegel.

...Ende der Leseprobe